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Nachrichten, Randnotizen und Kurioses v4

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Valide Gründe jemanden zu shitstormen:
[ ] Mit 13/14 Leute auf Twitter beleidigen
[ ] Sich mit 13/14 bei Twitter über Nazis lustig machen
[ ] ... ?

Ernsthaft? Bin ich ignorant, weil ich den großen Aufreger nicht sehe?
Brutale Mordphantasien reihen sich darin an homophobe und verschwörungstheoretische Aussagen; sie stellt sich vor, mit einem Besen «alle weissen Menschen aus Afrika raus zu kehren», oder schreibt: «Ich werde dich finden, und anspucken, dann aufhängen mit einem Messer anstupsen und bluten lassen». Einen Tweet von 2015, in dem sie unter einem Hakenkreuz «Heil» kommentiert hatte, bezeichnete sie nun als «maximal dumm und unangebracht», andere als «beleidigend» und «peinlich».
 

parats'

Tippspielmeister 2012, Tippspielmeister 2019
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Die Autorin ist leider weiss, muss eine Nazibraut sein.
 
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ich wette, dass sarah ihren hut wird nehmen müssen. wenn die damit durchkommt, ist das nicht mehr mein land.
 

Celetuiw

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ich wette, dass sarah ihren hut wird nehmen müssen. wenn die damit durchkommt, ist das nicht mehr mein land.
Jo? Sind schon krass dämliche sprüche. Allerdings... mit 13 naja. Und nein würd ich auch sagen wenn se die neue Vositzende der JU wär.
 
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Finde die "ekelhafte weiße Mehrheitsgesellschaft" dann doch das interessantere Thema, da dass noch garnicht so lange her ist. Ich denke nicht dass eine Erwachsene sich für edgy Jugendgeschreibsel rechtfertigen muss, und es vernebelt eben auch den Blick auf die kontemporären Verfehlungen.
 
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sie haut auch noch krasse sachen mit 16-17 raus.
im alter von 14 jahren hab ich auf schulhof mitm edding getaggt und mir gedanken darüber gemacht, wie ich nicht auffliege. wie kaputt muss man denn sein, solche kranken sachen nachvollziehbar auf einer der größten internetplattformen zu posten.
ner 6 jährigen sarah würd ich das durchgehen lassen, aber keiner 14-18 jährigen.
 
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Hmm ich hab mit 21 noch LoL gespielt und ich war nicht immer der beste Verlierer.
Somit #keinechancepolitikerzuwerden

Anderseits, ich war nie so dumm unter klarnahmen zu posten.
Also doch #kanzlerschafthierkommich

Na ja, die Aufregung ist natürlich übetrieben, warscheinlich haben wirklich alle genug blödsinn in ihrer Jugend gesagt und hätte das wer gefilmt, wäre warscheindlich ähnlich dummes wie das von ihr dabei.

Das gesagt, fällt das ganze auch etwas unter die Geister die ich rief. Da es gerade die linke Twitterbrigade war, die mit dem Blödsinn begonnen hat jeden wegen dem kleinsten Scheiss zu canceln.
Somit hält sich mein Mitleid mit, 'aber ich bin doch antifaschistin' in Grenzen.
 

Shihatsu

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Ich hab 2 Jahre Fastest/BGH gespielt. Dafür käme ich ins Gulag was wir da von uns gegeben haben :deliver:
 
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Finde die "ekelhafte weiße Mehrheitsgesellschaft" dann doch das interessantere Thema, da dass noch garnicht so lange her ist. Ich denke nicht dass eine Erwachsene sich für edgy Jugendgeschreibsel rechtfertigen muss, und es vernebelt eben auch den Blick auf die kontemporären Verfehlungen.
Und "ekelhafte weiße Mehrheitsgesellschaft" wäre jetzt warum genau so verwerflich? Also klar ist es was edgy und so gar nicht zielführend, um die Gesellschaft zusammenzuführen. Aber das würde ich jetzt nicht als ne wirkliche Verfehlung bezeichnen und als Mensch mit eigenem Migrationshintergrund finde ich das stellenweise sogar ganz schön nachvollziehbar. Ich persönlich fühle mich von so einem Ausdruck auch gar nicht angegriffen.
 
