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Deutschland im Vergleich

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Aus dem Kopf:
Estland, Singapur?

Habe aber keinen guten Überblick. Könnte mir auch vorstellen dass es in anderen Ländern zumindest etwas in die richtige Richtung geht in den Dimensionen Effizienz (Verwaltungsoutput / Anzahl Mitarbeiter), Digitalisierung (einfacherer Zugang zu staatlichen Services für Bürger und Unternehmen) und Regulierungsdichte (kein Wachstum für den Overhead für Firmen durch Regulierung).
 

GeckoVOD

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Man bekommt schon so Kettensägen-Vibes.

Was passiert eigentlich, wenn man solche Berichtspflichten nicht erfüllt? Wer prüft überhaupt, ob und wie gründlich man prüft?
:deliver:
Mal in etwas länger, es ist die Antwort auf XantoS' Frage aus dem Wahl-o-mat-Seitenstrang. Die ESG-Pflicht, denn das sollte gemeint sein, wurde mir erklärt und ist die gleiche Diskussion wie damals die DSGVO. Die Pflicht ergibt sich aus der EU-Taxonomie (im Artikel halbgar angerissen). Grundsätzlich soll bei der Vergabe von Krediten / Fördermittel an Unternehmen geprüft werden, ob die Ziele der Investition nachhaltig sind. Die Nachhaltigkeit definiert sich aus den "17 Zielen" (auch angerissen), über die berichtet werden sollen. Da geht es um größere Summen an größere Unternehmen, ergo ist die Pflicht auch meist an die gerichtet, die es sich leisten können sollten. Indirekt trifft es aber auch Unternehmen in der Kette, von denen in Zukunft Auskünfte des beauftragten Unternehmens erwartet werden. In meinen Augen wieder mal ein sinnvolles Ziel, das wahrscheinlich maximal kompliziert umgesetzt wird. Solche Akte legen eher den Finger in die Wunde, insofern offensichtlich wird, was man in der Vergangenheit schon schludrig gemacht hat und jetzt geschockt ist, weil's einem auf die Füße fällt.

Allerdings muss man sagen (# @tic0r ), dass es explizit das dümmste Gejammer allerzeiten ist, zumindest im Artikel. Man muss nicht über alle Sparten berichten, es langt ein Fokus, vma. auf die CO2-Bilanz des Unternehmens. Unsere Unternehmensmutter muss bspw. nicht über Menschenrechte berichten, weil nicht zutreffend, weil keine Leistungen aus Drittstaaten anfallen. Man muss nichtmal akute Maßnahmen planen, sondern nur darstellen, wie die alte Kennzahl durch die Investition verbessert wird. Und selbst die Kennzahlen kann (muss) man ab irgendeinem Punkt pauschalisieren, als ob er jetzt jeden Handbohrer mit einem MHD versehen müsste, oder niemand in dem Werk einschätzen könnte, ab wann die Produkte ihre Lebensdauer überschreiten.

Ja, geht. Die paar Seiten sind btw nichts im Vergleich zu dem, was sowieso bei solchen Nummern anfällt: Alleine die Prüfung von DE-Minimis-Klauseln ist aufwändiger. Wenn ich dann noch Masch-Bauer höre, die sich über so was beschweren, wenn sie sich EIGENSTÄNDIG zu sowas wie TISAX zertifizieren lassen, dann gute Nacht.

Am besten gefällt mir, dass sie das auf einmal mit ganz anderen Bereichen vermengen und zwar die der TÜV-Prüfung der Fahrzeugflotte. Und sich da dann nochmal behindert anstellen.

ESG ist so ein Thema, über das man seitenlang ranten kann, sogar berechtigt. Aber nicht in dieser Art der Details. Die Alternative ist, dass man sich hinstellt und so tut, als ob es keinen Grund für so ein Vorhaben oder die Taxonomie gäbe. Es ist ja nicht so, als ob wir in Zukunft weiter Vorfälle wie das Ahrtal ignorieren sollten, kommt sicher nie wieder vor und die Globalisierung dreht sich auch rückwärts, da uns jetzt Russland, China und die USA bald nur noch knuddeln, loben und mit Honig & Milch füttern.

