Russland mal wieder

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Ja geht so. Eine Pipeline kann man nicht einfach zu machen, so den Hahn sprichwörtlich zudrehen. Gerade bei Gas entsteht sonst ein Überdruck, man muss gleich die Förderung am produzierenden Gasfeld einstellen. Einmal offline ist dann die Pipeline leer und die muss vor Reaktivierung komplett in ganzer Länge gecheckt werden, ob sie irgendwo leckt. Und bis das geschafft ist, war das Gasfeld so lange offline, dass das Förderequipment durch Stillstand nicht mehr taugt.
Kurzum: wenn der Russe das Gas abstellt, ist das Gas mittel- bis langfristig weg. Für alle.
Quelle:
 
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Kennt sich jemand aus, wie das beim Öl ist?
Röttgen meinte bei Lanz sowas wie: Bei EU-Embargo könnte Russland die überschüssigen Mengen nicht lagern, sondern müsste auch die Produktion drosseln bzw. einstellen, was die Quellen langfristig unbrauchbar machen würde.
Klingt zu schön, um wahr zu sein.
#EmbargoJetzt
 

parats'

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Das Russland über keine nennenswerte Lager-Infrastruktur für Rohöl verfügt hatte ich auch schon vernommen. Allerdings gab es letzte Woche die Meldung, dass Indien wohl 1/4 der gesamten Fördermenge abnimmt.
 
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Mit Öl verhält es sich ähnlich, die Ursachen sind nur anders. Das Problem beim Öl ist, dass es irgendwie von Russland nach Indien gelangen muss.

Die großen russischen Pipelines gehen nach Westen, also quasi zu uns und unseren Freunden. Es gibt interne Pipelines und dann das Pipelinesystem nach China, die Ostsibirien-Pazifik-Pipeline. Es gibt keine Pipeline nach Indien und das westrliche und östliche Pipeline-System nicht nicht verbunden.
Die Ostsibirien-Pazifik-Pipeline verläuft durch dünn besiedelte Gebiete und ist technisch sehr anspruchsvoll, d.h. das ist moderne, postsowjetische und westliche Technologie, die russisches Know-How übersteigt. Als die westlichen Öl-Firmen Russland verlassen haben, gingen auch die Leute mit dem technischen Verständnis, was das alles ist und wie das geht. Durch diese Pipeline wird daher eher weniger Öl fließen als mehr.
Das Öl, das bisher in den Westen geflossen ist, kann über das interne Pipeline-System zu zwei Häfen umgeleitet werden: St. Petersburg und Novorossisk. Novorossisk ist ein Flachwasserhafen, da können keine Supertanker anlegen. Und selbst wenn - Novorossisk liegt im Schwarzen Meer, die türkische Meerenge ist für die Kriegsdauer für Russen geschlossen. Außerdem ist das Schwarze Meer eine Kriegszone, die Schiffe lassen sich deswegen nicht versichern. Bei St. Petersburg ist das Problem ganz ähnlich. Die Schiffe von dort müssen durch die dänische Meerenge, und Dänemark als NATO/EU-Mitglied kann das ganze easy unterbinden. Kapitäne in der Ostsee weigern sich außerdem, in russischen Häfen anzulegen und Hafenarbeiter bearbeiten keine russische Fracht. Unbd selbst wenn das alles irgendwie gelöst werden könnte, werden die Schiffe nicht durch den Suez-Kanal dürfen sondern müssen um ganz Afrika herum, was den Spaß langsam und teuer macht. Selbst mit einem 30%-Rabatt auf russisches Öl wäre das kein Schnäppchen.
 
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Man wollte doch das Öl von Wladiwostok aus über Asien verschiffen. Das ist natürlich auch weder billig noch schnell aber wenigstens ohne politische Hürden. Insofern glaube ich durchaus, dass Indien ein Ölembargo torpedieren könnte.
 
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Das Öl von Wladiwostok gehört zum östlichen Pipeline-System, das China beliefert. Das Wladiwostok-System ist nicht mit dem Westen verbunden. Das Öl, das vorher in die EU geflossen ist, lässt sich nicht aus Wladiwostok verschiffen.
 
