Energiepreise was tun?

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@saistaed stimme dir zu. Mit leisten wollen meine ich ja nicht mich -- ich würde wollen. Und sehe das auch als Investition in Abschreckung von China.

Aber "die Gesellschaft", da bin ich skeptisch. Wir schaffen es ja nicht einmal, sinnvoll die Altersvorsorge zu reformieren, weil es schmerzhaft wäre. Lieber verschieben wir den Schmerz auf Morgen.
 
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Das ist aber ein anderes Feld. Hier könnte man politisch imo ziemlich einleuchtend mit der Hilfspflicht argumentieren. Ich glaube eh nicht, dass man sich dem Druck ewig entziehen kann. Letztlich wird man wieder getrieben wirken, wenn man beim nächsten oder übernächsten humanitären Outrage doch einknickt.
 

parats'

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Der Anwalt des kleinen Mannes: Tobias Hans. Nun treffen die Benzinpreise nicht nur die Geringverdiener, sondern auch noch die fleißigen. :ugly:
Greifen wir den Ball mal wieder auf:

Warten wir mal auf die genaue Ausgestaltung. Aber man könnte ja vermuten, dass wir bis Inkraftreten die vollkommen willkürliche 2€ Marke um weit mehr als die Entlastung überschreiten werden. :rolleyes:

Der eigentliche Treppenwitz ist ja, dass sowas von der Partei kommt, die sich Bürokratieabbau im Wahlkampf auf die Agenda geschrieben hat und jetzt mit einer Verrechnung auf Bon Ebene um die Ecke kommt. :rofl2:
Hoffe also auf eine reine Ente, ansonsten hilft dem Lindner auch sein Aussehen nicht mehr.
 
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Das Schaf

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Greifen wir den Ball mal wieder auf:

Warten wir mal auf die genaue Ausgestaltung. Aber man könnte ja vermuten, dass wir bis Inkraftreten die vollkommen willkürliche 2€ Marke um weit mehr als die Entlastung überschreiten werden. :rolleyes:

Der eigentliche Treppenwitz ist ja, dass sowas von der Partei kommt, die sich Bürokratieabbau im Wahlkampf auf die Agenda geschrieben hat und jetzt mit einer Verrechnung auf Bon Ebene um die Ecke kommt. :rofl2:
Hoffe also auf eine reine Ente, ansonsten hilft dem Lindner auch sein Aussehen nicht mehr.
Was für ein populistischen Mist soll das denn sein?
 
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Der eigentliche Treppenwitz ist ja, dass sowas von der Partei kommt, die sich Bürokratieabbau im Wahlkampf auf die Agenda geschrieben hat und jetzt mit einer Verrechnung auf Bon Ebene um die Ecke kommt. :rofl2:
Scheint doch einfach weniger zahlen zu sein ohne irgendwas einreichen zu müssen oder so...das klingt doch jetzt erstmal eher unbürokratisch :confused:
 
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Scheint doch einfach weniger zahlen zu sein ohne irgendwas einreichen zu müssen oder so...das klingt doch jetzt erstmal eher unbürokratisch :confused:
Aber die Tankstellenbetreiber müssen doch nachweisen wie viel sie verkauft haben. Außer natürlich man macht es Spahn-Style und glaubt einfach alles, was einem der Antragsteller sagt. :deliver:
 
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Ich hoffe mal, dass die Grünen sich gegen so eine Scheiße querstellen.
 

parats'

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Scheint doch einfach weniger zahlen zu sein ohne irgendwas einreichen zu müssen oder so...das klingt doch jetzt erstmal eher unbürokratisch :confused:
Wer zahlt denn weniger? Der Mensch der tankt hat auf seinem Bon dann bspw. 20 Cent je Liter als Abzug stehen. Die Bürokratie beginnt beim Tankstellenbetreiber und dem FA, damit das alles sauber abgerechnet wird. Über die Mehrwertsteuer wäre es in der Tat wohl der "leichteste" Weg, auch wenn mich das selbst wenig überzeugt..
 
