Russland mal wieder

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Dieses und anderes Kulturgut hat zumindest die westdeutschen Kinder unserer Zeit nachhaltig geprägt. (Musik, Filme, Comics, Foodtrends, Lebensanschauung usw.)
Deswegen sind die USA vielen kulturell einfach näher.
sehe ich auch so, obwohl ich es bedauernswert finde. ich bin überhaupt kein freund der amerikanischen kultur. hab nicht mal netflix, weil ich den ewig amerikanischen kram da einfach nicht mehr ertragen kann. aber ist offensichtlich höchst individuell und subjektiv.

ein blick in unsere medien- und kulturlandschaft genügt ja auch schon, um die amerikanische dominanz zu sehen. netflix, amazon und hollywood sind allgegenwärtig. in unseren großen tageszeitungen kommt man keine 5 artikel weit, bevor nicht wieder irgendeinem thema aus den u.s.a. hinterhergelaufen wird, und sei es noch so irrelevant. selbst frankreich, jahrzehntelang unser verbündeter nummer eins und immer noch größter handelspartner innerhalb europas, erhält nicht mal einen bruchteil derselben aufmerksamkeit von uns.
 
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Gut, man muss auch sehen, dass wir in ein paar Jahren Ländern wie Saudi-Arabien oder Marokko kulturell sehr ähnlich sein könnten (wenn es so weiter geht). Dann haben wir weder bei Russland noch den USA ein besonders gutes Standing.

Auch wenn ich das für übertrieben halte, natürlich trotzdem Wasser auf meine (arabische-)Fremdenfeindlichkeitsmühlen :D
Dann doch lieber den Russen :rofl:
 
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Gut, man muss auch sehen, dass wir in ein paar Jahren Ländern wie Saudi-Arabien oder Marokko kulturell sehr ähnlich sein könnten (wenn es so weiter geht). Dann haben wir weder bei Russland noch den USA ein besonders gutes Standing.
Wird auch endlich mal Zeit, die hässliche deutsche Sprache loszuwerden. Arabisch klingt so viel schöner, Habibi! :love:
 
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Was, deutsche Sprache beste. Schön gefühllos und genau. Arabisch ist ja eher was für Frauen und Homosexuelle.
 
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Gut man sollte jetzt kurzfristige Modetrends wie Slang oder Popkultur nicht mit Kultur verwechseln. Sowas dauert wesentlich länger als 50 Jahre und daher sage ich ja, dass mir jeder Europäer näher ist als ein Ami (so im Durchschnitt), egal ob Franzose, Spanier, Russe oder Finne.

Parallel dazu:

Laut Welt erwägt Russland im Falle eines Scheiterns der Verhandlung die Stationierung von Truppen auf Kuba und in Venezuela. Absolut fair und angebracht, mal gucken ob das das hohle Gefasel der Amerikaner noch Bestand hat, dass jawohl jedes Land Truppen aus Drittstaaten zu sich lassen kann, wie es will (Spoiler: natürlich nicht).
 

Celetuiw

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Was natürlich auch nichts anderes ist als gezielte Provokation, die das ganze nicht besser macht.
Aber grundsätzlich ist es nichts anderes, jo.
 
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Amis erwarten „false flag“ Aktion als Vorwand rofl. Übersetzt: die Ukrainer wollen nach ausführlicher Aufrüstung durch die Amis im Donbass losschlagen auch weil Selensky mittlerweile kurz vorm Exodus in der Ukraine steht und erklären ihren Angriff schon mal provisorisch zur russischen false flag Aktion, weil man natürlich weiß welche Reaktion kommt. Es ist immer wieder geil für wie dumm die Amis die Welt halten. Als nächstes finden sich Massenvernichtungswaffen im Donbass :rofl:
 
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Wenn Russland dann den Donbass defensiverobert hat darf der Rest von der Ukraine dann eigentlich in die Nato weil es ja den Puffer gibt oder nicht? Kenn mich da nicht so aus wie Sowjet-Geopolitiker Heat0r.
 
