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Moralität Stammzellspende

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Original geschrieben von NumbSchiller
Das ist echt kein Akt und sollte meiner Meinung nach jeder machen.
Warum sollte das jeder machen? Selbst wenn ich mich da registrieren ließe, im Ernstfall würde ich mich sowieso nicht anbohren lassen, das kann ich dir direkt sagen. Ich mein ich mag die meisten Leute nicht mal, wieso sollte ich das also tun? Und das auch noch umsonst?

Und komm mir bitte nicht mit Standardsprüchen wie "Wenns dir passiert oder jemand den du magst/liebst, dann würdest du dich auch freuen wenn jemand spendet.". Ja, richtig, würde ich wohl. Vielleicht würde ich mich danach auch aus Dankbarkeit der Menschheit gegenüber zum Spender eintragen lassen, aber vorher bekommt keiner was von mir 8[
 

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Original geschrieben von Kuma
Warum sollte das jeder machen? Selbst wenn ich mich da registrieren ließe, im Ernstfall würde ich mich sowieso nicht anbohren lassen, das kann ich dir direkt sagen. Ich mein ich mag die meisten Leute nicht mal, wieso sollte ich das also tun? Und das auch noch umsonst?

Und komm mir bitte nicht mit Standardsprüchen wie "Wenns dir passiert oder jemand den du magst/liebst, dann würdest du dich auch freuen wenn jemand spendet.". Ja, richtig, würde ich wohl. Vielleicht würde ich mich danach auch aus Dankbarkeit der Menschheit gegenüber zum Spender eintragen lassen, aber vorher bekommt keiner was von mir 8[
muss ich leider so rautieren :8[:
 

Clawg

Guest
Original geschrieben von Kuma
wieso sollte ich das also tun? Und das auch noch umsonst?
Naja, aber man kann es doch nicht kommerzialisieren, es geht doch um Menschenleben! Was glaubst du wieviel mal mehr Spender es geben würde, die rein des Geldes wegen ihre Zellen spenden würden?
Sobald Geld im Spiel ist geht das menschliche Element verloren. Für dieses Ideal kann man die Kranken schon mal etwas länger warten lassen. Oder soll dann etwa der Arme dem Reichen spenden, nur weil der das Geld hat?

</sarkasmus>
 
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Original geschrieben von Kuma
wieso sollte ich das also tun?

Und komm mir bitte nicht mit Standardsprüchen wie "Wenns dir passiert, dann würdest du dich auch freuen wenn jemand spendet."

Ja, richtig, würde ich wohl.
Lies dir deine eigenen Worte nochmal durch. Und nochmal. Und nochmal.
Und dann hör auf so selten dumm zu sein.
 
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Wenn hier jemand dumm ist, dann du, denn anscheinend hast du meinen Post nicht gerafft. Aber darin bist du ja sowieso ein Experte.
 
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Original geschrieben von Kuma

Warum sollte das jeder machen? Selbst wenn ich mich da registrieren ließe, im Ernstfall würde ich mich sowieso nicht anbohren lassen, das kann ich dir direkt sagen. Ich mein ich mag die meisten Leute nicht mal, wieso sollte ich das also tun? Und das auch noch umsonst?

Und komm mir bitte nicht mit Standardsprüchen wie "Wenns dir passiert oder jemand den du magst/liebst, dann würdest du dich auch freuen wenn jemand spendet.". Ja, richtig, würde ich wohl. Vielleicht würde ich mich danach auch aus Dankbarkeit der Menschheit gegenüber zum Spender eintragen lassen, aber vorher bekommt keiner was von mir 8[

Keine Ahnung ob dir das Prinzip des Altruismus was sagt, aber das sollte der Hintergrund für sowas sein. Menschlichkeit, soziale Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, alle diese Wörter die in den Ohren von Proleten so unglaublich schwul klingen.
Meiner Meinung nach disqualifizieren du und alle anderen die so denken sich damit zu sozial schwachen Egoisten.
Und ich kann es ganz und gar nicht verstehen. Die Registrierung dauert insgesamt vielleicht 20-30 Minuten. Die Wahrscheinlichkeit dass man wirklich als Spender gebraucht wird ist ziemlich gering. Und wenn man wirklich in Frage kommt wieso sollte man das nicht tun? Es besteht nur ein äußerst geringes persönliches Risiko für Komplikationen. Ja bla du kennst die Person nicht. Vielleicht würdest du diesen Menschen nicht mal mögen, wenn er dir begegnet. Trotzdem ist er ein Mensch der Hilfe verdient hat und du könntest sie ihm vielleicht geben. Aber aus irgendwelche unverständlichen Gründen tust du es nicht. Es entsteht dir in aller Regel kein finanzieller Schaden. Das einzige was du Opfern musst sind ein paar Tage deines Lebens und als Tausch dafür kannst du einen anderen Menschen vielleicht ein ganzes Leben schenken.

