Energiepreise was tun?

parats'

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Die Kommentare sind halt herrlich. Komplett links Twitter und Unionshasser gehen absolut steil. :rofl2:
 

Gustavo

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parats'

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Über die wirkliche Ausgestaltung einer "Spritpreisbremse" äußert er sich ja nicht.
Es ist halt erstmal Opportunismus, sowas hätte 1:1 auch von Söder kommen können.

Aber man kann den Ball ja mal aufnehmen: Mehrwertsteuer nur noch auf die "Ware" selbst und nicht mehr zusätzlich auf die Energiesteuer. Oder direkt auf auf den reduzierten Satz von 7% absenken.
Wäre zumindest pragmatisch und schnell umzusetzen.
 
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was? ne? wir brauchen die kohle für die aufrüstung. moralische grundprinzipien gibts nicht für lau, gas- und erdöl import aus russland auf 0 fahren. wenn das nicht mindestens ein bisschen schmerz mit sich bringt, ist das auch alles fadenscheiniger bullshit. weltwirtschaftskrise steht ohnehin in den startlöchern.
 
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Das wird sich in der Politik zwar nie durchsetzen, aber imo wäre es falsch jetzt direkt anzudeuten, dass man staatlich was an der Preisschraube drehen will. Das behindert doch letztlich nur, dass Leute ihr Verhalten anpassen. Und wenn ich das richtig verstehe, muss sich für ein echtes Embargo auch an der Verbrauchsseite was ändern.
Wenn dadurch soziale Härten entstehen, sollte man die lieber gezielt ausgleichen.
 
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Naja, aber mal im Ernst: inwiefern sollen denn die Leute ihr Verhalten in Bezug auf den Spritverbrauch anpassen? Vor allem so kurzfristig? Der Liter könnte 5€ kosten, ich müsste ja trotzdem noch zur Arbeit fahren.
Aus meiner Nahbereichsempirie kann ich sagen: alle, für die die öffentlichen Verkehrsmittel eine annehmbare Alternative sind, benutzen die schon längst.
Die Preise steigen ja momentan aufgrund außenpolitischer Entscheidungen, da finde ich es nicht verkehrt, den "politischen Anteil" (Steuern) des Preises zu senken.
Soziale Härten ausgleichen schön und gut, ich verstehe aber nicht ganz, warum die Mittelschicht jetzt weniger Geld in der Tasche haben sollte.
 

parats'

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Daher wäre die Idee auf die Mehrwertsteuer bei der fixen Mineralölsteuer zu verzichten, durchaus eine Möglichkeit die man gehen könnte.
Der Punkt von @saistaed bzgl. der sozialen Härten ist dennoch valide, wird aber glaube ich gar nicht so schnell umsetzbar sein.
Es ist ja sowas wie ein "Energiegeld" im Gespräch, afaik wird dazu aber erst was im Sommer kommen.
 
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Naja, aber mal im Ernst: inwiefern sollen denn die Leute ihr Verhalten in Bezug auf den Spritverbrauch anpassen? Vor allem so kurzfristig? Der Liter könnte 5€ kosten, ich müsste ja trotzdem noch zur Arbeit fahren.
Fahrgemeinschaften etc...mal davon ab, dass Leute ihr Auto ja durchaus auch in der Freizeit nutzen. Aber allein an der Tatsache, dass in den meisten Autos halt nur 1 Person sitzt, egal wie groß es ist, ließe sich schon was ändern. WENN man denn will, aber das wollen hält sich bei den meisten dann doch in Grenzen, wenn es auch nur einen kleinen Hauch von lästig ist.

Würde auch drauf wetten, dass die "Elterntaxis" vor den Schulen sicher auch noch nicht weniger geworden sind.
 

Das Schaf

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Fahrgemeinschaften etc...mal davon ab, dass Leute ihr Auto ja durchaus auch in der Freizeit nutzen. Aber allein an der Tatsache, dass in den meisten Autos halt nur 1 Person sitzt, egal wie groß es ist, ließe sich schon was ändern. WENN man denn will, aber das wollen hält sich bei den meisten dann doch in Grenzen, wenn es auch nur einen kleinen Hauch von lästig ist.

Würde auch drauf wetten, dass die "Elterntaxis" vor den Schulen sicher auch noch nicht weniger geworden sind.
Naja ich würde auch gerne von daheim arbeiten darf ich das?
Nee.
Muss ich deswegen 60km einfach fahren jeden Tag? Ja
 

Benrath

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Btah und ich auf einer Seite.

