Flüchtlingsströme Richtung Europa #2

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99% der Meinungen sind eh nur Gefühle, keine Fakten

Ich glaube du versteht nicht richtig.
Deine "Meinung" magst du dir angeblich aus Fakten bilden, in Wirklichkeit sind es nur Sachverhalte die in dir Gefühle auslösen.
Aufgrund dieser Gefühle hast du überhaupt erst ne Meinung. Deswegen konkurrieren Gefühle eigentlich auch gar nicht mit Fakten.


  • Im limbischen System sind unsere Emotionen verankert, dort entstehen auch Affekte; im präfrontalen Cortex sitzt unser Verstand, der rational Vor- und Nachteile abwägt und unsere Handlungen in der Zukunft plant.
  • Zwar kann der Verstand die Gefühle in gewissem Maße kontrollieren, in der Realität steuern aber meist Gefühle das Handeln, auch wenn dem Menschen dies gar nicht bewusst wird. Das alltägliche Leben lässt sich zudem oft mit einfachen Faustregeln meistern.
  • Hirnforscher unterscheiden das rein spontane Bauchgefühl von der Intuition, die Erfahrungswissen aufarbeitet, welches über Jahre hinweg gespeichert wurde.
  • Studien zeigen: Komplexe Entscheidungen, die viele Faktoren berücksichtigen müssen, überfordern das Arbeitsgedächtnis. Hier sollte man – wenn möglich – der Intuition vertrauen.

Wie gesagt es ist schon möglich die Gefühle zu lenken und zu beienflussen aber es ist meist richtig lange Schwerstarbeit und ohne bewusst forcierte "Gegengefühle" kommt man da nicht weiter.

Ich habe _nicht_ eine allgemeine Angst vor Russen daraus entwickelt

Na dann herzlichen Glückwunsch zu deinem Übermensch sein (oder zumindest den glauben daran), ich behaupte mal die meisten Menschen können das auf Gefühlsebene (Angst/Hass) gar nicht differenzieren. Auch das halte ich für normale Biologie.

deine diskriminierenden und rassistischen Gedanken zu rationalisieren

Wenn ich meine rassistische Gedanken rationalisieren wollen würde, dann würde ich mir Fakten suchen die belegen, dass Muslime asoziale Machos sind. Was natürlich in dieser Allgemeingültigkeit völliger Quatsch ist.

Genau das tue ich nicht, weil ich weiß das meine Einschätzung allein auf meine erlebten Erfahrungen gepaart mit dem darauf folgenden Gefühlen resultieren. Ich räume diesen Gefühlen und Erfahrungen lediglich einen Platz ein und und räume sie nicht verschämt weg, weil ich ja ein Nazi wäre oder weil eine Statistik was anderes behauptet.


Wenn Fakten keine Rolle mehr spielen, weil das Gefühl ja da ist, dann ist das doch eine ziemlich beschissene Argumentationsgrundlage. Dann hat jeder sein Gefühl und am Ende gibt es kein Ergebnis. Das ist jetzt nicht die Haltung, in der du mir bislang in irgendwelchen Topics aufgefallen bist.

Ich habe nie gesagt das Fakten keine Rolle spielen, aber man kann halt schlecht das Gefühl von Menschen in einem Kiez in dem es asozialer geworden ist mit einer Kriminalstatistik abbilden und überzeugen kann man die Leute damit eben auch nicht.

Du liest halt einfach irgendwas mit postfaktisch und siehst rot und fängst an wild rumzubeleidigen (Was in deiner Welt vermutlich kein Arschlochmove ist da es ja die "richtigen" trifft.) :)

Dabei profilierst du dich noch nebenbei echt peinlich als moralische Überinstanz die ihre Gefühle unter Kontrolle hat, dank seiner großartigen Ratio.
 
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Gustavo

Doppelspitze 2019
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Wenn du einen anderen Austausch meintest, gerne Zitat, falls ich was übersehen habe. Denn garantiert habe ich nicht das untenstehende geantwortet:

Hier der Post, der die Studie zitiert: https://broodwar.net/forum/threads/flüchtlingsströme-richtung-europa-2.242476/page-6#post-6854286

Hier deine Antwort: https://broodwar.net/forum/threads/flüchtlingsströme-richtung-europa-2.242476/page-6#post-6854572

"Ich finde die Studie auch komisch" und einen Verweis auf etwas, was nicht mal eine Studie ist (die zugrundeliegende Modellrechnung hattest du dir gar nicht erst angeschaut), das ist alles wozu du es gebracht hast. Ich habe dich darauf später auch nochmal angesprochen und da kam dann, dass du dir keine ganze Studie anschauen würdest, ich solle es bitte mit meinen eigenen Worten zusammenfassen, dann könnten wir darüber reden. Das ist imho eine ziemlich verheerende Debattenkultur für jemanden, der denkt, dass das Thema das alles überragende Großthema unserer Zeit ist: Wenn ich ein Thema für so überragend wichtig halte, würde ich ja versuchen möglichst viele Informationen zu dem Thema zu sammeln, damit ich die informierteste Entscheidung habe. Bei dir dagegen: "Ich finde die Studie (die du offensichtlich nicht gelesen hast) komisch." Ok.



Edit: Vermute du meinst den Afghanistan-Thread.
Da habe ich ausführlich auf deine Studie geantwortet, du aber nicht mehr wenn ich recht entsinne.

Nein, den Post meinte ich explizit nicht. Auf den hast du in der Tat ausführlich geantwortet, aber halt völlig am Thema vorbei. Du bist den lit review durchgegangen, aus dem die Leute die Thesen (!) für ihr Papier generiert haben, welche sie dann später mit eigenen Methoden versuchen zu be- oder widerlegen. Was soll man dazu noch groß sagen? "Querulant im Internet denkt, er könnte wissenschaftliche Paper, die ihm in einem Satz zusammengefasst wurden, widerlegen", darauf antworte nicht mal ich noch.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Klassiker -- "psychisch krank" und "Allahu Akbar gerufen" mit dabei:
wIr WiSsEn NiChT oB dEr Alahuakbar ScHrEIEr iSLaMiStIScH mOtIvIERt wAr:


Heute in der Welt (leider jetzt Paywall): Beide psychologische Gutachter halten den Typ für schuldunfähig und die Polizei hat keine Hinweise auf Islamismus gefunden. Bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat etc.
 