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Cyberangriff auf die Ukraine:

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/cyberattacke-ukraine-101.html



Könnte bald losgehen, Dänemark hat auch schon eine Fregatte und 4 Jäger Richtung Ostsee verlegt.
Es eskaliert weiter.
Spiegel meldet, dass Russland auf Bitten der USA die Verantwortlichen Hacker nach mehreren Hausdurchsuchungen verhaftet hat. So aggressiv!

@xfeeder
Nein, die Ukraine wird niemals in die NATO eintreten, solange Russland noch eine funktionierende Atomrakete hat. Je früher man sich damit abfindet, desto eher kehrt auch Ruhe ein.
 

parats'

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Mach nur dumme Sprüche. Die Finnen haben den Iwan auch schon mal aufgehalten. Mit den Nordmännern ist nicht zu spaßen!

Stimmt, denn immerhin haben die Dänen überhaupt eine funktionsfähige Fregatte im Dienst. Kann man ja von der Blaskapelle aka Bundeswehr eher weniger behaupten.
 
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@xfreeder
Nein, die Ukraine wird niemals in die NATO eintreten, solange Russland noch eine funktionierende Atomrakete hat. Je früher man sich damit abfindet, desto eher kehrt auch Ruhe ein.

Welche Länder sind noch tabu und es droht atomare Vernichtung vom Ivan wenn sie sich der Nato anschließen? Und wann wird endlich Transnistrien befreit?
 
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Stimmt, denn immerhin haben die Dänen überhaupt eine funktionsfähige Fregatte im Dienst. Kann man ja von der Blaskapelle aka Bundeswehr eher weniger behaupten.
Moment, ich dachte unsere Marine funktioniert noch so halbwegs? Jedenfalls haben wir doch auch gerade ein Schiff im Pazifik rumgurken um den Chinesen das fürchten zu lehren.
 
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Inwiefern denn? Glaubt wirklich jemand im Kreml, die zusammengesparten europäischen Nato-Truppen würden demnächst Kaliningrad überrollen?

Ich glaube wir sollten erstmal verstehen, dass russische Sicherheitsinteressen nicht erst dann "verletzt" werden, wenn endlich Königstiger auf den roten Platz rollen.

Seit ein paar hundert Jahren ist Osteuropa und das Baltikum eine russische Einflusszone, das hat wenig mit demokratischer Willensbildung zu tun, aber ist einfach Fakt. Wenn wir die Spielregeln jetzt ändern wollen, weil uns der Wille der dortigen Bevölkerung (oder die Erweiterung des eigenen Machtbereiches...) wichtiger ist, als das gute Verhältnis zu Russland, dann ist das alles okay. Aber man kann im Gegenzug nicht rumheulen und sich wundern, wenn die Russen extrem angepisst sind.
Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn es in Mexiko eine pro-russische Regierung gäbe und dort russische Militärstützpunkte errichtet werden. Oder noch besser, wenn Russland ein paar Milliarden in die mexikanische Opposition pumpen würde und es eine gewaltsame Revolution gäbe, an deren Ende eine russlandfreundliche Regierung stände (Ähnlichkeiten zur Situation in der Ukraine sind rein zufällig).
Das das entsprechend umgekehrte Verhalten der Amis und Europäer für jeden russischen Politiker, die alle noch in der Sowjetära ausgebildet und erzogen wurde, absolut indiskutabel ist, muss man doch nicht ernsthaft erklären?
Zieht euch demgegenüber mal rein was China macht: Droht Taiwan unverhohlen mit Krieg, betreibt KZs für die moslemische Bevölkerung, unterdrückt die Tibetaner, baut Inseln in internationalen Gewässern zu Fesstungen aus usw. Dagegen ist Russland geradezu passiv. Aus ihrem Einflussbereich wurde mit der Ukraine ein riesiger Brocken herausgebrochen und sie holen sich halt die Krim, mit einer klaren russischen Bevölkerungsmehrheit und ein paar Randgebiete im Osten zurück. So what?
 
