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Imkern - Mit den Bienen durchs Jahr 2021

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Aloha,

joa, ich mach mal einen Thread zum Thema Imkern auf. Ich dachte mir, ich mach mal so ne Art durchs Jahr mit meinen Bienen.
Der Thread soll stetig wachsen. Ich hoffe, es gefällt und weckt Interesse für die kleinen Viecher. Wenn es Fragen gibt, dann nur her damit.

Allgemeine Info zu mir ...
Ich bin nun schon 5 Jahre aktiv dabei. Mein Interesse für Bienen war schon vor über knapp zwei Jahrzehnten geweckt. Es ging damals mit dem Bienensterben los (Colony Collapse Disorder, Bienensterben). Es ging in den USA - wo denn sonst - als erstes los. Die Haltung von Bienen ist dort durch die Berufsimkerei anders als bei uns in Deutschland. In Deutschland basiert die Imkerei hauptsächlich auf dem Privaten. Ich war interessiert, warum also die Bienenstöcke (zu deutsch der Bien) nun die Löffel abgeben. Ich habe mich dafür um Literatur bemüht - damals ging es mit den Onlineartikeln oderntlich loss. Das war von Vorteil, weil ich privat keine Berührungspunkte dazu hatte. Am Ende des Studiums bin ich dann zum örtlichen Imkerverein, um dann anzufangen. Leider hats nicht geklappt, weil ich als Referendar nicht in Niedersachsen bleiben konnte. Das Thema "Bienen und Bienenhaltung" hat mich weiterhin begleitet bis ich vor besagten knapp 5 Jahren angefangen habe. Dazu - ich lebte in Köln- - habe ich wieder einen Imkerverein aufgesucht und habe bei einem Bienenprojekt mitgemacht. Das war sehr lehrreich, da ich dort etliches gelernt habe, was man so niemals aus Büchern gelernt hätte. Es ist halt ein Handwerk - neben dem Wissen um die Bienen und deren Verhalten. Nach einer Saison/einem Jahr habe ich mich entschlossen anzufangen.

...und meiner Imkertätigkeit:
Ich habe angefangen mit 3 kleinen Völkern. Diese werden einem anderen Imker gekauft - am besten aus dem örtlichen Verein. Dies hat den Grund, dass die Bienen vor Ort die hiesige klimatische Angepasstheit besitzt. Über Unterarten kann man viel schreiben, lasse es aber einfach. Wenn es interessiert, kann ich gerne was beizeiten zu schrieben. Ich habe von meinem Imkervater ieniges übernommen - das ist nicht zwingend nötig, aber wir haben viel gesprochen und so habe ich die Denkweise verstanden und schätzen gelernt. Ich startete mit einer speziellen Beutenform, der modifizierten Dadantbeute. Eine sogenannte Einraumbeute, in der die Bienen das ganze Jahr gehalten werden. Es ist ein Raum, den die Bienen beziehen oder vom Imker hineingesteckt werden können (etwas uncharmant, aber so ähnlich läufts). Dazu gibt es neben dem Brutraum, in dem sich die Königin mit Ihrem Hofstaat und weiteren Arbeiterinnen aufhält (später auch Männer, die Drohnen), auch noch ein Honigraum. Dieser ist variabel in der Höhe und wird im Laufe des Jahres nach und nach aufgesattelt. Das werde ich im Laufe des Jahre sgenauer zeigen und thematisieren. Ich habe die Bienen schon 3 Mal umziehen lassen. Von Köln ins Münsterland und dann noch einmal im Münsterland ein paar Kilometer weiter. Ich habe mich entschlossen, keinen Rauch beim Imkern zu verwenden. Rauch ist ein Alarmsignal und die Bienen saugen sich mit Honig (in die Honigblase) voll. Dadurch können sie den Hinterleib nicht mehr krümmen und nicht mehr stechen. Sie sind also nicht beruhigt sondern in Panik versetzt. Dadurch werde ich häufiger gestochen. Das ist leider der Nebeneffekt. Das halte ich durch. Ich überlege schon länger meine Königinnen auszutauschen, veielleicht mache ich das dieses Jahr mal. Wäre für mich auch spannend, da ich das noch nicht gemacht habe. Wäre bestimmt auch eine interessante Sache für alle anderen. Ich vermehre meine Völker - aktuell sind es 5 - durch Ablegerbildung. genügend Beuten besitze ich, um neue Völker vor Ort einziehen zu lassen.

Bienenstand - Teil.1 (24.2.2021)
Bienenstand.1 - photo_2021-02-24_13-51-57.jpg
Hier sind zwei Beuten leer. Das "rote Volk" ist leider über den Winter eingegangen. Das "Grüne Volk" ist nicht besetzt, dort sind Brutwaben mit Honig und Pollen drin.

Bienenstand.2 (24.2.2021)
Bienenstand.2 - photo_2021-02-24_13-51-58.jpg
Dies sind zwei neue Völker, die ich letztes Jahr neu erstellt habe.

Allgemeine Informationen
Links:
- Imkerbrief
darin wird allgemein zum Bienenjahr passend (aber eher zur Zweiraumbeute) etwas geschrieben.

- Trachtnet
zeigt Stockwaagen, die in allen Regionen von Deutschland stehen. Da ist die Gewichtszunahme gezeigt.

- Monatsbetrachtungen (was man wann machen sollte und könnte - hier Zweiraumbeutenbeztug):
Aus Schleswig-Holstein (ausfühlich)
Pia Aumeier aus 2020

Literatur:
- Deutsches Bienenjournal
Ist die Verbandszeitschrift des deutschen Imkerbundes. Darin befinden sich Monatsbetrachtungen (was ist im Monat XY zu tun) und handwerkliche Tipps von Pia Aumeier. Bei Bedarf kann ich dazu auch mal was einscannen und mitteilen
 
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Vielen Dank für den Einblick! Imkern steht auch bei uns weit oben auf der Liste!
 
