ISIS - Islamischer Staat

Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.715
Reaktionen
722
Ich denke Du setzt die türkische Armee mit Ali und Ümit um die Ecke gleich. Putin ist nicht irre. Niemals würde er es darauf anlegen. Viel zu teuer, viel zu verlustreich. Und ja. Iran und Syrien aint got shit on turkish army. Ist aber auch irrelevant.

Sorry aber das ist kompletter Käse. Aber das ist so weit von der Realität weg, das gibts gar nicht. Iran hat eine der größten Streitkräfte in der Region, modern ausgestattet in China und Russland. Allein der Iran wäre für die Türkei schon zu viel. Russland ist die drittgrößte Militärmacht der Erde. Sie ist der Türkei in JEDER Kategorie überlegen. Landstreitkräfte, Luft, See, egal welchen Parameter du nimmst. Ich kann dir gern die Zahlen um die Ohren hauen. Ob Soldaten, ob moderne Panzer oder Jets, alles ist in Russland in zigfacher Zahl im Vergleich zur Türkei vorhanden. Schau dir allein das Militärbudget an. 69 Mrd. gegen 13 Mrd. Wovon reden wir hier? 730k Militärangehörige in der Türkei inkl. Zivilisten, gegen über 3 Mio in Russland. Die Türkei hat nicht mal moderne Jets der 5ten Generation, die Bestellung der F-35 hat Trump storniert. Der modernste Jet der Türkei ist die F-16.

Fast die gesamte türkische Luftflotte besteht aus 270 F-16 Jets. Dagegen stehen 260 Su-27, 173 + 100 MiG-31 (die der F-16 als Jäger haushoch überlegen sind), über 500 Jagdbomber Su-24 und 65 modernste Su-34 Fullback. Dann noch einige hundert Mittel- und Langstreckenbomber, dutzende Luftbetankungsflugzeuge, die auch Langstreckenoperationen aus dem Kaukasus erlauben (daher ist das Näheargument auch Quatsch, Ziele in Syrien können problemlos aus Russland bekämpft werden).

Und da haben wir über Marschflugkörper und Drohnen noch nicht mal geredet.

Direkte Konfrontation 1:1 Full Force mit Russland würde die Türkei nicht überleben.

Auch nicht mit Iran.

Das ist aber auch ein Szenario das niemals eintreten wird.

Das hängt allein von Erdogan ab. Ich garantiere dir, dass Putin Assad unter keinen Umständen fallen lassen wird (wenn nicht auf einmal die USA intervenieren vielleicht). Dazu ist das ganze Projekt viel zu wichtig und er ist bereits viel zu sehr investiert.

Hinzu kommt, dass niemand der Türkei helfen wird. Wirklich niemand. Kein Mensch teilt das türkische Interesse an einer Islamfaschistenexklave in Syrien. Die Türkei ist das letzte Land, das noch die Islamisten stützt, sogar die Araber sind weitestgehend abgerückt. Die Türkei steht hier vollkommen allein und isoliert, während natürlich niemand direkt Putin oder Assad unterstüzen möchte, in Wirklichkeit aber alle froh sind, wenn da endlich Ruhe im Puff ist und daher auch seit Jahren beide Augen zudrückt. Die Welt wird auch weiterhin wegschauen, bis dort Frieden einkehrt.

Und wie ich bereits schrieb ist das was an russischen Kapazitäten in Syrien stationiert ist nicht in der Lage einen entschlossen Angriff der Türken abzuwenden. Dazu müsste man in Russland viel mehr mobilisieren und auf den Weg schicken. Ein Horrorszenario für alle Beteiligten.

Wie gesagt, ich garantiere dir, dass Putin Assad bis zum letzten halten wird.
 
Zuletzt bearbeitet:

Moranthir

GröBaZ
Mitglied seit
11.10.2003
Beiträge
6.921
Reaktionen
11
Mich würde auch interessieren in welchen anderen konventionellen Konflikten Russland aktiv war. Beide Länder haben in erster Linie Guerilleros in den Bergen geboxt. Russland hat sicherlich insgesamt das stärkere Militär, aber das ist doch nicht der einzige Faktor, der da eine Rolle spielt.

