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Deutschland: Wahlen 2021

Das Schaf

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Natürlich reden wir hier vom absolut oberen Teil, aber es betrifft eben Unternehmen und man sollte schon über eine Ausgleichsmasse sprechen.
Sorry, aber das ist doch Kindergarten. Natürlich will sie die Leute in Lohnabhängigkeit stärker besteuern, das funktioniert über die ESt aber eben nicht ohne dabei auch in die Unternehmen zu greifen.
Dann können wir aber den Kindergarten weiter spinnen.
Wie können gar nix ändern. Es betrifft immer die armen armen Unternehmen.
Aber srsly wo ist das fucking Problem bei Steuer Erhöhungen bei Einnahmen>100k
Als ob in den Regionen 5% mehr bedeuten alle Unternehmen gehen drauf.
Wenn das so wäre sind die auch nicht rettenswert
 

parats'

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Es geht nicht um die Besteuerung als solches. Es geht um die Aussage, dass die Unternehmen nicht belastet werden und das ist einfach falsch.
Ich kann mich nicht als Spitzenkandidat hinstellen und einfach Unwahrheiten vor mich hin schwurbeln. Es wird durch einfaches wiederholen einfach nicht wahr. Ich werfe ihr da nicht mal Täuschung des Wählers vor, sondern schlichte Inkompetenz.
Es ist schon so wie SFJunky sagt, es gibt dermaßen viele Steilvorlagen vom Spitzenpersonal wo einfach quatsch geredet wird und jeder andere Politiker scheint nicht die geistige Kapazität zu besitzen, dies aufzugreifen und zu korrigieren, weil er/sie genauso inkompetent ist.

Von mir aus können die Grünen auch Einkommen ab 50k stärker belasten, ob sie dann noch jemand wählt steht auf einem anderen Blatt.
Nochmal: Es geht um die Aussage und nicht das konkrete doing dahinter, da kann jeder seine Vorschläge einbringen.
 
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Das Schaf

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Ich kann mich nicht als Spitzenkandidat hinstellen und einfach Unwahrheiten vor mich hin schwurbeln. Es wird durch einfaches wiederholen einfach nicht wahr. Ich werfe ihr da nicht mal Täuschung des Wählers vor, sondern schlichte Inkompetenz.
Moment Mal.
Wenn es um den Punkt geht: WTF is wrong with you???
Kuck dir dann doch einfach Mal die Aussagen der zwei anderen an. Da sind mindestens genauso viel Täuschung/Inkompetenz drin.
Teilweise einfach auch noch viel dreisteres odernsichtliches Lügen
 

parats'

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Moment Mal.
Wenn es um den Punkt geht: WTF is wrong with you???
Kuck dir dann doch einfach Mal die Aussagen der zwei anderen an. Da sind mindestens genauso viel Täuschung/Inkompetenz drin.
Teilweise einfach auch noch viel dreisteres odernsichtliches Lügen
Achwas, echt? :raul:
Deren Inkompetenz an vielen Stellen und in vielen Aussagen regt mich doch genauso auf.
Hier ging es aber explizit gerade im die ACAB Zitate und die sind offensichtlicher Unfug und ich störe mich zurecht daran, dass ein Finanzminister oder MP sowas nicht mal bemerken.

Ich sehe ja ein, dass nicht jeder alles wissen kann, dass sollte auch nicht der Anspruch sein.
Was aber der Anspruch sein muss, ist das wahrheitsgemäß geantwortet wird und vor allem, dass Unsinn nicht wiederholt wird.
Wer sich also in so ein TV Format stellt und Punkte aus dem Parteiprogramm vortanzt, der muss mindestens mal die Basics seiner Aussagen gegenprüfen (lassen).
 
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Na ja, come on. Wir neigen wohl alle dazu bei den Parteien, mit denen wir sympathisieren, nachsichtiger zu sein. Insofern wirst du es wahrscheinlich nicht so schlimm finden, wenn Nicola Beer das Auftreten von mehr Extremwetterereignissen durch den Klimawandel als Fake News bezeichnet und auch Jahre später nicht einsieht, dass das eine Falschaussage war. Ich halte das für ziemlich übles Geschwurbel. Genauso wie dem politischen Gegner ständig Sozialismus anzudichten.
 

parats'

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Nicht wirklich. Wer als Spitzenpolitiker Müll erzählt muss damit leben und verdient zurecht Schelte.
Sie stehen idR. nicht sinnbildlich für die Ganze Partei, sondern sind eher ein Exponat.
Ich hab auch 2x mal Scholz gewählt, nämlich zur Bürgerschaftswahl in Hamburg. Heute ist er für mich unwählbar und das liegt nicht nur an seinen komischen Wendehalsaussagen in diversen Ausschüssen.
 
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Ich find's wunderbar. Linke einzig wählbare Partei unter den größeren.
Bitte wie?
Allein ihre Haltung gegen die NATO macht sie unwählbar. Die NATO ist das wohl beste Bündnis was mir als Europäer in einem kleinen schwachen Staat passieren konnte. Schutz durch europäisch-amerikanische Verteidigungsstrukturen inkl. Atomwaffen mit einem gemeinsamen Jahresbudget von über 1 Billion USD. Die Linke spinnt einfach
 
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"gute" Diktaturen bejubeln, linken Antisemitismus tolerieren, Populistin Wagenknecht, alte SED Kader durchfüttern, ich warte auf die ersten Querfrontler aus der Reihe der Linken.

Wie kann man so eine Untermenschenpartei wählen?

Die sind vom Mindset der AfD doch fast näher als die Werteunion...
 