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Die Polizei hat also keinerlei Hinweise auf Islamismus gefunden? Allahu Akbar schreien ist also der normale to go move bei psychischen Erkrankungen? Das ist doch völlig bescheuertes Framing, ob er nun schuldfähig ist oder nicht, das ändert nichts "der Wahrheit" tm. Ganz sicher lässt es nicht den Schluss zu, dass der Anschlag nichts mit Islamismus zu tun hat. Auch Islamisten können psychisch krank sein oder psychisch Kranke sich vor einer Tat islamistisch radikalisieren.
 
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Allahu Ackbar rufen ist in der Tat nicht per se islamistisch und hat nicht zwingend was mit Dschihadismus zu tun. Erstmal ist das nur ein eindeutiges Zeichen darauf, dass der Täter Muslim war, mehr nicht. Das wird auch von friedlichen Muslimen im Alltag verwendet; wenn auch heutzutage nicht mehr so häufig, weil viele das wie du fälschlicherweise mit Islamismus konnotieren.
Viel mehr ist es so, dass du Muslim + Gewalttat direkt mit Islamismus gleichsetzt, was imo nicht zulässig ist. Da besteht doch die Frage, ob der Täter ein politisches Ziel hatte oder nicht. Auch wenn es ein psychisch kranker Muslim war, dann kann es trotzdem ein "einfacher" Amoklauf sein.
 
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Erstmal ist das nur ein eindeutiges Zeichen darauf, dass der Täter Muslim war, mehr nicht. Das wird auch von friedlichen Muslimen im Alltag verwendet

Nur wurde das nicht im Alltag verwendet sondern wärend des Angriffs. Und zusätzlich hat der Täter danach gesagt der Angriff war für seinen Jihad. Das ist natürlich ein sehr sehr starker Hinweis dass der Angriff eine Menge mit dem Islam zu tun.

Aber gut, wenn Islamismus als notwendige Bedingung ein politisches Ziel hat, ist das natürlich nicht hinreichend. Wenn es sonst keine Hinweise auf politische Motivation gab, wäre es wahrscheinlich korrekter zu sagen der Angriff war islamisch motiviert als islamistisch motiviert.

Um den Vorwurf vorschnell auf Islamismus zu schließen zu vermeiden, wäre es dann wohl sinnvoller generell erst mal von islamisch motiviert zu reden bis das Vorhandenseinn politischer Motivation klar ist.

Aber einfach so zu tun als hätte das mit Religion gar nix zu tun wenn ein Muslim Leute messert wärend er "Allahu Akbar" ruft und danach sagt das war sein Jihda, ist schon deutliche Realitätsverweigerung
 
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Ist wohl letztlich eine Definitionsfrage, darüber können wir uns dann auch fröhlich streiten. Für mich impliziert Islamismus tatsächlich Terror und damit eine politische Komponente die sich durch eine Ankündigung, ein Bekenntnis oder eine Art Manifest äußert. Also sowas, was Breivik, der Täter von Halle oder auch der Angriff auf Charlie Hebdo beinhaltet haben; es muss klare Planung erkennbar sein.
Jemand, der plötzlich durch die Stadt läuft und ohne Vorwarnung oder Ziel oder eindeutige Absichtserklärung wahllos Menschen tötet, ist für mich erstmal "nur" psychisch gestört. Ob der dann Nazi, Christ oder Moslem ist, spielt dafür keine Rolle. Wenn er im Nachhinein einen Jihad proklamiert hat und man ihm das glaubt, dann ist das natürlich durchaus noch diskutierwürdig; das wusste ich z.B. nicht. Aber für mich deutet das alles erstmal nur auf einen psychisch gestörten Menschen hin, der in dem Falle eben Moslem war.
Und dein Ausdruck überzeugt mich überhaupt nicht. Wenn es nicht islamistisch motiviert war, dann ergibt der Begriff "islamisch motiviert" keinen Sinn. Das ist ja genau das, was hier bezweifelt wird: Dass die Religion etwas mit der Motivation der Tat zu tun hatte. Nur weil er "Allahu Ackbar" gerufen hat, ist das überhaupt keine Aussage über die Motivation des Täters, sondern nur über seine Religionszugehörigkeit.
 
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Viel mehr ist es so, dass du Muslim + Gewalttat direkt mit Islamismus gleichsetzt, was imo nicht zulässig ist.

Naja, es ist ja nicht nur die Tatsache, dass er Muslim war und Alahu Akbar gerufen hat. Er hat sich auch die Opfer, zumindest nach meinem Kenntnisstand, bewusst ausgesucht: ungläubige, westliche Frauen.

Die Frage ist eher wo genau die Abgrenzung zwischen religiösen Fanatismus und geistiger Krankheit verläuft. Man kann natürlich auch einen case dafür machen, dass jemand der sich in die Luft sprengt um im Paradies 72 Jungfrauen zu cashen, nicht alle Latten am Zaun haben kann.

Mein Punkt war aber eher: ich finde es ziemlich merkwürdig, wie die Polizei "keine Hinweise auf Islamismus" gefunden haben will, wenn die ganze Tat eindeutig alle Merkmale eines islamistischen Anschlags enthält (Täter, Durchführung, Opfer). Ich glaube, dass damit nur gemeint war, dass sie bei ihm keine Connection zu anderen Islamisten oder Propagandamaterial gefunden haben. Das bedeutet aber nicht, dass, wie gesgat, ein psychisch Kranker sich islamistisch radikalisieren kann oder ein islamistisch radikalisierter Mensch psychisch krank wird und vielleicht auch dadurch erst aus einer extremistischen inneren Geisteshaltung echte Gewalt wird.
 

Benrath

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Zwei Gutachten scheinen deine Meinung halt nicht zu teilen :deliver:
 

GeckoVOD

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Ich glaube, dass damit nur gemeint war, dass sie bei ihm keine Connection zu anderen Islamisten oder Propagandamaterial gefunden haben. Das bedeutet aber nicht, dass, wie gesgat, ein psychisch Kranker sich islamistisch radikalisieren kann oder ein islamistisch radikalisierter Mensch psychisch krank wird und vielleicht auch dadurch erst aus einer extremistischen inneren Geisteshaltung echte Gewalt wird.
Wir haben verstanden, dass du den Islam und Religion insgesamt scheiße findest. Und jetzt, was folgt daraus? Amokläufe verbieten? Psychisch Kranke verbieten? Nur den Islam verbieten? Flüchtlinge nicht nach Deutschland, allgemein, weil Muskete?
 
