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Flüchtlingsströme Richtung Europa

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Ich stimme dir zu, dass eine Gesellschaft von ihren Prinzipien lebt. Aber du machst es dir zu einfach, wenn du so tust, als gehe es hier um Prinzipien gegen Opportunismus. Es geht vielmehr um die Frage, was die richtigen Prinzipien sind, für die wir einstehen sollten.
Zu guten Prinzipien gehört für mich übrigens, dass man unverrückbar an ihnen festhalten kann. Der Zauber der Willkommenskultur ist aber längst dahin. Das zeigt doch nur, dass es eben gerade die falschen Prinzipien waren, auf die wir gesetzt haben.

Die Überlegung ist ja ex-post hinfällig. Ein gebrochenes Prinzip ist keines mehr.
Hättest du die Mehrheit aber VOR der Krise befragt, wäre die Willkommenskultur für verfolgte Menschen ein definitiv konstituierendes Prinzip Nachkriegsdeutschlands gewesen, und wir behandeln eh jeden mit Würde. Garantiert.
Du kannst halt jetzt sagen, dass es das falsche Prinzip war. Und vielleicht zählt ja nur das, was wir auch niedergeschrieben haben. Nur lassen sich solche Dinge nicht wirklich kodifizieren. Auslegungen, Rechtsverständnisse und Verfassungen beugen sich im Endeffekt dem "Volkswillen" - wer diesen Effekt in den letzten fünf bis zehn Jahren nicht weltweit zur Genüge beobachtet hat, muss sich mal Länder wie Polen, Türkei, Ungarn, England, USA usw usf angucken (Ich will jetzt auch explizit nicht hören wie anders es bei uns ist. Egal inwieweit das stimmt, das dachte man nämlich überall).

Es bleibt dabei. Prinzipien der Gesellschaft werden von ihr getragen oder aufgegeben, also im Endeffekt von der Mentalität des Einzelnen. Die selbe alte Leier wie von wegen Angreifbarkeit der Demokratie.
Fakt ist nunmehr, was eine Mehrzahl der Deutschen zur sonnigen Zeit als Prinzip erachteten, musste man aufgeben weil es nicht der Realität entsprach. Es diente der lautstarken Mehrheit nur eine zeitlang um sich so verdammt gut über uns selber zu fühlen, wo wir doch im Flüchtlingssupport #1 sind yo. Franzmänner und Polen, die haben halt nicht unsere ~history~ und sind halt auch nicht so geil wie wir Deutschen!
Ich war zwar damals nicht in Deutschland, aber als ich den Shit von meinen deutschen Freunden ZU HAUF gehört habe, habe ich schon direkt damals prophezeit, dass wir uns noch umsehen werden.

Es ist völlig egal ob es jetzt ex-post richtig war - im Grunde ist es sogar egal ob es total dämlich war - wir haben es ja aufgegeben. Aber das hinterlässt Narben in der gesellschaftlichen Mentalität. Ich bin davon überzeugt, und hab es schon anderswo erlebt. Der Fakt, dass wir uns selber als blauäugig oder - schlimmer - als wankelmütig wahrnehmen, schadet der Gesellschaft ungemein.

Wie gehen wir also damit um? Richtig ist, wie du sagst, man muss Prinzipien klären. Jeder muss wissen und lernen was wir uns als Bevölkerung darunter vorstellen. Wir schreiben halt so einiges zu Grundrechten in die Verfassung, Dinge die halt teilweise für alle Menschen in Deutschland gelten, Bürger oder nicht. Wenn uns das wichtig ist, müssen wir zur jeder Zeit klären was das explizit bedeutet.
Und dann, was noch wichtiger ist, müssen wir davon weg unsere Prinzipien zu kompromitieren. Ansonsten überlässt man das Feld genau den Opportunisten, die dann im Namen von irgendwas zuerst einmal die Bürgerrechte einstampfen (gewisse Kandidaten von CDU und SPD also derzeit)

Ich bin immernoch der Meinung, dass eine offene Flüchtlingspolitik und eine humanistische, menschliche Behandlung aller Menschen uns als Land und Gesellschaft sehr, sehr gut zu Gesicht gestanden hätte. Und ich würde mich freuen wenn wir da wirklich, im Gegensatz zu allen anderen, ein Leuchtturmland sein könnten, trotz Geld, Terror usw.
Aber die Situation hat sich schon von Anfang an entlarvt, als die Leute angefangen haben zu rechnen dass sich Migranten wirtschaftlich lohnen. Wer schreibt, dass wir im Endeffekt Geld sparen (oder nicht sparen), dem geht es selbstverständlich nicht primär um ein humanistisches Prinzip. Und ich denke die Realität ist halt, dass man nirgendwo auf der Welt genug solche Menschen finden würde, auch und schon gar nicht in Deutschland. Dann wünsch ich mir lieber klare Prinzipien und Regeln. Leider schafft unser vehunztes Einwanderungssystem das auch nicht. Ich habe selber im Hinblick auf hochqualifizierte (Akademiker) Nicht-EU Ausländer in der letzten Zeit viel Erfahrung gesammelt und es hat mit einem prinzipientreuen System auch nicht gemein.

Und weil ich mich grad so schön aufrege.
Man fordert ja dann auch die Integration, und es ist nicht EINER Person in Deutschland überhaupt klar, was das denn jetzt genau heißen soll. Es ist schlichtweg unmöglich einem Migraten (der es gut meint!) zu erklären was er denn jetzt exakt tun muss, weil wir uns selber so uneinig sind. Sind wir eine sekuläre Republik? Eigentlich nicht, sonst müsste man den Einwanderern aus muslimischen Ländern nicht erklären, warum Sonntag zu ist, warum nur Kirchen lärm machen dürfen, warum die Kirche in den Gremien aller Bildungseinrichtungen sitzt (und nur die), warum man was an gewissen Feiertagen nicht darf und warum alle Schulen im Dorf auf Gottesdienst bestehen (zumindest in gewissen Gefilden) usw. Aber trotzdem wird immer transportiert, dass wir so tolerant und sekulär sind. Ich mag das insbesondere bei Türken. Diejenigen die in den letzten Jahren eingewandert sind, sind ja oft sehr stramm sekulär und kemalistisch geprägt. Die finden dann selbst Kopftücher in der Schule als grundfalsch.
Und ich kann es verstehen. Ich hab auch in der Türkei und in Frankreich gewohnt, wo solche Dinge halt einfach nicht erlaubt sind (oder waren). Oder, andersrum, hab ich auch in den USA gewohnt, wo solche Dinge halt echt einfach egal sind, und keiner wird dafür angehated weil er sich nicht integrieren will. Andererseits haben (oder hatten) besagte Länder halt auch eine klare Rechtlage im Bezug auf Trennung von Staat und Kirche, im ggs. zu Schland.
Deswegen gehe ich inzwischen hin und sage: Deutschland ist nicht wirklich sekulär, über unsere Kultur sind wir uns selber nicht im Einen und was du für Integration machen musst, weiß keiner. Ich mein kann man Muslim sein und _wirklich_ in Deutschland integriert sein? Also ohne, dass einen die Leute komisch angucken und so? In Berlin bestimmt. Aber in Bad Reichenhall oder im Emsland?
Wir gesagt, wir haben es dringend nötig unsere Prinzipien zu klären, sodass wir alle wissen wo wir stehen.
 
