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Nachrichten, Randnotizen und Kurioses v4

parats'

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In Regionen, wo es keine oder nur schlechte Alternativen gibt, darf die KfZ-Steuer dann meinetwegen noch länger niedrig bleiben, während sie bspw. in gut vom ÖPNV erschlossenen Städten sehr hoch sein darf.
Ich sehe schon wie in Schmalkalden die Neugründungsrate von Tochterunternehmen für Firmenflotten um 9000% ansteigt. :rofl2:
 
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In Regionen, wo es keine oder nur schlechte Alternativen gibt, darf die KfZ-Steuer dann meinetwegen noch länger niedrig bleiben, während sie bspw. in gut vom ÖPNV erschlossenen Städten sehr hoch sein darf.
Ah cool, und wenn man in der Stadt wohnt und auf dem Dorf arbeitet, soll man aufs Dorf ziehen, damit man in der Freizeit auch noch ständig die Karre bewegen muss? Oder soll das auch berücksichtigt werden?
Vvielleicht gibt es ja Statistiken, aber ich glaube, die meisten Menschen fahren "ganz normale" Strecken mit dem Auto, weil es ohne eine deutliche Verringerung der Lebensqualität darstellen würde. Ich persönlich kenne niemanden, der im Stadtgebiet wohnt und mit dem Auto in die Innenstadt zum Arbeiten fährt. Die nehmen jetzt schon überwiegend Bus oder Bahn. Daher bin ich auch nicht davon überzeugt, dass solche Maßnahmen zu weniger Autos führen werden. Das Geld wird dann wo anders abgezwackt, hauptsächlich wahrscheinlich bei den Ersparnissen. Oder es wird noch billigeres Fleisch gekauft :deliver: .

Was da schon eher wirken könnte, wären Maßnahmen um die Menschen von großen zu kleinen Autos zu bewegen.

Edit: Im Gegensatz zur CO2-Steuer bringt man mit Parkgebühren oder KFZ-Steuer die Leute ja auch nicht direkt dazu, weniger zu fahren, da man nicht die Nutzung, sondern den Besitz verteuert. Ob ich 100km oder 100.00km fahre, macht für die KFZ-Steuer keinen Unterschied. Das heißt man muss eine Schwelle überschreiten, ab der die Menschen bereit sind, gar kein Auto mehr zu fahren (nicht nur weniger). Diese Schwelle schätze ich bei den meisten Menschen, die ein Auto besitzen, als recht hoch ein.
 
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öpnv hat bei mir die letzten Monate mit aller Macht dafür gesorgt, unattraktiv zu sein. Neuer Job und pendel seitdem täglich nach Rastatt, 30km ins nächste Kaff, mit den öpnv ansich würde es "nur" knapp über eine Stunde dauern. Nur dann gab es mal gehäuft Oberleitungsstörungen, danach wurde der Bahnhof ein Monat lang an einer Stelle umgebaut, dann 1 Monat an einer anderen Stelle, danach war Karlsruhe Innenstadt durch geschmolzenes Bitumen lahmgelegt etc.
Es hat dezent keinen Spaß gemacht, wenn man morgens nicht weiß, ob man pünktlich zu seinen Terminen schafft bzw. abends dann mit Pech direkt 1-2h Stunden später daheim ist. Home Office ist nicht die Alternative, wenn man den Leuten in der Produktion Prozesse beibringen soll.
Dann 1h lang FFP2-Maske richtig tragen in einer stickig heißen Bahn macht auch Spaß, insbesondere wenn allen Leuten Abstandsregeln etc. komplett scheiß egal ist.

Und Karlsruhe gibt mit seinem so toll ausgebauten öpnv an.

Mit dem Auto brauch ich ne halbe Stunde (selbst bei Dauerbaustelle zwischen Rastatt und KA hat es nur paar Minuten mehr gedauert), selbst beim schlimmsten Stau (wo die A5 komplett gesperrt war) war es immer noch gleich schnell wie mit den öffis.
Umziehen funzt nicht immer, ein mal weil wie Stirling gesagt dann Lebensqualität verloren geht, weil man in irgendein Kaff ziehen müsste und bei der Entfernung es sich nicht rentiert, besonders wenn man nicht weiß, wie lange man den Job da machen wird.
 

GeckoVOD

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Dann such dir halt einfach einen neuen Job, stell dich nicht so an, wird ja wohl auch Produktionsprozesse in Karlsruhe direkt geben.
 
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oder ich scheiß auf die öpnv, außer ich gehe abends/am Wochenende weg?
 
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Wer es sich leistet in der Innenstadt zu wohnen und zum Arbeiten rauszufahren, der wird an der Kfz-Steuer nicht zugrunde gehen.

Die Idee ist ja auch nicht, dass es das eine und abschließende Mittel ist für sozialen Ausgleich zu sorgen. Aber bei der CO2-Steuer, die man an der Zapfsäule zahlt, ist es sicher noch komplizierter. Da gäbe es nur noch die Möglichkeit im Rahmen der Steuererklärung was wieder zu kriegen, wenn das Auto unverzichtbar ist.

Anderes Modell wäre, dass man ein Programm aufsetzt, wo die Leute je nach finanzieller Situation zinslose Darlehen oder Zuschüsse kriegen, um direkt auf E-Auto umzusteigen.

