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Pä·do·phi·lie Substantiv, feminin [die]

Gustavo

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https://www.nytimes.com/2020/08/26/magazine/sex-offender-operation-net-nanny.html

Schon krasse Geschichte, dass die mehr Jahre bekommen für so ne honey trap als für echte Taten.


Den Artikel hatte ich auch gelesen. Frage mich ja, wie häufig das im echten Leben passiert. Würde jede Wette eingehen, dass die allermeisten von denen nicht den Elan hätten, tatsächlich eine 13-jährige zu groomen, aber wenn sie ihnen halt angeboten wird haben sie damit halt auch kein Problem.
 
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Vor genau dieser Art an Pöbelrechtssprechung graut es mir. Deshalb habe ich hier vor einiger Zeit auch so sehr auf die korrekte Verwendung des Begriffs "Pädophilie" gepocht (wofür ich durchaus hart angegangen wurde). Ich habe das Gefühl in den USA wird dabei die Grenze dessen, was erlaubt oder gesellschaftlich akzeptabel ist, immer weiter verschoben. Belegen kann ich das nicht, aber ich merke zumindest, wie der Diskurs in populären Foren abläuft. Da wird 23-Jährigen schonmal die Fähigkeit zum eigenständigen Denken abgesprochen, weil ja "Wissenschaftler sagen, dass das Gehirn bis 25 nicht fertig ist". Der Logik zu Folge gilt 33-Jähriger mit 23-Jähriger schonmal schnell als "creepy".

Dass Vollnerds wie der im Artikel dann von einer Jury schuldig gesprochen werden, verwundert natürlich auch nicht. Aber er ist halt auch nur ein ekelhafter Kinderficker. Einige hier im Forum feiern das sicher noch ....
 

Benrath

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Ich finds grenzwertig, dass alleine das abgemachte Treffen und in die Wohnung gehen reicht, um dann zehn Jahre in den Bau zu wandern.
Cherry on Top war das Beispiel, dass der tatsächlich Kinderficker unter alternativ Sentencing fallen kann, die Leute aus dem Artikel aber nicht, weil es quasi kein Opfer gibt.

Die Polizei könnte bestimmt einige zu Straftaten anstiften und dann einbuchten, aber ist das ihr Sinn?
 
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Es ist allein schon deshalb wahnsinnig, weil Pädophilie ja eigentlich die sexualle Attraktion hin zu Prepubertären beschreibt. Selbst wenn man da 13-Jährige mit einbeziehen will, macht das Vorgehen der Polizei keinen Sinn. Sie haben ihm ja kein Foto einer 13-Jährigen gezeigt, sondern einer Dame, die (sichtlich) älter ist, und in Realität sogar älter als er selbst :stupid:. Seine Erklärung, er habe gedacht, dass sie lügt oder einen weirden Fetish hat, klingt deshalb durchaus plausibel.
 

pinko

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Kinderpornographie-Verdacht gg. Metzelder erhärtet, Anklage erhoben

Schlimme Sache, wenn es denn stimmt. Gleichzeitig drehen natürlich in den Kommentarspalten wieder alle durch. ("HÄRTERE STRAFEN, SOFORT AUFHÄNGEN") Wollen die Leute eigentlich nicht verstehen, dass Pädophilie, so abartig und geächtet sie auch sein mag, schlicht einen Teil des menschlichen Verhaltensspektrums abbildet?

Wir haben da recht klare Gesetze. Therapierbar ist da meist nicht viel, manche kriegen es hin, ihren Trieb zu unterdrücken, andere werden irgendwann wieder auffällig. Ich fände da mal eine Debatte angebracht, die über "WEGSPERREN!" hinausgeht. so ekelhaft die Taten dieser Leute auch sein mögen, sie haben ebenfalls eine menschenwürdige Behandlung verdient.

Ich hoffe, es ist verständlich, was ich meine.

Dieser Post aus dem Randnotizenthread nun als Starter für diesen Thread verwendet mit Geckos Threadtitel
 
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pinko

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Kinderpornographie-Verdacht gg. Metzelder erhärtet, Anklage erhoben

Schlimme Sache, wenn es denn stimmt. Gleichzeitig drehen natürlich in den Kommentarspalten wieder alle durch. ("HÄRTERE STRAFEN, SOFORT AUFHÄNGEN") Wollen die Leute eigentlich nicht verstehen, dass Pädophilie, so abartig und geächtet sie auch sein mag, schlicht einen Teil des menschlichen Verhaltensspektrums abbildet?