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Was ist denn da so witzig? Wenn die mal in die Pötte kommen würden und so hirnverbrannte unhaltbare Spinner wie Oskar 'Nazi im Schafspelz' Lafontaine ausschliessen würden, wäre das für mich momentan auch die wählbarste Partei, zumind. wahlstrategisch betrachtet.
Naja mal abgesehen von Personalfragen bekommt man eigentlich alles was man bei der Linken gut finden kann auch bei den Grünen, nur insgesamt solider und mit einer besseren Mannschaft.

Gehen wir doch mal die 10 Punkte aus dem Kurzwahlprogramm der Linken durch. Diese Punkte sind von der Linken selbst gewählt und sollten daher zweifellos die stärksten Argumente für die Linke enthalten:
  • Mindestlohn 13 EUR: Die Forderung, dass man von der eigenen Arbeit leben können muss ist mE vollkommen legitim. Da es aber genügend Menschen gibt, deren Arbeit objektiv keine 13 EUR die Stunde wert ist, ist das von Staatsseite nur eine Entscheidung darüber wie genau man diese Arbeitsverhältnisse subventioniert oder ob man diesen Menschen eine "Stilllegungsprämie" zahlt. Meines Erachtens muss das Ziel sein, dass auch Menschen mit schlechter Ausbildung und Produktivität an der Gesellschaft teilhaben können. Die eigentliche Frage ist dann aber nicht die Höhe des Mindestlohns, sondern die Frage nach Arbeitsmarktintegration.
  • Höhere Vermögens- und Erbschaftssteuer: Erstere ist leider ziemlich ungerecht da sie leicht zu umgehen ist und gleichzeitig teuer zu erheben und damit ein ziemliches Placebo. Viel besser wäre eine Abschaffung der Sonderregeln für das Vererben von Betrieben und dann eine höhere Erbschaftssteuer. Die ist leichter zu erheben, bringt mehr, kann gerechter ausgestaltet werden usw. ––– Hier sind nicht alle Forderungen schlecht, aber man findet sie fast exakt so, nur in besser durchdacht bei den Grünen. KSt auf 25% erhöhen ist z.B. ein totaler Hirnfurz weil es v.a. zum Vorteil von Multinationals ist, die Gestaltungsspielraum bei Transferpreisen ausnutzen können. Rein inländische Unternehmen schwächt man so gegenüber ihrer Konkurrenz insb. im innereuropäischen Ausland. Da merkt man, dass die meisten in der Linken keine Unternehmererfahrung haben.
  • ÖPNV ausbauen und kostenfrei machen: Jo, finde ich auch. Ist kein Alleinstellungsmerkmal und zusätzlich ist es auch ziemlich einfach mehr von allem für kostenlos zu fordern. Ein Konzept sieht anders aus.
  • Pflege und Krankenhäuser verstaatlichen und nicht mehr profitorientiert wirtschaften lassen: Ich verstehe ja was sie wollen, da Gesundheit unzweifelhaft ein Teil der Daseinsvorsorge ist. Aber zu glauben, dass mit einer Umwandlung in gemeinnützige Gesellschaften alles besser wird ist eher Wunschdenken. Der Teil mit der Überarbeitung der KV in Richtung einer Pflichtversicherung in der gesetzlichen ist mE nicht verkehrt, aber das geht auch nicht im Federstreich.
  • Mietendeckel und überall mehr bauen: Ich muss sagen, dass das Konzept hierzu zu den besseren Teilen des Programms gehört. Einfach zu behaupten, dass jedes Jahr 250.000 Sozialwohnungen gebaut würden ist aber auch wieder ein naives "mehr von allem für alle"-Versprechen. Wie ironisch, dass es eine Rot-Rote Regierung in Berlin war, die die städtischen Wohnungen verscherbelt hat und damals kurzsichtig ökonomisch anstatt langfristig dachte.
  • Mehr Rente bei geringerem Renteneintrittsalter: Für mich noch vor der Außenpolitik das größte KO-Argument. Da geht vorne und hinten nichts zusammen. Vollkommen indiskutabel. Es sind zwar in den verlinkten Punkten durchaus wichtige Elemente enthalten, aber es ist bezeichnend, dass einfach kein Wort über die Finanzierung verloren wird, weil es genau daran scheitert. Das BIP fällt eben nicht wie Manna einfach so vom Himmel.
  • Waffenexporte verbieten und Auslandseinsätze beenden: Ich könnte mich ja damit abfinden keine Waffen mehr an die Türkei oder Saudi-Arabien zu verkaufen, easy. Aber so zu tun als ob irgendwas in der Welt dadurch besser würde wenn man sich einfach aus allem raushält … da bin ich eher skeptisch. Deutschland sollte eher sein Wehrbeschaffungsamt in Ordnung bringen und die BW wieder von einer Lachnummer zu einer halbwegs funktionierenden Truppe hinorganisieren.
  • Mindestsicherung 1200 EUR statt Hartz IV: lol. Warum nicht gleich Arbeit für alle optional machen? Klingt geil, funktioniert aber nur wenn irgendwer dafür arbeitet.
  • Entwicklungspolitik verbessern, Abschiebungen verbieten usw.: Uff … keine Abschiebungen plus Bleiberecht für alle mit unsicherem Aufenthaltsstatus plus Sozialleistungen für alle plus Asyl für alle. Das klingt total solidarisch, scheitert aber erwartbar daran, dass Menschen in der Breite eher egoistisch als solidarisch sind. Den ohnehin schon großzügigsten Sozialstaat Europas auszubauen und zugänglicher für Migration zu machen wird nicht nur v.a. die falschen Menschen anlocken sondern uns auch unter unseren europäischen Nachbarn einige Kritik einbringen. Keine gute Idee.
  • Lobbyeinfluss begrenzen: "Die Linke nimmt keine Spenden von Unternehmen." … okay, cool. Das Problem Lobbyismus ist etwas komplexer als das. Lustigerweise gibt es hier keinen Link zu einer Detailseite … traurig, dass sie es offenbar nicht einmal schaffen 10 komplette Punkte für die eigene Sache zusammenzukratzen :rolleyes:

Zusammenfassend zeigen sich die bekannten Schwächen. Es wird sehr viel über Ausgaben geredet, zur Finanzierung wird nichts außer "wir besteuern die Reichen mal so richtig." angeboten. Zusätzlich scheint es der Linken wichtig zu sein stets von einem sehr positiven Menschenbild auszugehen welches voraussetzt, dass Menschen weder betrügen noch lügen noch egoistisch noch faul sind.
Das was an ihrem Programm ganz toll klingt ist nicht finanzierbar. Weitere Punkte ignorieren, dass wir uns als sehr reiches Land nicht vor internationaler Verantwortung drücken können. Eine Welt ohne Waffen klingt super, allerdings bedingt es, dass alle die Waffen niederlegen und bringt die Gefahr mit sich, dass es reicht wenn einer nicht mitspielt, um sich genau diesem Spielverderber auszuliefern.
Die Weigerung der Linken, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen und sich von brutalen Regimen abzugrenzen ist dann nur noch das Sahnehäubchen für mich.

Die Linke ist für mich unwählbar weil sie keiner konsistenten Ethik folgt, sondern stattdessen sowohl in den inländischen als auch internationalen Themen willkürlich wertet. Daheim gegen den Faschismus wettern aber das venezolanische Regime unterstützen und die russische Regierung in Schutz nehmen ist für mich eine Kombination, die nur mit dem Ertragen massiver kognitiver Dissonanz möglich ist.

Wer links bis sehr links und mit mehr Klima haben will, der ist mit den Grünen auf jeden Fall besser dran.
 
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Wer links bis sehr links und mit mehr Klima haben will, der ist mit den Grünen auf jeden Fall besser dran.

Zitat Website Grüne:
Hilf uns, den erfolgreichsten Bundestagswahlkampf aller Zeiten vorzubereiten! Wir wollen möglichst viele Erstwählerinnen in der ganzen Republik auf die Wahl aufmerksam machen.
Erfolgreichster Bundestagswahlkampf aller Zeiten! ALLER ZEITEN! GröFaz reloaded. Aber relevant ohnehin nur die ohne Schnippi. Davon abgesehen sind die Grünen nicht links, sondern konservativ. Falls du vermögend bist und Klima dein Ding ist, dann wähl statt FDP die Grünen.
 
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  • Mindestlohn 13 EUR: Die Forderung, dass man von der eigenen Arbeit leben können muss ist mE vollkommen legitim. Da es aber genügend Menschen gibt, deren Arbeit objektiv keine 13 EUR die Stunde wert ist, ist das von Staatsseite nur eine Entscheidung darüber wie genau man diese Arbeitsverhältnisse subventioniert oder ob man diesen Menschen eine "Stilllegungsprämie" zahlt. Meines Erachtens muss das Ziel sein, dass auch Menschen mit schlechter Ausbildung und Produktivität an der Gesellschaft teilhaben können. Die eigentliche Frage ist dann aber nicht die Höhe des Mindestlohns, sondern die Frage nach Arbeitsmarktintegration.
Entschuldigung(, du Fotze :mond:,) aber der "objektive Wert von Arbeit" existiert vielleicht in irgendeiner Heitschibumbeitschi-Modellwelt von Hans-Werner Unsinn, aber doch nicht in der Realität.

Das Arbeitnehmerentgelt ist eine Wertschöpfungskomponente und Wertschöpfung ist keine Naturkonstante, sondern einfach die Differenz zwischen dem Produktionswert und den Vorleistungen. Und ob das ANE steigen kann, hängt von einer ganzen Menge ziemlich subjektiver Faktoren ab:

1. Randlösung: Das ANE steigt bei geg. PW; hier kommt es auf die Fähigkeit oder die Bereitschaft (=subjektiv) der AG an, ihren Teil vom Kuchen zu reduzieren.
2. Randlösung: Der PW steigt c.p. mit dem ANE; ob das geht, hängt von den Fähigkeit des AG ab, höhere Preise durchzusetzen, was wiederum entweder von seiner Marktmacht (relativ objektiv) bzw. der Zahlungsbereitschaft seiner Kunden (relativ subjektiv) abhängt.
3. Irgendeine Kombination aus dem oben genannten.

Aka, das Zusammenspiel von Wertschöpfung und ANE ist zumindest teilweise (je nach Branche, Marktlage, etc.) tautologisch. Wenn der Pizzabote 3 Euro pro Stunde mehr verdient, kostet die Pizza eben 50 Cent mehr - wodurch der Pizzabote dann auch mehr erwirtschaftet. Solange der fette Deutsche auf der Couch aber bereit ist, das zu bezahlen, I see no problem.

Wyrde persönlich aber beim Mindestlohn erstmal andere Baustellen sehen, z.B. sollte er jährlich angepasst werden. Und ich bin immer noch der Meinung dass es eh viel wichtiger wäre Maßnahmen in Richtung höherer Tarifbindung zu unternehmen.
 