Letztlich glaube ich eh nicht, dass man das Problem à la FDP mit einem einzigen Mechanismus (CO2-Preis) in den Griff kriegt.
Am Ende wirds eher ein Bündel verschiedener Maßnahmen sein, wozu ab einem gewissen Zeitpunkt auch Verbote zählen. Dann kommt man ohne E-Auto halt nicht mehr in Städte oder neue Verbrenner werden gar nicht mehr zugelassen.
 
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GeckoVOD

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Geilste Einstellung. :top2:
Das lese ich hier in vielen Posts, ich gebe nur wider. Was mit der Botschaft angestellt wird, liegt nicht am Sender. #PädagogikWeisheiten

edit: Mal mehr Substanz:

Die Gebühren für einen Anwohnerparkausweis sind ein Witz. Für das Recht, 12-15 m² öffentliche Fläche mit einer Blechdose zu blockieren die paar Euro im Jahr? Kann ich da gleich fünf von haben und mir eine Blockhütte oder einen kleinen Schuppen drauf setzen? Gerade in Großstädten ist das Platz, den dringend Fuß- und Radwege bräuchten.
Ja, schwierig. Werde mein Auto mittelfristig abstoßen, wenn die Schrottmühle endlich mal nicht mehr den TÜV schafft. Mich regt etwas der Fokus auf E-Ladeplätze auf, verknappen die Parkplätze und werden das eine Problem durch ein anderes substituieren. Meist verchecken die Stadtwerke in den mittleren Städten auch die Verkehrsführung total. Was bringen mir "bessere" Fahrradwege etwas, wenn der Nahrverkehr schon grottig geschaltet ist. Theoretisch kann ich alle 10 Minuten mit dem Bus fahren, halt nur in den Stadtkern. Dann umsteigen, egal in welche Richtung und brauche am Ende des Tages doch noch 60 bis 90 Minuten um 4km weit zu kommen, weil alles sternförmig ins Zentrum geht, aber nichts einen Ring bildet - bin ich halt schneller zu Fuß. Und das kenn ich nicht nur aus einer, sondern aus vielen Städten.
Ansonsten kenn ich nur das Gemeckere von Einwohnern aus Städten, die neben Bus auch Tram, S- und U-Bahn haben und auf den Radwegen Autos parken (#Holocaust). Radwege gibt's hier nicht, weil die Stadt von einem Grottenolm im Mittelalter geplant wurden und es dafür gar keinen Platz gäbe, selbst wenn man wollte. Nur wer will Radfahrer? Dieses Geschmeiß in Spandexkostüm.
 
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Vvielleicht gibt es ja Statistiken, aber ich glaube, die meisten Menschen fahren "ganz normale" Strecken mit dem Auto, weil es ohne eine deutliche Verringerung der Lebensqualität darstellen würde. Ich persönlich kenne niemanden, der im Stadtgebiet wohnt und mit dem Auto in die Innenstadt zum Arbeiten fährt.
Ich kenn tatsächlich jemanden der zentral wohnt und arbeitet und den ~1km zur Arbeit jeden Tag mit dem Auto fährt. Kommt sogar noch besser, auf der Arbeit hat er nen Parkplatz, aber wenn er heim kommt, wohnt er in ner Ecke wo man gerne erstmal suchen muss. :catch:
 

Celetuiw

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Ohne Auto würd sich der Weg zur Arbeit für mich verdoppeln, so von 20 min auf 40, sportverein nicht mehr erreichbar ohne weiteres (10km kein bus). Und dann gibts ja noch die Tatsache, dass man auch mal Freunde/Familie besuchen will, die wohnen zum größeren Teil eher ländlich. kA wie das gehn soll.
 
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wird halt einfach Zeit für Autofreie Innenstädte, dann brauch man sich um parkgebühren auch nicht den Kopf zu zerbrechen :mond:

Wem es nicht passt kann ja aufs Land ziehen oder direkt ins Ausland gehen. Maastricht und Oslo würde sich da allerdings nicht unbedingt anbieten. :troll:
 
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Ich fahre 10 Minuten mit dem Fahrrad zur Arbeit und hab seit Anfang '19 deswegen keinen eigenen Wagen mehr.
Was soll ich sagen: Es funktioniert.
Bin aber auch schon zu Schulzeiten immer mit dem Rad gefahren weil mir die Öffis zu lahm waren. Hatte nur im Studium mal eine Zeit wo der Wagen geiler war, weil ich zu viel Angst davor hatte, dass mir mein Rad geklaut wird :mond:
 
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Blizzard's Chief Legal Officer Quits Amid Lawsuit​

Blizzard Entertainment’s chief legal officer, Claire Hart, has resigned from the embattled company. She announced the news in a LinkedIn post yesterday, saying that last Friday, September 17, was her final day.

ob da noch mehr kommt :ugly:
 
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Markus Lanz
Keine „Eier in der Hose“ – Luisa Neubauer greift Kevin Kühnert an

wo bleibt der seximus-aufschrei :ugly:

 

parats'

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Den meisten wird noch schwindelig von der Sprachgeschwindigkeit gepaart mit der Rhetorik eines Grundschülers sein.
 
