Serien Vorstellungs- und Empfehlungsthread

Mitglied seit
10.05.2003
Beiträge
4.702
Reaktionen
110
Erster Punkt würde ich widersprechen. Du darfst jede Serie doof finden und kritisieren. Hängt jetzt natürlich davon ab, was genau man kritisiert; dafür kann man natürlich auch wiederrum Kritik bekommen. "In der Adaption wird Charakter x, der im Buch als weiß dargestellt wird, von einer schwarzen Person gespielt." ist für mich erst dann valide Kritik, wenn die Hautfarbe des Charakters wichtig für die Story ist. Was in den meisten Fällen der Kritik, so zumindest kriege ich das mit, nicht der Fall ist.

Was gilt für dich als wichtig für die Story? Wenn in WoT in den Zweiflüssen z.B. jeder immer in Adidas Trainingsanzügen und Turnschuhen herumläuft, und die Taverne McDonalds heist und ein Goldenes M als Logo trägt, wäre es für dich valide das zu kritisieren? So weit ich sehe ist die Kleidung völlig irrelevant für die Story, und auch der Name der Taverne spielt keine Rolle.

Z.B. die Diskussionen um James Bond: Dass es bescheuert wäre, wenn James Bond von einer Frau oder von Peter Dinklage gespielt werden würde sehe ich ein, dann sollte man einen neuen 007 Charakter entwickeln. Dass es bescheuert wäre, wenn Bond von Idris Elba gespielt wird finde ich dagegen absurd. "Ian Flemming hat ihn aber als weißen Briten beschrieben" reicht mir persönlich als Begründung dafür nicht aus, aber da sind die Menschen wohl unterschiedlich.

Ich fände einen schwarzen Bond eher schlecht. Es gibt einfach keinen Grund dafür, niemand kann mir erzählen dass es keine geeigneten weißen Schauspieler gäbe, es ist einfach eine Änderung des source materials ohne jegliche Not. Das ist einfach unnötiger Quatsch. Ich fände es aber auch nicht so besonders schlimm, jedenfalls deutlich besser als der Mist in WoT, Witcher und wahrscheinlich Lotr. Der Unterschied ist, dass die Welt und die Story mit einem schwarzen Bond genauso funktioniert (solange es in der Gegenwart spielt). Es gibt keinen Grund warum ein englischer Topagent nicht schwarz sein sollte. Ein etwas isoliertes Gebiet wie Shire oder Zweiflüssen, mit relativ kleiner Bevölkerung macht hingegen überhaupt keinen Sinn wenn es so super divers ist.

Naja dann haben wir da offensichtlich unterschiedliche Definitionen. Wenn etwas aus rein monetären Gründen gemacht wird, dann ist die Ideologie dahinter Geld zu machen und nicht eine andere Ideologie zu bedienen. Und wie du weiter unten sagst: Wenn der Fokus zu sehr darauf liegt, Geld zu verdienen (Stichwort: Mainstreamtauglichkeit) anstatt ein künstlerisch anspruchsvolles Produkt zu erzeugen, dann leidet darunter die Qualität. Warum da jetzt "woke" als Ideologie eine "absolut zentrale Rolle" spielt, verstehe ich nicht. Imo ist "Wokeism" da ein komplett austauschbares Token im Vergleich zu den anderen Punkten, die bedient werden um Geld zu verdienen, siehe aktuell z.B. die drölfzigste lieblose Comic-Verfilmung. Da mache ich ja jetzt auch nicht Comic-Bücher für verantwortlich.

Dann nenn es meinetwege aus monetären Gründen, das ändert aber nichts an dem Fakt dass die Ideologie Hauptverantwortlich ist. Gäbe es die Ideologie nicht würde Amazon nicht erwarten mit dem Bedienen der Ideologie Geld machen zu können.
Und ich verstehe nicht was jetzt Comicverfilmungen damit zu tun hat. Wokeism ist mitverantwortlich für schlechte Filmen und Serien. Niemals habe ich oder sonst irgender behauptet dass es der einzie Grund ist, und ohne alle Serien und Filme super gut wären. Es gibt genug andere Gründe warum eine Serie scheiße sein kann, nur gehts um die gerade nicht.


Das ist eine triviale Aussage der keiner widersprechen wird. Die zentrale Frage ist, wie man "passend besetzt" definiert und was das für einen persönlich bedeutet, und da scheiden sich die Geister natürlich. Du hast Recht, es gibt hier Ideologie. Die ist aus meiner Sicht aber auf beiden Seiten vorhanden. Die "anti-woke" Bewegung hat auch sehr ideologische Anteile die besagen, dass passend besetzt bedeutet, es soll so besetzt sein wie es schon immer gewesen ist. Dafür gibt es in 99% der Zeit aber keinen guten Grund, weil sich z.B. über die Hautfarbe von fiktionalen Charakteren gestritten wird.
Dieses Argument scheint mir sehr unehrlich zu sein. Das ein Fan eines Werkes bei einer Verfilmung des Werkes gerne hätte dass man sich an das Original hält und keine willkürlichen Änderungen am Setting macht als Ideologie zu bezeichnen ist extrem weit hergeholt. Ist es auch eine Ideologie wenn man keine Scheiße essen will?
Es gibt vielleicht einen absolut minimalsten Anteil an Leuten die wirklich aus ideologischen Gründen generell keine schwarzen Charaktere sehen will, wie winzig dieser Anteil ist zeigt aber der enorme Erfolg von Serien wie Arcane. Komischerweise gibt es bei guten Serien wo das casting zum setting passt, die Millionen von Trollen nicht die die Sachen immer nur deswegen schlecht bewerten weil sie ja keine Frauen und Schwarze sehen wollen.