Wir haben da recht klare Gesetze. Therapierbar ist da meist nicht viel, manche kriegen es hin, ihren Trieb zu unterdrücken, andere werden irgendwann wieder auffällig. Ich fände da mal eine Debatte angebracht, die über "WEGSPERREN!" hinausgeht. so ekelhaft die Taten dieser Leute auch sein mögen, sie haben ebenfalls eine menschenwürdige Behandlung verdient.

Ich hoffe, es ist verständlich, was ich meine.
 

Misfit

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richtige taten gab es ja bei ihm anscheinend auch nicht.

die ganze hass nummer geht nach meinem empfinden doch sowieso meistens von ganz obskuren leuten aus.
es ist eben ein guter einstieg, weil sich auf "kinderschänder sind doof" wohl 99,9% der bevölkerung einigen können, dann kann man ja auch mal schauen was die noch so zu bieten haben.
 

Misfit

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richtige taten gab es ja bei ihm anscheinend auch nicht.

die ganze hass nummer geht nach meinem empfinden doch sowieso meistens von ganz obskuren leuten aus.
es ist eben ein guter einstieg, weil sich auf "kinderschänder sind doof" wohl 99,9% der bevölkerung einigen können, dann kann man ja auch mal schauen was die noch so zu bieten haben.
 

parats'

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Soweit ich weiß war er "nur" Konsument, was zumindest dafür spricht, dass er wirklich an einer pädophilen Neigung leidet. Die meisten anderen Täter leiden an irgendeiner anderen Störung und nicht direkt an Pädophilie, da vor allem im aktiven Bereich das Machtgefälle dominiert. Afaik hat er selbst auch Kinder.
 

parats'

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Soweit ich weiß war er "nur" Konsument, was zumindest dafür spricht, dass er wirklich an einer pädophilen Neigung leidet. Die meisten anderen Täter leiden an irgendeiner anderen Störung und nicht direkt an Pädophilie, da vor allem im aktiven Bereich das Machtgefälle dominiert. Afaik hat er selbst auch Kinder.
 
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Der Fall ist so weird. Der hat die Bilder ja mit drei (!) anderen Frauen geteilt, von denen zunächst keine Anzeige erstattet hat. Erst eine vierte Person, der wohl die Bilder von einer der Frauen gezeigt wurden, ist zur Polizei gegangen. Hat er sich unantastbar gefühlt? Weirder "danger" fetish? Wollte vlt. sogar erwischt werden? Gegen die Frauen wird jetzt natürlich auch ermittelt.

Am Ende behauptet er noch, er wollte Nachforschungen betreiben (wie der eine Piratenpolitiker damals).
 
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Der Fall ist so weird. Der hat die Bilder ja mit drei (!) anderen Frauen geteilt, von denen zunächst keine Anzeige erstattet hat. Erst eine vierte Person, der wohl die Bilder von einer der Frauen gezeigt wurden, ist zur Polizei gegangen. Hat er sich unantastbar gefühlt? Weirder "danger" fetish? Wollte vlt. sogar erwischt werden? Gegen die Frauen wird jetzt natürlich auch ermittelt.

Am Ende behauptet er noch, er wollte Nachforschungen betreiben (wie der eine Piratenpolitiker damals).
 
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Wollen die Leute eigentlich nicht verstehen, dass Pädophilie, so abartig und geächtet sie auch sein mag, schlicht einen Teil des menschlichen Verhaltensspektrums abbildet?
Mein Äpfel-Birnen-Radar zeigt deutlich an, dass Kannibalismus auch einen Teil des menschlichen Verhaltensspektrums abbildet. Deswegen steht es ja auch unter Strafe, ne? Wenn das kein Teil des Spektrums wäre, dann müsste es ja auch nicht bestraft werden, weil es ja gar nicht passiert. Warum dann schönreden, entschuldigen oder in Schutz nehmen?
 
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Wollen die Leute eigentlich nicht verstehen, dass Pädophilie, so abartig und geächtet sie auch sein mag, schlicht einen Teil des menschlichen Verhaltensspektrums abbildet?
Mein Äpfel-Birnen-Radar zeigt deutlich an, dass Kannibalismus auch einen Teil des menschlichen Verhaltensspektrums abbildet. Deswegen steht es ja auch unter Strafe, ne? Wenn das kein Teil des Spektrums wäre, dann müsste es ja auch nicht bestraft werden, weil es ja gar nicht passiert. Warum dann schönreden, entschuldigen oder in Schutz nehmen?
 

Gelöschtes Mitglied 683837

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Transparenznotiz: Beiträge aus dem Randnotizenthread als Diskussionsstart in diesen Thread kopiert
 
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Gelöschtes Mitglied 683837

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Mein Äpfel-Birnen-Radar zeigt deutlich an, dass Kannibalismus auch einen Teil des menschlichen Verhaltensspektrums abbildet. Deswegen steht es ja auch unter Strafe, ne? Wenn das kein Teil des Spektrums wäre, dann müsste es ja auch nicht bestraft werden, weil es ja gar nicht passiert. Warum dann schönreden, entschuldigen oder in Schutz nehmen?

