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Nachrichten, Randnotizen und Kurioses v4

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Es geht nicht darum, dass man „Wissenschaft“ mit „Common Sense“ ersetzt (!), sondern dass man versteht, dass etwas wahr sein kann, auch wenn es dazu noch kein Paper gibt und man ggf einen Tod sterben muss und handeln, bevor es ausreichend „Paper“ gibt.
 

Benrath

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Gustavo

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Es geht nicht darum, dass man „Wissenschaft“ mit „Common Sense“ ersetzt (!), sondern dass man versteht, dass etwas wahr sein kann, auch wenn es dazu noch kein Paper gibt und man ggf einen Tod sterben muss und handeln, bevor es ausreichend „Paper“ gibt.

Ich glaube niemand sagt das Gegenteil. Insbesondere nicht diejenigen, die tatsächlich quantitativ arbeiten, die wissen nämlich alle dass man sozialwissenschaftliche Fragen in aller Regel entweder
(1) in so kleine Teile aufsplitten muss, um sie überhaupt bearbeitbar zu machen, dass die Antworten nur mit extrem viel gutem Willen generalisierbar sind oder
(2) immer mit extremen Endogenitätsproblemen zu kämpfen haben wird.
Und das ist noch der gute Fall, dass man Daten zu etwas hat. Aber gerade zu dem Thema Flüchtlinge gibt es halt tatsächlich genug Forschung. Natürlich keine Forschung "wie integrieren sich (a) 1,x Millionen (b) syrische+irakische+andere Nationalitäten hier einfügen (c) (teilweise) Kriegsflüchtlinge in (d) Deutschland unter (e) gegebenen wirtschaftlichen Bedingungen", aber eben Arbeiten zu Flüchtlingen in anderen Kontexten von denen man halbwegs generalisieren kann. Und die lagen bisher auch ziemlich gut in ihrer Einschätzung, was diese Flüchtlinge erreichen können und was nicht. Aber das wird halt ignoriert, weil der "gesunde Menschenverstand" sich nicht vorstellen kann, wie ein syrischer Flüchtling mit mäßiger Schulbildung irgendwas anderes sein kann als ein Kostenfaktor für das Sozialsystem.
 
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Ich würde noch hinzufügen: Es ist natürlich richtig, dass fachfremde Forscher (von außen) - so wie der alte Mann das sagt - einer (festgefahrenen) Disziplin nötige Impulse verleihen können. Passiert ja auch in den "Humanities" ständig. Der Punkt ist doch aber: Diese Impulse von außerhalb werden eben genauso mit wissenschaftlicher Methodik eingeführt, das heiß (möglichst) logische Argumentation, Theoriebildung, empirische Forschung (Experiment, Beobachtung, Datenerhebung etc.) und eben am Ende auch Peer Review. Da kommt nicht einfach irgend ein fachfremder Typ, behauptet irgendwas, und dann fällt es den Forschern wie Schuppen von den Augen, das ist - wie alles in der Wissenschaft - ein langwieriger, zäher Prozess. Das kann man hier im Forum natürlich von niemanden verlangen, aber gerade du, Heator, solltest doch verstehen, warum es nicht sinnvoll wäre, wenn jemand wie Gustavo, der Ahnung von der Materie hat, etwa Xantos seine Weisheiten aus den Händen frisst, selbst wenn diese oberflächlich betrachtet Sinn ergeben.

Und nebenbei: Ich habe nicht das Gefühl, dass Xantos jemand ist, der Irrtümer zugeben kann. Ich weiß noch genau, wie er sich bei der Brexit Geschichte festgesetzt hat, obwohl schon recht einfach besorgbare Daten seine Story weitaus weniger überzeugend aussehen lassen. Für mich spricht das nicht dafür, dass wir hier jemanden haben, der generell aufgrund seines "guten Riechers" eher richtig liegt als die jeweiligen Experten.
 
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Fand das hier ganz lustig in dem Kontext.
Da muss ich kurz mal klugscheißen, denn der Kahneman schreibt da im strengen Sinne etwas falsches. Die Korrelation, gemessen durch den Korrelationskoeffizienten im Sinne der Stochastik, kann sehr wohl Null sein, auch wenn ein kausaler Zusammenhang existiert.
 