Das ist es nicht wert?
Das traurige ist, dass viele Menschen so denken wie du. Das ist nun mal unsere Gesellschaft. ICH ICH ICH MEINS MEINS MEINS!
Eigentlich müsstest du mal mitbekommen wie ein von dir geliebter Mensch stirbt weil sich niemand findet der ihm helfen will obwohl er ohne weiteres in der Lage dazu wäre. Vielleicht würdest du dann deine Einstellung überdenken.
 
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Original geschrieben von NumbSchiller
Meiner Meinung nach disqualifizieren du und alle anderen die so denken sich damit zu sozial schwachen Egoisten.
Wenn du das sagst klingt es fast so, als wäre das was schlechtes.

Original geschrieben von NumbSchiller
Ja bla du kennst die Person nicht. Vielleicht würdest du diesen Menschen nicht mal mögen, wenn er dir begegnet. Trotzdem ist er ein Mensch der Hilfe verdient hat
Das sehe ich irgendwie ganz anders.

Original geschrieben von NumbSchiller
Das ist es nicht wert?
Nicht bei Fremden, nein.

Original geschrieben von NumbSchiller
Eigentlich müsstest du mal mitbekommen wie ein von dir geliebter Mensch stirbt weil sich niemand findet der ihm helfen will obwohl er ohne weiteres in der Lage dazu wäre. Vielleicht würdest du dann deine Einstellung überdenken.
Sicherlich nicht, es würde wohl allenfalls meinen negativen Eindruck untermauern, den ich von den meisten Menschen habe. Was mich vielleicht zum umdenken (zumindest bezogen auf dieses Thema) bewegen könnte habe ich in meinem ersten Post geschrieben.


Ich verlange auch gar nicht, dass meine Meinung von den Foren-Gutmenschen gefeiert wird, aber durch irgendwelche Beleidigungen werde ich ganz sicher nicht anders darüber denken. Jeder Mensch ist Egoist, und die allermeisten sind zudem einfach nur widerliche Heuchler.
 
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Magst du dich dann eigentlich selbst?

Deine Begründung ist sowas von widersprüchlich. Du magst die meisten Menschen nicht und bist der Meinung, dass sie keiner Hilfe würdig sind. Also müsstest du auch verstehen, wenn andere Menschen so denken. Aber wenn ein von dir geliebter Mensch sterben würde, weil ihm keiner hilft, der helfen könnte würde das deinen negativen Eindruck, den du von den meisten Menschen hast, untermauern. Selbst bist du dennoch nicht bereit als gutes Beispiel voran zu gehen.
Wieso sollen dir oder einem dir wichtigen Menschen andere helfen, obwohl du selbst nicht bereit bist der Gemeinschaft etwas zurückzugeben?

Hilfe nehmen würdest du aber sofort, wenn du sie bräuchtest. Und ja das macht dich in meinen Augen zu einem sozial schwachen Egoisten und ja ich denke es ist etwas schlechtes!
Das soll auch gar keine wirkliche Beleidigung sein. Eher eine Beurteilung und Mitteilung meiner Meinung und Position.
Und obwohl ich dieser Meinung bin würde ich für dich spenden, wenn ich könnte, obwohl es sicher unzählige Menschen gäbe die es eher verdient hätten etwas aus der sozialen Gemeinschaft zurückzubekommen.
 
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Original geschrieben von NumbSchiller
Magst du dich dann eigentlich selbst?
Ich denke schon. Ich kann allerdings auch sehr gut verstehen, wenn mich andere nicht mögen. So lässt sich die Frage evtl. am besten beantworten.

Original geschrieben von NumbSchiller
Deine Begründung ist sowas von widersprüchlich. Du magst die meisten Menschen nicht und bist der Meinung, dass sie keiner Hilfe würdig sind. Also müsstest du auch verstehen, wenn andere Menschen so denken. Aber wenn ein von dir geliebter Mensch sterben würde, weil ihm keiner hilft, der helfen könnte würde das deinen negativen Eindruck, den du von den meisten Menschen hast, untermauern. Selbst bist du dennoch nicht bereit als gutes Beispiel voran zu gehen. Wieso sollen dir oder einem dir wichtigen Menschen andere helfen, obwohl du selbst nicht bereit bist der Gemeinschaft etwas zurückzugeben?
Widersprüchlich ist der falsche Ausdruck, wenn man will kann man das allerdings in der Tat als Teufelskreis bezeichnen. Ich sehe auch keinen Grund, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Garantiert mir ja niemand, dass ich diese Leistung im Notfall für einen Menschen, der mir wichtig ist, ebenfalls bekomme. Darüber könnte man jetzt natürlich endlos schwadronieren, darauf hab ich aber keinen Bock.