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sehe ich auch so, obwohl ich es bedauernswert finde. ich bin überhaupt kein freund der amerikanischen kultur. hab nicht mal netflix, weil ich den ewig amerikanischen kram da einfach nicht mehr ertragen kann. aber ist offensichtlich höchst individuell und subjektiv.

ein blick in unsere medien- und kulturlandschaft genügt ja auch schon, um die amerikanische dominanz zu sehen. netflix, amazon und hollywood sind allgegenwärtig. in unseren großen tageszeitungen kommt man keine 5 artikel weit, bevor nicht wieder irgendeinem thema aus den u.s.a. hinterhergelaufen wird, und sei es noch so irrelevant. selbst frankreich, jahrzehntelang unser verbündeter nummer eins und immer noch größter handelspartner innerhalb europas, erhält nicht mal einen bruchteil derselben aufmerksamkeit von uns.
Raute. Oder anderes Beispiel: Weihnachtslieder. Nicht dass es mich großartig stören würde, wenn alte Weihnachtslieder wie "Oh Tannenbaum" durch andere neuere ersetzt werden. Die Dominanz amerikanischer Xmas Songs in den deutschen Radios in den letzten Jahren ist aber schon auffällig. Mich würde allgemein mal interessieren, ob es in Europa überhaupt Länder gibt, in welchen die amerikanische Kultur noch schneller verbreitet wird als in D.
 
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Moment, ich dachte unsere Marine funktioniert noch so halbwegs? Jedenfalls haben wir doch auch gerade ein Schiff im Pazifik rumgurken um den Chinesen das fürchten zu lehren.

Ja es ist richtig, dass da ein einziges Schiff einsam und allein auf Kreuzfahrt gegangen und sogar gezielt den internationalen Militärmanövern mit den Amis und Briten ausgewichen ist. Eine richtig schöne Vergnügungstour ist das. Es hat den Kameraden von der Marine so gut gefallen, dass sie das nächstes Jahr nochmal machen wollen :deliver:

Mit dem "fürchten" ist das so eine Sache. Die deutsche Marine hat das Wunderwerk geschafft die größten und teuersten Fregatten der Welt zu beschaffen, leider mit der schwächsten Ausrüstung aller vergleichbaren Einheiten. Aber das ist nicht so dramatisch, da wir ohnehin nicht genug Geld ausgeben, um einen Kriegsvorrat der benötigten Lenkflugkörper zu besitzen.
Dafür können die neuen Fregatten - trommelwirbel - besonders lange auf See bleiben und zum Beispiel vor der Küste von Somalia herumdümpeln und sich dort gegen die Einbäume und Schlauchboote der Strandpiraten behaupten. :raul:
 
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Aber das ist nicht so dramatisch, da wir ohnehin nicht genug Geld ausgeben, um einen Kriegsvorrat der benötigten Lenkflugkörper zu besitzen.
gib dir mal den print spiegel artikel bzgl munitionsvernichtung von letzter woche. das ist der wahnsinn. es wird seit jahren daran herumgedoktort wie man knapp 40k abgelaufene 30mm raketen (oder so, jedenfalls etwas verhätlismäßig kleines) entsorgen kann. nach jahren kursieren dann erste vollzugsmeldungen in den ensprechenden verteilern: man könne in drei monaten 30-35stck (von 40k!) fachgerecht entsorgen. wow, einfach wow.
ich hab inzwischen mehr vertrauen in Adler Security als die bundeswehr
 

Gustavo

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Ich glaube wir sollten erstmal verstehen, dass russische Sicherheitsinteressen nicht erst dann "verletzt" werden, wenn endlich Königstiger auf den roten Platz rollen.

Seit ein paar hundert Jahren ist Osteuropa und das Baltikum eine russische Einflusszone, das hat wenig mit demokratischer Willensbildung zu tun, aber ist einfach Fakt. [...]

Ich sage es wieder: Wenn du eigentlich meinst, dass in deinem Weltbild der Stärkere machen darf was er will, dann sag halt das. Aber dass Russlands "Sicherheitsinteressen" verletzt würden ist halt einfach LACHHAFT.
 
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Seit ein paar hundert Jahren ist Osteuropa und das Baltikum eine russische Einflusszone, das hat wenig mit demokratischer Willensbildung zu tun, aber ist einfach Fakt. Wenn wir die Spielregeln jetzt ändern wollen, weil uns der Wille der dortigen Bevölkerung (oder die Erweiterung des eigenen Machtbereiches...) wichtiger ist, als das gute Verhältnis zu Russland, dann ist das alles okay. Aber man kann im Gegenzug nicht rumheulen und sich wundern, wenn die Russen extrem angepisst sind.
Deal!
Scheiss auf das gute Verhältnis.
 