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Deswegen gehe ich inzwischen hin und sage: Deutschland ist nicht wirklich sekulär, über unsere Kultur sind wir uns selber nicht im Einen und was du für Integration machen musst, weiß keiner. Ich mein kann man Muslim sein und _wirklich_ in Deutschland integriert sein? Also ohne, dass einen die Leute komisch angucken und so? In Berlin bestimmt. Aber in Bad Reichenhall oder im Emsland?

In Berlin aber auch nur, weil man dort mittlerweile nicht mehr die Frage stellen muss, ob der Moslem in die deutsche Mehrheitsgesellschaft integriert wurde sondern ob der Deutsche sich in die türkische/arabische Mehrheitsgesellschaft integrieren kann :ugly:
 
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@Zwaps

Ich sehe, ehrlich gesagt, nicht, dass wir hier wirklich Prinzipien aufgegeben haben. Natürlich hat uns irgendwo die Realität eingeholt. Wenn du die Tür weit aufmachst und merkst, dass über die nächsten paar Jahre nicht nur eine, sondern vielleicht zehn Millionen Menschen hierher kommen, dann musst du sie früher oder später jemandem vor der Nase zuschlagen.
Insofern sehen viele Menschen die Lage heute realistischer - glücklicherweise. Das ist für mich aber nicht gleichbedeutend mit einer Aufgabe des leitenden Prinzips: Der Wunsch, den Flüchtlingen zu helfen, ist ja weiterhin da. Man ist nur nicht mehr so überzeugt, dass man noch vielen mehr helfen kann.
Das Prinzip des Helfens aufzugeben würde für mich aber bedeuten, dass man die massenhafte Aufnahme im Nachhinein bereut. Das scheint mir bei der Mehrheit der Bevölkerung nicht der Fall zu sein.

Trotzdem bin ich insgesamt bei dir, dass wir ein massives Problem haben, weil die Einwanderung hierher nicht auf einer soliden rechtlichen Grundlage steht.
Man sollte meinen, die Flüchtlingskrise sei ein guter Anlass, das zu ändern. Aber angesichts der ideologischen Grabenkämpfe, die das Thema immer noch aufwirft, mache ich mir da wenig Hoffnung.
 
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Mir wäre es lieber, man würde erkennen, dass man auf andere Art und Weise viel mehr Menschen helfen könnte. So hat das für mich was von Ablasshandel. Und jetzt, wo wir unsere Schuldigkeit getan haben, können wir uns wieder zurück lehnen.
 
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http://www.focus.de/finanzen/videos...oeher-als-offiziell-angegeben_id_7499041.html

@Leinad: Ist das Gespräch für Dich erledigt? Finde ich schade, die Links zu den Studien würden mich immer noch interessieren.

Jo, digger, kein "Abschluss" im Sinne des deutschen Regelsystems bedeutet nicht, dass die alle ungebildete Dustsniffer sind, sondern dass es einfach Übersetzungsprobleme von einem ins andere Bildungssystem gibt, was zum großen Teil an der Spezifik liegt, die Systeme so ausbilden. Und das deutsche Regelsystem ist nicht auf das Erkennen von Qualifikationen aus anderen Systemen ausgelegt, da gibts keine ECTS wie beim Studium oder so die die Anerkennung sichern. Deshalb ist es echt schwer, z.B. deine 13 Schuljahre aus dem Iran anerkennen zu lassen (auch, weil hier viele nicht wissen, was man in 13 Jahren im Iran überhaupt so lernt), und dann läufst Du hier halt mit "ohne Hauptschulabschluss" rum, obwohl Du auch grad voll der Atomphysiker werden könntest (never change a running gag). Der Focus-Artikel - der seine Infos aus der Bild nimmt :deliver: - geht da doch arg verknappend vor...
 
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Hmm, da ist vielleicht was dran, hast Du da ein paar Belege zu?
Aber gerade diese von Dir angesprochenen Leute sollten sich dann, nach erlernen der Sprache, doch sicher leicht in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren lassen. Aber gerade das schlägt ja kolossal fehl. Das ist bisher ja ein ziemliches Fiasko eine akzeptable Zahl in den Arbeitsmarkt zu bekommen. Auch Lehren sollten dann doch schnell erledigt werden können wenn die Leute da bereits Berufserfahrung mitbringen.
Die Erfahrungen aus der Praxis sprechen da imho eine andere Sprache als Deine Interpretation.
 
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Jo, digger, kein "Abschluss" im Sinne des deutschen Regelsystems bedeutet nicht, dass die alle ungebildete Dustsniffer sind, sondern dass es einfach Übersetzungsprobleme von einem ins andere Bildungssystem gibt, was zum großen Teil an der Spezifik liegt, die Systeme so ausbilden. Und das deutsche Regelsystem ist nicht auf das Erkennen von Qualifikationen aus anderen Systemen ausgelegt, da gibts keine ECTS wie beim Studium oder so die die Anerkennung sichern. Deshalb ist es echt schwer, z.B. deine 13 Schuljahre aus dem Iran anerkennen zu lassen (auch, weil hier viele nicht wissen, was man in 13 Jahren im Iran überhaupt so lernt), und dann läufst Du hier halt mit "ohne Hauptschulabschluss" rum, obwohl Du auch grad voll der Atomphysiker werden könntest (never change a running gag). Der Focus-Artikel - der seine Infos aus der Bild nimmt :deliver: - geht da doch arg verknappend vor...