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Gustavo

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Ich persönlich habe ja noch nie verstanden, warum linke Parteien nicht stufenweise den Mindestlohn so weit raufsetzen, bis die Verteilungseffekte im Aggregat für die Bevölkerung, die Mindestlohn verdient, negativ wird. Dieses Argument, wir würden damit Menschen ihre Arbeit kosten, ist maximal wohlfeil wenn es häufig genug um Arbeit geht, die der Staat noch quersubventionieren muss, damit Menschen es sich überhaupt leisten können, sie anzunehmen.
 

parats'

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Mindestlohn 13 EUR: Die Forderung, dass man von der eigenen Arbeit leben können muss ist mE vollkommen legitim. Da es aber genügend Menschen gibt, deren Arbeit objektiv keine 13 EUR die Stunde wert ist, ist das von Staatsseite nur eine Entscheidung darüber wie genau man diese Arbeitsverhältnisse subventioniert oder ob man diesen Menschen eine "Stilllegungsprämie" zahlt. Meines Erachtens muss das Ziel sein, dass auch Menschen mit schlechter Ausbildung und Produktivität an der Gesellschaft teilhaben können. Die eigentliche Frage ist dann aber nicht die Höhe des Mindestlohns, sondern die Frage nach Arbeitsmarktintegration.

Dazu kommt natürlich noch der Punkt, der immer gerne unerwähnt bleibt - Die Koppelung der Renten an die allgemeine Lohnentwicklung. Eine Erhöhung des Mindestlohns würde nämlich bedeuten, dass im Folgejahr die Renten ebenfalls kräftiger ansteigen.
Bei einem System, dass bereits mit 100mrd jährlich gestützt werden muss sich dann hinzustellen und blöken, dass das deutsche Rentensystem sicher sei grenzt leider an Realitätsverlust. Fairerweise hat glaube ich die Linke eine Sonderabgabe für für den Arbeitsgeber im Programm.
Wie auch oben schon erwähnt, es geht nicht um die konkrete Umsetzung, sondern das wichtige Details einfach ausgelassen werden. Ob Absicht oder Unwissenheit ist mir egal, aber es ist ein unredliches Verhalten.
 
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Ich persönlich habe ja noch nie verstanden, warum linke Parteien nicht stufenweise den Mindestlohn so weit raufsetzen, bis die Verteilungseffekte im Aggregat für die Bevölkerung, die Mindestlohn verdient, negativ wird. Dieses Argument, wir würden damit Menschen ihre Arbeit kosten, ist maximal wohlfeil wenn es häufig genug um Arbeit geht, die der Staat noch quersubventionieren muss, damit Menschen es sich überhaupt leisten können, sie anzunehmen.
Ist denn diese Subventionierung grundsätzlich negativ zu bewerten?

Meinem Ideal entspricht bis heute eigentlich ein Modell, wo es einen fließenden Übergang vom Status des reinen Leistungsempfängers zum Status des Nettozahlers gibt - also im Wesentlichen eine negative Einkommensteuer, bei der Sozialabgaben direkt eingepreist sind.
 
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Die Linke ist für mich unwählbar weil sie keiner konsistenten Ethik folgt, sondern stattdessen sowohl in den inländischen als auch internationalen Themen willkürlich wertet. Daheim gegen den Faschismus wettern aber das venezolanische Regime unterstützen und die russische Regierung in Schutz nehmen ist für mich eine Kombination, die nur mit dem Ertragen massiver kognitiver Dissonanz möglich ist.
für mich tatsächlich das komplette gegenteil. ich kann das hirngefurze aka "werteorientierte politik" niemandem mehr abnehmen und glaube kein wort davon. von daher bin ich da eher bei den linken als bei den grünen, auch wenn mancherlei linker altkader tatsächlich noch ernsthaft von venezuela, kuba oder china schwärmen mag. das kann ich verkraften. gibt auch genug "altkader" am anderen ende der skala, für die jeder amerikanische furz noch nach rosen riecht. gleicht sich also im großen und ganzen aus.

edit: auch absolut traurig, dass der wahlomat außenpolitik im grunde gar nicht abbildet, stattdessen aber den pöbel zu seiner fachlich äußerst wertvollen meinung bzgl kohleausstieg früher/später befragt.
 
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parats'

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Ist denn diese Subventionierung grundsätzlich negativ zu bewerten?

Meinem Ideal entspricht bis heute eigentlich ein Modell, wo es einen fließenden Übergang vom Status des reinen Leistungsempfängers zum Status des Nettozahlers gibt - also im Wesentlichen eine negative Einkommensteuer, bei der Sozialabgaben direkt eingepreist sind.
Müsste das liberale Bürgergeld der FDP nicht deinen Wünschen entsprechen?
 
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Das tut es afaik durchaus. Insbesondere die Bündelung von Sozialleistungen befürworte ich auch sehr.
Allerdings hat die FDP meiner Erinnerung nach den Mindestlohn scharf bekämpft und tritt auch gegen Erhöhungen ein. In diesem Fall läuft man imo Gefahr, dass staatliche Transfers den Marktlohn unterminieren, weil Lohneinbußen am unteren Ende der Skala zum Teil direkt ausgeglichen werden.
Darum bin ich grundsätzlich schon für einen Mindestlohn, der zu einem selbständigen Auskommen führt, sofern er innerhalb der von Gustavo genannten Grenzen praktikabel ist.