Original geschrieben von NumbSchiller
Hilfe nehmen würdest du aber sofort, wenn du sie bräuchtest. Und ja das macht dich in meinen Augen zu einem sozial schwachen Egoisten und ja ich denke es ist etwas schlechtes!
Das soll auch gar keine wirkliche Beleidigung sein. Eher eine Beurteilung und Mitteilung meiner Meinung und Position.
Und obwohl ich dieser Meinung bin würde ich für dich spenden, wenn ich könnte, obwohl es sicher unzählige Menschen gäbe die es eher verdient hätten etwas aus der sozialen Gemeinschaft zurückzubekommen.
Ich sage ja nicht, dass ich Hilfe nicht zurückgeben würde, aber ich fange damit halt wie gesagt nicht an (in dieser Größenordnung jedenfalls). Ist ja dann auch immer eine Frage, ob es automatisch eine Leistung für die soziale Gemeinschaft ist, wenn ich einem Menschen das Leben rette. Kommt ja schließlich auf denjenigen an, der gerettet wird. Und nein, für mich ist jemand nicht allein deshalb rettenswert, nur weil er ein Mensch ist.
 
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Man muss gar nicht an Altruismus glauben um ein "guter Mensch" zu sein. Wenn man andere Menschen gut behandelt, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst ebenfalls gut behandelt wird. Der Ruf eilt einem da sogar meistens voraus, d.h. man wird dann auch von Menschen gut behandelt, die man gar nicht persönlich gut behandelt hat. Obendrein macht man die Welt zu einem besseren Ort, wenn man anderen Menschen hilft.
Wenig Aufwand, potentiell viel Nutzen (nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst): Warum also nicht bei der DKMS registrieren, Kuma?
 
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Original geschrieben von Smarty
Wenn man andere Menschen gut behandelt, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst ebenfalls gut behandelt wird. Der Ruf eilt einem da sogar meistens voraus, d.h. man wird dann auch von Menschen gut behandelt, die man gar nicht persönlich gut behandelt hat. Obendrein macht man die Welt zu einem besseren Ort, wenn man anderen Menschen hilft.
Naja, das klingt zwar in der Tat ganz gut, aber die Realität sieht meiner Meinung nach halt einfach anders aus. Wer gibt und tut und macht ist im Endeffekt meistens nur der Dumme, fast immer kommt das Arschloch besser weg. Das läuft halt alles nicht wie in Hollywood-Filmen, in denen sich das moralisch richtige Verhalten im Endeffekt auch auszahlt. Ich würde zwar anderen Leuten nicht bewusst schaden oder sie ausnutzen, aber bezüglich fremder Menschen gilt bei mir nicht die Unschuldsvermutung, seinen "Wert" muss mir jeder einzelne erst mal beweisen 8[
 
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Original geschrieben von Smarty
Man muss gar nicht an Altruismus glauben um ein "guter Mensch" zu sein. Wenn man andere Menschen gut behandelt, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst ebenfalls gut behandelt wird. Der Ruf eilt einem da sogar meistens voraus, d.h. man wird dann auch von Menschen gut behandelt, die man gar nicht persönlich gut behandelt hat. Obendrein macht man die Welt zu einem besseren Ort, wenn man anderen Menschen hilft.

Altruismus ist ja nur die Extremform von dem was du beschreibst. Und ich verlange ja auch von niemandem komplett selbst aufzuopfern. Würde ich selbst auch nie tun. Es gibt aber so viele Dinge die man tun kann um zu helfen ohne dabei viel Schaden zu nehmen oder sich aufzuopfern. Ein paar Beispiel sind Blutspenden oder Knochenmarkspende oder gar Organspende. Allein eine kleine Änderung der zwischenmenschlichen Umgangsweisen würden schon soviel bewegen und ändern können. Man muss keine Mutter Theresa werden, ein kleiner Beitrag von jedem ist viel mehr wert als ein paar komplett geopferte Leben von wenigen.
 
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leider muss ich kuma in fast allem zustimmen

zumal ich bei meinem glück der 1:1.000.000.000 typ wäre der bei der entnahme abkratzt ma im ernst ...

ich hab immer allen geholfen und es gab dafür nur aufs maul ...

als ich mal nen brennendes haus gelöscht habe und bei den leuten nach wasser klingelte rief ne fraus aus dem fenster ich solle mich verpissen WÄHREND IHR VERFICKTES HAUS ABSCHMORTE

und dann als ich das scheiss feuer halb aus hatte das gerade die tür total zubrannte maulten mich die leute aus den 4 anfahrenden feuerwehrwagen an ich solle nichts machen was mich nichts angeht WTF ???

also seit dem hab ich beschlossen wenn ichs brennen seh ... lass ichs brennen und wen mr hans231 hilfe braucht gern aber ich hab meinen dienst in diesem leben geleistet :(

PS: sry hasse menschen
 

Clawg

Guest
Original geschrieben von Smarty
Man muss gar nicht an Altruismus glauben um ein "guter Mensch" zu sein. Wenn man andere Menschen gut behandelt, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst ebenfalls gut behandelt wird. Der Ruf eilt einem da sogar meistens voraus, d.h. man wird dann auch von Menschen gut behandelt, die man gar nicht persönlich gut behandelt hat.
Welcher Ruf entsteht bei dir denn, wenn du eine anonyme Spende abgibst?