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Mir gings vor allem um den Punkt mit der Migration - ich finde das Argument zirkulär, dass gefälschte Identitäten kein Problem sein sollen, weil wir keine genauen Daten darüber haben, wieviele Asylbewerber ihre Identität herbeischummeln, wenn nicht mal versucht wird Daten dazu zu sammeln oder gar Instrumente einführen, um Identitätsbetrug gleich zu verhindern. Welches Argument kann es bitte geben, um bei angeblichen Jugendlichen, die eben nicht augenscheinlich Kinder sind, eine Knochenanalyse zu machen? Was kann dagegen sprechen, dass man angeblich syrische Flüchtlinge von einem Dolmetscher prüfen lässt? Es gibt keine, wenn man wollen würde - man will es nicht, weil man entweder nicht die Wahrheit hören will, dass ein großer Teil angeblicher Flüchtlinge schlichte Wirtschaftsmigranten ohne irgend ein Bleiberecht sind und weil man lieber X nicht berechtigte Menschen aufnimmt (und alimentiert ), als ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen und die Spreu vom Weizen zu trennen.
 
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Gegenargument: "Es kostet Geld" und "So viele werden's schon nicht (zusätzlich) sein"

Beachte bitte dass ich dir prinzipiell zustimme, das Kind ist aber imo schon "früher" im Prozess in den Brunnen gefallen. Abschiebungen in Deutschland sind schwer, da viel Wert auf Einzelfallgerechtigkeit gelegt wird und man vermutlich auch unschöne Bilder fürchtet. Eine restriktivere Asylpolitik ist nicht gewünscht, sonst hätte man sich hier schon längst mit anderen EU-Ländern einigen können. Auch hier dürfte die Angst vor unschönen Bildern und moralische Bedenken eine wichtige Rolle spielen. Unter diesen Vorzeichen ist es dann tatsächlich irgendwo auch egal, ob dann noch ein paar tausende (oder zehntausende) sich als falsche Syrer/Jugendliche ins Land begeben. Das lässt sich zwar medienwirksam ausschlachten, die eigentlichen (aus meiner Sicht tatsächlich kritikwürdigen) Entscheidungen werden aber früher gefällt.
 
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Gegenargument: "Es kostet Geld" und "So viele werden's schon nicht (zusätzlich) sein"

Beide Argumente ziehen für mich nicht, da wir eben nicht wissen, wie die Kosten-Nutzen Rechnung ist, weil wir ja gerade nicht herausfinden, wieviele illegale Migranten wir hier für wieviele Milliarden anspruchslos durchfüttern.
Zum anderen traut sich ja auch keiner mal eine große Gesamtkostenrechnung aufzustellen, auch was frühere Migrationswellen betrifft.

Beachte bitte dass ich dir prinzipiell zustimme, das Kind ist aber imo schon "früher" im Prozess in den Brunnen gefallen. Abschiebungen in Deutschland sind schwer, da viel Wert auf Einzelfallgerechtigkeit gelegt wird und man vermutlich auch unschöne Bilder fürchtet.

Richtig und alles daran ist falsch.

Eine restriktivere Asylpolitik ist nicht gewünscht, sonst hätte man sich hier schon längst mit anderen EU-Ländern einigen können.
Eine restrektive Asylpolitik ist von der absoluten Mehrheit der Bürger gewünscht, die Politik verweigert nur zu liefern, was der Souverän möchte, weil die Politik vom Souverän komplett entkoppelt ist.

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Es ist schlichtweg der Schiss der Politiker vor der eigenen Courage und vor allem vom Medienmob, der stramm links ist (entgegen anderslautender Behauptungen in diesem Forum) und eine vernünftige Asylpolitik mit allen Mitteln verhindert.

Jede andere Annahme hat doch auch keine Grundlage, warum sollte ausgerechnet in Deutschland die Stimmung anders sein, als in Dänemark oder gar in dem ach so weltoffenen Schweden, wo man jetzt langsam anfängt die Trümmer jahrzehntelang falscher Asypolitik aufzuräumen, nachdem es fast schon zu spät ist wie in England oder Frankreich.