Wenn der so gut ausgebildet ist steht es ihm doch frei, das Abitur/Realschulabschluss/Quali als externer Bewerber abzulegen.

Die Gleichstellung eines Schulabschlusses aus dem Iran o.ä. mit einem deutschen Schulabschluss ist nunmal schwierig. Deshalb ist es das einfachste, die Kenntnisse durch eine Prüfung nachzuweisen, wie sie auch jeder sonst ablegen muss, der so einen Abschluss haben will.
 

Shihatsu

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Für dich gilt dasselbe: Und du bist genau wer?
Versteht mich nicht falsch, es besteht die Möglichkeit, das ihr beide tatsächlich neue User seid - aber dann kommt ihr im vertraulichen Ton in das kontroverseste Thema des ganzen Boards geschlittert, und das schmeckt mir garnicht. Ich lasse hier keine Smurfs zu.
 
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Das Problem ist ja nich nur bei Flüchtlingen sondern auch bei allerlei anderen Arbeitskräften bekannt. In meiner Ausbildungsklasse saß ein Geburtshelfer aus der Ukraine der schon ~150 Kinder auf die Welt geholt hatte, hier als unausgebildete Hilfskraft arbeiten musste weil man keinen seiner Ausbildungsnachweise anerkennen wollte. Musste die komplette Krankenpflegeausbildung nachholen (hat sie mit Bravour bestanden) um hier arbeiten zu dürfen.

Noch krasserer Fall: In einem der Krankenhäuser wo ich die Ausbildung machte, arbeitete ein Pflegehelfer aus Moskau, der war dort Herzchirurg für ~20 Jahre. Hätte hier komplett neu studieren müssen, wurde nichts anerkannt. Den haben selbst die Krankenhausärzte ständig gefragt was sie bei diesem oder jenem Fall machen sollen.

Da kann es wirklich auch von Seiten der Behörden doch nicht so schwer sein, einfach nur die Prüfung durch z.B. die Ärztekammer vorzuschreiben und wenn er die besteht gibts eine auf 5 Jahre "beschränkte Zulassung" während derer er z.B. als Assistenzarzt arbeiten dürfte und nebenbei noch weitere Scheine macht, spezifisch auf die aktuelle Technik seines Arbeitsbereiches. Anders macht das ja ein deutscher Herzchirurg der vor 40 Jahren studiert hat auch nicht. Der ist ja auch nicht "magisch" auf dem neuesten Stand der Geräte- oder Transplantationstechnik weil er 'nen deutschen Abschluss in der Tasche hat, sondern der muss sich ebenfalls immer wieder weiterbilden.

Fähigen Leuten solche Steine in den Weg zu legen ist halt völlig unnötig, aber scheinbar eine Paradedisziplin der deutschen Bürokratie.
 
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Hat aber nix mit Asyl zu tun, sondern damit, dass unser Einwanderungssystem komplett für die Tonne ist.
 
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@Shihatsu eh jo ich bin ich. Ich hab eine lange Zeit meiner Jugend Starcraft gespielt, unspektakulär, aber dadurch auch immer hier gelesen. Dann heute nach langer Zeit wieder. Habe mich angemeldet um hier einen Beitrag zu schreiben, den ich dann auch schrieb, bin aber meine eigene Person.

@Arrhythmie: das stimmt. Nicht nur den gut Ausgebildeten steht das frei. Und dass die Gleichstellung äußerst schwierig ist, ist ebenfalls selbstverständlich, weil Effekt eines Systems schlechthin (im Übrigen schrieb ich das gesteigert: nicht nur ist die Gleichstellung schwer, sondern überhaupt eine vergleichende Qualifikationsfeststellung). Und d.h. wenn das System nicht adaptiv ist (mein Argument) musst Du als Person die sich darin integrieren will eben adaptiv werden, was dann eben auch bedeutet dass Du eine Ausbildung machen musst selbst wenn Du schon 15 Jahre Deinen eigenen Betrieb in diesem Gewerk hattest. Das ist demütigend, aber eben die Situation. Und dann tauchst Du eben als ungelernter Helfer in den Statistiken auf, nicht weil Du zwingend einer bist, aber weil das System Dich nicht anders zu kennzeichnen weiß.
 
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Noch krasserer Fall: In einem der Krankenhäuser wo ich die Ausbildung machte, arbeitete ein Pflegehelfer aus Moskau, der war dort Herzchirurg für ~20 Jahre. Hätte hier komplett neu studieren müssen, wurde nichts anerkannt. Den haben selbst die Krankenhausärzte ständig gefragt was sie bei diesem oder jenem Fall machen sollen.

Da habe Ich jetzt noch mal eine Frage zu: ich habe jetzt schon mehrfach von geflüchteten Syrern gehört/gelesen, die hier als Arzt arbeiten. Wie kann das denn dann sein? Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein syrischer Abschluss eher anerkannt wird als ein ukrainischer?
 
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habe noch nie gehört das aktuelle syrischische Flüchtlinge die in den letzten 3 Jahren kamen, jetzt hier als zugelassene Ärzte arbeiten...halte ich für typische rechtspopulistische facebook fake news, ala: Leute passt auf, hier fährt ein Zigeuner Auto rum und will eure kinder klauen.
ich könnte mir eventuell vorstellen das die Ärzte unter den Flüchtlingen, ihre deutsche Kollegen bei der Erstuntersuchung während des Aufnahmeverfahrens unterstützen.

zehn Sekunden google Suche gibt mir in etwa recht und selbst dies scheint problematisch zu sein:
Syrische Ärzte scheitern an deutscher Bürokratie
In der Flüchtlingsambulanz am Krankenhaus in Neumünster arbeiten Ärzte, die selbst als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Hier behandeln sie ihre Landsleute und sollen nebenbei ihre Approbation erlangen. Doch jetzt fordert das Landesamt für soziale Dienste: Die Ärzte sollen Ausbildungsnachweise aus Syrien beibringen.

http://www.deutschlandfunk.de/fluec...eitern-an.1773.de.html?dram:article_id=366928
 
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das unter den flüchtlingen ärzte sind, ist also eine rechtspopulistische facebook fake news kacke? :naughty:
 
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Hier behandeln sie ihre Landsleute und sollen nebenbei ihre Approbation erlangen

NEBENBEI wo arzt ja auch ein beruf ist den ich so nebenbei erlernen kann. ich möchte nicht von jemandem behandelt werden der seinen abschluss"NEBENBEI" gemacht hat nach unseren standarts , genauso wünsche ich es auch keinem von so jemandem behandelt zu werden.
 