Jenseits von dir pendeln allerdings ~50% der Deutschen unter 10 km und das macht dann auch was aus, wenn die z.B. Fahrrad fahren würden, was zumindest im kommenden Sommer problemlos machbar ist.

Anscheinend gehörst dú eher einer kleinen Minderheit an. Ohne deinen Fall zu kennen mache ich mich mal unbeliebt, weil ich es eigentlich nicht als staatliche Aufgabe ansehe, dich oder indirekt deinen AG so zu unterstützen dass du diesen weiten Weg auf dich nimmst.

Von welcher zusätzlichen Belastung reden wir eigentlich 24000 km / 6-7 l pro 100 km ~ 1500 l Sprit * 60 Cent. ? Vielleicht bald mehr.
Es zahlt Leuten sonst auch keiner die höhere Miete in der Stadt oder sonstige Dinge wo alles seit Jahren teurer wurde.
Es gab irgendwo ne schöne Grafik, die gezeigt hat, dass die Kosten für ÖPNV wesentlich stärker als die Inflation gestiegen ist. Da hat auch keiner was gesagt.



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Gustavo

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Es zahlt Leuten sonst auch keiner die höhere Miete in der Stadt oder sonstige Dinge wo alles seit Jahren teurer wurde.


Wundert mich auch, dass da nicht mehr draus gemacht wird. Im direkten Vergleich zwischen Mietpreisbremse und Spritbremse spricht so ziemlich nichts für die Spritpreisbremse:
- Das Delta in der Miete ist fast immer ein deutlich größerer Betrag als beim Sprit
- Mieter können gezielter entlastet werden
- Mieter sind im Schnitt bedürftiger als Leute die einen langen Anfahrtsweg zur Arbeit haben
- Das Geld muss nicht mal direkt aus dem Staatsbudget kommen

Zugegebenermaßen gibt es im Saarland keinen Ort wo irgendwer wohnen wollen würde, insofern ergibt es Sinn dass ihn das nicht so tangiert, aber generell ist es halt wirklich dumpfer Populismus.
 

parats'

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Alles richtig, aber der Anteil an Steuern ist bei Benzin deutlich höher als bei der Miete.
Die Umsetzung wäre also deutlich einfacher, da die Politik den Preis durch Steuergestaltung relativ stark beeinflussen kann. Aber wie so oft müssen einfach umzusetzende Maßnahmen nicht zwangsläufig effektiv sein.
 

Das Schaf

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Jenseits von dir pendeln allerdings ~50% der Deutschen unter 10 km und das macht dann auch was aus, wenn die z.B. Fahrrad fahren würden, was zumindest im kommenden Sommer problemlos machbar ist.

Anscheinend gehörst dú eher einer kleinen Minderheit an. Ohne deinen Fall zu kennen mache ich mich mal unbeliebt, weil ich es eigentlich nicht als staatliche Aufgabe ansehe, dich oder indirekt deinen AG so zu unterstützen dass du diesen weiten Weg auf dich nimmst.

Von welcher zusätzlichen Belastung reden wir eigentlich 24000 km / 6-7 l pro 100 km ~ 1500 l Sprit * 60 Cent. ? Vielleicht bald mehr.
Es zahlt Leuten sonst auch keiner die höhere Miete in der Stadt oder sonstige Dinge wo alles seit Jahren teurer wurde.
Es gab irgendwo ne schöne Grafik, die gezeigt hat, dass die Kosten für ÖPNV wesentlich stärker als die Inflation gestiegen ist. Da hat auch keiner was gesagt.



Anhang anzeigen 4464
Du ich beschwer mich auch nicht.
Ich verstehe dass auch alles.
Ich hab gestern für 2,17€ getankt :rofl:
Das war jetzt schon billig.
Es gibt hier halt einfach keinen ÖPNV wenn man auf dem Land arbeitet. Und es gibt AGs die trotz IT Arbeit auf Home Office scheißen.

Ich finde auch für Pendler Pauschale gehört komplett abgeschafft...
Der Sprit Preis ist jetzt endlich Mal in den Regionen wo es denn Menschen weh tut (mir nicht) ich sehe das einfach aktuell als notwendig an.