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HOHE GASPREISE​

Den Briten geht das CO2 aus, Engpässe bei Frischfleisch und Bier drohen​

Es ist ein klassischer Dominoeffekt: Wegen des beispiellosen Anstiegs der Gaspreise gehen den Briten womöglich bald das Frischfleisch und andere Produkte aus. Der Grund: Es fehlt an Kohlendioxid. Der Lagerbestand des in der Lebensmittelindustrie weitläufig eingesetzten Gases soll in weniger als zwei Wochen auslaufen. Große Supermarktketten überbieten sich zurzeit gegenseitig darin, sich die verbliebenen Vorräte an CO2 zu sichern.

die schadenfreude in den kommentaren ist schon der klopfer. ist auch schon irgendwie ne art selektive wahrnehmung, gaspreis betrifft uns genauso, wir stecken dazu noch mitten im umbau der energiewirtschaft mit blackout-damoklesschwert im winter, aber yau, die blöden briten :rofl2:
 
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dann sollen die einfach das Klima retten und das ganze Co2 aus der Atmopshäre nehmen :troll:
 

parats'

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die schadenfreude in den kommentaren ist schon der klopfer. ist auch schon irgendwie ne art selektive wahrnehmung, gaspreis betrifft uns genauso, wir stecken dazu noch mitten im umbau der energiewirtschaft mit blackout-damoklesschwert im winter, aber yau, die blöden briten :rofl2:
Man sollte sich vor Augen halten, dass bspw. die aktuellen Gasspeicher in der EU auf einem ziemlich niedrigen Niveau sind und das Vorjahresniveau nicht erreichen werden. Deutschland trifft es natürlich etwas direkter, denn bspw. Länder wie Frankreich heizen hauptsächlich mit Strom und nicht wie hier mit einem Mix aus Gas, Strom, Öl, Holz etc. pp.. Gas liegt hier afaik bei knapp 50%.

Da kann ich die Schadenfreude irgendwie null nachvollziehen. Als ob wir hier alles im Überfluss und schön billig hätten während die Briten jetzt erfrieren und verhungern müssen.
 
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Markus Lanz

Keine „Eier in der Hose“ – Luisa Neubauer greift Kevin Kühnert an

wo bleibt der seximus-aufschrei :ugly:


Kühnert macht doch sowohl Lanz als auch Luise komplette nass.
Er hat absolut Recht, wir leben in ner Demokratie und brauchen Mehrheiten. Willkommen in der Demokratie. Inklusive Korruption.
Eine Diktatur um die Welt zu retten, möchten wohl noch nichtmal die FFF kids.
 
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Gustavo

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Ist mir auch aufgefallen bei der Sendung. Neubauer wird es immer arg leicht gemacht, wenn man sie einerseits als Exponentin einer Bewegung auftreten lässt, ihr dann aber erlaubt sich komplett rauszuhalten, wenn es darum geht, wie man deren Ziele denn verwirklichen will. Kühnert hat das sogar versucht anzuschneiden aber Lanz ist es mehr oder weniger übergangen. Man könnte zu tausend Themen national wie international (Kinderarmut, Bildungsungleichheit, rechtliche Ungleichheit von Frauen und Minderheiten etc. pp.) solche Themen machen und alle wären sich einig, dass die Existenz dieser Dinge scheiße ist, trotzdem haben wir es auch da nicht geschafft, irgendetwas dran zu ändern. Wenn nicht mal die Grünen die Art von Wahlkampf machen, den Neubauer gerne sehen würde, könnte man schon mal darauf hinweisen dass das vielleicht einfach daran liegt, dass die Parteien alle denken allzu große Einschnitte wollen die Wähler nicht hören und würden sie auch nicht akzeptieren. Da kann man sich nicht mit "82% der Bürger sind für mehr Klimaschutz" rausreden, wie sie es immer tut.
 
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Kühnert macht doch sowohl Lanz als auch Luise komplette nass.
Er hat absolut Recht, wir leben in ner Demokratie und brauchen Mehrheiten. Willkommen in der Demokratie.
Eine Diktatur um die Welt zu retten, möchten wohl noch nichtmal die FFF kids.
Vergisst die Problematik das die Zeit drängt und das halt ein Minus der Demokratie ist das Zeitmanagement aka "es jedem Recht machen wollen".
 

parats'

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Wenn nicht mal die Grünen die Art von Wahlkampf machen, den Neubauer gerne sehen würde, könnte man schon mal darauf hinweisen dass das vielleicht einfach daran liegt, dass die Parteien alle denken allzu große Einschnitte wollen die Wähler nicht hören und würden sie auch nicht akzeptieren. Da kann man sich nicht mit "82% der Bürger sind für mehr Klimaschutz" rausreden, wie sie es immer tut.
Es bleibt ja noch der Hungerstreik. Oh warte
 
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Fazit? Nur ein bisschen Demokratie wagen?

Politik ist nen dreckiges Business, inklusive ner menge Korrupter Scheisse.

Kühnert sollte eher die Eier haben, zu sagen was Sache ist:
Nämlich dass man den Klimawandel in einem demokratischen System wie unserem eh nicht aufhalten kann.
Weil es einerseits der "Souverän" (der noch nicht einmal bereit ist ein paar Cent mehr für fairtrade bananen auszugeben?) gar nicht will. (Wie sehr sie der Bürger bereit ist sich einzuschränken hat man ja bei Corona gemerkt. Masken tragen für die vulnerable Gruppe? Meine Freiheit ist in Gefahr!!!11!)
Und die Politik andererseits von Korruption und Lobbyismus nur so trieft.

Was ist dein Fazit: dem desinteressierten Volk komplexeste Volksentscheide zumuten, noch dazu bei unserer aktuellen "Medienlandschaft", was soll da rauskommen? Alles, aber mit Sicherheit nichts besseres oder intelligenteres.
 