Nationalstolz lässt wenig Reflektion zu. Bei einer Eskalation gewinnt niemand wirklich.
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.715
Reaktionen
722
Sicherlicht nicht der einzige, aber in welchem Faktor wäre Russland nicht überlegen? Sie haben vor Ort wesentlich mehr verbündete als die Türkei, es gibt quasi unendlichen Kanonenfutternachschub aus Iran, von der Hisbollah, Al Quds und Revolutionsgarden (die für sich schon eine ernsthafte Herausforderung für die Türkei wären) man hat das Backing der lokalen Streitkräfte, man hat Erfahrung im Belagerungs- und Stadtkampf in Syrien, man hat mit Sicherheit auch die besseren Geheimdienstquellen, man ist wesentlich länger im Land und mit den Gegebenheiten vertraut. Das hat auch wenig mit Nationalstolz zu tun, jeder Beobachten attestiert doch im Moment der Türkei eine massive Hybris. Wenn der Gegner allein Assad hieße, würde ich ja mitgehen, aber zu behaupten die Türkei hätte irgendwelche Optionen gegen einen Verbund aus Russland, Iran und Syrien ist mit absurd noch milde umschrieben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
09.12.2003
Beiträge
2.893
Reaktionen
199
Mir scheint Du entdeckst gerade Deinen russischen Nationalstolz. Kann das so nicht nachvollziehen. Sorry.
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.715
Reaktionen
722
Ne Militär ist einfach ein Steckenpferd von mir und deshalb bin ich über die wesentlichen Akteure ganz gut informiert. Ich habe dir oben die Zahlen geliefert. Es ist billig, sich jetzt darauf zurückzuziehen. Wenn überhaupt ging mit dir der türkische Nationalstolz durch, dass du ernsthaft gedacht hast, die Türkei könnte ein militärischer Gegner für Russland sein, worüber jeder Militäranalyst der Welt wirklich Tränen lachen würde.

Aus diesem Grund schreit doch jetzt Erdogan nach der Nato (welche natürlich nichts weiter tun wird, als die russische "Aggression" zu verurteilen, weil niemand den Türken helfen will, erst Recht nicht gegen Russland) und versucht jetzt Europa wieder mit Flüchtlingen zu erpressen. Ihm ist schon durchaus bewusst, dass er auf sich allein gestellt vollkommen chancenlos ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Moranthir

GröBaZ
Mitglied seit
11.10.2003
Beiträge
6.921
Reaktionen
11
Sicherlicht nicht der einzige, aber in welchem Faktor wäre Russland nicht überlegen? Sie haben vor Ort wesentlich mehr verbündete als die Türkei, es gibt quasi unendlichen Kanonenfutternachschub aus Iran, von der Hisbollah, Al Quds und Revolutionsgarden (die für sich schon eine ernsthafte Herausforderung für die Türkei wären) man hat das Backing der lokalen Streitkräfte, man hat Erfahrung im Belagerungs- und Stadtkampf in Syrien, man hat mit Sicherheit auch die besseren Geheimdienstquellen, man ist wesentlich länger im Land und mit den Gegebenheiten vertraut. Das hat auch wenig mit Nationalstolz zu tun, jeder Beobachten attestiert doch im Moment der Türkei eine massive Hybris. Wenn der Gegner allein Assad hieße, würde ich ja mitgehen, aber zu behaupten die Türkei hätte irgendwelche Optionen gegen einen Verbund aus Russland, Iran und Syrien ist mit absurd noch milde umschrieben.

Glaubst du wirklich an einen echten Krieg zwischen Russland und der Türkei, bei dem der Iran direkt mitmacht? In welchem Jahrhundert lebst du?

Erdogan wird natürlich nicht nach Aleppo oder Damaskus marschieren (auch wenn er das vllt. gerne würde), aber Idlib so zu besetzen wie Afrin oder die Gegend östlich davon, verorte ich hingegen im Bereich des Möglichen. Dadurch würde auch Assad nicht gestürzt und der Stützpunkt in Tartus nicht gefährdet werden.

Ne Militär ist einfach ein Steckenpferd von mir und deshalb bin ich über die wesentlichen Akteure ganz gut informiert.

:rofl2: :rofl2: :rofl2:
Eigentlich ist sowieso jedes Themengebiet ein Steckenpferd von dir.
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.715
Reaktionen
722
Glaubst du wirklich an einen echten Krieg zwischen Russland und der Türkei, bei dem der Iran direkt mitmacht? In welchem Jahrhundert lebst du?