Wir haben jetzt über ein Jahr nach einem Ort gesucht wird wir was mieten/kaufen können. Ich hätte nie hier gesucht wo wir jetzt wohnen. Aber es gibt einfach nix bezahlbares gerade. Ich kann mir echt nicht wirklich aussuchen wo ich wohne.
Dafür stehen hier in jedem kack Dorf 5 Häuser leer und verfallen wegen Denkmalschutz oder weil die Erben sich nicht einigen können.
Der Markt müsste einfach Mal angegangen werden. Sprit kann meiner Meinung nach nicht teuer genug sein
E:
Wenn ich schon Mal dabei von. Der Mietmarkt/Immobilienmarkt ist so kaputt... Und auch dermaßen ungerecht.
Nur weil wir jünger sind und zur "falschen" Zeit kaufen wollen zahlen wir unglaublich drauf.
Es ist nicht gerecht das unsere Nachbarn die halbe Miete zahlen nur weil sie da schon seit 10 Jahren wohnen.
 
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Wundert mich auch, dass da nicht mehr draus gemacht wird. Im direkten Vergleich zwischen Mietpreisbremse und Spritbremse spricht so ziemlich nichts für die Spritpreisbremse:
- Das Delta in der Miete ist fast immer ein deutlich größerer Betrag als beim Sprit
- Mieter können gezielter entlastet werden
- Mieter sind im Schnitt bedürftiger als Leute die einen langen Anfahrtsweg zur Arbeit haben
- Das Geld muss nicht mal direkt aus dem Staatsbudget kommen

Zugegebenermaßen gibt es im Saarland keinen Ort wo irgendwer wohnen wollen würde, insofern ergibt es Sinn dass ihn das nicht so tangiert, aber generell ist es halt wirklich dumpfer Populismus.
Der Unterschied ist imo, dass die Mietpreise langsam aufgrund eines Missverhältnisses von Angebot und Nachfrage gestiegen sind. Hohe Mieten haben da eine Lenkungswirkung. Es gibt in Deutschland ja Orte, wo man sehr günstig wohnen kann, da will nur (bisher) keiner hin.
Der Sprit steigt gerade bundesweot sprunghaft an, weil man sich aus außenpolitischen Gründen dafür entschieden hat, einen Teil des verfügbaren Öls (eventuell) nicht mehr zu nutzen. Unter Umständen auch nur kurzfristig. Da kann der Preis nichts lenken, die Bürger geben einfach nur mehr Geld aus.
Selbst wenn man jetzt sofort einen neuen Arbeitsvertrag unterschreibt, wo man weniger fahren muss, kann man da frühestens in 2 bis 3 Monaten anfangen. Bis dahin ist der Krieg in der Ukraine wahrscheinlich vorbei (was mit den Sanktionen ist, wird man sehen).

Edit: bei den Heizkosten ist es ja im Grunde das gleiche, von mir aus könnte man auch eher da dran gehen.
 
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Beim Heizen lassen sich bei den meisten Menschen auch durchaus Kosten einsparen. Und das Argument, dass das jetzt so plötzlich kommt, finde ich etwas vorgeschoben. Dass Erdölprodukte eigentlich viel zu billig sind und bei adäquat internalisierten Kosten viel teurer wären, ist nun wirklich kein Geheimnis oder nichts, was nicht seit 10 Jahren bekannt wäre.

Über welche Dimension reden wir hier eigentlich? Bei nem ziemlich extremen Pendler mit 50km zur Arbeit sind wir bei 2000km pro Monat. Bei nem Verbraucn von 7l/100km wären das selbst bei ner Erhöhung um 1 Euro pro Liter 140 Euro mehr pro Monat. Klar ist das unangenehm, aber - insbesondere, wenn es kurzfristig ist, jetzt auch nichts, was eine Mittelschichtsfamilie direkt ihres Lebensstandards beraubt. Und ob 7 Liter Verbrauch noch als Notwendigkeit zählen, steht auch wieder auf einem anderen Blatt.

Letztlich bin ich da bei Benrath: Autofahrer und Pendler kriegen, verglichen mit anderen Gruppen, politisch eine Aufmerksamkeit, die der Sache oft nicht angemessen ist.

Das alles soll jetzt aber nicht heißen, dass die richtige Position einfach "Pech gehabt" ist. Ich hab nichts dagegen, das die Politik hier was tut, um die Kosten zu verteilen, aber Schnellschüsse wie Spritpreisbremse schießen imo deutlich übers Ziel hinaus und sind insgesamt kontraproduktiv.
 