Ich darf natürlich der Meinung sein, dass es z.B. keine schwarzen Hobbits im Shire geben darf, weil Tolkien nichts in der Hinsicht geschrieben hat. Das empfinde ich aber als die deutlich ideologischere Position als die Haltung, dass es Tolkiens Gesamtwerk nicht verfälscht, wenn man schwarze Hobbits in eine Geschichte einbaut.
Das wirft ein paar Dinge durcheinander. Die Gegenthese von "keine schwarzen Hobbits im Shire" ist nicht "es verfälscht die Geschichte nicht wenn man schwarze Hobbits in eine Geschichte einbaut".
Nach meiner Meinung, und nach dem was ich so gelesen habe, von so ziemlich allen Leuten die dieses diversity casting kritisieren wäre es kein Problem schwarze Hobbits in eine Geschichte einzubauen. Nur bitte nicht in der Art dass sie random im shire zu spawnen scheinen, das macht nämlich überhaupt keinen Sinn und passt nicht zum Setting.
Wenn es schwarze Hobbits gibt, dann wahrscheinlich in einer Gegend die wesentlich mehr Sonne sieht, und in der Gegend sind dann wahrscheinlich alle schwarz. Und wenn ein solcher im Shire auftaucht braucht er einen guten Grund für die lange Reise und warum er da bleibt (der soll bitte nicht sein "weil wir gerne einen schwarzen Hobbit sehen wollten").

Zu erwarten dass die Welt bitte Sinn machen soll und nicht der Vorlage widersprechen ist keine Ideologie, und erst recht nicht mehr Ideologie als die Forderung dass alles überall unbedingt ganz super divers zu sein hat, ohne jegliche Begründung im Setting zu haben. Diese Behauptung ist einfach absurd (und natürlich offensichtlich ideologisch geprägt).
 
Mitglied seit
10.05.2003
Beiträge
4.702
Reaktionen
110
Genau sowas verstehe ich unter "Schwachsinnsargument". Das ist ne verfickte Fantasywelt und wir reden über eine FantasyRASSE. Lass da von mir aus die Hautfarbe durch was anderes beeinflusst sein als Sonne, als wäre das nicht möglich.
Das finde ich so sinnvoll wie zu sagen: "Bäh LOTR 3 ist Blödsinn, da gibts ne Armee der Toten. Voll unwissenschaftlich und so!"
Du magst fantasy nicht besonders oder?
Fantasy heißt nicht "es gibt keine logik und alles funktioniert irgendwie völlig random". Eine gute fantasy Welt funktioniert nach anderen Regeln, aber sie ist in sich konsistent, und die Regeln werden zumindest implizit bekanntgegeben.. Die Änderungen der Regeln sind dafür da damit die Welt interessanter wird, die Story funktioniert.
Ja es ist möglich dass sich die Hautfarbe anders als durch die Sonne bestimmt. Aber es sollte trotzdem einen Grund geben, irgendwas das irgendwie Sinn macht. Ich gehe stark davon aus dass es hier für keinen geben wird, einige Zwerge sind halt völlig zufällig schwarz und das ist Mist.

Noch schlimmer ist übrigens dass die keinen Bart trägt.
"no Man nor Elf has ever seen a beardless Dwarf - unless he were shaven in mockery, and would then be more like to die of shame... For the Naugrim have beards from the beginning of their lives, male and female alike..."
Null Respekt vor der Vorlage.
 

Benrath

Community-Forum
Mitglied seit
19.05.2003
Beiträge
18.454
Reaktionen
322
asd
Das wirft ein paar Dinge durcheinander. Die Gegenthese von "keine schwarzen Hobbits im Shire" ist nicht "es verfälscht die Geschichte nicht wenn man schwarze Hobbits in eine Geschichte einbaut".
Nach meiner Meinung, und nach dem was ich so gelesen habe, von so ziemlich allen Leuten die dieses diversity casting kritisieren wäre es kein Problem schwarze Hobbits in eine Geschichte einzubauen. Nur bitte nicht in der Art dass sie random im shire zu spawnen scheinen, das macht nämlich überhaupt keinen Sinn und passt nicht zum Setting.
Wenn es schwarze Hobbits gibt, dann wahrscheinlich in einer Gegend die wesentlich mehr Sonne sieht, und in der Gegend sind dann wahrscheinlich alle schwarz. Und wenn ein solcher im Shire auftaucht braucht er einen guten Grund für die lange Reise und warum er da bleibt (der soll bitte nicht sein "weil wir gerne einen schwarzen Hobbit sehen wollten").

Zu erwarten dass die Welt bitte Sinn machen soll und nicht der Vorlage widersprechen ist keine Ideologie, und erst recht nicht mehr Ideologie als die Forderung dass alles überall unbedingt ganz super divers zu sein hat, ohne jegliche Begründung im Setting zu haben. Diese Behauptung ist einfach absurd (und natürlich offensichtlich ideologisch geprägt).

Ich find das halt son minor detail, ob es schwarz hobbits im Shire gibt nicht oder nicht. Es eine fiktionale Serie.
Deswegen versteh ich auch nicht die Aufregung um Bridgerton.
Es ist eine rein fiktionale Serie in der alles auf den Kopf gestellt wird. Wen kümmert es ob der König schwarz ist.

Noch schlimmer ist übrigens dass die keinen Bart trägt.
"no Man nor Elf has ever seen a beardless Dwarf - unless he were shaven in mockery, and would then be more like to die of shame... For the Naugrim have beards from the beginning of their lives, male and female alike..."
Null Respekt vor der Vorlage.
Richtig. Aber dann geht es nicht um diverses Casting, sondern wie anal man der Vorlage folgen möchte.