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Dass man von "islamistischem Terror" statt "islamischen Terror" redet ist ja schon eher auf die Bemühung zurückzuführen, den Islam als "unprobelmatische Religion" sehen zu können, bei der nur der Islamismus ein Problem darstellt, der als solches ja auch "nichts" mit dem Islam zu tun habe.

Es ist halt beim Islam eher so wie bei rassistischen Gedankengut:
Problematische Ideologie ist ein direkter Bestandteil davon. Im Islam werden in der Breite, und nicht nur von Extremisten, Frauen, Homosexuelle, andersgläubige geringgeschätzt.

Auch die meisten Menschen mit einem rassistischen Gedankengut werden nicht zum Gewalttäter. Vermutlich gibt es sogar viele Rassisten, die sich offene Beleidigungen verkneifen -- ob nun aus sozialer Kontrolle, oder aus Höflichkeit. Und dennoch ist Rassismus ein Problem, und gehört als Motivation für Gewalttaten klar benannt.

Ähnlich ist eben ein Problem, dass der Islam systematisch erlaubt, sich als höherwertig als Ungläubige zu fühlen und auch systematisch erlaubt, Homosexuelle abzulehnen, oder irgendwelche anderen "Auswüchse westlichen Lebensstils". Die meisten Muslime münzen das nicht in Gewalt um. Aber das Potential dies zu tun, ist direkt in der muslimischen Ideologie verankert. So wie es ja auch im Christentum bspw bei der Ablehnung von Homosexuellen verankert wird.

Daher muss halt das passieren, was auch beim Christentum passiert: Die Problematik muss klar benannt werden. Sowohl die Problematik der Schriftstücke hinter der Ideologie (Bibel, Koran), als auch die propagierten Auslegungen davon, bei denen es dann beim Islam zu oft -auch in Deutschland- Hasspredigten sind.

Diese offene Ansprache löst das Problem nicht. Zwischen Religionskritik und tatsächlichem Überwinden der Machtstrukturen der christlichen Religion lagen ja in Westeuropa auch Welten und Jahrhunderte. Aber es muss eben gemacht werden.

Und die hier angewandte Logik macht halt das Gegenteil -- sie lenkt ab von der Rolle, welcher der Islam hier spielt:
  • "Der Islam ist doch friedlich. Also musst du bei sowas wenigstens politisch korrekt von 'islamistisch' reden."
  • "Islamismus ist ja gar keine religiöse Ideologie, sondern eine politische."
  • "Ach, der war gar nicht politisch aktiv! Kein politisches Manifest! Kann also kein Islamismus sein!"
Analogie Hanau: Mir egal, wie psychisch gaga der Typ war. Wenn er dann gezielt hergeht und Leute mit anderer Hautfarbe umbringt und dann auch noch seine Tat vor sich und/oder anderen mit typisch rassistischen und/oder rechtsradikalen Argumenten rechtfertigt, dann ist er ein rechter Terrorist. Und wer die dahinterstehende Hassideologie verbreitet, ist im weitesten Sinne mit verantwortlich.

Deswegen auch hier: Mir egal, wie psychisch gaga der Typ war. Er bringt gezielt westliche Frauen um und ruft Allahu Akbar und bezieht sich auf die Idee des Jihad. Damit ist er ganz klar islamisch motivierter Terrorist. Und jeder Imam, der gegen den Westen und gegen Frauen und gegen Ungläubige hetzt, trägt im gleichen Maße Mitverantwortung, wie es eben rechte Hass-Ideologen bei rechten Gewalttaten tun.
 
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Wir haben verstanden, dass du den Islam und Religion insgesamt scheiße findest. Und jetzt, was folgt daraus? Amokläufe verbieten? Psychisch Kranke verbieten? Nur den Islam verbieten? Flüchtlinge nicht nach Deutschland, allgemein, weil Muskete?
Ne, dann hast du überhaupt nicht verstanden, was ich wirklich scheiße finde. Tipp: es ist nicht "der Islam". Verbieten würde ich die Migration von jungen Männern im gefährlisten Alter ohne eine in Deutschland gesuchte Qualikation. Relativ einfach.
 
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Analogie Hanau: Mir egal, wie psychisch gaga der Typ war. Wenn er dann gezielt hergeht und Leute mit anderer Hautfarbe umbringt und dann auch noch seine Tat vor sich und/oder anderen mit typisch rassistischen und/oder rechtsradikalen Argumenten rechtfertigt, dann ist er ein rechter Terrorist. Und wer die dahinterstehende Hassideologie verbreitet, ist im weitesten Sinne mit verantwortlich.

Deswegen auch hier: Mir egal, wie psychisch gaga der Typ war. Er bringt gezielt westliche Frauen um und ruft Allahu Akbar und bezieht sich auf die Idee des Jihad. Damit ist er ganz klar islamisch motivierter Terrorist. Und jeder Imam, der gegen den Westen und gegen Frauen und gegen Ungläubige hetzt, trägt im gleichen Maße Mitverantwortung, wie es eben rechte Hass-Ideologen bei rechten Gewalttaten tun.
Nach der Analogie Hanau sind die Taten ja eben nicht vergleichbar:
1.) Der Typ in Hanau hat im Vorfeld seine Tat angekündigt und sich daher geplant verhalten. Das war in dem Fall nicht so.
2.) Das habt ihr jetzt hier behauptet, dass der Typ gezielt Frauen attackiert hat. Im Bericht oben steht, dass er wahllos Menschen angegriffen hat. Der Typ in Hanau wollte eine Synagoge stürmen und damit gezielt Juden angreifen.

Macht das eine zu einer terroristischen Tat und das andere eben nicht. Mir egal, wie du dir das definierst.

Zum Rest: Jo, wie jede Religion birgt auch der Islam seine Gefahren. Mir ist das alles fremd. Aber genauso wenig wie ich Christen jetzt für den systemischen Kindesmissbrauch in der Kirche verantwortlich mache, mache ich Muslime für das Verhalten anderer Muslime verantwortlich. Hass-Prediger natürlich wohl; das kann man aber vom muslimischen Nachbarn klar trennen.
 

GeckoVOD

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Analogie Hanau: Mir egal, wie psychisch gaga der Typ war. Wenn er dann gezielt hergeht und Leute mit anderer Hautfarbe umbringt und dann auch noch seine Tat vor sich und/oder anderen mit typisch rassistischen und/oder rechtsradikalen Argumenten rechtfertigt, dann ist er ein rechter Terrorist. Und wer die dahinterstehende Hassideologie verbreitet, ist im weitesten Sinne mit verantwortlich.