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Aktuelle Situation (Ende Februar, Anfang März):
Momentan ist es so, dass ich in das rechte und zweite von rechts einen Schied eingesetzt habe. Der Schied ist ein Holzbrett, dass Waben mit Brut von den Waben mit Honig und Pollen trennt. Es verengt also aktuell das Brutnest, und soll so mehr Honig geben. ich habe zum Experimentieren dieses Jahr diese Völker ausgewählt, weil sie ein wenig unterschiedlich stark sind. Das "blaue Volk" ist sehr stark, das "silberne" geht so.
Leider ist das "gelbe" Volk etwas chwach und hat 3 neue Königinnenzellen (weiselzellen). Das macht mich unglücklich, den
1. es ist aktuell keine Königin drin und
2. wird die Königin wahrscheinlihc nicht begattet. Das ist schlecht, weil die unbegattete Eier keine Männer werden können und so keine normale Königinnen gebildet werden können. Ich habe das Volk erst einmal so belassen anstatt es aufzulösen und mit einem anderen Volk zu vereinen.

Ich habe schon eine Durchsicht bei hohen Temeraturen, die wir im Februar hatten (fast 20°C), gemacht und so schon mir einen Überblick verschafft.
Die Blicke gingen auf folgende Aspekte:
1. Lebt das Volk?
2. Wie stark ist es?
3. Gibt es etwas Unvorhergesehenes?

Somit habe ich eine Beute sauber gemacht (rotes Volk) und die Schiede eingehangen. Des Weiteren ist mir ja die Weisellosigkeit (keine Königin) des gelben Volkes aufgefallen. Ich habe sie nun seit knapp 3 Wochen nicht mehr geöffnet. Das sollte man aktuell auch nciht, da jede Störung bei diesen Temperaturen das Volk unnötig stören und es so mehr Energie verbrauchen muss. Der Energieverlust kommt nicht nur durch das Öffnen als solches - ein Bienenvolk hat immer eine Temperatur von mind. 20-25°C in der Wintertaube. Aktuell hatte jedes Volk schon Brut in allen Stadien (Eier/Stifte, Maden und schon verdeckelte Brut), so dass die Bienen schon eine Temperatur von knapp 35°C haben. Diese Temperatur ist nötig, damit sich die Brut optimal entwickelt. Dafür muss Energie=Honig her. Das ist in keinem Volk ein Problem, aber wenn mehr Energie verbraucht wird (die Flügelmuskulatur ist auf Volldampf an), schaffen sie weniger Brutpflege. Somit wächst das Volk nicht so, wie es könnte. Also schaffen die Völker keine optimale Völkergröße und gehen möglicherweise mit weniger Bienen wieder in den Winter. Man merkt hoffentlich, dass der Jahresanfang Folgen bis zu Jahresende hat. Deswegen ist es immer wichtig, zu wissen, was man wieso macht (ich wiederhole mich, aber: Handwerk halt).
 
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Koennen bienen die kalten temperaturen im winter ab, also sowas wie -16C in der nacht und durch den tag -8C. oder muss man da als imker mit etwas waerme nachhelfen?
und gerne generelle tips fuer den anfaenger wird schwierig hier bei jemandem zu lernen. und moechte dann mein erstes volk nicht gleich ausloeschen
 
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Bienen halten die Temperatur automatisch so hoch, wie sie sie brauchen. Dazu brauchen sie nur ausreichend Honig (Futter) und genügend Bienen. Das "rote Volk" ist eingegangen, weil sie wohl entweder zu wenig Bienen hatten oder der Nahrungsstrom zum Honigreservoir abriss. Wärmen muss man nicht, denn sonst setzt man falsche Reize:
- Wenn man wärmt, brauchen sie weniger Honig zur Wärmeproduktion - das ist natürlich ok.
- Aber der negative Effekt ist die Legeleistung der Königin, die dann steigt. Das könnte das Problem bringen, dass somit noch mehr Honig verbraucht wird und das Volk an Futtermangel stirbt. Zusätzlich braucht das Volk mehr Pollen, welches im Winter und Frühfrühling nicht ausreichend da ist. So könnte es zu Kanibalismus kommen und die Bienen essen Ihre Eier und Maden auf.

Es ist wichtig, dass die Bienen in größerer Traube (ausreichend Bienen) in den Winter kommen. Dann kommen sie auch im kommenden Frühjahr besser aus dem Winter und bilden schneller ein gutes Volk im Frühling. Als Info für die Jahreszeiten, die man noch einmal in Früh- Voll und Spät- untercheiden kann:
Ph%C3%A4nologischeUhr_61-90_91-19_Deutschland.png


Wenn man sich ein Volk zulegen möchte, würde ich von einem Volk abraten. Mein Imkervater sagte: Wenn du ein Volk hast, hast du keins. Denn: Wenn etwas mit einem Volk passiert, dann kann man das nicht mit dem anderen ausgleichen.
 
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Ich denke, dass es mindestens zwei sein sollten - am besten 3, wenns mal ganz dumm läuft. Dumm laufen heißt: Die Königin ist tot oder die Königin legt nicht richtig oder es ist gar keine mehr drin, hast es aber nicht rechtzeitig bemerkt.
Die Völker sollte man als Ableger kaufen. Der Ableger ist ein kleines neues Volk, welches ein Imker anlegt, um seine Völker zu vermehren. Es wird also aus einem bestehenden Volk zwei Völker gemacht (das alte bleibt bestehen und ein neues wird daruas abgeteilt, deswegen der Begriff Ableger).
Den einen Zeitpunkt gibt es nicht, aber ich würde dir raten damit anzufangen, wenn man eh von Natur aus solche Ableger als Imker bildet. Das geht frühestens Ende April los und endet meist zur Sommersonnenwende (also so gegen Ende Juni, Anfang Juli). Diese Völker sind mit einer begatteten Königin ausgestattet, so dass man im kommenden Jahr mit einem Volk, dass auch Honig produziert, starten kann.
Man kann nun schon auch Fluglinge kaufen - nicht zu verwechseln mit dem Impfling. Davon würde ich abraten, denn diese gibt es von überall her und man muss dabei sehr aufpassen, dass - in Deutschland ist das Pflicht - ein Gesundheitszeugnis besitzt. Das kann man nicht so beantragen, sondern muss von einem - in Deutschland jedenfalls - Bienensachverständigen ausgestellt werden.
 