Edit. wo ich jetzt das Video von @SFJunky gesehen habe. I disagree.
Für mich hat die Vorlage keinen intrinsischen Wert ansich. Ich seh das wie bei Filmen "based on a true story".
Man übernimmt die Idee und überträgt es ins neue Medium. Die Änderungen sollten in sich konsistent sein und sonst ist mir fast alles egal vor allem wenn es nachgelagerte Punkte sind. Kämpfende Frauen ist imoh auch eine fragwürdige Änderung, es sei denn ich kann sie irgendwie begründen. Das glückt in den wenigsten Fällen. ka. was hier die Erklärung sein wird.
Schwarze Zwerge ist dann, wenn man sich auf die Melanin Punkt stellt eher schlecht begründet. Aber was ist jetzt der sonst große Unterschied des Zwergs wenn er schwarz oder weiß ist. Was verbindest du damit?
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
10.05.2003
Beiträge
4.702
Reaktionen
110
Ich find das halt son minor detail, ob es schwarz hobbits im Shire gibt nicht oder nicht. Es eine fiktionale Serie.
Das ist doch der Punkt den ich gerade gesagt habe: fiktionale Serie ist kein Grund dafür dass es keine innere Logik mehr gibt und die Regeln der Welt beliebig geändert werden. Ein diverses Shire macht mit den Regeln der Welt so wie sie sich aus dem Hintergrund ergeben keinen Sinn. Für mich und wohl für viele andere auch, ist das kein minor detail, es gibt wohl kaum ein detail was schwieriger zu übersehen ist als die Optik der Charaktere. Wenn die überhaupt nicht passt ist es Mist.

Deswegen versteh ich auch nicht die Aufregung um Bridgerton.
Es ist eine rein fiktionale Serie in der alles auf den Kopf gestellt wird. Wen kümmert es ob der König schwarz ist.
Habe von Bridgerton überhaupt nichts mitgekriegt.
Wenn das im echten historischen England spielen soll: Doch ist sehr wichtig.
Wenn da alles absichtlich auf den Kopf gestellt wird und es z.B. auch fliegende Autos im alten England gibt ok, dann ists echt egal wie der König aussieht.

Richtig. Aber dann geht es nicht um diverses Casting, sondern wie anal man der Vorlage folgen möchte.

Wie schon gesagt gibt es mehr als eine Sache die man kritisieren kann.
Wobei ich den Verdacht habe dass wokeism auch hier nicht ganz unschuldig ist. Mit Bart sieht es wahrscheinlich zu sehr nach Mann aus (was ja Gimli schon sagte, die Frauen sind schwer von den Männern zu unterscheiden), und dann hat man optisch keine starken Frauen bei den Zwergen, was ja ganz und gar gegen die Ideologie geht.
 
Mitglied seit
17.10.2006
Beiträge
5.761
Reaktionen
281
Ort
Köln
Was gilt für dich als wichtig für die Story? Wenn in WoT in den Zweiflüssen z.B. jeder immer in Adidas Trainingsanzügen und Turnschuhen herumläuft, und die Taverne McDonalds heist und ein Goldenes M als Logo trägt, wäre es für dich valide das zu kritisieren? So weit ich sehe ist die Kleidung völlig irrelevant für die Story, und auch der Name der Taverne spielt keine Rolle.
Wichtig für die Story ist z.B. die Hautfarbe von Tom Sawyer nicht zu ändern, da dies zentraler Bestandteil der Story ist. Die Hautfarbe von Fringilla in Witcher zu ändern ist kackegal, da es keinen Einfluss auf die Figur oder Handlung hat. Zweiter wichtiger Faktor ist, dass es dem "Spirit" der Vorlage gegenüber treu bleiben soll. Dass tut es bei den von dir beschriebenen Eigenschaften sicherlich nicht. Hab WoT weder geguckt noch gelesen, von daher kann ich deine andere Kritik hier im Thread nicht bewerten. Aber da gab es offensichtlich ja auch unterschiedliche Ansichten zu.

Ich fände einen schwarzen Bond eher schlecht. Es gibt einfach keinen Grund dafür, niemand kann mir erzählen dass es keine geeigneten weißen Schauspieler gäbe, es ist einfach eine Änderung des source materials ohne jegliche Not. Das ist einfach unnötiger Quatsch. Ich fände es aber auch nicht so besonders schlimm, jedenfalls deutlich besser als der Mist in WoT, Witcher und wahrscheinlich Lotr. Der Unterschied ist, dass die Welt und die Story mit einem schwarzen Bond genauso funktioniert (solange es in der Gegenwart spielt). Es gibt keinen Grund warum ein englischer Topagent nicht schwarz sein sollte. Ein etwas isoliertes Gebiet wie Shire oder Zweiflüssen, mit relativ kleiner Bevölkerung macht hingegen überhaupt keinen Sinn wenn es so super divers ist.
Was hat das mit "keinen geeigneten weißen Schauspieler" zu tun? Für mich ist es, siehe oben, sehr einfach:
1. Ist die Hautfarbe von Bond für die Story/ den Charakter relevant? Nein, solange es wie du sagst in der Gegenwart spielt. Einen schwarzen Bond zu Zeiten des kalten Kriegs würde ich auch kritisch sehen.
2. Bleibt es dem Spirit der Vorlage gerecht? Aus meiner Sicht auf jeden Fall.
Das ist für mich Grund genug und damit alles weitere Entscheidung der aktuellen Produzenten. Die Begründung "Änderung des source materials ohne Not darf nicht sein" ist letztlich nur eine Meinung und kein allgemeingültiger Grundsatz. Ich persönlich akzeptiere das nicht. Wir reden hier ja nicht darüber, Flemmings bestehende Fiktion auszuradieren, sondern moderne Adaptionen an die moderne Zeit anzupassen.