Wie bei vielen deviant-sexuellen Verbrechen lohnt sich ein Diskurs m.E. im Zuge der Planung nachhaltender Prävention, die durch Dämonisierung der Tätergruppe konterkarriert wird. Auf das wollte piko wohl vielleicht heraus.
 

Misfit

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ist halt auch ein weites feld, man weiß ja auch nicht was genau metzelder verschickt hat.
ist ja ein unterschied ob er bilder von jugendlichen verehrerinnen hatte oder wirklichen kinderporno.

wo ich die "schwanz ab" fraktion aber oft verstehen kann sind die geringen strafen, gerade gestern erst wieder von einem berliner gelesen der seine 2 stieftöchter über jahre missbraucht hat, gab 2 jahre auf bewährung.
 

pinko

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Wie bei vielen deviant-sexuellen Verbrechen lohnt sich ein Diskurs m.E. im Zuge der Planung nachhaltender Prävention, die durch Dämonisierung der Tätergruppe konterkarriert wird. Auf das wollte piko wohl vielleicht heraus.

Ja, das kommt hin. Dämonisierung liegt nahe, weil es eben ein richtig ekelhaftes Verbrechen ist, sich an Kindern zu vergehen. Hilft aber keinem weiter.
 
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Also erstmal hast du das Fass selber aufgemacht. Du erzählst uns von einem "richtig ekelhaften Verbrechen", möchtest dann aber nicht, dass man böse darüber spricht? Welche Reaktion erwartest du denn da? Verständnis? Sympathie? Milde Verstimmtheit?
 

parats'

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Vielleicht sollte man mal abgrenzen. Pädophilie als solches ist kein Straftatbestand, sondern eine anerkannte psychische Störung. Geht es jetzt um die Tat, also bspw. den Missbrauch oder um das Krankheitsbild, denn letzteres setzt nicht zwingend den aktiven Missbrauch oder den passiven Konsum voraus, der erst strafbar ist.
 

pinko

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@Scorn: Differenziertes Denken. Ich kann es auch neutraler formulieren: Im aktuellen moralischen Konsens ist Pädophilie verrufen. Dagegen kann man auch nicht argumentieren, unsere derzeitigen Vorstellungen und Erkenntnisse zwingen uns praktisch dazu, das Ganze negativ zu bewerten.

Was ich mir wünsche, ist, dass man aufhört, alle Pädophilen über einen Kamm zu scheren und direkt die Mistgabeln rauszuholen. Es gibt da Unterschiede. Und die sind wichtig. An erster Stelle muss der Schutz der Opfer stehen, danach muss mMn aber darüber geredet werden, inwiefern man es z.B. Pädophilen, deren "Neigung" nur milde ausgeprägt ist, ein würdiges Leben zu ermöglichen. Diese Menschen können letzten Endes nicht aus ihrer Haut, das heißt aber nicht, dass alle von ihnen sich nen Kinderzoo im Keller halten. Es ist ein ziemlicher Eiertanz, da in ner öffentlichen Debatte zu argumentieren, weil eben sofort die Mistgabelfraktion ausrastet.

Edit: Ja, das was parats sagt, ist genau der Punkt. Die Frage ist, wie man das den Menschen klarmachen kann. Ich verstehe ja völlig, warum die Diskussionen da immer sofort hitzig werden, weil Kinder nun mal eben das Wichtigste überhaupt für unsere Spezies sind.

Die Grenzen zwischen "psychischer Störung" und "Fetisch" verlaufen btw fließend.
 
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parats'

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Wir hatten die Diskussion im Epstein Topic schon. Die Einstufung erfolgt als Störung der Sexualpräferenz, das hat noch nichts mit einer Straftat zu tun. Mir ist es 1000 mal lieber, wenn sich Pädophile ohne Angst vor der Gesellschaft outen und in Behandlung begeben bevor erst was schlimmeres passieren muss - dazu zählt für mich auch der Konsum von Material. Pathologische Pädophilie lässt sich gut diagnostizieren, das zeigt die Charité im Rahmen von "Kein Täter werden".

Jetzt alle mal tief Luft holen: Homosexualität war lange von der Gesellschaft geächtet und hat mittlerweile den gleichen Stellenwert in der Gesellschaft wie Heterosexualität. Find ich das gut? Ja! Sollte Pädophilie den gleichen Weg gehen? Nein!
Hier werden klar Grenzen der sexuellen Selbstbestimmung überschritten die Kinder nicht verstehen, daher der besondere Schutz.
 

pinko

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Das mit der Behandlung ist halt tricky, meines Wissens gibts da eigentlich nur Methoden, den Trieb zu unterdrücken. Was einen erregt, erregt einen nun einmal.
Ansonsten bin ich überwiegend deiner Meinung.
 