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das waere ja schon bald, denke ich werd mir erst naechstes jahr bienen zuzulegen. bin aufjedenfall gespannt darauf was du so ueber das jahr zuberichten hast :klatsch:
 
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@IsCream
Gibt es für die Menge des Honigs den man erntet eine Faustregel?
Fütterst Du im Winter zu?
 
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Honigmenge: Es liegt an vielen Faktoren, zum Beispiel
- Bienenrasse (carnica, buckfast ...)
- Standort (viel beschattet oder nicht, Öffnung in die richtige Richtung)
- Ort des Bienenstandes (Stadt, Land oder Wald)
- Alter der Königin
- Imkerliches Handeln
- Haltungsweise (Schieden oder nicht)

Der Standort (Stadt oder Land) und die imkerliche Handhabung haben aber den größten Effekt. Man stellt fest, dass in der Stadt die Bienen mehr Auswahl zu unterschiedlichen Zeiten des Jahres haben. Dies liegt an den Gärten mit unterschiedlichen Pflanzen und die Bäume, die in der Stadt diversifizierter angepflanzt werden. Des Weiteren ist es dort wärmer als auf dem Land. Aus dem Land ist es genau umgekehrt. Auf dem Land sind auch mehr Monokulturen vorhanden oder für Bienen totes Land (Maisplanzungen ohne Ende). Aus diesem Grund hungern die Bienen eher auf dem Land aufgrund von Trachtlücken und müssen manchmal von Imkern notgefüttert werden.
Abschließend würde ich sagen, dass bei einem guten Jahr in der Stadt 40-50 Kg Honig pro (Wirtschafts-)Volk, manchmal auch mehr. Auf dem Land wäre es wohl so 10-15kg weniger.

Zum Füttern: Ja, das mache ich immer und muss auch sein. Allerdings nicht im Winter sondern im Herbst. Wenn man den Bienen den Honig nimmt, und die Tracht gerade nicht so groß ist (eventuell auch nur Läppertracht, es läppert sich nur und ist keine starke Trachtquelle), dann würden die Königin das Legen einstellen. Aus diesem gund füttere ich immer nach der Honigentnahme mit Futtersirup im Juli. Allerdings muss man aufpassen, dass es nicht zu viel ist, sonst würden die Bienen zu viel in den Brutraum einlagern und die Königin häte nicht genügend Platz um die WInterbienen zu stiften (Eier zu legen).
 
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gut das du den standort ansprichst, was ist da ein guter ort? dachte jetzt selber sie in meine apfelbaeume zu stellen. dort haben sie ihre ruhe ausser es ist halt erntezeit
 
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Die Bienen sollten schon ein wenig Ruhe haben. Nahe den Apfelbäumen wäre besser als in den Apfelbäumen - wnen in den Apfelbäumen unter den Apfelbäumen meint. Die Äpfel sollten schon nicht drauf fallen können, jede Erschütterung und jedes Stören, nervt die Bienen und verbraucht wieder - besonders im Herbst und Winter - unnötig Honig/Nahrung.

Es müssen ein paar Sachen bedacht werden, damit die Bienen gut stehen:
- Die Öffnungen der Beuten sollten gen Westen (oder Südwesten), zur Mittags und Nachmittagssonne zeigen (wenn sie Morgensonne bekommen ist es auch gut).
- Die Bienen sollten nicht frei auf der Fläche stehen. Zugluft ist in manchen Tagen gut, aber grundsätzlich nicht.

Allerdings sind die Bienen schon sehr tolerant gegenüber des Standortes.
 
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um die apfelbaeume rum ist es schattig und wohl der ort welcher am meisten schutz vor dem wind bietet. darunter stellen wollte ich sie schon nicht, will ja in ruhe ernten koennen.
mit der zugluft ist es so eine sache die winde starken winde kommen entweder aus dem osten oder westen. wohnen in einem tal, ist dann einfach direkt nach sueden auch ausreichend?
 
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Würde ich sagen: ja, Richtung Südwest und gut ist.
 
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Zur Kenntnis:
Es gibt einen sogenannten Imkerbrief, der frei zugänglich ist. Darin werden allgemeine Dinge besprochen, die sich aber eher auf eine Zweiraumbeute beziehen.
Imkerbrieflink

Des Weiteren habe ich mal Literatur in den ersten Thread mit Links ergänzt (werde ich in kommenden Wochen auch mal weiterhin machen).
 
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Gestern abend mal bei meinen Bienen vorbeigeschaut. Wir hatten hier ordentlich Wind, fast Windstärke 10 in Böen. Also muss man schauen, ob die Bienen immer noch da stehen, wo sie sollten. Eigentlich macht auch stärkerer Wind den Bienen und den Beuten nichts. Damit die Dächer da bleiben, wo sie bleiben sollten, habe ich Steine drauf gelegt. Das beschwert den Deckel und der Wind kann nicht unterpacken. Zur Sicherheit bei starkem dauerhaftem Wind könnte man auch noch einen Spanngurt nehmen und die Bienen vor Wind sichern. Aktuell aber nicht nötig und auch in den kommenden Wochen gehe ich nicht mehr von sehr starkem Wind/Sturm aus.

Bis jetzt habe ich nicht erneut wieder in die Bienen geschaut, was ich aber mal in der kommenden Woche machen sollte (am Wochenende). Wir haben in der nächsten Woche teils Schneefall bis in die Niederungen vorhergesagt bekommen, das bestärkt mich, dass ich an den warmen Tagen des Februars am Bienen stand war und nach dem Rechten geschaut habe (siehe oben). Ich habe momentan zwei Bedenken:
1. was ist mit dem Volk, welches 3 Königinnenzellen hatte (große Sorge)
2. Kommen die Bienen mit den gesunkenen Temperaturen auch gut zurecht (kleinere Sorge).
 
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Woche ist rum und gestern war ich bei meinen Bienen.

Bisher sieht es für einige Völker gut aus, das blaue ist top. Da ist ne Menge los (=viele Bienen) und es wird da auch ein gutes Bienenjahr (siehe unten). Allerdings ist das nicht so leicht vorherzusehen, denn die anderen Völker könnten ab kommender Woche auch gut loslegen, da die Temperaturen steigen (zweistellige Werte).

