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http://www.nzz.ch/feuilleton/medien...modus-hetzer-idioten-und-dumpfbacken-ld.82631Journalismus im Kampfmodus
Hetzer, Idioten und Dumpfbacken
Kommunikative Rüpelei hat auch in den traditionellen Medien Platz gefunden. Dem Wutbürger tritt im Internet der Wutjournalist gegenüber.
schöner leserkommentar
Und wieder einmal ist es die NZZ, die mit diesem grossartigen, messerscharfen und gleichzeitig unaufgeregten Kommentar von Herrn Heribert Seifert den deutschen Medien den Spiegel vorhält. Was hier ausgesprochen wird, müsste den betreffenden Qualitätsjournalisten die Schamröte ins Gesicht treiben. Ich selbst habe als Leser jahrelang in faz.net und ZEIT online mit diskutiert, bis es nicht mehr auszuhalten war. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass die Medienkultur in Deutschland nach 1945 noch einmal so bedauerlich sinken könnte.
Ich habe auch den Wandel bewusst miterelbt und kann nur sagen, dass es die Medien waren (beileibe nicht nur die beiden genannten Zeitungen, fast alle, auch Radio und Fernsehen), die sich - wie abgesprochen - plötzlich von einer demokratischen Diskussionskultur verabschiedeten, um ganz offensichtlich die öffentliche Meinung zu manipulieren. Dabei schreckten sie auch vor zum Teil unsachlichen Massregelungen ihrer Leser nicht zurück, wenn deren Kommentare nicht auf Linie lagen. Klar, dass sich das dann gegenseitig auch hochschaukelt.
Das Publikum hat sehr wohl gemerkt, was da in der Presse vorging. Daher kamen die Schreie "Lügenpresse".
Der NZZ und Herrn Seifert nochmals grossen Dank für diesen Beitrag, der hoffentlich in Deutschland eine Rückbesinnung auf demokratische mediale Umgangsformen bewirkt. Es wird aber nicht leicht werden, denn die Beziehung ist zur Zeit zerrüttet.
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