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parats'

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"Chemische Kastration" halt. Betroffene die diesen Weg gehen, sind sich ziemlich im klaren darüber. Die Alternative ist nämlich dem Trieb bis zum Tod zu widerstehen oder die Straffälligkeit.
 
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Naja, man könnte damit anfangen Pädophilie erstmal gesellschaftlich als natürlichen Teil des sexuellen Spektrums zu etablieren, und nicht primär als "psychische Störung", so wie man das bei Homosexualität ja auch irgendwann mal geschafft hat. (Kann kaum darauf warten, dass mir irgendwer hier ohne zu Lesen die Worte im Mund verdreht, lol.)

Man hat jetzt tausende Jahre versucht, diese Sparte der Menschheit unter den Teppich zu kehren, und offensichtlich funktioniert das nicht. Auch wenn nur rund ein Fünftel der Sexualstraftaten an Kindern von Pädophilen begangen werden (Missbrauch und Liebe vertragen sich halt nicht sonderlich gut), wird auch ein Fünftel aller Pädophilen irgendwann mal "straffällig". Letzteren Anteil könnte man erstmal massiv runterschrauben, indem man anständige Gesetze erlässt die den Besitz und/oder die Verbreitung von fiktiver Kinderpornographie nicht unter Strafe stellen, weil es ein Outlet ohne Opfer ist.
Durch die momentane "Verschweigungswütigkeit" von dem Problem kriegt man Selbiges nicht in den Griff. Wie bei anderen sexuellen Orientierungen auch, entscheiden sich die Leute nicht Pädophil zu werden, sondern entdecken irgendwann, dass sie es sind, und es gibt nicht den geringsten wissenschaftlichen Hinweis darauf, dass das Enthalten sexueller Genugtuung in irgendeiner Weise die sexuelle Identität von Menschen beeinflusst.

Ich bin da so halb bei euch, dass die Missbrauchenden erstmal genauso Hilfe brauchen wie die Missbrauchsopfer selbst. Aber der andere Teil der Pädophilen braucht in allererster Linie mal etwas Akzeptanz, zumal sie dann wesentlich weniger Probleme damit haben, sich bei unstillbaren Verlangen helfen zu lassen. Denn der Ist-Zustand, dass man dabei neben einem nicht-unerheblichen Teil der eigenen Identität auch immer sämtlichen gesellschaftlichen Rückhalt, die Familie, den Job und gar die Wohnung verliert, macht das nun wirklich nicht einfacher Hilfe in Anspruch zu nehmen.
 
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Gelöschtes Mitglied 683837

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Also erstmal hast du das Fass selber aufgemacht. Du erzählst uns von einem "richtig ekelhaften Verbrechen", möchtest dann aber nicht, dass man böse darüber spricht? Welche Reaktion erwartest du denn da? Verständnis? Sympathie? Milde Verstimmtheit?

parats hat es angeschnitten, das Pädophilie beschreibt eben nicht nur einen Straftatbestand, auch wenn er medial primär so genutzt wird. Weiterhin ist abzugrenzen, über welche potentiellen Opfergruppen geredet wird, Minderjähriger ist nicht gleich Minderjähriger, sowie um welchen potentiellen Straftatbestand es überhaupt geht. Meines Laienwissens nach sind die meisten Straffälligen überhaupt "nur" pädophil, sondern leiden noch unter weiteren Störungsbildern, wobei die Spannweite von Persönlichkeitsstörungen nach eigenem biographischem Missbrauch bis soziopathisch / sadistisch reicht.

Besonders ekelhaft sind die Fälle, in denen Sadismus im Rahmen von institutionellem Machtmissbrauch ausgelebt werden kann, siehe etwa die Fälle in den Kirchen. Ob sich hier ein gesonderter Diskurs über das Krankheitsbild des devianten Verhaltens lohnt ist streitbar. Wahrscheinlich ist das ein Dialog, dass die Institutionen zu führen haben, in meinen Augen auch gerne durch massiven juristischen / öffentlichen Druck. Im Kern steht hier wirklich der Rahmen, der Missbrauch ermöglicht, weniger die sexuelle Neigung der Täter.