Mir ging es aber tatsächlich um die zitierten Anekdoten. LdN hatte neulich was, das in dieselbe Kerbe schlug - ich sag nur: Leiterbeauftragter (nicht Leitung: Leiter, worauf man klettert).

Das ist wiederum wahlweise Arbeitsschutz oder Betreiberverantwortung im Gebäudebetrieb. Wir und unsere Unternehmensschwester prüfen so was, man soll es nicht glauben, aber Leiter (nicht Leitung: Leiter, worauf man klettert) sind lustigerweise so was, von denen Leute gerne mal runterfallen, weil diese entweder nicht genutzt werden (sondern was auch immer da steht), oder so verschmiert sind, dass Personen "nur mal eben hochkraxeln". Pro Unternehmen haben wir mindestens drei Schadensfälle pro Jahr, dann hast du aber gleich so was wie Bänderrisse oder ähnliches. Menschen tun halt Menschensachen, wenn sie nicht dauernd drauf hingewiesen werden, ich verurteile das nichtmal und mache privat auch so dumme Stunts wider besseren Willens, ob der Faulheit.

Wie @tic0r aber sagte, das nimmt kaum Zeit in Anspruch, sondern ergibt sich aus der Mengenlage an Prüfungen, die wöchentlich, monatlich oder sonstig getaktet erfolgen. Ist auch sinnvoll, weil es Schäden gut vorbeugt. Selbst so etwas popliges wie eine kaputte Regenrinne oder ein verstopfter Abfluss im Außenbereich können die Substanz schnell und erheblich schädigen. Geprüft wird das übrigens sehr penibel, sobald ein Vorfall da ist. Sei es die Versicherung bei Arbeitsunfällen oder eben die Staatsanwaltschaft, sobald Personenschäden (auch nur potenzielle) entstehen. Ganz im ernst, so wie du im Generellen auftrittst, wärst du der Erste, wenn in deiner Kita dein Kind eine Platzwunde hätte, weil es über ein Loch in der Zufahrt gestolpert ist, die nicht sofort behoben worden wurde.
 
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Yada, yada, yada, Bauen zu teuer, Mieten zu hoch, Deutschland am Ende.

Aber was zum fick bin ich lesend:

Nun kam ein neuerlicher, verstörender Verzögerungsgrund ans Licht: „Die Übersicht bei digitalisierten Altakten ist nicht gegeben, da sämtliche Dokumente als PDFs abgelegt wurden, von denen nur ein sehr geringer Anteil mit einem Namen versehen wurde, der auf den Inhalt des PDFs schließen lässt.“

:rofl2:
 
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Was absolut kein Problem ist wenn ein ordentliches Dokumentenmanagementsystem dahinter liegt. Keine Sau scannt Akten und Ordner ein und gibt dann irgendwelche Dateinamen. Aber wahrscheinlich hat man das entsprechende System einfach vergessen. Kann ja mal passieren
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Ich hatte mich vor einer Weile mal hier beschwert, dass in deutschen Medien häufig darauf hingewiesen wurde, dass das deutsche Wirtschaftswachstum im OECD-Vergleich schwächelt (was stimmt), ohne zu erwähnen dass ein fairer Vergleich auch nicht außer Acht lassen sollte, dass viele andere Länder (die bessere Wachstumszahlen erzielen) hohe Defizite gefahren haben. Glaube war gegenüber @Benrath, Suchfunktion funktioniert aber gerade nicht. Bin jedenfalls bei Lektüre bzgl. was ganz anderes auf diese Grafik gestoßen:

GksoSzUWsAAJnJP.png
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Bisschen nichtssagender Artikel, aber das Probleem sollte uns glaube ich aktuell mehr Kopfzerbrechen bereiten als es tut. Tenor: Wenn man davon liest, dass in Deutschland ein Terroranschlag "durch Hinweise von" verhindert wurde, ist das in 95% der Fällen eine Chiffre fur "die Amerikaner haben uns etwas gesteckt." Darauf kann man sich, so viel ist wohl in letzter Zeit klar geworden, allerdings nicht mehr dauerhaft verlassen. Gleichzeitig haben wir in Deutschland unsere Geheimdienste so sehr an die Kette genommen (nicht zuletzt aufgrund der Rechtsprechung des BVerfG), dass sie extrem ineffektiv sind, um selbst Gefahren im Inland zu entdecken, weil dort Datenschutz und Überwachung so rigide sind. Das offensichtliche Problem: Wenn man nicht überwachen darf, kriegt man keine Verdachtsmomente. Ohne Verdachtsmomente darf man nicht überwachen. Ohne Überwachung muss man sich auf ausländische Dienste verlassen, weil Deutschland nicht die Kapazitäten hat, um so weitreichend ausländisch zu überwachen dass einem alleine probabilitisch Leute mit deutschen Kontakten ins Netz gehen.
 
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Bisschen nichtssagender Artikel, aber das Probleem sollte uns glaube ich aktuell mehr Kopfzerbrechen bereiten als es tut. Tenor: Wenn man davon liest, dass in Deutschland ein Terroranschlag "durch Hinweise von" verhindert wurde, ist das in 95% der Fällen eine Chiffre fur "die Amerikaner haben uns etwas gesteckt." Darauf kann man sich, so viel ist wohl in letzter Zeit klar geworden, allerdings nicht mehr dauerhaft verlassen. Gleichzeitig haben wir in Deutschland unsere Geheimdienste so sehr an die Kette genommen (nicht zuletzt aufgrund der Rechtsprechung des BVerfG), dass sie extrem ineffektiv sind, um selbst Gefahren im Inland zu entdecken, weil dort Datenschutz und Überwachung so rigide sind. Das offensichtliche Problem: Wenn man nicht überwachen darf, kriegt man keine Verdachtsmomente. Ohne Verdachtsmomente darf man nicht überwachen. Ohne Überwachung muss man sich auf ausländische Dienste verlassen, weil Deutschland nicht die Kapazitäten hat, um so weitreichend ausländisch zu überwachen dass einem alleine probabilitisch Leute mit deutschen Kontakten ins Netz gehen.
Tjo man muss halt entscheiden was wichtiger ist: die Freiheit der Menschen oder die Sicherheit. Dauerhafte inländische Überwachung - da sage ich auch nein danke. Schlimm genug, dass wir nichts gegen die Amis machen die uns Dauerüberwachen
 
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Offen gestanden, ich finde es nicht ganz angemessen, das so im Abstrakten wegzuwischen. Wenn wir über "dauerhafte Überwachung" reden, wüsste ich persönlich ganz gern, was das für mich als Insividuum genau bedeutet und welche konkreten Nachteile sich daraus ergeben. Wenn es um Sicherheit geht, wüsste ich gleichfalls ganz gerne, um welche Risiken und Bedrohungen es geht, wie man die mit welchem Level von Überwachung begrenzen kann und was jeweils die Kosten sind.
Erst wenn es dazu valide Daten gibt, kann ich imo eine sinnvolle Entscheidung treffen.
 
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Daten allein werden hier nicht genügen. In Deutschland ist der Schutz der Privatspähre ein auch aus historischer Angst verstärktes Bedürfniss. GeStaPo und StaSi sind noch nicht so lange her...

Vllt hinken wir mit der Digitalisierung neben all der Lethargie auch deshalb hinterher.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Daten allein werden hier nicht genügen. In Deutschland ist der Schutz der Privatspähre ein auch aus historischer Angst verstärktes Bedürfniss. GeStaPo und StaSi sind noch nicht so lange her...


Na ja, das halte ich für ein Gerücht. Jedenfalls wäre mir nicht klar, dass in Deutschland der private Umgang mit Daten so viel sensibler wäre als der in anderen Ländern. Und es geht hier ja nicht um den "gläsernen Bürger", aber die deutschen Geheimdienste haben eben nicht mal die Befugnisse die ihre Pendants in anderen demokratischen Ländern in Europa haben. Wir sollten auch nicht so tun als wären Frankreich oder der UK Unrechtsstaaten.
 