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Aber die Tankstellenbetreiber müssen doch nachweisen wie viel sie verkauft haben. Außer natürlich man macht es Spahn-Style und glaubt einfach alles, was einem der Antragsteller sagt. :deliver:
Am Ende dürfte der Tankstellenbetreiber hier schwer sparen können. Denn aus Sicht des Betreibers kommt da ja einiges zusammen was an den Staat geht. Neben der MwSt kommen ja noch die ganzen Ökoabgaben etc. Wenn man jetzt Tausende Liter mehr angibt, die man angeblich abgesetzt hätte, führen die 20cent die man zurück kriegt ja nicht plötzlich zu Gewinnen, wenn man dagegen noch den ganzen anderen Kram abführen darf ohne für den Sprit bezahlt worden zu sein.
Also eigentlich sollte der Staat doch (hoffentlich!) eh schon wissen wieviel Sprit die jeweilige Tankstelle so verkauft...wenn man sich dann nicht wieder zwischen irgendwelchen Abteilungen im Weg steht, seh ich da jetzt irgendwie nicht das große Problem.
 

Das Schaf

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Total bahnbrechende Idee:
Die Konzerne erhöhen den Preis rüber schrittweise auf 10€/l der Staat zahlt ja die Differenz. Und die Kunden können sich nicht beschweren.
 

Benrath

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Es gibt für Trassenenentgelte etwas ähnliches aber da gibt es nur ein Unternehmen.

Ich versteh auch nicht den Sinn die Nachfrage nach einem knappen gut zu subventionieren von dem wir möglichst bald weg wollen.

Dann ja eher sowas

Oder gezielt Geld für Geringverdiener oder was anderes gezieltes
 
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Ich versteh auch nicht den Sinn die Nachfrage nach einem knappen gut zu subventionieren von dem wir möglichst bald weg wollen.
Sinn = Populismus. "Ah guck, der Lindner hat gemacht, dass ich x € weniger am Montag beim Tanken zahle. Das merke ich direkt, das tut mir richtig gut, denn ich bin dum und kann kurzfristige Vorteile nicht gegenüber langfristig sinnvollen Maßnahmen abwägen, ich bin ein Durchschnittsbürger! Danke Bundesregierung. " So ca. :deliver:
 
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Heute im FAZ-Ticker gelesen, dass es bisher keine Hinweise darauf gibt, dass die deutschen Autofahrer ihr Tempo drosseln, um Sprit zu sparen. :deliver:
 
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Ich fahr täglich ein paar hundert Kilometer AB, die Firmenwägen ballern weiter wie gehabt, aber bei den Privatfahrzeugen merkst du sehr deutlich, dass die jetzt um die 100km/h fahren.
 
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ich fahre privat viel (180km zu Büro einfach) und fahre evtl. 10-20km/h langsamer, der größere Hebel ist aber eindeutig einfach seltener zu fahren ;)
 
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Gibt es eigentlich aktuelle Umfragen zu dem Thema? Meine eigene Nahbereichsempirie und was ich anekdotenhaft(!) aus den Medien mitbekomme, suggerieren eher, dass die meisten Leute die gestiegenen Preise bisher eher mit Fassung tragen. Aber das ist sicherlich auch stark Berlin-Bubble-verzerrt.
Imo täte die Politik gut daran die aktuelle Solidaritätswelle auszunutzen, damit die Leute sich an die Preise gewöhnen und eine Chance haben, ihr Verhalten rechtzeitig umzustellen. Sozialer Ausgleich ist geboten, aber möglichst zielgenau dort, wo wirklich der Lebensstandard gefährdet ist, auch wenn das mehr bürokratischen Aufwand bedeutet als pauschale Regelungen. Im Zweifel wäre ein Energiegeld als Kopfpauschale immernoch deutlich gerechter, als an der Preisschraube zu drehen.
 