In den wohl vielen anderen Fällen lohnt sich eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit durchaus. Die Täter suchen sich das alles nicht aus, sind überzufällig häufig auch selbst Opfer. An diesem Punkt würde ich auch vorsichtig (!) parats widersprechen, denn es ist durchaus fraglich inwiefern es eine sexuelle Neigung wie Homosexualität ist, die Pädophilie auslöst. Häufig verstehen die Täter nicht, dass ihr Verhalten falsch ist und vordergründig steht nicht die sexuelle Befriedigung per se, sondern die Intimität, die sie nicht auf Augenhöhe erhalten können. Wenn ein potentieller Täter also seinen Drang das erste mal bemerkt, bemerkt er diesen in doppelt und dreifacher Ausgrenzung und quasi immer im Rahmen eines Selbsthasses. Dieser Personengruppe sollte imo schon ein Weg eröffnet werden ihr Problem an öffentlicher Stelle kommunizieren zu können. Ob ihr Drang heil- oder therapierbar ist, lasse ich mal bewusst offen. An dieser Stelle hat parats recht, in vielen Fällen braucht es im Mindestfall eine Begleitung und engste Regeln, damit es nicht zu Übergriffen jeglicher Art kommt.

Um es hervorzuheben: Pädophile bräuchten dringend öffentliche Ansprechsstellen, ansonsten zwingt man diese in die Kriminalität. Aus solchen Gründen gibt es auch Spritzenautomaten und Nadeltauschmöglichkeiten, die Süchtigen helfen sollen. Schwanz ab! schreien bringt in etwa so viel wie "Merkel muss weg!" zu skandieren.
 

parats'

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Pädophile bekommen in Programmen wie dem der Charité eine gute Anlaufstelle. Erkenntnis daraus ist auch, dass nur ein Teil der Leute dort nach einer Begutachtung wirklich eine Pädophilie diagnostiziert bekommen. Die Anlaufstellen sind vorhanden, was die Gesellschaft danach macht, steht auf einem anderen Blatt Papier.
Es geht hier nicht um "Neigung", sich anpinkeln lassen ist eine Neigung. Es geht hier wirklich um Präferenz, also worauf reagiert dein Körper mit Erregung. Das lässt sich nicht natürlich unterdrücken, genauso wie beim Hetero/Homo. Aber du hast damit recht, dass es nicht ausschließlich um den Trieb geht, sondern auch die Bedürfnisse der Intimität eine große Rolle spielen. Pädophile suchen sich ja nicht nur deswegen Kindergruppen aus um dort der Reihe nach Opfer zu finden, sondern versuchen der "Einsamkeit" zu entkommen, die ein Erwachsener ihnen nicht bieten kann.
 

pinko

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Naja, man könnte damit anfangen Pädophilie erstmal gesellschaftlich als natürlichen Teil des sexuellen Spektrums zu etablieren, und nicht primär als "psychische Störung", so wie man das bei Homosexualität ja auch irgendwann mal geschafft hat. (Kann kaum darauf warten, dass mir irgendwer hier ohne zu Lesen die Worte im Mund verdreht, lol.)
Das ist ein wichtiger Punkt. Was "abartig" ist, bestimmt letztlich die aktuelle gesellschaftliche "Stimmung". Wie Gecko schon angeschnitten hat, gibt es Institutionen, in denen eine Häufung von Pädophilie beobachtbar ist. Das hat auch viel mit der historischen Entwicklung von Tabus zu tun. Die kath. Kirche als reiner Männerverein war lange Zeit auch eine Anlaufstelle für Schwule, so absurd es vielleicht klingen mag, weil man unter dem Dach der Kirche seine Neigung relativ geschützt ausleben konnte. Dass es dann auch Pädophile gibt, die sich dort an Schutzbefohlenen vergreifen, ist nicht überraschend. Wobei ich explizit nicht Homosexualität und Pädophile gleich bewerten möchte.

Dass Menschen auf Kinder stehen, wird sich niemals ändern. Evtl. sind wir mittlerweile so weit, endlich über diese moralinverseuchte Pseudodebatte hinauszukommen. Funktioniert ja größtenteils auch bei Homosexualität und Fetischismus. Viele Pädophile leiden auch unter ihrer Kondition, da wäre die euch angesprochene Anlaufstelle für Beratung / Hilfe tatsächlich wichtig.

Wichtig ist nochmal zu betonen, dass nicht jedem Pädophilen gleichermaßen bewusst ist, wie sehr er/sie (ja, es gibt auch weibliche Pädophile, das geht angesichts der meist krasseren männlichen Täter oft unter) eigentlich gegen die gesellschaftliche Norm verstößt. Zwangs- und Suchtverhalten ist eine Bitch, erst recht, wenn es um Sexualität geht. Zudem kommt eine pädophile Neigung oftmals nicht "allein", es gibt meines Wissens nach oftmals andere Auffälligkeiten, bzw. auch Vorfälle in der Biographie, die zum Punkt X geführt haben.