Obendrein macht man die Welt zu einem besseren Ort, wenn man anderen Menschen hilft.
Zu einem besseren Ort für diejenigen, die nur nehmen anstatt zu tauschen oder zu geben, ja.
 

shaoling

Guest
Original geschrieben von NumbSchiller
Altruismus ist ja nur die Extremform von dem was du beschreibst. Und ich verlange ja auch von niemandem komplett selbst aufzuopfern.
Achso, und wo ziehst du die Grenze?
Du kannst z.B. für ein paar Euro einem Kind in Afrika das Leben retten. Drehst du deswegen jetzt jeden Pfennig zweimal um und sparst dir einen Wolf, um möglichst viele Leben zu retten?
Denn du gibst ja sicherlich jede Menge Geld für irgendwelchen Luxus aus, während woanders Menschen sterben, weil ihnen die paar Euros für ein lebenswichtiges Medikament, eine Operation oder auch nur einen Arztbesuch fehlen. Du böser Unmensch du, tsets.

Altruismus ist schlicht keine geeignete moralische Kategorie. Weder kannst du ihn aus notwendigen moralischen Prinzipien ableiten, noch kannst aus ihm geeignete moralische Prinzipien ableiten. Im Gegenteil, du verwickelst dich nur in Widersprüche und musst dann letztlich zu Willkür greifen: nur ein bisschen Altruismus, aber nicht zuviel.
Der Widerspruch entsteht übrigens schon, sobald du das bisschen Altruismus, das du selbst vertrittst, für dich zum Wert erklärst. Denn dem zu folgen, was man selbst für sich als Wert erkannt hat, ist so ziemlich die Definition von Egoismus.
Original geschrieben von Kuma
Wer gibt und tut und macht ist im Endeffekt meistens nur der Dumme, fast immer kommt das Arschloch besser weg.
Nein, edle Menschen leben ein gutes Leben. Tugend macht glücklich, per Definition.
Wenn ich nämlich Glück als das höchste Gut definiere, ist eine gute Handlung die, die mich dem Glück näherbringt, ist ein guter Charakter der, der mich glücklich sein lässt.
Ein guter Mensch zu sein heißt also, ein glücklicher Mensch zu sein.
Original geschrieben von Clawg

Welcher Ruf entsteht bei dir denn, wenn du eine anonyme Spende abgibst?
Ich bitte dich, die Vorteile sind doch offensichtlich.
Irgend jemand wird mich sicherlich fragen, wenn ich sage, dass mir nicht wohl ist oder ich ins Krankenhaus muss. Dann werde ich zugeben müssen, dass ich mein Knochenmark spende, um jemandem das Leben zu retten. Die Geschichte macht schnell die Runde, schon habe ich mal wieder allen meinen Edelmut und die Konsistenz meines Charakters demonstriert.
Oder es kommt irgendwann zur Sprache oder ich bringe es in einem günstigen Moment selbst zur Sprache.
Da ich quasi keinerlei Nachteile erleide, dürfen ja auch die Vorteile eher klein oder unwahrscheinlich sein.

Außerdem ist es immer ein gutes Argument, um dafür zu werben. Wenn ich andere davon überzeugen kann, ebenfalls ihr Knochenmark oder ihre Organe zu spenden, erhöht sich die Auswahl und damit meine Chance, falls ich selbst je Hilfe benötigen werde.
Wenn du z.B. von einer Typisierungsaktion hörst, was würde andere Menschen eher zur Spende bewegen: "Der Mann hier braucht Hilfe und er hat sie verdient, weil er nie aus Kleinmut anderen die Hilfe versagte" oder "Spendet euer Knochenmark jetzt für Kuma, der seins im Traum nicht gegeben hätte, weil er sich einen Dreck um andere schert und ein ignorantes Leben führt"?

Oder stell dir vor, du sollst mal in der Öffentlichkeit an einer Diskussion über Organhandel teilnehmen. Wir beide würden wohl energisch dafür plädieren. Aber früher oder später wird jemand deinen Charakter attackieren und dich als profitgeilen Egoisten beschimpfen und alle werden ihm beipflichten - es sei denn, du holst eben deinen zehn Jahre alten Organspendeausweis aus der Tasche hervor, schon bist du in den Augen aller gegen jedweden moralischen Zweifel erhaben.

Oder was ist, wenn ich - Gott bewahre - doch mal Politiker werden sollte oder mich sonst in einer Position wiederfände, in der ich öffentlichem Urteil ausgesetzt wäre. Dann wäre ein Höchstmaß an moralischer Integrität doch immer eine gute Versicherung.

Für mich jedenfalls überwiegen klar die Vorteile eines Organspendeausweises. Ob ich selbst mich für eine Operation entscheiden würde, um mein Knochenmark zu spenden, weiß ich nicht.
Aber es ist sicher nicht verkehrt, sich die Option mal offen zu halten.
 