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Ich sage es wieder: Wenn du eigentlich meinst, dass in deinem Weltbild der Stärkere machen darf was er will, dann sag halt das. Aber dass Russlands "Sicherheitsinteressen" verletzt würden ist halt einfach LACHHAFT.
Hallo Gustavo, für einen Akademiker ist dein Leseverständnis ungenügend ausgebildet.
Mein Weltbild besagt nicht, dass der Stärkere machen darf, was er will.

Definiere "Sicherheitsinteressen".
Dann können wir diskutieren.
 
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Ich sage es wieder: Wenn du eigentlich meinst, dass in deinem Weltbild der Stärkere machen darf was er will, dann sag halt das. Aber dass Russlands "Sicherheitsinteressen" verletzt würden ist halt einfach LACHHAFT.
Du widersprichst Dir da gerade. Das ist beides dasselbe. Warum sollte der Russe den Aufwand da betreiben, wenn er es nicht wollen würde, WEIL er seine Sicherheitsinteressen bedroht sieht? Ob das objektiv so ist oder nicht ist egal, es ist einfach so. Genau so wie Polen sich von Russland bedroht sieht, was ebenfalls lächerlich ist, weil Russland niemals einen Natostaat angreifen würde. Sicherheitsinteressen und Ängste sind selten rational. In Russlands fall ist die Sorge sogar weit rationaler, siehe Gleichgewicht des Schreckens, Abhandlung oben, Heator et. al

PS: Ja, der Stärkere darf immer machen was er will. Das demonstrieren uns die USA seit 60 Jahren, das ist kein Weltbild, das ist die Realität.
 

Gustavo

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Hallo Gustavo, für einen Akademiker ist dein Leseverständnis ungenügend ausgebildet.
Mein Weltbild besagt nicht, dass der Stärkere machen darf, was er will.

Definiere "Sicherheitsinteressen".
Dann können wir diskutieren.
Du widersprichst Dir da gerade. Das ist beides dasselbe. Warum sollte der Russe den Aufwand da betreiben, wenn er es nicht wollen würde, WEIL er seine Sicherheitsinteressen bedroht sieht? Ob das objektiv so ist oder nicht ist egal, es ist einfach so.

Ich rede von etwas, was ein halbwegs normaler Mensch noch als "Sicherheitsinteresse" eines Staates erkennen kann. Was ihr jetzt machen wollt ist die Definition davon so weit zu dehnen, dass ein Staat umso "sicherer" ist, umso stärker er ist, aber das ist halt bei einem Staat wie Russland pure makulatur. Niemand gefährdet die Sicherheitsinteressen Russlands. Bei dem Konzept, das du meinst, könnt ihr das Wort "Sicherheit" auch schlicht weglassen. Klar hat Russland "Interessen" daran, möglichst viele Vasallenstaaten um sich rum zu haben, aber es gibt halt keinen Grund warum das schwerer wiegen sollte als die Autonomie der jeweiligen Staaten.

Und Heator: Natürlich gibt es noch andere Gründe außer "Sicherheitsinteresse", warum Russland so agieren könnte wie es agiert. Ist doch wohl lange bekannt dass Mittel- und Großmächte gerne Außenpolitik auf Kosten schwächerer Nachbarn machen, um von innenpolitischen Problemen abzulenken.



PS: Ja, der Stärkere darf immer machen was er will. Das demonstrieren uns die USA seit 60 Jahren, das ist kein Weltbild, das ist die Realität.

Das ist wieder so ein typischer Heator-Post, der sich bei Nachfrage in Luft auflösen würde. Das glaubt heute niemand mehr, der sich ernsthaft mit Internationalen Beziehungen beschäftigt.
 