Tatsächlich muss ich hier mal ein Unwort bemühen: Menschliches Verhalten ist bzgl. Pädophilie nonbinär. Wenn im Netz die Jailbait-Pics rumfliegen, hört man meist nur ein leises Murren aus der hintersten Ecke, obwohl auch hier oftmals höchst fragwürdiges Bildmaterial kursiert. (Selbst wenn die Fotos von 18-Jährigen sind.) Die rechtliche Lösung, es rein nach Alter zu begrenzen, ist mMn da absolut sinnvoll. Alles andere (Diskussionen über Phänotyp, sexuelle / geistige Reife) öffnet die Büchse der Pandora.

Es geht hier nicht um "Neigung", sich anpinkeln lassen ist eine Neigung. Es geht hier wirklich um Präferenz, also worauf reagiert dein Körper mit Erregung.
Sowas ist schwierig abzugrenzen. Es gibt extreme Fetischisten, die z.B. nur erregt werden, wenn man sie blutig prügelt. Aber ich weiß schon, was du meinst.
 
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Die Story, dass Metzelder Kinderpornographie besitzt und verbreitet, als Aufhänger für eine Diskussion über würdiges Leben für Pädophile in die Runde zu werfen, ist echt ungeschickt. Du sagst zwar, dass der Schutz der Kinder *natürlich* an erster Stelle steht; du möchtest aber viel lieber über Pädophilenförderung sprechen. Das liest sich nach "Ich bin kein Rassist, aber" an. Niemand kam hier mit Mistgabeln. Niemand hat "Eier ab" gesagt. Das ist deine Story. Statt über die tatsächlichen Opfer (also die Kinder und deren Schutz) zu sprechen, darüber wo Metzelder das her hat und wie das zu den aufgedeckten kriminellen Pädophilenringen der letzten Monate passt, geht es dir iwie eher um den Umgang der Gesellschaft mit Pädophilie.

OK, vma, wenn du das nächste Mal darüber sprechen möchtest, leite das vllt nicht damit ein, dass jmd für sein wiederholtes kriminelles Verhalten verhaftet wurde. Da liegt dann eher die Verbrechen-und-Strafe-Diskussion auf der Hand.

Was den korrekten Gesellschaftlichen Umgang mit Pädophilen angeht, bin ich auch überfragt. Dass die sich ihre Triebe nicht ausgesucht haben und darunter leiden, sehe ich ein. Auf gar keinen Fall darf das aber in irgendeiner Weise ausgelebt werden; das gräbt am Fundament der Gesellschaft. Homosexualität da in die Diskussion mitaufzunehmen ist auch falsch. Wenn zwei Menschen ihre Lust so ausleben, wie das für die beiden OK ist, hat sich da niemand miteinzumischen. Genau das ist bei Kindern aber nicht gegeben. Bei der Pädophilie geht es ja gar nicht darum, neben dem eigenen Trieb auch den des Geschlechtspartners zu befriedigen, da dieser bei Kindern ja gar nicht da bzw. ausgeprägt ist. Ich sehe keinen Weg, wie eine Gesellschaft das in irgendeiner Form akzeptieren oder tolerieren kann.
 
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Wobei ich explizit nicht Homosexualität und Pädophile gleich bewerten möchte.
Falls das nicht klar sein sollte: Ich möchte nicht implizieren, dass das jeder gleich bewerten sollte. Wie jemand soetwas bewertet, ist natürlich Sache des Individuums (wie bei Homosexualität halt auch). Ich sage nur, dass man den Leuten grundsätzlich erstmal die gleiche Akzeptanz entgegenbringen sollte. Wie jemand dann letzendlich sein heimliches Moralradar eingestellt hat, geht mich ja einen Scheißdreck an. ^^
 

pinko

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@Scorn: Das mit Metzelder war tatsächlich nur der Aufhänger, mir ist der Typ komplett egal. Wenn er Kinderpornos aufm Handy hatte, soll er bestraft werden oder nicht. Interessiert mich null. Mir geht es tatsächlich um eine Diskussion über den Umgang mit Pädophilie. Dass der Schutz von Kindern Vorrang hat, steht nicht zur Debatte.

Ich schrieb ja auch explizit, dass man Homosexualität nicht gleichsetzen kann, weil es eben um consensual vs. non-consensual geht.

