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Nachrichten, Randnotizen und Kurioses v4

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Jo seh ich ein, ich sagte im OT ja auch, dass mir die Sache wahrscheinlich persönlich auch einfach zu nahe geht. Sorry.
 
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Wirt klagt gegen intransparente Vergabepraxis der Zelte auf dem Oktoberfest und wird dafür massiv bedroht. Blöd für ihn und mir in der Sache im Prinzip scheißegal, aber dieser Satz hier ist pures Gold:

Die Oktoberfestwirte argumentierten, durch eine europaweite Ausschreibung sei die Tradition des Oktoberfestes in Gefahr. So warnte Wirte-Sprecher Peter Inselkammer durch »eine grenzenlose Kommerzialisierung würde unser Oktoberfest sein unverwechselbares Gesicht verlieren und nicht mehr so sein wie früher«.
Grenzenlose Kommerzialisierung auf dem Oktoberfest? Joa mei, das wäre ja wirklich schlimm :rofl2:
 

GeckoVOD

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Was Kühnert richtig erkennt ist die Ungleichzeitigkeit: Für die meisten Menschen ist der eigene Bezugspunkt wie sie sozialisiert wurden. Für viele Leute, die in einer anderen, weniger toleranten Zeit sozialisiert wurden oder eben in Kulturräumen, die weniger tolerant gegenüber sexuellen Minderheiten sind, werden sichtbare Minderheiten nie "normal" sein. [...]

[...]
Es bleibt aber trotzdem wahr und ich kann nur davor warnen, alleine die Gefühle von IRGENDWEM für bare Münze zu nehmen, ganz egal ob rechts, links, sichtbare Minderheit, "Mehrheitsgesellschafter", Nazi, Antifa, was auch immer.
Gerade bei Themen wo wir uns mittlerweile als Gesellschaft grundsätzlich einig sind, dass sie nicht gehen, tut man sich imo überhaupt keinen Gefallen so zu tun als wäre jedes Gefühl gleichbedeutend mit einem realen Problem. [...]
Von hinten nach vorn, ich sehe mich persönlich zwischen euren beiden Posts und fand Kühnerts Beitrag nicht schlecht. Auf der einen Seite ist mir klar, dass ich wie ein besorgter Bürger klinge, der fragt, ob jemand an die Kinder denken könnte und dann mit gefühlten Wahrheiten über [die Ausländer, Homos, oder sonstwen] anstapft. Auf der anderen Seite steht meine Nahfeldempirie der letzten Wochen und Monate, die durchaus sehr lokal geprägt sein könnten.

Kühnert hat schon irgendwo recht, dass die Entwicklung nicht linear ist. Das soll nicht heißen, dass der Trend nicht eindeutig positiv ist und viele gute Entscheidungen getroffen wurden, die jüngeren Generationen nicht deutlich liberaler sind, oder andere Untergangsphantasien. Das sehe ich durchaus ein - ich schätze er auch, so zumindest meine Interpretation. Unabhängig davon, ob das CSD-Attentat dafür jetzt ein gutes Exempel ist, ist es imo nicht und dann wieder doch. Wie er meinte, man fragte sich halt gefühlt 20 Jahre eher "warum?" und nicht "irgendwie abzusehen".

Es fühlt sich für mich so an, als ob die radikalen Idioten wieder gezielt Konfrontation mit einhergehenden Gründen suchen und erhoffen, statt nur irgendwo anti-daseiend ihre Opferprozessionen mit Fackelmärschen zu machen. Zumindest regional war es die letzten Wochen nach und um Pfingsten hier wieder eine andere Qualität als sonst, als der jährliche Bioabfall die Jahreshauptversammlung zur Feier der genetischen Behinderung in Form des Coburger Convents feierte. Statt ihre Lieblingsparolen dort zu sülzen, wo sie immer sind, waren sie überall inklusive geladener Gäste aus Thüringen und haben wieder gezielter rumgestachelt. Also ja, irgendwie kann ich den Kühnert da schon nachvollziehen, eine Form von Verrohung in den Sondergruppen macht nachdenklich und das hat jetzt wenig mit der allgemeinen Akzeptanz der Bevölkerung zu tun, eher des Wegschauens, also Dingen, die i.d.R. nicht erfragt oder gemessen werden.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Jo seh ich ein, ich sagte im OT ja auch, dass mir die Sache wahrscheinlich persönlich auch einfach zu nahe geht. Sorry.


