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Brexit - Chance oder Risiko

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Grüß euch,
Großbritanien wird am 23. Juni (Also bald!) in einem Referendum entscheiden ob sie in der EU bleiben wollen oder nicht.


http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-...en-aufklaerung-information-pro-contra/seite-2
Eigentlich wollte Sarah* für den Brexit stimmen. So wie es 52 Prozent der Briten tun wollen, glaubt man der jüngsten Umfrage des Guardian und der Umfrageagentur ICM

Nach den Umfragen sind die meisten für einen Brexit.
Hauptausschlag sind für 50% die Einwanderungspolitik. Sie wollen nicht das noch mehr aus der EU nach England kommen. Hier werden vorallem die Polen genannt.

In einer Umfrage gab etwa die Hälfte der Briten an, die Frage der Einwanderung sei für sie wahlentscheidend. Im einwanderungsstarken Peterborough befürworten viele einen Austritt aus der EU.

Was meint ihr: Hat die Wahl einen großen Einfluss auf die EU? Welche Impulse könnte das auf die EU haben und vorallem wie wird sich das auf England auswirken - positiv oder negativ?

Interessanter Weise fühlen sich sehr viele Wähler in den Medien in England nicht ausreichend mit Informationen versorgt.

"Offensichtlich hängt alles davon ab, wer die bessere PR hat. Briefe schreiben reicht einfach nicht"
Das ist nicht wie eine Wahl, die man fünf Jahre später wiederholt. Das ist die wichtigste Abstimmung, die es auf lange Zeit geben wird

Die sinkende Bedeutung des Vereinigten Königreichs nach einem Brexit skizzierte US-Präsident Barack Obama am 22. April 2016: „Unser Hauptinteresse (Anmerkung: das der USA) gilt dem großen Block, der EU. Wenn Großbritannien alleine wäre, stünde es in der Schlange ganz hinten.
Der Banker Gerard Lyons[10] untersuchte im Auftrag des Londoner Bürgermeisters Boris Johnson Szenarien für einen Austritt und einen Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union. Er kam im Sommer 2014 zu dem Schluss, dass ein Brexit die Wirtschaftsleistung Großbritanniens unter Umständen bedeutend erhöhen könne. Dies wäre insbesondere dann der Fall, wenn das Königreich eine erfolgreiche eigene Handelspolitik betreibe. Falls Großbritannien mit einer eigenen Handelspolitik allerdings scheitere, könne ein Brexit für die Wirtschaftsleistung Großbritanniens ungünstiger sein als ein Verbleib in der bestehenden Union.
Nach Ansicht der liberalen Denkfabrik Open Europe könnte das Vereinigte Königreich im Falle seines Austritts aus der EU einen geschätzten Wohlstandsverlust von 56 Milliarden Pfund im Jahr und einen Wachstumsrückgang des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2018 auf unter 1,5 Prozent erleiden. Es wäre dann dem Risiko ausgesetzt, einen neuen Marktzugang zum Binnenmarkt der EU aushandeln zu müssen, insbesondere für die Finanzdienstleistungsbranche der City of London.

catholicheraldco_uk_.jpg
 
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Die solln sich verpissen und dann gnadenlos unter gehn.
ich hab ja keine ahnung von wirtschaft, brauch ich aber auch nicht um ne meinung zu haben!

Und so nur von meinem uninformierten eindruck nervt es mich eh, was sich GB an sonderrechten ergeiert hat.
 
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hätte ein Brexit nicht einen erheblichen Impact auf den Finanzstandort Frankfurt, im positiven Sinne?
 

Shihatsu

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Mir eigentlich egal ob rein oder raus, aber doch bitte richtig. Der jetztige Zustand ist überaus nervig.
 
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Irgendwie vermute ich ja, dass es für die EU eher gut ist (man war sich ja gefühlt eigentlich eh nie einig mit UK und musste noch faulere Kompromisse machen als nötig), für Uk wird es denke ich davon abhängen wie gut sie nach einem Austritt verhandeln. Denn generell werden die natürlich trotzdem gewisse Abkommen mit der EU machen wollen, dabei wird es dann vielleicht auch davon abhängen, wie sehr die Verhandlungspartner auf der anderen Seite angepisst sind.
 
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EU-Politiker warnen, dass hunderttausende Arbeitsplätze in Gefahr sind. Wie denen nichts besseres einfällt :rofl2:

Briten sollen selbst entscheiden. Die EU in ihrer jetzigen Form ist unerträglich.
 