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Na, die Frage ist jetzt wie lange es dauert, diese Verbindung herzustellen. Ist ja nicht so, dass ein Embargo von heute auf morgen in Kraft träte. Wie ausgelastet ist das östliche Pipelinesystem, welche Kapazitäten lassen sich übergangsweise über die Schiene oder sogar Trucks transportieren und ggf. dort einspeisen? Nur weil die Transportwege komplizierter werden sehe ich darin noch keinen Dealbreaker. So lange es Käufer gibt, werden sich wohl Lösungen finden lassen, wenn auch möglicherweise zu Dumpingpreisen und in reduziertem Umfang.
 
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Das östliche System transportiert den Output der sibirischen Felder. Deren Betrieb unterlag den Leuten von Exxon, Halliburton & Co., bis die aus Russland abgezogen wurden. Die Anlagen sind hochkomplex und übersteigen russisches Know-How. Wahrschedinlich gelingt nichtmal eine sachgerechte Wartung.
Die beiden Systeme zu verbinden bedeutet, "mal eben" 2000 Kilometer Pipeline zu legen, undzwar durch unbewohntes, unwirtliches Terrain abseits der Zivilisation. Auch hier ist zu bezweifeln, dass das technische Know-How innerhalb Russlands vorhanden ist, die haben nicht umsonst ausländische Kräfte mit dem östlichen Fördersystem betraut. Selbst wenn das Wissen dafür da wäre, sollte das Projekt mindestens 10 Jahre oder länger dauern und mal über den Daumen geschätzt 15 Millarden Euro oder so kosten, also zusätzlich zum ohnehin teuren Krieg unter Sanktionen. Daraus wird nichts.
Transportwege über die Schiene ist möglich. Das Gleis ist größtenteils 2spurig, da ist die Kapazität schonmal begrenzt. In einen Kesselwagen passen 120 Liter. Davon kann man natürlich mehereaneinanderhängen. Der Weg von z.B. St. Peterburg nach Wladiwostok dauert 7 Tage. Wenn dort einer Supertanker wartet, der Öl nach Indien bringen soll, will der so um die 652.000.000 Liter mitnehmen. Dafür brauchst du so ungefährt 5000 Waggons (danke, schlaefer). Auch das wird nichts. Das ist so ineffizient, so billig kannst du das Öl gar nicht machen.

Lösungen lassen sich für diese Probleme unter normalen Bedingungen auf jeden Fall finden. Exxon, BP & Co. durften die russische Wirtschaft ja nicht einfach so ausbeuten. Aber die sind halt weg jetzt und unter den Bedingungen von Sanktionen Lösungen für GENAU JETZT! zu schaffen, dürfte so gut wie unmöglich sein.

edith: du hattest noch nach Trucks gefragt. Wir sprechen hier über die 2000 Kilometer lange russische Einöde und deren Straßensystem. Da wilst du keine Laster durchschicken.
 
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ich glaube beim Fassungsvermögen eines Kesselwagen hast du dich um drei Nullstellen vertan (Kubikmeter statt l).
5.000 Waggons treibt man auch nicht so spontan auf.
 
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Danke, das klingt wirklich nach ziemlich hohen Hürden. Kurzfristig erscheint mir das tatsächlich auch kaum lösbar. Mittelfristig sieht es schon anders aus, da bin ich mir nach wie vor nicht sicher, ob die Lage für Russland wirklich so ernst ist. Wenn es Russland gelänge, Fachleute aufzutreiben, die die östlichen Anlagen betreiben können, bzw. erstmal nur das Öl aus dem westlichen System von der Schiene aus einzuspeisen und weiterzuleiten hätte sich das Problem ja schon zum großen Teil aufgelöst. Die Schienenverbindung zwischen den beiden Pipeline-Systemen könnte man (vielleicht mit Hilfe von China? Sind die nicht sowieso mit ihrer neuen Seidenstraße irgendwo in der Gegend aktiv? :deliver: ) ja kräftig ausbauen und effizienter gestalten.
Alles keine Frage von Monaten sondern eher von Jahren. Aus russischer Sicht wohl dennoch etwas, was sie unbedingt angehen müssten. Wie lange der Krieg noch dauert ist nicht absehbar aber auch unabhängig davon wird es mit dem Westen ja wahrscheinlich für lange Zeit keine normalen Wirtschaftsbeziehungen mehr geben.
Wenn ich es richtig sehe wurden die 4700 km Ostsibirien-Pazifik-Pipeline in 6 Jahren gebaut. Wikipedia sagt gebaut und betrieben von Transneft. Die Komplexität der Anlagen bezieht sich also vermutlich auf die Förderung?
 