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Gashawk
Das sind bereits ausgebildete Ärzte. Außerdem behandeln sie Menschen und ob du da dazu gehörst?
 
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ja wenn es doch aber bereits ausgebildete ärzte sind , dann ist es ja sicherlich kein problem ihre scheiss dokumente zuhause inne kack plastiktüte zu stecken und sie samt dem handy(das bei meeresüberquerung auch so geschützt wird) inne scheiss fucking hosentasche zu stecken und wenn sie hier ankommen dann können sie herkommen und sagen"guck hier ich bin arzt,dort und dort da und bitte anerkennen und gut".

da dies aber nicht der fall ist(bei 99,99999999999999999999999999%) der hier eingewanderten ärzte,ingeneure,wissenschaftler und anderem fachpersonal werden sich die kollegen entweder damit abfinden müssen oder den gleichen scheiss bildungsweg absolvieren wie jeder andere arzt !
 

Gelöschtes Mitglied 683020

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Bitte poste viel mehr, das offenbart echt tiefe Einblicke ein den ostdeutschen Geist.

@Stirling:

Üblicherweise haben Migranten, besonders geflüchtete, Probleme mit der Bürokratie. Die wenigen Auskünfte, bzw. Suchen die ich am Telefon durchführen musste, haben eigentlich deutlich gezeigt, dass es extrem wenige Stellen gibt, die entsprechend eine Approbation erteilen können. Hatte jetzt dreimal den Fall, dass ein Ägypter/Libanese/Afghane als Tierarzt zugelassen werden wollte, aber es irgendwie nur eine entsprechende Anlaufstelle am Arsch der Welt gab, die sowohl Sprache, Fähigkeit und was man nicht alles braucht prüft / im Notfall vorbereitet. Lücken gibt es immer, aber der Nachweis Fachdeutsch zu erbringen ist wohl teilweise das Problem. Kann mir durchaus vorstellen, dass die Fälle aus der Presse entweder nicht zum Flüchtlingsstrom gehören und das im Vorfeld geklärt wurde, oder dass es vom BAMF ein breiteres Angebot auf Nahost als auf Ukraine gibt.

Abgesehen davon ist die Bürokratie bei der ZAV (oder wo man da hin muss) schon ziemlich übel.
 
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Der anerkennungsprozess läuft nicht nach schema f ab bei dem man ein ausländisches zeugnis nimmt und schaut, ob das echt ist. Es gibt viele ausländische universitäten bei denen das der fall ist, das aber sind in der regel die westlichen länder oder aber die grossen Unis in den sonstigen ländern. Bei allen anderen Unis muss man in der regel seine kompletten scheine zusammen haben und beweisen, dass der bildungsabschluss inhaltlich die selben fächer mit der erforderlichen stundenanzahl beinhaltet. Ich zweifle, ob ich alle meine scheine noch finden könnte. In osteuropa wurden in den jeweiligen laendern nach der wende die bildungssysteme mehrfach reformiert und es kamen private unis dazu etc. pp. weshalb in der folge auch ein ukrainischer arzt mal schnell vor dem problem stehen kann, dass sein abschluss im detail unzureichend ist (obwohl die abschluesse der ehemaligen sowjetstaaten in der regel schnell anerkannt werden, wenn sie von den staatlichen unis kommen). Davon abgesehen scheitern die meisten ärzte und krankenschwestern aus dem ausland auch nicht unbedingt am anerkennungsverfahren, sondern an der sprachprüfung. Denn je nach bundesland muss ein B1 oder B2 zertifikat vorgelegt werden, bis das niveau erreicht wird, dauert es eben seine zeit (maximal 18 monate). Wie das syrische ausbildungssystem aussieht, weiss ich nicht. Kann aber aus gesprächen mit personalvermittlern sagen, dass der markt für vermittlung von ärzten eigtl. gesättigt ist, weil man durch den zuzug von bulgaren, rumänen _und_ syrern genügend stellen füllen konnte. Das heisst nicht, dass es in einigen gegenden weiterhin bedarf gibt (insb. ostdeutschland). Das grosse geld wird nun mit den pflegekraeften gemacht. Gibt jetzt schon projekte bei denen chinesische / vietnamesische krankenschwestern mit >3 jahren berufserfahrung im heimatland deutsch pauken um dann in deutschland über den vermittler als leiharbeiter eingesetzt zu werden.
 
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Hatte jetzt dreimal den Fall, dass ein Ägypter/Libanese/Afghane als Tierarzt zugelassen werden wollte, aber es irgendwie nur eine entsprechende Anlaufstelle am Arsch der Welt gab, die sowohl Sprache, Fähigkeit und was man nicht alles braucht prüft / im Notfall vorbereitet.

Für die approbation ist im jeweiligen land immer das gesundheitsministerium verantwortlich. Die haben in der regel auch immer geschultes personal für diese anerkennungsfragen.
 
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Da habe Ich jetzt noch mal eine Frage zu: ich habe jetzt schon mehrfach von geflüchteten Syrern gehört/gelesen, die hier als Arzt arbeiten. Wie kann das denn dann sein? Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein syrischer Abschluss eher anerkannt wird als ein ukrainischer?
Das ist eher die Minderheit, es gibt ja auch syrische Ärzte die im Ausland studiert haben. Wenn sie dann entsprechende Nachweise vorlegen können, z.B. von einer griechischen, türkischen, italienischen, spanischen oder sogar deutschen Universität, können sie hier natürlich auch arbeiten.

Natürlich ist es immer 'ne tolle Zeitungsmeldung, wenn man wieder mal 'nen Vorzeigeflüchtling durch die Presse ziehen kann, der 2 Monate nach der Ankunft hier, als Arzt im Krankenhaus arbeitet. Das schaffen aber vielleicht 1% der syrischen Ärzte, weil sie tatsächlich irgendwelche Dokumente haben mit denen sie die bürokratischen Hürden nehmen können.

Es ist halt wie immer auch ein zweischneidiges Schwert, auf der anderen Seite wollen wir natürlich auch nicht, dass jeder Hinz- und Kunz mit vielleicht fragwürdigem medizinischen Wissen, hier Leute behandelt. Hohe Hürden sind also durchaus angebracht, die Frage ist nur, wie wir mit Leuten umgehen die an diesen Hürden eben nicht wegen ihrer Fachkenntnisse sondern wegen einem Stück Papier scheitern. Da muss es einen Weg geben, das durch Leistungsnachweise, Fachprüfungen oder ähnlichem zu kompensieren.
 