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Ist mir auch aufgefallen bei der Sendung. Neubauer wird es immer arg leicht gemacht, wenn man sie einerseits als Exponentin einer Bewegung auftreten lässt, ihr dann aber erlaubt sich komplett rauszuhalten, wenn es darum geht, wie man deren Ziele denn verwirklichen will. Kühnert hat das sogar versucht anzuschneiden aber Lanz ist es mehr oder weniger übergangen. Man könnte zu tausend Themen national wie international (Kinderarmut, Bildungsungleichheit, rechtliche Ungleichheit von Frauen und Minderheiten etc. pp.) solche Themen machen und alle wären sich einig, dass die Existenz dieser Dinge scheiße ist, trotzdem haben wir es auch da nicht geschafft, irgendetwas dran zu ändern. Wenn nicht mal die Grünen die Art von Wahlkampf machen, den Neubauer gerne sehen würde, könnte man schon mal darauf hinweisen dass das vielleicht einfach daran liegt, dass die Parteien alle denken allzu große Einschnitte wollen die Wähler nicht hören und würden sie auch nicht akzeptieren. Da kann man sich nicht mit "82% der Bürger sind für mehr Klimaschutz" rausreden, wie sie es immer tut.
Ich hab die Sendung noch nicht gesehen. Aber das Argument halte ich für eine Krücke. Es erinnert mich an die ein oder andere Meinungsverschiedenheit, die wir über Pandemiepolitik hatten.
Es geht ja in erster Linie nicht darum, dass die deutsche Regierung den Planeten rettet, sondern dass Deutschland zumindest den Teil erfüllt, zu dem wir uns selbst verpflichtet haben. Inwiefern lag es denn bitte außerhalb der Macht unserer Regierung und unseres Parlaments die Solar- und Windindustrie nicht wieder abzusägen? Oder noch deutlich mehr in den Ausbau zu investieren? Oder einfach mal klimaschädliche Subventionen zu beseitigen? Oder einen CO2-Preis einzuführen, wie andere Länder es deutlich früher gemacht haben?
Da wäre einiges möglich gewesen, ohne dass man sich direkt Mistgabeln vor Reichstag und Kanzleramt hätte erwehren müssen.
Wenn man wirklich mal einen best possible effort hingelegt hätte, würde ich gern vergeben, dass man sich auf Phrasen von der Kunst des Machbaren zurückzieht. Aber die letzten 15 Jahre waren in Sachen Klimaschutz nun wirklich eine politische Vorstellung, für die traurig ein beschönigender Ausdruck ist. Das gilt übrigens erst Recht für die SPD, die an entscheidender Stelle mehrmals gebremst hat und jetzt wieder mit das laxeste Programm auffährt.
 
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Der Bürger hatte z.B. keinen Bock auf Windräder, oh snap und nun?
Durchdrücken?
Klar wird ja auch gemacht z.B. wenn RWE noch schnell ein paar Dörfer wegbaggern möchte, oder ne neue trasse verlegt. Aber da fliesst wenigstens ordentlich Kohle wo wir wieder bei Lobbyismus und Korruption wären... als ob wir so überhaupt ein 0,3 Grad Ziel einhalten würden, dass kann Louisa ja auch gerne unbefleckt von aussen kommentieren und kritisieren, und sie hat recht, aber was folgt daraus?
Lobbyismus/Korruption abschaffen sind doch leere Worthülsen seit dem es Politik gibt. Neubauer fordert im aktuellen System (Wahrheiten verkünden) schlicht und einfach politischen Selbstmord

Was soll Kühnert denn sagen, ausser, das System fickt euch alle, aber wir bekommen nix besseres hin. Ausserdem wollt ihr ja auch gar nix besseres...

Ich bin fast sicher, dass selbst die Grünen nach 15 Jahren Alleinregierung vor einem ähnlichen Scherbenhaufen ständen.
 
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Gustavo

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Ich hab die Sendung noch nicht gesehen. Aber das Argument halte ich für eine Krücke. Es erinnert mich an die ein oder andere Meinungsverschiedenheit, die wir über Pandemiepolitik hatten.
Es geht ja in erster Linie nicht darum, dass die deutsche Regierung den Planeten rettet, sondern dass Deutschland zumindest den Teil erfüllt, zu dem wir uns selbst verpflichtet haben. Inwiefern lag es denn bitte außerhalb der Macht unserer Regierung und unseres Parlaments die Solar- und Windindustrie nicht wieder abzusägen? Oder noch deutlich mehr in den Ausbau zu investieren? Oder einfach mal klimaschädliche Subventionen zu beseitigen? Oder einen CO2-Preis einzuführen, wie andere Länder es deutlich früher gemacht haben?
Da wäre einiges möglich gewesen, ohne dass man sich direkt Mistgabeln vor Reichstag und Kanzleramt hätte erwehren müssen.
Wenn man wirklich mal einen best possible effort hingelegt hätte, würde ich gern vergeben, dass man sich auf Phrasen von der Kunst des Machbaren zurückzieht. Aber die letzten 15 Jahre waren in Sachen Klimaschutz nun wirklich eine politische Vorstellung, für die traurig ein beschönigender Ausdruck ist. Das gilt übrigens erst Recht für die SPD, die an entscheidender Stelle mehrmals gebremst hat und jetzt wieder mit das laxeste Programm auffährt.