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Panzer sind seit 1919 obsolet.

Im Ernst: der Nutzen eines Panzers ist nicht seine Panzerung oder Unzerstörbarkeit, sondern seine Fähigkeit, schnell eine ganz dicke Kanone woanders hinzubringen. Solange diese Rolle niemand anders übernimmt, ist der Panzer nicht obsolet. Kriegsschiffe sind ja auch nicht obsolet, nur wiel man eine Moskwa mit zwei Raketen versenken kann
 
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Wenn es Russland gelänge, Fachleute aufzutreiben, die die östlichen Anlagen betreiben können, bzw. erstmal nur das Öl aus dem westlichen System von der Schiene aus einzuspeisen und weiterzuleiten hätte sich das Problem ja schon zum großen Teil aufgelöst. Die Schienenverbindung zwischen den beiden Pipeline-Systemen könnte man (vielleicht mit Hilfe von China? Sind die nicht sowieso mit ihrer neuen Seidenstraße irgendwo in der Gegend aktiv? :deliver: ) ja kräftig ausbauen und effizienter gestalten.
Außerhalb vom Westen gibt es niemanden, der Know-How auf diesem Level hat. Auch die Chinesen holen sich Leute aus dem Westen, weil ihnen selbst das Wissen fehlt. Iran und Venezuela fallen mir da ein als vom Westen unabhängige Ölförderer. Venezuela dürfte es ebenfalls an notwendiger BIldung fehlen, während der Iran ein strategischer Rivale ist.
 

Celetuiw

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Schon auf reddit gesehen. Korrekter Titel des Artikels wäre “moderne panzerabwehrwaffe von 2014 zerstört Panzer aus den 90ern.“ naja, dann taugt es nur nicht mehr aus clickbait. 😁
Plz elaborate. Die Gustav Kanone ist von 49 und der T90M ist der modernste Panzer, den die Russen im Feld haben. Bei der Modernisierung von 2014 wurde sie lediglich etwas leichter und kürzer gemacht. Es handelt sich aber um keine erneurte Technik, es ist immer noch die exakt selbe Funktionsweise und Ausstattung wie 1949.

Und "Panzer aus den 90ern" ist für Militärtechnik super modern. Militärgerät ist kein Computer, der jährlich geupdatet oder neu angeschafft wird. Der Leo 2 ist der beste und modernste Panzer der Welt und ging 78 in Serie. Die letzte größere/relevantere KWS fand 2007 und 2010 zum 2A7+ statt, beim Beim T-90M Proryv war es sogar erst 2017 als das Modell 3 vorgestellt wurde. Das Ding ist: die Russentechnik ist halt einfach scheisse und war ein reiner Papiertiger. Ein T-90 dürfte nicht durch ein Dummygeschoss zerstört werden.

Aber so oder so, der Panzer ist nicht am Ende und wird niemals am Ende sein. Allein die psychologische Wirkung ist mehr als genug Grund ihn ins Feld zu führen. Man darfs halt nicht so dumm machen wie die Russen. Der nächste Schritt werden einfach nur autonom bzw. ferngesteuerte Panzer ohne Crew sein. Aber die Panzerwaffe wird auf absehbare Zeit nicht verschwinden.
 
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Was in dem Artikel halt überhaupt nicht erwähnt wird, aber wahrscheinlich wichtiger ist als das Alter des Geräts: die Russen nutzen ihre Panzer zu oft ohne Unterstützung durch Infanterie oder andere Waffengattungen.
Man kann Panzer nicht alleine einsetzen und er ist nicht unbesiegbar, aber das gilt eigentlich für alle Waffengattungen spätestens seit Philipp II. von Makedonien.
 

Benrath

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Ich sehe eher den Konflikt, dass man mit sehr wenig Geld verdammt viel Geld vernichten kann und man sich fragen muss in was man eher investiert um sich verteidigen zu können.
 

Celetuiw

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Plz elaborate. Die Gustav Kanone ist von 49 und der T90M ist der modernste Panzer, den die Russen im Feld haben. Bei der Modernisierung von 2014 wurde sie lediglich etwas leichter und kürzer gemacht. Es handelt sich aber um keine erneurte Technik, es ist immer noch die exakt selbe Funktionsweise und Ausstattung wie 1949.