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Gelöschtes Mitglied 683020

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Für die approbation ist im jeweiligen land immer das gesundheitsministerium verantwortlich. Die haben in der regel auch immer geschultes personal für diese anerkennungsfragen.

Ich erinnere mich nicht mehr im Detail, praktisch fehlte wohl nur noch der Nachweis für das Fachdeutsch, der Rest war alles vorhanden. Warum die den Nachweis nicht vor Zuzug hatten, hab ich nicht nachgefragt, noch hat es mich interessiert. Anscheinend wurden den Leuten wohl erzählt, sie haben generell einen Kurs zu absolvieren und danach den Test zu machen, noch dazu muss der Kurs speziell gefördert sein. Wahrscheinlich hast du mehr Fälle in die Richtung gehabt, kann durchaus sein, dass wieder extremes Fachpersonal der Agentur oder des BAMF da tolle Aussagen getroffen haben. Die Leute konnten jedenfalls mehr als nur passabel deutsch, weswegen mich der Kurs an sich schon wunderte.
 

Benrath

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ja wenn es doch aber bereits ausgebildete ärzte sind , dann ist es ja sicherlich kein problem ihre scheiss dokumente zuhause inne kack plastiktüte zu stecken und sie samt dem handy(das bei meeresüberquerung auch so geschützt wird) inne scheiss fucking hosentasche zu stecken und wenn sie hier ankommen dann können sie herkommen und sagen"guck hier ich bin arzt,dort und dort da und bitte anerkennen und gut".

da dies aber nicht der fall ist(bei 99,99999999999999999999999999%) der hier eingewanderten ärzte,ingeneure,wissenschaftler und anderem fachpersonal werden sich die kollegen entweder damit abfinden müssen oder den gleichen scheiss bildungsweg absolvieren wie jeder andere arzt !

Nur für etwas Perspektive, im Zweifel kennst du dich ja nicht aus wie es ist über mehrere Magister / Diplom oder Doktorgrade zu verfügen. Ich weiß im Moment nicht mal wo mein Orginal Doktorzeugnis liegt. Diplom und so liegen irgendwo in einem Ordner. Ich hab in der Regel zwar von allem einen Scan, aber das würde dir dann bestimmt auch nicht reichen. Stört sonst auch nicht, weil es nie jemand wirklich prüft. Abi Zeugnis z.B. auch nicht.

Wenn ich flüchten würde, würde ich glaub ich nicht an alle meine Zeugnisse denken und meine Heimatbehörde hätte dann bestimmt Interesse mir die Sachen später auszustellen. Die Arzturkund aus Timbuktu müsste man auch erst mal prüfen.

Es ist glaub ich nicht zu viel verlangt, dass man Leuten die Möglichkeit bietet nach Abschluss eine Prüfung für einen Zeitraum Probe zu arbeiten, wo dann final entschieden wird, ob die Ausbildung/der Abschluss anerkannt wird. Ich halte es für eher unwahrscheinlich, dass es viele Fälle gibt, wo es jemand schafft dauerhaft so erflogreich zu täuschen. Und wenn ja, dann kann er den Beruf einfach oder der Beruf ist so hohl.
 
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Du vergisst ein bisschen, dass Deutschland an sich halt ein Land ist, wo formalen Abschlüssen sehr viel Bedeutung beigemessen wird. Das trifft Deutsche genau so.
Wenn wir jetzt jedem Homer Wells aus Syrien ermöglichen, hier im Schnellverfahren nachzuweisen, dass er zum Arzt geeignet ist, dann müsste das für Deutsche genau so gelten - und das würde in vielen Berufen das gesamte Ausbildungssystem ad absurdum fühlen.
Denn viele Studiengänge sind - oh Wunder - eben nicht auf Effizienz gebürstet, sondern beinhalten vieles, wonach im Job später kein Hahn kräht, und trotzdem muss mans halt mal können oder mal gemacht haben. Könnte ich mir ja eigentlich vieles von sparen und lieber direkt für die Prüfug lernen, wenn ich nur zugelassen würde...
 
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Benrath

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Also aus meiner Perspektive dürftest du gerne verschieden Berufe ausüben, wenn du die Abschlussprüfung bzw. das Staatsexamen bestehst. Wenn du das schaffst, bist du entweder verdammt kluk und talentiert, die Prüfung ist bescheiden oder der Job wohl doch nicht so kompliziert.

Wir reden jetzt auch nicht davon dass jeder x beliebe "ich bin Arzt" rufen kann oder wird, es aber für bestimmte Fälle eine bessere Lösung als X Jahre Studium und Prüfungen nachholen geben sollte.
 
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aber genau das ist doch das problem , es muss zwingend vermieden werden die zugezogenen fachkräfte hier den hier ortsansässigen fachkräften vorgezogen zu werden.

@benrath : tatsächlich nenne ich sehr wenige doktor titel und oder diplome mein eigen,aber ich schaffe es durchaus meine 10 seiten dokumente die irgendwelche "befähigungen" nachweisen in einem ringordner zu haben und innerhalb von 5minuten all diese dokumente transportbereit/vorlegbar zur verfügung habe.

und nach deiner ansicht das jeder alles arbeiten darf solange er nur die prüfung rafft heisst im umkehrschluss dass jeder behinderte kevin sich solange durch alle berufe prüfen lässt bis er mal nen luckshot landet und damit im schlimmstenfall qualifiziert genug ist irgendwas "wichtiges" zu arbeiten.
 
