Energiepreise was tun?

parats'

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Die Verpflichtung zur energetischen Sanierung gibt es ja schon beim Eigentümerwechsel.
Bei privaten Vermietern, die in Deutschland in der Überzahl sind, könnte man eher über Anreize gehen, z.B. indem die Kosten für eine energetische Sanierung auch schon für die Erben steuerlich abzugsfähig sind. Für die Erben können sofortige Steuervorteile ja durchaus sehr attraktiv sein, während die meisten Rentner ohnehin keine oder kaum Steuern zahlen. Und bei der derzeitigen Altersstruktur sind viele ja schon selbst nahe an der Rente wenn der Erbfall eintritt.
Das trifft schon eine wahren Kern. Während man Wohnungsgesellschaften wohl einfach mit Verordnungen und Bürokratie klein bekommt, hilft sowas beim privaten Vermieter einfach kaum. Den Anreiz über eine mögliche Verschiebung von abzugsfähigen Steuern wäre eine gute Möglichkeit. Allerdings bin ich mir gerade nicht so sicher, ob das irgendwie umsetzbar wäre. Als privater Vermieter versteuert man Miete als Einkommen und beim Tod endet eben die steuerliche Verpflichtung. Ob man dann so ohne weiteres die Sanierungskosten auf die Erben übertragen kann ist schon ein Knackpunkt. Rein politisch sehe ich da kein Problem, aber am Ende müssen Finanzämter das prüfen und soweit ich weiß haben wir in Deutschland 5 verschiedene Rechenzentren für die Finanzämter die untereinander nicht zwangsläufig kompatibel sind.
Sitzen die Erben also in München und das geerbte Eigentum liegt in Hamburg, wird wohl erstmal eine gigantische Mühle an Bürokratie starten. Kurzum - wäre wohl eine gute Möglichkeit aber wird an der IT Landschaft deutscher Bundesbehörden scheitern.
 
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Meanwhile in Germany: Die Koalition kann sich intern nicht auf einen Beschluss zum Weiterbetrieb der zwei süddeutschen AKWs einigen und hat den Gesetzentwurf nicht wie geplant gestern verabschiedet.
Damit wird die Vorlaufzeit knapp, die die Betreiber benötigen, um anstehende Reperaturen durchzuführen.

 

parats'

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Kleines Snippet für heute. Ich find es erstaunlich, dass GT sich nicht traut es offen und direkt zu sagen. Man merkt ihr ihre Position zum trade von bestehenden AKWs gegen Kohle an, aber sie verliert sich im Konjunktiv, auch weil FFF in Deutschland hier eine dezidiert andere Position vertritt.


Mal abgesehen davon, dass FFF keine politische Relevanz hat, wäre eine klare Positionierung zur Atomkraft gegenüber Kohle bei bestehenden Meilern durchaus auch ein Signal. Vor allem an die, die den abfällig genannten rich kids nur böses unterstellen.
 

Celetuiw

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Update zu Oma:
Ea stellte sich heraus, dass der Schwiegersohn von Oma mit ihr online den Vertrag abgeschlossen hat bei den Stadtwerken. Im Dropdownfeld hat er ausversehen nicht den Tarif “Grundversorgung“, also den preiswertesten, sondern “Ersatzversorgung“ gewählt, sehr teuer, der eigentlich dann greift wenn jmd gezwungenermaßen den Anbieter wechselt (wegen Schulden aus dem Vertrag geflogen, Anbieter insolvent etc..)

Die Stadtwerke haben das ohne weitere Überprüfung auf Sinn (es gibt auch keinen) so hingenommen und Oma ihren 908€ Abschlag gedrückt.

Nachdem der Schwiegersohn die Sache dann erklärt hat, sind die Stadtwerke bereit den Abschlag bis Dez 22 aus Kulanz (!) Auf 500 € zu drücken, danach soll abgelesen werden.
Schmankerl: oma's Strom läuft im Vertrag zu 1,07 € / kWh :deliver: , der Abschlag wurde jetzt auch reduziert “erstmal“

Servicewüste BRD wo man irgendwelche Rentner in untragbar teure Verträge rennen lässt, die nicht für Sie gedacht sind, und dann rumfrickeln muss.

