Coronavirus Sterben wir oder doch nicht?

Mitglied seit
27.06.2014
Beiträge
2.399
Reaktionen
806
Ort
Hamburg
Goldraute. Es ist halt echt die komplette Egoismusdefinition von "Freiheit". Solidarität ist eine unerträgliche Last für die Menschen, so scheint es.
(gut, dazu kommt natürlich in gewissen Kreisen Machogehabe dazu, weil Vorsicht Schwäche ist etc)
Wart ihr denn vor Corona für Maskenpflicht? Oder seid jetzt für Maskenpflicht, auch wenn Corona irrelevant/endemisch wäre?

Ich frage, weil ich den Sinn von Masken schon sehe -- aber jetzt nicht mehr wesentlich anders als bei einer Grippewelle von 2019 oder vorher. Und damals habe ich nie gehört, dass irgendjemand Maskenpflicht gefordert hätte.
 
Mitglied seit
11.09.2002
Beiträge
4.792
Reaktionen
257
Wart ihr denn vor Corona für Maskenpflicht? Oder seid jetzt für Maskenpflicht, auch wenn Corona irrelevant/endemisch wäre?

Ich frage, weil ich den Sinn von Masken schon sehe -- aber jetzt nicht mehr wesentlich anders als bei einer Grippewelle von 2019 oder vorher. Und damals habe ich nie gehört, dass irgendjemand Maskenpflicht gefordert hätte.
Ich glaube, dass es mittlerweile viele hier gibt die sagen "in Öffis im Winter generell immer".
 
Mitglied seit
27.06.2014
Beiträge
2.399
Reaktionen
806
Ort
Hamburg
Wer diese Position vertritt, sollte dann aber mit offenen Karten spielen. D.h. die Begründung nicht nur auf Corona beziehen.

Ich bin bspw aus genau diesem Grund gegen eine Maskenpflicht. Weil sie jetzt eben nicht mehr nur durch Corona begründbar ist, sondern eine Maskenpflicht jetzt eigentlich bedeutet, dass man auf ewig Maskenpflicht mindestens in der Grippesaison haben würde.

Das ist zwar argumentierbar, aber ein krasser Schritt. Der mMn sehr ausgiebig diskutiert werden müsste.

Nein Gefühl ist, dass die Befürworter der Maskenpflicht das wissen, und jetzt eben mit dem vorgeschoben Argument Corona Realitäten schaffen wollen, um dann eine dauerhafte Maskenpflicht durchzusetzen.
 

Benrath

Community-Forum
Mitglied seit
19.05.2003
Beiträge
18.811
Reaktionen
459
Glaub völlig überraschend ist es nicht aber doch traurig wie leichtfertig Spahn das Geld für Tests ausgegeben hat und zb nicht tiermediziner zugelassen hat

 
Mitglied seit
25.09.2014
Beiträge
4.045
Reaktionen
736
Wer diese Position vertritt, sollte dann aber mit offenen Karten spielen. D.h. die Begründung nicht nur auf Corona beziehen.

Ich bin bspw aus genau diesem Grund gegen eine Maskenpflicht. Weil sie jetzt eben nicht mehr nur durch Corona begründbar ist, sondern eine Maskenpflicht jetzt eigentlich bedeutet, dass man auf ewig Maskenpflicht mindestens in der Grippesaison haben würde.

Das ist zwar argumentierbar, aber ein krasser Schritt. Der mMn sehr ausgiebig diskutiert werden müsste.