Ich habe diesmal folgendes gemacht:
1. Honigräume gesäubert (von Propolis- und Wachsresten):
photo_2021-03-21_15-03-25.jpg
Das ist der Blick von oben- recht sauber, links noch verdreckt. Dabei ist es nicht schlimm, wenn in den Rähmchen noch ein wenig weißes Belag (wahrscheinlich etwas Schimmel) drauf ist. Die Bienen machen das alles sauber, so dass sie hoffentlich bald Nektar eintragen - besagte höhere Temperatur demnächst. Ich habe das abgeschabt, damit die Räume/Holzteile besser aufeinander passen und die Bienen die Lücken nicht sofort mit Propolis verschließen müssen. Für mich ist es einfacher zu öffnen/damit zu arbeiten, weil die Holzteile sich leichter voneinander lösen.
Ich habe die Reste mit dem Stockmeißel (sieht man im Bild rechts) gelöst. Es ist das Universalwerkzeug des Imkers. Man kan damit Rähmchen trennen, Reste entfernen oder Holzteile voneinander "entkleben"/lösen.

Die Honigrähmchen sind alle ausgebaut (die Wachszellen sind ausgezogen), damit die Bienen sofort loslegen können.
photo_2021-03-21_15-18-27.jpg
Das untere Rähmchen hat ausgebaute Zellen (sie haben "Tiefe"). Oben befindet sich eine unausgebaute MIttelwand, die ich im letzten Jahr eingelötet habe. Die Bienen haben so eine Vorgabe, wie sie die Zellen bauen sollen. Somit verhintert man Wildbau, was beim Schleudern problematisch sein könnte. Man muss es sich so vorstellen: Die Bienen produzieren Wachs und bauen es an die Mittelwand. Somit ist das Rähmchen überalle ordentlich gebaut und hat keine Fehlstellen. Wenn dies nicht gegeben würde, könnte das Honigrähmchen wellig werden und beim Schleudern zerstört werden, da die G-Kräfte nicht überlal gleich wirken.

2.Schauen, was in den Völkern passiert.
photo_2021-03-21_15-18-44.jpg
Das Bild zeigt das baue Volk, es ist das stärkste und deshalb habe ich davon ein Bild geschossen. Man siht die Menge an Bienen, die mich sehr erfreut hat. Die anderen Völker waren schwächer, aber es sollte da auch noch gut losgehen. Ich schaue in zwei Wochen wieder in die Beuten. Dann klärt sich auch, ob das blaue Volk nur alte Bienen (Winterbienen) hat oder schon viele neue dabei sind (Sommerbienen/normale Bienen).
Bei allen Völkern habe ich das Drahtgitter drauf, es ist ein Absperrgitter. Dadurch passen nur weibliche Bienen (Arbeiterinnen) und keine Männer (Drohnen) und auch keine Königin (Weisel). Männer sind dicker als die Frauen und die Königin hat einen zu dicken und großen Hinterleib. Dies hat den Hintergrund, dass dort nur Honig drin ist und nichts anderes. Wenn die Königin Eier in Waben legt, entstehen aus den EIer Maden und dann die fertigen Bienen. Bei jeder "Verwandlung" (Veränderung der Form von Ei zu Made zu Imago) häutet sich das jeweilige Entwicklungsstadium. Diese bleiben immer ein wenig zurück und verfärben die Waben von schon hell zu dunkel. Des Weiteren kommen aber auch Verunreinigungen rein, da die Bienen die Zellen nach dem Schlupf der fertigen Bienen ausputzen.
Das gelbe Volk, beim letzten Mal 3 Weiselzellen (neue Königinnenzellen), habe ich keine Brut gesehen (keine Eier/Stifte, Maden oder verdeckelte Brut). bei den anderen war das in Ordnung (3 Waben mit etwas Brut in allen Stadien) bzw bei blau am besten (5 Rähmchen mit Brut in allen Stadien).

3. Honigräume aufgesetzt - diese sind halbe Höhe zu den Bruträumen (das ist eine spezielle Sache für die sogenannte Dadant-Beute).
photo_2021-03-21_15-42-07.jpg
Hier sieht man den Aufbau schon ganz gut:
Unten befindet sich der Brutraum, dann kommt das Absperrgitter und zu guter letzt sieht man den Hoinigraum. Ich habe bei blau heute noch einen zweiten aufgesetzt, weil das Volk einfach stark ist und die Temperaturen steigen, die Pflanzen blühen. Das heißt: Nektar und später Honig.

Bisher bin ich trotz des Verlusts (Genetiv :-) ) noch zufrieden. Ich bin auf die Durchsicht in zwei Wochen gespannt!

Bei Fragen, nur her damit!
 
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faszinierende kreaturen. wenn ich das richtig verstanden habe setzt die rahmen mit schon einem grundriss ein und bienen bauen dann den rest? und was ist einloeten :hum:
 
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Im Bild mit den beiden Honigrähmchen sieht man bei dem, wo die Bienen noch nichts bauen konnten, zwei Metalldrähte. Diese werden erhitzt und so die Mittelwand eingelötet (Wachs schmilzt, dann wieder abgekühlt und die Mittelwand ist wieder fest).
 
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Soho, heute wieder bei den Bienen gewesen.

Ich habe wieder die Beuten durchgeschaut und mit Freude festgestellt, das es gut läuft.
1. Die beiden Völker, die etwas abseits stehen, laufen. Ich habe da noch jeweils einen Honigraum aufgestellt. So sind bei beiden 2 zusätzliche Etagen drauf. Beide Völker entwickeln sich gut. Das rechte etwas besser. Das könnte daran liegen, dass dort früher am Tag die Sonne darauf scheint. So muss weniger gewärmt werden und dadurch kann mehr Flugbetrieb stattfinden (also mehr Nektar und Pollen. Der Pollen ist gerade sehr wichtig, da nur mit Pollen neue Brut versorgt werden kann).
2. Das gelbe vorn hat wieder Brut. Ich hoffe sehr, das keine unbegattete Königin dabei ist, sodass die Brut normal ist. Alternativ bei unbegatteten Königinnen kommen immer Drohnen heraus. Auch möglich wäre, das eine Arbeiterin aufgrund des fehlenden Pheromone der Königin selbst angehängt, dort zu legen. Das er wäre das Blödeste!
3. Das silberne Volk mit dem Schied ist aber immer noch schwach. Das wird wohl so schwach über das Jahr so bleiben, ist dann aber so. Dann produziert es nur im Sommer Honig.
4. Das blaue Volk hat mich heute zur Verzweiflung gebracht. Es ist äußerst aggressiv gewesen. Eine Durchsicht war so nicht möglich. Leider sind solche Völker mit am produktivsten. Ich habe einen dritten Honigraum aufgesetzt und hoffe, das es beim nächsten Mal netter zu mir ist.