Dann nenn es meinetwege aus monetären Gründen, das ändert aber nichts an dem Fakt dass die Ideologie Hauptverantwortlich ist. Gäbe es die Ideologie nicht würde Amazon nicht erwarten mit dem Bedienen der Ideologie Geld machen zu können.
Und ich verstehe nicht was jetzt Comicverfilmungen damit zu tun hat. Wokeism ist mitverantwortlich für schlechte Filmen und Serien. Niemals habe ich oder sonst irgender behauptet dass es der einzie Grund ist, und ohne alle Serien und Filme super gut wären. Es gibt genug andere Gründe warum eine Serie scheiße sein kann, nur gehts um die gerade nicht.
Wir müssen hier wohl agree to disagree akzeptieren. Die Ideologie ist, dass die globalisierte Welt divers ist und traditionelle Rollenbilder überholt; das hat erstmal nichts mit der Qualität von Filmen oder Serien zu tun. Wokeism ist weder für gute noch für schlechte Filme und Serien verantwortlich. Dass Filmstudios auf Teufel komm raus versuchen, diese Ideologie finanziell auszuschlachten ist nicht Schuld der Ideologie und sie da als hauptverantwortlich zu bezeichnen finde ich hanebüchen. Das war auch der Vergleich zu den Comicverfilmungen: Das MCU hat gezeigt wie profitabel Comicverfilmungen sind und seitdem versuchen alle möglichen Filmstudios dieses Konzept auszuschlachten. Dass dabei auch viel Murks rumkommt ist Schuld der Produktionen und Produzenten. Da würdest du Comics an sich genauso wenig mitverantwortlich an den schlechten Medien machen (oder es wäre bescheuert es zu tun). Und daher war mein Argument nicht, dass es auch andere Gründe gibt, sondern dass es nur andere Gründe gibt. Im Falle von angeblich schlechten woke Filmen sind das die gleichen Gründe wie bei z.B. schlechten Comicverfilmungen auch: Token-Charaktere, schwache Story, unglaubwürdiges Verhalten.

Dieses Argument scheint mir sehr unehrlich zu sein. Das ein Fan eines Werkes bei einer Verfilmung des Werkes gerne hätte dass man sich an das Original hält und keine willkürlichen Änderungen am Setting macht als Ideologie zu bezeichnen ist extrem weit hergeholt. Ist es auch eine Ideologie wenn man keine Scheiße essen will?
Natürlich ist das ne Ideologie, weil es unehrlich ist was du behauptest. Wir reden hier über die Adaption von Werken; es werden dutzende, nein hunderte Dinge von Büchern zu Film- oder Serienadaptionen verändert. Manche Änderungen lassen sich aufgrund des Wechsels des Mediums nicht vermeiden, andere sind bewusste Änderungen des Produzenten/Regisseurs.
Das puristische Argument finde ich daher ideologisch, da es absolut willkürlich angewendet wird. Schwarze Hobbits und Elfen sind jetzt pfuibuh, aber ein Comic Relief Gimli oder Surfing Legolas sind cool und dürfen sein. Oder findest du die Jackson Filme Scheiße, weil sie so unglaublich viele Details der Bücher weggelassen und/oder verändert haben? Letztlich darf man das Denken, aber dann müsste man jede Film- oder Serienadaption scheiße finden.

Zu erwarten dass die Welt bitte Sinn machen soll und nicht der Vorlage widersprechen ist keine Ideologie, und erst recht nicht mehr Ideologie als die Forderung dass alles überall unbedingt ganz super divers zu sein hat, ohne jegliche Begründung im Setting zu haben. Diese Behauptung ist einfach absurd (und natürlich offensichtlich ideologisch geprägt).
Natürlich ist ersteres genauso Ideologie, nur eine mit der du offensichtlich übereinstimmst. Eine Erklärung für einen Sachverhalt zu verlangen, der wohlgemerkt der Vorlage nicht widerspricht, und diese auch noch auf unsere Welt zu beziehen (Hautfarbe + Melanin), obwohl es nirgendwo erklärt ist, dass der Haushalt von anderen Rassen in Tolkiens Welt genauso funktioniert und genauso auf andere Spezies übertragbar ist, ist einfach absurd ideologisch geprägt.

Du magst fantasy nicht besonders oder?
Fantasy heißt nicht "es gibt keine logik und alles funktioniert irgendwie völlig random". Eine gute fantasy Welt funktioniert nach anderen Regeln, aber sie ist in sich konsistent, und die Regeln werden zumindest implizit bekanntgegeben.. Die Änderungen der Regeln sind dafür da damit die Welt interessanter wird, die Story funktioniert.
Ja es ist möglich dass sich die Hautfarbe anders als durch die Sonne bestimmt. Aber es sollte trotzdem einen Grund geben, irgendwas das irgendwie Sinn macht. Ich gehe stark davon aus dass es hier für keinen geben wird, einige Zwerge sind halt völlig zufällig schwarz und das ist Mist.

Noch schlimmer ist übrigens dass die keinen Bart trägt.
"no Man nor Elf has ever seen a beardless Dwarf - unless he were shaven in mockery, and would then be more like to die of shame... For the Naugrim have beards from the beginning of their lives, male and female alike..."
Null Respekt vor der Vorlage.
Im Gegenteil, ich bin ein großer Freund von Fantasy und ich kenne das gute alte Argument zu genüge, nur leider greift das hier eben nicht. Ich sage nicht, dass es völlig random ist: Vorgegebene Logik einer Welt sollte schon in sich stimmig sein. Womit ich offensichtlich nicht übereinstimme ist die ideologische Prämisse, dass alle nicht angegebenen Mechaniken implizit genau so funktionieren wie in unserer realen Welt. Und das beziehe ich auf die Hautfarbe der Elfen und Zwerge. Es sollte hierfür eine Erklärung geben, aber weder muss diese genauso sein wie in unserer Welt, noch muss diese Erklärung zwingend Teil der Verfilmung sein und darin vorkommen.
Was den Bart angeht stimme ich übrigens zu, das hält sich nicht an die Vorlage und finde ich auch schade. Hätte gerne alle Frauen mit dicken Bärten gesehen, aber ich vermute das fanden sie dann zu abschreckend für den Mainstream-Gucker. Wegen sowas gehe ich übrigens auch, steht ja oben, davon aus, dass die Serie Mist wird.
 
