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Presse, Verzerrung, Infotainment

  • Ersteller Gelöschtes Mitglied 683020
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Gustavo

Doppelspitze 2019
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Na ja, es gab einfach auch nichts zu kritisieren. Der Vorwurf war absurd, das ist ja mein ganzer Punkt. Wenn du aus so einem Satz bei Caroline Emcke (!), einer DER Betroffenheitsjournalisten par excellence, Holocaust-Verharmlosung konstruieren kannst, heißt das, dass du quasi alles drucken kannst und glaubst, Leute werden sich darüber aufregen. Das ist die ursprüngliche Fox News-Problematik: Bei viel zu vielen Leuten bleibt hängen, die Wahrheit wird wohl schon irgendwo in der Mitte liegen. Hier lag sie aber halt nicht in der Mitte, sondern eindeutig bei Emcke. Sowas passiert bei Springer in letzter Zeit einfach zu oft, als dass ich da noch an einen Zufall glauben kann.
 
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wie es in den Wald ruft, schallt es heraus. Konservative Medien haben Empörungsjournalismus gelernt.
 
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In dem Fall stimme ich dir zu, Gustavo. In vielen Fällen ist es aber eben gerade nicht so und Springer eine Stimme der Vernunft.
 

Benrath

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Die Art und Weise, wie Eckes von Welt angegangen wurde war übertrieben.

Das andere Problem ist aber, dass andere große Medien sie gar nicht kritisiert hätten.

Solange das der Fall ist, halte ich Springer im Sinne der Diversität der Medienlandschaft trotz ihres Sensationalismus für einen Mehrwert.
Das ist jetzt aber ein schneller Meinungswechsel
 
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Ja, ich habe mir das Zitat nochmal angeschaut.

Ich finde durchaus, dass sie da nicht die Juden erwähnen sollte. Aber würde daraus nie einen Zeitungsartikel machen.
 
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wie es in den Wald ruft, schallt es heraus. Konservative Medien haben Empörungsjournalismus gelernt.
Das ist so ne typische konservative Mär. Konservative Medien haben Empörungsjournalismus schon genutzt, lange bevor die Trigger/Cancel-Kultur entstanden ist. Ob nun Fox News oder die BILD Zeitung; was soll das sonst sein als Empörungsjournalismus?
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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wie es in den Wald ruft, schallt es heraus. Konservative Medien haben Empörungsjournalismus gelernt.

Wie tic0r gesagt hat: Da geht es nicht um Empörungsjournalismus, den hatten konservative Medien schn immer gut drauf. Wenn du das nicht weißt bist du vermutlich bloß einfach nicht alt genug dich an eine Zeit zu erinnern, als die Konservativen in Deutschland große Veränderungen nicht einfach blockieren konnten. Gerade was bspw. Springer früher über den Umgang mit der DDR ("DDR") geschrieben hat, war absoluter Empörungsjournalismus, eben weil jedem klar war dass die nicht einfach verschwinden würde nur weil man mit ihrer Existenz nicht einverstanden war. Trotzdem wurde der SPD daraus regelmäßig ein Strick daraus gedreht.
Es geht nicht um Empörungsjournalismus oder nicht, sondern darum, ob man seine Verantwortung wahrnimmt. Das heißt eben auch darauf zu achten, wie man etwas schreibt und wie nicht. Zeitungen können keine erst mal gebildeten Meinungen ändern, aber sie können dabei helfen neue zu bilden. Und wenn ich keine Ahnung von Intensivbetten in Deutschland habe und die Welt berichtet "Skandal: Intensivbetten kleingerechnet", dann würde ich normalerweise meine Meinung erst mal enorm Richtung "da ist irgendeine Scheiße gelaufen" verschieben. Wenn man das aber immer nur in Richtung "der Staat baut wieder neue scheiße" macht, sitzt man irgendwann eben mit einem Haufen Leute da, die denken der Staat macht immer alles falsch. Und dann hat man den Salat.

Edit: Ein anderes Beispiel, das mir eben eingefallen ist, wäre die Art, wie die Welt aktuell über die Impfsituation berichtet. Jetzt mal ganz unabhängig davon, wie man zur ImpfstoffPRODUKTION steht, ist doch ziemlich klar, dass die ImpfstoffVERIMPFUNG gut gelaufen ist, völlig vergleichbar etwa mit Ländern wie den USA. Trotzdem wissen wir alle ganz genau, dass es einen bestimmten Prozentsatz der Bevölkerung gib, die in der Welt jeden Woche halbgaren Kram serviert bekommt, wie etwa
- "es liegt Impfstoff auf Halde und es wird immer mehr" (ja, immer dann wenn neuer Impfstoff geliefert wird und weil Woche zu Woche bisher die Liefermenge fast immer hochgegangen ist wird und mehr Zweitimpfungen notwendig werden wird es immer mehr)
- "es wurde viel zu lange gewartet bis Hausärzte mitimpfen durften, seitdem geht es viel schneller" (verwechselt völlig Ursache und Wirkung, es geht schneller wel mehr Impfstoff verfügbar ist, weshalb man mit den Impfzentren alleine nicht mehr zurande kommt)
und das 1:1 für bare Münze nehmen.
 