Warum sie nicht einfach intern den Vertrag storniert und als Grundtarif aufgesetzt haben: i dunno!

:atomrofl:
 
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Update zu Oma:
Ea stellte sich heraus, dass der Schwiegersohn von Oma mit ihr online den Vertrag abgeschlossen hat bei den Stadtwerken. Im Dropdownfeld hat er ausversehen nicht den Tarif “Grundversorgung“, also den preiswertesten, sondern “Ersatzversorgung“ gewählt, sehr teuer, der eigentlich dann greift wenn jmd gezwungenermaßen den Anbieter wechselt (wegen Schulden aus dem Vertrag geflogen, Anbieter insolvent etc..)

Die Stadtwerke haben das ohne weitere Überprüfung auf Sinn (es gibt auch keinen) so hingenommen und Oma ihren 908€ Abschlag gedrückt.

Nachdem der Schwiegersohn die Sache dann erklärt hat, sind die Stadtwerke bereit den Abschlag bis Dez 22 aus Kulanz (!) Auf 500 € zu drücken, danach soll abgelesen werden.
Schmankerl: oma's Strom läuft im Vertrag zu 1,07 € / kWh :deliver: , der Abschlag wurde jetzt auch reduziert “erstmal“

Servicewüste BRD wo man irgendwelche Rentner in untragbar teure Verträge rennen lässt, die nicht für Sie gedacht sind, und dann rumfrickeln muss.

Warum sie nicht einfach intern den Vertrag storniert und als Grundtarif aufgesetzt haben: i dunno!

:atomrofl:
Dazu eine Info von mir: wenn man aktuell in den Grundversorgungstarif will, kommt man 3 Monate automatisch in die Ersatzversorgung erstmal - ich denke so ist es hier dann auch gewesen. Habe ich auch nur durch etwas nachschauen herausbekommen...

Edit: der Strompreis geht aber auch mal überhaupt gar nicht!
 
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Dazu eine Info von mir: Da mein Gasanbieter ab 1.11. die Lieferung einstellt, habe ich zu den lokalen Stadtwerken gewechselt. Direkt in die Grundversorgung, ohne Ersatzversorgung.
 

parats'

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Dazu eine Infor von mir: Das Verbot des Preissplitting und die Neuregelung der Ersatzversorgung gilt erst seit wenigen Monaten und bis 01.11 müssen bestehende Verträge dazu angepasst sein. Die Ersatzversorgung soll vor allem den Grundversorgern etwas mehr Spielraum geben, wenn insolvente Anbieter Neukunden auf den Markt spülen. Direkte Verträge mit den Grundversorgern (bspw. Stadtwerken) sollten aber auch jetzt noch möglich sein. Wichtig ist, dass man eben nicht erst nach Lieferstopp durch den alten Anbieter wechselt, sondern rechtzeitig.
Wichtig: Es besteht seitens des Verbrauchers ein Recht auf einen Wechsel von Ersatz- in Grundversorgung nach drei Monaten. Den Anbietern steht es natürlich frei, hier auch schon vorher einen Wechsel zu ermöglichen.
 
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Hab zu etwaigen Preisänderungen bei Gas immer noch nichts vom Anbieter gehört...
Stromerhöhung ist heute reingeflattert: +17ct/kWh, macht in meinem Fall ca. 200€ mehr im Jahr.
 
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Transferiere das mal vom ÖR thread hierher:
"Bzgl. Policy reden wir hier über ein total belangloses Thema, ob jetzt zwei oder drei AKWs am Netz gelassen werden macht weder für Preis noch für CO2-Ausstoß irgendeinen nennenswerten Unterschied."

Da sind sie wieder, die Peanuts.


Zufälligerweise sind die Nachteile von den Entscheidungen, die du unterstützt, immer ganz klein/vernachlässigbar/egal.

Was ist schon das bisschen CO2. Was ist schon das bisschen Strom, wenn man einzigartig hohe Strompreise hat und als Grüner mehr Kohle verstromt.

Wenn es denn ach so egal wäre, dann könnte Habeck ja auch einfach zustimmen.