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Es geht mir weniger um die absoluten Kosten als um den Grund der Erhöhung. Sprit ist ja jetzt nicht plötzlich teurer, weil man die Emissionen adäquat bepreisen würde.
Ich bin auch weniger für eine "allgemeine Preisbremse" als dafür, den aktuellen Anstieg kurz- bis mittelfristig etwas abzumildern. Quasi gekoppelt an den Krieg bzw. die Sanktionen.
 
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Naja, da hast du halt das Problem, dass überhaupt nicht klar ist, wie kurz- oder langfristig die Auswirkungen sein werden. Sich sofort reinzuwerfen, um da was dran zu drehen, halte ich für ein falsches Signal, weil es eben vermittelt, dass die Politik bereit ist, da eine Verantwortung zu übernehmen, die sie langfristig imo nicht unbedingt übernehmen kann oder sollte.

Wir wissen ja auch noch gar nicht, welche wirtschaftlichen Verwerfungen die Situation noch zeitigen wird, welche Teuerung sich insgesamt ergibt usw. Da wäre ich einfach sehr zurückhaltend jetzt direkt schon mal Geld rauszuhauen, das gezielt vor allem einer Gruppe hilft, die im Durchschnitt noch nicht mal zu den bedürftigsten im Land zählt.
 
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Man könnte ja die Steuern auch für einen festen Zeitraum x senken und dann schrittweise wieder anheben.
 
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komplett dagegen, die leute wollten grün haben, jetzt sollen wie bitte auch grün bekommen. eating your cake and having it too geht halt nicht, immer diese lippenbekenntnisse und sobalds ein bisschen inconvenient wird, sofort das losgejaule. wir sind noch nicht bei max-pain, das fängt bei 5€ diesel langsam an. dann fährt der handwerker halt nicht mehr und das bauen kostet nochmal 30% mehr und die krankenschwester kündigt und die transport-unternehmen gehen insolvent oder das fuckin amazon paket kostet 50€ porto bis 2kg. erst mit max-pain gibts veränderung, erst dann wird klar, dass es ohne kompromisse nicht geht und das null-toleranz-denken marke "deutsche umwelthilfe" eben irgendwann die spielräume massiv verengt: kein öl, kein gas, keine holz- und peletsöfen, keine atomenergie, windenergie nicht in der nähe von wohnhäusern, keine stromtrassen wegen umweltschutz: dann bitte jetzt konzepte entwickeln, die dann bei maximalen schmerz auch umgesetzt werden, weil jeder ein eigeninteresse hat. oder zeigen, dass man doch nur ein geistiger khmer rouge ist, dem die eigene ideologie über alles geht und diese mit der brechstange verfolgt.
 
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Dann die Mehreinnahmen durch die Steuern bitte direkt für den Ausbau von Ladesäulen einsetzen, um irgendwie eine Brücke zur Klimapolitik zu schlagen.
 

parats'

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komplett dagegen, die leute wollten grün haben, jetzt sollen wie bitte auch grün bekommen. eating your cake and having it too geht halt nicht, immer diese lippenbekenntnisse und sobalds ein bisschen inconvenient wird, sofort das losgejaule. wir sind noch nicht bei max-pain, das fängt bei 5€ diesel langsam an. dann fährt der handwerker halt nicht mehr und das bauen kostet nochmal 30% mehr und die krankenschwester kündigt und die transport-unternehmen gehen insolvent oder das fuckin amazon paket kostet 50€ porto bis 2kg. erst mit max-pain gibts veränderung, erst dann wird klar, dass es ohne kompromisse nicht geht und das null-toleranz-denken marke "deutsche umwelthilfe" eben irgendwann die spielräume massiv verengt: kein öl, kein gas, keine holz- und peletsöfen, keine atomenergie, windenergie nicht in der nähe von wohnhäusern, keine stromtrassen wegen umweltschutz: dann bitte jetzt konzepte entwickeln, die dann bei maximalen schmerz auch umgesetzt werden, weil jeder ein eigeninteresse hat. oder zeigen, dass man doch nur ein geistiger khmer rouge ist, dem die eigene ideologie über alles geht und diese mit der brechstange verfolgt.
Gold Raute. Ich küsse deine Augen.
 

parats'

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Es gibt endlich neues zum Hochwasser im letzten Sommer. Die Auszüge der Chats von Anne Spiegel sind unterirdisch. Gott sei Dank naht bald der Atomkrieg und die Medien kriegen mehr Klicks mit Bombenhagel als von einer random Ministerin ohne Expertise. Ein Glück hat sie nicht bei der Diplomarbeit geschummelt, sonst würden wohlmöglich noch Rücktrittsrufe laut.