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Wieso beschwert sich dann Gustavo jetzt drüber, als ob das eine neue Eskalationsstufe wäre?
 
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Es geht nicht um Empörungsjournalismus oder nicht, sondern darum, ob man seine Verantwortung wahrnimmt. Das heißt eben auch darauf zu achten, wie man etwas schreibt und wie nicht. Zeitungen können keine erst mal gebildeten Meinungen ändern, aber sie können dabei helfen neue zu bilden. Und wenn ich keine Ahnung von Intensivbetten in Deutschland habe und die Welt berichtet "Skandal: Intensivbetten kleingerechnet", dann würde ich normalerweise meine Meinung erst mal enorm Richtung "da ist irgendeine Scheiße gelaufen" verschieben. Wenn man das aber immer nur in Richtung "der Staat baut wieder neue scheiße" macht, sitzt man irgendwann eben mit einem Haufen Leute da, die denken der Staat macht immer alles falsch. Und dann hat man den Salat.
Das können linke Medien doch auch wunderbar mit zB Polizei und Bundeswehr. ACAB gibt es ja auch nicht erst seit gestern und in den letzten Jahren scheint sich der selbe Hass auch immer mehr auf Feuerwehr und Rettungskräfte auszudehnen.
 

Gustavo

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Das können linke Medien doch auch wunderbar mit zB Polizei und Bundeswehr. ACAB gibt es ja auch nicht erst seit gestern und in den letzten Jahren scheint sich der selbe Hass auch immer mehr auf Feuerwehr und Rettungskräfte auszudehnen.

Ich weiß jetzt nicht was für dich "linke Medien" sind, aber ich sehe in Zeit, Spiegel oder der Süddeutschen jetzt keine Artikel, die Hass gegen die Polizei oder die Feuerwehr schüren.
 
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Außerdem ist das doch auch shice egal, ob die "andere Seite" auch so vorgeht. Zweimal dumm ergibt nicht klug sondern einfach doppelt dumm.
 
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Klar, ist halt ein generelles Problem. Reißerisch holt mehr Clicks, auf "Verantwortung" wird dann halt gern mal geschissen.

Wollte auch mehr darauf hinaus, dass wir schon lange einen ganzen Haufen haben, der längst der Meinung ist das Teile des Staates immer alles falsch machen.
 

Gustavo

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Klar, ist halt ein generelles Problem. Reißerisch holt mehr Clicks, auf "Verantwortung" wird dann halt gern mal geschissen.

Wollte auch mehr darauf hinaus, dass wir schon lange einen ganzen Haufen haben, der längst der Meinung ist das Teile des Staates immer alles falsch machen.

Der Post beschreibt halt so ziemlich alles, was ich NICHT meine. Nein, das ist kein (!) generelles Problem "der Medien", kein linkes Problem, kein liberales Problem, es ist in Deutschland schlicht und ergreifend ein Springer-Problem. Und es ist auch kein Problem wegen der paar Spinner rechts und links, die für die normale Demokratie sowieso verloren sind, sondern es ist ein Problem weil wir jetzt in mehreren Ländern gesehen haben, wie die Wähler konservativer Parteien in diesen Unsinn abdriften. Wenn Springer sich dafür entscheidet, Journalismus mehr für die Leute zu machen, die unter ihren Artikeln kommentieren, dann muss die CDU sich entscheiden, ob sie da mitspielen will. Ich kenne kein Land der Welt, in der eine vormals normale linke Partei so abgedriftet ist wie die Republikaner in den USA. Auch die anderen konservativen Parteien im anglophonen Raum gehen in die Richtung, wenn auch nicht so schnell und so weit.
 

Gustavo

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Das war mir schon völlig klar, deswegen hab ich das ja auch ergänzt. Mir ist durchaus bewusst, dass du das völlig einseitig siehst.


Ich sehe es einseitig, weil es völlig einseitig ist. Linkspopulismus ist in der westlichen Welt nicht mal ansatzweise mehrheitsfähig, deshalb lassen sich linke Parteien auch nicht von linken Medien vor sich hertreiben. Rechtspopulismus unter Umständen schon, wobei bisher hauptsächlich in Zwei-Parteien-Systemen. Offensichtlichstes Beispiel: Es gibt kein linkes Äquivalent zur Bild.


