Ich habe endlich mal
Styx durchgespielt.
Das erste Level hatte ich schon im letzten Jahr angefangen, dann ist es aber irgendwie auf der Festpatte verschimmelt. Nachdem ich mich wieder etwas reingezockt habe konnte ich es dann auch fast an einem Stück durchnerden.
Extrem gut gemachtes Schleichspiel. Man ist ein Goblin, der durch Level hüpft und schleicht und dabei Wachen ausweicht, ab und zu vor ihnen wegläuft und sie ganz oft hinterlistig tötet. Die Steuerung ist okay, Sprungsequenzen sind öfter mal etwas unpräzise aber da bei einem Schleichspiel die quickload-Taste sowieso alle paar Sekunden gedrückt wird macht das nicht so viel aus.
Die Story ist toll und interessant, die Steampunk-Welt toll inszeniert, die Spezialfähigkeiten passen sehr gut zum Spiel (auch wenn, wie bei allen Spieler dieser Art, die Sichtverbessernden Fähigkeiten natürlich absolut OP sind) und es macht einfach Spaß, durch die Level zu gehen und alle Nebenziele zu erfüllen.
Diese Nebenziele sind auch toll gemacht: Man hat i.d.R. einen recht einfachen Auftrag. Dazu gibt es in jedem Level allerdings noch ein Sekundärziel, das etwas schwerer zu kriegen ist. Und für ganz schleichfreudigt gibt es in jedem Level 10 versteckte Marken, wer alle findet bekommt nochmal ein paar Bonuspunkte. Bonuspunkte gibt es auch, wenn man keine Wachen töten, nie entdeckt wird oder sehr schnell ist.
Von diesen Punkten kann man sich dann Skills kaufen, wobei Hauptmission + Sekundärziele (also ohne Marken sammeln oder keine Wachen töten) mehr als genug abwerfen um sich alle sinnvollen Fähigkeiten leisten zu können. Insb. Marken sammeln steht in keinem Verhältnis zum Aufwand: Es braucht sehr viel Zeit und Geschick und bringt gerade mal 20 Punkte insgesamt (wenn man über alle Teil-Level alle Marken gefunden hat, d.h. es bringt weniger als ein 08/15 Sekundärziel von denen es 3 pro Level gibt). Spaß macht die Sammelei trotzdem
Die Level sind toll aufgebaut, man hat immer die Wahl zwischen verschiedenen Routen und diejenigen mit weniger Wachen sind oft gar nicht so leicht zu finden. Das Erkennungssystem ist auch gut gelungen, Wachen sehen einen erst nach einer Weile. Die KI ist sehr dumm und leicht auszutricksen, aber auch das ist in einem Schleichspiel nicht unbedingt verkehrt. Immerhin will man ja nach einem Alarm auch erfolgreich weglaufen und sich wieder verstecken können.
Ein wenig stört, dass Level-Recycling betrieben wurde. Die letzten Level finden in den gleichen Arealen statt wie die vorhergehenden, allerdings mit anderen/mehr Wachen. Einerseits ist das etwas langweilig, andererseits hat es aber auch was, durch bekannte Gemäuer zu schleichen und bewusst die vorher bereits gefunden Abkürzungen einsetzen zu können. Durch die neuen Wachen, neue Sekundärziele, teilweise andere Routen durch das Level und dann auch neue Fähigkeiten, die man bis zum 2ten Besuch freigeschaltet hat, kommt trotz Level-Recycling keine Langeweile auf.
Wer alles finden will kann locker 25+ Stunden mit dem Spiel verbringen, ignoriert man die Bonusziele kann man es aber auch in grob 10 schaffen. Bei mir waren es in etwa 15, ich habe alle Sekundärziele mitgenommen aber nur einmal alle Marken gesammelt.
Insgesamt würde ich es jedem empfehlen, der Schleichspiele mag. Es spielt sich sehr ähnlich wie Dishonored (allerdings ohne Teleport-Fähigkeit), das mir auch sehr gut gefallen hat. Im direkten Vergleich hat mir Dishonored etwas besser gefallen, aber Styx ist sehr, sehr nahe dran.