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"Ekelhafte jüdische/türkische/whatever Minderheit" findest du demnach auch ok weil da findest bestimmt auch Leute die das "iwie nachvollziehen können".

"Ekelhaft" vor eine Menschengruppe zu setzen, egal wie dominant die ist, hat ein ganz besonderes gschmäckle.
 
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Legst du den gleichen aufgeklährten Massstab an, wenn ein AFDler was von 'ekelhaften schwarzen Minderheitsgesellschaften' schwadroniert?

E:Ist zimlich das gleiche, was schon waah geschrieben hat.
 
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Ne, weil ich kein Autist bin der Äpfel mit Birnen vergleicht. Nach oben zu treten ist nicht das gleiche wie nach unten. "Ekelhafte Mehrheitsgesellschaft" bezieht sich in der Regel auf systemische Ungerechtigkeiten, die eine Person erfahren hat. Nach der Geschichte in Bremen mit der Wohnungsbaugesellschaft kann ich so ein Gefühl z.b. ganz gut nachvollziehen.
Das ganze bezogen auf Minderheitsgesellschaften bezieht sich in der Regel auf konkrete Einzelerfahrungen, die jemand mit Personen einer sichtbaren Ethnie gemacht hat und diese auf die ganze Gruppe verallgemeinert.

Wie ich geschrieben habe finde ich das trotzdem nicht zielführend: Treten ist treten. Außerdem ist es natürlich ne persönliche Wertung und komplett allgemein gehalten; für eine richtige Bewertung müsste ich die tatsächlichen Hintergründe der Aussage kennen. Aber nein, das ist per se für mich nicht das gleiche.
 
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Also dann ist es für einen Weissen in Südafrika in Ordnung 'eklige schwarze Mehrheitsgesellschaft' zu sagen, weil er nach 'oben' tritt?

E: Ist es nicht oder?
Aber umgekehrt wenn ein schwarzen SA auf die Weissen schimpf wärs dann nicht so schlimm.
 
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Wie gesagt: Hängt vom Kontext ab; natürlich ist die Historie da ungleich komplizierter. Wenn z.B. weiße Farmer diskriminiert und enteignet werden, dann kann ich das einerseits verstehen. Andererseits wurden da zu Zeiten der Apartheid auch extrem viele Schwarze enteignet und misshandelt und die Fairness des Status Quo der Besitztümer ist für mich überhaupt nicht klar.
Da ist also insofern gar nicht klar, dass der Weiße überhaupt nach oben tritt. Es geht nicht alleine darum, welche Personengruppe die Mehrheit stellt sondern auch, wie die Verteilung von Macht ist.
Wenn sich die Briten zu Zeiten Ghandis in Indien über die Inder beschweren, dann ist das sicherlich kein treten nach oben, auch wenn sie die zahlenmäßige Minderheit darstellen.
 