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Das ist schon okay, war Dir halt nicht klar. Jetzt weißte Bescheid.
 
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Deutschland, du kotzt mich an. Sehe ich ja auch bei meinen syrischen Kollegen: wir importieren Leute aus aller Welt um das System irgendwie am kacken zu halten aber wer als Asylsuchender kommt, hier seinen Schulabschluss und eine Ausbildung macht und dann als Fachkraft gut integriert (der Junge hat auf meine Empfehlung Bang Boom Bang gesehen und sich köstlich amüsiert, wenn das keine gelungene Integration ist :deliver:)in einem absoluten Mangelberuf arbeitet und in das Sozialsystem einzahlt, muss sich trotzdem die ganze Zeit mit den Behörden rumschlagen und damit rechnen, dass die Aufenthaltserlaubnis oder wie der genaue Terminus ist nicht verlängert wird. Es wird vielleicht doch mal Zeit, der Abgeordneten meines Wahlkreises zu schreiben. Mit der Chefin des BMAS hab ich da eine gute Adresse :deliver:
 

Scorn4

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Warum nach Litauen?!
Ist Litauen nicht im Schengen-Raum? So dass sie theorethisch ganz easy ...
 
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Warum jemand der Arbeitet in einem Beruf in dem chronisch Mangel ist überhaupt abschieben?
Aber es ist wie so oft: es werden die abgeschoben die man finden kann. Die kriminellen tauchen unter, wechseln alle paar Tage / Wochen die Adresse und dann findet man die einfach nicht. Pech. Dann lieber die Familien die die Kinder in der Schule haben und die Menschen die regelmäßig Arbeiten abschieben.
Das setzt genau die richtigen Anreize... Zum Kotzen
 
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merz macht außenpolitisch keine schlechte figur, aber innenpolitisch dreht die aktuelle regierung die uhr derartig behindert zurück und lässt immens wichtige themenbereiche völlig unangetastet, dass man zur mistgabel greifen will. aber ja, unser komplettes migrationskonzept ist schlicht und einfach das abernten von low hanging fruits. wir schieben die ab, die unkompliziert gefunden werden: das sind idr. die gut integrierten mit job und festen adressen. und behalten diejenigen, die sich dem system entziehen oder anderweitig durch eigene, kernbehinderte regularien davon abgehalten werden, ein produktiver teil dieser gesellschaft zu werden. andererseits darf man natürlich auch nicht drüber reden, weil #afd und #rechts.

deutschland reisst sich lieber jedes arschhaar einzeln aus, als nur ein einziges mal einen pragmatischen, der allgemeinheit dienenden schritt nach vorne zu machen, der nicht mit lobbyhuren geld gepflastert wurde.
 
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FORYOUITERRA

TROLL
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nur um sicher zu gehen wegen der "außenpolitisch guten figur": meinst du diesen merz der russland ein ultimatum gestellt hat und keine handlung drauf folgen lassen hat?
 
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Noch spannender ist allerdings die
Frage, wie viele Personen von der
Erhöhung letzten Endes wirklich
profitieren und wer die Verlierer sind,
die einen Preis dafür zu zahlen haben.
Näheres dazu liefert nun eine
wissenschaftliche Untersuchung des
Mannheimer Leibniz-Zentrums füur
Europäische Wirtschaftsforschung
(ZEW). Der erstaunliche Befund:
Mindestlohne erhohen nicht nur das
Risiko eines Jobverlusts für direkt
betroffene Arbeitnehmer. Zugleich
zahlen Beschäftigte der oberen
Gehaltsklassen mit Lohneinbußen
dafür. Die noch unverö ffentlichte
Studie, die in einer wissenschaftlichen
Fachzeitschrift erscheinen soll, liegt
der F.A.Z., vorab vor.