Sowas zum Beispiel finde ich einen guten Beitrag der Bild:

An dem Artikel an sich wäre nichts auszusetzen (übrigens kommt die Umfrage ja sogar von der FAZ, nicht der Bild). Aber es ist halt kein seriöser Journalismus mehr, wenn man dauerhaft Nachrichten danach aussucht, was die Leser am meisten in Wallung bringt statt danach, was am wichtigsten ist. Ein Artikel, zwei Artikel, drei Artikel dieser Art, sicher. Aber die Kanonade die man vom Springer-Verlag bekommt steht doch in keinerlei Verhältnis dazu, wie wichtig das als gesellschaftliches Thema ist. Die Welt stellt ja mittlerweile sogar Leute (Anna Schneider) ein, deren "Ressort" es mehr oder weniger ist, über linke Zustände zu schreiben, von denen man weiß dass sie die Leser aufregen, die aber effektiv so gut wie niemanden in Deutschland betreffen. Bestes Beispiel ist diese unsägliche Indianer-Geschichte: Ist das lächerlich? Klar. Aber 99,999% der Menschen in Deutschland bewerben sich ja auch nicht um ein politisches Amt bei den Grünen, insofern ficht sie das ja nicht an.

Das ist auch genau, was ich oben gegenüber Beta meine: Diese Dinge sind eben nicht spiegelbildlich, weil man nur mit der Art von Aufregung, die die BILD produziert, überhaupt nennenswert Wähler ansprechen kann. Mit dem latenten Reservoir an Wählern, die sich darüber aufregen, dass jemand als Kind Indianer-Häuptling werden wollte, könnte man vermutlich nicht mal zum Hundefänger von Kreuzberg gewählt werden. Glücklicherweise sind wir in Deutschland in der privilegierten Position, dass wir kein Mehrheitswahlrecht haben, weswegen ein guter Teil (vielleicht sogar eine Mehrheit) derjenigen, die "Gender-Gaga" und "Woke-Wahnsinn" wirklich von tiefstem Herzen aufregt, AfD wählen. In den USA wären die Leute alle bei den Republikanern. Wenn man sich vorstellt, wie die CDU aussähe, wenn sie quasi den Großteil der AfD-Wählerschaft (nicht unbedingt der Partei-Elite) integrieren müsste, um eine Chance bei Wahlen zu haben, hat man eine Vorstellung davon, wie eine CDU aussehen könnte, die sich auf den Springer-Pfad begibt.
 
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Ich sehe es einseitig, weil es völlig einseitig ist. Linkspopulismus ist in der westlichen Welt nicht mal ansatzweise mehrheitsfähig, deshalb lassen sich linke Parteien auch nicht von linken Medien vor sich hertreiben. Rechtspopulismus unter Umständen schon, wobei bisher hauptsächlich in Zwei-Parteien-Systemen. Offensichtlichstes Beispiel: Es gibt kein linkes Äquivalent zur Bild.
ah cool...also misst sich "Verantwortung" bei der Presse einzig und allein daran, ob sich nachher aus diesem Meinungsbild eine Parteienmehrheit bilden lässt. Also geht es dir offenbar auch gar nicht darum, ob Teile der Bevölkerung der Meinung sind, dass gewisse Staatsorgane immer Scheiße bauen.

Das die Polizei über Jahrzehnte zusammengespart wurde ist natürlich auch ein völliger Zufall.
An dem Artikel an sich wäre nichts auszusetzen (übrigens kommt die Umfrage ja sogar von der FAZ, nicht der Bild). Aber es ist halt kein seriöser Journalismus mehr, wenn man dauerhaft Nachrichten danach aussucht, was die Leser am meisten in Wallung bringt statt danach, was am wichtigsten ist.
:rofl: mehr gibt es dazu nicht zu sagen
 
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Was hat die Polizei bzw. die Personalpolitik bei derselben mit der aktuellen Diskussion zu tun?
 

Gustavo

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ah cool...also misst sich "Verantwortung" bei der Presse einzig und allein daran, ob sich nachher aus diesem Meinungsbild eine Parteienmehrheit bilden lässt. Also geht es dir offenbar auch gar nicht darum, ob Teile der Bevölkerung der Meinung sind, dass gewisse Staatsorgane immer Scheiße bauen.

Das die Polizei über Jahrzehnte zusammengespart wurde ist natürlich auch ein völliger Zufall.