Nein Gefühl ist, dass die Befürworter der Maskenpflicht das wissen, und jetzt eben mit dem vorgeschoben Argument Corona Realitäten schaffen wollen, um dann eine dauerhafte Maskenpflicht durchzusetzen.
Versteh die Aufregung nicht. Ich bin für die Maskenpflicht, nicht wegen Covid, sondern wegen der Welle an Atemwegserkrankungen, die wir gerade haben. Wenn wir nochmal so eine Welle bekämen, wäre ich wieder für eine Maskenpflicht, warum nicht?
2019 hat niemand dafür argumentiert hat, weil es bis dahin kein Thema war und sich niemand Gedanken darüber machen musste, mit welchen nichtpharmazeutischen Interventionen man eine Grippewelle stoppen oder abmildern kann. In Asien war es afaik damals schon üblich Maske zu tragen. Wir haben durch die Pandemie eben dazugelernt. Ich sehe nicht, warum wir alles wieder vergessen sollten. Im Krankenhaus z.B. wird man wohl auch nicht bald dahin zurückkehren, dass man Kranken ohne jeden Schutz gegenüber tritt.
Ich seh auch keine übertriebene Zumutung darin, während der Erkältungssaison für zwei bis drei Monate jedes Jahr Maske zu tragen. Sicherlich sollte man die Wirksamkeit nochmal evaluieren, damit man den Nutzen besser abwägen kann. Aber die Kosten sind imo gering und da wir wissen, dass Masken grundsätzlich eine gewisse Wirkung gegen Atemwegserreger haben, überwiegen für mich die Vorteile, wenn man die Krankenhäuser so etwas entlasten kann und besonders anfällige Menschen weniger vom öffentlichen Leben ausschließt.
Langfristig besser wäre natürlich eine universale Erkältungsimpfung. Und bitte Magen-Darm dazu.
 
Zuletzt bearbeitet:

Gelöschtes Mitglied 160054

Guest
"Ich seh auch keine übertriebene Zumutung darin, während der Erkältungssaison für zwei bis drei Monate jedes Jahr Maske zu tragen"
Bitte was? Harter Widerspruch, absolut KRASSE Zumutung. Ich würde unterstützen, dass, wenn man glaubhaft macht, dass eine gesundsheitsgefährdung für einen vorliegt, dass man eine Maske mit eigenem Sauerstoffvorrat finanziert bekommt vom Staat. Andere dazu zu zwingen ist übergriffig.
 
Mitglied seit
27.06.2014
Beiträge
2.399
Reaktionen
806
Ort
Hamburg
@saistaed - OK, du findest es keine große Zumutung. Viele andere schon. Es war jahrzehntelang absolut nicht üblich, und es wurde auch nie gefordert. Insofern finde ich, dass das sehr sauber und ausführlich diskutiert werden muss, und es dafür auch neue Gesetze geben sollte, wenn man es wirklich will. Anstatt mit dem vorgeschoben Argument Corona diese Dauerlösung einzuführen.

Ich würde mich damit arrangieren, aber habe eigentlich keinen Bock darauf. Ohne Maske ist angenehmer. Und dafür riskiere ich Grippe/Erkältung.
 