Auch hier dürfte die Angst vor unschönen Bildern und moralische Bedenken eine wichtige Rolle spielen.

Zsmfg: In welcher Hölle sind wir gelandet, dass nicht rationale Abwägung unter Erkundung aller verfügbaren Daten und die Maximierung des Vorteils der Bürger eines Landes Leitlinien der Politik sind, sondern Bildchen?

Das lässt sich zwar medienwirksam ausschlachten, die eigentlichen (aus meiner Sicht tatsächlich kritikwürdigen) Entscheidungen werden aber früher gefällt.

Ja natürlich, die wurde schon gefällt als man aus dem Asylrecht, welches mal als Individualrecht für herausragende Indiviuen, Oppositionelle, Journalisten, kritische Wissenschaftler aus dem Ostblock gedacht war, als Völkerwanderungsrecht für komplette Nationen (zuletzt eben de facto Syrien) gemacht hat. Mit welchem Recht will man denn jetzt beim nächsten Bürgerkrieg/Krieg die Aufnahme von einer Millionen kA Lybiern, Nigerianern oder meinetwegen Russen ablehnen?
 
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Beide Argumente ziehen für mich nicht, da wir eben nicht wissen, wie die Kosten-Nutzen Rechnung ist, weil wir ja gerade nicht herausfinden, wieviele illegale Migranten wir hier für wieviele Milliarden anspruchslos durchfüttern.
Ich bezweifele, dass für die entscheidenden Stellen gesamtgesellschaftliche Kosten überhaupt auf dem Radar sind. Für dich (und mich) ist das so, für andere eben nicht oder nicht im selben Maße. Wenn die Aufnahme eh als "gegeben" hingenommen wird, sind zusätzliche Kosten natürlich ein Argument.

Eine restrektive Asylpolitik ist von der absoluten Mehrheit der Bürger gewünscht, die Politik verweigert nur zu liefern, was der Souverän möchte, weil die Politik vom Souverän komplett entkoppelt ist.

Es ist schlichtweg der Schiss der Politiker vor der eigenen Courage und vor allem vom Medienmob, der stramm links ist (entgegen anderslautender Behauptungen in diesem Forum) und eine vernünftige Asylpolitik mit allen Mitteln verhindert.
Naja, ich denke es liegt halt auch daran, dass trotz der Umfragen das Migrationsthema bisher nicht dazu reicht, die Leute im großen Umfang zu anderen Parteien zu treiben (außer hier im Osten). Die einzige für viele (?) wählbare Partei, die das Thema noch auf dem Programm hat (??) ist afaik die FDP, und hier ist fragwürdig, inwiefern man das der Partei abkauft.

Wieso sollten die Parteien sich hier also bewegen, wenn es am Ende kein wahlentscheidendes Thema (außerhalb des Ostens) zu sein scheint? Mein Eindruck ist, dass viele Deutsche zwar schon irgendwie das alles gerne besser und restriktiver geregelt haben wollen würden, sie aber - wie auch unsere Politiker - bei den ersten hässlichen Bildern, die eine solche Politik nunmal natürlich zur Folge haben würde, ganz schnell einknicken.
 
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Gustavo

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Mir gings vor allem um den Punkt mit der Migration - ich finde das Argument zirkulär, dass gefälschte Identitäten kein Problem sein sollen, weil wir keine genauen Daten darüber haben, wieviele Asylbewerber ihre Identität herbeischummeln, wenn nicht mal versucht wird Daten dazu zu sammeln oder gar Instrumente einführen, um Identitätsbetrug gleich zu verhindern.


Instrumente gibt es. Zur Hochzeit der Flüchtlingskrise haben sie ganz offensichtlich nicht mehr gut funktioniert. Niemand sagt, dass wir hier perfekte Evidenz haben, dass es keinen Betrug gibt, aber wir haben zumindest Bruchstücke, die dahin zeigen, dass Betrug nicht die Regel war. Du kannst ja gerne das Gegenteil glauben, aber Einzelfälle sind halt nun mal kein Beleg dafür und sonst sehe ich halt wenig, jedenfalls nicht genug um so eine Behauptung aufzustellen. Du leitest sie einzig und alleine von einer Theorie ab ("Wenn betrogen werden kann wird (in nennenswertem Umfang) betrogen werden") und das ist einfach nicht zulässig, weil wir 1000 Beispiele dafür haben, dass es auch anders laufen *kann*. Nicht muss, aber kann. Insofern würde ich gerne mehr an Belegen sehen als Suggestion.