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Und "ekelhafte weiße Mehrheitsgesellschaft" wäre jetzt warum genau so verwerflich? Also klar ist es was edgy und so gar nicht zielführend, um die Gesellschaft zusammenzuführen. Aber das würde ich jetzt nicht als ne wirkliche Verfehlung bezeichnen und als Mensch mit eigenem Migrationshintergrund finde ich das stellenweise sogar ganz schön nachvollziehbar. Ich persönlich fühle mich von so einem Ausdruck auch gar nicht angegriffen.
es ist in erster linie peinlich. es ist das eine, ob ich bestimmte strukturelle muster und umstände wahrnehme und zurecht kritisiere und das andere, ob ich das direkt und zwingendermaßen mit meinen eigenen erfahrungen verknüpfen möchte. die sind nämlich, überraschung überraschung, höchst individuell.
ich möchte nicht, dass diese dame für mich spricht. konsequent zu ende gedacht bin ich in ihrem universum ein absolut hilfsbedürftiges und fast schon bemitleidenswertes geschöpf, das dringend hilfe und unterstützung bedarf, um nicht permanent unsichtbar und mundtot gemacht zu werden. zumindest interpretiere ich ihre sprache und ideen auf diese art und weise. für mich ist das zu extrem und ich möchte mir diesen schuh nicht anziehen.
weiterhin bin ich der meinung, dass diese aus meiner sicht radikale linke scheiße leuten wie mir einen absoluten bärendienst erweist. wieso können wir nicht weg von diesem identity müll und gleichzeitig weg von diesem "name und herkunft" müll der anderen, rechtskonservativen ecke? wird wohl auf ewig mein feuchter traum bleiben.
 
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Hab gar kein Problem mit deiner Position und peinlich kann ich als Attribution nachvollziehen. Ich halte es ja wie gesagt auch für einen Bärendienst (aka nicht zielführend) wenn das Ziel eine möglichst gerechte Gesellschaft darstellt. Da wird von linker Seite viel zu oft ein Grabenkampf mit der kompletten Gesellschaft eröffnet, obwohl man die Mehrheit dieser Menschen ja eigentlich mitnehmen möchte.

Was deinen letzten Absatz angeht: Tja das ist das Problem momentan. Manche erhöhen den Identity Kram, weil es aber immer noch sehr viele gibt, die ihn komplett abstreiten. Sowas wie die Bremer Wohnungsbau Geschichte kommt dann für viele aus heiterem Himmel, während es für manche eben tagtägliche Realität darstellt. Die nicht Betroffenen können nichts für diese Diskriminierung, aber etwas Verständnis und Empathie für diese Menschen wäre aus meiner Sicht nicht zu viel verlangt. Genauso wie nicht jeder, der Teil der Mehrheitsgesellschaft ist, direkt zum Mittäter wird. Mehr gegenseitiges Verständnis würde da beiden Seiten gut tun.
 
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wenn ich mich recht entsinne, hatte ich den artikel mit der bremer wohnungsbaugenossenschaft hier selbst verlinkt bzw. ins spiel gebracht.

die lösung für solch strukturelle diskriminierung soll jetzt vielleicht sein, eine wohnungsbaugenossenschaft explizit für benachteiligte oder dergleichen ins spiel zu bringen oder die gesellschaft als solche komplett umzuerziehen. hauptsache man packt regelmäßig ganze bevölkerungsgruppen in gigantische schubladen und bietet darüber hinaus auch keinerlei wege an, wie man diese schubladen je verlassen könnte.

ich meine, warum sollte man es sich auch einfach machen? gesetzlich auf verpflichtende anonymisierung setzen und mögliche diskriminierung gar nicht oder so spät wie möglich im prozess einzuführen, scheint absolut nirgendwo en vogue zu sein. lieber setzt man auf quoten und sprachregulierung.
 
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Kann echt nicht nachvollziehen, wie man das verteidigen kann.