Und "Panzer aus den 90ern" ist für Militärtechnik super modern. Militärgerät ist kein Computer, der jährlich geupdatet oder neu angeschafft wird. Der Leo 2 ist der beste und modernste Panzer der Welt und ging 78 in Serie. Die letzte größere/relevantere KWS fand 2007 und 2010 zum 2A7+ statt, beim Beim T-90M Proryv war es sogar erst 2017 als das Modell 3 vorgestellt wurde. Das Ding ist: die Russentechnik ist halt einfach scheisse und war ein reiner Papiertiger. Ein T-90 dürfte nicht durch ein Dummygeschoss zerstört werden.

Aber so oder so, der Panzer ist nicht am Ende und wird niemals am Ende sein. Allein die psychologische Wirkung ist mehr als genug Grund ihn ins Feld zu führen. Man darfs halt nicht so dumm machen wie die Russen. Der nächste Schritt werden einfach nur autonom bzw. ferngesteuerte Panzer ohne Crew sein. Aber die Panzerwaffe wird auf absehbare Zeit nicht verschwinden.
Naja interessant ist dann ja, wann eben dieser Panzer modernisiert wurde und wie. Ich habe an meiner Überzeichnung erklärt, warum der Titel des Artikels irreführend ist.

Das ne dezidierte Panzerabwehrwaffe auf point blank range, z.b. in der Stadt nen Panzer knacken kann ist doch jetzt nix besonderes. Das ginge wahrscheinlich auch mit einem leo2 in modernster ausführung.

Wichtiger sind doch taktische Erwägungen, also warum setzt Russland Panzer im Häuserkampf ein und führt sie ohne Absicherung über gefährliche straßenabschnitte.
 

Celetuiw

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Ich sehe eher den Konflikt, dass man mit sehr wenig Geld verdammt viel Geld vernichten kann und man sich fragen muss in was man eher investiert um sich verteidigen zu können.
Du kannst auch schon seit immer mit einer Mine ein Panzer abräumen, oder ein atombestücktes Angriffsuboot mit einer Seemine. Das sind halt Fragen des taktischen Einsatzes von solchen Waffensystemen. Das macht uboote ja auch nicht obsolet.

Waffensysteme sind dann obsolet, wenn sie keinen operativen und taktischen Nutzen mehr haben, den andere Systeme nicht effizienter leisten
Beispiel: Schlachtschiffe (z.b. ww ii die iowa class, tirpitz und bismarck, yamato class). Schlachtschiffe wurden durch die Fortschritte in der Luftfahrt obsolet: erst hat der Flugzeugträger als neues System die Aufgaben billiger und effizienter übernommen, danach machten schiffsgestützte Raketensysteme das Schlachtschiff überflüssig.

Analog: die Frage, ob ein MBT relativ kosteneffizient bekämpft werden kann, hat nichts mit seiner Obsoleszenz zu tun. Dazu müsste es außerdem ein vergleichbares System geben, dass den gleichen Job erledigt, preisweter ist oder zumindest widerstandsfähiger gegen gleiche Bedrohungen ist.
Und das gibt es nicht (:
 
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Naja interessant ist dann ja, wann eben dieser Panzer modernisiert wurde und wie. Ich habe an meiner Überzeichnung erklärt, warum der Titel des Artikels irreführend ist.

Das ne dezidierte Panzerabwehrwaffe auf point blank range, z.b. in der Stadt nen Panzer knacken kann ist doch jetzt nix besonderes. Das ginge wahrscheinlich auch mit einem leo2 in modernster ausführung.

Wichtiger sind doch taktische Erwägungen, also warum setzt Russland Panzer im Häuserkampf ein und führt sie ohne Absicherung über gefährliche straßenabschnitte.
Hast natürlich Recht, dass die Taktik das Wichtigste ist, allerdings hat der T90M eine Reaktivpanzerung, die ihn eigentlich gegen solche Geschütze schützen sollte. Also irgendwas ist das technisch schiefgegangen, entweder hat die Panzerung nicht funktioniert, oder sie war schon durch vorherigen Beschuss aufgebraucht.
 