Clawg

Guest
Original geschrieben von sHaO-LiNg
Wenn ich nämlich Glück als das höchste Gut definiere

Das höchste Gut ist aber nun mal das Leben. Oder würdest du für Glück dein Leben opfern*? Na siehste.

* Mit opfern meine ich opfern und nicht riskieren.
 
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Original geschrieben von sHaO-LiNg
Nein, edle Menschen leben ein gutes Leben. Tugend macht glücklich, per Definition.
Wenn ich nämlich Glück als das höchste Gut definiere, ist eine gute Handlung die, die mich dem Glück näherbringt, ist ein guter Charakter der, der mich glücklich sein lässt.
Ein guter Mensch zu sein heißt also, ein glücklicher Mensch zu sein.

(wird fortgesetzt)
Das klingt für mich ehrlich gesagt nur nach idealistischem Schwachsinn. Aber ich warte dennoch mal auf die Fortsetzung.
 

Moranthir

GröBaZ
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Original geschrieben von Clawg


Das höchste Gut ist aber nun mal das Leben. Oder würdest du für Glück dein Leben opfern*? Na siehste.

* Mit opfern meine ich opfern und nicht riskieren.

Wann darf man dann sein Leben opfern?
 

shaoling

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Original geschrieben von Kuma
Das klingt für mich ehrlich gesagt nur nach idealistischem Schwachsinn. Aber ich warte dennoch mal auf die Fortsetzung.
Idealismus hin oder her, es ist einfache Logik.
Ich definiere Glück für mich als höchstes Gut -> Ich will glücklich sein.
Ich definiere gute Taten und gute Charaktereigenschaften als solche, die mich zum Glück führen -> Ich tue Gutes und bin ein guter Mensch, um glücklich zu sein.
Original geschrieben von Clawg
Das höchste Gut ist aber nun mal das Leben. Oder würdest du für Glück dein Leben opfern*? Na siehste.
Ja, ich könnte mir theoretisch(!) vorstellen, den schönen Tod einem elenden Leben vorzuziehen, wenn ich überzeugt wäre, dass das Weiterleben mir ein künftiges Leben in Stolz, Würde und Glück unmöglich machen würde.

Zwar kann der Tod keinen positiven Erwartungswert haben, denn er kann überhaupt keinen Erwartungswert haben. Wohl aber kann das Leben unter extremen Umständen einen negativen Erwartungswert haben. In diesem Fall wäre der Tod vorzuziehen.
 
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Original geschrieben von Clawg

Welcher Ruf entsteht bei dir denn, wenn du eine anonyme Spende abgibst?
Wenn ich mich mit Bekannten darüber unterhalte (und zwar ohne raushängen zu lassen, dass ich Spender bin) ungefähr der gleiche wie wenn ich in der Uni meine Prüfungsliteraturskripte bei der Fachschaft hinterlege; mich ehrenamtlich in Völkerverständigungs-Vereinen engagiere; Verwandten (oder auch mal nur "Bekannten") bei ihren PC-Problemen und -fragen helfe; den hilflosen Engländern vor dem Pfandautomaten erkläre, welche Flaschenarten Pfand haben und welche nicht; einen guten Freund bei mir einige Wochen aufnehme wenn er sich von der Freundin getrennt hat; Freunden beim Umzug helfe; einfach mal für meine Freundin toll koche und ihren Teil der Hausarbeit übernehme wenn sie einen stressigen Tag hat und ich eher frei hatte;...
Für Blöde im Klartext: Das meiste "Gutes-Tun" passiert nicht anonym.


Zu einem besseren Ort für diejenigen, die nur nehmen anstatt zu tauschen oder zu geben, ja.
Wer sagt denn, dass es die trifft, die nur nehmen?

Aber selbst wenn: Lieber gebe ich auch mal einem Arschloch als gar nicht zu geben. Lieber rette ich mit meinen Blut- oder sonstigen Spenden 20 Alkoholikern und nur einem einzigen verunfallten Kind das Leben als garniemandem.
Und ich fühle mich auch nicht schlechter dafür Blut & Co. am Uniklinikum zu spenden, wo ich eine Aufwandsentschädigung von 20-40€ dafür kriege. Es ist eben auch ein Teil meiner Motivation. (Ich weiß btw auch, dass eine Menge Blut weggeschmissen wird, weil es sich nicht ewig hält und gerade kein Bedarf ist.)
 
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Original geschrieben von NumbSchiller
@ Bog das ist sogar verboten, um Handel mit Stammzellen zu verhindern. Wenn man sich bei sowas macht sollte man das aus rein altruistischen Zielen tun und sollte das auch wirklich wollen.

naja, es gibt ja auch beim blutspenden s.g. "aufwandsentschädigungen" in form von geld oder wenigstens einem reichhaltigen buffet. sowas ist möglich und ehrlich gesagt fände ich es eine frechheit, jemanden einfach so mit leeren händen wieder nach hause zu schicken, nachdem er sich einer stundenlangen prozedur unterworfen hat.
da verbringt man eine gute tat und wird gleich wieder abserviert oder wie läuft das?
 