Deswegen auch hier: Mir egal, wie psychisch gaga der Typ war.
Mal gekürzt, weil es alles außenrum halt überhaupt nicht braucht, wie schon vor x-Seiten geschrieben. Wenn du das für dich als Terror bezeichnest: Von mir aus. Was erwächst aus der Benennung des Problems für eine Konsequenz? Heator will die Schotten dicht machen, verhindert aber diese Art des - deine Worte - Terrors kein bischen. Die Kausalität, das ist der essentielle Bestandteil solcher Gutachten, läuft über Radikalisierung vor 'kulturellen' Einflüssen:

Genetische Disposition und/oder biographische Einflüsse und/oder Isolation und/oder mangelnde Reaktion des sozialen Umfelds / des sozialen Rahmens
führt zu
Ausbildung von Störungen und/oder intrinsichen Reizsystemens und/oder Umdeutung der subjektiven Realität des Täters
führt zu
Grundlagenbildung für einen Amoklauf (deine Worte: Terror) und/oder Vorbereitung der Tat mit Festigung der subjektiven Realität durch rassistisches Gut / Ideologie / Religion

Bei klassischem Terrorismus kann der Ablauf in der Theorie relativ ähnlich sein, ist es aber in der Regel nicht, erst recht nicht in diesem Fall. Dafür fehlt die Einbettung in radikale Strukturen, die wiederum soziale Interaktion (wie auch immer diese abläuft) voraussetzt, was für diesen Tätertyp generell eher schwierig ist. Sobald diese Leute zu tief in ihrer Spirale stecken werden sie kaum lenkbar sein, was wiederum gezielten Terrorismus erschwert.

Klassisch, dass sich an "Allahu Akbar" aufgehangen wird, oder an den offenen Grenzen, aber die Auffälligkeiten weit davor, die dem System anscheinend bekannt waren nicht, sondern geflissentlich überlesen werden. Daher auch: Dir egal wie psychisch krank der / die waren. Ja, verständlich. Darauf aufbauend überlasse ich dir, ob man nicht an anderer Stelle gezielter solche Taten unterbinden könnte. Inb4: Auch das wird schwierig, es hat ja jemand schon Interviews gepostet, warum es hart ist, an solche Täter ranzukommen.

Nunja, auch egal.
 

Celetuiw

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Ich würde in diesem Thread gerne mal die andere Seite der Medaille ansehen und besprechen.

Habt ihr schon gesehen was für ein schönes internierungslager mit Stacheldraht und Überwachungstechnik ..Flüchtlingszentrum die Griechen mit freundlicher Unterstützung der Eu bauen?


Hmmmm lecker, da kommt mir das Grundrecht auf Asyl und die Menschenwürde zum :kotzerle: hoch.
 
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Nach der Analogie Hanau sind die Taten ja eben nicht vergleichbar:
1.) Der Typ in Hanau hat im Vorfeld seine Tat angekündigt und sich daher geplant verhalten. Das war in dem Fall nicht so.
2.) Das habt ihr jetzt hier behauptet, dass der Typ gezielt Frauen attackiert hat. Im Bericht oben steht, dass er wahllos Menschen angegriffen hat. Der Typ in Hanau wollte eine Synagoge stürmen und damit gezielt Juden angreifen.

Macht das eine zu einer terroristischen Tat und das andere eben nicht. Mir egal, wie du dir das definierst.
Mir auch relativ egal, ob du es nun als Terror definierst oder nicht. Für mich ist entscheidend, ob die Ideologie eine Rolle gespielt hat. Und das hat sie mMn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit.

Ohne Hass-Ideologie, welche Gewalt rechtfertigt, liegt auch bei geisteskranken Menschen die Schwelle zum Mord höher. Das heißt nicht, dass es ohne Hass-Ideologie gar keine geisteskranken Morde gebe -- es ist halt nicht schwarz-weiß. Im konkreten Fall hat sicher nicht nur die Ideologie eine Rolle gespielt. Aber so zu tun als hätte sie gar keine gespielt ist auch sehr mutig.

Zum Rest: Jo, wie jede Religion birgt auch der Islam seine Gefahren. Mir ist das alles fremd. Aber genauso wenig wie ich Christen jetzt für den systemischen Kindesmissbrauch in der Kirche verantwortlich mache, mache ich Muslime für das Verhalten anderer Muslime verantwortlich. Hass-Prediger natürlich wohl; das kann man aber vom muslimischen Nachbarn klar trennen.
Ein besserer Vergleich wäre die even theologisch begründbare Ablehnung von Homosexualität. Wer diese Ablehnung verteidigt und dabei ggf noch schön bibeltreu bleibt ("wenn ein Mann neben einem Mann liegt wie neben einer Frau, so muss er unbedingt getötet werden"), der betreibt halt auch Hass-Ideologie.

Es geht nicht darum, die Schuld bei "jedem" Christen oder Muslim zu suchen. Das tue ich bei Hanau auch nicht bei jedem latenten Rassisten. Sondern eben bei der Ideologie. Wer die problematischen Aspekte der Ideologie dann propagiert - ob am Stammtisch oder als Imam oder von der Kanzel -, der gehört kritisiert.


Mal gekürzt, weil es alles außenrum halt überhaupt nicht braucht, wie schon vor x-Seiten geschrieben. Wenn du das für dich als Terror bezeichnest: Von mir aus. Was erwächst aus der Benennung des Problems für eine Konsequenz? Heator will die Schotten dicht machen, verhindert aber diese Art des - deine Worte - Terrors kein bischen.
"Kein bisschen" stimmt halt schlicht nicht. Natürlich würde die Wahrscheinlichkeit und Frequenz solcher Attacken abnehmen, wenn man weniger ungebildete junge Männer ins Land lässt.

Mir geht es vor allem um den offenen Dialog darüber. Die Kritik an den problematischen Aspekten aller Religionen und Ideologien. Dieser Dialog ändert nichts über Nacht. Er war aber letztlich über einen langen Zeitraum wichtig für das zurückdrängen der problematischen Aspekte anderer Ideologien wie bspw des Christentums oder auch des Rassismus. Man muss das Kind beim Namen nennen, damit über einen längeren Zeitpunkt eine gesellschaftliche Ächtung entsprechender Positionen stattfinden kann. Nur dann finden wir mMn auch zu einem tatsächlich liberalen europäischen Islam, wenn durch den Diskurs eben dort Strömungen entstehen, welche sehr klar gegen die gewaltverherrlichenden und diskriminierenden Stellen im Koran und die entsprechende interpretation derselben Position beziehen.