Ich weiß, dass ich eigentlich nicht auf die typische Beta-Nummer einsteigen sollte, aber ja, das ist ein entscheidender Punkt für journalistische Verantwortung, denn nur wenn sich sowas mit einer wählbaren politischen Alternative verbindet wird es gefährlich für eine Demokratie. Wenn 30% der Bevölkerung eines (fiktiven) Landes latente Rechtspopulisten sind, ist das auch nicht schön, aber solange es keine rechtspopulistische Partei gibt, eher nicht so von Belang.

Und natürlich geht es mir darum, dass Teile der Bevölkerung der Meinung sind, dass der Staat (!) immer scheiße baut. Aber es ist halt einfach völliger Blödsinn, so zu tun, als wäre das auf beiden politischen Seiten in gleichem Maße angelegt. Es gibt an beiden Rändern des politischen Spektrums zwar Leute, die sie gar nicht erst durch das System vertreten fühlen, entweder weil man denkt Kapitalismus und Demokratie geht nicht zusammen (linksextrem) oder weil man auf die ethnische Homogenität des Volkskörpers aus ist (rechtsextrem). Das sind aber beides für 95% der Bevölkerung überhaupt keine attraktiven politischen Einschätzungen, weil die meisten Leute mit solchen Hirngespinsten überhaupt nichts anfangen können. Das ist gerade nicht, wovon ich rede.
Da ist aber eben noch das viel größere latente Potenzial an Leuten, denen man Staatsverachtung dadurch schmackhaft machen kann, dass man ihnen glauben macht, der Staat würde immer versagen oder wäre immer nur für "die anderen" da und deshalb wäre man mit viel weniger Staat eigentlich viel besser dran. Das kannst du natürlich keinem halbwegs geistesgesunden Linken verkaufen, denn ohne Staat lässt sich ihre Vorstellung einer guten Gesellschaft überhaupt nicht verwirklichen. Dafür gibt es aber sehr wohl ein großes Potenzial bei den Konservativen.


:rofl: mehr gibt es dazu nicht zu sagen

Du solltest generell vielleicht überhaupt nichts dazu sagen.
 
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Was hat die Polizei bzw. die Personalpolitik bei derselben mit der aktuellen Diskussion zu tun?
Es ging mir darum, dass Gustavo hier mal wieder die Kriterien von vorn herein natürlich mal wieder so hinlegt, dass am Ende ganz zufällig die Seite die er nicht mag was falsch machen kann und die Seite die ihn nicht stört kann eigentlich machen was sie will.
Das ist eine Herangehenweise der ich einfach nicht beipflichten möchte.

Was ist an dieser traurigen Tatsache so witzig?
Das lustige daran ist, dass die Aussage längst auf den Großteil unserer Medienlandschaft zutrifft, Gustavo aber nur ein Problem bei Springer sieht.
 

Gustavo

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Es ging mir darum, dass Gustavo hier mal wieder die Kriterien von vorn herein natürlich mal wieder so hinlegt, dass am Ende ganz zufällig die Seite die er nicht mag was falsch machen kann und die Seite die ihn nicht stört kann eigentlich machen was sie will.
Das ist eine Herangehenweise der ich einfach nicht beipflichten möchte.

Ja, habe ich mir natürlich alles zurecht gelegt. Die Tatsache, dass "Linkspopulismus" in Deutschland als nennenswerte politische Strömung quasi nicht existiert, dass es keine Medien in der Tradition gibt, habe ich mir alles nur ausgedacht. Genau wie die Tatsache, dass rechts der Mitte ein Sog in Richtung immer populistischeren Positionen existiert, wenn man erst mal angefangen hat sie zu besetzen. Dass die AfD bereits zwei Vorsitzende wegen fehlender Radikalität gestürzt hat und vielleicht bald einen dritten, auch alles erfunden. Dass es mittlerweile Anschauungsmaterial in mehreren Demokratien gibt, wie aus "konservativ" schnell "populistisch" wird, ausgedacht.


Das lustige daran ist, dass die Aussage längst auf den Großteil unserer Medienlandschaft zutrifft, Gustavo aber nur ein Problem bei Springer sieht.

Dass das weder quantitativ noch qualitativ der Fall ist, war der ganze Punkt.
 
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Die Tatsache, dass "Linkspopulismus" in Deutschland als nennenswerte politische Strömung quasi nicht existiert, dass es keine Medien in der Tradition gibt, habe ich mir alles nur ausgedacht. Genau wie die Tatsache, dass rechts der Mitte ein Sog in Richtung immer populistischeren Positionen existiert, wenn man erst mal angefangen hat sie zu besetzen. Dass die AfD bereits zwei Vorsitzende wegen fehlender Radikalität gestürzt hat und vielleicht bald einen dritten, auch alles erfunden. Dass es mittlerweile Anschauungsmaterial in mehreren Demokratien gibt, wie aus "konservativ" schnell "populistisch" wird, ausgedacht.
und nu? Nichts DAVON habe ich angezweifelt.
 