Teegetraenk

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Die ganze pseudophilosophische Diskussion kann man sich hier sparen.

Es steht nämlich fest, dass Knochenmarkspende eine gute Sache ist, und zwar derart, dass einem Menschen dadurch eventuell das Leben gerettet wird.
Ergo kann eine Knochenmarkspende eine moralische Handlung sein. Moralisch wird sie aber nicht durch den guten Zweck, sondern durch die eigene Überzeugung einen guten Zweck zu erfüllen. Wenn Kuma, Shao oder Claw Knochenmark spenden würden, wäre dies keine moralische Handlung. Genauso wenig wie es eine moralische Handlung ist, wenn Leute Geld spenden, nur weil es von ihnen erwartet wird, ganz gleich ob damit trotzdem Gutes vollbracht wird.

Im Umkehrschluss ist es also absolut unwichtig, was irgendwelche Gesellschaftsneurotiker über Dinge wie Blut- oder Knochenmarkspenden denken, noch lohnt es sich, diese vom Gegenteil zu "überzeugen". Zumindest in moralischer Hinsicht ;)
 

shaoling

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Original geschrieben von PivoUser_R7
Wenn Kuma, Shao oder Claw Knochenmark spenden würden, wäre dies keine moralische Handlung.
Soso, wie definierst du denn eine moralische Handlung?

Aber es ist schon mal sehr nett, dass du mit einer Unterstellung in die Diskussion einsteigst. :rolleyes:
 
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Oh, jetzt bitte keine Diskussion über den Moral-Begriff! Lasst Pivos Posting einfach so stehen, egal wie widersprüchlich, falsch oder dämlich es sein mag (oder eben gerade nicht). Eine Diskussion darüber würde zu keinem Ergebnis führen.
 

Teegetraenk

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Wieso ich? Ungefähr jeder, der sich mit angewandter Ethik beschäftigt. Dachte du hast die Nikomachische Ethik gelesen?

Eine moralische Handlung definiert sich eben nicht nur über den Zweck und die Tat, sondern auch über die Überzeugung des Handelnden. Eine Handlung ist also nur dann moralisch, wenn der Handelnde von seiner Tat überzeugt ist. Er also überzeugt ist, das Richtige zu tun. Freiwillig.
 
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Original geschrieben von PivoUser_R7
Es steht nämlich fest, dass Knochenmarkspende eine gute Sache ist, und zwar derart, dass einem Menschen dadurch eventuell das Leben gerettet wird.
Kommt wie gesagt auf den zu rettenden Menschen an würde ich meinen.

Original geschrieben von sHaO-LiNg
Ich definiere gute Taten und gute Charaktereigenschaften als solche, die mich zum Glück führen -> Ich tue Gutes und bin ein guter Mensch, um glücklich zu sein.
Wenn man das für sich so definiert macht es natürlich Sinn, hab ich in deinem ersten Post aber anders interpretiert.
 

Teegetraenk

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Original geschrieben von Kuma

Kommt wie gesagt auf den zu rettenden Menschen an würde ich meinen.
Es gibt deiner Meinung nach also lebenswerte und lebensunwerte Menschenleben?

Zu Shao: Da hast du Aristoteles aber mal vollständig fehlinterpretiert. Das passt hier aber nicht in den Thread, weder vom Umfang noch vom Thema 0> pn, wenn du interessiert bist.
 
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Original geschrieben von PivoUser_R7
Es gibt deiner Meinung nach also lebenswerte und lebensunwerte Menschenleben?
Tut mir ja echt total leid, wenn ich nicht so der krasse Gandalf-Guy bin.
 
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Original geschrieben von Schniko


naja, es gibt ja auch beim blutspenden s.g. "aufwandsentschädigungen" in form von geld oder wenigstens einem reichhaltigen buffet. sowas ist möglich und ehrlich gesagt fände ich es eine frechheit, jemanden einfach so mit leeren händen wieder nach hause zu schicken, nachdem er sich einer stundenlangen prozedur unterworfen hat.
da verbringt man eine gute tat und wird gleich wieder abserviert oder wie läuft das?

Deutschland hat eines der strengsten stammzellengesetze weltweit. Bedankt euch bei der CDU und den Grünen...

Ausserdem handelt es sich um eine gemmeinnützige durch spenden finanzierte einrichtung, die sich großartige aufwandsentschädigungen garnicht leisten könnte. Alleine die typisierungen kosten ein heidengeld.
Ganz zu schweigen von den arztkosten bei der entnahme...

€: Deswegen möchte ich jdedem abraten sich da registrieren zu lassen, wenn man es eigentlich garnicht will. Wenn man dann nämlich im entscheidenden moment kalte füsse kriegt hat man nur geld versschwendet was anderweitig besser aufgehoben gewesen wäre.
 