Als am Morgen des 15. Juli die Katastrophe eingetreten war, befürchtete Spiegel laut den jetzt zuerst von der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» öffentlich gemachten Chat-Nachrichten, «das Blame-Game könnte sofort losgehen, wir brauchen ein Wording, dass wir rechtzeitig gewarnt haben». Adressat war ihr damaliger Pressesprecher Dietmar Brück, derzeit der stellvertretende Sprecher der Landesregierung. Dieser hatte eine «glaubwürdige Rolle» für seine Vorgesetzte angemahnt und davor gewarnt, dass die Kabinettskollegen Dreyer und Lewentz das Thema für sich besetzen könnten.

 

[fN]Leichnam

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Hab auch vorhin kurz bröckeln müssen. Aber solche Leute gehen nicht unter.
 
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auch ein schöner Moneyquote
Laut der Koblenzer «Rhein-Zeitung» gab Spiegel vor der Freigabe die Anweisung «bitte noch gendern», man solle von «CampingplatzbetreiberInnen» schreiben.
welche Dinge wichtig sind in einer Flutkatastrophe :mond:
 

Gustavo

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Der Unterschied ist imo, dass die Mietpreise langsam aufgrund eines Missverhältnisses von Angebot und Nachfrage gestiegen sind. Hohe Mieten haben da eine Lenkungswirkung. Es gibt in Deutschland ja Orte, wo man sehr günstig wohnen kann, da will nur (bisher) keiner hin.


Na ja, das ergibt imho wenig Sinn. Eine Lenkungswirkung hast du nur wenn du ein Gut halbwegs äquivalent substituieren (oder darauf verzichten) kannst. Aber genauso wie du Leuten, die 40km zur Arbeit fahren, nicht wirst sagen können dass sie doch einfach das Fahrrad nehmen sollen, kannst du Leuten die in Berlin oder Hamburg wohnen wollen nicht sagen, dass sie auch auf dem Dorf wohnen könnten, weil das halt häufig weder zu ihrer Lebenssituation noch zu ihren Qualifikationen passt. Die Preise für Immobilien in Großstädten sind überall in Europa in den letzten 25 Jahren drastisch gestiegen und so ganz genau weiß niemand warum, aber dass der größere Teil davon eine Neigung hin zu Schwarmstädten ist halten die meisten Leute die darüber nachdenken afaik für unrealistisch.


Der Sprit steigt gerade bundesweot sprunghaft an, weil man sich aus außenpolitischen Gründen dafür entschieden hat, einen Teil des verfügbaren Öls (eventuell) nicht mehr zu nutzen. Unter Umständen auch nur kurzfristig. Da kann der Preis nichts lenken, die Bürger geben einfach nur mehr Geld aus.


Wie saistaed gesagt hat: Der Preisanstieg ist zwar sprunghaft, aber halt ein vergleichsweise kleiner Teil des Warenkorbs für die allermeisten Leute*, weshalb auch ein sprunghafter Anstieg keinen so großen Unterschied macht. Im Gegenteil trifft das Argument viel besser auf den Wohnungsmarkt zu: Da hast du tatsächlich riesige Preisdifferenzen für sehr ähnliche Güter, nämlich nach Alter der Verträge. Die Kosten der Überhitzung des Wohnungsmarktes werden sehr selektiv getragen, während die Kosten für Sprit alle treffen, wenn auch nicht exakt in gleicher Höhe.




*und auch wenn immer wieder mit Freude auf "die Krankenschwester auf dem Dorf" verwiesen wird, die es zweifelslos gibt, ist es tatsächlich so dass die meisten Leute mit langen Arbeitswegen tendenziell keineswegs schlecht verdienen
 
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Gustavo

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Na dann positioniert euch mal - kann sich Deutschland ein Embargo "leisten" oder nicht?


