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Energiewende

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Ich stelle auf der Arbeit immer wieder fest, dass dieses Forum hier Teil der Bildungselite ist. Viele meiner Kollegen interessiert sich nicht für Politik bzw meckert halt rum ohne die Zusammenhänge zu verstehen. Ist halt einfach, Springerpresse und ideologischen Brechdurchfall wie Nius wiederzukäuen, wenn mal wieder die pöhse Harzer/Auslenders/Klimakleber Sau durchs Dorf geprügelt wird. Oder man eigentlich ganz gut belesenen Kollegen Steuerprogression erklären muss, weil sich Arbeit angeblich gar nicht mehr lohnt wenn der Spitzensteuersatz um ein paar Prozent angehoben wird.

Was ich sagen will: @kAiN! Die Menschen sind doof oder ignorant. Oder beides. Solange der Algorithmus Katzenvideos, Ragebait und Schminktipps ausspuckt, ist alles andere scheißegal.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Medienwahl und -kompetenz sind oftmals auch eine Entscheidung. Nicht jeder wird in die irre geführt oder ist unmündig und hilflos "dunklem Medienzampano" ausgeliefert. Ich bin mir sicher, vielen ist durchaus bewusst, dass sie da am Scheißetrog Scheiße fressen. Schmeckt ihnen halt. "Des hamma imma scho so gmacht, gell!? So weng Scheiße fresserle!"

Deinen Idealismus in allen Ehren, aber du überschätzt massiv, wie informiert der Konsument von Medien ist. Gibt eine ellenlange Liste von Literatur die zeigt, dass Medien nicht unbedingt gut darin sind, den Leuten zu erzählen was sie glauben sollen, aber sehr gut darin ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Sachverhalte zu legen. Insofern ist das alles nicht neu, wobei mir in letzter Zeit auch auffällt, dass wir in Deutschland medial mittlerweile ein bisschen in den Schwachsinn der anglophonen Mediensphäre abrutschen.
Die Schlagzahl der "Aufreger", bei denen es um Sachverhalte geht, die vor der medialen Skandalisierung kaum jemand so richtig interessiert haben und die insgesamt eigentlich relativ belanglos sind nach meinem Gefühl deutlich gestiegen; insbesondere wenn man es irgendwie mit affektiver Polarisierung verknüpfen kann geht der Kram regelmäßig durch die Decke.
 

parats'

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Willst du etwa sagen, dass Timmy eigentlich nur eine Randnotiz ist? :cry:
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Willst du etwa sagen, dass Timmy eigentlich nur eine Randnotiz ist? :cry:


Ich dachte insbesondere wg. des Threadthemas tatsächlich eher an die sehr eng fokussierten Diskussionen auf Strompreis ("DER HÖCHSTE IN EUROPA!") und Atomkraft. Was ich auf Twitter lese klingt danach, als wären das quasi die monokausalen Erklärungen für die stagnierende deutsche Wirtschaft, als ob der Strompreis nicht lediglich einen sehr kleinen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung hätte und der Ausstieg aus Atomkraft seit Ewigkeiten beschlossen gewesen wäre.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Die Idee, das Öl von woanders zu holen ist ja nicht schlecht, aber -

Ich wünschte die Pro-EE Leute würden es ihren Gegnern nicht ganz so einfach machen manchmal. "Die Sonne schickt keine Rechnung" stimmt halt erst mal, lässt es aber klingen als wäre EE umsonst, was sie natürlich nicht ist, weil sich auch Anlagen und Infrastruktur braucht. Anlagen und Infrastrukturen brauchen die Fossilen aber auch und die Kosten auch ganz ordentlich. Wer allerdings dann definitiv immer noch eine Rechnung schickt sind die OPEC-Länder und *die* gibt es in der Form bei den Alternativen dann tatsächlich nicht.
 

Scorn4

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Ich wünschte die Pro-EE Leute würden es ihren Gegnern nicht ganz so einfach machen manchmal. "Die Sonne schickt keine Rechnung" stimmt halt erst mal, lässt es aber klingen als wäre EE umsonst, was sie natürlich nicht ist, weil sich auch Anlagen und Infrastruktur braucht. Anlagen und Infrastrukturen brauchen die Fossilen aber auch und die Kosten auch ganz ordentlich. Wer allerdings dann definitiv immer noch eine Rechnung schickt sind die OPEC-Länder und *die* gibt es in der Form bei den Alternativen dann tatsächlich nicht.
Mir ist schon klar, dass es heute und auch in absehbarer Zukunft nicht ohne fossile Brennstoffe geht.
Selbst wenn wir auf Atomkraft umsteigen, müssen wir das Uran von anderswo besorgen.
Ich würde mir wünschen, dass wir Zeugs nutzen, das wir hier haben und womit wir langfristig unabhängiger von Schurkenstaaten sind.
Auf dem Dampfer sitzt die aktuelle Regierung leider nicht.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Also bist Du auch pro Fracking?