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Die Tatsache, dass "Linkspopulismus" in Deutschland als nennenswerte politische Strömung quasi nicht existiert, dass es keine Medien in der Tradition gibt, habe ich mir alles nur ausgedacht.

Wer definiert das denn? Für mich sind SPON, ZON, Sueddeutsche und ganz besonders die ganzen Jugendformate wie jetzt.de, ze.tt und natürlich so Dinger wie Vice und früher Bento aber auch ALLE Jugendangebote der Öffentlich Rechtlichen (Funk bspw.) ganz eindeutig linkspopulistisch. Du wirst in jedem davon fast ausschließlich Identitätspolitik rauf und runter finden und dieselben Talkingpoints der Linkspopulisten in allen Variationen jeden Tag rauf und runter lesen. Blabla Patriarchat so bad, blabla Kolonialismus, blabla alle sind Rassistisch, blabla alles ist voll ungerecht auf der Welt böser Kapitalismus blabla. Warum ist das nicht linkspopulisitisch?
 
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Lol, Linkspopulismus soll nicht existieren? Die Berliner Regierung und Nonsens wie die Mietpreisbremse sind doch genau das. Und große Teile der Linkspartei, gute Teile der SPD und Linken, sowie gefühlt Mehrheiten in allen Astas gehören auch dazu.
 

Gustavo

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Lol, Linkspopulismus soll nicht existieren? Die Berliner Regierung und Nonsens wie die Mietpreisbremse sind doch genau das. Und große Teile der Linkspartei, gute Teile der SPD und Linken, sowie gefühlt Mehrheiten in allen Astas gehören auch dazu.

Wer definiert das denn? Für mich sind SPON, ZON, Sueddeutsche und ganz besonders die ganzen Jugendformate wie jetzt.de, ze.tt und natürlich so Dinger wie Vice und früher Bento aber auch ALLE Jugendangebote der Öffentlich Rechtlichen (Funk bspw.) ganz eindeutig linkspopulistisch. Du wirst in jedem davon fast ausschließlich Identitätspolitik rauf und runter finden und dieselben Talkingpoints der Linkspopulisten in allen Variationen jeden Tag rauf und runter lesen. Blabla Patriarchat so bad, blabla Kolonialismus, blabla alle sind Rassistisch, blabla alles ist voll ungerecht auf der Welt böser Kapitalismus blabla. Warum ist das nicht linkspopulisitisch?

Nur weil euch etwas nicht passt ist es deshalb noch kein Populismus. Populismus muss schon irgendwas sein, mit dem auch tatsächlich Leute mobilisieren kannst, eigentlich immer auch gegen irgendeine Form von Elite. Ohne Volk kein Populismus. Davon kann bei nichtweißer Identitätspolitik doch überhaupt keine Rede sein. Das ist vielleicht drin, wenn du eine kleine bis mittelgroße "weiße" Oberschicht hast und darunter sozial deprivierte indigene und schwarze Bevölkerungen wie in Lateinamerika, aber in Europa gibt es dafür überhaupt keinen Markt.
Im Gegenteil ist das, was du beschreibst, fast das Gegenteil von Populismus: Die Leute sehen sich bewusst eben NICHT als Mehrheit oder als Teil der Mehrheit, sondern als eine davon abgegrenzte Minderheit, die irgendwelche inhärenten Characteristika hat. Klassenverständnis gibt es dagegen gar keins. Auch das Politikverständnis beruht alleine darauf, dass diese Leute sich moralisch im Recht sehen und jetzt darauf warten, dass die Mehrheit diese Moral quasi politisch exekutiert, was gemeinhin politisch extrem wenig Erfolg bringt.

Mietpreisdeckel (nehme an, das ist was du meinst) ist natürlich auch noch kein Linkspopulismus. Umverteilung nimmt linkspopulistische Züge an, wenn es gegen irgendwelche kapitalistischen Funktionseliten geht. Aber auch wenn man diese Argumentationslinien natürlich nie 100% voneinander separieren kann, wurde der Mietpreisdeckel ja nicht damit gerechtfertigt, dass "die Finanzhaie" zu viel Geld an Mietern verdienen, sondern dass die Mieter sich ihre Miete nicht mehr leisten können. Ob man das für ein geeignetes Instrument hält sei mal dahingestellt, aber das macht es halt nun noch nicht zu Populismus.