Mitglied seit
10.05.2003
Beiträge
4.702
Reaktionen
110
-gelöscht da was überlesen, riechtige antwort kommt gleich-
 
Mitglied seit
10.05.2003
Beiträge
4.702
Reaktionen
110
Zweiter wichtiger Faktor ist, dass es dem "Spirit" der Vorlage gegenüber treu bleiben soll. Dass tut es bei den von dir beschriebenen Eigenschaften sicherlich nicht.
Richtig, finde ich auch.
Aber warum nicht? Weil in der Vorlage kein McDonalds oder andere moderne Produkte vorkommen? Weil es keinen Sinn macht dass die Hobbits Nylon erfunden haben? Weil der optische Stil nicht Vorlage passt?
Würde ich überall zustimmen, nur gelten die gleichen Argumente eben auch warum ein total diverses (amerikanisiertes) Zwei Flüssen oder Shire nicht dem spirit der Vorlage entspricht.
Offensichtlich siehst du das anders (ich nehme an weil dir die Ideologie dahinter gefällt ist kein unwesentlicher Anteil, aber egal) aber willst du jetzt wirklich an deiner persönlichen Vorstellung was du zum spirit einer Vorlage zählst entscheiden welche Kritik valide ist und welche nicht? Wenn du "treu gegenüber dem spirit der Vorgabe" als validen Kritikpunkt nimmst, dann musst auch akzeptieren dass andere das mit einer anderen Vorstellung was dem spirit gegenüber treu ist und was nicht machen.
 
Mitglied seit
17.10.2006
Beiträge
5.761
Reaktionen
281
Ort
Köln
Klar, das muss jeder letztlich für sich selbst beantworten. Daher sage ich ja "agree to disagree". Und selbstverständlich entscheide ich dann persönlich, welche Kritik ich valide finde und welche nicht; genauso tust du es ja aber auch. Man kann natürlich versuchen, das irgendwie zu objektivieren, aber am Ende ist das im Kern doch subjektiv.
 
Mitglied seit
16.08.2010
Beiträge
4.766
Reaktionen
375
Also weil hier jetzt schon öfters was zu schwarzen Hobbits im Shire geschrieben wurde: in der Vorlage leben die Hobbits zu Beginn des dritten (!) Zeitalters noch nicht im Auenland, sondern östlich des Nebelgebirges. Ausgehend von Tolkiens Vorgaben dürfte es in der Amazonserie also überhaupt keine Hobbits, weder schwarz noch weiß, im Shire geben :deliver:.

Ich glaube ja, es gibt zwei Arten von Serien/Filmschauern (insbesondere bei Fantasy/sciFi): die erste Gruppe legt vor allem Wert auf das Setting. Da soll die Hintergrundwelt Sinn ergeben, interessant sein und gut ausgearbeitet sein. Die eigentliche Story ist fast nebensächlich. Diese Zuschauer legen besonderen Wert auf Details und sind aufgrund eben solcher Details Fans bestimmter Marken wie zB LotR. Genau deshalb reagieren jene auch so empfindlich auf gewisse Änderungen. Wesentlich weniger würde es die Leute stören, wenn innerhalb der vorgegeben Welt eine komplett neue Story mit völlig ausgetauschten Charakteren erzählt werden würde. Bei LotR zb eine Geschichte über die blauen Magier, die quasi nur mit dunkelhäutigen Menschen Kontakt hatten.

Die andere Gruppe interessiert sich nur für die erzählte Geschichte, die Charaktere, die Dialoge, das Schauspiel etc. Für sie ist die Welt relativ egal, sie fungiert nur als Hintergrund und ist recht austauschbar. Jene Zuschauer können dann auch nicht verstehen wie man sich an Details wie fehlenden Bärten, falschen Symbolen oder Hautfarben stören kann, da sie für die erzählte Geschichte eben völlig nebensächlich sind.

Die meisten werden irgendwo zu beiden Gruppen gehören, aber mit klarem Schwerpunkt.

Die Serie "Arrow" ist jetzt vielleicht nicht unbedingt ein Paradebeispiel für höchste Qualität, aber da hat man es imo richtig gemacht: man wollte auch einen dunkelhäutigen Charakter einführen, die Vorlage hat aber keinen hergegeben. Anstatt einen bestehenden Charakter abzuändern, hat man mit John Diggle eine neue Figur dazu erfunden. Vielleicht habe ich es nur nicht mitbekommen, aber da hat sich glaube so gut wie keiner drüber aufgeregt, obwohl die Serie wahrscheinlich nur von Harcore Nerds geschaut wurde.
 

GeckoVOD

Moderator
Mitglied seit
18.03.2019
Beiträge
2.039
Reaktionen
1.055
Der Kastanienmann

Dänische Krimiserie rund um einen Serienmörder, der vornehmlich "schlechte" Mütter ins Visier nimmt. Typisch nordisch, d.h. ziemlich dunkel, düster und mit relativ wenig Emotionen im Vergleich zu typischen US-Serien. Schöne Abwechslung und in sich stimmig. Scheinbar ist eine zweite Staffel geplant. Mir unklar, ob es die wirklich bräuchte. Fand's gut, würd's empfehlen.

Black Spot / Zone Blanche

Französische Serie, etwas schwieriger zu beschreiben, ohne direkt zu spoilern. Die Serie hat einen guten Touch X-Files, insofern als sehr mit mystischen und mysteriösen Dingen gespielt wird. Es geht um ein nicht näher definiertes Kaff im Nirgendwo, das durch viele Mordfälle auffällt. Außenrum gibt es nur einen Wald, der im Zentrum aller Mordfälle steht. Die Schauspieler sind gut gewählt, die Story entwickelt sich langsam und die Fälle sind spannend. Man sollte allerdings nicht zu viel Tiefgang erwarten und das Niveau nimmt in der zweiten Staffel leider etwas ab - Begründung würde Spoiler bedeuten, dafür bin ich zu faul. Das Ding weiß trotzdem zu unterhalten.