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Ich sehe eher den Konflikt, dass man mit sehr wenig Geld verdammt viel Geld vernichten kann und man sich fragen muss in was man eher investiert um sich verteidigen zu können.
Naja, die wichtigste Ressource für westliche Industriestaaten sind Menschenleben: Unsere Bevölkerung in kampffähigem Alter ist im Vergleich zur Wirtschaftsleistung klein, dazu kommt der kulturelle Aspekt, wie viel uns ein Menschenleben wert ist. Du würdest keine Infanterie in großer Zahl durch ungesichertes Gebiet schicken, weil die Verluste zu hoch wären. Darum steckst du die in ein gepanzertes Fahrzeug. Der Panzer kann genau solche Fahrzeuge auf größere Distanz bekämpfen.

Die Lösung für das Problem ist mittel- bis langfristig sicherlich der viel stärkere Einsatz selbst- oder ferngesteuerter Kampfsysteme. Aber bis dahin ist es noch ein Weilchen.
 
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Ach jetzt weiß ich, warum Deutschland keine Panzer liefert: Scholz hat einfach vor allen anderen schon erkannt, dass die Dinger völlig obsolet sind :troll:
 
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Naja, die wichtigste Ressource für westliche Industriestaaten sind Menschenleben: Unsere Bevölkerung in kampffähigem Alter ist im Vergleich zur Wirtschaftsleistung klein, dazu kommt der kulturelle Aspekt, wie viel uns ein Menschenleben wert ist. Du würdest keine Infanterie in großer Zahl durch ungesichertes Gebiet schicken, weil die Verluste zu hoch wären. Darum steckst du die in ein gepanzertes Fahrzeug. Der Panzer kann genau solche Fahrzeuge auf größere Distanz bekämpfen.
Panzer sind nicht dafür gedacht, angreifende BMTs abzuschießen. Dafür gibt es viele andere Sachen. Panzer sind für den Durchbruch gedacht, also um schnell durch feindliche Linien zu stoßen und mit der großen Kanone im vermeintlich sicheren Hinterland groß ÜBERRASCHUNG zuschreien.
 

Celetuiw

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Hast natürlich Recht, dass die Taktik das Wichtigste ist, allerdings hat der T90M eine Reaktivpanzerung, die ihn eigentlich gegen solche Geschütze schützen sollte. Also irgendwas ist das technisch schiefgegangen, entweder hat die Panzerung nicht funktioniert, oder sie war schon durch vorherigen Beschuss aufgebraucht.
Ja, das ist so ne Sache, die sich aus den Newsartikeln auch nicht klären lässt: hatte dieser t90 eine Realtivpanzerung? Welche Modernisierungen sonst? Wurde das Modell gut gewartet etc etc. Im Detail stecken da tausend Fragen drinn, die ed einfach unzulässig machen solche groben Rückschlüße wie “MBT sind obsolet“ daraus abzuleiten.
 
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So wie ich das im Video gesehen habe, war der Treffer hinten im Turm. ich finde nur Bilder mit reaktiver Panzerung vorn und an der Seite, vllt liegt es daran
 
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Das kommt wohl nicht allzu überraschend, dürfte aber dennoch interessant werden.


[Edit]
Mir war tatsächlich entgangen, was Recep da schon wieder ausheckt:


[Edit2]
Boah, hab grad nebenbei Lanz von gestern laufen. Wie Scholz' zaudernder Eierlauf da im Nachhinein zur Besonnenheit des weisen Mannes verklärt wird. Als hätte es jemals Tage oder Wochen der Bedenkzeit bedürft, um sich darüber im Klaren zu sein, dass wir durch die Lieferung schwerer Waffen nicht den Dritten Weltkrieg auslösen. :lol:
 
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Naja interessant ist dann ja, wann eben dieser Panzer modernisiert wurde und wie. Ich habe an meiner Überzeichnung erklärt, warum der Titel des Artikels irreführend ist.

this.
Der ganze Artikel ist eine einzige Dummheit.
Die Carl Gustav in der aktuellen Version ist mindestens genauso modern wie der T90M.
Für die Schlaumeier: T90 sind nichts anderes als gepimpte T72 - ein einziger Marketinggag und wenn ich in dem Artikel lese, dass der T90 angeblich der Vorgänger des T14 ist, dann muss ich feststellen, dass man vom Lesen tatsächlich dümmer werden kann.

Wenn man dämlich genug herumfährt, kann auch ein Leopard 2A7V von einer Carl Gustav zerlegt werden.

Hast natürlich Recht, dass die Taktik das Wichtigste ist, allerdings hat der T90M eine Reaktivpanzerung, die ihn eigentlich gegen solche Geschütze schützen sollte. Also irgendwas ist das technisch schiefgegangen, entweder hat die Panzerung nicht funktioniert, oder sie war schon durch vorherigen Beschuss aufgebraucht.