Der macht dann wiederum natürlich einen großen Teil der Lohnsubvention hinfällig. Praktisch ist es trotzdem für Leute, die nicht in Vollzeit arbeiten können, bspw. wegen Kinderbetreuung, aus gesundheitlichen Gründen etc.
 

parats'

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Oh, das mag sein, dass die FDP da stark gegen den Mindestlohn gearbeitet hat (bzw. sehr sicher sogar).
Es ging eher darum, dass zumindest mal die Idee bei einer Partei existiert und afaik seit Mitte der 2000er auch irgendwie Erwähnung im Programm der FDP findet. Man sollte allerdings einfach mal festhalten, dass im aktuellen System bei H4 alles über 100€ mit 80% besteuert werden. Das geht sicherlich "besser", mal unabhängig vom System H4.
Menschen bringt man so jedenfalls nicht in Arbeit, ob das mit einem Mindestlohn von 12€ dann der Fall wäre weiß ich nicht (rein vom Anreiz Vollzeit auf Aufstockerlevel zu arbeiten).
 

Gustavo

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Ist denn diese Subventionierung grundsätzlich negativ zu bewerten?

Meinem Ideal entspricht bis heute eigentlich ein Modell, wo es einen fließenden Übergang vom Status des reinen Leistungsempfängers zum Status des Nettozahlers gibt - also im Wesentlichen eine negative Einkommensteuer, bei der Sozialabgaben direkt eingepreist sind.

Nee, ist überhaupt nicht negativ zu bewerten. Mich stören bloß die Mitnahmeeffekte, die wir immer noch haben, wenn der Lohn von Unternehmen subventioniert wird, die selbst mehr zahlen könnten. Und die werden halt gerne hinter dem politischen Argument versteckt, man würde "Arbeitsplätze vernichten". Das stimmte beim Mindestlohn, so sie er original eingeführt wurde, offensichtlich nicht (gibt auch ein neues QJE-Paper, das das zeigt), schon mal überhaupt nicht, aber ab einer gewissen Höhe stimmt es natürlich schon. Mein Punkt ist, dass auch da immer noch nicht das Ende der Fahnenstange ist, weil wir die verlorenen Jobs gut substituieren können, anstatt weiter so hohe Lohnsubventionen für Unternehmen zu zahlen, die zumindest zum Teil selbst höhere Löhne zahlen könnten und würden, wäre der Mindestlohn höher.
 
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Das mag sein, zumindest habe ich das in den letzten Jahren mehrheitlich von den Wirtschaftswissenschaftlern gehört, denen ich zuhöre.
Allerdings reagiere ich leicht allergisch darauf, das Thema Mindestlohn so direkt in den Wahlkampf zu ziehen. Da gehört es imo nicht hin. Wenn man an der zuständigen Kommission dagegen was ändern möchte, soll man das tun.
 

Gustavo

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Mmh, das sehe ich in der Tat anders. Schon die Struktur der Mindestlohnkommission ist politisch, so dass die Angleichung auf nichtpolitischem Weg asymptotisch ewig dauern würde. Sobald man an der Grenze ist, wo weitere Steigerungen effektiv Wohlfahrtsverluste für Mindestlöhner als Gruppe bedeuten würden, kann man die Kommission ruhig machen lassen, aber bis dahin ist es noch ein ganzes Stück.
 
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Eigentlich sollte hier was darüber stehen, dass man damit einen Präzedenzfall schafft und das früher oder später zu einem Überbietungswettbewerb führt und man sich bewusst und wohlweislich dafür entschieden hat, dass eine Kommission den Mindestlohn festgelegt, weil die Politik sich nicht direkt in Tarifverhandlungen einmischen sollte usw. blabla.

Aber da mich das selbst nicht mal im Ansatz überzeugt hat, scheint es weiser, den Standpunkt zu räumen. :sofa:
 
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Ich bin mir zwar keineswegs sicher, dass RRG einen besseren Job machen würde als die aktuelle Regierung bzw. die Alternativen, aber wie man sich so sicher sein kann, dass es auf jeden Fall schlechter ist als eine Laschet-Regierung, würde mich dann doch interessieren.

Bekanntlich schätze ich Merkel persönlich und glaube nicht, dass ihr Nachfolger ihr staatsmännisch wird das Wasser reichen können. Aber jenseits des teils guten Krisenmanagements war ihre Regierungszeit von Stillstand geprägt, den wir uns eigentlich nicht leisten können. In entscheidenden Punkten (Klimapolitik) gab es sogar große Rückschritte. Die Energiewende und die dazugehörige Industrie ist abgesägt worden und wird Jahre brauchen, sich zu erholen, was unterm Strich auch deutlich teurer für uns werden dürfte.


Wenn man die Parteiprogramme einem aufrichtigen und kritischen Blick unterwirft, dann fällt es mir persönlich schon schwer Stimmen für CDU/CSU oder FDP nachzuvollziehen. Zu den als wesentlich ausgegebenen Punkten des Programms (Wirtschaft, Finanzen, Klima) steht da halt echt fast nur Bullshit drin.
Ist das dann pure Ideologie? Erklärt euch mal :troll:


@Topic
Noch unentschlossen zwischen Grünen und SPD, aktuelle Tendenz zur SPD.

die Wahlprogramme der linken Parteien sind zu viel Wunschträumerei, klingt aufm Papier gut und Captain Hindsight weiß es danach halt immer besser. RRG wär für mich der Supergau, aber sollen sie halt mal 3 Jahre rumstümpern wie in Berlin (zerfleischen sich ja schon intern gegenseitig, würd mich nicht wundern, wenn die nicht eine Periode durchhalten würden).

Laschet ist ne Lusche, und gefühlt wurd er nur genommen, weil er sich nicht gegen die anderen Landesfürsten durchsetzen kann und es denen so recht machen würde.

Das Gerede von Stillstand die ganze Zeit, wenn ich ins Ausland gucke, sehe ich fast immer nur größeren Müll. Es wird viel zu viel schlecht geredet. Wenn man nur die Rosinen im Ausland pickt, natürlich. Der Garten des Nachbarn ist immer grüner.
 