Na ja, sicher wäre es möglich gewesen mehr zu tun, das bestreite ich gar nicht. Aber es geht ja nun darum, was JETZT getan werden muss und das ist halt schon eine große Menge in kurzer Zeit und einiges davon wird Leuten durchaus wehtun, entweder direkt oder indirekt. Wenn man in einem Gebilde wie dem deutschen Staat irgendwelche tiefergehenden Veränderungen vornehmen will, ist es politisch immer um ein Vielfaches leichter, 1/16 der Veränderungen pro Jahr zu machen als die komplette Veränderung nach 16 Jahren Vorlaufzeit. Richtig große Veränderungen in richtig kurzer Zeit kriegst du eigentlich fast immer nur dann hin, wenn die Politik weiß, dass die Leute relativ bald mit den Mistgabeln vor dem Reichstag auftauchen, wenn die Politik die Maßnahmen NICHT umsetzt*. Davon kann aber bei der Klimapolitik einfach immer noch keine Rede sein und war es halt auch nie während der Ära Merkel:

Screen Shot 2021-09-22 at 6.30.13 PM.png


Genau dasselbe Bild in Europa:

Screen Shot 2021-09-22 at 6.31.15 PM.png


Vieles davon, was man heute vorschlägt, hätte man sicher viel leichter umsetzen können, wenn Merkel wirklich "Klimakanzlerin" gewesen wäre, aber wenn man heute ernsthaft Maßnahmen durchsetzen will, mit denen man die Pariser Ziele noch erreichen kann (woran ich überhaupt nicht glaube ehrlich gesagt), dann geht das nicht en passant. Was Neubauer regelmäßig beschreibt ist mehr oder weniger eine echte Systemänderung hin zu einer anderen Wirtschaft. DAS in Deutschland durchsetzen, dafür muss man erst mal politische Mehrheiten organisieren.





*man denke an grassierende Arbeitslosigkeit im Fall, dass Betriebe coronabedingt aus dem Markt gefegt worden wären oder dass in Folge einer kaskadierenden Bankenkrise die Volkswirtschaft zusammengebrochen wäre
 
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Ist mir auch aufgefallen bei der Sendung. Neubauer wird es immer arg leicht gemacht, wenn man sie einerseits als Exponentin einer Bewegung auftreten lässt, ihr dann aber erlaubt sich komplett rauszuhalten, wenn es darum geht, wie man deren Ziele denn verwirklichen will. Kühnert hat das sogar versucht anzuschneiden aber Lanz ist es mehr oder weniger übergangen. Man könnte zu tausend Themen national wie international (Kinderarmut, Bildungsungleichheit, rechtliche Ungleichheit von Frauen und Minderheiten etc. pp.) solche Themen machen und alle wären sich einig, dass die Existenz dieser Dinge scheiße ist, trotzdem haben wir es auch da nicht geschafft, irgendetwas dran zu ändern. Wenn nicht mal die Grünen die Art von Wahlkampf machen, den Neubauer gerne sehen würde, könnte man schon mal darauf hinweisen dass das vielleicht einfach daran liegt, dass die Parteien alle denken allzu große Einschnitte wollen die Wähler nicht hören und würden sie auch nicht akzeptieren. Da kann man sich nicht mit "82% der Bürger sind für mehr Klimaschutz" rausreden, wie sie es immer tut.
Sie ist halt am Ende eine aktivistische hohle Nuss die Gedöns auf Lehramt (iirc) angefangen hat zu studieren into nur noch Aktivismus sponsored by Elternhaus. (Edit: okay, immerhin Sommer letztes Jahr den BSc Geographie abgeschlossen. Schonmal besser als andere.)
Von Kevin Kühnert hatte ich schon mal eine sehr viel schlechtere Meinung. Der hat sich weiterentwickelt. Zu Neubauer gilt am Ende halt was Leiche sagte.

Hier noch etwas für Dich @Gustavo : Maja Göpel ist jetzt ganz offiziell große Starökonomin mit dem Prüfsiegel der FAZ https://www.faz.net/-gqe-afwpp
Der Tag an dem ich mein Abo auf die SZ umstelle rückt näher :rolleyes:

Ich wäre ja bereit für sehr viel mehr Umweltschutz. Meinetwegen sogar Fleisch sehr hoch besteuern usw. usf. allerdings … wie so viele möchte ich, dass es keine offenen Scheunentore für Trittbrettfahrer gibt. Tragfähigkeits-/Leistungsfähigprinzip okay, aber eben auch keinen Waiver für diejenigen die Bocken und/oder sich anstellen.

Ich vermute, dass Diskettendeutschland ein wunderbares Land wäre in dem es nur einer sehr kleinen Minderheit richtig schlecht ginge :mond:
 
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Was ist dein Fazit: dem desinteressierten Volk komplexeste Volksentscheide zumuten, noch dazu bei unserer aktuellen "Medienlandschaft", was soll da rauskommen? Alles, aber mit Sicherheit nichts besseres oder intelligenteres.
der blick nach china wird ja immer öfter und immer schneller geworfen, mit evergrande gibts jetzt nochmal eine notbremsung, aber schon bei der coronapolitik hies es, guckt mal, so muss das gemacht werden, schnelle entscheidungen getroffen, nicht gelabert. beim klimaschutz passiert das ja ebenfalls immer öfter und schneller: schaut, china stellt weichen und shanghai hat seinen komplexen nahverkehr zu 100% elektrifiziert. auch im bereich datenschutz hört man immer wieder, nun ja, wenn das dem klimaschutz im wege steht, kann das ja wohl offenkundig auf den müll? imho sind das idr. ziemlich extremistische tendenzen und ich glaube, viele würden mit einer diktatur relativ wenig probleme haben, wenn ihre kernthemen (klimaschutz/corona) adäquat behandelt wären. shit hits the fan im quadrat.
 