Ist schon okay. Das Einzige, was mich wirklich gestört hat, war die Unterstellung dass ich finde dass es kein Problem gibt. Aber selbst die kann ich verstehen, weil mir leider klar ist dass die meisten Leute, die sowas sagen, das vielleicht tatsächlich finden. Mein Standpunkt ist was ich für realistisch halte und was ich glaube was man auch relativ deutlich aus den Zahlen rauslesen kann: Es wird besser. Man sollte gleichzeitig niemandem versprechen, dass alles gut wird. Auf die ganz lange Sicht vielleicht aber was Einstellungen angeht verhält es sich wie mit der Wissenschaft: Fortschritte nur von Beerdigung zu Beerdigung.


Es fühlt sich für mich so an, als ob die radikalen Idioten wieder gezielt Konfrontation mit einhergehenden Gründen suchen und erhoffen, statt nur irgendwo anti-daseiend ihre Opferprozessionen mit Fackelmärschen zu machen. Zumindest regional war es die letzten Wochen nach und um Pfingsten hier wieder eine andere Qualität als sonst, als der jährliche Bioabfall die Jahreshauptversammlung zur Feier der genetischen Behinderung in Form des Coburger Convents feierte. Statt ihre Lieblingsparolen dort zu sülzen, wo sie immer sind, waren sie überall inklusive geladener Gäste aus Thüringen und haben wieder gezielter rumgestachelt. Also ja, irgendwie kann ich den Kühnert da schon nachvollziehen, eine Form von Verrohung in den Sondergruppen macht nachdenklich und das hat jetzt wenig mit der allgemeinen Akzeptanz der Bevölkerung zu tun, eher des Wegschauens, also Dingen, die i.d.R. nicht erfragt oder gemessen werden.


Da würde ich btw gar nicht widersprechen. Es gibt definitiv Szenarien, in denen die Akzeptanz der Allgemeinheit wächst während die Ablehnung unter bestimmten Gruppen gleichzeitig stärker wird. Sexuelle Minderheiten eignen sich für Rechte natürlich immer gut, wenn man wieder irgendein Feindbild braucht und weil Homosexualität immer weniger funktioniert weil die soziale Ächtung von Homophobie immer größer wird bleiben halt noch kleinere Minderheiten, die man noch einfacher dämonisieren kann. Glücklicherweise haben wir hier keine so starke religiöse Rechte wie in den USA, sonst hätten wir vermutlich denselben Grad an Kulturkampf um Transmenschen, da ist Deutschland vergleichsweise noch harmlos.
 
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Ich finde das eine absolut bezeichnende Posse.
  • Theater hat 300k zuviel
  • Anstatt das der Stadt zurück zu geben, wird das in ein temporäres Schwimmbad vor dem Theater gesteckt
  • Das ganze auch "als Protest" gegen den Mangel an öffentlichen Schwimmbädern (meine böse Zunge würde ja fragen, ob man nicht Budgets von Theatern in Schwimmbäder umleiten könnte)
  • Die eigentliche Motivation ist mMn an der Formulierung erkennenbar. Kein bisschen bescheiden drängt sich "die neue Intendanz" als heroischer Akteur in den Mittelpunkt (Zitat: "In einer Stadt, in der in den letzten Jahrzehnten systematisch Infrastruktur abgebaut wurde, und öffentliche Orte zunehmend kommerzialisiert und kontrolliert werden, ist das VOLKSBAD eine erste urbane Intervention der neuen Intendanz und eine sommerliche Einladung an die Hauptstadt.")
  • Explizit geframed ist das ganze als "Das VOLKSBAD ist offen für alle"
  • Dann möchte man aber doch einen Freitagnachmittag nur für "Schwarze" öffnen.
  • Nach erstem (und exakt Null überraschenden) Backlash dagegen re-framed man das als "geschlossene Veranstaltung für einen Verein".
  • Der Shitstorm geht logischerweise weiter und beinhaltet auch Drohnungen
  • In der Folge wird das Ganze abgesagt
  • Und die Idioten, die auf eine solche spalterische Idee kommen (Schwimmbad-Einlass nach Hautfarbe) können auch jetzt wegen der rechten Idioten als Opfer gerieten. Selbstreflektion bleibt aus.
 