Edit: Wobei ich vielleicht auch darauf hinweisen sollte, dass ich zwei unterschiedliche Dinge zusammen geworfen habe. Was Heator in bestimmten Medien meint ist definitiv nicht "linkspopulistisch". Die Linke als Partei (!) in Deutschland hat schon starke linkspopulistische Züge, aber die Umfrageforschung zeigt auch deutlich, dass der Markt dafür in Deutschland extrem überschaubar ist und auch nicht wächst. Ohne Ostdeutschland mit seiner unterschiedlichen Wählersozialisation wäre die Linkspartei ganz hart an der Grenze dazu, überhaupt eine gangbare Partei in Deutschland zu sein.
 
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Also "deutsche wohnen enteignen" ist ganz klar Linkspopulismus. Und das ist ja kein Einzelfall und auch nicht von wenigen unterstützt -- sondern eben von dem großen Teil der Linkspartei sowie Teilen der SPD und Grünen.
 

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Also "deutsche wohnen enteignen" ist ganz klar Linkspopulismus. Und das ist ja kein Einzelfall und auch nicht von wenigen unterstützt -- sondern eben von dem großen Teil der Linkspartei sowie Teilen der SPD und Grünen.

Nach keiner Definition von Linkspopulismus, die ich kenne. Im Gegenteil ist Enteignung (natürlich mit Entschädigung) sogar im GG als politisches Instrument aufgeführt*. Linkspopulismus würde sich nicht auf ein einzelnes Unternehmen eines einzelnen Sektors beschränken, wenn es einen fluktuierenden Markt mit vielen Marktteilnehmern gibt. Populismus ist eine Ideologie, das muss schon weiter gehen als "ich hasse Unternehmen X, weil meine Miete steigt".





*dass sie tatsächlich nicht genutzt wird, weil sie eigentlich fast nie zielführend ist, steht auf einem anderen Blatt
 
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Was verstehst du denn hier unter Populismus?
Wenn es um die dahinter stehende Ideologie geht, dann würde ich Deutsche Wohnen Enteignen jedenfalls nicht dazu zählen. Die meisten Leute, die das unterstützen, tun das nicht, weil sie ideologisch feindselig gegenüber Unternehmen eingestellt sind, sondern weil sie sich davon erschwinglichere Mieten für hunderttausende Menschen erhoffen.

Ich finde es im Übrigen heuchlerisch sich einerseits über den Deutungsfuror einer auf Identitätspolitik getrimmten Linken zu echauffieren - der imo übrigens weiterhin ein ziemliches Nischenphänomen ist -, aber keine Gelegenheit auszulassen, um banale Policy-Differenzen ideologisch aufzuladen: Mimimi, Mietpreisbremse find ich voll schlimm, das sind doch wieder diese geschichtsvergessen Sozis mit den Lenin-Ansteckern, wo ist der Respekt vor Ludwig Erhard? Mimimi.

Und lol @ Heators Aufzählung der "linkspopulistsichen" Leitmedien. Wie oft liest du denn Süddeutsche? Wenn die bei Welt oder NZZ verlinkt wird? :rofl2:
 
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Was verstehst du denn hier unter Populismus?
Wenn es um die dahinter stehende Ideologie geht, dann würde ich Deutsche Wohnen Enteignen jedenfalls nicht dazu zählen. Die meisten Leute, die das unterstützen, tun das nicht, weil sie ideologisch feindselig gegenüber Unternehmen eingestellt sind, sondern weil sie sich davon erschwinglichere Mieten für hunderttausende Menschen erhoffen.

Ich finde es im Übrigen heuchlerisch sich einerseits über den Deutungsfuror einer auf Identitätspolitik getrimmten Linken zu echauffieren - der imo übrigens weiterhin ein ziemliches Nischenphänomen ist -, aber keine Gelegenheit auszulassen, um banale Policy-Differenzen ideologisch aufzuladen: Mimimi, Mietpreisbremse find ich voll schlimm, das sind doch wieder diese geschichtsvergessen Sozis mit den Lenin-Ansteckern, wo ist der Respekt vor Ludwig Erhard? Mimimi.

Und lol @ Heators Aufzählung der "linkspopulistsichen" Leitmedien. Wie oft liest du denn Süddeutsche? Wenn die bei Welt oder NZZ verlinkt wird? :rofl2:

Eigentlich fast täglich. Ich habe da ein kleines Problem, das ist wie emotionales Ritzen, ich lese ständig diesen Quatsch, um mich darüber aufzuregen. NZZ ist halt langweilig, da liest man jeden Artikel und nickt zustimmend. Kein Kick :deliver:
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Aus der FAZ, weil ich es gerade gelesen habe:

Bei anderen Punkten fehlt den Bürgern dagegen jedes Verständnis für die öffentliche Aufregung: 87 Prozent meinten, es sei übertrieben, wenn eine weiße Übersetzerin ihren Übersetzungsauftrag für das Gedicht einer schwarzen Autorin verliert, weil sie sich als Weiße nicht ausreichend in die Gedankenwelt einer Schwarzen hineinversetzen könne, und 95 Prozent verstanden es nicht, warum eine Politikerin sich offiziell entschuldigen muss, weil sie gesagt hat, dass sie als Kind Indianerhäuptling habe werden wollen.