...

umfangreiche Dat
metallverarbeitende Industrie Italiens
im Zeitraum 1995 bis 2015. Diese
eigneten sich dank sehr detaillierter
Informationen besonders gut dafür.
Geprüft wurde, wie sich in den
Unternehmen ökonomische Schocks
im Zusammenspiel mit den
Lohnvorgaben auswirkten. Der eine
Befund fällt im Lichte der geläufigen
Debatten nicht völlig überraschend
aus: ,,Nationale und tarifliche
Mindestlöhne sollen Beschäftigte mit
niedrigem Lohn schützen - bei
wirtschaftlichen Schocks werden aber
niedrigbezahlte Beschäftigte zuerst
entlassen", erklärt Adamopoulou.
Zweitens aber zeige sich, ,,dass dadurch
die Produktivität sinkt und sich in der
Folge auch die Gehalter von bess
bezahlten Mitarbeitenden reduzi

Kann gerade schlecht alles kopieren und archive funktioniert bei dem Artikel nicht.

Was sagen die ganzen vwl cracks dazu? Widerspricht ja dem gängigen Mantra.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Was sagen die ganzen vwl cracks dazu? Widerspricht ja dem gängigen Mantra.


Eh, nee. Es ist seit Ewigkeiten klar, dass Gleichheit respektive Ungleichheit etwas mit Lohnkompression zu tun hat. Gibt unterschiedliche Arten, wie man das bewerkstelligt; wenn man keine hohe Arbeitslosigkeit will braucht man hohe Institutionalisierung der Lohnfindung, bspw. durch starke Gewerkschaften (respektive Verbindlichkeit von sectoral bargaining). Starke Gewerkschaften gehen aber eben nicht mehr auf dieselbe Art wie noch vor 50 Jahren, weil der Druck auf die Arbeitnehmer durch die Liberalisierung des Welthandels gewachsen ist, deshalb muss man es jetzt mit Mindestlöhnen machen und den Firmen überlassen, den Lohn zu komprimieren. Gibt dazu aber zig Studien und in den allermeisten kommt der weitaus (!) größte Teil der Zugewinne bei Mindestlöhnern eben nicht von den besser bezahlten Mitarbeitern sondern wird über höhere Preise und Firmengewinne bezahlt. Es ist nicht ganz klar ob das in diesem Fall auch so ist oder nicht (die Studie ist ja noch nicht öffentlich), Creutzberg traue ich allerdings nicht wirklich zu die Studienergebnisse intellektuell redlich darzustellen weil er halt einer der letzten verbleibenden Blockköpfe in der FAZ-Redaktion ist. Ist ein bisschen Bauernfängerei, dazu einen Meinungsartikel (!) zu schreiben und so zu tun als würde das irgendwie die Forschung auf den Kopf stellen.

Übrigens: Selbst wenn der Befund 100% generalisierbar wäre ist die Schlussfolgerung "dann müssten alle Parteien dagegen sein" nicht sehr einleuchtend. Fast alles was der Staat macht hat irgendeine Umverteilungskomponente; warum es ok sein soll bei Steuern und Abgaben umzuverteilen aber bei pre-tax Einkommen nicht erschließt sich mir jedenfalls nicht.
 
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Moneyquote:
Konkret erneuerte er die Forderung nach einer Reform des Bürgergelds. "Wir sind der Überzeugung, dass wir beim Bürgergeld eine völlige Veränderung brauchen", sagte er. Diese Herausforderung sei größer als die Probleme der Renten-, Kranken- oder Pflegekasse. Wenn der Staat nicht gegen Sozialmissbrauch vorgehe, störe das "das Gerechtigkeitsempfinden der Leute".
Lieber Großkasper Maggus I,
Weißt du, was mein Gerechtigkeitsempfinden empfindlich stört? Nein? Mich kotzt an, dass Superreiche - und ich rede hier nicht von Chefärzten oder Anwälten - die ihr ganzes, beschissenes Leben lang den goldenen Löffel in der Fresse haben ohne dafür auch nur eine Stunde ernsthaft arbeiten zu müssen, infolge völlig unzureichender/fehlender Besteuerung von Vermögen und Erbschaften (nein, nicht Oma Ernas Reihenendhäuschen mit Sanierungsstau) immer reicher und fetter werden, während ein Familienvater mit 2 Kindern und Medianeinkommen (etwa 3,6k brutto) ein sattes Drittel für Steuern und Sozialabgaben latzen darf. Zuzüglich natürlich der nicht vermeidbaren Konsumsteuern.