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  • Explizit geframed ist das ganze als "Das VOLKSBAD ist offen für alle"
  • Dann möchte man aber doch einen Freitagnachmittag nur für "Schwarze" öffnen.
Das ist kein Widerspruch, und exakt die bullshit Rhetorik, die man von den einschlägigen Hanseln (erwartbar) mitbekommen hat. EIN Nachmittag als Aktion, um ein Zeichen zu setzen, widerspricht nicht der grundsätzlichen "für alle" des Volksbads.
Das Versagen ist hier ausschließlich, das ganze abzusagen, anstatt den tatsächlich erwartbaren backlash (sonst bräuchte es ja auch das Zeichen nicht) einzukalkulieren und auszuhalten, bzw dafür eben Pläne - oder meinetwegen "Sicherheitskonzepte" - bereit zu haben (Ich persönlich hab so meine Zweifel, dass ein rechter, gewalttätiger Mob das Bad gestürmt hätte, aber gut).
Die Aktion, also im weiteren Sinne Minderheiten zu schützen, als "spalterisch" zu framen - ja was soll man dazu noch sagen.
 
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Du findest also tatsächlich Diskriminierung nach Hautfarbe bei Veranstaltungen (generell und insbesondere solchen durch öffentliche Träger) für sinnvoll?

Und du kannst GAR NICHT nachvollziehen, warum man Diskriminierung nach Hautfarbe als spalterisch empfinden kann?
 
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Das ist nicht, was ich gesagt habe, nein, und es ist eine Verkehrung der Sache. Das Bad ist für ~2 Monate, wie der Titel vermuten lässt, für alle offen. Es geht um eine einmalige Sonderveranstaltung als symbolischen Akt für die Minderheit schwarzer Menschen, für *einen Nachmittag*. Das dann als Diskriminierung nach Hautfarbe (hust hust Rassismus gegen Weiße) zu framen und auf eine allgemeingültige Haltung zu hieven, ist halt echt nur noch Getrolle. Das kannst Du besser.
 
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Sehe ich halt anders. Weil es bei Diskriminierung und Gerechtigkeit für mich sehr stark um das Prinzip geht.

Nach deiner Logik wäre es ja auch kein Problem, wenn einer von 60 Menschen nach Hautfarbe diskriminiert wird - analog dazu dass du 1 Tag von 2 Monaten für unproblematisch hältst.

Ich würde sogar sagen, dass gerade für "nur" einen Tag es nicht wert ist, das Prinzip der Gleichbehandlung und des "für alle" aufzulösen, und Jugendlichen in Berlin zu demonstrieren, wie wichtig Hautfarbe ist. Anstatt Gemeinschaft vorzulegen.

Ich fände es schlicht viel besser, wenn dieser Verein gerade ein Zeichen der Offenheit gesetzt hätte und jeden auch bei seiner Veranstaltung willkommen heißt. Und dabei gerne über deine Anliegen informiert.
 