Ich sehe keinen Weg, wie eine Gesellschaft das in irgendeiner Form akzeptieren oder tolerieren kann.
History disagrees. (Geschichte ist auch kein teleologischer Prozess, d.h., es kann sein, dass in 400 Jahren Pädophilie total okay ist.) Und das ist genau der Punkt, der mMn wichtig ist. Der Umgang mit von der Norm abweichenden Verhaltensweisen verändert sich und kann aktiv verändert werden. Haschischtasche trifft da ziemlich genau, was ich meine. Ich will nicht Pädophilie salonfähig machen, sondern wünsche mir einen adäquaten und differenzierten Umgang mit diesen Verhaltensmustern.

Die meisten pädophilen Taten finden in Familien statt. Oftmals geht das jahrelang, hinzu kommen psychischer Druck und extreme Schamgefühle. Und sehr, sehr oft wird nie in vollem Umfang bekannt, was eigentlich passiert ist. Opfer leben oftmals ein Leben lang "beschädigt", bzw. finden nie einen Weg, über das Erfahrene zu sprechen. Da müssen Kanäle geschaffen werden, um allen Betroffenen besser helfen zu können. Ja, auch den Tätern, wenngleich die Opfer mMn schon Vorrang haben sollten.

Vieles hinsichtlich der öffentlichen Debatte hat auch mit dem allgemeinen gesellschaftlichen Klima bzgl. Sexualität zu tun. Man redet zu wenig über Sex. Über Vorlieben, Neigungen, aber auch über das Abseitige. Hierzulande geht es mittlerweile halbwegs, weil der kirchliche Unfug auf dem Rückzug ist. In den USA hat man z.B. eine deutlich binärere Doppelmoral. Gleichzeitig ist es noch ein weiter Weg bis zur allgemeinen "sex positivity".

Aber ich merke schon, was für ein Minenfeld das alles ist. Thx @ Gecko und haschisch für den guten Input.
 
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Nur mal so eingeworfen:

Man sollte immer unterscheiden - es gibt nicht den „Missbrauch“. Es gibt schwere und es gibt minderschweren missbrauch von Kindern und es gibt kinderpornografie deren Besitz (zB „anschauen“), aber auch deren Verbreitung strafbar ist. Innerhalb dieser gibt es wiederum schwere, minder schwere und durchschnittliche Fälle. Der sexuelle missbrauch von Kinder (auch wenn das meist die Leute vor Augen haben werden) ist nicht immer mit den widerwärtigsten Grausamkeiten verbunden. Ich finde es als Verharmlosung (für die absoluten Grausamkeiten) jeden Missbrauchsfall mit diesen gleichzusetzen.

Genauso verhält es sich auch mit Kinderpornografie - diese setzt nicht voraus, dass es irgendeinen missbrauch gab oder gibt, der durch diese abgebildet wird. Auch das Zeichnen/malen oder eine Grafik einer 13 jährigen mit nackten Brüsten fällt unter Kinderpornografie. Was jetzt zB Metzelder auf seinem Handy hatte und angeblich rumgeschickt haben soll, weiß kein Mensch, außer die Empfänger und die Ermittlungsbehörden.

Es wurde ja schon erwähnt - diese Hysterie und Empörung, insbesondere durch die „Eier ab“ Fraktion, bringt uns nicht weiter, sondern trägt nur zur absoluten Verdummung der Gesellschaft bei.
 
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Aber ich merke schon, was für ein Minenfeld das alles ist.
Wenn man eine Tretmine auslegt, 2 Meter zurückgeht und dann mit Anlauf auf die Mine springt, ist es echt peinlich, sich dann über das Minenfeld zu beschweren.
Irgendwas geht da bei dir durcheinander.
Für einen adäquaten und differenzierten Umgang mit besonderen Verhaltensmustern zu sein, ist erstmal nicht falsch. Sich über die verklemmte Gesellschaft aufzuregen ist auch OK, da stehe ich hinter dir. Aber beides jetzt im Zusammenhang mit Pädophilie so direkt hintereinander zu sagen ist echt weird. "sex positive" geht nur, wenn alle Beteiligten einverstanden sind. Das geht bei Pädophilie nicht.
 
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Bin bei dem Thema auch eher der Lieber-länger-wegsperren Typ, aber ich habe vor 2 Jahren im SZ-Magazin einen für mich Augen-öffnenden Artikel zu einem pädophilen Teenager gelesen: Was nicht passieren darf. Leider Bezahlschranke.

Da geht es um einen 15-jährigen, der quasi täglich gegen seine pädophile Neigung ankämpft. Der Typ ist zwar in meinen Augen immer noch eine Gefahr, aber ich kann mich dann doch in ihn reindenken und verstehen.
Folglich habe ich jetzt ein Verständnis für Pädophile, würde Sie aber nach einem Versagen trotzdem Wegsperren.