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Hier noch etwas für Dich @Gustavo : Maja Göpel ist jetzt ganz offiziell große Starökonomin mit dem Prüfsiegel der FAZ https://www.faz.net/-gqe-afwpp
Der Tag an dem ich mein Abo auf die SZ umstelle rückt näher :rolleyes:
Hier möchte ich mal einhaken: woher kommt dieses krasse abgrenzen und die offensichtliche Absprechung der Kompetenz unter den Ökonomen. Jede Splittergruppe hält sich natürlich für die klügste, sehe ich ein. Aber in jeder Echokammer werden andere Volkswirte als Trottel dargestellt, weil deren Annahmen ja total weltfremd sind.
Es muss doch sowas wie den kleinsten gemeinsamen Nenner geben, auf den sich alle verständigt haben. Bestes Beispiel Target2 - wurde glaube ich auch hier im Forum mal heiß diskutiert und endete wie immer in zwei harten Fronten die sich mit Kot beworfen haben.

Woher kommt dieses harte abgrenzen? Denn für irgendwelche Leitungsposten bei diversen Instituten reicht es ja.
 
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der blick nach china wird ja immer öfter und immer schneller geworfen, mit evergrande gibts jetzt nochmal eine notbremsung, aber schon bei der coronapolitik hies es, guckt mal, so muss das gemacht werden, schnelle entscheidungen getroffen, nicht gelabert. beim klimaschutz passiert das ja ebenfalls immer öfter und schneller: schaut, china stellt weichen und shanghai hat seinen komplexen nahverkehr zu 100% elektrifiziert. auch im bereich datenschutz hört man immer wieder, nun ja, wenn das dem klimaschutz im wege steht, kann das ja wohl offenkundig auf den müll? imho sind das idr. ziemlich extremistische tendenzen und ich glaube, viele würden mit einer diktatur relativ wenig probleme haben, wenn ihre kernthemen (klimaschutz/corona) adäquat behandelt wären. shit hits the fan im quadrat.

hmm ja, könnte ein Weg sein.

Da wir alle nie in einer "Diktatur" wie China gelebt haben, ist das wohl in erster Linie ne Vermutung, wie schlecht es uns ginge.
Ganz ehrlich, ich kann mir schrecklichere Szenarien vorstellen, als ein China2 in Deutschland.
Meine Freiheit scheint mir wohl nicht so wichtig zu sein 🤷‍♂️
(Ich glaube eh dass wir alle unfrei sind, um mal einen philosophischen Stamnmtisch-oneliner zum Thema Freiheit rauszuhauen :rofl:)
 
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Na ja, sicher wäre es möglich gewesen mehr zu tun, das bestreite ich gar nicht. Aber es geht ja nun darum, was JETZT getan werden muss und das ist halt schon eine große Menge in kurzer Zeit und einiges davon wird Leuten durchaus wehtun, entweder direkt oder indirekt. Wenn man in einem Gebilde wie dem deutschen Staat irgendwelche tiefergehenden Veränderungen vornehmen will, ist es politisch immer um ein Vielfaches leichter, 1/16 der Veränderungen pro Jahr zu machen als die komplette Veränderung nach 16 Jahren Vorlaufzeit. Richtig große Veränderungen in richtig kurzer Zeit kriegst du eigentlich fast immer nur dann hin, wenn die Politik weiß, dass die Leute relativ bald mit den Mistgabeln vor dem Reichstag auftauchen, wenn die Politik die Maßnahmen NICHT umsetzt*. Davon kann aber bei der Klimapolitik einfach immer noch keine Rede sein und war es halt auch nie während der Ära Merkel:

[...]

Vieles davon, was man heute vorschlägt, hätte man sicher viel leichter umsetzen können, wenn Merkel wirklich "Klimakanzlerin" gewesen wäre, aber wenn man heute ernsthaft Maßnahmen durchsetzen will, mit denen man die Pariser Ziele noch erreichen kann (woran ich überhaupt nicht glaube ehrlich gesagt), dann geht das nicht en passant. Was Neubauer regelmäßig beschreibt ist mehr oder weniger eine echte Systemänderung hin zu einer anderen Wirtschaft. DAS in Deutschland durchsetzen, dafür muss man erst mal politische Mehrheiten organisieren.

*man denke an grassierende Arbeitslosigkeit im Fall, dass Betriebe coronabedingt aus dem Markt gefegt worden wären oder dass in Folge einer kaskadierenden Bankenkrise die Volkswirtschaft zusammengebrochen wäre
Das liest sich jetzt wie die Entschuldigung eines Prüflings, der noch am Abend vor der Prüfung prokrastiniert, weil er die Wunschnote eh nicht erreichen kann ...