Welches Argument kann es bitte geben, um bei angeblichen Jugendlichen, die eben nicht augenscheinlich Kinder sind, eine Knochenanalyse zu machen? Was kann dagegen sprechen, dass man angeblich syrische Flüchtlinge von einem Dolmetscher prüfen lässt? Es gibt keine, wenn man wollen würde - man will es nicht, weil man entweder nicht die Wahrheit hören will, dass ein großer Teil angeblicher Flüchtlinge schlichte Wirtschaftsmigranten ohne irgend ein Bleiberecht sind und weil man lieber X nicht berechtigte Menschen aufnimmt (und alimentiert ), als ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen und die Spreu vom Weizen zu trennen.


Nichts spricht dagegen, dass man syrische Flüchtlinge von einem Dolmetscher prüfen lässt. Das wurde im Fall von Franco A. übrigens auch getan, steht sogar bei Wikipedia:

Das BKA fand mit A.s Fingerabdrücken heraus, dass er seit 2015 als syrischer Kriegsflüchtling unter dem Namen „David Benjamin“ gemeldet war. Am 30. Dezember 2015 hatte die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen ihn als Asylbewerber registriert und bei Erding untergebracht. Am 7. November 2016 führte die BAMF-Außenstelle Zirndorf die obligatorische Anhörung für A. durch. Ein Bundeswehrsoldat im Beisein einer Dolmetscherin für Arabisch befragten ihn 80 Minuten lang, hauptsächlich auf Französisch.[11] Nach späteren Angaben der Dolmetscherin beantwortete A. einige Fragen auf Deutsch mit französischem Akzent, ohne sie sich vorher übersetzen zu lassen.[12] Er gab an, er heiße David Benjamin und sei syrischer Christ, geboren 1988 in einer Kleinstadt östlich von Aleppo als Sohn eines Obsthändlers. Seine Familie stamme aus Frankreich und habe ihn auf ein französisches Gymnasium in Damaskus geschickt. Darum beherrsche er Französisch besser als Arabisch. Er sei geflohen, weil das Assad-Regime ihn zum Militärdienst habe einziehen wollen, Dschihadisten seinen Vater getötet hätten und die Terrormiliz Islamischer Staat ihn wegen seines jüdisch klingenden Namens bedroht habe. Obwohl keine dieser Angaben zutraf, erhielt er einen vorläufigen Schutzstatus als Kriegsflüchtling.[11]

Bei der Anhörung wurde er nicht nach seinem Aufenthaltsort gefragt. Dabei hatte das Sozialamt in Baustarring bei Kirchberg (Oberbayern) das BAMF im Oktober 2016 informiert: „Herr Benjamin kam noch nie nach Baustarring“, wo er anfangs untergebracht worden war.[13] Ferner fragte die Dolmetscherin A. sofort auf Französisch, noch bevor sie seinen arabischen Akzent feststellen konnte. Der Standort seiner Schule, der 20 km von seiner Angabe entfernt lag, wurde ebenso geprüft und dokumentiert wie seine angeblichen Verletzungen durch Granatsplitter. Ein schriftlicher Einberufungsbefehl der syrischen Armee wurde nicht verlangt. Auch Nachfragen zum Tod des Vaters, zur Flucht vor dem IS und zu einem angeblichen Cousin und seinem Schicksal unterblieben, obwohl die Befragung nicht unter Zeitdruck erfolgte. Im Asylbescheid vom 16. Dezember 2016 urteilte der Entscheider, der Antragsteller habe seine religiöse Verfolgung nicht ausreichend begründet, wohl aber die ihm drohende Lebensgefahr als Zivilist. Er erkannte ihn deshalb als Bürgerkriegsflüchtling an und gewährte ihm subsidiären Schutz.[14]