Clawg

Guest
Original geschrieben von sHaO-LiNg
Ich bitte dich, die Vorteile sind doch offensichtlich.
Irgend jemand wird mich sicherlich fragen, wenn ich sage, dass mir nicht wohl ist oder ich ins Krankenhaus muss. Dann werde ich zugeben müssen, dass ich mein Knochenmark spende, um jemandem das Leben zu retten. Die Geschichte macht schnell die Runde, schon habe ich mal wieder allen meinen Edelmut und die Konsistenz meines Charakters demonstriert.
Oder es kommt irgendwann zur Sprache oder ich bringe es in einem günstigen Moment selbst zur Sprache.
Na, mein Wohlwollen hättest du jedenfalls nicht, sofern ich nicht derjenige war, der das Knochenmark erhalten hat.


Außerdem ist es immer ein gutes Argument, um dafür zu werben. Wenn ich andere davon überzeugen kann, ebenfalls ihr Knochenmark oder ihre Organe zu spenden, erhöht sich die Auswahl und damit meine Chance, falls ich selbst je Hilfe benötigen werde.
Wenn du z.B. von einer Typisierungsaktion hörst, was würde andere Menschen eher zur Spende bewegen: "Der Mann hier braucht Hilfe und er hat sie verdient, weil er nie aus Kleinmut anderen die Hilfe versagte" oder "Spendet euer Knochenmark jetzt für Kuma, der seins im Traum nicht gegeben hätte, weil er sich einen Dreck um andere schert und ein ignorantes Leben führt"?
Kommt drauf an, ob Kuma es dadurch zu etwas gebracht hat.

Davon abgesehen propagiere ich nicht "nicht spenden", ich propagiere Organhandel.

Oder stell dir vor, du sollst mal in der Öffentlichkeit an einer Diskussion über Organhandel teilnehmen. Wir beide würden wohl energisch dafür plädieren. Aber früher oder später wird jemand deinen Charakter attackieren und dich als profitgeilen Egoisten beschimpfen und alle werden ihm beipflichten
Ich auch, und ich nehme es nicht mal als Beschimpfun an :)

Oder was ist, wenn ich - Gott bewahre - doch mal Politiker werden sollte oder mich sonst in einer Position wiederfände, in der ich öffentlichem Urteil ausgesetzt wäre. Dann wäre ein Höchstmaß an moralischer Integrität doch immer eine gute Versicherung.
In einer von Altruismus zerfressenen Gesellschaft hätte man da die besseren Karten, richtig.


Original geschrieben von Smarty
Für Blöde im Klartext: Das meiste "Gutes-Tun" passiert nicht anonym.
Nun, in einigen Ländern IST eine derartige Spende anonym, in Deutschland kann der Empfänger sich zumindest beim Geber nach 2 Jahren bedanken.


Moralisch ist, was dem eigenen Leben förderlich ist. Ich sage nicht, dass Spenden falsch ist - indirekt profitiert man schliesslich davon - aber ich sehe keinen Grund, weshalb ein potentieller Spendeempfänger nicht einen Preis für einen geeigneten Spender ausschreiben dürfen sollte.
Ich würde 10000 Euro bieten, wenn ich wüsste, dass mein Leben dadurch gerettet würde (bzw. eben dann eine spätere Auszahlung veranschlagen).
 
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Schade, Claw, dass du mit keinem Wort auf meine Argumente eingegangen bist.
 

Jesus0815

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Entweder man ist Altruist, Egoist oder ein Normalsterblicher...
Je nachdem spendet man oder nicht. Blubb >_<
 
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das ist dasselbe wie beim organespenden, > 95% hätten gerne ein neues organ von nem organspender wenn es ihnen hilft, aber vielleicht 5% würden selbst spenden.

und hier muß ich echt mal smarty rautieren, so eine logik ist schlichtweg nur dumm, auch wenn dumm vielleicht sogar der falsche begriff dafür ist sondern dann eben doch die moralität. andere dürfen euch retten aber ihr helft niemanden, nichtmal potentiell durch eine registrierung.

vor allem ist das bei organ- und stammzellenspende ja eigentlich ne nummer wichtiger als blutspenden, durch nicht-blutspenden stirbt (noch) keiner weils halt doch meist noch genug tun, am nicht organ- und stammzellenspenden stirbt ne ganz beachtliche anzahl an menschen.

ich meine mich auch zu entsinnen das gerade leute wie morphium doch üblicherweise die christlichen / europäischen werte so hochleben lassen. und ich behaupte einfach mal, dass nichts spenden aber alles nehmen nicht gerade christlich ist. beispielsweise spenden moslems imho sehr selten blut, aber bei den anderen beiden sachen scheinen es die christen ihnen nachzumachen ~.
 