Ich behaupte mal niemand (außer vielleicht Luisa Neubauer?) würde einem Kanzler 2021 vorwerfen, dass er nicht 16 Jahre weitgehende Untätigkeit in Sachen Klimaschutz mal eben umkrempeln kann. Natürlich sitzen wir jetzt in der Tinte und ich persönlich sehe auch das 2-Grad-Ziel nicht mal am Horizont. Aber (wie übrigens schon in der Pandemie) denke ich diese Dinge nicht in erster Linie vom Ende her, sondern im Sinne eines best reasonable effort. Und den sehe ich leider derzeit auch nicht am Horizont und dafür - nicht dass wir irgendein quasi unerreichbares Ziel verfehlen - muss sich jeder politische Entscheidungsträger verantworten. Das trifft besonders die SPD, die 12 der letzten 16 Jahre mit regiert hat und sich dabei mitnichten als Vorkämpferin gegen den Klimawandel hervorgetan hat.
Selbst wenn, Stand 2021, die Grünen auch nicht genug tun würden, sehe ich die bspw. weitgehend entlastet, weil sie im Gegensatz zu quasi allen anderen bereits vor 20 Jahren bereit waren notwendige Schritte einzuleiten. Darum kann man ihnen - im Gegensatz zur SPD - kaum anlasten, dass wir jetzt einen enormen Rückstand aufholen müssen.

[edit]
Bin jetzt erst bei ner guten halben Stunde und sehe bisher eine Luisa Neubauer, die imo absolut essentielle Punkte macht und erst von Lanz mit "aber die Grünen!?" angegangen wird - hätte man (siehe oben) natürlich besser verteidigen können - und einen KK, der bei der Erwähnung der SPD-Klimasünden ins Schwimmen gerät. :troll:
 
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Gustavo

Doppelspitze 2019
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Das liest sich jetzt wie die Entschuldigung eines Prüflings, der noch am Abend vor der Prüfung prokrastiniert, weil er die Wunschnote eh nicht erreichen kann ...

Ich behaupte mal niemand (außer vielleicht Luisa Neubauer?) würde einem Kanzler 2021 vorwerfen, dass er nicht 16 Jahre weitgehende Untätigkeit in Sachen Klimaschutz mal eben umkrempeln kann. Natürlich sitzen wir jetzt in der Tinte und ich persönlich sehe auch das 2-Grad-Ziel nicht mal am Horizont. Aber (wie übrigens schon in der Pandemie) denke ich diese Dinge nicht in erster Linie vom Ende her, sondern im Sinne eines best reasonable effort. Und den sehe ich leider derzeit auch nicht am Horizont und dafür - nicht dass wir irgendein quasi unerreichbares Ziel verfehlen - muss sich jeder politische Entscheidungsträger verantworten. Das trifft besonders die SPD, die 12 der letzten 16 Jahre mit regiert hat und sich dabei mitnichten als Vorkämpferin gegen den Klimawandel hervorgetan hat.
Selbst wenn, Stand 2021, die Grünen auch nicht genug tun würden, sehe ich die bspw. weitgehend entlastet, weil sie im Gegensatz zu quasi allen anderen bereits vor 20 Jahren bereit waren notwendige Schritte einzuleiten. Darum kann man ihnen - im Gegensatz zur SPD - kaum anlasten, dass wir jetzt einen enormen Rückstand aufholen müssen.


Na ja, ich will jetzt nicht behaupten dass die SPD sich da mit Ruhm bekleckert hat, aber ich finde es wird schon auch schnell mal vergessen, dass der Wirtschaftsflügel der Union durchaus hart verhandelt und die Union im Zweifelsfall ihre Zugeständnisse lieber bei der Symbolpolitik (Wehrpflicht, Atomkraft) macht als bei allem, was den armen Mittelstand beutelt, außer halt es geht gar nicht mehr anders (Mindestlohn). Ich will jetzt nicht sagen dass nicht auch ein bisschen mehr drin gewesen wäre, aber die Idee, dass in einer anderen Koalition bei gleichbleibenden Mehrheitsverhältnissen andere Parteien *viel* mehr gegen die Union durchgesetzt hätten erscheint mir ehrlich gesagt etwas illusorisch, zumindest ceteris paribus. Das zentrale Problem sind ihmo weniger die Parteien als die Wähler, für die das Thema lange einfach eine sehr untergeordnete Rolle gespielt hat.
Und das ist genau, was mich auch bei Neubauer stört: Sie scheint das ernsthaft nicht zu verstehen, aber wie wir ja gerade gesehen haben wischt die nächste Pandemie oder die nächste Wirtschaftskrise das Thema schlicht wieder eine ganze Weile vom Tisch, wenn die Leute Angst um Gesundheit und/oder Arbeitsplatz haben. Abstrakt sind Bürger gegen und für alles mögliche, interessant wird das erst wenn die tradeoffs gemacht werden müssen, mit denen sich die Politik halt rumschlagen muss. Und das wird nach der Wahl nicht anders sein. Man kann es ja alleine schon daran sehen, wie sich die Umfragen entwickelt haben: Zu keiner Zeit sind Wähler aufmerksamer als zur Bundestagswahl*. Wenn weder Grüne (noch, etwas weniger offensichtlich, die Linke) es schaffen, mit ihrem Thema jetzt zu punkten, weil die Kanzlerkandidatin bei ihrem Lebenslauf marginal übertrieben hat, dann ist die Unterstützung für dieses Thema einfach bei weitem nicht so tief wie wir uns das vielleicht wünschen würden. Nur weil 80+% sagen dass sie den Klimawandel gerne aufhalten würden heißt das halt erst mal gar nichts. Effektiv scheint es mir so sogar eher so zu sein, dass, seit das Thema Klimawandel wieder zentral in den Fokus gerückt ist nach den Überflutungen, keine der Parteien, die vergleichsweise harte Klimaprogramme geschrieben haben (Grüne und Linke) damit in irgendeiner Form haben punkten können. Das ist schlicht und ergreifend die Politische Ökonomie von fast allem: Wenn die Wähler nicht mehr von X fordern und der Forderung im Zweifelsfall durch Wahlverhalten untermauern, dann werden die Parteien selten X hochfahren, außer sie glauben selbst daran. Und ganz wie HG Maaßen nicht in die CDU eingetreten ist, damit Deutschland jetzt mit Arabern vollläuft, sind die allerwenigsten in die SPD eingetreten, weil sie sich so dringend um das Klima sorgen.