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Du vergisst ein bisschen, dass Deutschland an sich halt ein Land ist, wo formalen Abschlüssen sehr viel Bedeutung beigemessen wird. Das trifft Deutsche genau so.
Wenn wir jetzt jedem Homer Wells aus Syrien ermöglichen, hier im Schnellverfahren nachzuweisen, dass er zum Arzt geeignet ist, dann müsste das für Deutsche genau so gelten - und das würde in vielen Berufen das gesamte Ausbildungssystem ad absurdum fühlen.
Denn viele Studiengänge sind - oh Wunder - eben nicht auf Effizienz gebürstet, sondern beinhalten vieles, wonach im Job später kein Hahn kräht, und trotzdem muss mans halt mal können oder mal gemacht haben. Könnte ich mir ja eigentlich vieles von sparen und lieber direkt für die Prüfug lernen, wenn ich nur zugelassen würde...
Also ich weiß ja nicht wann du studiert hast, aber ich hab noch (schon?) die Umstellung von Diplom auf Bachelor/Master mitgekriegt. Und weder bei mir im E-Technik Bereich noch sonst bei irgendjemand Bekanntem aus anderen Studiengängen (von Medizin über Soziales bis hin zu Architektur) ist seitdem etwas anderes entscheidend als Effizienz. Im Job kräht anschließend trotzdem kein Hahn mehr danach; das liegt aber auch daran, dass man z.B. Differenzialgleichungen heutzutage eigentlich nicht mehr mit Blatt und Stift lösen muss. :ugly:
Übrigens sehe ich trotzdem nicht das Problem der Ungleichbehandlung: Der Deutsche darf genauso im Ausland studieren und anschließend die Prüfung ablegen. In kritischen Bereichen (Arzt) sollte das natürlich nicht alles gewesen sein, aber ich bin da bei Benrath. Dann sollte man sich nochmal gute Alternativen überlegen, aber das momentan ist doch ne Farce.

und nach deiner ansicht das jeder alles arbeiten darf solange er nur die prüfung rafft heisst im umkehrschluss dass jeder behinderte kevin sich solange durch alle berufe prüfen lässt bis er mal nen luckshot landet und damit im schlimmstenfall qualifiziert genug ist irgendwas "wichtiges" zu arbeiten.
:rofl2:
Das ist wahrscheinlich dein feuchter Traum. Aber mal ehrlich: Wenn er die Prüfung schafft, ist er offensichtlich qualifiziert dafür, diese Arbeit zu tun. Uni ist keine Schule, wenn ich Bock hab kann ich zuhause bleiben und mir das alles selber in den Kopf knallen. Das Ergebnis ist das gleiche. Ist die Person nicht qualifiziert, obwohl sie die Prüfung geschafft hat, ist die Prüfung kacke. So oder so sehe ich nicht, wie du zwei Dutzend mal versuchst ne Puppe zu operieren oder ne Differenzialgleichung zu lösen und bei 25.Mal klappt es und du bist deinen Flughafenjob los.
Bevor du dir das alles ausmalst und sauer auf den syrischen Flüchtling wirst, der plötzlich das Leben lebt, was du dir immer gewünscht hast: In die Hände spucken und selbst in die Hand nehmen.
 
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Benrath

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aber genau das ist doch das problem , es muss zwingend vermieden werden die zugezogenen fachkräfte hier den hier ortsansässigen fachkräften vorgezogen zu werden.

@benrath : tatsächlich nenne ich sehr wenige doktor titel und oder diplome mein eigen,aber ich schaffe es durchaus meine 10 seiten dokumente die irgendwelche "befähigungen" nachweisen in einem ringordner zu haben und innerhalb von 5minuten all diese dokumente transportbereit/vorlegbar zur verfügung habe.

und nach deiner ansicht das jeder alles arbeiten darf solange er nur die prüfung rafft heisst im umkehrschluss dass jeder behinderte kevin sich solange durch alle berufe prüfen lässt bis er mal nen luckshot landet und damit im schlimmstenfall qualifiziert genug ist irgendwas "wichtiges" zu arbeiten.

an sich das was Ticor sagt plus wenn der syrische Arzt seine Dokumente dabei hat, müsste er aus meiner Perspektive btw dasselbe machen wie ohne Dokumente. Daher ist deine Fixierung auf die Dokumente an sich auch albern.
 
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1. nicht sauer auf den syrischen flüchtling

2. gute nicht persönlich aggressive diskussionskultur wird hier an den tag gelegt.

3.
Übrigens sehe ich trotzdem nicht das Problem der Ungleichbehandlung: Der Deutsche darf genauso im Ausland studieren und anschließend die Prüfung ablegen.

du implizierst selbst dass die genannte person erst studiert dann geprüft und dann die tätigkeit aufnimmt. was wie oben gesagt nicht das gleiche ist wie eingangs genannt.
 
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und nach deiner ansicht das jeder alles arbeiten darf solange er nur die prüfung rafft heisst im umkehrschluss dass jeder behinderte kevin sich solange durch alle berufe prüfen lässt bis er mal nen luckshot landet und damit im schlimmstenfall qualifiziert genug ist irgendwas "wichtiges" zu arbeiten.
Dafür gäbe es sicher Lösungen, die Kandidaten effizient auszusieben. Damit nicht gleich jeder direkt zu aufwändigen Staatsexamen zugelassen wird, könnte man zuerst mal ne dicke schriftliche Prüfung mit angemessenen Gebühren vorschalten, die schon mal 95% derer, die niemals einen Doktor in dem Fach gemacht haben, abschreckt/aussortiert. Die verbleibenden Anwärter könnten dann weiter ausgesiebt werden, bis dann eine vertretbare Masse übrig bleibt, welche auch praktisch vom jeweiligen Fachpersonal geprüft wird.

Das würde schon mal alle Analphabeten/schlecht gebildeten/Betrüger/Ausbildungnach1Monatabbrecher aussortieren und denen, die tatsächlich mal als Hirnchirurg im Ausland gearbeitet haben, eine sinnvolle Chance geben.
 
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Derzeit würde es ja schon reichen den flüchtlingen nicht 50% der antworten vor der prüfung auszuhändigen. Im zuge des neuen Integrationsbeschleunigungsgesetzes wird nun nämlich versucht allen flüchtlingen die lesen können, den arbeitsmarkteintritt zu erleichtern indem ein bestehen mit einer 4.0 quasi garantiert ist, solange man kein analphabet ist. Dass die analphabeten dadurch quasi keine chance haben in deutschland anzukommen, ist natürlich scheisse, aber damit werden wir wohl leben müssen.
 