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Ach wirklich? Welche Konsequenzen tragen denn die USA für ihre vielfachen Völkerrechtsverletzungen und sonstigen Verhaltensweisen von Irak über NSA? Und es wundert mich wirklich sehr, dass Du nicht verstehst inwiefern immer nähere rückende Militärbasen der USA die Sicherheitsinteressen Russlands nicht tangieren sollen. Wie gesagt, als ob die USA andersherum hinnehmen würden, ich bitte dich. Warum glaubst Du machen die USA das denn? Denkst Du echt ihnen geht es darum irgendwelche Baltikstaaten zu beschützen? Das ist doch absurd, alles was die USA in Osteuropa tun ist einzig und allein gegen Russland gerichtet.
 
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Seit ein paar hundert Jahren ist Osteuropa und das Baltikum eine russische Einflusszone, das hat wenig mit demokratischer Willensbildung zu tun, aber ist einfach Fakt. Wenn wir die Spielregeln jetzt ändern wollen, weil uns der Wille der dortigen Bevölkerung (oder die Erweiterung des eigenen Machtbereiches...) wichtiger ist, als das gute Verhältnis zu Russland, dann ist das alles okay. Aber man kann im Gegenzug nicht rumheulen und sich wundern, wenn die Russen extrem angepisst sind.

@ Gustavo
Was daran war jetzt so schwer zu verstehen, dass Du hier eine behinderte Circle-Jerk Debatte starten musst?
Keiner ausser Du redet in diesem Topic von Moral und davon wer "Recht" hat.
 

Gustavo

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@ Gustavo
Was daran war jetzt so schwer zu verstehen, dass Du hier eine behinderte Circle-Jerk Debatte starten musst?
Keiner ausser Du redet in diesem Topic von Moral und davon wer "Recht" hat.

Schau dir den zweiten fucking Post in dem Thread an. Dieser Thread existiert überhaupt nur, weil ich die Frage gestellt habe, inwiefern das bitte Russlands Sicherheitsinteressen tangiert, du Vogel.


Das hätte ich gerne mal ausgeführt.

Caveat emptor: Ich bin wirklich kein Experte für IB. Aber das, was Heator beschreibt, ist halt *bestenfalls* ein krasses Zerrbild des alten Realismus, wo du alle politischen Prozesse geblackboxt hast, geschaut hast was "die Interessen" eines Landes waren und dann behauptet hast, dass das ist, was das Land macht. Dieses Bild musst du aber extrem aufweichen, um in irgendeiner Weise erklären zu können, warum große Staaten und kleine Staaten miteinander kooperieren. Jetzt kannst du natürlich wieder "Interessen" runterdefinieren bis wir irgendwann bei "das Interesse eines Staates ist, was der Staat macht und was er nicht macht, wäre nicht in seinem Interesse gewesen, weil Gründe dagegen sprechen" angekommen sind, aber Fakt ist, dass bspw. die USA im Machtsystem des 19. Jahrhundert aus Staaten wie Vietnam oder dem Irak Parkplätze hätten machen können, ohne dass es irgendwen interessiert hätte. Heute geht das so nicht mehr, weil es eine Weltgemeinschaft gibt, die sich für solche Sachen interessiert. Heißt natürlich nicht, dass wir in irgendeinem moralischen Utopia leben, Moral ist natürlich nicht die entscheidende Determinante zwischenstaatlicher Beziehungen. Aber die ganzen anderen Haupt-IR-Denkschulen, Neo-Institutionalismus, Liberalismus und Konstruktivismus, bräuchte halt kein Schwein wenn die Welt der internationalen Beziehungen so einfach wäre wie Heator sie hier zeichnet. Und die Welt bewegt sich halt auch weg von dem Zerrbild weg, die Denkschulen sind gerade deshalb aufgekommen weil zu viel Kram mit blankem Realismus nicht mehr zu erklären war.
 
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weil Gründe dagegen sprechen" angekommen sind, aber Fakt ist, dass bspw. die USA im Machtsystem des 19. Jahrhundert aus Staaten wie Vietnam oder dem Irak Parkplätze hätten machen können, ohne dass es irgendwen interessiert hätte.

das ging auch damals nicht, man hätte 10-15 Atombomben werfen müssen und dass hätte sich selbst die USA nicht getraut, weil sie danach höchstwahrscheinlich an innerer Zerrissenheit und Protesten zusammengebrochen wäre.
Ich denke ihr unterliegt da beide einem Zerrbild wie "mächtig" ein Land seit der Aufklärung sein kann. Die USA waren so erfolgreich weil sie eben nicht aus jedem zweiten Land Parkplätze gemacht hat. Rein technisch also militärisch ginge das natürlich damals wie heute.
 