Die Bundesagentur für Arbeit hatte den Entscheider nach einem vierwöchigen Kurzlehrgang an das BAMF ausgeliehen. Er musste zwischen Mai und Dezember 2016 über 435 Asylanträge entscheiden und sagte Kontrolleuren, er könne sich an die Befragung von „David Benjamin“ nicht mehr erinnern.[12] Auch der anhörende Bundeswehrsoldat war nur drei Wochen lang für die Aufgabe geschult worden.
Die Dolmetscherin hatte zwar Unstimmigkeiten in A.s Aussagen bemerkt, aber „nichts gegen einen Israeli“ zu sagen gewagt. Das BAMF erklärte, seine Anerkennung sei Ergebnis „mehrerer eklatanter Fehler, mangelnder Routine und extremer Belastung aller Mitarbeiter“ gewesen.[15]

Die Mechanismen sind schon da, nur greifen sie halt schlecht, wenn das System überfordert ist. Wenn der Typ jetzt kein deutscher Bundeswehrsoldat gewesen wäre, sondern eigentlich marokkanischer Rumlungerer, was hätte es geändert? Er wäre so oder so im Land. Ich verstehe ja, dass du mit der Flüchtlingspolitik nicht zufrieden bist, aber da ist die Identitätsprüfung doch völlig offensichtlich eins der kleinsten Probleme.


Und nur nebenbei: Du kannst mir ruhig glauben, dass ich keineswegs naiv bin, was sowas angeht. Es ist noch nicht so lange her, da wäre ich fast mal aus einer Veranstaltung geflogen, weil meine Frage zu schwarzen Studentenprotesten an Unis darauf abzielte, dass viele (wahrscheinlich mehr als die Hälfte!) der auslösenden Ereignisse Hoaxes waren. Ich habe kein Problem damit, unangenehme Fragen zu stellen, wenn ich Gründe dafür sehe. Aber du bist halt auch naiv, wenn du nicht siehst, warum so viele Leute so unbedingt an die Geschichte vom falschen Syrer glauben: Weil es als Narrativ ideal ist, um die Akzeptanz der Flüchtlingspolitik zu untergraben. Solche Umfragen wie die, die du oben gepostet hast, geben nämlich keineswegs die volle Komplexität der Einstellungen wieder. Du brauchst nur nach "echten Flüchtlingen" zu fragen und schon ist die Akzeptanz groß; wenn du den Leuten aber das Gefühl erlaubst, sie werden mehrheitlich ausgenutzt, dann sind sie auch ganz schnell dabei die Grenzen dicht machen zu wollen, auch für die "echten Flüchtlinge". Alles eine politische Frage.
 
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Die Mechanismen sind schon da, nur greifen sie halt schlecht, wenn das System überfordert ist.

Ich greif das mal als Quitessenz auf:
Ich würde das nicht als Zeichen von Überforderung sehen, wenn man einen angeblich arabischen Flüchtling nur auf französisch befragen kann und das für die Feststellung seiner Herkunft ausreichen soll. Überforderung wäre es vielleicht, wenn es statt eines 80 Minütigen Interviews nur ein 10 Minütiges Gespräch gegeben hätte, oder mangels Dollmetscher gar keine Sprachprüfung. Aber diese Methode ist doch schon im Ansatz völlig ungeeignet, das kann man mE nicht anders als vorsätzlich nennen.

Aber du bist halt auch naiv, wenn du nicht siehst, warum so viele Leute so unbedingt an die Geschichte vom falschen Syrer glauben: Weil es als Narrativ ideal ist, um die Akzeptanz der Flüchtlingspolitik zu untergraben.

Das glaube ich absolut. Ich sehe nur nicht, warum dies das Vorhandensein des Problems weniger wahrscheinlich sein lassen sollte.
 

Gustavo

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Ich greif das mal als Quitessenz auf:
Ich würde das nicht als Zeichen von Überforderung sehen, wenn man einen angeblich arabischen Flüchtling nur auf französisch befragen kann und das für die Feststellung seiner Herkunft ausreichen soll. Überforderung wäre es vielleicht, wenn es statt eines 80 Minütigen Interviews nur ein 10 Minütiges Gespräch gegeben hätte, oder mangels Dollmetscher gar keine Sprachprüfung. Aber diese Methode ist doch schon im Ansatz völlig ungeeignet, das kann man mE nicht anders als vorsätzlich nennen.