Mitglied seit
25.09.2014
Beiträge
4.045
Reaktionen
736
Es geht aber nicht darum, ob du für dich persönlich Grippe oder Erkältung riskierst. Wenn aber die Entscheidung einer Vielzahl an Leuten "Grippe oder Erkältung zu riskieren" mit dazu führt, dass Ärzte und Pflegepersonal überlastet sind, Notaufnahmen geschlossen werden müssen und Gesundheitsversorgung nicht mehr überall adäquat gewährleistet ist, dann ist es keine persönlich Entscheidung mehr.
Die Diskussion ist eh akademisch, weil sowas sicherlich nicht passieren wird. Ich wollte letztlich nur darauf hinaus, dass es für mich keinen Sinn ergibt zu sagen, dass Maßnahmen wie Masken angemessen sein sollen, wenn es um Corona geht, aber nicht wenn andere Erreger, die man mit Masken genau so gut eindämmen kann, zu sehr ähnlichen Problemen führen.
Es steht ja auch überhaupt nicht fest, dass es jedes Jahr sein müsste oder für wie lange. Dieses Jahr ist aus den bekannten Gründen ein Sonderfall. Aber wenn es eben mal dazu kommt - und das gab es ja auch schon vor der Pandemie in manchen Jahren -, dann wäre es doch imo sinnvoll, ein paar niedrigschwellige Gegenmaßnahmen zu nutzen, um die Situation abzumildern. Die gesetzliche Grundlage sollte man natürlich im Voraus schaffen und sich einen geeigneten Mechanismus überlegen, wann sie aktiviert wird.
Es gibt ja auch noch andere Maßnahmen, die man präventiv ergreifen kann, um das Gesundheitssystem zu entlasten - z.B. mehr Personal. Auch eine allgemeine Impfempfehlung für Grippe wäre imo ratsam.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
17.10.2006
Beiträge
5.896
Reaktionen
380
Ort
Köln
Es geht aber nicht darum, ob du für dich persönlich Grippe oder Erkältung riskierst. Wenn aber die Entscheidung einer Vielzahl an Leuten "Grippe oder Erkältung zu riskieren" mit dazu führt, dass Ärzte und Pflegepersonal überlastet sind, Notaufnahmen geschlossen werden müssen und Gesundheitsversorgung nicht mehr überall adäquat gewährleistet ist, dann ist es keine persönlich Entscheidung mehr.
Es ist aber auch ein Unterschied, ob wir über Ausnahmejahre aufgrund einer Pandemie reden, oder über einen Zustand, der jedes Jahr auftritt. Ich habe selbstverständlich Maske getragen in einer Situation, die neu und nicht planbar für alle war und entsprechend Rücksicht genommen werden sollte. Ich erwarte von der Politik allerdings schon, genug in Medizin und Pflege zu investieren, dass es nicht jedes Jahr zu einer erwartbaren Unterversorgung kommt, die dann von der Bevölkerung wieder aufgefangen werden muss - hast du ja aber auch z.T. so geschrieben.

Und zu Asien: Afaik gibt es kein einziges asiatisches Land, welches eine saisonale Maskenpflicht hat. Ich wäre da auch eher für das japanische Modell: Da gibt es ja auch keine Pflicht, aber die selbstverständliche Rücksichtnahme, dass jemand mit Erkältungssymptomen selber eine Maske anzieht, anstatt alle Mitbürger im ÖPNV vollzuhusten. Und wer sich doppelt sicher fühlen möchte, zieht selber eine an.
 
Mitglied seit
25.09.2014
Beiträge
4.045
Reaktionen
736
Grundsätzlich gehe ich mit, dass der Staat das Gesundheitssystem so auszustatten hat, dass eine regelmäßige Erkältungswelle aufgefangen werden kann. Trotzdem kann es vorkommen, dass es eine besonders heftige Welle gibt, die die Krankenhäuser vor Probleme stellt. Und eine bessere Ausstattung des Gesundheitssystems, noch dazu mit entsprechender Überkapazität für Grippewellen, ist auch nicht trivial oder auf die Schnelle zu erreichen.
Ganz prinzipiell finde ich, dass man der Bevölkerung verhältnismäßige Rücksichtspflichten abverlangen darf, wenn eine Notlage da ist oder unmittelbar bevorsteht - und da ist es dann auch erstmal egal, ob der Staat das durch größere oder smartere Investitionen hätte verhindern können. Alles andere wäre imo zynisch gegenüber dem medizinischen Personal und den Patienten, die nicht adäquat versorgt werden.
 
Mitglied seit
31.03.2001
Beiträge
26.558
Reaktionen
398
Man sollte da natürlich auch nicht den wunderschönen ( :mond: ) Föderalismus vergessen. Da man da ja schwerlich einen krassen Notfall herbeiargumentieren kann, erst recht nicht wenn man es präventiv machen will, dürfte das doch bestimmt Ländersache sein.
Könnte mir generell schon vorstellen, dass ein Bundesland das nächsten Winter mal versuchen will. Dann wird es (*surprised-pickachu*) einen großen Backlash geben, man wird wahrscheinlich einknicken und dann versucht das nie wieder jemand.
 
Oben