Mein Gedankengang dazu:
  1. Auch mit 13/14 ist normal begabten Menschen klar, dass man sich nicht so äußert.
  2. Das sind krasse Gewaltandrohungen, Beleidigungen und auch noch anderes zweifelhafte (Homophobie), für die man mMn an unserer Schule damals einen Verweis bekommen hätte -- und wo bei Anzeige eine Gefährderansprache stattfinden würde.
  3. Mit 13/14 ist auch ein guter Teil des Wertebildes bereits geprägt. Man kann sich danach natürlich ändern, dafür sollte es aber klare Indizien geben. Diese Indizen gibt es eher im Gegenteil, weil sie sich (a) für den Großteil von dem Kram damals nicht entschuldigt & sich (b) kürzlich weitere Fehltritte geleistet hat.
  4. Es handelt sich nicht um eine Person besonders herausragenden Talents, so dass es absolut VIELE Alternativen in der Grünen Jugend gibt. Es ist absurd, dann genau so jemandem, der in keiner Weise die Werte vorlebt, für welche die Grünen stehen wollen, als Sprecher für alternativlos hält. Natürlich hat auch die Grüne Jugend viele richtig kluge junge Leute in ihren Reihen, die weder so vorbelastet sind noch so problematische Einstellungen haben.
Man kann also vma gern auch den Shitstorm verurteilen / für übertrieben halten. Aber ernsthaft zu meinen, dass das "alles ok" wäre und nicht klares Ausschlusskriterium sein sollte...? Wer so denkt, der gibt dem Shitstorm ja eher recht, weil der Shitstorm nötig erscheint, wenn sich Sympathisanten der Grünen stumpf mit so einer Person solidarisieren aus mutmaßlich reinem Lagerdenken.
 
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Gustavo

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Sie hat sich entschuldigt, was soll sie denn noch machen? Bei manchen hier muss man ernsthaft an der Urteilsfähigkeit zweifeln. Problematisch wäre es, wenn es Anhaltspunkte gibt, dass das, was tatsächlich skandalös wäre, wenn sie es heute noch schreiben würde, auch das ist, was sie heute noch denkt. Man muss sich aber nun sehr dumm stellen um wirklich zu glauben, dass "mit dem Messer anstupsen" und "Heil" unter ein Hakenkreuz kommentieren in irgendeiner Weise dafür stehen, was die Sprecherin der Grünen Jugend wirklich denkt. Wie ernst würdet ihr es nehmen, wenn Tilman Kuban mit 14 gesagt hätte, man müsse alle Bonzen aufs Schafott schicken?
 
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ein mensch vor 6 jahren auf twitter: dich abstechen..schwuchtel..alle töten..mit dem besen rauskehren..fesseln und ausbluten lassen

derselbe mensch 6 jahre später: bundessprecher der grünen jugend

seems legit :)

sind eigenltich viele fake-sarah-tweets im umlauf oder ist die wirklich so durchgepeitscht?
 
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Und "ekelhafte weiße Mehrheitsgesellschaft" wäre jetzt warum genau so verwerflich? Also klar ist es was edgy und so gar nicht zielführend, um die Gesellschaft zusammenzuführen. Aber das würde ich jetzt nicht als ne wirkliche Verfehlung bezeichnen und als Mensch mit eigenem Migrationshintergrund finde ich das stellenweise sogar ganz schön nachvollziehbar. Ich persönlich fühle mich von so einem Ausdruck auch gar nicht angegriffen.

Das Problem geht doch schon damit los, dass es afaik keine schwarze Gesellschaft geben dürfte, in welcher es ihr im Mittel besser geht. Sie lebt hier in einer der besten Gesellschaften der Welt - auch für Migranten. Und statt zu versuchen die Menschen mitzunehmen beim (durchaus verständlichen) Versuch sie noch besser zu machen, watscht sie erstmal die Mehrheit durchweg ab. Ich brauch wohl auch nicht daran zu erinnern, dass sie damit auch die Leute trifft, gegenüber denen sie dank ihres sehr jungen Politikerstatus bereits jetzt privilegiert ist, und deren Lebenseinkommen sie bei gleichem Karriereverlauf sie vermutlich in ein paar Jahren übertrifft. Ich weiß, IDPOL-Leuten scheint das nicht immer so klar zu sein, aber es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Privilegien neben Hautfarbe (und Geschlecht).