Na ja, da halte ich dich jetzt wieder für ein bisschen naiv: Der Gedanke, dass die bösen linken Medien eigentlich im inneren der deutschen Hohlerde sitzen und die Schalter in Bewegung halten, damit immer mehr Flüchtlinge kommen, ist jetzt nicht wahnsinnig realistisch, insofern glaube ich keine Sekunde, dass das BAMF in irgendeiner Weise einen Anreiz gegeben hat, Leute nur kursorisch zu prüfen, selbst wenn man die Zeit für eine Prüfung hat.


Das glaube ich absolut. Ich sehe nur nicht, warum dies das Vorhandensein des Problems weniger wahrscheinlich sein lassen sollte.

Das habe ich auch nicht gesagt. Das Problem existiert entweder oder es existiert nicht, daran ändert das Narrativ natürlich auch nichts. Ich sage bloß dass ich immer skeptisch wäre, wenn so ein Narrativ von sehr vielen Leuten wiederholt wird OHNE dass dafür Evidenz präsentiert wird. Klar *könnte* es daran liegen, dass das Problem existiert, die Evidenz aber nicht, aber wenn das alles so leicht zu erkennen wäre dann frage ich mich immer, warum niemand versucht hat sie zu sammeln. Das passiert auf der Gegenseite natürlich absolut auch.
 

Benrath

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Da muss ich kurz mal klugscheißen, denn der Kahneman schreibt da im strengen Sinne etwas falsches. Die Korrelation, gemessen durch den Korrelationskoeffizienten im Sinne der Stochastik, kann sehr wohl Null sein, auch wenn ein kausaler Zusammenhang existiert.
Das ist genau das was die tweets doch sagen...

@Gustavo wohin soll der links zu den hoaks gehen?
 

Gustavo

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Benrath

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Naja das ist wohl eher albern aufgrund des koreanischen Rechts als wegen Schröder.
 
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Der "putsch" wäre noch ein cooles thema
 

parats'

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Die Gleitschirmaktion vor dem EM Spiel kriegt so langsam etwas Windstärke. :ugly:
Mal abgesehen davon, dass es behindert ist mit einem Motorpropeller gegen VW und Öl zu demonstrieren, war die Aktion mal wirklich selten behindert. Wenn der da mit Geschwindigkeit in die Tribüne fliegt, dann kann das ganz schnell ganz böse enden.
Es herrscht nicht grundlos eine Flugverbotszone und je nach Gemütslage der Einsatzkräfte vor Ort, kann man so etwas auch mal gezielt abschießen, wenn eine unmittelbare Gefahr erkennbar bzw. nicht auszuschließen ist.


€: es war aber wohl ein elektro propeller. :rofl2:
 
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Die Gleitschirmaktion vor dem EM Spiel kriegt so langsam etwas Windstärke. :ugly:
Mal abgesehen davon, dass es behindert ist mit einem Motorpropeller gegen VW und Öl zu demonstrieren, war die Aktion mal wirklich selten behindert. Wenn der da mit Geschwindigkeit in die Tribüne fliegt, dann kann das ganz schnell ganz böse enden.
Es herrscht nicht grundlos eine Flugverbotszone und je nach Gemütslage der Einsatzkräfte vor Ort, kann man so etwas auch mal gezielt abschießen, wenn eine unmittelbare Gefahr erkennbar bzw. nicht auszuschließen ist.


€: es war aber wohl ein elektro propeller. :rofl2:
Ich hätte tatsächlich etwas gelacht wenn ein Scharfschütze auf den gefeuert hätte :D
Danach dann Fußballspiel - business as usual.
 

zimms

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Die Gleitschirmaktion vor dem EM Spiel kriegt so langsam etwas Windstärke. :ugly:
Mal abgesehen davon, dass es behindert ist mit einem Motorpropeller gegen VW und Öl zu demonstrieren, war die Aktion mal wirklich selten behindert. Wenn der da mit Geschwindigkeit in die Tribüne fliegt, dann kann das ganz schnell ganz böse enden.
Es herrscht nicht grundlos eine Flugverbotszone und je nach Gemütslage der Einsatzkräfte vor Ort, kann man so etwas auch mal gezielt abschießen, wenn eine unmittelbare Gefahr erkennbar bzw. nicht auszuschließen ist.