Um Gottes Willen, nicht noch mehr Spekulation zu empirischen Fragen. Beide Gruppen haben gute Leute; wenn die sich schon nicht einig werden* muss hier niemand blindlings spekulieren, ob das BIP jetzt eher 0,4% oder doch 4% einbricht.




*wobei ich das Gefühl habe, dass sie so weit auseinander nun nicht liegen, wie der Artikel selbst ja auch schreibt
 
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Wichtig ist doch am Ende nur, was Hans-Werner Sinn dazu sagt. Der ist doch bestimmt längst Fachmann für Kriegswirtschaft und wird demnächst ein 600 Seiten dickes Buch dazu veröffentlichen, um uns die endgültigen Wahrheiten dazu mitzuteilen.
 
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Es ist halt weniger eine Frage von leisten können als von leisten wollen.

Deutschland möchte sich auch die Energiewende leisten. Und keine armen Rentner. Und die Mütterrente. Und offene Grenzen. Und und und.

Natürlich können wir uns das Embargo leisten. Aber was genau machen wir dann? Beispielsweise: Nehmen wir massive steigende Wettbewerbsnachteile daraus für die Industrie in Kauf? Oder kompensieren wir die dann auch noch? Machen wir einfach mehr Schulden, oder streichen wir eines der Dinge aus der obigen "Will ich haben"-Liste?

Ich bin tendenziell auch für maximale Sanktionen, also auch Öl- und Gas-Embargo. Vermisse aber die Debatte, was das genau bedeutet. Deutschland wird strukturell ohnehin schon ärmer,, und wir sehen ja, wie die Leute schon bei etwas höheren Sprit-Preisen jammern.
 

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Um Gottes Willen, nicht noch mehr Spekulation zu empirischen Fragen. Beide Gruppen haben gute Leute; wenn die sich schon nicht einig werden* muss hier niemand blindlings spekulieren, ob das BIP jetzt eher 0,4% oder doch 4% einbricht.
Oh doch. Dieses Forum besteht zu 90% aus genau solchen Ausgangspunkten und am Ende beschimpfen sich alle.
 

Gustavo

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Deutschland wird strukturell ohnehin schon ärmer [...]

Wie kommt man bitte auf sowas? Wenn du mit "strukturell" den Zeitverlauf meinst, ist das das absolute Gegenteil von korrekt.




Oh doch. Dieses Forum besteht zu 90% aus genau solchen Ausgangspunkten und am Ende beschimpfen sich alle.

Bedenkenswerter Punkt. Lass mich kurz in mich gehen und mir vorstellen, wie man über so ein Thema nachdenken würde, wenn man ein absoluter Hurensohn wäre.

[...]

Hmm, ja doch, ich sehe was du meinst.:mond:
 
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Wie kommt man bitte auf sowas? Wenn du mit "strukturell" den Zeitverlauf meinst, ist das das absolute Gegenteil von korrekt.

Komparativ mit anderen Ländern, insbesondere den USA, ist das ja schon so.

Absolut gesehen noch nicht, mMn geht es aber in die Richtung. Das Produktivitätswachstum müsste schon gigantisch sein, um gegen steigende Energiepreise und den demografischen Wandel anzukommen (um mal Themen wie Migration ganz raus zu lassen).
 

parats'

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Wie kommt man bitte auf sowas? Wenn du mit "strukturell" den Zeitverlauf meinst, ist das das absolute Gegenteil von korrekt.






Bedenkenswerter Punkt. Lass mich kurz in mich gehen und mir vorstellen, wie man über so ein Thema nachdenken würde, wenn man ein absoluter Hurensohn wäre.

[...]

Hmm, ja doch, ich sehe was du meinst.:mond:
Ich warte auf Tzui. Dann könnt ihr euren Beef zur Impfstoffbeschaffung der EU auf dieser Ebene weiter ausfechten.
 

Gustavo

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Ich warte auf Tzui. Dann könnt ihr euren Beef zur Impfstoffbeschaffung der EU auf dieser Ebene weiter ausfechten.

Ich schmunzele immer noch klammheimlich darüber, wie vor einem Jahr alle von "Staatsversagen" geredet haben, nur damit sich dann innerhalb kürzester Zeit herausstellt, dass nicht der Staat zu schlecht funktioniert sondern dass seine Bürger einfach zu dumm sind. :deliver:




Komparativ mit anderen Ländern, insbesondere den USA, ist das ja schon so.