*will nicht sagen dass sie in absoluten Zahlen aufmerksam sind, es ist nur einfach das Beste, was sie zustande bringen


[edit]
Bin jetzt erst bei ner guten halben Stunde und sehe bisher eine Luisa Neubauer, die imo absolut essentielle Punkte macht und erst von Lanz mit "aber die Grünen!?" angegangen wird - hätte man (siehe oben) natürlich besser verteidigen können - und einen KK, der bei der Erwähnung der SPD-Klimasünden ins Schwimmen gerät. :troll:
 
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Hier möchte ich mal einhaken: woher kommt dieses krasse abgrenzen und die offensichtliche Absprechung der Kompetenz unter den Ökonomen. Jede Splittergruppe hält sich natürlich für die klügste, sehe ich ein. Aber in jeder Echokammer werden andere Volkswirte als Trottel dargestellt, weil deren Annahmen ja total weltfremd sind.
Es muss doch sowas wie den kleinsten gemeinsamen Nenner geben, auf den sich alle verständigt haben. Bestes Beispiel Target2 - wurde glaube ich auch hier im Forum mal heiß diskutiert und endete wie immer in zwei harten Fronten die sich mit Kot beworfen haben.

Woher kommt dieses harte abgrenzen? Denn für irgendwelche Leitungsposten bei diversen Instituten reicht es ja.

Sinnbildlich wie keiner der VWLer darauf eingeht :rofl2:
Tippe mal auf die Kombi aus Fachgebiet bei dem die Annahmen des Gegenübers häufig schwer widerlegt werden können, sprich Schwurbelei macht sich bezahlt, gepaart mit einer überdurchschnittlich hohen Ansammlung an großen Egos.
 
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Ich bin relativ sicher, dass in der VWL nicht mehr oder weniger diskutiert/gestritten wird wie in jeder anderen Sozialwissenschaft - von den Geisteswissenschaften mal ganz abgesehen. Es fällt nur mehr auf und das dürfte v.a. daran liegen, dass VWL einfach im Alltag politikrelevanter ist als z.B. Geschichte und dementsprechend mehr und konstantere mediale Aufmerksamkeit genießt. Inwiefern Deutschland nun zum Ausbruch des 1. Weltkriegs beigetragen hat oder wie der Holocaust zu erklären ist, ist halt selten Gegenstand von Bundestagsdebatten. Wie schröcklich Staatsverschuldung nun wirklich ist, hingegen schon öfter mal.
 

pinko

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Ich bin relativ sicher, dass in der VWL nicht mehr oder weniger diskutiert/gestritten wird wie in jeder anderen Sozialwissenschaft - von den Geisteswissenschaften mal ganz abgesehen. Es fällt nur mehr auf und das dürfte v.a. daran liegen, dass VWL einfach im Alltag politikrelevanter ist als z.B. Geschichte und dementsprechend mehr und konstantere mediale Aufmerksamkeit genießt. Inwiefern Deutschland nun zum Ausbruch des 1. Weltkriegs beigetragen hat oder wie der Holocaust zu erklären ist, ist halt selten Gegenstand von Bundestagsdebatten. Wie schröcklich Staatsverschuldung nun wirklich ist, hingegen schon öfter mal.
Es wird in jeder Wissenschaft gestritten. Auch und gerade bei Naturwissenschaftlern. Physiker führen richtige Glaubenskriege.
 

parats'

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Die Physiker sind halt nicht so präsent, da irrelevant für den Politikbetrieb (außer sie werden Bundeskanzler). Mir fällt halt immer nur auf, dass irgendwelche Volkswirte was behaupten (HWS) oder Studien rausbringen (Fratzscher) und der mediale Gegenwind sofort auf 300km/h ansteigt. Wieso besteht denn bspw. so dermaßen Uneinigkeit bzgl. Target2?
 
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Mal für Leute die ne 3- in Physik hatten - über welches Thema führen denn Physiker Glaubenskriege? Ich dachte immer da geht's um Naturgesetze, die man schwer "aushandeln" kann.
 

pinko

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Mal für Leute die ne 3- in Physik hatten - über welches Thema führen denn Physiker Glaubenskriege? Ich dachte immer da geht's um Naturgesetze, die man schwer "aushandeln" kann.
"Aushandeln" ist sicher das falsche Wort. Man muss sicher auch differenzieren, am tiefsten sind die Gräben afaik in der theoretischen Physik, v.a. natürlich da, wo die Theorien diffus werden. Mein Wissen beschränkt sich auch nur auf das Youtubestudium, aber es ist schon faszinierend zu sehen, dass es z.B. Leute gibt, die Quantenschleifenmechanik für den hot shit halten, während andere sie als Gewäsch ablehnen. Wenn du als Laie mal nen Einblick in die Diskurse in der Physik kriegen willst, schau dir ein paar Videos der dt. Physikern Sabine Hossenfelder an.
 
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