Und es ist eben nicht egal. Sowohl bei der Klimakrise und auch in der aktuell Energiekrise hilft jedes bisschen. Weswegen ich ja umgekehrt auch mindestens für ein temporäres Tempolimit wäre.

Wer wirklich policy von politics trennt, der kritisiert hier beide Seiten, bspw:

- die FDP für die Sturheit beim Tempolimit

- die Grünen für die Sturheit beim AKW

- die SPD für das Zulassen von Kuhhandel in einer existentiellen Krise
 
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Was sind schon 7% des gesamten Angebots, in einem ohnehin schon knappen Markt.
Richtig, Peanuts. Das lernt man doch schon in Makro 1! :rofl2:
 

parats'

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Redet ihr jetzt über Erzeugung oder Verbrauch?
Nur weil eine Energiequelle zu x% an der gesamten Energieerzeugung beteiligt ist, bedeutet es nicht automatisch, dass diese auch im gleichen Umfang gebraucht wurde.

Wenn ich das noch so richtig im Kopf habe, lagen wir letztes Jahr bei ~2000 petajoule aus EE. Kernenergie hatte afair um die 700 petajoule, also rund 1/3. Allerdings hatten wir da ja noch 6 Atomkraftwerke am Netz und ich weiß gerade nicht aus dem Kopf wie die Leistungsbilanz von Grohnde, Brokdorf und Gundremmingen C aussah. Ich vermute aber ebenfalls irgendwas um die 1400MW.
 
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Hab das Gefühl du bist vom Fach.

tldr? Mehr Atomkraft? weniger atomkraft? Parats Stromminister jetzt!
 

parats'

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Dafür hätte ich VWL studieren müssen. :troll:

Mal im Ernst: Kernenergie ist nicht die Endlösung. Ich würde mich für einen Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt aussprechen und zumindest noch die drei abgeschalteten aus 2021 prüfen und ggf verlängern. Kommt halt auf die Kosten an, da ich dennoch keine langfristige Perspektive sehe.
Zur Wahrheit gehört auch, dass eine komplette Umstellung des Weltenergieverbrauchs die bekannten Vorkommen binnen weniger Jahrzehnte aufbrauchen würde. Natürlich vollkommen utopisch, dass Uganda jetzt AKWs betreiben wird, aber man muss eben auch bedenken, dass Exploration und Gewinnung oftmals nicht unproblematisch sind und viele Vorkommen stand jetzt nicht kostendeckend gefördert werden können. Damit verschieben wir die unnötige Diskussion einfach um 40 Jahre, was beim Thema Energie wohl unter kurz bis mittelfristig fällt.

Wir können jetzt alle auch nochmal im Kreis wichsen, wie dumm die Energiewende ist. Wissen wir alle, jeder würde es stand heute anders machen (viele auch schon damals).
Führt meiner Meinung nach zu nichts und ich würde stand jetzt Atom gegen Kohle und Gasverstromung traden. Ich verstehe aber in der Tat die FDP hier nicht und würde Emsland einfach nochmal offen in den Raum werfen und dennoch die jetzige Lösung mittragen. Ist ja nicht so, dass Habeck sich ewig dagegen sperren kann.
 
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Natürlich ist es Quatsch, die ganze Welt mit Kernenergie anzutreiben. Wäre mir aber auch neu, dass das irgendjemand fordert?
Es gibt verschiedene Technologien, die zur mittel- bis langfristigen Energieerzeugung sinnvoll sind: Kernkraft, Solarkraft, Windkraft, Gas (aktuell fossil, langfristig synthetisch) und noch "Nischentechnologien" wie Gezeitenkraft, Geothermie und andere Sachen, die mir spontan nicht einfallen. Und keine dieser Technologien sollte alleine den Großteil des Energiebedarfs decken.

Und in 10 Jahren ist ja in 10 Jahren die Fusionskraft soweit, dann können wir die ganze Welt dauerbeleuchten :deliver:
 

parats'

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Es sagt auch keiner, dass eine Forderung dazu besteht. Uran ist eine reine Brücke, kann man drehen und wenden wie man will. Würde es aber jederzeit Kohle/Gas vorziehen.
 