Und weißt du noch was? Ich hätte nicht mal ein Problem mit den Abgaben, weil die Gegenleistung mit Krankenversicherung und unserer langsam zerbröselnden Infrastruktur (an dieser Stelle nochmal ein herzliches "Danke für nichts, ihr dummen Wichser!" in Richtung Union und FDP für Jahrzehnte des Stillstands und der Blockade von Reformen) immer noch okay ist. Aber wenn den Multimillionären und Milliardären weiterhin derart die Rosette geleckt wird und die Kohle immer nur weiter bergauf fließt anstatt in die marode Infrastruktur und Bildung insbesondere der unteren Schichten gesteckt zu werden, haben wir hier in ein- bis zwei Jahrzehnten Verhältnisse wie die USA jetzt. Und das kann hier niemand ernsthaft wollen, der einen letzten Funken Anstand hat.

Viele Grüße von einer produktiven Arbeitsdrohne aus dem Gesundheitswesen
Dein Utilitygott
 
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Ich versteh auch nicht, warum die auf solche idiotischen Aussagen nicht festgenagelt werden. Wie viel Geld kommt denn rein durch eine Reform des Bürgergelds? Wie viel verliert der Staat jährlich durch Sozialmissbrauch? Ich weiß als letztens groß über diese Verbrecherbanden berichtet wurde, die Rumänen nach Deutschland karren um die Sozialkassen zu schröpfen war dann von knapp über 400 Fällen die Rede (aber Dunkelziffer unbekannt).
Aber da hat der Maggus natürlich Recht, wenn wir uns die paar Millionen wiederholen, dann ist unser Renten- und Pflegeproblem easy querfinanziert. :deliver:
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Ich versteh auch nicht, warum die auf solche idiotischen Aussagen nicht festgenagelt werden. Wie viel Geld kommt denn rein durch eine Reform des Bürgergelds? Wie viel verliert der Staat jährlich durch Sozialmissbrauch? Ich weiß als letztens groß über diese Verbrecherbanden berichtet wurde, die Rumänen nach Deutschland karren um die Sozialkassen zu schröpfen war dann von knapp über 400 Fällen die Rede (aber Dunkelziffer unbekannt).
Aber da hat der Maggus natürlich Recht, wenn wir uns die paar Millionen wiederholen, dann ist unser Renten- und Pflegeproblem easy querfinanziert. :deliver:

Ich glaube ich habe es schon mal geschrieben, aber das ist sowas was ich wirklich zunehmend nervt an der deutschen Politik gerade: Wenn über "Zumuten" geredet wird sind das immer und ausschließlich Zumutungen für andere. Wenn man den Anspruch von Union und SPD zusammennimmt, wen sie gesellschaftlich alles vertreten wollen, kommt man sicher locker auf 85% der Wähler und vielleicht 75% der Bevölkerung in Deutschland und der Rest ist jetzt tendenziell eher nicht wahnsinnig privilegiert. Da braucht man jetzt kein Public Policy-Inselbegabung um zu erkennen, dass man damit alleine schon mal nicht weit kommt. So weit ich es erkennen kann ist die beste Lösung, auf die beide Parteien jeweils gekommen sind, von der anderen zu fordern sie möge doch bitte bei ihrem Klientel nachgeben und das eigene verschonen. Am Ende wird sich dann zeigen ja hoppla, man ist ja doch auf die Stimmen von so gut wie allen Abgeordneten der Koalitionsfraktionen angewiesen und bewegen wird sich: Nichts.
 
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