€: es war aber wohl ein elektro propeller. :rofl2:
Hab heute gelesen dieser Spast fährt privat einen VW. :rofl2:
 

parats'

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Ohnehin nur in der Minderheitsregierung, mal abwarten was etwaige Neuwahlen bringen und ob sich der Kurs in der Coronapolitik ebenfalls ändert.
 
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Es sah bereits so aus, als könne ein Kompromiss gelingen, durch den auch Vermieter einen Teil des neuen CO2-Preises auf Öl und Gas zahlen müssten.

ich habe dieses konzept von anfang an nicht verstanden - selbstverständlich legt der vermieter kosten der immobilie anteilig auf die miete um, entweder direkt (nebenkosten) oder indirekt (rückstellungen), in jedem fall zahlt immer der mieter. das die politik dieses konzept offenkundig nicht versteht (wir verabschieden gesetzt x, dass immobilienbesitzer verpflichtet, summe y zu investieren und sind anschließend schockiert, dass die mieten um summe z steigen - hier bitte das clown-make-up meme mit dem eigenen rückenmark imaginieren), lässt tief blicken.

 

parats'

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Es ist prinzipiell auch richtig, denn bezahlt wird nach Verbrauch und warum sollte der Vermieter für den Verbrauch seiner Mieter zur Kasse gebeten werden. ABER das Ziel soll ja ein Anreiz sein den Heizkosten einen grünen Anstrich zu verpassen, daher werden als Energieträger nur Öl und Gas belastet (das gilt btw auch für Eigenheimbesitzer und nicht nur für Mieter). Das Incentive für den Vermieter fehlt jetzt natürlich, damit die Heizungsanlage durch eine "sauberere" ersetzt wird, denn ihm entstehen direkt keine Mehrkosten.
Der Mieter hat auf den Energieträger keinen Einfluss und die einzige Stellschraube, wie als Mieter jetzt Mehrkosten vermieden und co2 gespart werden kann, sind Wolldecken im Winter.

Die Regelung verfehlt inhaltlich schon die Zielsetzung, denn keine der beiden Parteien hat einen wirklichen Hebel um etwas daran zu ändern.
 
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Gustavo

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ich habe dieses konzept von anfang an nicht verstanden - selbstverständlich legt der vermieter kosten der immobilie anteilig auf die miete um, entweder direkt (nebenkosten) oder indirekt (rückstellungen), in jedem fall zahlt immer der mieter. das die politik dieses konzept offenkundig nicht versteht (wir verabschieden gesetzt x, dass immobilienbesitzer verpflichtet, summe y zu investieren und sind anschließend schockiert, dass die mieten um summe z steigen - hier bitte das clown-make-up meme mit dem eigenen rückenmark imaginieren), lässt tief blicken.


Natürlich ist das den (Fach-)Politikern durchaus auch klar. Nur: Solange es den Bürgern nicht klar ist, gibt es einen enormen Anreiz, dieses Spektakel zu veranstalten. Ergebnis siehst du im Link.
 

parats'

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McAfee war schon ein sehr spezieller Vogel.
Hat der sich nicht die letzten Jahre in Belize oder so mit einer privaten Armee den Behörden entzogen?
 
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McAfee war schon ein sehr spezieller Vogel.
Hat der sich nicht die letzten Jahre in Belize oder so mit einer privat Armee den Behörden entzogen?
Guter alter Nachbarschaftsstreit. :deliver:


Wusste gar nicht, dass der schon so alt war.
 

parats'

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In Deutschland zerstört man eben den Gartenzwerg des Nachbarn und in Südamerika... gibt es halt keine Gartenzwerge.
Sehe da jetzt nicht ungewöhnliches. :troll:
 
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