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Gibt es eigentlich aktuelle Umfragen zu dem Thema? Meine eigene Nahbereichsempirie und was ich anekdotenhaft(!) aus den Medien mitbekomme, suggerieren eher, dass die meisten Leute die gestiegenen Preise bisher eher mit Fassung tragen. Aber das ist sicherlich auch stark Berlin-Bubble-verzerrt.
Hab bisher im Umfeld auch eher das Gefühl ein wenig Tränendrüse, aber keine Verhaltensänderung.
Einzige Änderung die ich bisher gehört hab, war wieder in Holland zu tanken (lohnt sich jetzt wohl sogar für Diesel) :mond:
 

parats'

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Hab bisher im Umfeld auch eher das Gefühl ein wenig Tränendrüse, aber keine Verhaltensänderung.
Einzige Änderung die ich bisher gehört hab, war wieder in Holland zu tanken (lohnt sich jetzt wohl sogar für Diesel) :mond:
Bis zum 01.04 stimmt das sogar. Ich bin gerade in den Niederlanden und ohne dem Tankrabatt von eco beast Lindner tanke ich hier noch günstiger. Lohnt also gleich doppelt - Freedom Day im Lidl und keine Raubsteuern für den dt Staat. :troll:
 

Gustavo

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Wie hoch der Rabatt sein soll und ob er als fester Cent-Wert oder Prozentsatz vom aktuellen Diesel- oder Benzinpreis gewährt wird, hält sich Lindner offen. Mehr als 10 Cent sollen es aber sein. Zunächst war gar von einer Stabilisierung der Spritpreise bei 2 Euro die Rede. Eine solch willkürlich gewählte Schmerzgrenze könnte die Bundesregierung schnell in Zugzwang bringen. Derzeit müsste sie zwischen 20 und 30 Cent je Liter zuschießen, die Union fordert schon 40 Cent Rabatt. Was hindert den Tankwart, die Preise in Erwartung staatlicher Entlastung seiner Kunden noch höher zu setzen? Unbürokratisch

Ich bin ja auch kein Fan dieser Rabatt-Idee, aber wer sonst immer als Jihadi für "die Marktwirtschaft" (oder was man sich halt darunter vorstellen soll, wenn man FAZ liest) auftritt, wie Heike Göbel es tut, kann wohl kaum mal eben en passant argumentieren, der Markt würde das nicht auch regeln. :rolleyes:
 

parats'

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Dazu noch folgende Überlegung:

Mal angenommen man führt die autofreien Sonntage wieder ein und begründet es mit der Einsparung von Öl/Benzin. Dann freue ich mich auf die dutzenden Diskussionen, wie es denn mit Elektrofahrzeugen sein wird.
 
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Ich glaube ich bin im letzten viertel Jahr in der Summe so um die 15km gefahren. Die Spritpreise können mich mal :rofl2:
 
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du weisst aber schon das auch noch andere güter außerdem deinem gesäß durch die republik kutschiert werden :rofl2:
 
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Wäre jetzt nicht mal Zeit für Tempo 30 in Städten und 100 auf Autobahnen?
 
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Radfahren in den Städten. 50 auf der Autobahn.
 
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du weisst aber schon das auch noch andere güter außerdem deinem gesäß durch die republik kutschiert werden :rofl2:

Ich gebe ja zu bei dem Thema Logistik kein Experte zu sein, aber wenn ich mir anschaue wie billig im Supermarkt die Produkte sind die Tausende von Kilometern zu mir transportiert werden (häufig billiger als aus lokaler Erzeugung) habe ich nicht dass Gefühl dass mich da ein großes Problem erwartet. So teuer kann der Transport einfach nicht sein wenn es sich lohnt das Zeug so weit zu transportieren und immer noch so billig zu verkaufen, also wird eine Steigerung der Kostenkompenten Sprit den Preis da auch nicht wesentlich ändern.
Und Ich kaufe sowieso schon lieber die teureren lokalen Produkte wenn es möglich ist, weil ich keine Lust habe so eine Energieverschwendung zu fördern.
 