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bringt den briten doch nur nachteile zu gehen, sie wollen weiter auf den binnenmarkt der EU, also werden sie sich weiter an EU regeln und normen halten müssen. nur dass sie nach dem brexit nicht mehr mitbestimmen können
 
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Eben, atm haben sie immerhin ihre ganzen Extrawürste was die Abkommen etc. angeht. Die können sie sich dann schminken und ob die danach mit dem europäischen Festland noch so gute Konditionen bekommen bleibt zu bezweifeln.
 
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Auf jeden Fall raus!
Vielleicht zerfällt dann der riesige undemokratische Korruptionshaufen der sich aktuell EU schimpft und an deren Stelle kann man etwas vernünftiges aufbauen.
 
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Für uns ist Brexit schlecht -- allein, weil es dann schwieriger wird, die positiven Effekte der EU zu maximieren und die negativen Effekte zu minimieren.

Für die Briten ist der Brexit auch eher schlecht -- nicht katastrophal schlecht, aber es gibt halt quasi kaum Vorteile. Sie können restriktive Immigrationspolitik auch in der EU fahren.
 
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Für uns ist Brexit schlecht -- allein, weil es dann schwieriger wird, die positiven Effekte der EU zu maximieren und die negativen Effekte zu minimieren.
Welche positiven Aspekte hatten wir denn bisher groß durch die Anwesenheit UKs in der EU?

Normalerweise würde man ja vielleicht davon reden, dass sie ein wirtschaftlich starkes Land sind, was gut Geld in den Haushalt mit einzahlt und uns entlastet, aber das gilt halt nur sehr bedingt, weil sie ja ihre Sonderdeals hatten, durch die sie ja letztlich eh nicht sooo viel gezahlt haben (bzw offiziell halt gezahlt und dann wieder zurückgekriegt, aber ist ja unterm Strich das selbe Ergebnis)
 
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Ich würde hier kurzfristig und langfristig trennen. Klar, kurzfristig haben beide Seiten durchaus Nachteile. Aber langfristig dürfte es wirklich besser sein, einen Neustart auf Basis starker kooperierender Nationalstaaten der Kern-EU zu wagen anstatt das aktuelle Monster künstlich am Leben halten zu wollen.
Europa ist eine tolle Idee, aber man muss sie richtig angehen und nicht überstürzt und unfähig, wie es bisher geschehen ist. Wenn alle großen Staaten die EU verlassen kann das die Grundlage für ein starkes Kern-Europa schaffen, welches langfristig viel stabiler und Sinnvoller wäre.
 
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Das Problem ist, keiner hatte die Eier die Europäsche Einigung richtig durchzuziehen: Gemeinsame Armee, Länderfinanzausgleich, Abschaffung der Nationalstaaten, die Vereinigten Staaten von Europa halt.
Dieses zögerliche feige ängstliche behaaren auf die eigenen Nationalstaaten, ist die Ursache der ganzen EU Krise. Um ein richtiges funktionierendes Europa zu schaffen hätte es mehr Mut bedurft, jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und wir haben dieses halbgare machtlose Schrottgebilde mit all seinen Problemen.

Allein München hat mehr Mitarbeiter und Personalkosten als die komplette EU Verwaltung, da sieht man doch was für ein Zahnlose Papiertiger der Laden eigentlich ist.

zum Brexit:
Der Austritt würde UK mehr schaden als der EU. Und genau deswegen werden sich die Briten, wie so oft, mir einer knappen Mehrheit für Europa entscheiden, das ständige lächerliche Säbelrasseln der Briten nervt nur langsam.
 
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Funfact als in Deutschland lebender Brite mach ich mir ein wenig Sorgen darum unter Umständen bald kein EU-Bürger mehr zu sein 8[
 