Erdogan wird natürlich nicht nach Aleppo oder Damaskus marschieren (auch wenn er das vllt. gerne würde), aber Idlib so zu besetzen wie Afrin oder die Gegend östlich davon, verorte ich hingegen im Bereich des Möglichen. Dadurch würde auch Assad nicht gestürzt und der Stützpunkt in Tartus nicht gefährdet werden.

Nein glaube ich nicht, weil die Türkei dieses Himmelfahrtskommando nie eingehen würde, sie sind ja nicht bescheuert. Aber kain hat etwas von "Türkei full force" erzählt, ich habe lediglich erklärt, warum das Selbstmord für die Türkei wäre.

Erdogan wird natürlich nicht nach Aleppo oder Damaskus marschieren (auch wenn er das vllt. gerne würde), aber Idlib so zu besetzen wie Afrin oder die Gegend östlich davon, verorte ich hingegen im Bereich des Möglichen. Dadurch würde auch Assad nicht gestürzt und der Stützpunkt in Tartus nicht gefährdet werden.

Einerseits ja, andererseits glaube ich nicht, dass Assad zulassen wird, dass die Türkei sich mit ihren islamistischen Hilfstruppen dort festsetzt. Genau deshalb wird die Rückeroberung ja jetzt forciert (auch weil die Türkei die Islamisten eben nicht wie abgesprochen entwaffnet hat).
 
Mitglied seit
23.07.2014
Beiträge
3.427
Reaktionen
78
der militärvergleich ist doch unnötig.

interessanter finde ich wie stark die türkischen druckmittel zünden:
1. flüchtlinge.
2. drohung aus dem westlichen/nato bündnis auszusteigen. das dürfte den amis gar nicht schmecken.
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.715
Reaktionen
722
Gar nicht. Man rudert schon zurück und will "deeskalieren".

Kremlchef Wladimir Putin und Präsident Recep Tayyip Erdoğan äußerten sich in einem Telefonat besorgt über die Lage. Wie der Kreml mitteilte, ging es in dem Gespräch darum, wie die Vereinbarung für die angestrebte Deeskalationszone um Idlib umgesetzt werden könne. Dazu sollten die Außen- und die Verteidigungsminister ihre Kontakte verstärken.

Der Kreml teilte mit, dass Putin und Erdoğan ein baldiges Treffen auf höchster Ebene vereinbart hätten. Details waren zunächst nicht bekannt. Nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow sollten noch an diesem Freitag die Verhandlungen von Türken und Russen für einen Ausweg aus der Lage fortgesetzt werden.

Die NATO hat nach der Sondersitzung genau das getan, was ich vorhergesagt habe - > Eskalation verurteilt, Deeskalation angemahnt, sonst nix. Die EU wird auch den Teufel tun der Türkei aktiv zur Seite zu springen.
 

Moranthir

GröBaZ
Mitglied seit
11.10.2003
Beiträge
6.921
Reaktionen
11
Das hat man damals bei Afrin etc. auch gedacht und nun hockt die Türkei trotzdem dort mit den de-facto Islamisten und spielt dasselbe Spiel in Syrien, das Russland in der Ukraine und in Georgien spielt. Bis vor ein paar Tagen sind türkische und russische Soldaten dort gechillt auf gemeinsame Patrouille gegangen. Russland mag doch nicht für sämtliche Interessen Assads einstehen. Die sind schon einer der konsistentesten Akteure da unten und achten auch erstaunlich gut auf die Kosten.
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.715
Reaktionen
722
Da hast du Recht, gleichwohl unterstützt man ja den Vormarsch auf Idlib ziemlich direkt. Dass es dabei früher oder später zu einer Klärung der Angelegenheit mit der Türkei kommen muss, ist dabei vermutlich allen klar. Gegenwärtig spielt man wohl einfach auf Zeit, aber der aktuelle Zustand ist für keine Seite so richtig zufriedenstellend.
 
Mitglied seit
09.12.2003
Beiträge
2.893
Reaktionen
199
Heator, bei aller Liebe, aber ich glaube Dein Steckenpferd steckt in der Denke des 17Jhd. fest. Eine adequate Situationsanalyse ist das jedenfalls nicht. Lass uns das an der Stelle bitte auch einstellen.