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In unserem Bio-Supermarkt sind die Preissteigerungen auch noch nicht angekommen. :mond:
 

Benrath

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Ich habs mal alles in einen eigenen Thread verschoben. Es ging glaub ich beim Twitter Ding von Hans los.
Wer wieder zurück in den Randnotizenthread möchte kann sich melden, aber lieber nicht. Bin eigentlich im Urlaub.

Komm nicht darüber weg, dass ernsthaft über so eine Gießkannensubvention nachgedacht wird. Und dann auch noch aus dem FDP Ministerium. Es wurde an sich schon alles gesagt warum das dum³ ist. Krass ist auch, dass es das scheinbar schon in anderen Ländern wie Frankreich gibt. Unbegreiflich.

Auf Twitter einiges gesehen, wo den Raffinerien die Schuld in die Schuhe geschoben wird, weil der Anstieg des Rohstoffpreises eigentlich nicht so krass ist. Kann ich aber nicht einschätzen.
 
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Spritpreise was tun?​


Auswandern nach Polen - 1,43 € :fetti:
 

Gustavo

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Komm nicht darüber weg, dass ernsthaft über so eine Gießkannensubvention nachgedacht wird. Und dann auch noch aus dem FDP Ministerium. Es wurde an sich schon alles gesagt warum das dum³ ist. Krass ist auch, dass es das scheinbar schon in anderen Ländern wie Frankreich gibt. Unbegreiflich.

Ka, aber meine Vermutung dass es hiermit zu tun hat:


Glaube immer noch, dass das Denkschema "Klientelpartei für Besserverdienende" deutlich besser hilft, die FDP zu erklären, als irgendwas von wegen "liberal" oder "Freiheit".
 
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Schönes Diagramm. Das echte Problem sind die Autobesitzer in den linken Gruppen. Da wird es viele geben, die auf dem Land leben und wenig Alternativen haben, als mit dem Auto zur Arbeit und zum Einkaufen zu kommen.

Ich würde aber versuchen, denen gezielter zu helfen. Der hohe Sprit-Preis hat ja eine sinnvolle Lenkungswirkung - ob das nun weniger fahren, langsamer fahren oder näher an den Job ziehen ist (letzteres natürlich eher langfristig).

Bspw könnte man den persönlichen Steuerfreibetrag erhöhen, oder -wenn man unbedingt was kurzfristiges machen möchte- Helikoptergeld an Arbeitnehmer und Selbstständige zwischen Einkommen X und Y (um Gutverdiener und inaktive auszunehmen).

ÖPNV Preise runter finde ich gut, hilft aber gerade auf dem Land nicht.
 
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lenkungsbewegung wohin? auf dem land bist du nach wie vor aufs auto angewiesen, elektrifizierung hat diverse probleme, vom strompreis angefangen, beschaffungspreis und derzeit insbesondere beschaffungsdauer, teilweise 12+ monate lieferzeit :ugly: ich hab meinen smart eq im oktober bestellt, märz 22 voraussichtlicher liefertermin, daimler hat den gerade auf juni erweitert :ugly: das ist schon ddr-mäßig.
 

Benrath

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Schönes Diagramm. Das echte Problem sind die Autobesitzer in den linken Gruppen. Da wird es viele geben, die auf dem Land leben und wenig Alternativen haben, als mit dem Auto zur Arbeit und zum Einkaufen zu kommen.

Ich find es unredlich immer irgendwelche Gruppen vorzuschieben, die es dann tatsächlich nicht so häufig gibt. Du weißt überhaupt nichts über die Verteilung Stadt / Land innerhalb dieser Gruppen. Jedes mal wird dann eine Krankenschwester oder Kindergärtnerin rausgesucht, die angeblich 60 km pendeln muss. Als ob es keine anderen Kitas oder KHs (oder andere Jobs) im Radius von 60 km gäbe. Die billigen Transportkosten führen zu völlig falschen Allokationen, weil es machbar ist. Von der Grafik oben haben wir gesehen, dass 50 % unterhalb von 10 km pendeln.

Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass ein großer Teil der deutschen keinen Supermarkt unterhalb von 10 km erreichen kann. Das ist eventuell umständlicher aber nicht unmöglich. Und sonst treibt einen die wöchentliche Fahrt dahin nicht in den Ruin.
 

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Ich find es unredlich immer irgendwelche Gruppen vorzuschieben, die es dann tatsächlich nicht so häufig gibt. Du weißt überhaupt nichts über die Verteilung Stadt / Land innerhalb dieser Gruppen
Ich glaub du machst dir kein Bild über den Rattenschwanz, den das für das Land nach sich zieht. Es geht hier nicht nur um den privaten Bereich, auch die Klein-Klein-Logistik, die dort nötig ist, wird extrem teuer und kann nicht einfach so über Nacht auf E-Mobilität oder mit nochmal anderen Konzepten umgestellt werden. Typisches 0815-Beispiel: Die Essenslieferung eines unserer Kunden an die Alten in Stadt & Land werden aktuell unrentabel. Das war sowieso schon preislich sehr eng genäht, sind ja auch Sozialtransfers. Jetzt kommt halt pro Tag eine Position im hohen dreistelligen Bereich oben auf den Kostenpunkt - und hier wurde schon ein Teil der Fahrzeuge auf E und Fahrrad umgestellt, wo möglich.
 
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Die meisten Menschen in Deutschland leben weder in Großstädten noch auf dem Land, sondern in mehr oder weniger mittelgroßen Städten. Da muss man zwar selten weiter als 15km fahren, aber eben für fast alles das Auto bemühen, weil der ÖPNV außer vielleicht zur Schule untauglich ist. Vor allem, wenn man mal die Stadtgrenze überqueren muss.
Gleichzeitig gibt es dort aber deutlich mehr Menschen als auf dem Land, die zur Miete leben. Bei der miesen öffentlichen Ladeinfrastruktur fällt für diese damit ein Elektroauto bisher auch flach.
Nein, für diese Menschen bedeuten höhere Spritpreise nicht den Ruin. Sie können aber auch nicht wirklich was an ihrem Verhalten ändern (man kann auf der Landstraße 70 statt 100 fahren, bei 10km Strecke spart man da aber auch nicht wirklich viel). Das heißt, dort ist am Ende des Monats einfach nur weniger Geld übrig.
 

Benrath

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Ich glaub du machst dir kein Bild über den Rattenschwanz, den das für das Land nach sich zieht. Es geht hier nicht nur um den privaten Bereich, auch die Klein-Klein-Logistik, die dort nötig ist, wird extrem teuer und kann nicht einfach so über Nacht auf E-Mobilität oder mit nochmal anderen Konzepten umgestellt werden. Typisches 0815-Beispiel: Die Essenslieferung eines unserer Kunden an die Alten in Stadt & Land werden aktuell unrentabel. Das war sowieso schon preislich sehr eng genäht, sind ja auch Sozialtransfers. Jetzt kommt halt pro Tag eine Position im hohen dreistelligen Bereich oben auf den Kostenpunkt - und hier wurde schon ein Teil der Fahrzeuge auf E und Fahrrad umgestellt, wo möglich.

Was ist denn der kostenanteil sprit in deinem 0815 Beispiel?
 