Ich habe dieses Jahr vor eine Umweiselung durchzuführen. Das heißt, das ich eine neue Königin einsetzen möchte. Das aber bei Zeiten. Noch eine Bemerkung zu den Honigräumen: die sind um 90 Grad gedreht aufgesetzt. Was heißt das? Die Bruträume stehen so, dass die einzelnen Rähnchen, in Richtung Flugloch zeigen. Die Bruträume werden zu Beginn der Saison um 90 Grad gedreht, damit der Wärmeverlust nicht so groß ist und die Honigräume von vorn nach hinten gewärmt werden. Das ist vielleicht nur ein kleiner Effekt, aber immerhin. Weitere Bilder konnte ich heute leider nicht machen.
 
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Ich werde in knapp 1,5 Wochen wieder hin (Wochende nach Ostern). Dann wöchentlich. Das geht es bis in den Herbst jede Woche einmal. Das liegt an mehreren Gründen:
- Schauen, ob ich eingreifen muss
- Völker teilen, neues Volk erstellen
- keine Königin mehr im Volk
- muss ein Drohnenrähmchen eingegangen werden
- haben die Bienen genug zu tun (Bienen ohne Aufgaben sind nicht gut, liegt an den Entwicklungsstadien der Bienen und deren Aufgaben im Leben der Bienen)
- Wie sieht es mit dem eingetragenen Honig aus, muss ich da was machen?
 
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Geiles Topic,

vielen Dank für diesen interessanten Einblick.

Bei "Höhle der Löwen" wurde diese Woche eine "easy bee box" vorgestellt :ugly:

Ist so eine Konstruktion als aufwandsarmer Einstieg geeignet?

 
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Die easy beebox ist eher eine expensive beebox. 300€. Wow.
Meine Beute kostet ungefähr 130€ (mit weiterem Zubehör, Bienenweber. Da bestelle ich, ist ein Beispiel). Den Unterbau kann man genauso teuer zusammenbauen.
Also grundsätzlich sieht mir das wie eine Einraumbeute aus, die der Hinterbehandlungsbeute nachempfunden ist. Genaueres sehr ich bei den Bildern nicht.
 
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Das tolle soll wohl die einfache "Bedienung" mit Hilfe dieser Schieber sein, wo man ohne direkten Kontakt zum Bienenvolk die anfallenden Arbeiten erledigen kann.
 
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Doppelpost, aber egal. Ich hasse mittlerweile die Autokorrektur am Telefon. Tut mir leid für manche komischen Wörter. Ich beseitige das Mal, damit die Fachbegriffe auch richtig verwendet werden.
Eine Sache hab ich noch vergessen: Wenn es wieder stärkere Völker werden (mehr Bienen kommen dazu und die Bienen tragen Nektar ein) riechen sie immer so gut. Da merkt man, dass sich hier die Chemie stimmen muss 😃
 
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was sind die anforderungen an das holz fuer die bienenstoecke? unbehandelt oder gibt es da auch arten welche die bienen ueberhaupt nicht moegen oder gar schaedlich sein koennen?
 
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Bei den Bienen darfst du natürlich keine behandelten Sachen verwenden. Meist wird die Weymouthkiefer verwendet (günstiges Holz und hätte nicht), die man dann von außen(!) bestreichen kann. Ich verwende dafür einen biobasierten Lack. Das sieht man auch bei meinem Bildern, das ältere Beuten etwas gräulich werden. Alternativ kann man auch Leinöl verwenden.
Alternativ nutzt man auch Styropor als Beutenmaterial. Das ist leichter und hat sonst zu den Holzvarianten keinen Unterschied. Nur mischen sollte man nicht. Dann hat man durch die unterschiedlichen Materialien unterschiedliche Temperaturen, es schlägt sich irgendwo leichter Wasser ab und es entsteht zum Beispiel leichter Schimmel.
Ich bin da traditioneller eingestellt und verwenden Holz. Auch ist mir das aus Umweltaspekten lieber.
 
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Ich habe es heute verpasst, zu meinen Bienen zu gehen. das hole ich in der kommenden Woche nach. Nur habe ich heute schon an dieses Jahr gedacht:
Ich habe Futter für den Winter und Honiggläschen gekauft.
Das Futter ist Zuckerwasser (abgefüllt in 25kg-Eimern), das in den Keller wandert und erst nach dem letzten Abnehmen der (hoffentlich wieder) vollen Honigräume zum Einsatz kommt. Ich habe 150kg Zuckerwasser gekauft, das sollte für die Völker reichen, da ich davon ausgehe, dass ich wieder einige Ableger bilde (ich gehe mal von 3 oder 4 aus). Dann benötigt jedes Volk ungefähr 15 kg Futter, was dann für alle ausreichen sollte.
Die Honiggläschen sind sogenannte Twist-Off-Gläser. Das sind nicht die Gläser des Deutschen Imkerbundes (DIB-Gläser). Diese darf ich auch nicht befüllen, da ich nicht den Honignachweis/-lehrgang gemacht habe. Das ist abe rnicht schlimm, da auch ohne diesen Nachweis Honig in den Verkehr gebracht werden kann. Das Gesetz schriebt vor, dass der Wassergehalt maximal 20% betragen darf. Mein Honig hat meist weniger (so um die 18%). Diese 18% ist auch die Grenze des DIB. Also erfülle ich das auch, aber ich verkaufe es nicht darin Das ist aber kein Problem.

Mal ein Beispielfoto des letzten Jahres:20180814_111921.jpg

Edith:
Es gibt einen neuen Imkerbrief.