Mal abwarten was die NATO auf ihren offiziellen Kanälen verkündet. Heise verkündet jedenfalls bereits "Die NATO stellt sich hinter die Türkei".
 

Moranthir

GröBaZ
Mitglied seit
11.10.2003
Beiträge
6.921
Reaktionen
11
Ja, das Ausmaß an Unterstützung hat mich auch erstaunt. Spannend ist wie es ohne richtige Eskalation (von der ich nur glaube, dass sie durch mehrere unglückliche Umstände kommen würde) weitergeht. Die Straße nach Aleppo wird bestimmt von Syrien zurückerobert, aber vllt. verschiebt man die Offensive ja wieder um ein paar Monate.

€: Bei aller Abneigung gegen Assad muss ich immer kotzen, wenn ich die Berichterstattung über Aleppo (früher) oder Idlib (heute) lese und mit z.B. Mosul oder Raqqa vergleiche. Alle Städte wurden von Islamisten gehalten und ziemlich heftig bombardiert, aber je nachdem, ob die USa oder Russland bomben, wird das Leid der Zivilbevölkerung in den Fokus gestellt oder ausgeblendet. Wirklich zum Kotzen.
SPON-Journalist Christoph Sydow ist da immer ganz vorne am Start.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.715
Reaktionen
722
Ja, das Ausmaß an Unterstützung hat mich auch erstaunt. Spannend ist wie es ohne richtige Eskalation (von der ich nur glaube, dass sie durch mehrere unglückliche Umstände kommen würde) weitergeht. Die Straße nach Aleppo wird bestimmt von Syrien zurückerobert, aber vllt. verschiebt man die Offensive ja wieder um ein paar Monate.

€: Bei aller Abneigung gegen Assad muss ich immer kotzen, wenn ich die Berichterstattung über Aleppo (früher) oder Idlib (heute) lese und mit z.B. Mosul oder Raqqa vergleiche. Alle Städte wurden von Islamisten gehalten und ziemlich heftig bombardiert, aber je nachdem, ob die USa oder Russland bomben, wird das Leid der Zivilbevölkerung in den Fokus gestellt oder ausgeblendet. Wirklich zum Kotzen.
SPON-Journalist Christoph Sydow ist da immer ganz vorne am Start.

Das kann ich nur rautieren. Ich weiß auch gar nicht mehr, für den die Presse diese tendenziösen Berichte schreibt. Wenn man in die Kommentare schaut, egal ob ZEIT, SPON, FAZ oder was auch immer, sind immer 90% in genau diesem Tenor angekotzt von der Berichterstattung. Und die Presse macht einfach immer weiter und weiter im selben Ton. Raniah Salloum ist auch so ein Musterbeispiel.
 
Mitglied seit
13.04.2004
Beiträge
359
Reaktionen
53
Wobei das Leid der Zivilisten in diesem Falle relevanter für uns ist, weil es einen etwas direkteren Zustrom an Flüchtlingen nach Europa bedeutet als es im Irak der Fall war.

Edit: Aber natürlich, die bigotte Berichterstattung der deutschen Presse kann man nicht oft genug anprangern
 
Mitglied seit
09.12.2003
Beiträge
2.893
Reaktionen
199
Allerdings ist Ankara der einzige Akteur, der der barbarischen Offensive des Assad-Regimes und Russlands in Idlib mehr entgegensetzt als hilflose Appelle. Die russischen und syrischen Bomben treffen Schulen, Krankenhäuser und Marktplätze. Eine Million Menschen haben sie in die Flucht getrieben - und das ist das Ziel der Angriffe. Hier wird, wie Dutzende Mal zuvor, gezielt die Zivilbevölkerung terrorisiert - was ein Kriegsverbrechen ist. Wenn Europa etwas auf seine Werte gibt, kann es nicht untätig oder neutral sein. In Idlib erfrieren Kinder, müssen Hunderttausende im Freien übernachten. Diesen Menschen muss Europas Solidarität gelten, unbenommen aller Kritik am Vorgehen der Türkei.