Gustavo

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Aber da mich das selbst nicht mal im Ansatz überzeugt hat, scheint es weiser, den Standpunkt zu räumen. :sofa:

Weise Entscheidung. Was ich an dem Argument noch nie verstanden habe: Wenn man wirklich glaubt, dass man in Gefahr läuft den Mindestlohn, der ja letztendlich nur ein Verteilungsmechanismus (von oben nach unten) ist, zu "politisieren", warum würde das exakt selbe Argument nicht auch bspw. bei den Einkommenssteuertarifen greifen? Da sagt niemand wir dürfen sie nicht politiseren, obwohl da genau dieselben Anreize existieren.
 
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die Wahlprogramme der linken Parteien sind zu viel Wunschträumerei, klingt aufm Papier gut und Captain Hindsight weiß es danach halt immer besser. RRG wär für mich der Supergau, aber sollen sie halt mal 3 Jahre rumstümpern wie in Berlin (zerfleischen sich ja schon intern gegenseitig, würd mich nicht wundern, wenn die nicht eine Periode durchhalten würden).

Laschet ist ne Lusche, und gefühlt wurd er nur genommen, weil er sich nicht gegen die anderen Landesfürsten durchsetzen kann und es denen so recht machen würde.

Das Gerede von Stillstand die ganze Zeit, wenn ich ins Ausland gucke, sehe ich fast immer nur größeren Müll. Es wird viel zu viel schlecht geredet. Wenn man nur die Rosinen im Ausland pickt, natürlich. Der Garten des Nachbarn ist immer grüner.
Werde doch mal konkret, was da Wunschträumerei ist - was es bei anderen "dir genehmen" Parteien nicht ist? Das scheint mir doch sehr substanzlos zu sein.

Ist dein Argument wirklich: "Woanders läuft es noch schlechter, daher ist hier alles super?"

Wenn man sich viele Themenbereiche ansieht, stellt man leider fest, dass immer nur reagiert wurde, wenn die Kacke am dampfen war, anstatt Regelungen (Mindestlohn, Flüchtlinge, Bankenkrise, Klimawandel usw.) schon proaktiv zu finden. Das hat nichts damit zu tun, wie es woanders lief, sondern ist ein klares Problem der konservativen, die versuchen, die bisherigen Regelungen aufrecht zu erhalten, in einer Welt, die sich nun mal ändert. Am Ende macht man dann genau das, was man von Anfang an hätte tun müssen, nur, dass man einmal die negativen Effekte erhält, die die nicht-Regelung mit sich gebracht hat. Dann wird es stärkere Einschnitte geben müssen und teurer wird es auch.
 
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Entschuldigung(, du Fotze :mond:,) aber der "objektive Wert von Arbeit" existiert vielleicht in irgendeiner Heitschibumbeitschi-Modellwelt von Hans-Werner Unsinn, aber doch nicht in der Realität.

Das Arbeitnehmerentgelt ist eine Wertschöpfungskomponente und Wertschöpfung ist keine Naturkonstante, sondern einfach die Differenz zwischen dem Produktionswert und den Vorleistungen. Und ob das ANE steigen kann, hängt von einer ganzen Menge ziemlich subjektiver Faktoren ab:

1. Randlösung: Das ANE steigt bei geg. PW; hier kommt es auf die Fähigkeit oder die Bereitschaft (=subjektiv) der AG an, ihren Teil vom Kuchen zu reduzieren.
2. Randlösung: Der PW steigt c.p. mit dem ANE; ob das geht, hängt von den Fähigkeit des AG ab, höhere Preise durchzusetzen, was wiederum entweder von seiner Marktmacht (relativ objektiv) bzw. der Zahlungsbereitschaft seiner Kunden (relativ subjektiv) abhängt.
3. Irgendeine Kombination aus dem oben genannten.

Aka, das Zusammenspiel von Wertschöpfung und ANE ist zumindest teilweise (je nach Branche, Marktlage, etc.) tautologisch. Wenn der Pizzabote 3 Euro pro Stunde mehr verdient, kostet die Pizza eben 50 Cent mehr - wodurch der Pizzabote dann auch mehr erwirtschaftet. Solange der fette Deutsche auf der Couch aber bereit ist, das zu bezahlen, I see no problem.