Die Kausalität, das ist der essentielle Bestandteil solcher Gutachten, läuft über Radikalisierung vor 'kulturellen' Einflüssen:

Genetische Disposition und/oder biographische Einflüsse und/oder Isolation und/oder mangelnde Reaktion des sozialen Umfelds / des sozialen Rahmens
führt zu
Ausbildung von Störungen und/oder intrinsichen Reizsystemens und/oder Umdeutung der subjektiven Realität des Täters
führt zu
Grundlagenbildung für einen Amoklauf (deine Worte: Terror) und/oder Vorbereitung der Tat mit Festigung der subjektiven Realität durch rassistisches Gut / Ideologie / Religion

Nach der Logik kannst du ja auch den Kampf gegen Rechts einstellen. Da haben die Mörder ja auch meist einen Hau weg.

Erstens glaube ich schon, dass die Hass-Ideologie die Chance erhöht, dass ein Irrer mordet. Zweitens ist der Mord nur die Spitze des Eisbergs.. Hinter der gleichen Ideologie steckt ein Haufen Alltags-Diskriminierung, kleinere Übergriffe gegen Homosexuelle oder Frauen, Indoktrination und Beeinflussung weiterer, damit sie dieses rückständige Weltbild übernehmen etc.
Bei klassischem Terrorismus kann der Ablauf in der Theorie relativ ähnlich sein, ist es aber in der Regel nicht, erst recht nicht in diesem Fall. Dafür fehlt die Einbettung in radikale Strukturen, die wiederum soziale Interaktion (wie auch immer diese abläuft) voraussetzt, was für diesen Tätertyp generell eher schwierig ist. Sobald diese Leute zu tief in ihrer Spirale stecken werden sie kaum lenkbar sein, was wiederum gezielten Terrorismus erschwert.

Klassisch, dass sich an "Allahu Akbar" aufgehangen wird, oder an den offenen Grenzen, aber die Auffälligkeiten weit davor, die dem System anscheinend bekannt waren nicht, sondern geflissentlich überlesen werden. Daher auch: Dir egal wie psychisch krank der / die waren. Ja, verständlich. Darauf aufbauend überlasse ich dir, ob man nicht an anderer Stelle gezielter solche Taten unterbinden könnte. Inb4: Auch das wird schwierig, es hat ja jemand schon Interviews gepostet, warum es hart ist, an solche Täter ranzukommen.
Ja, gerade weil es schwer ist, an solche Täter heran zu kommen geht es ja darum, sich auch grundsätzlich mit der Ideologie auseinander zu setzen. Wie man auch nicht jeden rechtsradikalen Depp erreichen und bekehren kann, und dies kein Argument gegen, sondern für die Arbeit an der/gegen die Ideologie ist.
 

Gustavo

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Ganz sicher lässt es nicht den Schluss zu, dass der Anschlag nichts mit Islamismus zu tun hat. Auch Islamisten können psychisch krank sein oder psychisch Kranke sich vor einer Tat islamistisch radikalisieren.

Das war im Übrigen in unserer Diskussion mein Standpunkt. Deine Position war, dass wir davon ausgehen sollen, dass das Islamismus sei. Hier wäre der Zeitpunkt, einzugestehen, dass du dich da vergaloppiert hast. Die Polizei wird mutmaßlich besser wissen als du und ich, ob es Hinweise auf Islamismus gab. Nicht zuletzt sind auch die Fakten hier durchaus umstritten: Sein Verteidiger behauptet der Satz mit dem Jihad sei nicht gefallen und die Behauptung, er hätte gezielt Frauen angegriffen, ist pure Spekulation; das hat er weder gesagt, noch ist es so dass nur Frauen verletzt wurden.
Und du wirst selbst wissen, dass man nicht mal so eben als schuldunfähig eingestuft wird. Aber was soll's, bei dem Thema wird offenbar jegliche Rationalität über Bord geworfen.



@Xantos2: Du lehnst dich hier arg weit aus dem Fenster. Meines Wissens gibt es keinen Beleg dafür, dass wir in irgendeiner Form einen linearen Zusammenhang zwischen praktizierter Religion und Gewaltneigung haben. Wie hier schon zig Mal betont: Ihr werft hier wild Religion und Identität durcheinander.
Nur nochmal als Denkanstoß: Viele der Probleme, die ihr bei Muslimen in Deutschland seht, gibt es in deutlich ausgeprägterer Version in den USA bei Schwarzen genauso. Die haben allerdings dieselbe Religion wie die Mehrheitsgesellschaft, also kommt diese als Erklärungsansatz nicht in Frage, also wird der Fehler in irgendwelchem kulturellen Pathologien gesucht. Eine sehr ähnliche Erklärung könnte man bei Muslimen genauso anlegen, ohne überhaupt irgendwie Religion zu erwähnen. Das erscheint mir persönlich realistischer, zumindest in Anbetracht der Tatsache, dass ich bei dem typischen Problemjugendlichen selten irgendwie "islamisches" Verhalten erkennen kann, soweit etwas über den Lebensweg bekannt ist.
 
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GeckoVOD

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Nach der Logik kannst du ja auch den Kampf gegen Rechts einstellen.
Es ist so sinnlos, warum biegst du auf die Ideologie, oder auf Flüchtlinge ab? Ich schildere dir den idealtypischen Fall einer Radikalisierung vor einem Amoklauf, du kommst auf "ungebildete junge Männer" und "Ideologie", beides Faktoren, die nur am Rand vorkommen. Menschen morden, vergewaltigen, diskriminieren und begehen Delikte seit der Urzeit. Du wirst niemals alle vom Täter vorgeschobenen Ursachen (die eher eine Begründung denn eine Ursache im Sinne der Kausalität bilden) entfernen, weil diese vielfältig sind.
Ideologien bekämpfen ergibt genau dann Sinn, wenn du strukturelle Probleme angreifen willst. Diese Tat ist aber genau das konkrete Gegenteil, weswegen dein Wunsch nach einem offenen Dialog völlig deplaziert ist. In etwa so, als ob ich dich nach jedem Schulamoklauf auf dein C&C-Mobile Game anspreche und warum die Gaming-Community nichts gegen Gewalt in Spielen unternimmt. Ein offener Dialog setzt voraus, dass du auch fair in deiner Argumentation bleibst.
Um dir ein Beispiel zu geben, wann deine Kritik wirklich berechtigt wäre und auch tic0r in manchen Fällen zu widersprechen: Christen sind für den systematischen Kindesmissbrauch in gewissem Maß zu verurteilen, weil eben der institutionelle Rahmen diesen Missbrauch nicht nur leugnete, sondern auch den Raum schaffte und unwillens war den Raum ohne Druck zu ändern. Analog dazu kannst du gerne den Dialog bei Homophobie et al. platzieren. Allerdings sind wir hier bei Äpfel und Birnen.