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a pro pro integration. die tage gabs berichterstattung zu einer äußerung gaulands gegebenüber der integrationsminsterin özoguz

Das sagt eine Deutsch-Türkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.

was war passiert? die integrationsministerin hat in einem tagesspiegelartikel folgendes zum besten gegeben
Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht zu identifizieren.

w8! what?! eine integrationsminsterin stellt fest, dass es eigentlich gar keine deutsche kultur (identität?!) gebe. da frage ich mich worein die dame die zugewanderten eigentlich integrieren will. den kulturell/identitär luftleeren raum?
entsprechend der deutschen presse wurde natürlich nicht diese katastrophal entlarvende äußerung der ministerin hochgejazzt, sondern die unspektatkuläre gauland provokation.
die nzz bringt es gut auf den punkt

Wenn es eine deutsche Kultur nicht gäbe, erübrigten sich auch alle Bestrebungen, sie zu erhalten. In Özoguz' Aussage steckt letztlich die Lust an der deutschen Selbstaufgabe. Sie wird noch provokativer, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Özoguz' Partei sonst keine Probleme hat, die Eigenheiten und Empfindlichkeiten anderer Kulturen zu erheben und zu schützen. Das ist das deutsche Paradox: die penetrante Selbstverleugnung bei gleichzeitiger Anerkennung der anderen.

Wenn selbst eine Person, die den Staat repräsentieren sollte, die eigene Kultur verneint, dann ist es verständlich, wenn man sie sich nicht gerade als Ministerin wünscht.
https://www.nzz.ch/international/at...n-gaulands-missglueckte-entsorgung-ld.1313051

#sarrazin
 
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a pro pro integration. die tage gabs berichterstattung zu einer äußerung gaulands gegebenüber der integrationsminsterin özoguz


was war passiert? die integrationsministerin hat in einem tagesspiegelartikel folgendes zum besten gegeben

w8! what?! eine integrationsminsterin stellt fest, dass es eigentlich gar keine deutsche kultur (identität?!) gebe. da frage ich mich worein die dame die zugewanderten eigentlich integrieren will. den kulturell/identitär luftleeren raum?
entsprechend der deutschen presse wurde natürlich nicht diese katastrophal entlarvende äußerung der ministerin hochgejazzt, sondern die unspektatkuläre gauland provokation.
die nzz bringt es gut auf den punkt


https://www.nzz.ch/international/at...n-gaulands-missglueckte-entsorgung-ld.1313051

#sarrazin
Na dann hau mal raus, was die deutsche Kultur so übergreifend verbindet. Was teilen spezifisch alle Deutschen in diesem Land, außer der Sprache? Die Kultur der Toleranz und Rechtschaffenheit ist mit Sicherheit nicht spezifisch deutsch und wird auch nicht in der gleichen Ausprägung von allen Deutschen geteilt. Es gibt keine deutsche Leitkultur, was meinst du warum das seit dem tätigen der Aussage so große Wellen in Deutschland schlägt. Ich finde diese Aussage der Dame komplett korrekt und wäre sehr an anderen Antworten interessiert. Ich verstehe auch nicht, wie du daher auf die Idee kommst, Integration wäre nicht mehr notwendig (möglich)? Integration erfolgt in Gemeinschaften, nicht in Kulturen.
Aber klar, eine so triviale Aussage ist "katastrophal entlarvend", während eine rassistisch xenophobe Aussage eines Parteivorsitzenden als "unspektakulär" bezeichnet wird. Knubbelnase ist wohl schon in Verteidigungsstellung, um sein Kreuzchen bei der AfD zu verteidigen. :)

Hab das jetzt erst verstanden. :rofl2:
 
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weil es etwas, das man durchaus leitkultur nennen kann, in jedem land gibt, aber schwer in wenigen sätzen klar definierbar ist. die linken feiern sich dann natürlich immer euphorisch, wenn es nicht gelingt in zwei sätzen präzise runterzurasseln was dt leitkultur sein soll. ich zitiere mal nen zeit.de autor

Etwas ganz anderes ist es indessen, was Aydan Özoguz eigentlich geritten hat, als sie die deutsche Kultur auf die Sprache reduzierte. Ich kenne und schätze sie seit Jahrzehnten, aber da hat sie sich vertan. "Schlicht" mag die deutsche Kultur in der Tat nicht identifizierbar sein. Weniger schlicht – sagen wir: differenzierter und tiefschürfender – geht das schon. Viele große Geister haben sich an dem Thema abgearbeitet: Goethe und Schiller, Friedrich Nietzsche und Thomas Mann, Theodor Adorno und Karl Jaspers; zuletzt hat Dieter Borchmeyer im Frühjahr sein 1.055 Seiten dickes Werk Was ist deutsch? vorgelegt.

In 5.000 Zeichen lässt sich die facettenreiche Diskussion nicht nachzeichnen. Ich belasse es bei fünf Bemerkungen.

1. Aydan Özoguz beschränkt sich nicht auf die Frage, ob es eine deutsche Leitkultur gibt, geben soll oder geben darf. Vielmehr stellt sie in Frage, dass es überhaupt eine deutsche Kultur jenseits der Sprache gibt. Selbstverständlich gibt es sie – wie ja auch, was nicht zu leugnen ist, eine französische, britische oder englische Nationalkultur jenseits der Sprachen existiert.

2. Kultur ist mehr als Sprache, mehr auch als politische Kultur, Verfassungspatriotismus also und Grundgesetztreue. Sie ist ein Mosaik aus der Literatur, der Musik, der Kunst und der Philosophie eines Landes, das seinen gesamten geistigen und ästhetischen Raum umfasst. Auch der Glaube prägt – und selbst jene, die keine Glaubenschristen mehr sind, ob sie dies wahrhaben wollen oder nicht, noch immer Kulturchristen – bis hin zum Vaterunser am Grab. Dazu kommt der Alltagsraum von Empfinden und Benehmen, vom Bauen und Wohnen, auch von Essen und Trinken. Tradition und Geschichte überformen dies alles.
Im kollektiven Bewusstsein fügt es sich zusammen zur nationalen Identität. Wobei Ortega y Gasset völlig recht hatte, als er sagte: "Vier Fünftel unserer inneren Habe sind europäisches Gemeingut." Für das rein Nationale bleiben da nur 20 Prozent.

3. Identitäten wandeln sich. An diesem Wandlungsprozess haben auch die Zugewanderten Anteil. Das waren viele in unserer Geschichte. Carl Zuckmayer hat sie in "Des Teufels General" angeführt: "Da war ein römischer Feldhauptmann, ein schwarzer Kerl, braun wie ne reife Olive, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Und dann kam ein jüdischer Gewürzhändler, ein griechischer Arzt, ein keltischer Legionär, ein Graubündner Landsknecht, ein schwedischer Reiter, ein Soldat Napoleons, ein desertierter Kosak, ein Schwarzwälder Flötzer, ein wandernder Müllerbursch vom Elsaß, ein dicker Schiffer aus Holland, ein Magyar, ein Pandur, ein Offizier aus Wien, ein französischer Schauspieler, ein böhmischer Musikant – das hat alles am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt."
Nietzsche hat es weniger poetisch ausgedrückt. Er schrieb, die Deutschen seien mehr als die anderen europäischen Völker "ein Volk der ungeheuerlichsten Mischung und Zusammenrührung von Rassen." Das Mischungsverhältnis hat sich in dem deutschen Amalgam ständig verändert und es wird sich weiter verändern. Wie die meisten chemischen Amalgame ist es unumkehrbar.

