das ist so grotesk... echt zum Weinen
aber zurück zum Thema: es kann halt trotzdem funktionieren und die Firmen bewegen mehr in USA herzustellen. Besonders doof für exportstarke Länder wie Deutschland, oder? Gleichzeitig importieren wir gleichzeitig massig digitale services, die Trump natürlich außen vor lässt, weil wir da nix vernünftiges selbst haben.
Trumps Zölle sind eine absolute Katastrophe die flächendeckend nur Verlierer produziert. Machen wir ein plastisches Beispiel und nehmen dazu den großen amerikanischen Sportartikelhersteller NIKE.
Nachdem Trump seine Zolltiraden verkündete ging der Börsenkurs des Unternehmens auf Talfahrt und verlor noch während der Show im Weißen Haus über 13%.
Nike beschäftigt direkt und vor allem über Lohnnähereien über 450.000 Mitarbeiter in Vietnam, welche unteranderem Nike-Produkte anfertigen und welche nun mit einem 46% Zolltarif belegt werden. Der geneigte MAGA-Fan fordert nun, dass NIKE doch bitte seine Produkte einfach in den USA anfertigen soll. Aus Amerika, für Amerika, amirite?
Wir rechnen es durch. Laut diverser Internetquellen verdient der durchschnittliche Lohnnäher für Nike in Vietnam rund 150-250$ pro Monat, zu Rechenzwecken legen wir uns mal auf 200$ im Monat fest.
Der günstigste Arbeiter in den USA (Mindestlohn von 7,25$/h, 40,5h Woche im Schnitt) kostet das Unternehmen rund 1.272$ im Monat. Minimum. Das ist ein Faktor von 6,35.
Jetzt sind Polyesterleibchen und Plastikschuhe kein hochwertiges technologisches Gut, wo Personalkosten vernachlässigbar sind, sondern tendenziell hart umkämpfte Massenware auf Ramschniveau.
Von möglichen verschärften Umweltauflagen in den US ggü. SOA hab ich noch gar nicht angefangen.
Nike ist nun in einer Lose-Lose-Situation, wo die kleinste Kröte, die sie schlucken werden müssen, jene ist, dass sie schlicht die Zölle an die amerikanischen Kunden durchreichen, da die Konkurrenz ja ebenfalls in Süd-Ost-Asien produziert und ebenfalls von den Zöllen betroffen sein wird. Der Verlierer ist in jedem Fall der amerikanische Kunde, der schlicht mehr bezahlt und keinen einzigen Job erhalten wird.
Eine Produktion in den USA ist ausgeschlossen, da schlicht zu teuer um die Margen und den Kundenstamm bei aktuellem Branding zu halten, eine Verlagerung in ein anderes asiatisches Land aufwendig und kostspielig, was ebenfalls die Marge und den Aktienkurs drücken wird.
Summasummarum verlieren alle.
- Die amerikanischen Konsumenten weil ihre Produkte teurer werden und sie zu 99,9% keinen einzigen Arbeitsplatz in der Textil-Produktion dazugewinnen werden.
- Nike Inc., da sie je nach Strategie, weniger Marge (gleiche Preise), niedrigere Absatzzahlen (höhere Preise durch Tarifdurchreichung), hohe Investitionen (Verlagerung Produktion in ein anderes., billigeres Land) und somit insgesamt einen niedrigeren Börsenwert haben werden.
- ggf. die amerikanischen Overhead-Mitarbeiter bei Nike in Oregon, da ggf. Stellen wegen schlechterer Geschäfte in der Verwaltung abgebaut werden.
- Die Vietnamesen, weil die Tarife auf den Export drücken, was ggf. Arbeitsplätze kostet.
Es ist ein Desaster