Warum regt es dich nicht auf, dass der Fall - wie die meisten - offensichtliche Auffälligkeiten hatten, aber das System dahinter handlungsunfähig oder handlungsunwillig war? Kein einziger Mensch hätte sterben müssen, hätte man früh und effizient eingegriffen: Warum lebt ein psychisch labiler Mensch als Flüchtling in einer Obdachlosenunterkunft, wenn er bereits mehrfach auffällig wurde? Seltsamerweise, obwohl es Corona täglich quasi offenlegt, fragt man sich nicht, warum das Gesundheitssystem/politik dafür nichtmal einen Anteil hat. Nur "Einzelfall" als Entschuldigung vs. "der Islam wars". Nervtötend.
 
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@Xantos2: Du lehnst dich hier arg weit aus dem Fenster. Meines Wissens gibt es keinen Beleg dafür, dass wir in irgendeiner Form einen linearen Zusammenhang zwischen praktizierter Religion und Gewaltneigung haben. Wie hier schon zig Mal betont: Ihr werft hier wild Religion und Identität durcheinander.
Nur nochmal als Denkanstoß: Viele der Probleme, die ihr bei Muslimen in Deutschland seht, gibt es in deutlich ausgeprägterer Version in den USA bei Schwarzen genauso.
Viele der Probleme, ja. Wir behaupten doch nicht, dass alle Probleme monokausal auf Religion beruhen. Natürlich gibt es rein sozio-ökonomische Faktoren.

Religion kann aber eben ein Verstärker und Nährboden für diese Probleme sein. Dazu gibt es durchaus Studien, die keineswegs das eindeutige Bild zeichnen "mit Religion hat das alles nichts zu tun". Einige Auszüge:
  • "Being certain about one’s moral principles is related to greater support for violent warfare (Shaw et al., 2011). Additionally, religiosity variables moderate this relationship. For example, in those who pray more often, stronger moral certainty is related to greater support for violent warfare. This study also identified that greater moral certainty related to greater support for violent warfare primarily in conflicts that are framed as religious rather than geopolitical."
  • "findings in conflict prone African countries suggest that the dominance of one religious group and an overlap between religious and ethnic identities may be two factors that directly contribute to increased risk of armed conflict, without any necessary politicization (Basedau et al., 2011)."
  • "This series of studies suggests that scripture and the presentation of God as sanctioning violence may increase aggressive behavior in both religious and secular individuals"
  • "“The symbolic and social boundaries of religion (no matter how fluid or porous) mobilize individual and group identity into conflict, and sometimes violence, within and between groups” (2004, p. 291)."
  • "Stronger religious identity was related to increased anger in response to threat and greater intentions to engage in confrontation."
Ich bin von folgenden zwei Faktoren überzeugt:
  1. Bestimmte Religionen führen zu weniger Bildung, mehr Kindern, weniger Gleichstellung zwischen den Geschlechtern. Diese Faktoren wiederum sind direkt relevant als sozio-demographische Faktoren für "mehr Probleme" (u.a. Gewaltkriminalität). Da dann nur auf den Mittelsmann der sozio-demographischen Faktoren zu schauen und die Rolle von Relgiion in der Bildung dieser Faktoren zu ignorieren halte ich für gefährlich.
  2. Wenn wir zwei Gruppen hätten mit ähnlichen psychischen Problemen und sozio-demographischem Background, dann wird diejenige Gruppe mehr morden und, bei denen eine Hass-Ideologie vorliegt und für entsprechende "Gründe" sorgt, mit denen vorhandene Hemmschwellen überwunden werden können.
Dabei rede ich explizit von Hass-Ideologie. Religionen in ihrer Gänze sind keine reinen Hass-Ideologien -- aber eben Teile davon. Und das in unterschiedlichem Maße. Es gibt Aspekte von Religionen, die sich auch dämpfend auf Aggressionspotential auswirken. Nicht alle Reigionen sind gleich, und die meisten Regionen haben keine super simplen Auswirkungen auf "alle" Gläubigen.

Netto halte ich aber gerade den Islam für hoch problematisch. Einerseits aus den Schriften heraus, andererseits und viel wichtiger aber, aus den tatsächlichen Einstellungen der Gläubigen heraus. Beispiel: 75% der Ägypter halten die Sharia für gottgegeben, 74% wollen sie zum Gesetz des Landes machen. Für ebenfalls 74% soll die Sharia auch für Nichtmuslime gelten. Und von den 74%, die sie zum Gesetz haben wollen, sind fucking 86% dafür, den "Abfall vom Glauben" mit dem Tod bestrafen (also bspw wenn ein jemand in eine muslimische Familie geboren wird und sich dann als Atheist outed).

Das sind einfach so krasse Ansichten, die ich für barbarisch und gemeingefährlich halte. Sie werden nicht nur von einer "kleinen Minderheit" vertreten. Es gibt da keinen Aufschrei anderer muslimischer Länder, dass die Ägypter so denken (diese Haltungen sind auch überall stark verbreitet.)

Da dann davon auszugehen, dass solche krassen Ideologien, bei denen eine Mehrheit letztlich fordert, dass unschuldige Menschen massenhaft ermordet werden, keine Auswirkungen in anderen Bereichen haben -bspw als Auswirkung auf die Mord-Wahrscheinlichkeit von psychisch gestörten Menschen- halte ich schlicht für naiv.

Dafür muss man sich ja nur bspw Proteste in allen möglichen Ländern anschauen, wenn irgendwo ein Mohammed-Cartoon veröffentlicht wird. Da gehen Leute zu zigtausenden auf die Straßen, verbrennen Flaggen, sind offenkundig gewaltbereit (da gibt es dann ja auch oft Tote, auch untereinander). Und da soll man dann glauben, dass diese massive religiöse Psychose keine Wirkung auf Alltagsgewalt im kleinen oder großen habe? Absurd.