Gebot der Stunde ist es, viel mehr humanitäre Hilfe zu leisten als bisher. Politisch sollte Europa in Abstimmung mit den USA und arabischen Ländern den Druck auf Russland erhöhen. Nötig sind harte Sanktionen gegen Moskau. Militärisch sollten dagegen weder Nato noch EU in den Konflikt eingreifen. Aber am Ende steht die Türkei hier auf der richtigen Seite - jener der geschundenen syrischen Zivilisten - und ist der Verbündete, nicht Russland und das Assad-Regime.

https://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-syrien-sanktionen-1.4824782

Den letzten Satz finde ich wichtig. Ich habe auch oft das Gefühl, dass man bei uns zu Lande ein wenig was verwechselt. Assad und Putin sind sicher nicht unsere Verbündeten. Woher der Wunsch vieler in Dtl. nach Unterwerfung dem Zaren gegenüber rührt verstehe ich nach wie vor nicht. Ist es die Suche nach einem neuen Gebieter? Soll er den Amerikaner ablösen oder ergänzen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.715
Reaktionen
722
Meinst du das ernst? Du denkst wirklich, die Türkei würde da irgendwelche Zivilisten schützen indem sie mit HTS, ergo Al Nusra und diversen IS Ablegern, also den schlimmsten Menschen dieser Erde paktiert und ihnen dazu freie Hand bei der Vernichtung der Kurden und aller anderen "Ungläubigen" lässt? wow. Dazu fällt mir nix mehr ein.

https://www.spiegel.de/politik/ausl...en-unter-den-augen-der-tuerkei-a-1247003.html

"Die Dschihadisten erobern, die Türkei schaut zu
In Nordsyrien rückt die Terrormiliz HTS vor, ein fatales Signal. Die Offensive zeigt: Entweder ist die Türkei nicht in der Lage, die Macht der Dschihadisten zu brechen - oder nicht willens."

Da bedankt sich die ganze Welt, dass die Türkei so heroisch die "Zivilisten" schützt.

Woher der Wunsch vieler in Dtl. nach Unterwerfung dem Zaren gegenüber rührt verstehe ich nach wie vor nicht.
Es gibt eher den Wunsch nicht mit Islamfaschisten zu kooperieren. Nichts und niemand auf der Welt ist schlimmer als Islamfaschisten, selbst Assad nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
09.12.2003
Beiträge
2.893
Reaktionen
199
Nein, das denke ich nicht. Die Türkei ist aus Eigennutz völkerrechtlich problematisch dort einmarschiert. V.a. die 3,7 Mio. Flüchtlinge sind einer der Hauptmotivationsgründe. Wenn er die aber alle nach Europa und Deutschland durchwinkt, muss er sich darum ja aber keine Sorgen mehr machen und kann wieder aus Syrien abziehen... :mond:

Zu Deinem Assad - Islamofaschisten Vergleich: begegnen sich auf Augenhöhe. Assad ist menschlicher Müll.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.715
Reaktionen
722
Nein. Einfach nein. Ganz einfache Testfrage: würdest du lieber in Syrien im Jahr 2005 leben oder im Islamischen Staat?
 
Mitglied seit
09.12.2003
Beiträge
2.893
Reaktionen
199
Weder noch? Würdest Du lieber Deinen Pener auf den Grill legen oder mit dem Hammer zermatschen?
 

Moranthir

GröBaZ
Mitglied seit
11.10.2003
Beiträge
6.921
Reaktionen
11
Es kann trotzdem für die Menschen weniger beschissen sein unter HTS ohne Bomben zu leben als durch Bomben zu einem Leben unter Assad zu kommen.
Im akuten Konfliktgebiet zu sein, ist typischerweise der schlechteste Zustand, malfrei nach Cicero. Insofern könnte eine Präsenz der Türkei durchaus Zivilisten schützen, besonders kurzfristig.
Langfristig ist so eine Islamistenprovinz aber nicht wirklich in unserem Interesse.

Ich weiß überhaupt nicht, warum man das alles so in Schwarz und Weiß betrachten muss. Das sage ich btw. obwohl ich ebenfalls annehme, dass ein Leben unter Assad weniger beschissen ist als ein Leben unter HTS.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
23.07.2014
Beiträge
3.427
Reaktionen
78
Na klar, es geht mal wieder darum die armen Zivilisten zu schützen. Unfassbar

Ps. Natürlich gibts da notleidende Zivilbevölkerung

Pps. Wer hat sich eigentlich die zahl von 1mio flülü ausgedacht?
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.715
Reaktionen
722
Weder noch? Würdest Du lieber Deinen Pener auf den Grill legen oder mit dem Hammer zermatschen?