Darin wird die Temperatur erwähnt und die Bienen sind noch nicht so weit wie die Natur. Das würde ich aufgrund meiner Beobachtungen auch machen. Allerdings sind meine nicht so wsher hinterher. Ich habe gesehen, dass Pollen drin ist und auch Nektar aus diesem Jahr/Honig vom letzten Jahr noch vorhanden sind. Zum Pollen hatte ich zuvor ja schon was geschrieben.

Im Imkerbrief wird wird auch etwas von dem Drohnenbau und die Möglichkeit der Entnahme von Brut gesprochen: Ich führe das durch, damit die Milbenlast geringer ist. Wie dort geschrieben sind die die Drohnen länger in den Waben (sie brauchen länger zur vollständigen Entwicklung der Drohne/der Imago). Es braucht bei
- dem Drohn/männlichen Biene ca. 24 Tage
- der Arbeiterin ca. 20 Tage
- der Königin 16 Tage ("3-5-8 Königin gemacht")
vom Ei bis zur Biene (http://www.bienenschade.de/entwicklung-der-bienen-vom-ei-bis-zum-insekt/).

In den ersten Tagen, Ei und Made sieht man keinen unterschied. Erst mit der Verpuppung sieht man einen Unterschied. Deswegen ist es Pflicht ab einer bestimmten Zeit (so ab Mitte April) jede Woche einmal reinzuschauen und nach Königinnen-/Weiselzellen Ausschau zu halten.
 
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Wie kann der Wassergehalt des Honigs gesteuert werden? Und wie fütterst du deine Bienen im Winter ohne die Beute zu öffnen?
 
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Entweder der Honig hat den Wassergehalt oder nicht. Man kann auch seinen eigenen Honig mischen. Damit kann man den Wassergehalt senken. Aber die Bienen verdeckeln den Honig erst ab einer gewissen Wassermenge. Denn wenn er einen zu hohen Wassergehalt hat, verdeckeln sie ihn nicht. Er wurde sonst anfangen zu gären.

Die Beute öffne ich nur kurz, um zu füttern, den ich verwende den sogenannten Adamfütterer. Es ist nämlich besser die Bienen langsam zu füttern als alles auf einmal. Der Adamfütterer ist ein zusätzlicher Kasten, der ausgesetzt wird. Darin wird das Zuckerwasser eingefüllt und wieder verschließen - fertig.
 
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Ich war am Samstag wieder bei den Bienen. Da habe ich ne Menge gesehen, teils mit einem ordentlichen Schrecken, aber dazu gleich mehr.

Wenn man an den Bienenstand kommt, dann hat man auch ohne irgendwas an den Bienen gemacht zu haben, einiges erkennen.
1. Die Bienen sind fleißig unterwegs (es gibt viel Flugverkehr).
Es gibt viele Bienen, die etwas hineintragen (wahrscheinlich Nektar oder vielleicht Wasser bei höheren Temperaturen).

2. Die Bienen haben volle Höschen/Pollen an den Beinen und laufen in die Beute hinein.
Je mehr Pollen vorhanden ist, desto besser kann die Brut versorgt werden. Pollen und Nektar braucht es, um Bienen groß zu ziehen (keine Königin)

3. Die Bienen haben nichts an den Pollenhöschen.
Die Bienen können sich einfliegen (checken die Lage und können so den Heimatort ins wirklich kleine Gedächtnis bekommen, um bald Arbeit außerhalb des Stocks zu erledigen. Dis sind nur Bienen, die schon ein gewisses Alter haben.)

Hier erst mal etwas Schönes:
photo_2021-04-19_21-14-19.jpg

Die Bienen tragen Pollen ein. Die Höschen sind voll. Das ist schön, denn dadurch ist zu erkennen, dass ordentlich Brut vorhanden ist.
Ich habe mal eben eine Internetseite gefunden, die die Farbe deutet (nicht zwingend richtig, aber ein gutes Indiz, was in der Nähe/im Flugradius sich befinden und Pollen spenden):
Aufgrund der Farbe würd eich mal auf Kirsche und Löwenzahn schließen. Diese sind in den letzten Tagen wie aus dem Nichts herausgeschossen. Wir haben ja nun wirklich angepasste Temperaturen für die Jahreszeit (um die 15-18°C und Sonnenschein).

Wie oben geschrieben, gibt es auch ohne in die Bienen zu schauen einiges zu entdecken. Hier mal ein Bild der sogenannten Windel (nicht so wie eine Windel angelegt sein sollte, aber ich nenne sie mal so):

photo_2021-04-19_21-14-18 (2).jpg

photo_2021-04-19_21-14-18.jpg

photo_2021-04-19_21-14-17.jpg

Das erste Bild zeigt die Rückseite der Beute und die ein wenig hervorlukende Windel (ein Plastikschieber, der herausgezogen und angeschaut werden kann. Dort fällt alles aus em Volk nach unten. Im laufenden Jahr ist es wichtig, diese genauer anzuschauen und zu untersuchen: Stichwort Varroa-Milbe).
Man kann anhand der Bilder folgendes erkennen:
1. die dunklen Stellen/Wachsreste sind alte Wachsreste, die die Bienen abgeknabbert haben, um an den eingelagerten Honig zu kommen.
2. die hellen Stellen sind frischer Wachs, der aus den Bienen stammt (können sie herstellen), und für das Verdeckeln der Brut nötig ist.
3. Man sieht, wo die Wachsreste sind, dort müssen die Bienen brüten oder Honig "wegknabbern"
4. Man sieht Pollen, der eingetragen aber doch fallengelassen wurde.

Zu dieser Zeit ist das ganz gut. Es sind die beiden Völker, die ich letztes Jahr neu angelegt habe (die abseits von den anderen stehen). Auch das Bild oben mit den Bienen stammt von diesem Volk.