Absolut gesehen noch nicht, mMn geht es aber in die Richtung. Das Produktivitätswachstum müsste schon gigantisch sein, um gegen steigende Energiepreise und den demografischen Wandel anzukommen (um mal Themen wie Migration ganz raus zu lassen).


Deutschland wird auch nicht "komparativ" ärmer, Deutschland wächst lediglich nicht so schnell wie die USA. Dass Deutschland absolut ärmer wird ist ökonomisch unhaltbar und glaubt meines Wissens auch kein seriöser Ökonom. Ich bin jetzt nicht unbedingt auf der Seite derjenigen, die glauben dass der technische Fortschritt irgendwelche wirtschaftlichen Quantensprünge ermöglicht, aber selbst auf der Seite wirst du niemanden finden, der glaubt Deutschland könnte absolut ärmer werden. Das ist in etwa so als würdest du prognostizieren, die Spitzenzeiten beim Schwimmen werden in 20 Jahren langsamer sein als heute.
 
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Relativ ärmer werden: Das kann sich durchaus sehr real anfühlen. Weil die Welt heute international ist und die Leute mitbekommen, wie man in anderen Ländern lebt.

Absolut ärmer werden in der Zukunft:
Woraus nimmst du diese Zuversicht?
Produktivität pro privatwirtschaftlich Berufstätigem wird steigen. Aber der Anteil der Berufstätigen an privatwirtschaftlich Berufstätigem an der Gesellschaft wird sinken.


Wenn dazu -was durch den Klimawandel, Krisen wie gerade und die Energiewende denkbar ist- noch Energie weiterhin teurer wird, sehe ich da keinesfalls als sicher an, dass die Kaufkraft pro Kopf in Deutschland 2040 höher sein wird als heute.
 
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Bedenkenswerter Punkt. Lass mich kurz in mich gehen und mir vorstellen, wie man über so ein Thema nachdenken würde, wenn man ein absoluter Hurensohn wäre.

[...]

Hmm, ja doch, ich sehe was du meinst.:mond:

Glücklicherweise musst du dafür weder "in dich gehen" noch "es dir vorstellen" ;)
 
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Richtig, er kann einfach deinen nächsten Post abwarten 😉
 
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Es ist halt weniger eine Frage von leisten können als von leisten wollen.
Ich halte es tatsächlich für nicht besonders hilfreich, dieses Thema so zu denken.

Ich sehe einen sehr starken moralischen, politischen und strategischen Imperativ der Ukraine zu helfen. Ohne die atomare Bedrohung wären wir als Teil der NATO längst aktiv am Krieg beteiligt oder es wäre nie zum Krieg gekommen, weil Russland gewusst hätte, dass es gegen die Ukraine plus NATO keine Chance gehabt hätte.
Und trotzdem hätte man diesen Krieg wahrscheinlich durch eine verantwortbare militärische Drohgebärde verhindern können.
Sämtliche wirtschaftlichen und soziale Kosten sehe ich als ein Freikaufen von einem Krieg, den wir eigentlich zu führen verpflichtet wären. Wenn wir uns also schon militärischen beide Hände selbst auf den Rücken binden, dann haben wir für mich prima facie wenigstens die Pflicht ökonomisch und politisch alles zu tun, um der Ukraine zu helfen.
Ich würde unsere Weigerung das zu tun daher nur für legitim halten, wenn die Alternative uns (Deutschland bzw. Europa) wirklich substantiell bedrohen würde. Und das sehe ich bisher nicht.

Dazu halte ich die Aussicht, dass wir die härtesten Sanktionen ab jetzt für immer aufrecht erhalten müssten, nicht mal für allzu wahrscheinlich.
Letztlich ist es doch so: Wenn der Krieg für Russland schlecht läuft, was wir ja erreichen wollen, dann steht Russland früher oder später unter Zugzwang. Wenn Russland sich ein Embargo leisten kann, besteht die Chance, dass es seinerseits eins verhängt, womit das Ergebnis für uns eh eintritt. Wenn Russland sich das gar nicht leisten kann, dann ist aber umgekehrt unwahrscheinlich, dass wir das Embargo lange durchhalten müssen, weil es entweder in absehbarer Zeit zu Russlands Niederlage führt oder zumindest eine vertretbare politische Lösung erzwingt, im Zuge derer die härtesten Sanktionen zurückgenommen werden könnten.
 
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