Wyrde persönlich aber beim Mindestlohn erstmal andere Baustellen sehen, z.B. sollte er jährlich angepasst werden. Und ich bin immer noch der Meinung dass es eh viel wichtiger wäre Maßnahmen in Richtung höherer Tarifbindung zu unternehmen.
Erstens bin ich nicht gegen den Mindestlohn. Du Fötzchen :mond:
Im Übrigen funktioniert es in Unternehmen nicht unbedingt so. Einmal hat der Pizzaservice nicht genügend Marktmacht, um höhere Preise durchzusetzen, einmal ist einfach offensichtlich, dass Person X einfach nicht sonderlich produktiv sein wird, und man stellt sie eben nur mit Subventionierung ein.
Wenn ich eine neue Stelle in meinem Team beantrage, dann muss ich einigermaßen ordentlich begründen, warum sich der Geldeinsatz über einige Jahre lohnt. Bei Arbeitsstellen die eher am Mindestlohn kratzen wird eher stärker als schwächer mit spitzem Bleistift gerechnet. Einige Arbeiten werden am Ende nämlich, als Folge des Mindestlohns, einfach automatisiert anstatt durch Menschen erledigt; und ich finde, dass das eine gute Sache ist, denn es handelt sich häufig genug um Scheißjobs. Man sieht das z.B. in Norwegen wo viel durch Automaten und Technik oder mehr Kapitaleinsatz in Maschinerie ersetzt wird. Da putzt dann ein Arbeiter mit viel Technik auf dem Flughafen die Klos anstatt eine ganze Kolonne.
So hat der Mindestlohn imho sein gutes. Allerdings muss trotzdem jeder im Niedriglohnsektor dann irgendwie produktiv genug sein, um seinen Lohn zu rechtfertigen, was mit steigendem Mindestlohn schwieriger wird. Es gibt, s.o., genügend Menschen die einfach nicht sonderlich produktiv sind. Bei diesen ist dann die Frage wie und wo man steuernd eingreift, um es auch diesen Menschen zu ermöglichen von Ihrer Arbeit irgendwie okay zu leben, während man gleichzeitig irgendwie das Gehaltsgefüge nicht zu sehr kaputtmacht.
Da finde ich eben, dass ein eher hoher Mindestlohn und sehr niedrige Steuern in den unteren Einkommensgruppen besser sind als kein Mindestlohn und Aufstockleistungen vom Arbeitsamt … allein schon weil der psychische Effekt für diese Menschen mE enorm ist, selbst wenn es nach Zahlen am Ende für den Staat die Wahl zwischen zwei äquivalenten Subventionen wäre.

Ich finde ja, dass das auch völlig zu recht eine politische Frage ist. Die Ratio ist ja (zu recht), dass man von seiner eigenen Hände Arbeit leben können sollte. Argumentationen über Grenznutzen sind da fehlgeleitet. Das ist ein politisches Ziel, die ökonomische Ausgestaltung befasst sich dann damit, dass es nicht das System kaputtmacht, aber nicht damit ob es jetzt prinzipiell einen Mindestlohn geben soll oder nicht.

Ich persönlich habe ja noch nie verstanden, warum linke Parteien nicht stufenweise den Mindestlohn so weit raufsetzen, bis die Verteilungseffekte im Aggregat für die Bevölkerung, die Mindestlohn verdient, negativ wird. Dieses Argument, wir würden damit Menschen ihre Arbeit kosten, ist maximal wohlfeil wenn es häufig genug um Arbeit geht, die der Staat noch quersubventionieren muss, damit Menschen es sich überhaupt leisten können, sie anzunehmen.
Ich denke da wäre es mir wichtiger durch den Mindestlohn nicht Arbeitsplätze zu vernichten, egal ob durch niedrige Steuersätze oder sonstwie subventioniert. Das Ziel wäre für mich, dass möglichst jede Arbeitskraft irgendwie sinnvoll genutzt wird und so auch die gemeinschaftsstiftende Funktion der Arbeit als solche wirkt. Gleichzeitig soll "sinnvoll" eben nicht ABMs bedeuten, sondern sinnstiftende und Werte schaffende Betätigung.

Dazu kommt natürlich noch der Punkt, der immer gerne unerwähnt bleibt - Die Koppelung der Renten an die allgemeine Lohnentwicklung. Eine Erhöhung des Mindestlohns würde nämlich bedeuten, dass im Folgejahr die Renten ebenfalls kräftiger ansteigen.
[…]
Naja, ich glaube der Effekt ist nicht so riesig da die Menge der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Mindestlohngrenze zwar nicht winzig aber auch nicht so riesig groß ist. Das wäre auch etwas was Du an einer anderen Stelle anpacken müsstest, nämlich mit einer schrittweisen Abkehr vom reinen PAYG-System hin zu einer der zig verschiedenen Geschmacksrichtungen von Staatsfonds die alle einigermaßen gut funktionieren.

für mich tatsächlich das komplette gegenteil. ich kann das hirngefurze aka "werteorientierte politik" niemandem mehr abnehmen und glaube kein wort davon. von daher bin ich da eher bei den linken als bei den grünen, auch wenn mancherlei linker altkader tatsächlich noch ernsthaft von venezuela, kuba oder china schwärmen mag. das kann ich verkraften. gibt auch genug "altkader" am anderen ende der skala, für die jeder amerikanische furz noch nach rosen riecht. gleicht sich also im großen und ganzen aus.

edit: auch absolut traurig, dass der wahlomat außenpolitik im grunde gar nicht abbildet, stattdessen aber den pöbel zu seiner fachlich äußerst wertvollen meinung bzgl kohleausstieg früher/später befragt.
Agreed was Außenpolitik angeht, aber das ist dem Design des Wahlomat bzw. den Interessen der "jungen Menschen" geschuldet die dafür rekrutiert wurden.

Was Ethik angeht möchte ich das nicht als "werteorientiert" verstanden wissen. Allein schon weil mir das zu sehr nach CDU klingt. Es geht mir um eine inhaltlich (einigermaßen) widerspruchsfreie und somit nicht willkürliche Politik die sich entlang nachvollziehbarer Leitlinien entwickelt. Das kann ruhig Realpolitik sein, aber eben konsequent und nicht mal hü mal hott. Nicht mal mit faulen Kompromissen mal mit Korruption mal mit Klüngelei und Filz, sondern möglichst ehrlich, transparent und nachvollziehbar.
Bei der Linken ist das eben diese Diskrepanz zwischen für "Links" stehen wollen, aber gleichzeitig Dinge tun oder fordern die insbesondere armen Leuten schaden. Zum Beispiel die Offenheit gegenüber Inflation, obwohl dies die ungerechteste Form der Besteuerung ist.