Ich hab btw noch nie eine Rechnung gesehen, die beides verbindet
(1) Wirtschaftliche Machbarkeit von Fracking in Deutschland
(2) Einhalten der Emissionsziele, selbst wenn man sie auf 2050 rausschiebt

Es wird immer so getan als wäre der dumme deutsche Gutmensch schuldig, dass wir lieber Frackinggas von wo anders kaufen. Dass man Frackinggas wirtschaftlich nicht mal eben für ein paar Jahre aus dem Boden holen kann wird da völlig außer Acht gelassen, das muss schon sehr langfristig angelegt sein.
 

parats'

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Nee, das geht auch nicht übereinander, bzw. ich kann mir kein plausibles Szenario vorstellen. Aber wenn man davon spricht, dass man unabhängiger werden will, dann ist Fracking sicherlich eine Option. Auch wenn ich die angeblichen 40-60 Jahre weder verifizieren, noch so richtig glauben kann.
 
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Ernstgemeinte Frage: können wir realistisch in den nächsten 10 Jahren ~80% EE erreichen?
 

parats'

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Halte ich für vollkommen unrealistisch. Mobilität ist vermutlich noch das "leichteste". Wärme und ganz allgemein der Industriesektor sind das deutlich dickere Brett.
 

Gustavo

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Overall. Für alles was benötigt wird.

Dann ≈ 0%. 80% bei der Primärenergie bis 2035 ist *deutlich* ambitionierter als der typische Verlauf bei der Primärenergie, den man in Modellen annimmt, in denen man 2045 tatsächlich auf Klimaneutralität kommen kann.
 

Shihatsu

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Dazu ein einzelner Datenpunkt:
Wenn man will ist das "kein Problem". Die Sache ist halt, das " man" (vulgo: Gas-Kati und Blackrock-Fritze, aber auch sozialdemokratische Verräter) nicht nur nicht will, sonder das Gegenteil stärkt.
Technisch möglich wäre es.
Mir würde ja schon reichen wenn man 95% anstreben würde, die letzten sehr teuren Prozente kann man dann durchaus auf die etwas längere Bank schieben.
 
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Das ist halt nur Strom. Sorry aber das ist halt der Klassiker bei der Diskussion immer das zu nehmen was einem passt. Wir sollten ehrlicherweise immer den gesamten Energieverbrauch berücksichtigen.
 

Shihatsu

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Das ist halt nur Strom. Sorry aber das ist halt der Klassiker bei der Diskussion immer das zu nehmen was einem passt. Wir sollten ehrlicherweise immer den gesamten Energieverbrauch berücksichtigen.
Natürlich ist das erstmal nur Strom. Ist ein einzelner Datenpunkt. Aber es zeigt deutlich das wir bei Strom da schon heute sehr weit sind, und Wärme wenn man denn wollte auch durchaus weiter sein könnte.
 
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Was in der Diskussion auch immer zu kurz kommt wenn "Primärenergie" genannt wird: wir werden in Zukunft deutlich (!) weniger davon brauchen.
Alleine deswegen, weil der Wirkungsgrad vom elektrischen so viel besser ist als jeder Verbrennungsvorgang, wird alles was Heizen auf Raumtemperatur und sämtliche Bewegung angeht weniger Energie gebrauchen.
Mehr Elektrifizierung mit EE sorgt also für:
1. Mehr Primärenergie die erzeugt wird
2. Weniger Primärenergie die benötigten wird.
Das heißt auch, dass die Aussage von "wir decken ja gerade erstmal 2x% der Primärenergie ab" ohne diese Einordnung Missverständlich sein kann und von Politikern die in der Materie drin sein sollten eher Missbräuchlich genutzt wird.
 
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Was in der Diskussion auch immer zu kurz kommt wenn "Primärenergie" genannt wird: wir werden in Zukunft deutlich (!) weniger davon brauchen.
den Mythos hören wir jetzt aber auch seit Jahrzehnten. Langsam geht der Bedarf mal leicht(!) runter. Klar kann man sicher sagen das zB ein Kühlschrank heute weniger Strom braucht als vor 30 Jahren, dafür legt man sich aber parallel einfach neue Verbraucher zu die man vor 30 Jahren nicht hatte.
 

Gustavo

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den Mythos hören wir jetzt aber auch seit Jahrzehnten. Langsam geht der Bedarf mal leicht(!) runter. Klar kann man sicher sagen das zB ein Kühlschrank heute weniger Strom braucht als vor 30 Jahren, dafür legt man sich aber parallel einfach neue Verbraucher zu die man vor 30 Jahren nicht hatte.

Bei dem was er meint geht es hauptsächlich um Systeme, die vorher nicht mit Strom betrieben wurden und dann mit Strom betrieben werden können, primär Fahrzeuge mit Verbrennermotor und Heizen mit Gas oder Öl. Die echten Effizienzgewinne kommen daher, dass der Effizienzgrad der Energieträger viel niedriger ist. Da sind die Fortschritte bisher noch gering, weil der Bestand sich so langsam ändert. Die Energieeffizienz der Geräte selbst ist glaube ich vernachlässigbar oder wird tatsächlich von mehr Nutzung aufgefressen, siehe die Effizienzgewinne der Verbrennermotoren die komplett für immer größere Karren draufgegangen sind.
 
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