Deadwood

Weihnachtsgeschenk, den Film (noch) nicht geschaut. Klassische HBO-Serie um die gleichnamige Stadt in den (nicht-)USA zu Zeiten des Goldrausches. Langsames Pacing ohne echtes Ende, dennoch ein kleines Highlight. Mochte die Serie auch beim zweiten Mal schauen sehr. Bin gespannt ob der Film was kann, erwarte aber nichts.
 
Mitglied seit
10.05.2003
Beiträge
4.702
Reaktionen
110
Auf Netflix gibt es Guardians of Justice.
Ich weiß gar nicht genau wie man es am besten beschreiben soll. Es ist eine Parodie der DC Helden (Knight Hawk = Batman, Golden Godess = Wonderwoman, speed = flash, tsunami = aquaman usw.), ein mix verschiedener optischer stile, absichtlich ziemlich trashig. Hat auf imdb ziemlich mixed reviews, aber ich finde es irgendwie unterhaltsam.

Mein Favorit ist Christopher Judge als President Nicholas Nukem. Ist zwar eher eine Nebenrollen, aber besser hätte man die kaum casten können :rofl2:
 
Mitglied seit
10.05.2003
Beiträge
4.702
Reaktionen
110
Hab Guardians of Justice jetzt durch. Wirklich kurzweilig.

Mit der Optik bin ich nicht ganz zu frieden, der Wechsel zwischen den verschiedenen Stilen ist einfach zu wild, ein bisschen Konsistenz hätte mir hier besser gefallen.
Dafür hat sich die story richtig gut entwickelt. Nachdem die Charactere so offensichtlich von DC geklaut sind, dachte ich ja dass es sich konstant auf dem Niveau einer Parodie bewirkt, ist aber dann tatsächlich ernst geworden.


Insbesondere das Ende hat mir sehr gut gut gefallen.
Achtung, schwerwiegende spoiler des Endes
Es haben sich immer mehr Hinweise ergeben was mit MM los war, das Ergebnis kommt nicht aus dem nichts, und war trotzdem überraschend. Das Skript vermeidet es klar Position zu beziehen was falsch und richtig ist gerade bei der story sehr angenehm dass es nicht auf ein belehrendes "und dann haben alle erkannt dass schwulenfeindlichkeit schlecht ist und hatten sich doll lieb" rausläuft, es gibt keine gute Lösung, nur eine pragmatische bei der man sich streiten kann ob der Zweck die Mittel heiligt oder nicht, oder es vielleicht einen besseren Weg gegeben hätte.
Dass little Wing am Ende Speed tötet hat mich sehr angenehm überrascht. Dass er mit dem Vorschlag des Angriffsplans in Atticus Auftrag handelt war klar, aber ich hatte hier das Klischee "er erkennt seine Liebe und dass sie aus edlen Motiven handelt, erträgt es nicht sie zu töten und stellt sich gegen Atticus" erwartet (nicht weil das logischte ist, einfach weil es das Klischee ist). Dann seine Frage "are you proud of me" als er ihre Wirbelsäule in der Hand hält. Tolle Szene.
Wie gut Derek Mears gespielt hat ist mir auch jetzt erst bewusst wenn man weiß wer awesome man ist
 
Mitglied seit
17.10.2006
Beiträge
5.761
Reaktionen
281
Ort
Köln
Peacemaker
Hab ich gestern zuende geschaut, kann man sich geben, ist aber kein "must see". Ich fand den letzten Suicide Squad Film ganz unterhaltsam und in ähnlicher Art und Weise läuft auch die Serie ab (ebenso von James Gunn geschrieben). Leichte Unterhaltung mit Lachern hier und da. Für Genrefreunde sicherlich nicht verkehrt, wer keinen Bock auf die Art hat sollte aber die Finger davon lassen.

6/10
 
Mitglied seit
13.02.2003
Beiträge
4.240
Reaktionen
176
Ort
Münster
Inventing Anna

Julia Garner spielt eine vermeintliche deutsche oder russische Großerbin, die sich in die High Society von New York eingeschlichen hat und durch Betrug (?) auf Kosten der Superreichen gelebt hat. Jetzt sitzt sie im Knast und eine Journalistin will herausfinden, was da eigentlich passiert ist und wer Anna genau ist.

Julia Garner war bei Ozark besser. Das hier ist oberflächlicher Mist. 3/10
 

Benrath

Community-Forum
Mitglied seit
19.05.2003
Beiträge
18.454
Reaktionen
322
Finds eher krass wie sie bei solchen Serien dünne Stories ewig breit über drölf Folgen erzählen, die man auch in einem ntel der Zeit erzählt werden könnten.
 

pinko

Administrator
Mitglied seit
21.10.2008
Beiträge
18.205
Reaktionen
2.797
Ort
München
Hab gestern die 1. Staffel von Russian Doll (heißt in D "Matrjoschka") geschaut. Prämisse klingt erstmal wie Groundhog Day, aber dann wird die Serie recht schnell eigenständig und kreativ. Die Hauptdarstellerin ist absolut großartig. Zu Beginn ist die Serie noch eher lustig / absurd, gg. Ende hin wird es dann ernster. Gibt grade bzgl. Humor ein paar kleinere Hänger, aber insgesamt ist das ne sehr gut durchdachte und unterhaltsame Geschichte. Sind auch nur 8 Folgen a 30 Minuten.