4. Im Laufe der Jahrhunderte haben wir viel Fremdes uns anverwandelt und zu eigen gemacht. Doch was da zu Deutschen zusammengerührt wurde, hat immer Rückhalt im Eigenen gesucht. Das ist die natürlichste Sache der Welt. Warum sollte es heute anders sein? Anverwandlung ist die Aufgabe. Und machen wir weder uns noch den Zuwanderern etwas vor. Integration derer, die bleiben dürfen und bleiben wollen, heißt in der Perspektive von zwei, drei Generationen nichts anderes als Assimilierung.
5. Zweierlei sollten die Deutschen ohne Migrationshintergrund einräumen. Erstens: Ebenso prägend wie die gemeinsame Nationalkultur sind unsere landsmannschaftlichen Regionalkulturen. Sanssouci und Neuschwanstein, Fachwerk und Reetdach, Leberkäse und Labskaus, Spätzle und Saumagen.
Zweitens: Auch Deutsche ohne Migrationshintergrund tragen die deutsche (Leit)kultur nicht ständig im Rucksack, in der Damenhandtasche oder dem Aktenkoffer. Unsere Bildungspolitik demontiert sie auf Schmählichste, unsere abendliche Fernsehkost reduziert sie dümmlich auf Krimis, Kochereien und Quizprogramme. Aber das wäre ein anderer Kommentar.
Zum Schluss habe ich indes eine Frage. In dem Tagesspiegel-Artikel forderte Özoguz eine "interkulturelle Öffnung in allen Bereichen". Wirklich in allen Bereichen? Wo würde sie die Grenze ziehen?

Knubbelnase ist wohl schon in Verteidigungsstellung, um sein Kreuzchen bei der AfD zu verteidigen.
meinst du mich damit?
 
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Die deutsche Kultur ist es, nicht total arm und komplett ungebildet zu sein. Die meisten Einwanderer aus Nah-Ost sind es, dealt damit.
 
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weil es etwas, das man durchaus leitkultur nennen kann, in jedem land gibt, aber schwer in wenigen sätzen klar definierbar ist. die linken feiern sich dann natürlich immer euphorisch, wenn es nicht gelingt in zwei sätzen präzise runterzurasseln was dt leitkultur sein soll. ich zitiere mal nen zeit.de autor
Es ist nicht nur in wenigen Sätzen nicht klar definierbar, es ist überhaupt nicht klar definierbar. Was dieser Autor hier geschrieben hat ist für mich eine Aneinanderreihung von sinnleeren Floskeleien. Z.B.:

1. Aydan Özoguz beschränkt sich nicht auf die Frage, ob es eine deutsche Leitkultur gibt, geben soll oder geben darf. Vielmehr stellt sie in Frage, dass es überhaupt eine deutsche Kultur jenseits der Sprache gibt. Selbstverständlich gibt es sie – wie ja auch, was nicht zu leugnen ist, eine französische, britische oder englische Nationalkultur jenseits der Sprachen existiert.
Na das ist ja n Argument! Dann kann er diese Nationalkulturen ja auch definieren, oder? Es gibt nen Haufen Klischees zu jedem Land, das stimmt wohl. Der Punkt ist nicht, dass bestritten wird, dass es deutsche Kulturen gibt. Ich z.B. bestreite nur, dass sich die Vielzahl der Ansichten in Deutschland zu einer homogenen Masse, die man dann "deutsche Kultur" nennen kann, vereinen lässt.

Kultur ist mehr als Sprache, mehr auch als politische Kultur, Verfassungspatriotismus also und Grundgesetztreue. Sie ist ein Mosaik aus der Literatur, der Musik, der Kunst und der Philosophie eines Landes, das seinen gesamten geistigen und ästhetischen Raum umfasst.
Dem kann ich mich sogar teilweise anschließen. Aber welche Konsequenz hat das im Rahmen der Integration? Muss der Migrant also Schiller lesen und Bach hören um hier leben zu dürfen? Ist der deutsche Asi, der nur Bild liest und Bushido hört dann nicht Deutsch? Oder der Bauarbeiter, der nur Schlager mag und Bierfeste? Die deutsche Vergangenheit ist natürlich ein Teil des riesigen Konglomerats, was man als Kultur bezeichnen kann. Aber sie hat nichts mit dem Thema Integration zu tun.

Es gibt zwei Möglichkeiten darauf zu gucken und ich verwende mal bool'sche Logik: Betrachtet man es als eine Oder-Betrachtung, dann ist die deutsche Kultur ein wilder Zusammenwurf verschiedener identitätsstiftender Historien, Traditionen und Wünsche/Neigungen. Das ist nett zu betrachten, hat in der Frage der Integration aber keine Aussagekraft.
Betrachtet man es als ein "Und", dann ist die einzige notwendige und hinreichende Variable die Sprache. Ich kann dir 3 Biodeutsche raussuchen und am Ende wird es nichts anderes geben, was uns verbindet. Ich mein guck dir mal mich und MV an; außer der Sprache gibt es da keine einzige Gemeinsamkeit.
 
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er hat doch definiert woraus sich eine kulturelle identität ergibt. das ist bei einer französischen oder englischen nicht anders als bei der deutschen.
im übrigen wirst du gar nicht bestreiten, dass angehörige der genannten kulturen mit stolz darauf bestehen, dass sie eben eine eigene, unterscheidbare kultur und identität haben und leben. dass das in deutschland so ein reizthema ist, ist weltweit imo einzigartig.
diese leitkultur bringt auch keine roboterähnliche, identisch homogene masse hervor, sondern etwas unterscheidbar eigenes. wenn du drei biodeutsche vergleicht findest du vlt kaum oder keine schnittmengen, bei 10k ganz bestimmt.

Aber welche Konsequenz hat das im Rahmen der Integration?

integration erfordert von uns zu unserem lifestyle zu stehen und von migranten zu erwarten sich diesem anzupassen.
 
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