Sabel

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Für uns wäre es schlecht, wenn Großbritannien austritt, weil das das einzige Land ist, das dieses Monstrum an Geldverbrennung von innen reformieren kann. Deutschland will nicht, Frankreich kann nicht. Camerons Nachverhandlungen besagen, dass keine weiteren Kompetenzen mehr an Brüssel übertragen werden dürfen, ohne das nationale Parlament vorher befragt zu haben. Es wird auch eine vierjährige Übergangsphase geben, in der EU-Einwanderer keine oder viel geringere Transferleistungen erhalten, und auch das "Kindergeld" darf afair nicht mehr ins Ausland überwiesen werden. Das ist ein sehr guter Anfang und sollte universal gehandhabt werden. Großbritannien ist auch nicht im Schengenraum, ihre Grenzen können sie jetzt schon kontrollieren, nur die Einwanderung aus der EU darf eben immer noch nicht gesteuert werden. Das alleine zeigt schon, dass dringend Bedarf an weiteren Verhandlungen besteht. GB steht nicht komplett alleine, auch Dänemark hat eigene Abkommen und ist kein bedingungsloses Mitglied wie wir das leider sind. Wenn EU-kritische Parteien immer weiter wachsen, hinterfragt unsere dolle Regierung vielleicht auch bald dieses undemokratische Gebilde. Wenigstens ein bisschen.
Ein Brexit könnte eine Welle auslösen, denn wenn die Briten gehen, dauert es imo nicht lange, bis die Franzosen ein eigenes Referendum abhalten und gute Chancen haben, das zu gewinnen. Italien, Griechenland, Holland könnten folgen, wobei dort die Chancen geringer sind. Wenn aber zwei der drei wichtigsten EU-Länder austreten und Deutschland dann alleine dasteht mit den Süd- und Osteuropäern, kriegen wir als dann einziger relevanter Zahlmeister ein Problem (noch zusätzlich zu den anderen Problemen, die uns finanziell schwer belasten werden).
Die Behauptung, GB würde wirtschaftlichen Schaden nehmen, sehe ich übrigens überhaupt nicht. Spanien oder Italien vielleicht, aber nicht ein für Deutschland so wichtiger Partner. Alleine was wir an Autos dort hin karren wird schon ein brauchbares Handelsabkommen auslösen.

Würde GB heute darüber abstimmen, der EU beizutreten, würde man sich nie und nimmer dafür entscheiden. Die sollen das machen, was sie wollen, es wird am Reichtum nichts ändern.

Funfact als in Deutschland lebender Brite mach ich mir ein wenig Sorgen darum unter Umständen bald kein EU-Bürger mehr zu sein 8[

Es war auch schon vor der almighty EU möglich, als Ausländer in einem anderen Land zu arbeiten. Ist es auch immer noch. Wir sollten davon weggehen, die EU für Errungenschaften (wie den Binnenmarkt) zu preisen, die gar nichts mit ihr zu tun haben, das ist nämlich einfach falsch. EU-Bürger, die heute in GB arbeiten, werden bleiben dürfen, und Briten, die auf dem Kontinent arbeiten, werden auch bleiben dürfen. Das sagt sogar der Oberbrexiter Boris Johnson.
 
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- GB ist mit 7 Milliarden ein großer Nettozahler
- Für Großbritannien aber wäre der Austritt fatal. Zollerleichterungen, Handel, Zuzug von internationalen Unternehmen – Großbritannien profitiert massiv von der EU.

Ein historischer Grund für die Abwehrhaltung Richtung Brüssel kommt noch dazu: Als ehemalige Kolonial- und Weltmacht ist Großbritannien es gewohnt, Leitlinien vorzugeben.

Die sinkende Bedeutung des Vereinigten Königreichs nach einem Brexit skizzierte US-Präsident Barack Obama am 22. April 2016: „Unser Hauptinteresse (Anmerkung: das der USA) gilt dem großen Block, der EU. Wenn Großbritannien alleine wäre, stünde es in der Schlange ganz hinten.

Wenn die wirklich rausgehen verschwinden sie in der Bedeutungslosigkeit. Wie wollen die Leitlinien vorschlagen wenn sie alleine sind? Trotzdem sind sich wirtschaftlich die Knechte der EU, USA oder China. Aber klar - bischen Größenwahn.

Genau wie bei dem Grundeinkommen ist die Brexit Wahl extrem wichtig. Das sollte man nicht so leichtfertig entscheiden

GB wird schwächer da nicht wenige Schotten weg von England wollen
 
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@ Cosmos: Woher weißt du denn so genau, was mit Großbrotannien nach einem Austritt aus der EU passieren wird?

Wieso sollten sie nicht auch wohlhaben und erfolgreich sein wie die Schweiz oder Island?

Ich will hier gar nicht behaupten, dass es nicht so ist, oder das ich es besser weiß. Aber das ist eine komplizierte Frage, auf die auch die schlauesten Wirtschaftswissenschaftler keine klare Antwort geben können.
Nur eines ist klar: Für die EU (nicht unbedingt für Europa) als Machtfaktor und als Organisation die ihre eigene Stellung immer weiter ausbauen will, wäre der Austritt Großbritanniens eine große Niederlage. Und aus diesem Grund keifen auch alle Europapolitiker bei diesem Thema so herum und malen die düstersten Szenarien aus, um die britischen Wähler Angst vor der Entscheidung zum Austritt zu machen. Es wird ja gerade so getan, als würde es ohne die EU keinen Freihandel, keine Reisemöglichkeiten etc mehr geben - obwohl andere Länder das Gegenteil beweisen.
 

parats'

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Die Schweiz hat komplett andere Grundvoraussetzung im Vergleich zu UK.
 