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das ist auch schon wieder so eine "wasch mir den pelz, aber mach mich nicht nass"-geschichte wie bei den sanktionen. wir wollen vom öl/gas weg, das wird halt nicht ohne schmerz gehen. wann, wenn nicht jetzt. 10 jahre blut und tränen, dann sind wir durch. klar wird die wirtschaftsleistung einen knick bekommen, paar unternehmen werden den bach runtergehen. so be it. bevor mir jemand vorwirft, ich sei nicht betroffen, mein senior hat ein unternehmen für eilige medizinische güter. da verhandeln wir gerade die pauschalen nach, da wir gerade auf der null pendeln, wenn die gleichung ins rote kippt, wird das business gekappt, mitarbeiter entlassen, fahrzeuginvestitionen zurückgestellt, apotheken und krankenhäuser nicht versorgt, bis das mit einer gewinnmarge wieder möglich ist. mb bringt ja bald seinen e-sprinter raus, werden wir uns anschauen, ist halt doppelt so teuer wie der diesel sprinter, d.h. das muss in die kalkulation reinpassen und am ende muss ein gewinn stehen, wenn das nicht darstellbar ist, dann lassen wirs. und diese transformation muss so eben überall passieren. das wird blutig und schmerzvoll und da werden auch einige über die klippe springen, aber wenn es das erklärte gesellschaftliche ziel ist, dass wir wegen des klimawandels und aus geostrategischen gründen müssen, dann go, das sind plausible gründe, da bin ich mit dabei, meine opfer zu bringen.
 
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Ich find es unredlich immer irgendwelche Gruppen vorzuschieben, die es dann tatsächlich nicht so häufig gibt.
Häh? Was schiebe ich vor & was ist daran unredlich?
Ich bin doch gar kein Verfechter einer Spritpreisbremse.
Auch und gerade weil viele eben ihr Verhalten ändern können. ÖPNV, Fahrgemeinschaften.

Und langfristig können auch einige näher an die Arbeit ziehen.

Es gibt aber mit Sicherheit auch Millionen, die auf das Auto angewiesen sind & nicht mega geil verdienen.
Ja, langfristig wünsche ich mir auch da eine Lenkungswirkung, dass die Leute ggf. an einen besseren Ort ziehen, ÖPNV mehr genutzt & ausgebaut wird etc. -- aber das passiert nicht von heute auf morgen.

Du weißt überhaupt nichts über die Verteilung Stadt / Land innerhalb dieser Gruppen. Jedes mal wird dann eine Krankenschwester oder Kindergärtnerin rausgesucht, die angeblich 60 km pendeln muss. Als ob es keine anderen Kitas oder KHs (oder andere Jobs) im Radius von 60 km gäbe. Die billigen Transportkosten führen zu völlig falschen Allokationen, weil es machbar ist. Von der Grafik oben haben wir gesehen, dass 50 % unterhalb von 10 km pendeln.

Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass ein großer Teil der deutschen keinen Supermarkt unterhalb von 10 km erreichen kann. Das ist eventuell umständlicher aber nicht unmöglich. Und sonst treibt einen die wöchentliche Fahrt dahin nicht in den Ruin.
Richtig, der Supermarkt alleine nicht.
Aber du unterschätzt vielleicht, wie viel auf dem Land oft nur mit Auto geht.
Nicht nur Arbeit & Einkauf, sondern auch Kinder & Sozialleben.
Und ja, da kann man mal zurückstecken.

Aber gleichzeitig finde ich zumindest die Überlegung und Diskussion, wie man zielgerichtet helfen kann.
Gerade weil ich eben nicht dem unnötigen Autofahrer in Hamburg oder München helfen möchte, würde ich eben eher in die Richtung denken, Menschen in einer gewissen Einkommensspanne gezielt zu helfen.

Ob man dass dan über eine Änderung an Steuern & Abgaben, oder direkte Benefits macht, ist dann eine interessante Frage. Was ist das unbürokratischste Vehikel?

Aber wenn es easy ginge (und ich sage damit nicht dass es easy ist), dann fände ich schon interessant, die Mehreinnahmen des Staates durch steigende Spritpreise an die arbeitende Bevölkerung unter Einkommensschwelle X umzuverteilen.
 
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Wie genau würden solche Kontrollen funktionieren?

Wie kommt so ein Effekt eigentlich am Markt zustande, wenn wir kein Kartell unterstellen: Wissen die Mineralölkonzerne einfach, dass eh das gesamte Öl abgekauft wird und gehen deshalb mit den Preisen hoch?
 
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