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Da jetzt von "ganzen Energieverbrauch mit Atomkraft decken" zu schwadronieren kommt mir sehr stark nach Ablenkungsmanöver vor.
Darum geht es nicht.
Es geht um eine akute Krise, und darum bereits gebaute & CO2-arme AKWs weiterlaufen zu lassen, um (a) weniger CO2 auszustoßen und (b) die Energiekrise zu dämpfen.
Und ja, das 3. Atomkraftwerk in Niedersachsen sind dabei nur 2% oder so -- das ist aber kein fucking Grund, es nicht trotzdem weiterlaufen zu lassen, statt Kohle und ggf Öl zu verfeuern
Genau wie "macht aber nur 0.X% vom Gesamtenergieverbrauch aus" kein fucking Grund sind, nicht mindestens ein temporäres Tempolimit zu verhängen.

PS: Uranvorkommen sind so explorationsabhängig wie Ölvorkommen. "Peak Oil" war auch schon angeblich 1970 erreicht. "Peak Uran" wird ähnlich sein. Weiterhin werden neue Technologien effizienter, und es ließe sich deshalb tatsächlich problemlos mehr als heute durch AKW decken. Und selbst wenn es nur für ein paar Jahrzehnte wäre, wäre es das wert. Geil, wenn gerade Grüne, die sonst die Klimakatastrophe für das imminennte Problem #1 sehen, irgendwelche Probleme ins Feld führen a la "aber die Endlager in 10.000 Jahren" oder "aber vielleicht ist das Uran in 50 Jahren alle".
 
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Und ja, das 3. Atomkraftwerk in Niedersachsen sind dabei nur 2% oder so -- das ist aber kein fucking Grund, es nicht trotzdem weiterlaufen zu lassen, statt Kohle und ggf Öl zu verfeuern
Genau wie "macht aber nur 0.X% vom Gesamtenergieverbrauch aus" kein fucking Grund sind, nicht mindestens ein temporäres Tempolimit zu verhängen.
Dabei klammerst du halt die Kosten aus. Beim Tempolimit gebe ich dir recht, Schilder aufstellen kostet praktisch nichts. AKWs weiter zu betreiben allerdings schon, zumindest, wenn man über den aktuell geplanten Streckbetrieb hinausgeht. Weitere Verlängerungen würden (bisher ausgesetzte) Sicherheitsprüfungen notwendig machen, neue Brennelemente müssen beschafft werden, Personal muss verfügbar sein etc.

Großes Fragezeichen auch bei der Zuverlässigkeit - in Frankreich stehen immer noch die Hälfte aller Kraftwerke still - ist jetzt nicht so, dass die viel älter wären als unsere und es sieht auch nicht so aus, dass vor dem Frühling noch was ans Netz geht. Weil Frankreich die maroden Meiler wegbrechen, muss Deutschland jetzt im Winter Strom nach Frankreich exportieren, ansonsten wäre die Lage am Strommarkt noch relativ entspannt gewesen. Weiterhin mussten wegen des heißen Sommers mal wieder zahlreiche Reaktoren in Europa gedrosselt werden, weil das Kühlwasser zu heiß wurde.

Kurz: die Kosten des Weiterbetriebs sollten schon verhältnismäßig sein. Je geringer der Nutzen, desto weniger gerechtfertigt erscheint mir ein Weiterbetrieb. Das Geld wäre dann in zügigerem Ausbau von Erneuerbaren und Speichern besser angelegt.
 

parats'

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Entspann dich mal etwas (obv @Xantos2 ). Ich argumentiere doch gar nicht gegen die AKWs. Möchte lediglich zu bedenken geben, dass diese kein Allheilmittel sind, da auch Uran inhärenten Risiken unterliegt, die aber nichts mit dem Betrieb der AKWs zu tun haben. Ich könnte mich easy mit 20j Atomkraft anfreunden, aber man muss sich gerade machen und dann auch mal ranklotzen. So ein geeier wie die letzten 10j ist nicht nochmal drin.
 
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Ja, aber auch Windkraft ist kein Allheilmittel. Oder Solarkraft. Oder Wasserstoff.
Alle haben ihre Vor- und Nachteile.