Nebenbei bin ich mir auch nicht sicher, wie "harmlos" das bei ihr wirklich ist, das wird sie über die Jahre zeigen müssen. Auch von linker Seite gibt es das "lol I'm just trolling" Phänomen, mit der tatsächlich ziemlich abscheuliche Einstellungen maskiert werden sollen (da wird es dann nur "Provokation" genannt). Ich bin hier durchaus bereit, bei jungen Menschen Rücksicht zu nehmen, dann müssen aber auch Taten und merkbare Veränderungen folgen.
 
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Das Problem geht doch schon damit los, dass es afaik keine schwarze Gesellschaft geben dürfte, in welcher es ihr im Mittel besser geht. Sie lebt hier in einer der besten Gesellschaften der Welt - auch für Migranten.
Erstens geht es wohl kaum um schwarze Gesellschaften imaginärer oder reeller Natur, in der er es ihr besser ginge, sondern nunmal um den wahrgenommenen Status Quo, der ihr Leben definiert. Dass PoC/Menschen mit Migrationshintergrund auch in Deutschland schlechter repräsentiert/weniger privilegiert sind als weiße, (gebürtige) Deutsche, überrascht jetzt genau wen? Und wegen meiner lebt sie in einer der besten Gesellschaften für Migrant*innen - für nicht-Migrant*innen hat diese Gesellschaft trotzdem noch um einiges mehr übrig.
 
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Die tatsächlich existierenden Probleme löst man aber nicht mit aggressiver Rhetorik und Verallgemeinerung, insbesondere wenn genau diese Muster doch jene sind, welche zu den Problemen führen.

Und in der Tat gibt es auch eine Menge anderer Privilegien -- bspw soziale Schicht der Eltern und IQ. Die "weißen Männer" mit IQ<90 und ohne reiche Eltern haben es bestimmt nicht leichter im Leben als sie.

Identitätspolitik halte ich schon mit höflichem, respektvollen Tonfall für problematisch -- mit diesem Tonfall aber sie das absolute Gegenteil eines Gewinns für die Gesellschaft.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Ok, jetzt driften wir aber dahingehend ab, dass es darum geht, wie ihr die politische Ausrichtung der Frau findet. Und ich bin ja inhaltlich ganz dabei, dass es absolut blödsinnig ist sich hinzustellen und von der ekligen weißen Mehrheitsgesellschaft zu sprechen, gerade in einem Land wie Deutschland. Aber Identitätspolitik ist halt nun mal eine politische Ansicht, die in Deutschland vertreten wird, das macht noch keinen Skandal, nur weil eine 14-jährige auf Twitter überdreht.
 
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Was ist denn das für eine Argumentation? Auch Rechtspopulismus ist eine politische Ansicht, die in Deutschland vertreten wird. Warum soll man aufgrund solcher Trivialitäten solche garstigen Personen in wichtigen Positionen tolerieren?
 
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Die Argumentation impliziert, dass Identitätspolitik eine vertretbarere Position ist als Rechtspopulismus? Es ist halt für ihre Position überhaupt nicht relevant, ob du sie für "garstig" hältst. Es geht sich ja auch hier nicht am laufenden Meter jemand auf, dass die AfD wichtige Positionen mit Rechtspopulisten besetzt.
 

Gustavo

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Warum soll man aufgrund solcher Trivialitäten solche garstigen Personen in wichtigen Positionen tolerieren?