Edit: Season 2 ist deutlich schwächer, da wurde zu viel in zu engen Raum gepresst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
10.05.2003
Beiträge
4.702
Reaktionen
110
Habe ich zufällig auch gerade gesehen. S1 hat mir wirklich sehr gut gefallen, absolute Zustimmung zur Hauptdarstellerin, die ist super, aber auch viele der anderen Charaketere sind sehr gut dargestellt.
Von S2 habe ich bisher nur die erste Folge gesehen, finde ich auch schwächer so weit. Es ist irgendwie noch absurder aber ohne dass die Charaktere angemessen darauf reagieren. Irgendwie sieht die Hauptdarstellerin auch stark anders aus, musste erst mal nachschauen ob es wirklich die gleiche Person ist.
 
Mitglied seit
05.08.2002
Beiträge
12.745
Reaktionen
10
Ort
Leverkusen
hat schon jemand die halo serie gesehen? befürchte schlimmes, aber bewertungen sind ja garnich so kacke
 
Mitglied seit
29.10.2002
Beiträge
7.766
Reaktionen
63
Ich hab darüber bis jetzt nur abgrundtief schreckliches gelesen. Zumindest wenn man tatsächlich Halo erwartet.
 
Mitglied seit
16.08.2010
Beiträge
4.766
Reaktionen
375
Der Tenor ist eigentlich: ganz brauchbare SciFi Serie, aber zu weit weg von der Vorlage. Damit teilweise enttäuschend für Fans.
Wobei die Spiele imo als 1:1 Umsetzung auch nicht viel hergeben. Sind ziemliche straight forward Shooter mit "zweckdienlicher" Story. Von daher fand ich es ganz gut, dass man sich Freiheiten genommen hat (mal ehrlich, was soll das denn für ne Serie sein, wo der Protagonist nur 3 Sätze pro Folge droppt und ansonsten nur rumballert).

Als Science Fiction Fan fand ich die Serie okay, muss man aber auch nicht gesehen haben.
 
Mitglied seit
27.06.2006
Beiträge
1.523
Reaktionen
29
Hab mir die neue Resident Evil Serie auf Netflix mal angeguckt, trotz vernichtender Zuschauerwertungen.
So schlecht wie die Serie gemacht wird, ist sie echt nicht. Sie spielt allerdings in 2 Zeitebenen und die passen nicht so wirklich zusammen. Ein Zeitstrang spielt 2022 vor dem erneuten Ausbruch des Virus (aber nach vorangegangenen Ereignissen aus den RE Games) und ein Zeitstrang ist 2036 nach dem Ausbruch. Der Zeitstrang in der Gegenwart geht ein wenig zu sehr in Richtung Klischee-Teeniedrama mit Mystery Elementen (wird aber durch den Wesker-Darsteller erträglich), aber die Zukunftsstoryline ist schon ganz ok. Insgesamt ist die Qualität der Serie nicht konstant genug...
Ich würde da 6/10 geben, mit weniger Teeniedrama und mehr Survivalhorror könnte es auch ne 7/10 werden. 3/10 wie bei IMDB ist jedenfalls dann doch zu schlecht.
 
Mitglied seit
17.10.2006
Beiträge
5.761
Reaktionen
281
Ort
Köln
We Own This City
hdtvtmj3x.jpg


Neueste Serie von David Simon, dem Macher von The Wire. Spielt wieder in Baltimore, diesmal über die wahre Geschichte der Gun Trace Task Force und deren Fall. Letztlich viele altbekannte Themen aus The Wire: (systemische) Polizeikorruption, Drogenkrieg (politisch und auf der Straße) und Rassismus. Hauptrolle spielt Jon Berntal, sollte allen bekannt sein. Allgemein gute schauspielerische Leistung, wobei der Fokus hier eindeutig mehr auf der Geschichte und dem zugrunde liegenden System als auf den Charakteren liegt.
Typisch David Simon werden dabei alle möglichen Facetten beleuchtet: Die korrupten, gewalttätigen Polizisten genauso wie die korrupte, unfähige Politik und die fehlerhaften, zugrundliegenden Dogmen. Am Ende bleibt nur eine gewisse Hilflosigkeit ob des komplett zerrütteten, in
sich verfaulten Systems. Insgesamt hervorragendes Writing.
Mir hat es doch nochmal vor Augen geführt, dass Waffenbesitz und mangelnde Polizeiausbildung in den USA zwar ein Teil des Problems sind, aber bei weitem nicht das einzige und es auch nicht alleine lösen könnten. Keine Ahnung was da noch helfen kann.

Hat mich trotzdem gut unterhalten und ist mit 6 Folgen auch überschaubar lang. Wer Interesse an solchen Serien hat, dem kann ich sie nur ans Herz legen. 8,5/10
 
Mitglied seit
16.08.2010
Beiträge
4.766
Reaktionen
375
Hab mir die neue Resident Evil Serie auf Netflix mal angeguckt, trotz vernichtender Zuschauerwertungen.
So schlecht wie die Serie gemacht wird, ist sie echt nicht. Sie spielt allerdings in 2 Zeitebenen und die passen nicht so wirklich zusammen. Ein Zeitstrang spielt 2022 vor dem erneuten Ausbruch des Virus (aber nach vorangegangenen Ereignissen aus den RE Games) und ein Zeitstrang ist 2036 nach dem Ausbruch. Der Zeitstrang in der Gegenwart geht ein wenig zu sehr in Richtung Klischee-Teeniedrama mit Mystery Elementen (wird aber durch den Wesker-Darsteller erträglich), aber die Zukunftsstoryline ist schon ganz ok. Insgesamt ist die Qualität der Serie nicht konstant genug...
Ich würde da 6/10 geben, mit weniger Teeniedrama und mehr Survivalhorror könnte es auch ne 7/10 werden. 3/10 wie bei IMDB ist jedenfalls dann doch zu schlecht.
Ich glaube die Serie wäre besser bewertet, wenn nicht Resident Evil drauf stehen würde. Durch das Franchise werden halt gewisse Erwartungen geweckt und wenn die nicht erfüllt werden, sind die Fans sauer.
 