Und @Kosten: wir laufen auf eine Situation zu, wo es eventuell nötig wird, gezielt Verbraucher abzuschalten. Was wiederum auch verheerende Auswirkungen aufs "wirtschaftliche Klima" hätte. Das kostet a) deutlich mehr als der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und b) kann dann jedes Prozent den Unterschied machen, ob man nun noch gerade über oder unter dieser Schwelle bleibt.
Und auch langfristig bietet Diversität einfach Versorgungssicherheit, die Mehrkosten rechtfertigen.
 
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Dabei klammerst du halt die Kosten aus. Beim Tempolimit gebe ich dir recht, Schilder aufstellen kostet praktisch nichts. AKWs weiter zu betreiben allerdings schon, zumindest, wenn man über den aktuell geplanten Streckbetrieb hinausgeht. Weitere Verlängerungen würden (bisher ausgesetzte) Sicherheitsprüfungen notwendig machen, neue Brennelemente müssen beschafft werden, Personal muss verfügbar sein etc.
Du meinst also, dass in Zeiten einer extremen Krise die von dir genannten Themen teurer sind als die Alternative?

Aus meiner Sicht sind das nur gefällige Ausreden, mit denen ein "Sachgrund" vorgetäuscht wird.

"Sicherheitsüberprüfungen" bspw kosten mit Sicherheit keine Unsummen. Und generell hört man diese Argumente zwar öfter, aber nie quantifiziert.
Großes Fragezeichen auch bei der Zuverlässigkeit - in Frankreich stehen immer noch die Hälfte aller Kraftwerke still - ist jetzt nicht so, dass die viel älter wären als unsere und es sieht auch nicht so aus, dass vor dem Frühling noch was ans Netz geht. Weil Frankreich die maroden Meiler wegbrechen, muss Deutschland jetzt im Winter Strom nach Frankreich exportieren, ansonsten wäre die Lage am Strommarkt noch relativ entspannt gewesen. Weiterhin mussten wegen des heißen Sommers mal wieder zahlreiche Reaktoren in Europa gedrosselt werden, weil das Kühlwasser zu heiß wurde.
Nur dass kurzfristig die Probleme mit den französischen AKW ein Grund mehr (nicht weniger) sind, alle Optionen offen zu halten und maximal viele AKW weiter zu betreiben.
Kurz: die Kosten des Weiterbetriebs sollten schon verhältnismäßig sein. Je geringer der Nutzen, desto weniger gerechtfertigt erscheint mir ein Weiterbetrieb. Das Geld wäre dann in zügigerem Ausbau von Erneuerbaren und Speichern besser angelegt.
Es geht vor allem um die aktuelle Krise. Du kannst bis Dezember keinen relevanten Speicher bauen.

Und wenn wir bis dahin noch einige Windkraftwerke genehmigen und anschalten können, super. Widerspricht sich nur gar nicht damit, AKW weiterlaufen zu lassen.
 

Gustavo

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Transferiere das mal vom ÖR thread hierher:
"Bzgl. Policy reden wir hier über ein total belangloses Thema, ob jetzt zwei oder drei AKWs am Netz gelassen werden macht weder für Preis noch für CO2-Ausstoß irgendeinen nennenswerten Unterschied."

Da sind sie wieder, die Peanuts.

Wohl kaum. Ich habe dir das ja jetzt hier schon mehrfach gesagt, aber gerne nochmal: Das Problem ist nicht, dass ich systematisch untertreibe, sondern dass du systematisch deine hobby horses um 100 bis 500% größer machst, als sie sind. Klassischer Fall von Dunning-Kruger: Du bist was public policy bewerten ein Dilettant, weißt es aber nicht. Deshalb kommen hier auch ständig Behauptungen, die mit der Realität eher so nichts zu tun haben: Public Policy bewerten ist nicht so einfach wie du dir das vorstellst, das macht man mal nicht eben so aus der Lameng. Nur du glaubst halt du könntest das und deshalb kommen bei dir systematisch überschätzte Effekte raus: Weil du nicht weißt, dass das, was du für so wichtig hältst (wahlweise Flüchtlinge, Digitalisierung, Bodenwertsteuer, Atomkraft etc. pp.), in Wahrheit halt einfach nicht so wichtig ist, wie du denkst. Das heißt in keiner Weise dass die Themen alle gleich wichtig (oder unwichtig) wären, es heißt bloß dass du häufig nicht weißt wovon du redest.