Ich bin nicht sicher ob du verstehst worauf ich hinaus will. Ich sage ja: Ich habe das Gefühl bei manchen hier sind die Aussagen selbst eher nachrangig; wenn das bei dir nicht so ist, brauchst du dich nicht angesprochen fühlen. Viele der Leute, die sich jetzt online auf sie stürzen, stören die konkreten Aussagen aber, gerade wenn sie für ihre Verhältnisse uralt sind, doch nie im Leben. Was wirklich als verwerflich gesehen wird ist ihre Ideologie. Man kann aber die bloße Tatsache, dass sie Identitätspolitik macht, die man nicht mag, nicht als Begründung sehen, warum ihre Aussagen rücktrittswürdig sind*. Nun bezeichnet sich fast niemand selbst als "Rechtspopulist", aber wenn das jemand tun würde wäre das wie gesagt auch noch kein Rücktrittsgrund: Es gibt nun mal 10% der Bevölkerung, die die AfD im Bundestag wollen, also kann die Mitgliedschaft in der AfD (als Proxy für Rechtspopulismus) an sich eben noch nicht als Begründung für Rücktrittsforderungen herhalten. Es gibt diese Strömungen und man muss sich damit arrangieren. Ich wette es gibt da draußen eine Menge Leute, die dich für nicht satisfaktionsfähig halten, wegen der Dinge die du hier über Flüchtlinge schreibst (wozu ich mich btw explizit *nicht* zähle) und denen würde ich genau dasselbe sagen: Man muss sich mit der politischen Kultur arrangieren wie sie ist, nicht wie man sie gerne hätte.



*ironischerweise ist das genauso Identitätspolitik, nur halt weiße Identitätspolitik
 
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Ich verstehe schon, was du meinst. Ich glaube aber, dass man gerade weil man die Existenz bestimmter Ideologien akzeptieren muss, ihnen Grenzen setzen muss.

Und diese Grenzen sind auch rhetorischer Natur. Wenn ein Rechtspopulist oder ein konservativer Muslim-Funktionär eben nicht nur diplomatisch ist, sondern bspw zu Gewalt aufruft, dann muss ich die Grenze da ziehen.

Ich glaube schon, dass man sowohl von der AfD als auch von Vertretern der Identitätspolitik verlangen kann, Mindeststandards einzuhalten. Damit die Debatte wenigstens sachlich erfolgen kann und nicht auch noch wegen solcher Garstigkeiten eskaliert.

Ayman Mazyrk halte ich ja auch für einen gefährlichen Islamisten. Habe aber noch nie gefordert, er solle zurück treten. Weil er sich zumindest gemäßigt ausdrückt. Ich wäre trotzdem dafür, dass Institutionen nicht mit ihm zusammenarbeiten -- aber wegen der Ideologie und nicht wegen der Person.

Genauso erwarte ich eben von wichtigen Funktionären der Grünen, wenn sie mir schon nicht den Gefallen tun und sich auf Umweltschutz konzentrieren, dass sie ihre Positionen rhetorisch sorgfältig beziehen und damit diskursfähig bleiben.

Ich halte diese Rhetorik der Sprecherin eben für nicht mehr diskursfähig. So jemand kann nicht wirklich auf einem Podium oder bspw in einer theoretischen Koalitionsverhandlung mit Leuten sachlich diskutieren, welche anderer Meinung sind. Da besteht für mich die Grenze.

Für die Grünen macht es auch einfach keinen Sinn, so jemanden zu wählen. Da gibt es 50 andere mit gleichem politischen Talent aber mehr Sachlichkeit und weniger Ballast.

Ich glaube auch, dass so jemand nicht so protegiert würde, wenn nicht POC. Wäre das ein weißer Dude hätten auch die Grünen ihn vermutlich schon -zurecht!- fallen gelassen.
 
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@Xantos
Das sind imo halt waghalsige Claims. Warum soll sie denn bitte nicht in Koalitionsverhandlungen sachlich diskutieren können? (Mal davon abgesehen, dass man keine 20jährige zu sowas schickt ...) Wie oft hast du sie denn in einer Live-Diskussion gesehen?
Und woher willst du wissen, welche Talente sie sonst hat oder wer sonst zur Verfügung stand? Entpuppst du dich hier als intimer Kenner des GJ-Kaders?