Du weichst aus, das sind nunmal die Optionen: Die Option "demokratischer Rechtsstaat" existiert in Syrien schlichtweg nicht. Die Wahl besteht zwischen säkulärer Diktatur und Islamismus und da würde ich jeden Tag ever säkuläre Diktatur wählen.

@ Mora

Das stimmt, aber es zögert das Leid doch nur hinaus. Welche Optionen gibt es denn?
a) Sieg Assads
b) Sieg der Islamisten
c) Konflikt einfrieren

Bei c) würde es immer wieder zu aufbrechenden Kampfhandlungen, Anschlägen usw. kommen. Das wäre aus Sicht der Zivilisten sicher kein besseres Leben. Bleiben noch Option a) und b) und davon ist a) ganz klar die bessere Option (solange man eben nicht mit den Islamisten sympathisiert). Oder übersehe ich hier was? Ich weiß auch nicht, ob man das weniger "schwarz/weiß" sehen kann, das sind mE alle realistischen Möglichkeiten. In diesem Fall gilt wohl tatsächlich, dass ein Ende mit Schrecken besser ist als ein Schrecken ohne Ende. Und daher ist zum jetzigen Zeitpunkt jeder Widerstand gegen den Endsieg Assads lediglich Herauszögerung des Leidens. Es liegt sowohl in unserem Interesse als auch im Interesse der Zivilbevölkerung, wenn Assad schnellstmöglich siegt.
 

Moranthir

GröBaZ
Mitglied seit
11.10.2003
Beiträge
6.921
Reaktionen
11
Du weichst aus, das sind nunmal die Optionen: Die Option "demokratischer Rechtsstaat" existiert in Syrien schlichtweg nicht. Die Wahl besteht zwischen säkulärer Diktatur und Islamismus und da würde ich jeden Tag ever säkuläre Diktatur wählen.

@ Mora

Das stimmt, aber es zögert das Leid doch nur hinaus. Welche Optionen gibt es denn?
a) Sieg Assads
b) Sieg der Islamisten
c) Konflikt einfrieren

Bei c) würde es immer wieder zu aufbrechenden Kampfhandlungen, Anschlägen usw. kommen. Das wäre aus Sicht der Zivilisten sicher kein besseres Leben. Bleiben noch Option a) und b) und davon ist a) ganz klar die bessere Option (solange man eben nicht mit den Islamisten sympathisiert). Oder übersehe ich hier was? Ich weiß auch nicht, ob man das weniger "schwarz/weiß" sehen kann, das sind mE alle realistischen Möglichkeiten. In diesem Fall gilt wohl tatsächlich, dass ein Ende mit Schrecken besser ist als ein Schrecken ohne Ende. Und daher ist zum jetzigen Zeitpunkt jeder Widerstand gegen den Endsieg Assads lediglich Herauszögerung des Leidens. Es liegt sowohl in unserem Interesse als auch im Interesse der Zivilbevölkerung, wenn Assad schnellstmöglich siegt.

In der Tat sehe ich nur a) und c). Für b) ist der Zug seit Russland am Start bzw. die USA Assad nicht wirklich gebombt haben eh abgefahren.
Wie viel unangenehmer c) als a) ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Bei anderen gefrorenen Konflikten hättest du vllt. eine andere Meinung (Donbass, Bergkarabach, Südossetien/Abkasien, (Transnistrien, Taiwan, Somaliland)). Es könnte ja auch nice sein, einen Großteil der hardcore Dschihadisten und auch radikaleren Zivilisten irgendwo konzentriert zu haben.

Ich nehme allerdings auch an, dass c) die beste Variante ist. Für die SDF-beherrschtren Gebieten wäre aber der Status Quo wahrscheinlich besser als die richtige Machtübernahme Assads in ihren Gebieten (die nach Idlib bestimmt kommen wird). Imo ist es einfach nciht so super eindeutig.

Na klar, es geht mal wieder darum die armen Zivilisten zu schützen. Unfassbar

Ps. Natürlich gibts da notleidende Zivilbevölkerung

Pps. Wer hat sich eigentlich die zahl von 1mio flülü ausgedacht?