Hier allerdings haben wir es dann doch tatsächlich mal mit einem belanglosen Fall zu tun: Die Meiler sind für einen Bruchteil der Energieversorgung verantwortlich, dazu ist der Norddeutsche noch, nach allem was ich bisher gelesen habe, mit Abstand der am wenigsten wichtige. Weder Strompreis noch CO2-Ausstoß wären davon nennenswert beeinträchtigt, ihn abzuschalten. Macht es das zu einer richtigen Entscheidung? Nein, das habe ich aber auch nicht behauptet. Aber es rechtfertigt eben auch nicht den Aufstand, den die FDP deswegen macht. Nur: Die FDP weiß das, hat aber natürlich Anreize, so zu tun als wüsste sie das nicht. Du dagegen scheinst das nicht zu wissen. Wie du da dann noch darauf kommst, dem ÖR in dem Fall voreingenommene Berichterstattung vorzuwerfen, nur weil sie nicht mutwillig auf denselben Blödsinn reinfallen wie du, ist schon etwas bedenklich.
 
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via fefe

Energiekrise und Strompreise

Strompreise fallen auf Vorkrisen-Niveau – aber nicht für Verbraucher​


naja, das übliche, steigende preise werden instant und vorauseilend weitergegeben, sinkende preis natürlich nicht.
 
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Ach Gustavo. Wieder mal kein Argument. Soviele Worte, um nur wieder auszudrücken "du bist dumm" und "ist nun einmal nicht relevant". Ermüdend.
 
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Dann können wir das Forum hier ja zumachen.
Alle Themen sind belanglos, keine Diskussion notwendig.
/vwl
 

Shihatsu

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Leute, wenn euch Beiträge stören, meldet sie - aber auf euch unbequeme Beiträge mit ad hominem zu reagieren und "flamewars" zu starten ist dann doch eher kindisch. Ich dachte aus dem Alter seids raus...
 
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Und @Kosten: wir laufen auf eine Situation zu, wo es eventuell nötig wird, gezielt Verbraucher abzuschalten. Was wiederum auch verheerende Auswirkungen aufs "wirtschaftliche Klima" hätte. Das kostet a) deutlich mehr als der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und b) kann dann jedes Prozent den Unterschied machen, ob man nun noch gerade über oder unter dieser Schwelle bleibt.
Und auch langfristig bietet Diversität einfach Versorgungssicherheit, die Mehrkosten rechtfertigen.
Wie gesagt, für diesen Winter kann ich die "whatever it takes" Haltung noch verstehen, auch wenn dass Szenario, dass uns die paar Meiler gerade so vor der Abschaltung bewahren sehr unrealistisch ist.

Du meinst also, dass in Zeiten einer extremen Krise die von dir genannten Themen teurer sind als die Alternative?

Aus meiner Sicht sind das nur gefällige Ausreden, mit denen ein "Sachgrund" vorgetäuscht wird.

"Sicherheitsüberprüfungen" bspw kosten mit Sicherheit keine Unsummen. Und generell hört man diese Argumente zwar öfter, aber nie quantifiziert.
Welche Alternative? Der Beitrag der AKWs ist gering und wird keinen Einfluss auf den Strompreis haben, mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Abschaltungen verhindern und kaum Emissionen einsparen. Das gilt auch mittelfristig. Da ist die Frage nach verhältnismäßigen Kosten nicht allzu abwegig. Es geht auch nicht nur um monetäre Kosten, sondern auch um Zeit. Die Beschaffung neuer Brennstäbe dauert wohl mindestens ein Jahr, die PSÜ dauert idR. zwei Jahre, danach werden üblicherweise Nachrüstungen bei den Sicherheitssystemen notwendig. Ich kann dir jetzt keine genauen Summen nennen, aber dass das Peanuts sind glaube ich kaum. Da brauchen wir dann auch das Personal, dass diese Wartungsarbeiten durchführen kann.
In Frankreich liegt es ja angeblich auch am fehlenden Personal, dass die AKWs nicht ans Netz kommen. Ich frage mich wirklich, woher der Optimismus kommt, dass man unsere alten Meiler so einfach ohne Komplikationen noch jahrelang weiter betreiben kann.
 