Gelöscht

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Die Schweiz hat komplett andere Grundvoraussetzung im Vergleich zu UK.

afaik ist die schweiz auch eu mitglied, was abkommen und wirtschaftliche verflechtung angeht. gb hat den euro nicht eingeführt, wenn eins der eu länder den exit wagen kann, dann gb - mit blick auf die schweiz.
 

parats'

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Die Schweiz Gehört zu den EFTA-Mitgliedstaaten (Schweiz, Liechtenstein, Island, Norwegen). Davon sind alle, außer der Schweiz, Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums. Alle vier sind aber nicht in der europäischen Zollunion.

UK müsste sich erstmal Zutritt dazu verschaffen um von den Vorteilen des EWRs profitieren zu können.
 
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Hauptproblem für GB wär wohl, dass die Schotten ganz klar pro EU sind und ja eh schon ständig mit der Abspaltung liebäugeln.
 
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@ parats: Und denkst du eine EFTA-Mitgliedschaft bekommt Großbritannien nicht hin?
Das sind doch Strohmann-Argumente die nur Panik verursachen sollen. Glaubst du bei einem Austritt aus der EU gehen sofort alle Schranken runter und niemand kommt mehr rein oder raus? Es wird eine Übergangszeit geben, man wird neue Verträge aushandeln (ob jetzt EFTA oder neue Regelungen ist völlig wayne) und gut ist.
 

Moranthir

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Hauptproblem für GB wär wohl, dass die Schotten ganz klar pro EU sind und ja eh schon ständig mit der Abspaltung liebäugeln.
Absolut. Meine schottischen Kumpel ragen deshalb pausenlos auf Facebook aus. Schon geil, dass man den Schotten Angst eingejagt hat, dass sie alleine ohne EU dastehen und jetzt fliegen sie ggf. gemeinsam mit den Tommies raus. :rofl2:

Wie kommt es eigentlich dazu, dass sich hier keiner für die Prognosen des IMF und der Weltbank interessiert? Weil politisch motivierte Lügenpresse und Obama und überhaupt?
 
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Weil IMF und Weltbank in der Vergangenheit einfach viel zu viel Scheiße gelabert haben um noch ernst genommen zu werden :deliver:

Klar, wenn GB komplett aus der EU rausgeht und alle Verbindungen zum Kontinent kappt sind sie tot. Aber das wird nicht passieren.
Wenn sie das beschissene Bürokratie-Monster der EU fallen lassen und stattdessen einfach zur guten alten Wirtschaftsgemeinschaft zurück gehen dann wird das kaum Nachteile und viele Vorteile haben.
Was Europa braucht ist eine wirtschaftliche Union, die politische Union kommt dann schon noch früh genug und muss nicht dümmlich erzwungen werden.

Das Problem ist, keiner hatte die Eier die Europäsche Einigung richtig durchzuziehen: Gemeinsame Armee, Länderfinanzausgleich, Abschaffung der Nationalstaaten, die Vereinigten Staaten von Europa halt.
Dieses zögerliche feige ängstliche behaaren auf die eigenen Nationalstaaten, ist die Ursache der ganzen EU Krise. Um ein richtiges funktionierendes Europa zu schaffen hätte es mehr Mut bedurft, jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und wir haben dieses halbgare machtlose Schrottgebilde mit all seinen Problemen.

Das ist doch absoluter Unfug. Genau das Gegenteil ist der Fall:
Keiner hatte die Eier, die europäische Einigung richtig durchzuziehen: Nämlich langsam und mit Augenmaß. Wirtschaftliche Einigung, gemeinsame Währung im Kerneuropa und nur mit Staaten, die wirtschaftlich auf Augenhöhe sind. Dann auch gerne Schritte in Richtung einer politischen Union, aber ganz langsam und nur mit expliziter Zustimmung der Völker.
Wenn die Festung Kerneuropa steht und schlagkräftig ist dann, und nur dann, kann man ganz, ganz langsam an eine Erweiterung denken. Erst mal nach Süden und Westen und später, wieder ganz langsam, nach Osten.