Hier noch ein Bild von vor den Völkern, die abseits stehen und gut laufen (5 und 6 Waben mit Brut in allen Stadien - Ei, Larve, Made, verdeckte Brut):
photo_2021-04-19_21-14-18 (3).jpg

Die anderen Völker sind etwas anders drauf:
- Das gelbe Volk ist immer noch ohne Brut - werde ich wohl bald auflösen
- das silberne Volk ist schwach - das wird erst im Laufe des Jahres was. ich bin weiterhin gespannt.
- das blaue Volk ist ein Sorgenkind. Vom Saulus zum Paulus. Zuvor sehr stark - viele Bienen und viel Brut. Nun sind etliche Bienen erfroren und mussten abgefegt werden, die Königin nicht gesehen aber noch etliche Brut vorhanden. Heute noch einmal da gewesen und weiterhin viel Flugbetrieb gesehen, was mich wiederum beruhigt. Ich habe aber wohl einen Fehler gemacht und dieser mit dem kalten Wetter gepaart, verursachte dann dass viele Bienen starben. Einierseits habe ich wohl zu schnell erweitert (Honigräume draufgesetzt) und das Wetter nicht richtig betrachtet/kam dazwischen (ungefähr 5°C für den Monat April insgesamt zu kalt). Das beides zusammen, führt dazu, dass viele Bienen starben. ich hoffe, die kommen dann nun auch durch, denn es gab ja wieder Flugbetrieb.
In diesem Jahr möchte ich aber einige Königinnen austauschen. Dazu bin ich einem Verein beigetreten, der Zucht einer bestimmten Rasse verschrieben hat. Dazu werde ich beizeiten mal was schreiben.

Soweit mal von mir.

Edith:

Der letzte Imkerbrief zeigt die Verluste des Honigs (bei den Bienen) ganz gut - durch die Bank weg verlieren die Beuten an Gewicht, da es zu kalt ist:

 
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Soho, heute war ich wieder bei den Bienen. Dabei habe ich folgende Tätigkeiten durchgeführt:
1. Anschauen der beiden neuen Völker des letzten Jahres (diese stehen abseits)
da habe ich nichts gemacht - außer das Anschauen des Flugverkehrs und der Windel. Ich habe ordentlich Flugverkehr gesehen. Wieder war viel Pollen an den Pollenhöschen. Des Weiteren waren einige Bienen ohne etwas dabei, also haben sie Nektar eingesammelt. Die dritte Möglichkeit ist, dass die Bienen sich eingeflogen haben. Das machen die Bienen erst nach einiger Zeit, bevor sie "richtige" Flugbienen werden. Dazu mal ein Bild eines Links (mit Erklärungen):
lebenszyklus_honigbiene.png

Dabei ist es kein fester Weg, der nur in eine Richtung funktioniert. Wenn es also wieder Bienen braucht, die Maden füttern oder putzen oder sogar Wachs produzieren müssen, dann passiert das. Allerdings bleiben Flugbienen meiste Flugbienen, da die Bienen dann kurz vor dem Ende der Lebensdauer sind. Die Grafik zeigt das Leben einer Sommerbiene. Die Sommerbiene lebt viel kürzer (siehe oben) als die Winterbienen. Winterbienen werden im Herbst gebildet und diese leben den ganzen WInter hindurch, um den Bienenstock ins neue Jahr zu bringen. Dann können die Bienen schon mal 6 Monate alt werden (nichts gegen die Königin, die bis zu 5 Jahre alt werden kann. Meist aber 3).

2. Ich habe das gelbe Volk geöffnet.
Da habe ich leider Buckelbrut gesehen. Buckelbrut entsteht, wenn es entweder, wenn es
=> eine Königin gibt, die nicht befruchtet ist, oder
=> eine Arbeiterin, die Eier legt.
Die Königin ist das wahrscheinlichere, da ich ja vor einigen Wochen schrieb, dass es neue Königinnenzellen gab und diese ausgefressen waren. Somit ist wohl eine Königin geschlüpft, die nicht befruchtet werden konnte (zu kalt für Flugwetter und/oder keine Männer in der Nähe).
Eine Arbeiterin fängt an Eier zu legen, wenn keine Königin im Volk ist und die nötigen Pheromone der Königin fehlen, damit Arbeiterinnen keine Eier legen. Sowohl als auch bilden sich nur Drohnen (unbefruchtete Eier), so dass die Brut "buckelig" aussieht. Männer werden größer und dicker als Arbeiterinnen und deshalb brauchen sie mehr Platz. Somit schauen die Männerzellen über die Waben hinaus - es ist buckelig.
DSCI0022-300x225.jpg


3. das blaue Volk hat eine Königin!
Beispielbild (weiße Markierung):
Bienenkoenigin4.jpg

Das hat mich sehr erfreut. Ich habe sie gesehen - sie ist also nicht gestorben. Des Weiteren haben die vorhandenen Bienen fleißig aufgeräumt. Vor dem Anflugbrett lagen viele tote Bienen. Sie sind aber noch nicht fertig. Es waren immer noch tote Bienen in den Waben, die dort bei der Wärmung des Volkes gestorben sind (ausgekühlt). Dass es an der Temperatur lag, habe ich schon geschrieben. Somit haben sich wohl zwei Effekte verstärkt:
=> Zu viele Honigräume
=> zu niedrige Temperatur
Es lag nicht an der Pollenversorgung, da es immer noch einige Pollenvorräte gab.
Weiterhin waren wieder neue Eier gelegt und die Eier waren schon mit Gelee royale versorgt (nur zu Beginn, das wird noch zu Pollen und Nektar). Somit hat das Volk eine Zukunft und ich bin froh darüber.

4. Das silberne Volk ist weiterhin schwächlig, wird aber zum Sommer besser und wird Honig produzieren. Da ich es ja nur zu Hobby mache, reicht mir das.