Was könnte populistischer sein als etwas, was so gut wie jeder ablehnt? :deliver:


@HeatoR: Ist dir eigentlich mal aufgefallen, dass umso mehr "Wokeness" in dem von dir genannten Medium vorkommt, umso mehr muss es querfinanziert werden? bento hat der Spiegel sogar dicht gemacht, "Funk" kannte ich nicht mal.
 

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Aus der FAZ, weil ich es gerade gelesen habe:



Was könnte populistischer sein als etwas, was so gut wie jeder ablehnt? :deliver:


@HeatoR: Ist dir eigentlich mal aufgefallen, dass umso mehr "Wokeness" in dem von dir genannten Medium vorkommt, umso mehr muss es querfinanziert werden? bento hat der Spiegel sogar dicht gemacht, "Funk" kannte ich nicht mal.
Ich bin auf deiner Seite, aber Funk ist schon etwas bekannter bei Jüngeren. Da versteh ich die Aufregung warum Jouralist:Innen querfinanziert werden so eine Woke-Scheiße zu produzieren. Wobei mich tatsächlich noch mehr aufregt, wie das Verhältnis von Qualität/Masse unabhängig von Ideologie bei dem Kack vor dem Kontext der ÖR aussieht. Nunja, klassisches GEZ-Thema :ugly:
 
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dass Aktivisten wie Luisa Neubauer unkritisch Plattform kriegen ist nicht linkspopulistisch?
1624091202552.png

aber zum Glück ganz deutlich als Kommentar markiert, weil der gemeine Leser das auch immer unterscheiden kann.
 
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Nach keiner Definition von Linkspopulismus, die ich kenne. Im Gegenteil ist Enteignung (natürlich mit Entschädigung) sogar im GG als politisches Instrument aufgeführt*.
  1. Nur weil ein Vorschlag verfassungskonform ist, ist er doch nicht automatisch populistisch.
  2. Die "deutsche Wohnen enteignen"-Kampagne spielt sehr offen mit dem Gedanken, dass die Entschädigung für die Enteignung weit unter Marktwert liegen sollte, was nicht verfassungskonform wäre.
Linkspopulismusus würde sich nicht auf ein einzelnes Unternehmen eines einzelnen Sektors beschränken, wenn es einen fluktuierenden Markt mit vielen Marktteilnehmern gibt.
Ich finde, dass sich Populismus sogar sehr oft an einzelnen, plakativen Personen oder Ereignissen aufhängt, um eine Agenda zu betreiben / eine Geschichte zu erzählen.

Und die Idee hört ja gerade nicht bei der Deutsche Wohnen auf, das ist eben nur ein Aufhänger der Kampagne.

Auch den Mietpreisdeckel halte ich für populistisch, weil er eben erwiesenermaßen nicht funktioniert, bzw nicht so wie beworben. Er ist nur gut für Leute, die schon eine Wohnung haben -- nicht aber für Leute, die jetzt oder in den nächsten Jahren in Berlin eine Wohnung suchen.

Für mich ist das Anbieten vermeintlich einfacher Lösungen für komplexe Probleme klar populistisch. Und auch, dass die Probleme mit einfachen Feindbildern erklärt werden (hier: böser Kapitalismus, gierige Wohnungskonzerne).
Populismus ist eine Ideologie, das muss schon weiter gehen als "ich hasse Unternehmen X, weil meine Miete steigt".
Nach welcher Definition ist Populismus eine Ideologie? Oft wird Populismus natürlich von Ideologien eingesetzt, aber nicht immer. Gibt auch ganz pragmatische Populisten, denen es nur um Macht geht.

Nach deiner sehr engen Definition, was wäre denn dann überhaupt noch populistisch in der deutschen Parteienlandschaft?

Beispiel: auch als Befürworter der Verhinderung illegaler Migration und von effektiven Abschiebungen von Kriminellen würde ich sagen, dass bei diesen Themen oft Populismus angewendet wird. Zum Beispiel gerade mit dem Fokus auf einzelne Events, bspw Breitscheidplatz, Maria aus Freiburg. Oder dann, wenn so getan wird, als wäre das keine einfache Debatte über das, was wir tun sollten, sondern ein Kampf gegen sinistre Mächte a la Soros.