Der Versuch, eine übereilte politische Union mit dutzenden von Ländern zu erzwingen macht die EU handlungsunfähig und sorgt auch für die ganz berechtigten Proteste. Wenn man diesem Ungetüm auch noch mehr Budget und das Militär gegeben hätte dann hätte es - zu Recht! - Volksaufstände gegeben. Deshalb muss man mit der Wirtschaftsunion anfangen und die politische Union langsam und im kleinen Rahmen aufbauen.
Mit Kerneuropa meine ich erst mal Deutschland, Österreich, Benelux und vielleicht Frankreich falls die mitmachen wollen. Die Schweiz wäre natürlich auch eingeladen, wird aber nicht mitmachen wollen ;)
Wenn diese Vereinigung erst mal eine Generation lang steht kann man langsam auf Italien, Spanien und GB zugehen und dann noch eine Generation später auf Portugal und Polen.

Die überhastete große EU, mit der die verantwortlichen Politiker sich selbst ein Denkmal setzen wollten, war ein riesiger Fehler, den es nun zu korrigieren gilt.
 
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parats'

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@ parats: Und denkst du eine EFTA-Mitgliedschaft bekommt Großbritannien nicht hin?
Das sind doch Strohmann-Argumente die nur Panik verursachen sollen. Glaubst du bei einem Austritt aus der EU gehen sofort alle Schranken runter und niemand kommt mehr rein oder raus? Es wird eine Übergangszeit geben, man wird neue Verträge aushandeln (ob jetzt EFTA oder neue Regelungen ist völlig wayne) und gut ist.

Die EFTA war mal das Gegengewicht und verlor seit Anfang der 70er jedoch an Bedeutung mit dem Austritt des vereinigten Königreichs (fun fact btw).
Wenn UK sich so dermaßen an der Bedeutungslosigkeit UKs innerhalb der EU stört, so sind sie als Mitglied des EFTA in einer noch bedeutungsloseren Position. Es würde sich am Standpunkt UKs also wenig ändern. Die Schweiz hat auch nur deshalb so viele Vorteile, weil diese seit Jahrzehnten in den Verträgen ausgehandelt/verewigt worden sind. Weiterhin genießt die Schweiz das Privileg, jederzeit der EU betreten zu dürfen welches UK mit seinem Austritt wohl verwirken wird.

Genau dies sind einige der unterschiedlichen Ausgangspositionen weswegen UK es nicht "einfach" wie die Schweiz machen kann, bzw. recht viel Arbeit nötig sein wird um den Status Quo zu erreichen. ;)

International sieht es noch schlimmer aus.
 
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Zudem sieht die UK seine Rolle in der Welt wohl auch bissl anders als die Schweiz ;).
 

Moranthir

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Da ich selbst kein Makroökonom bin will ich mich dem Herumbauern hier anschließen.

Habe heute mit den ECON-Profs und einem Gastprof aus Warwick Mittag gegessen und dabei kam das Thema Brexit auf. Long story short meinte er, dass im UK so ziemlich jeder Wirtschaftsprof gegen den Brexit ist (sind insgesamt über 40?, die den Brief unterschrieben haben), weil die Briten wohl momentan den geilsten Deal haben, den es gibt und dass die Zahlungen für die EU-Freihandelszone sicherlich nicht geringer sein werden als die Beiträge momentan.
Auf der anderen Seite bestehen die Economists for Brexit wohl aus insgesamt acht Leuten, von denen zwei emeritierte Profs sind, einer ursprünglich gegen den Brexit war, aber ebenfalls Berater von Boris Johnson ist und seine Meinung änderte, nachdem Johnson doch für den Brexit war.
In den Medien werden die beiden Seiten wohl immer als ähnlich stark dargestellt. :rofl2:
Hat sich insgesamt überzeugend angehört.
 

Sabel

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In keinen seriösen Medien, rechts wie links, werden die Expertenlager als gleich groß dargestellt, höchstens vielleicht in der Daily Mail oder der Sun. Das Argument der Brexiters ist aber, dass die gleichen Experten, die heute mit Katastrophenmeldungen vor einem Brexit warnen, das gleiche auch damals vorausgesagt haben, als es darum ging, dem Euro beizutreten. Die große Expertenmehrheit war dafür, GB ist nicht beigetreten, keine Voraussagen haben sich bestätigt. Es geht außerdem um mehr als nur die Wirtschaft.
 