1. Natürlich ist das Leid der Zivilisten an sich für keinen der Akteure mehr als ein Vorwand
2. io
3. Was ich in der Presse lese ist, dass
a) in den letzten drei Monaten 800k Flüchtlinge in der Türkei angekommen sind
b) sich in Idlib ca. 1 Mio Binnenflüchtlinge befinden, die natürlich weiterziehen könnten.
Selbst gezählt habe ich sie nicht, aber bestimmt hast du ja zuverlässige Undergroundquellen :mond:
 
Mitglied seit
23.07.2014
Beiträge
3.427
Reaktionen
78
es wird immer von "UN angaben" gesprochen. hät gern mal die quelle gesehen. **
funky und kain sehen das mit dem vorwand scheinbar anders. naja xD

sollte es mal dazu kommen, dass reichsbürger mit hilfer einer ausländischen regierung das saarland annektieren, lassen wir sie zum wohle der zivilbevölkerung auch gewähren ;)

** hab nur neulich mal von jemanden gehört, der die zahlen in frage gestellt hat. das ist ja auch völlig legitim und deshalb wäre es schon interessant wer die zahlen wie ermittelt hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
23.07.2014
Beiträge
3.427
Reaktionen
78
maas hat sich natürlich auch schon auf die hinterbeine gestellt und betont wie unterträglich das leid der zivilbevölkerung sei. aber was soll er auch machen?
zugeben, dass die drohkulisse der flülülü nach wie vor an wirksamkeit kein mue eingebüßt hat und man deshalb vor erdogan kuschen muss?

dann lieber die gewohnte leier von zivilisten, menschrechten werten unso
 
Mitglied seit
23.07.2014
Beiträge
3.427
Reaktionen
78
gibts überhaupt journalisten, die so ne zahl mal recherchieren? sicherlich ein klassischer fall von irgendwer setzt die zahl in die welt und alle andern plappern nach.
 
Mitglied seit
26.12.2004
Beiträge
1.858
Reaktionen
26
erster google treffer zu "how to measure refugee numbers"

https://www.unhcr.org/5ae9ee747.pdf
UNHCR operations routinely make estimates about the future size of PoC groups.
However, there is presently no systematic approach or standard guidance to help
UNHCR staff arrive at these figures. Outside of conflict-induced displacement
contexts, other organs of the United Nations have a long history of projecting the age
and sex composition of human populations (UN DESA 1955), and demographers
have developed different methodologies to project the future size and composition of
populations (Siegel & Swanson 2004).
In this paper we summarise UNHCR’s experience of applying demographic methods
for projecting forcibly displaced populations in conflict situations. The objective of this
paper is to examine the use of cohort-component methods for projecting populations
of PoC. To do this we focus on the development of the Demographic Projection Tool
(DPTool)3
, a project led by FICSS (Field Information and Coordination Support
Section), a section within the Division of Programme Support and Management
(DPSM). The paper provides a brief introduction to UNHCR’s data on PoCs before
outlining the principles of population projections in general and the design of the
DPTool in particular. Relying on context-specific data is indispensable for projecting
populations of concern, since UNHCR data show that the particular age-sex
distribution of a displaced population is heavily dependent on the characteristics of
the displacement event. Furthermore, the structure of these populations often differs
considerably from that of non-displaced populations, even within the same country of
origin. In this paper we provide a brief introduction to the registry data collected by
UNHCR and discuss some of their limitations. In the last section we discuss lessons
learned from implementing the projection tool in Kenya for the 2017-19 period.

Erklärung, wie die es bisher geschätzt haben und wie ihr Vorhersagetool funktioniert.

Man kann leider schwer Leute in Krisengebiete schicken und Leute zählen lassen,
 
Mitglied seit
23.07.2014
Beiträge
3.427
Reaktionen
78
juti, wollte da auch gar keine vt aufbeschwören. der gedanke war, dass es sicherlich interessen gibt eine möglichst große zahl von flülü zu benenen, um das leid der zivilisten, dass nun wieder zum narrativ wird, zu unterstreichen.
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.715
Reaktionen
722
Warum schreibt du eig das Wort Flüchtlinge nicht aus?
 