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Wie gesagt, für diesen Winter kann ich die "whatever it takes" Haltung noch verstehen, auch wenn dass Szenario, dass uns die paar Meiler gerade so vor der Abschaltung bewahren sehr unrealistisch ist.


Welche Alternative? Der Beitrag der AKWs ist gering und wird keinen Einfluss auf den Strompreis haben, mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Abschaltungen verhindern und kaum Emissionen einsparen. Das gilt auch mittelfristig. Da ist die Frage nach verhältnismäßigen Kosten nicht allzu abwegig. Es geht auch nicht nur um monetäre Kosten, sondern auch um Zeit. Die Beschaffung neuer Brennstäbe dauert wohl mindestens ein Jahr, die PSÜ dauert idR. zwei Jahre, danach werden üblicherweise Nachrüstungen bei den Sicherheitssystemen notwendig. Ich kann dir jetzt keine genauen Summen nennen, aber dass das Peanuts sind glaube ich kaum. Da brauchen wir dann auch das Personal, dass diese Wartungsarbeiten durchführen kann.
In Frankreich liegt es ja angeblich auch am fehlenden Personal, dass die AKWs nicht ans Netz kommen. Ich frage mich wirklich, woher der Optimismus kommt, dass man unsere alten Meiler so einfach ohne Komplikationen noch jahrelang weiter betreiben kann.
Der Optimismus kommt aber auch gerade im Klientel dieser afd heinis vor die aus purer Dummheit und Naivität daran glauben, dass sobald drei AKW am Netz sind, alles paletti wird. Ich weiss nicht wer diesen Menschen ins Hirn geschissen hat.
 
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...
Welche Alternative? Der Beitrag der AKWs ist gering und wird keinen Einfluss auf den Strompreis haben, mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Abschaltungen verhindern und kaum Emissionen einsparen. ...

Hm, rechnen wir doch mal grob durch.
Ein KKW der Konvoi Klasse erzeugt 1300-1400MW elektrischer Leistung. Gehen wir doch einfach mal von 1000MW aus, denn die werden ja vielleicht auch mal heruntergeregelt wenn die Windräder + Photovoltaik genug aufbringen.
Und wir sagen einfach, die laufen jetzt noch 3 Montate zusätzlich, also 90 Tage.
Dann haben wir 3 Kraftwerke mit 1000MW für 24h für 90 Tage = 6.480.000 MWh an erzeugter Energie. In kWh sind das dann 6.480.000.000kWh.
Google sagt, dass Gas ca. 350g pro kwh erzeugt.
Daraus folgt: 6.480.000.000 * 0,35 = 2.268.000.000kg = 2.268.000t
Durch diesen Einsatz werden also - wenn die Kraftwerke mit ca. 75% ihrer Nennleistung fahren - 2,268 Millionen tonnen CO2 eingespart.
Ein Deutscher verbraucht mit Import und Export etc. ca. 11,2t (einer der ersten Google Ergebnisse).

Damit haben wir also den Jahresverbrauch von 202.500 Menschen "aufgewogen". Oder anders gesagt: wir alle hier können unser ganzes Leben lang CO2 verbrauchen wie wir wollen - und wir kommen nicht an diesen Ausstoß auch nur annähernd ran.

Ich sehe das nicht als "kaum Emissionen einsparen" an.
 

Celetuiw

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Und was ist der Bundesdeutsche Monatsverbrauch in kwH?
Wieviel % der Energieversorgung soll durch die AKW gedeckt werden?

Wenn ich das richtig verstehe, rechnest du die AKW Leistung gegen Co2 Emissionen, die durch Lieferketten entstehen, also 11,2t pro Person. Was hat das damit zu tun?
 