Zsasor

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das ging auch damals nicht, man hätte 10-15 Atombomben werfen müssen und dass hätte sich selbst die USA nicht getraut, weil sie danach höchstwahrscheinlich an innerer Zerrissenheit und Protesten zusammengebrochen wäre.
Ich denke ihr unterliegt da beide einem Zerrbild wie "mächtig" ein Land seit der Aufklärung sein kann. Die USA waren so erfolgreich weil sie eben nicht aus jedem zweiten Land Parkplätze gemacht hat. Rein technisch also militärisch ginge das natürlich damals wie heute.
19. jahrhundert ist nicht 20. jahrhundert.
 
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ich denke mein Punkt ist mit "seit der Aufklärung" klar geworden, auch im 19 jhd kann man nicht einfach Millionenvölker in "Parkplätze" umwandeln.
Würde mich sogar soweit aus dem Fenster lehnen und behaupten das konnte noch nichtmal das römische Imperium ohne Konsequenzen.

Deswegen finde ich Heators Bemerkung: "Der stärkere dürfe machen was er will" in so ziemlich allen zivilisatorischen Abschnitten der Menschheit naiv und falsch. Nicht nur heute.
 
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Benrath

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Ich gehe an sich davon aus dass @Gustavo sich verschrieben hat und 20. Jahrhundert schreiben wollte
 
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Ich denke er meinte schon das Machtsystem des 19. Jahrhunderts aber mit der Technologie beispielweise des Vietnamkrieges.
 
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Zu tzuis Punkt heute ein guter Artikel in der Zeit. Millenials in Deutschland kapieren einfach Machtpolitik nicht, weil es allem widerspricht wie sie gelernt haben, wie die Welt zu sein hat. Dass man nicht wahllos Städte plattgebombt hat widerspricht dem absolut nicht, jede Gewaltanwendung muss maximalprofitabel sein (was sie natürlich oft nicht ist, was ist schon perfekt) und die Vorteile die Nachteile überwiegen. Leider hinter der Bezahlschranke, aber ich quote das money:


Ich gehöre selbst zu dieser Kohorte, und meine Erfahrung in sicherheitspolitischen Diskussionen sagt mir, dass meine Generation sich schwertut mit jener Art von Politik, die außerhalb Deutschlands immer offensiver betrieben wird: Machtpolitik. Millennials denken nicht in Kategorien von Interessen. Machtpolitik steht in Widerspruch zu unserem Verständnis internationaler Beziehungen. Wir sehen nicht, dass militärische Macht ein Element geopolitischer Macht ist. Mit großen Augen verfolgen wir die Lage an Europas östlichen Grenzen. Putins Politik erscheint uns aus der Zeit gefallen: Militärmanöver, Drohkulisse, territoriale Ansprüche. All das sollte es aus Sicht meiner Generation nicht mehr geben, es sollte nicht funktionieren. Entgegenzusetzen haben wir diesen Taktiken wenig.

Es hat eine Weile gedauert, bis mir auffiel, dass deutsche Millennials teils ungewöhnliche außenpolitische Vorstellungen haben. Je länger ich außerhalb Deutschlands lebte, in Frankreich und Großbritannien – Länder, in denen strategisches Denken üblicher ist –, umso mehr haben mich einige Diskussionen verblüfft, die meine deutschen Altersgenossen führten. Ein Millennial brachte es mir gegenüber einmal auf den Punkt: "Geopolitik, das klingt einfach zu sehr nach Truppenbewegung!" In diesem Satz offenbaren sich eine Reihe expliziter und implizierter Ideen und Überzeugungen, die mir bei Gleichaltrigen hier oft begegnen. Eine Skepsis gegenüber der Geopolitik, der Unwille, in Begriffen von Macht und Interessen zu denken, und die Ablehnung des Militärs als Element, das geopolitischen Einfluss bestimmt. Deutsche Millennials neigen dazu, internationale Politik aus einer wertebasierten, emotionsgeprägten Perspektive zu betrachten.