Es ist so sinnlos, warum biegst du auf die Ideologie, oder auf Flüchtlinge ab? Ich schildere dir den idealtypischen Fall einer Radikalisierung vor einem Amoklauf, du kommst auf "ungebildete junge Männer" und "Ideologie", beides Faktoren, die nur am Rand vorkommen. Menschen morden, vergewaltigen, diskriminieren und begehen Delikte seit der Urzeit. Du wirst niemals alle vom Täter vorgeschobenen Ursachen (die eher eine Begründung denn eine Ursache im Sinne der Kausalität bilden) entfernen, weil diese vielfältig sind.
Es gibt auch genug Gewalttaten, die wenig bis nichts mit Ideologien zu tun haben. Du bringst diese Tatsache hier aber ein so als ob sie ein Beleg dafür sei, dass Ideologien keine Rolle spielen würden. Deswegen habe ich den Weg zurück genommen zu der Rolle von Ideologien, von der Religionen und damit der Islam eine Untermenge sind.

Flüchtlinge spielen eine Rolle, weil in ihnen in der Praxis eben verschiedene Negativ-Faktoren weit überproportional zusammenkommen:
  • Junge Männer
  • Ungebildet
  • Keine soziale Verwurzelung
  • Hass-Ideologie
Warum regt es dich nicht auf, dass der Fall - wie die meisten - offensichtliche Auffälligkeiten hatten, aber das System dahinter handlungsunfähig oder handlungsunwillig war? Kein einziger Mensch hätte sterben müssen, hätte man früh und effizient eingegriffen: Warum lebt ein psychisch labiler Mensch als Flüchtling in einer Obdachlosenunterkunft, wenn er bereits mehrfach auffällig wurde? Seltsamerweise, obwohl es Corona täglich quasi offenlegt, fragt man sich nicht, warum das Gesundheitssystem/politik dafür nichtmal einen Anteil hat. Nur "Einzelfall" als Entschuldigung vs. "der Islam wars". Nervtötend.
Auch das regt mich auf.
Ich bin aber Realist und möchte daher auch in einem derartig imperfekten System, wie wir es haben, die Chance minimieren, dass solche Taten entstehen.
Und da kommen wir dann eben wieder zur Silver Bullet #1 der Prävention: Möglichst wenige Risikogruppen ins Land lassen. Dabei muss man übrigens nicht religiös diskriminieren, weil die Filterung nach "ungebildete junge Männer" oder gar auch nur "ungebildet" (i.S.v. erwartetem Einkommen auf dem dt. Arbeitsmarkt) hinreichend ist.
 

Benrath

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Jetzt drehen wir uns wieder im Kreis wie immer.

Interessanter wäre jetzt mal einzugestehen, dass der Fall an sich nicht zu ursprünglichen Narrativ beiträgt, die aufkam. Ich mein, wenn die jetzt auf seinem Handy drölf IS Videos oder gar Chatverkehre mit irgendwem gefunden hätten, dann müssten hier einige auch kleinere Brötchen backen. Wobei sich auf der Seite keiner soweit aus dem Fenster gelehnt hat wie ihr.
 

GeckoVOD

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Auch das regt mich auf.
Ich bin aber Realist und möchte daher auch in einem derartig imperfekten System, wie wir es haben, die Chance minimieren, dass solche Taten entstehen.
Und da kommen wir dann eben wieder zur Silver Bullet #1 der Prävention:
Also ist die Antwort weniger Menschen begehen weniger Straftaten. Ich nehme an die Lösung für bessere Sozialsysteme wäre auch die Reduktion von Staatsausgaben, außer im Bereich der Bildung <besonders digital >, weil pro Forma etwas getan werden muss? Weltsicht gepresst in Graustufen-Lindner-Sloganplakate.
 
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Weniger Menschen begehen weniger Straftaten. Aber du wirst schon gelesen haben, dass ich spezifisch von unqualifizierten, ungebildeten Menschen sprach. Noch konkreter dann von jungen Männern ohne soziale Bindungen in Deutschland.

Tatsächlich halte ich die Minimierung des Zuzugs dieser Gruppe für hoch erstrebenswert. Nicht nur aus Gründen der Kriminalität, sondern auch der Entlastung des Sozialstaates.

Ob darüber hinaus meine Hypothese richtig ist, dass insbesondere der Islam diese Probleme nochmal deutlich verstärkt ist für diese Policy gar nicht entscheidend. Habe ich da recht, ist das nur die Kirsche auf der Sahne.
 
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Na, wieder mal so ein totaler Zufall? Man das ist aber auch ein Pech in letzter Zeit :rolleyes:
 
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Kranken Menschen machen kranke Dinge. Als jemand der mal in Münster gewohnt hat (wo einer mit einem Auto in Menschen gefahren ist) weiß man: sowas passiert auch von "Deutschen". Ist immer noch scheiße und macht es nicht besser - woher der Bezug auf Muslime jetzt her kommt verstehe ich halt nur nicht.
Habe etwas von Paranoider Schizophrenie gelesen. Glaube da ist die Religion relativ egal - da ist man so oder so durch.
 
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Shithole Länder erzeugen Shithole Menschen und ich will keine weiteren Shithole Menschen hier haben.
 
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Mann attackiert zehnjährigen Jungen mit Messer​

Ein Mann hat in einem Münchner Bekleidungsgeschäft einen zehnjährigen Jungen mit einem Küchenmesser angegriffen. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, war der Junge mit seinen Eltern und seinem Bruder im Bekleidungsgeschäft »TK Maxx« in der Neuhauser Straße beim Einkaufen. Laut Münchner Polizei befand er sich gerade im Bereich der Rolltreppe vom 1. ins 2. Obergeschoss, als plötzlich ein 57-jähriger Mann mit einem Küchenmesser auf ihn einstach.

:[ wtf is going on.

€: ah, crap. sollte in den Nachrichten, Randnotizen und Kurioses v4 thread, bin aber von den messer-meldungen hier getriggered worden.

 

parats'

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Ist zwar seit fast einem Monat schon abzusehen, aber mittlerweile wird die Lage an der polnischen Grenze zu Belarus "eng". Den shuttle service muss man allerdings nicht verstehen. :troll:
 
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Mögen die Polen standhaft bleiben und ihre Grenze effektiv verteidigen. Deren die Erpressung von Lukaschenko und gegen die illegale Migration nach Deutschland.
 
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Maas ist gegen die Aufnahme der Migranten an der weißrussischen Grenze und möchte sie in ihre Heimat zurück schicken: https://www.spiegel.de/politik/deut...grenze-a-31629e0f-69e2-459b-ad73-cede38c516bc

Ich möchte mich ja nicht beklagen, weil ich zustimme.