Die Reaktivpanzerung lässt genug ungeschützte Bereiche frei, vielleicht gab es auch zwei Treffer an der selben Stelle.
 
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Also mal so ganz allgemein bin ich ja der Meinung, dass man bei Themen wie Militärtechnik, -taktik etc. die Mainstream Medien echt komplett vergessen kann. Ich unterstelle da keine böse Absicht, aber es fehlt bei 95% der Journalisten echt zu viel an einfachstem Hintergrundwissen.
Ist an sich ja auch nicht schlimm, aber dann sollte man imo nicht solche Artikel verfassen.
 

Gustavo

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[Edit2]
Boah, hab grad nebenbei Lanz von gestern laufen. Wie Scholz' zaudernder Eierlauf da im Nachhinein zur Besonnenheit des weisen Mannes verklärt wird. Als hätte es jemals Tage oder Wochen der Bedenkzeit bedürft, um sich darüber im Klaren zu sein, dass wir durch die Lieferung schwerer Waffen nicht den Dritten Weltkrieg auslösen. :lol:

Das ist mir auch aufgefallen. Ist allerdings auch kein Wunder, wenn man eine Runde nur mit solchen Schwätzern besetzt. Bin auch immer wieder erstaunt, wie viele Leute heute noch im Brustton der Überzeugung die Meinung vertreten, die Strategie "vor dem Krieg keine Waffen liefern, nach Kriegsbeginn die Meinung ändern und doch Waffen liefern" sei genau die richtige Handlungsweise gewesen. Wenn man nicht irgendwelches superspezielles Geheimwissen hat, warum Deutschlands "Gesprächskanal" zu Russland so eminent wichtig war, um einen Krieg unwahrscheinlicher zu machen, ist das doch eine völlig unhaltbare Behauptung die hinten und vorne keinen Sinn ergibt. Trotzdem wird das häufig nicht mal hinterfragt.
 
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Wenn man nicht irgendwelches superspezielles Geheimwissen hat, warum Deutschlands "Gesprächskanal" zu Russland so eminent wichtig war, um einen Krieg unwahrscheinlicher zu machen, ist das doch eine völlig unhaltbare Behauptung die hinten und vorne keinen Sinn ergibt
Deutschland hat einen besseren "Kanal" nach Russland, als fast alle anderen westlichen Länder. Mit Scholz ist es schwieriger, einfach weil er ein Lutscher ist und Herr Putin nicht gut mit Lutschern kann. Kohl, Schröder, Merkel wiederum hatten immer gute Kanäle. Die wenn auch gescheiterten maidanfrieden oder der Minsker Prozess wurden maßgeblich von Deutschland initiiert.
 
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business insider? hmm okeee, letzte Woche war es Magenkrebs dann Bauchspeicheldrüse, davor Schilddrüse und Parkinson... mal sehen was diesmal so dran ist, vielleicht hat er alles auf einmal :mond:

naja irgendwas wird er haben, fit wirkt er nicht, und irgendwann hat auch mal irgendein Gerücht recht. :deliver:
 
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business insider?

du kannst auch andere Quellen nehmen, da scheint das gleiche drin zu stehen, nur ist das im businessinsider ohne registrierung lesbar....
 

Gustavo

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Deutschland hat einen besseren "Kanal" nach Russland, als fast alle anderen westlichen Länder. Mit Scholz ist es schwieriger, einfach weil er ein Lutscher ist und Herr Putin nicht gut mit Lutschern kann. Kohl, Schröder, Merkel wiederum hatten immer gute Kanäle. Die wenn auch gescheiterten maidanfrieden oder der Minsker Prozess wurden maßgeblich von Deutschland initiiert.

Das bestreitet ja auch niemand. Aber: Wir wissen ja was unser toller Gesprächskanal gebracht hat, nämlich effektiv nichts. Wenn man also nicht irgendein Spezialwissen hat, warum das nur ein fluke war, dann war (a) entweder der Gesprächskanal nicht so gut wie wir dachten oder (b) ein Gesprächskanal vielleicht einfach als Einflussfaktor überschätzt (oder beides). Dass es dieses Spezialwissen gibt respektive dass die Leute, die das behaupten, es haben, bezweifle ich stark.
 
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