Selbstverständlich schließen Werte und Interessen einander nicht aus, und sie sind oft in einer Weise miteinander verwoben, die es schwer macht, sie auseinanderzuhalten. Aber meine Generation hat eine geradezu romantische Idee internationaler Beziehungen entwickelt. Wir sehen Allianzen als Freundschaften und Meinungsverschiedenheiten als Ausdruck von Wertedifferenzen. Wir glauben, dass unsere Vorstellung der Welt die einzig richtige ist und das allen anderen auch klar wird, wenn man es nur gut genug erklärt. Wir sind schlecht vorbereitet, unsere Interessen und Werte gegenüber aggressiveren geopolitischen Widersachern wie Russland, aber auch China zu behaupten.

(...)

Ob dieser Entwicklung wurden wir ziemlich selbstzufrieden. Denn das Glück, das die Deutschen nach 1989 hatten, löste einen Fehlschluss aus: Machtpolitik abzulehnen sei nicht nur klug, es zeige moralische Überlegenheit. Wir brüsten uns damit, aufgeklärter zu sein als die anderen: Ja, in der Vergangenheit sind wir den Lügen von Nationalismus und Ideologie aufgesessen, aber heute hat niemand die Lektion besser gelernt als wir. Mit einer Mischung aus Mitleid und Verachtung sehen wir auf diejenigen herab, die sich weigern, Kompromisse am Verhandlungstisch zu suchen, die Nationalismen befeuern oder gar denken, politische Differenzen könnten durch militärischen Konflikt gelöst werden. Dies verärgert nicht nur Verbündete, die ungern wie unaufgeklärte Verwandte behandelt werden wollen. Es ist auch gefährlich, weil es unkritisch ist. Ungläubig sehen wir, wie Russland Kriege auf Basis von Großmachtstreben und nationalistischen Parolen führt. Wie in China kein Demokratisierungsprozess stattfindet, sondern ein immer autoritärerer Staat erwächst. Insgeheim hoffen wir, dass diese Machtpolitik bald Geschichte ist, wir uns gemeinsam den echten Herausforderungen stellen.
 

Celetuiw

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Nur für euch habe ich mal einen ganz anderen Blickwinkel zum Themer recherchiert und weil mich die “die linksgrünen Medien böschen gerne Russland“ aussage getriggert hat.

Artikel ist fachlich gut und informiert, freilich offensichtlich ist der Schreiber tiefroter Sozialist.
Kritik am us Imperialismus gibts somit nicht zu knapp.

 

zimms

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Ich rede von etwas, was ein halbwegs normaler Mensch noch als "Sicherheitsinteresse" eines Staates erkennen kann. Was ihr jetzt machen wollt ist die Definition davon so weit zu dehnen, dass ein Staat umso "sicherer" ist, umso stärker er ist, aber das ist halt bei einem Staat wie Russland pure makulatur. Niemand gefährdet die Sicherheitsinteressen Russlands. [...]
Ach komm, so weit hergeholt ist das doch wirklich nicht. Sogar die KI in Civ5 sah schon ihre Sicherheitsinteressen gefährdet wenn ich meine Einheiten an der Grenze aufstelle. :catch:
 
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Nur für euch habe ich mal einen ganz anderen Blickwinkel zum Themer recherchiert und weil mich die “die linksgrünen Medien böschen gerne Russland“ aussage getriggert hat.

Artikel ist fachlich gut und informiert, freilich offensichtlich ist der Schreiber tiefroter Sozialist.
Kritik am us Imperialismus gibts somit nicht zu knapp.

Keine Überlegung war den Experten augenscheinlich die Frage wert, ob Anlage und Umfang der russischen Manöver womöglich in irgendeinem Zusammenhang mit einem Sachverhalt standen, über den das russische Außenministerium am 1. Dezember 2021 informiert hatte: Kiew habe zwischenzeitlich bis zu 125.000 Soldaten, etwa die Hälfte der gesamten ukrainischen Streitkräfte, im Donbass zusammengezogen.
interessant. wahrscheinlich sollte ich wieder häufiger RT aufrufen, um künftig solche DETAILS nicht mehr zu verpassen. chapeau Lülü, well played!
 
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