Mitglied seit
09.12.2003
Beiträge
2.893
Reaktionen
199
Ich bin mal "gespannt" wieviele Flüchtlinge tatsächlich kommen... Ich "freu" mich schon auf die innenpolitischen Auseinandersetzungen. Scheiß Tag!
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.715
Reaktionen
722
Hier ausnahmsweise eine ganz treffende Analyse der ZEIT:

https://www.zeit.de/politik/ausland...-erdogan-wladimir-putin-russland-fluechtlinge

Wichtigste Quotes:

Nur dank der russischen Luftwaffe hat Assad es überhaupt geschafft, bis auf Idlib den Großteil Syriens wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Und es wären russische Kampfjets, die Erdoğan im Zweifel vom Himmel holen lassen müsste, um sein Ziel durchzusetzen, in Idlib weiter die Oberhand zu behalten. Dieser Gegner aber ist für die Türkei zu groß. Und deshalb wirken nun, da die Eskalation da ist, Erdoğans Warnungen wie ein Bluff. Der allerdings hat weitreichende Folgen: für die notleidenden Menschen in Idlib und für Europa.

Noch ist nicht ausgemacht, welches Ausmaß der türkische Gegenschlag annehmen wird – ob es tatsächlich gegen Russland gehen wird, vielleicht gegen Assads Truppen abseits der Front von Idlib. In der Nacht beschoss die türkische Armee vorerst syrische Stellungen in Idlib. Das weitere Vorgehen dürfte auch davon abhängen, ob Ankara noch Unterstützer findet. Auf Ersuchen der Türkei kam am Freitagmorgen bereits der Nato-Rat zusammen. Doch vorerst bietet das Bündnis wenig mehr als Beistandsbekundungen. Dass der Westen der Türkei in Syrien militärisch zur Seite springt, ist indes äußerst unwahrscheinlich. Die Türkei, so sieht man es in Brüssel, Washington und Berlin, hat sich durch Erdoğans Starrköpfigkeit selbst in diese Lage manövriert.

So siehts einfach aus. Die Türkei hat gespielt und sich verzockt. Die Frage ist wer, neben den Zivilisten, den Preis zahlen wird. Ob die EU das Spiel nochmal mitmacht? Griechenland scheint nicht dazu bereit:

Einen Trumpf versucht die Türkei noch zu spielen: Noch in der Nacht kündigten türkische Offizielle auf Twitter an, zwar nicht die Ostgrenze für die Notleidenden in Idlib, aber die Westgrenze gen Europa für Flüchtlinge zu öffnen. Das soll die Europäer wohl unter Druck setzen, der Türkei beizuspringen. Tatsächlich machten sich schon Geflüchtete auf den Weg in die Grenzgebiete. Doch in der EU gibt man sich erbarmungslos: Die Grenzen würden zusätzlich gesichert. Einen Treck wie 2015 hält man kaum wieder für möglich.

https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-02/eu-grenze-tuerkei-griechenland-fluechtlinge-grenzschutz

Griechenland hält Flüchtlinge mit Pfefferspray und Tränengas auf

Wie immer ist das perfide, dass wir andere die Drecksarbeit machen lassen, anstatt sich selbst die Hände schmutzig zu machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
23.07.2014
Beiträge
3.427
Reaktionen
78
Warum schreibt du eig das Wort Flüchtlinge nicht aus?

Meine Aversion gegen die Instrumentalisierung von Flüchtlingen schlägt sich in nonsense nieder xD. In diesem fall muss man ja tatsächlich von Flüchtlingen statt Migranten sprechen. Asche auf mein kopf
 
Mitglied seit
21.02.2003
Beiträge
22.341
Reaktionen
19
Seit dem ihm das Pferd damals die Eier zermatscht hat, ist er doch komplett durchgeknallt. Was impotenz so alles anrichtet.
 
Mitglied seit
25.09.2014
Beiträge
3.117
Reaktionen
258
Ich verstehe diese Situation irgendwie nicht. Assad hat den Krieg doch offensichtlich gewinnen, wird ihn dank Russland zumindest nicht verlieren.
Wäre es für die EU nicht mal an der Zeit einen Deal mit Assad zu machen und ihm drölf Milliarden pro Jahr für 10 oder 15 Jahre als Wiederaufbauhilfe anzubieten, wenn er ein paar humanitäre Auflagen erfüllt und alle syrischen Flüchtlinge zurücknimmt?
 
Mitglied seit
09.12.2003
Beiträge
2.893
Reaktionen
199
Bezweifle das nach neun Jahren Feindseeligkeit Assad motiviert ist der EU bei egal was entgegen zu kommen. Wie Du schon sagst wird sich Assad letzendlich halten. Warum sollte er uns noch Einflussmöglichkeiten zugestehen wollen?
 
Oben