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Ich glaube am Ende des Tages wird die UK in der EU bleiben. Die Entscheidung wird wohl die wichtigste Abstimmung seit Jahrzehnten sein. Wenn die rausgehen könnten die ja noch Schottland, Wales und Irland an die EU verlieren, oder? Die Schotten sind ja nur wegen der EU bei England geblieben. Vielleicht denkt sich Wales auch "fuck you england" und spaltet sich von England ab und kommt zur EU.

Am Ende des Tages tanzt man lieber mit dem Teufel den man kennt
 
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Habe heute mit den ECON-Profs und einem Gastprof aus Warwick Mittag gegessen und dabei kam das Thema Brexit auf. Long story short meinte er, dass im UK so ziemlich jeder Wirtschaftsprof gegen den Brexit ist (sind insgesamt über 40?, die den Brief unterschrieben haben), weil die Briten wohl momentan den geilsten Deal haben, den es gibt und dass die Zahlungen für die EU-Freihandelszone sicherlich nicht geringer sein werden als die Beiträge momentan.
Auf der anderen Seite bestehen die Economists for Brexit wohl aus insgesamt acht Leuten, von denen zwei emeritierte Profs sind, einer ursprünglich gegen den Brexit war, aber ebenfalls Berater von Boris Johnson ist und seine Meinung änderte, nachdem Johnson doch für den Brexit war.

Ich bezweifel doch mal stark, dass es in Grobritannien nur 48 Wirtschaftsprofessoren gibt.
Insofern ist die Aussagekraft der story nicht so hoch.

Fun fact: Gegen die Ausdehnung des EU-Rettungsschirms haben im Jahr 2011 ganze 189 deutsche VWL-Professoren unterschrieben (da kann man schon eher von einer einhelligen Meinung sprechen) und die deutsche Regierung hat einen großen Haufen drauf gesetzt.
http://www.faz.net/aktuell/wirtscha...n-groesseren-euro-rettungsschirm-1596745.html

@ topic: Ich befürchte den Briten fehlt die Courage das Ding jetzt durchzuziehen.
 

parats'

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Ich glaube mora spricht von den oberen 1%.
 
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Brexit ist vorbei, es wird ihn nicht geben.
Attentat auf Labour-Politikerin erfolgreich, sie war starke Brexit-Gegner, das wird die Leute mobilisieren für ihre Position (also gegen Brexit) zu wählen.
Schade, dass das Referendum wahrscheinlich durch jetzt kurzfristig hochkochende Emotionen entschieden wird anstatt mit dem Verstand.
 
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Fun fact: Gegen die Ausdehnung des EU-Rettungsschirms haben im Jahr 2011 ganze 189 deutsche VWL-Professoren unterschrieben (da kann man schon eher von einer einhelligen Meinung sprechen) und die deutsche Regierung hat einen großen Haufen drauf gesetzt.
http://www.faz.net/aktuell/wirtscha...n-groesseren-euro-rettungsschirm-1596745.html
Das passiert doch alle Nase lang, 2012 haben sie ggn den ESM an sich protestiert und es wurde sogar dagegen geklagt, 2013 haben ~130 Wirtschaftsprofs die Anleihenkäufe der EZB als verbotene Staatenfinanzierung bezeichnet und sich dagegen ausgesprochen, im selben Jahr haben sich 130 Profs ggn den Mindestlohn ausgesprochen, im Jahr darauf, dann die Ausweitung des ESM, letztes/dieses Jahr die Asylfrage. Kann mich nicht dran erinnern, dass die Regierung je einen Scheiss drauf gegeben hätte.

Naja, Jo Cox wird das für die pro EU Fraktion wohl regeln, so makaber es auch sein mag.

Es gibt btw. ca. 430 Unis/Hochschulen in Deutschland, England "nur" 100 ich glaube nicht, dass es dann nur ~170 Wirtschaftsprofs gibt - allein die RUB hatte drei - wenn dem aber so sein sollte, dann wäre die Ratio zu 48 in England aber halbwegs passend.
 
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Brexit ist vorbei, es wird ihn nicht geben.
Attentat auf Labour-Politikerin erfolgreich, sie war starke Brexit-Gegner, das wird die Leute mobilisieren für ihre Position (also gegen Brexit) zu wählen.
Schade, dass das Referendum wahrscheinlich durch jetzt kurzfristig hochkochende Emotionen entschieden wird anstatt mit dem Verstand.
Weil der Verstand bis heute die prägende Kraft war. :lol:
 
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Heftig, dass die einfach mal eine Frau dafür umgebracht haben :nervous:
 

parats'

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Die Frage ist eher wer "die" sind.
 
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