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Wie framed man es denn sonst, wenn man alle mit anderen Hautfarben ausschließt? (Hint das ist mehr als nur weiß)
Man framed das genauso wie z.B. die Tage an denen nur Frauen schwimmen dürfen, Frauensauna,... - das nennt sich Minderheitenschutz. Gibt es in diversen Ausführungen - z.B. eben auch mit Frauen. Ist nicht gegen das Gesetz sondern explizit darin erläutert soweit ich weiß. Solange also Minderheiten damit gefördert werden, ist das OK.
Sprich: als weißer Mann hat man bei sowas "die wenigsten Rechte" - weil man die am wenigsten marginalisierte Gruppe ist.

Wie man das bewertet und ob man das als Sinnvoll erachtet oder nicht - das muss man für sich oder im gesellschaftlichen Kontext entscheiden. Es ist aber zumindest kein Rassismus gegen weiße oder so etwas.
 
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Man framed das genauso wie z.B. die Tage an denen nur Frauen schwimmen dürfen, Frauensauna,... - das nennt sich Minderheitenschutz. Gibt es in diversen Ausführungen - z.B. eben auch mit Frauen. Ist nicht gegen das Gesetz sondern explizit darin erläutert soweit ich weiß. Solange also Minderheiten damit gefördert werden, ist das OK.
Super Beispiel, wenn man dann eine Gruppe (Frauen) nimmt, die eine Mehrheit sind :fein:

Was denkt ihr denn das schwarze Kinder besonders gefährdet im Schwimmbadalltag?
 
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Super Beispiel, wenn man dann eine Gruppe (Frauen) nimmt, die eine Mehrheit sind :fein:

Was denkt ihr denn das schwarze Kinder besonders gefährdet im Schwimmbadalltag?
Ich habe mir das nicht ausgedacht sondern nur erläutert.
Aber nimm die Logik der Frauenparkplätze - dann ergibt sich daraus der Rest.
 

haschischtasche

Ährenpenis
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Schwarze Kinder fürchten also vergewaltigt zu werden, wenn nicht-schwarze Menschen im Schwimmbad sind?

In was für einem ultraräudig gentrifizierten lebensrealitätsfernen Uptown-Girl Weißbrotweltviertel wohnst du eigentlich, dass dir so eine pseudorethorische imaginärzynische Frage an irrelevantem geistigem Durchfall aus dem scheinbar entsetzt offenstehendem Mund fallen kann, ohne dass du selbst davon Kopfschmerzen bekommst?

Ist jetzt meine persönliche Meinung, aber man muss moralisch schon ziemlich derbe abgefuckt sein, wenn man ernsthaft anfängt damit zu argumentieren, dass das verfassungsmäßig garantierte Gleichheitsrecht eigentlich doch erst verletzt wird, wenn jemand anfängt die schwarzen Kinder im Schwimmbad (impliziert körperlich) zu gefährden oder zu vergewaltigen.


edit: Mein Tonfall mag etwas harsch klingen, aber die Frage hat mich jetzt schon ein bisschen wütend gemacht.
 
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In was für einem ultraräudig gentrifizierten lebensrealitätsfernen Uptown-Girl Weißbrotweltviertel wohnst du eigentlich, dass dir so eine pseudorethorische imaginärzynische Frage an irrelevantem geistigem Durchfall aus dem scheinbar entsetzt offenstehendem Mund fallen kann, ohne dass du selbst davon Kopfschmerzen bekommst?

Ist jetzt meine persönliche Meinung, aber man muss moralisch schon ziemlich derbe abgefuckt sein, wenn man ernsthaft anfängt damit zu argumentieren, dass das verfassungsmäßig garantierte Gleichheitsrecht eigentlich doch erst verletzt wird, wenn jemand anfängt die schwarzen Kinder im Schwimmbad (impliziert körperlich) zu gefährden oder zu vergewaltigen.
Ich hab lediglich die "Erklärungen" auf den Fall angewendet. Das die nicht wirklich etwas erklärt haben, sondern nur hingerotzte Trollvergleiche waren, ist ja nicht meine Schuld 🤷‍♂️
 
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