Wenn es einen echten Wert gibt, der für mich in der Politik wichtig ist, dann wäre es, dass ich mir eine Gesellschaft wünsche, die Menschen dazu befähigt, dass sie ihre Entscheidungen eigenverantwortlich, reflektiert, selbständig und unabhängig vom Staat treffen können. Damit meine ich nicht, dass der Staat sich aus allem raushalten soll, sondern, dass es Staatsziel sein sollte selbständige denkende Individuen anstatt abhängige Befehls- und Leistungsempfänger hervorzubringen.
 

Gustavo

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ch denke da wäre es mir wichtiger durch den Mindestlohn nicht Arbeitsplätze zu vernichten, egal ob durch niedrige Steuersätze oder sonstwie subventioniert. Das Ziel wäre für mich, dass möglichst jede Arbeitskraft irgendwie sinnvoll genutzt wird und so auch die gemeinschaftsstiftende Funktion der Arbeit als solche wirkt. Gleichzeitig soll "sinnvoll" eben nicht ABMs bedeuten, sondern sinnstiftende und Werte schaffende Betätigung.

Ich weiß ja nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob der durchschnittliche Mindestlöhner tatsächlich einer Tätigkeit nachgeht, die überhaupt als "sinnstiftend" verstanden wird, geschweige denn sinnstiftender als eine typische ABM. Ich sehe es wie gesagt anders: Im Zweifelsfall würde ich viel eher so viel Wohlstandsgewinne für die Mindestlohnverdiener aus den Unternehmen rausquetschen, wie ich kann und diejenigen, die dadurch tatsächlich ihren Arbeitsplatz verlieren, in irgendeiner Form staatlich sinnstiftend anstellen.


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Mir geht es zunehmend auf den Geist, wie Leute einfach mal die politischen Gegebenheiten anderer Länder auf Deutschland übertragen. "Wenn Laschet verliert, dann könnte die CDU den Weg von Sebastian Kurz gehen"? Sebastian Kurz regiert ein anderes Land mit ganz anderen politischen Voraussetzungen? Österreich bspw. ist von den politischen Einstellungen Bayern ähnlicher als Gesamtdeutschland. Man kann nicht einfach so tun, als würde, was in Österreich mit einer deutlich konservativeren Wählerschaft klappt, einfach genauso in NRW oder Brandenburg klappen. Wenn die CSU einen Weg findet, wie nur noch Bayern bei der Bundestagswahl wählen dürfen, könnte man über den Vergleich nochmal reden.
 

parats'

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Naja, ich glaube der Effekt ist nicht so riesig da die Menge der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an der Mindestlohngrenze zwar nicht winzig aber auch nicht so riesig groß ist. Das wäre auch etwas was Du an einer anderen Stelle anpacken müsstest, nämlich mit einer schrittweisen Abkehr vom reinen PAYG-System hin zu einer der zig verschiedenen Geschmacksrichtungen von Staatsfonds die alle einigermaßen gut funktionieren.
Es kann durchaus aus sein, dass der Effekt nicht so groß ist. Ich hatte deswegen gestern mal google bemüht um irgendwas aktuelles dazu zu finden, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass sich um die Auswirkungen bisher noch keiner Gedanken gemacht hat. Gefunden habe ich nur folgendes, was im wesentlichen deine Annahme bestätigt. :raul: https://www.prognos.com/de/projekt/...lichen-mindestlohns-auf-die-rentenentwicklung
 
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Einmal hat der Pizzaservice nicht genügend Marktmacht, um höhere Preise durchzusetzen, einmal ist einfach offensichtlich, dass Person X einfach nicht sonderlich produktiv sein wird, und man stellt sie eben nur mit Subventionierung ein.
Weil nur der eine betrachtete Pizzaservice den Mindestlohn zahlen muss und nicht alle Konkurrenten in der Nähe auch? Weil der eine betrachtete, unproduktive Pizzabote nicht durch einen anderen ersetzt werden kann, der besser arbeitet?
 
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Mein Eindruck ist auch eher, dass viele Jobs einfach gemacht werden müssen und man im Zweifelsfall lieber den letzen Deppen einstellt, weil selbst der noch produktiv genug ist.
Das gilt insbesondere im Leiharbeitsbereich, wo viele eigentliche Arbeitgeber sich nicht ausmalen, wofür sie eigentlich Geld bezahlen.
 

parats'

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Der Briefgenerator für die Enkelkinder, damit Oma und Opa an die Zukunft denken. Prominente Unterstützung gibt es ebenfalls.

:kotzerle:
 
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Man ich dachte ich klick da nur so ein paar Sachen an und die drucken/senden das dann an meine Oma. Hab ihr einen schönen Trollbrief for the lulz geschrieben das hätte ein lustiges Telefonat gegeben weil die eh seit 30 Jahren grün wählt. Aber die Hunde formulieren nur vor und man muss dann selber aktiv werden. So ein lol. Hätte Joko der Hund ruhig mal ein bisschen Porto springen lassen können.
 
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Ein fast 40-jähriger mit einer Großmutter die Grün wählt, das nenne ich mal eine echte alternative Bubble :rofl2:
 
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Hat den Laschet-Auftritt bei den Zehnjährigen schon wer gesehen? Der muss ja auch goldigst sein.

Die Union ist so durch.
 

parats'

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Ist das zehnjährige abschätzig gemeint, oder gab es da was?
Google gibt mir nur sein ARD Wahlkampfarena Gedöns.
 
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Das Teil ist doch überall zu finden? Google -> Laschet Kinder und fertig lol. Wie ihn die Kinder zerlegen und super toll wie er mit seinem Erscheinungsbild sehr viel besser zu den Kindern als anderen Erwachsenen passt :rofl2:.
 
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