Mitglied seit
27.06.2006
Beiträge
1.523
Reaktionen
29
Davon gehe ich auch aus. Ich weiß aber nicht wirklich, was diese Erwartungen denn wären. Man hat in der Zukunftsstoryline die übliche Zombiestory mit recht ordentlichen Gore-Szenen und in der Gegenwart gehts um Umbrella, das Virus und co. Ja, es gibt Gen Z Teenager die sich wie Gen Z Teenager verhalten, das war auch mein größter Kritikpunkt, aber solche Charaktere hab ich dann auch schon schlimmer gesehen.
Bisher hab ich öfter gelesen, dass die Serie zu "woke" sei - das beschränkt sich dann aber auch darauf, dass Wesker jetzt schwarz ist (das wird in der Serie nicht mal thematisiert, ist halt einfach so). Also ich weiß nicht wirklich, was die Fans da erwarten? Ein Shot by Shot Remake der einzelnen Spiele?
 

pinko

Administrator
Mitglied seit
21.10.2008
Beiträge
18.205
Reaktionen
2.797
Ort
München
Vorweg: Ich hab die Spiele nie wirklich gespielt. Hab die Serie letztes Wochenende geschaut. Mein größter Kritikpunkt ist, dass alle Charaktere außer Wesker nerven. Am schlimmsten ist die erwachsene Jade, die praktisch IMMER das Dümmstmögliche macht. Ansonsten war das Script auch ziemlich Banane, da wurde mMn viel Potenzial verschenkt, weil man (wieder mal) auf Soap-Drama gesetzt hat. Die Entwicklungen bei Umbrella reduzieren sich auf "böse Corporate-Bitch macht böse Dinge". Alles in allem schon ein ziemliches Desaster, auch die Musik war z.T. völlig daneben. Die Serie weiß irgendwie nie so recht, was sie eigentlich sein will. Bisschen Teenie-Drama, bisschen Horror, bisschen Thriller, aber nix richtig.
 
Mitglied seit
12.07.2001
Beiträge
32.917
Reaktionen
40
Netflix macht halt bevorzugt Serien für weibliche Teenager/Twentysomethings weil anscheinend die größte Zielgruppe, ist doch klar dass sie ihre Produktionen auf dieses mehrheitlich anspruchslose Publikum (welches eh nie richtig zuschaut sondern die halbe Zeit auf Social Media oder in Messengern verbringt) zuschneiden. Dass dann in der Regel höhepunktfreier Schmonsens rausgepresst wird verwundert da imho nicht wirklich.

Sich als Fan (bezüglich Resident Evil würde ich mich dazuzählen) darüber zu ärgern ist aber auch Unfug. Schaue ich halt nicht und gut ist, ich muss ja nicht alles aus dem Franchise aufsaugen. Mag z.B. auch auf „echt“ getrimmte Animationsfilme meistens nicht und habe daher die entsprechenden RE-Filme auch nicht bzw. nur teilweise geschaut, obwohl die ja recht nah an den ursprünglichen Spielen sind.

Und wie Schlemmer schon sagt, ein Shot-to-Shot Remake wäre bzw. ist auch nicht der heilige Gral. Der letzte Film „Welcome to Racoon City“ war ja quasi bis auf kleine Details eine 1:1-Verfilmung der ersten beiden Spiele. Fand den auch als Fanboy ganz gut, aber kannte halt eh alles was passieren wird und wenn man nur passiv zuschaut statt zu spielen kommt halt einfach deutlicher rüber, was für ein Trash das im Grunde ist, weil die „Anspannung“ des selber drin seins fehlt :deliver:
 
Mitglied seit
16.08.2010
Beiträge
4.766
Reaktionen
375
und wenn man nur passiv zuschaut statt zu spielen kommt halt einfach deutlicher rüber, was für ein Trash das im Grunde ist, weil die „Anspannung“ des selber drin seins fehlt :deliver:
Das ist halt auch so eine Sache, die viele Spielefans dann nicht wahrhaben wollen: es gibt viele Spiele, deren Stories für sich genommen einfach nicht viel hergeben. Die Geschichten dienen oft ja nur als Ankerpunkt für das Gameplay, das in einem Film aber eben komplett wegfällt. Und ich würde jetzt mal behaupten, die RE Spiele haben ihre Fangemeinde eher über das Spielerlebnis als über die Story gewonnen.
War imo bei der Halo Serie ähnlich.
 

pinko

Administrator
Mitglied seit
21.10.2008
Beiträge
18.205
Reaktionen
2.797
Ort
München
Das ist halt auch so eine Sache, die viele Spielefans dann nicht wahrhaben wollen: es gibt viele Spiele, deren Stories für sich genommen einfach nicht viel hergeben. Die Geschichten dienen oft ja nur als Ankerpunkt für das Gameplay, das in einem Film aber eben komplett wegfällt. Und ich würde jetzt mal behaupten, die RE Spiele haben ihre Fangemeinde eher über das Spielerlebnis als über die Story gewonnen.
War imo bei der Halo Serie ähnlich.
Imho eignen sich am ehesten noch lineare Spiele, deren Fokus auf der Geschichte liegt, für Verfilmungen. Aber selbst da stellt sich die Frage, warum eine Verfilmung überhaupt notwendig ist. Ich erwarte ja auch nicht, dass jemand aus meinen Lieblingsfilmen Musicals macht. (Passiert zum Glück auch nicht.)

Bzgl. Netflix: Was ich nicht verstehe, ist, was sie mit RE eigentlich erreichen wollten. Sofern es außer "Abos halten" überhaupt ein Ziel gab. Für Fans der Spiele ist die Serie ein Verbrechen. Für Leute, die auf Horror oder Scifi stehen, ist sie viel zu sehr billiges Drama. Und für Leute, die auf Drama stehen, ist das Drama zu schlecht. Bleiben also wirklich nur die von Kuma erwähnten Nebenbeigucker. Schöne neue Welt.
 
Oben