Ganz schwierige Geschichte je länger man drüber nachdenkt.
 

pinko

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Wenn man eine Tretmine auslegt, 2 Meter zurückgeht und dann mit Anlauf auf die Mine springt, ist es echt peinlich, sich dann über das Minenfeld zu beschweren.
Irgendwas geht da bei dir durcheinander.
Für einen adäquaten und differenzierten Umgang mit besonderen Verhaltensmustern zu sein, ist erstmal nicht falsch. Sich über die verklemmte Gesellschaft aufzuregen ist auch OK, da stehe ich hinter dir. Aber beides jetzt im Zusammenhang mit Pädophilie so direkt hintereinander zu sagen ist echt weird. "sex positive" geht nur, wenn alle Beteiligten einverstanden sind. Das geht bei Pädophilie nicht.

Du überdrehst grade ein bisschen. So extrem sind meine Ansichten nicht, alles was ich geschrieben habe, ist, dass Pädophilie eben auch differenzierter betrachtet werden muss, vgl. dazu den von Schops verlinkten Artikel, der sich wirklich zu lesen lohnt. Ich habe nirgends geschrieben, dass wir alle jetzt Pädophilie cool finden sollen. (Das fände ich auch befremdlich.)

Ich bezog mich deshalb auf sex positivity, weil es bei solchen Debatten immer massive Trigger gibt, die dann sofort zu nem "point of no return" führen. Leute sind auch oft einfach nur gehemmt, wenn es um sexuell konnotierte Themen geht.

Wobei es absolut nachvollziehbar ist, wenn man bei Nachrichten über größere Delikte emotional reagiert. Die Vorstellung, dass z.B. jmd. ein eigenes Kind entführt und missbraucht, ist purer Horror. Aber es gibt eben zig andere Abstufungen. Ein Typ, der ein paar Bilder aufm Handy hat, ist kein Marc Dutroux. Das geht mMn in den Reaktionen vieler Leute völlig verloren. Alle schreien rum und alles bleibt wie bisher.

Also nochmal: Mir geht es primär um den gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema. Was tun mit Pädophilen? Das ist die Frage.
 
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Ich verstehe immer noch nicht genau: was hat das Thema "sex positivity" im Thread über Pädophilie zu tun?
 

pinko

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Ich verstehe immer noch nicht genau: was hat das Thema "sex positivity" im Thread über Pädophilie zu tun?

Dies:
haschischtasche schrieb:
Naja, man könnte damit anfangen Pädophilie erstmal gesellschaftlich als natürlichen Teil des sexuellen Spektrums zu etablieren, und nicht primär als "psychische Störung", so wie man das bei Homosexualität ja auch irgendwann mal geschafft hat. (Kann kaum darauf warten, dass mir irgendwer hier ohne zu Lesen die Worte im Mund verdreht, lol.)
 
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Soso. Also nur mal um klarzustellen, worüber du da sprichst:
The sex-positive movement is a social and philosophical movement that seeks to change cultural attitudes and norms around sexuality, promoting the recognition of sexuality (in the countless forms of expression) as a natural and healthy part of the human experience and emphasizing the importance of personal sovereignty, safer sex practices, and consensual sex (free from violence or coercion).
https://en.wikipedia.org/wiki/Sex-positive_movement

Die 3 von mir hervorgehobenen Stellen zeigen, warum Pädophilie und Sex Posivity nicht zusammenpassen. Aus Sicht des Pädophilen vielleicht, aber nicht aus Sicht des betroffenen Kindes. Und genau daran scheitert dein Rehabilitierungsversuch. Ein Kind kann nicht ernsthaft wollen und dem zustimmen, was der Pedophile von ihm will. Das hat da auch nichts mehr mit Spektrum zu tun. Bei jedem Kink und Fetish, bei jeder Praxis gibt es zwei oder mehr, die sich bewusst darauf einlassen, die jeweiligen Rollen zu spielen. Und genau das ist bei der Pädophilie nicht so.
 

pinko

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Ich bezog mich bei der Verwendung von "sex positivity" auf den Wunsch, dass die gesellschaftliche Debatte vorurteilsfreier und differenzierter abläuft. Dass es nen gewaltigen Unterschied zwischen nem Kink und Pädophilie gibt, ist mir klar. Junge.
Wir müssen uns jetzt nicht an dem Begriff aufhängen, ich denke, dass ich klar gemacht habe, was ich meine.

Die Differenzierung bzgl. consensual / non-consensual habe ich vorgenommen, ebenfalls habe ich explizit darauf hingewiesen, dass es mir nicht um die Akzeptanz von Pädophilie als sexuelle Praxis, sondern um die Akzeptanz von Pädophilie als Teil des natürlichen sexuellen Spektrums geht. Dämonisierung hilft nicht.
 
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