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Original geschrieben von Clawg




Ich würde 10000 Euro bieten, wenn ich wüsste, dass mein Leben dadurch gerettet würde (bzw. eben dann eine spätere Auszahlung veranschlagen).

weil über kurz oder lang dann alle Leute fürs Organspenden Geld haben wollen und dann halt die "armen" Pech haben
 

Amad3us

Guest
Moralisch ist, was dem eigenen Leben förderlich ist

soso Clawg, dann handele ich moralisch, wenn ich in meinem Keller
mal kurz 3 Menschen zu Tode foltere, solange es mir die Langeweile
vertreibt ist es ja für mich förderlich.
 

shaoling

Guest
Original geschrieben von Clawg
Na, mein Wohlwollen hättest du jedenfalls nicht, sofern ich nicht derjenige war, der das Knochenmark erhalten hat.

Kommt drauf an, ob Kuma es dadurch zu etwas gebracht hat. [...]

Ich auch, und ich nehme es nicht mal als Beschimpfun an :)

In einer von Altruismus zerfressenen Gesellschaft hätte man da die besseren Karten, richtig.
Es geht hier aber nicht um Politik oder Gesellschaft, sondern um eine persönliche Entscheidung.

Menschen haben nun mal einen (irrationalen) Sinn für so etwas wie Moral. Er mag häufig fehlgehen, aber er ist da und keinerlei Rücksicht darauf zu nehmen, wird dich mit Menschen nicht weit bringen.

Es ist ja Gott sei Dank auch nicht so, dass ich anderen etwas vorspielen müsste, um ihre Anerkennung, ja Bewunderung zu verdienen.

Mir persönlich z.B. reicht als Begründung zum Knochenmark-/Organspenden, dass ich so eine Spende annehmen würde, also fühle ich mich verpflichtet zu geben. Das ist moralisch konsistent und genauso empfinden das andere Menschen.

Eine Unterscheidung anhand der jeweiligen Person des Spenders oder Empfängers wäre sicherlich wünschenswert, ist anhand der Gesetzeslage aber schlicht nicht möglich. Also ist mein Handelspartner nun mal bis auf weiteres ein Kollektiv. Da ich von diesem Kollektiv nehmen würde, fühle ich mich auch zu geben verpflichtet. So einfach geht die Rechnung.
 

Jesus0815

Guest
Original geschrieben von Amad3us
soso Clawg, dann handele ich moralisch, wenn ich in meinem Keller
mal kurz 3 Menschen zu Tode foltere, solange es mir die Langeweile
vertreibt ist es ja für mich förderlich.

Das hast du völlig falsch verstanden... Er meinte damit das gesundheitliche Wohlbefinden und nicht den Wunsch nach Unterhaltung... :rolleyes:
 

shaoling

Guest
Claw hält übrigens viel vom kategorischen Imperativ und setzt dazu eine "gute" menschliche Natur voraus.
Anders funktioniert ethischer Egoismus auch nicht.
Original geschrieben von Octantis
weil über kurz oder lang dann alle Leute fürs Organspenden Geld haben wollen und dann halt die "armen" Pech haben
Naja, du kannst Claw schlecht für die Gier der Menschen verantwortlich machen.
Jeder, der das will, könnte ja weiterhin aus Nächstenliebe spenden.

Man muss es ja auch nicht gleich so radikal denken, zumal das in unserem jetzigen Gesundheitssystem eh nicht umsetzbar wäre.

Aber eine kassenfinanzierte Entschädigung von, sagen wir, 1000€ pro Knochenmarkspende wäre sicherlich geeignet, die Zahl der Spender drastisch zu erhöhen.
 

Clawg

Guest
Original geschrieben von Amad3us
soso Clawg, dann handele ich moralisch, wenn ich in meinem Keller
mal kurz 3 Menschen zu Tode foltere, solange es mir die Langeweile
vertreibt ist es ja für mich förderlich.
Ok, ich habe mich vielleicht ungenau ausgedrückt.
Moralisch ist die Entscheidung, die mir das langfristig jeweils bestmöglichste Leben ermöglicht. Wahllos potentielle Handelspartner zu töten kann nicht im langfristigen Interesse sein.

Eine Unterscheidung anhand der jeweiligen Person des Spenders oder Empfängers wäre sicherlich wünschenswert, ist anhand der Gesetzeslage aber schlicht nicht möglich. Also ist mein Handelspartner nun mal bis auf weiteres ein Kollektiv. Da ich von diesem Kollektiv nehmen würde, fühle ich mich auch zu geben verpflichtet. So einfach geht die Rechnung.
Natürlich bleibt dein Handelspartner bis auf weiteres ein Kollektiv. Leute wie du spielen ja gerade den 'Atlas' und erhalten es aufrecht :)
 

Jesus0815

Guest
Original geschrieben von Clawg

Ok, ich habe mich vielleicht ungenau ausgedrückt.
Moralisch ist die Entscheidung, die mir das langfristig jeweils bestmöglichste Leben ermöglicht.

Du solltest deine Definition von Moral überdenken. So ist das nämlich totaler Unsinn ;)

edit: mehr noch. Es ist exakt das was unter "asozial" (ohne die umgangsprachlich, negativ beleidigende Konotation) per Definition zu verstehen ist. "Ich, ich, ich, ich, ..."
 
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