Das ist halt alles etwas hanebüchen und legt nahe, dass Gesinnung hier für dich durchaus eine große Rolle spielt.
Ich persönlich sehe jetzt auch immer noch nicht, was an der Formulierung "eklige weiße Mehrheitsgesellschaft" so verächtlich ist, dass man jemanden, der mit 19(?) sowas sagt, verreißen müsste. Ich kann mir schöneres vorstellen als Politiker, deren Sprache schon mit 20 so geschliffen und leer ist, dass sich niemand darüber aufregt. Jugend darf imo auch mal über die Stränge schlagen und jemanden wegen so einer Lappalie anzusägen wäre absurd. Fast jeder amtierende Parteivorsitzende hat mehr auf dem Kerbholz.
 
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Ich persönlich sehe jetzt auch immer noch nicht, was an der Formulierung "eklige weiße Mehrheitsgesellschaft" so verächtlich ist, dass man jemanden, der mit 19(?) sowas sagt, verreißen müsste. Ich kann mir schöneres vorstellen als Politiker, deren Sprache schon mit 20 so geschliffen und leer ist, dass sich niemand darüber aufregt. Jugend darf imo auch mal über die Stränge schlagen und jemanden wegen so einer Lappalie anzusägen wäre absurd. Fast jeder amtierende Parteivorsitzende hat mehr auf dem Kerbholz.
Einerseits true.
Andererseits nervt es halt. Bei so vielen Diskussionen kommt "alter weißer Mann" als Topos der verachtenswerten Person vor … klar kann man sich davon "ganz einfach frei machen und nicht beachten weil ja andere gemeint sind". Ich denke aber nicht, dass das der richtige Umgang ist, denn es ist eine Rechtfertigung gemäß "Abschätzig und respektlos sein ist voll in Ordnung wenn es nur die richtigen trifft." Und wer die richtigen sind, entscheidet der Mob. Danke nein.

Wenn man eine gerechte Gesellschaft will, dann bitte in alle Richtungen. Es ist zwar richtig wie @tic0r sagte, dass man nach oben eher treten darf als nach unten, aber gegen "die eklige weiße Mehrheitsgesellschaft" keilen ist eben nicht nach oben, sondern in alle Richtungen. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe mit bestimmten ethnischen oder genetischen oder sonstigen Merkmalen berechtigt meines Erachtens niemanden zu gar nichts, und entschuldigt auch nichts, egal wie diskriminiert oder privilegiert die Gruppe ist.

Menschen sind als Individuen für sich selbst verantwortlich und tragen vielleicht noch Verantwortung für ihr direktes Umfeld. Menschen aufgrund von ethnisch-genetischen Merkmalen für besser oder schlechter zu halten als irgendwelche anderen Gruppen ist abzulehnen. Menschen gruppenbezogen zu beschimpfen auch.

Davon abgesehen: Die Gute ist jetzt immer noch nicht alt. Ich war in ihrem Alter sicherlich auch noch dum und naiv. Es sei ihr gewünscht, dass sie es sich einfach hinter die Ohren schreibt und daraus lernt. Ende der Geschichte.

Ich erinnere mich hier allerdings an das was @Gustavo vor einer Weile mal schrieb: "Es stimmt mich bedenklich, dass es im Vorstand der Grünen Jugend niemanden zu geben scheint, der sich für Dinge abseits von Identitätspolitik und Gender etc. interessiert." Und das gilt nach wie vor. Vielleicht bewirkt Merkels Abschied und die Grünen in der Regierung, dass sich das im Angesicht der Verantwortung ändert. Ich würde es begrüßen. Sehr sogar. Vielleicht wähle ich dann sogar doch nochmal die Grünen :rolleyes:
 
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Ich sage ja nicht, dass ihr Umgang "richtig" ist. Selbst wenn man Idpol vertritt, sollte man das anders tun. Mein Punkt war, dass dieser Ausrutscher bei weitem nicht gravierend genug ist, um ihr den Rücktritt nahezulegen.
 

parats'

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Merkel hätte er wohl nicht ans Bein pinkeln sollen. :rofl2:
 
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