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Also laut offiziellen Stellen sind die Einsparungen deutlich konservativer. Die FAZ schreibt was von 1.3 Millionen Tonnen Co2 und da ist die Benchmark sogar Steinkohle ( https://www.faz.net/aktuell/politik...1-3-millionen-tonnen-co2-sparen-18361295.html ).
Im Endeffekt sind "viel" oder "wenig" aber natürlich subjektive Begriffe. Verglichen damit, was wir in unserer kleinen Runde hier emittieren können ist das natürlich viel. Im Vergleich mit dem, was wir in der Bundesrepublik so im Quartal emittieren eher wenig (knapp 200 Mio Tonnen in 2021).
Man kann da natürlich sagen "besser als nichts" und für den Streckbetrieb gehe ich da ja auch mit - der weitere Betrieb danach wird jedoch zeit- und kostenintensiv, da muss man sich schon fragen, wie viel Sinn das noch ergibt, vor allem da mittel- bis langfristig effizientere Wege umsetzbar sind.
 
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Ist halt geil, gleichzeitig wegen Klima das Tempolimit zu fordern, aber AKW als Peanuts bzgl CO2-Impact zu bezeichnen.

PS: Ich bin in der aktuellen Lage durchaus auch für ein Tempolimit. Hat eben auch einen relevanten Impact. Wenn man in einem komplexen System jeglichen Effekt in der Größenordnung 0,5-1% als "egal" bezeichnet bleibt irgendwann nicht mehr viel übrig, wenn man alles kleinteilig betrachtet.
 
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der weitere Betrieb danach wird jedoch zeit- und kostenintensiv, da muss man sich schon fragen, wie viel Sinn das noch ergibt, vor allem da mittel- bis langfristig effizientere Wege umsetzbar sind.
Warum sollte der weitere betrieb Kostenintensiv sein?
AKW's liefern recht günstig Strom wenn man so lästige Sachen wie Bau und Rückbau aus der Rechnung nehmen kann, was bei der Entscheidung weiterbetrieb/abschalten der Fall ist, da sie sowieso anfallen.
Sogar wenn beim PSÜ volle zwei Jahre reingedrückt werden. Solange die AKW's danach 10 Jahre am Netz bleiben können ist es für Deutschland wirtschaftlich ein Gewinn.
Das einzige Szenario das wirtschaftlich keinen Sinn ergibt ist ein PSÜ + Brennstäbekauf und dann die Dinger doch wieder ein Jahr später vom Netz nehmen.
 
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Das hängt halt davon ab, was das Ergebnis der PSÜ ist, in welchem Zustand die Druckbehälter sind, wie lange das Nachrüsten der Sicherheit dauert, wie teuer es wird. Wir reden hier von Meilern, die Ende der 80er ans Netz gegangen sind und sich im letzten Quartal ihres Lebenszyklus befinden. Wie viel Spielraum haben wir da noch, 5-6 Jahre?
Aber wenn sich das trotzdem noch rechnen sollte, gerne.
 
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Kein Wunder, dass nicht genug Gas gespart wird. Schließlich wurde es ja teilweise so dargestellt, als wäre alles cool, wenn die Gasspeicher nur voll genug sind.
Das deutsche Volk reagiert einfach nur, wenn Panik gemacht wird.
 
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Die Frage ob die Kernkraftwerke weiterlaufen sollen, ist ganz klar eine Frage der europäischen Solidarität.
Und Solidarität ist ein Grundpfeiler unserer Wertesystems.
Darum ist der Einsteig in den Ausstieg vom Ausstieg der Kernenergie alternativlos!
/merkel
 
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Kein Wunder, dass nicht genug Gas gespart wird. Schließlich wurde es ja teilweise so dargestellt, als wäre alles cool, wenn die Gasspeicher nur voll genug sind.
Das deutsche Volk reagiert einfach nur, wenn Panik gemacht wird.

Es ist vielleicht auch einfach unwahrscheinlich, dass da noch so viel Luft nach oben ist. Die Gaspreise sind doch im großen und ganzen schon überall angekommen, vielleicht geht einfach nicht viel mehr? Erzählt was von Gebäudesanierung und Anschluss an Nah- und Fernwärme und nennt das "kurzfristig". Lulz.
 
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