Ebenso ist für mich eben die simple "Kapitalismuskritik" (die de facto oft eine naive Verteufelung ist) Populismus, insbesondere wenn man sich einzelne Akteure als Feindbild aussucht wie die Deutsche Wohnen. Und vor allem ist es populistisch, wenn man bekannte andere Erklärungen und negative Nebeneffekte ignoriert -- zum Beispiel die negativen Effekte auf Neubautätigkeit, welche die Berliner Politik hat.

Auch ganz klarer Linkspopulismus ist, wenn bei Themen wie Rigaer 94 die Hausbesetzer und Gewalttäter in Schutz genommen werden. Was definitiv keine Seltenheit ist.
 
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Was könnte populistischer sein als etwas, was so gut wie jeder ablehnt? :deliver:

Ja, Heators und Xantos Populismus Definition ist schon etwas seltsam.

Also gerade der Einsatz für Minderheiten/Randgruppen, auch wenn er wirklich teilweise schräge und moralinsaure Züge annimmt, ist ja wohl alles andere als Populismus.
 
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Ja, Heators und Xantos Populismus Definition ist schon etwas seltsam.

Also gerade der Einsatz für Minderheiten/Randgruppen, auch wenn er wirklich teilweise schräge und moralinsaure Züge annimmt, ist ja wohl alles andere als Populismus.
Alle Populisten sagen, dass sie den armen Menschen helfen wollen. Erkenne am Beispiel Miete/Umverteilung auch nicht, inwiefern es da um eine Minderheit oder Randgruppe gehen soll.

Auch gibt es bestimmt viele Populisten, die denken, mit ihrem Populismus etwas Gutes zu tun.

Chavez und Maduro seien als prominentes Beispiel von Linkspopulismus erwähnt. Die wollten auch den armen Menschen in Venezuela helfen, dass sie nicht vom bösen Kapitalismus ausgebeutet werden. Das Ergebnis ist so schlimm wie bekannt.

Und ja, Rechtspopulisten wie Bolsonaro sind nicht per se besser. Es geht ja gerade darum, dass ihr so tut, als gäbe es in Deutschland keinen Linkspopulismus und als sei der dann auch irgendwie ungefährlich, weil er sich ja total lieb für Minderheiten und Randgruppen einsetzen wolle.
 
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Zum Thema Verharmlosung linker Gewalt, die ich auch zum Linkspopulismus zähle:
"Grüne und Linke brachten eine eigene Resolution ein – beide lehnten es ab, von „linksextremer Gewalt“ zu sprechen. Zudem wurde u.a. folgende Passage gestrichen: „Personen, die sich solcher Mitteln bedienen, haben kein Interesse am demokratischen Diskurs. Sie tolerieren keine anderen Meinungen. Sie sind autoritär.“

Quelle:
 
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Alle Populisten sagen, dass sie den armen Menschen helfen wollen. Erkenne am Beispiel Miete/Umverteilung auch nicht, inwiefern es da um eine Minderheit oder Randgruppe gehen soll.

Auch gibt es bestimmt viele Populisten, die denken, mit ihrem Populismus etwas Gutes zu tun.

Chavez und Maduro seien als prominentes Beispiel von Linkspopulismus erwähnt. Die wollten auch den armen Menschen in Venezuela helfen, dass sie nicht vom bösen Kapitalismus ausgebeutet werden. Das Ergebnis ist so schlimm wie bekannt.

Und ja, Rechtspopulisten wie Bolsonaro sind nicht per se besser. Es geht ja gerade darum, dass ihr so tut, als gäbe es in Deutschland keinen Linkspopulismus und als sei der dann auch irgendwie ungefährlich, weil er sich ja total lieb für Minderheiten und Randgruppen einsetzen wolle.

Ich kenne nur eine Linkspopulistin in Deutschland -> Sarah Wagenknecht.
Die wiederum, Überraschung, von Rechtspopulisten für ihren Populismus gefeiert wird ;)

Ich hab ka was es mit Populismus zu tun hat wenn man sich bewusst gegen die vorherrschende Meinung des Volkes stellt.

von Opportunismus geprägte, volksnahe oft demagogische Politik

Glaube ihr verwechselt die Meinung des Volkes (Populus) mit der Meinung der angeblich so linksgrünversifften Medien.
Die linke mediale Deutungshoheit (euer Feindbild) bzw. der mediale Diskus ist nicht dass was das Volk denkt, wird doch gerade von euch* immer wieder betont.
Da der Populus offensichtlich mehrheitlich rechtskonservativ ist, hat es der Linkspopulismus schon per Definition recht schwer.

*mit euch meine ich die rechtskonservative Fraktion hier, die durch die "linken" eine große Gefahr für unser Land sieht :)
 
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