Aber die Argumentation ist halt letztlich fast deckungsgleich mit der Argumentation, die auch in der Ägäis galt. Syrer in der Türkei sind weder zum Flug nach Minsk noch zur Überfahrt nach Griechenland gezwungen. Und man sollte sie zurückweisen gerade um die Signalwirkung zu verhindern, dass nicht schutzbedürftige Menschen einfach durch die Schaffung von Fakten durch illegale Einreise ihre Aufnahme erzwingen können.

Nur dass diese Sicht anno 2015 total rechts war, und jetzt vom Heiko vertreten wird.
 
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Die Situation ist doch bei weitem nicht als äquivalent zu betrachten. 2015 gab es einen Ansturm, der die europäischen Ankunftländer massiv destabilisiert hätte, wenn man die Flüchtlinge nicht weiter verteilt hätte.
Da ging es in erster Linie imo nicht um Flüchtlingshilfe, sondern um Hilfe für die EU-Partner.
 
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Das stimmt so nicht.

Erstens wurde vor allem argumentiert, dass man den Menschen helfen müsse. Auf eine Geschichte zur Überlastung der griechischen Lager gab es mindestens zehn Geschichten über die Migranten.

Zweitens war auch damals das wichtigste Gegenargument, dass die freie Weiterreise ein starker Faktor ist, dass immer mehr Menschen sich auf den Weg machen würden. Denn niemand musste da wegen akuter Bedrohung aus der Türkei fliehen -- es war lediglich der Wunsch nach Verbesserung der Lebensumstände insbesondere durch Deutschland. Ein griechisches Flüchtlingslager hätte nicht diesen Pull-Faktor gehabt. Genauso wie sich heute niemand auf den Weg macht, um in Weißrussland zu sein.

Prominent dabei Geschichten wie Alan Kurdi, der ja mit seiner Familie nicht fliehen musste. Sondern dessen Vater halt nach Europa wollte. Und weil es tausendfach erfolgreich vorgemacht und medial befeuert wurde, hat auch er Schleuser bezahlt, weshalb sein Sohn ertrunken ist.
 
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Es ging mir nicht darum, was in den Medien daraus gemacht wurde, sondern was die entscheidenden politischen Instanzen bewogen hat und da spielte die Unterstützung der EU-Partner nach allem, was ich seitdem darüber gehört habe, eine entscheidende, vielleicht sogar die entscheidende Rolle.
 
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Griechenland soll sich also von Merkel gewünscht haben, dass die Balkanroute geöffnet wird?
Nein, sorry - das ist Geschichtsverdrehung.

Selbst die CDU selbst behauptet, dass das Ziel gewesen sei, die Außengrenzen zu schützen (was natürlich Bullshit ist):

Und auch die tagesschau schreibt, dass der Grund gewesen sei, dass man die Alternative -die Migranten mit Gewalt aufzuhalten- der Grund gewesen sei:
Es ist der Abend des 4. September 2015, als Angela Merkel einen Anruf des damaligen österreichischen Kanzlers Werner Faymann bekommt. Er berichtet ihr von Tausenden Flüchtlingen, die aus Ungarn kommend nach Österreich und Deutschland wollen.

Beide kommen zu der Einschätzung, dass die Menschen sich nur mit Gewalt von ihrem Ziel abhalten lassen würden. Beide schließen diese Option schnell aus. Sie verabreden, dass Österreich und Deutschland aus humanitären Gründen ihre Grenzen nicht verschließen könnten.

Also wurde die Grenze aus tatsächlichen oder vorgeschobenen humanitären Gründen geöffnet.
Vorgeschoben wäre es bspw, wenn der ehrliche Grund wäre, dass man nur die medialen Bilder nicht wollte, wenn man die Migranten eben festhält/aufhält. Man kann also vma streiten, ob Mama Merkel da humanitär oder feige, klug oder dumm gehandelt hat -- aber dass man eben genau nicht die Migranten aufhalten wollte -was jetzt eben geschieht- scheint unumstritten.
 
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Mein Argument schließt doch nicht aus, dass es bei der initialten Aufnahme andere Beweggründe gegeben haben kann, die selbstverständlich auch danach noch eine Rolle gespielt haben. Es ist imo trotzdem eine wesentliche Erwägung, die ich von verschiedenen Seiten immer wieder mitbekommen habe, dass man sich in der Pflicht gegenüber den EU-Partnern gesehen hat, bei denen die meisten Flüchtlinge ankommen.
 
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Heute in der Welt (leider jetzt Paywall): Beide psychologische Gutachter halten den Typ für schuldunfähig und die Polizei hat keine Hinweise auf Islamismus gefunden. Bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat etc.

Geht auch andersherum wie bei dem Messerstecher in Bayern. Erst hieß es auch wieder "schuldunfähig" und plötzlich doch Hinweise auf Islamismus:

3pmcot.jpg
 

Gustavo

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Maas ist gegen die Aufnahme der Migranten an der weißrussischen Grenze und möchte sie in ihre Heimat zurück schicken: https://www.spiegel.de/politik/deut...grenze-a-31629e0f-69e2-459b-ad73-cede38c516bc

Ich möchte mich ja nicht beklagen, weil ich zustimme.

Aber die Argumentation ist halt letztlich fast deckungsgleich mit der Argumentation, die auch in der Ägäis galt.


Mir ist nicht ganz klar, wie man einerseits andauernd auf den moral hazard hinweisen kann, dass Flüchtlinge aufnehmen heißt dass mehr Flüchtlinge kommen, aber andererseits den moral hazard ignorieren, der in Lukaschenkos offensichtlichem Erpressungsversuch steckt. Insofern würde ich das nämlich keineswegs als deckungsgleich sehen.


Geht auch andersherum wie bei dem Messerstecher in Bayern. Erst hieß es auch wieder "schuldunfähig" und plötzlich doch Hinweise auf Islamismus:

3pmcot.jpg


Billiger Trollversuch. Ich habe über den letzten Fall gesagt, dass man erst mal abwarten sollte, ob sich der Islamismusverdacht wirklich erhärtet. Du hast gesagt, dass wir schlicht von Islamismus ausgehen können. Dass es auch andere Messerstecher gibt, bei denen islamistisches Material gefunden wird, ist nun wirklich nicht unvereinbar mit dem, was ich gesagt habe und du glaubst wohl auch nicht wirklich, dass ich so blöd wäre, das a priori auszuschließen, oder?
 
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