Vielleicht noch abschließend ein paar Zeilen zur aktuellen Situation und damit aber auch zur Versorgung von den Bienen. Die Bienen tragen Pollen ein. Das ist wichtig für die Brut. Ohne Pollen keine Bienen. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten. Denn wenn man Bienen halten möchte, sollte es möglichst immer auch Pollenquellen geben. Bei mir ist das der Fall (zu Stadt und Landversorgung habe ich ja schon was geschrieben), da meine Bienen in der Nähe des Dorfes stehen (Flugradius von ungefähr 3 Kilometern). Zusätzlich kommen nun die besten Pollenversorger in die Blüte: Kirsche und vor allem der Apfel. Auch sind die beiden ordentliche Nektarquellen. Man sollte also immer über das Jahr im Blick haben, dass bei einem immer etwas blüht. Dabei ist es wichtig, dass die Blumen nicht gefüllt sind und die Bienen sie auch anfliegen. Merke: Was bunt ist und wenn man die Blüten in Gänze sehen kann (Stempel, Pollentheke bzw. Blütenboden), dann ist es auch was für unsere Bienen und Wildbienen. Dazu ist es auch nicht unwichtig, sich mal im Laufe des Jahres umzuschauen, was für Pflanzen (Bäume oder krautige Pflanzen) in der Umgebung so wachsen. Dazu könnte man entweder eine Art Tagebuch führen oder sich intern nur die Checkliste abhaken.
 
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Buckelbrut, nie gehört, aber sehr interessant. Hier lernt man ja noch richtig was! :)
 
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Danke für die Rückmeldungen. Ich bin ja ein wenig unschlüssig, in wie weit es interessiert, da das Imkern doch ein besonderes Thema ist.

Ich werde meine Bienen an diesem Wochenende wieder besuchen und wieder berichten.
 
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Doppelpost, da ich heute bei meinen Bienen war.

Natürlich schaue ich noch mal zurück, denn das ist auch bei meinen Bienen zu sehen: Das Wetter!!11
Ich sage nur: Die Höchsttemperaturen im Februar waren im Vergleich zum April höher. Es gab die meisten Frosttage, die jemals gemessen wurden (für einen April). Es war der kälteste April seit ungefähr 35 Jahren. Und es hat kaum geregnet. Das alles hat natürlich auch Auswirkungen auf (meine) Bienen gehabt.
=> Die Bienen konnten kaum raus. Flugwetter der Bienen beginnt ab ungefähr 10-12°C. Somit kamen die Bienen auch kaum heraus. Erst in den letzten Tagen war es punktuell mal wieder wärmer, so dass sie sich raus trauen (Wildbienen wie zum Beispiel Hummeln haben dieses Problem nicht. Sie kommen schon bei ungefähr 4°C vor die Tür, da sie dicker sind. Eben Bienen im/mit Pelz.). Vielleicht habt ihr die Probleme auch bei den Obstbäumen mitbekommen. Da wird entweder Wasser versprüht, Feuer am Boden gelegt (natürlich kontrolliert) oder Ventilatoren angeworfen. Alles gegen den Frost und für die Obstblüten.
=> Die Bienen konnten kaum raus und mussten auf die Reserven zurückgreifen. Diese sind langsam aber wirklich knapp. Ich müsste, wenn es mit den Temperaturen so weitergeht, zur Notfütterung greifen. Notfütterung wäre entweder Flüssigfutter oder eine Mischung aus Honig mit Sirup. Aber daran möchte ich nicht denken. Sicherlich brauche ich es aber nicht, da spätestens ab kommendem Wochenende wohl Temperaturen um die 20°C angesagt sind und es keine Nachtfröste mehr geben soll. Des Weiteren haben die Bienen, auch wenn sie raus konnten, nicht die Welt an Nektar eintragen können. Da es ja auch kaum geregnet hat - dabei ist immer das lokale Wetter zu berücksichtigen. Das kann schon so um die 10 km weiter ganz anders aussehen.
Dazu noch einmal der Hinweis zu "Trachtnet":

=> Die Bienen konnten kaum raus, haben aber trotzdem Pollen eingesammelt (Verfütterung an die Maden).

Konkret heißt das bei mir:
Die neuen Völker des letzten Jahres, die abseits stehen sind schön, da
- sie viel Brut haben.
- sie stark sind.
- sie sanftmütig sind. Das sollte man immer im Hinterkopf haben und bei der Völkervermehrung berücksichtigen. Eigentlich würde der Mai (Mitte Mai ungefähr) dafür prädestiniert sein, aber dieses Jahr schein alles etwas später. Wenn ich Ableger bilde, berichte ich darüber, wie es geht/ich es mache (siehe unten => Imkerbrief).
Beide Völker haben leider noch keinen Nektar in die Honigräume eingetragen. Das sollte aber demnächst bald so sein, da ein Volk (das rechte der beiden) sehr viel verdeckelte Brut besitzt. Die Bienen, die dann schlüpfen, kümmern sich als erstes um den "Innenausbau" (siehe vorherige Posts), aber in einem knappen Monat ist da dann Party drin. In beiden Völkern - mehr wieder im rechten Volk - befinden sich schon Drohnen und an etlichen Waben Drohnenbrut. Was man damit macht/bzw, wie man das kanalisieren kann und warum Drohnen eigentlich auch nicht schlecht sind, schreibe ich dann die nächsten Male, wenn ich ein Drohnenrähmchen einhänge.
Abschließend kann ich noch sagen, dass das rechte Volk am weitesten insgesamt ist und ungefähr 2 Wochen vor dem linken Volk ist. Das liegt an den Völkern, warum die sich unterschiedlich entwickeln, obwohl sie direkt nebenander stehen. Warum das so ist:
- Königin fängt nicht so schnell an, wieder ordentlich zu legen (Genetik)
- Die Flugbienen fliegen aus und finden zufällig etwas, was sie den anderen mitteilen (Schwänzeltanz oder Rundtanz):
- Manchmal ist es aber auch der Standort entscheidend (Imkerentscheidung).

Die vorderen Völker haben nichts Neues:
- Das gelbe habe ich imme rnoch nicht aufgelöst. Das müsste ich mal machen, "traue" mich aber irgendwie nicht. Ein Volk auszusortieren ist mir immer noch ein wenig fremd. Völkerverluste habe ich schon einige gehabt.
- Das blaue Volk erholt sich langsam. Das hatte ich ja schon geschrieben, dass die Bienen dort reihenweise tot vor dem Flugloch liegen. Da sieht man mal, dass ein Rennpferd durch äußere Umstände zum alten Gaul werden kann.
- Das silberne Volk ist auf der gleichen Höhe wie das blaue.

Ich möchte gerne dieses Jahr die Imkerei noch auf ewas breitere Beine stellen. Ich habe letztens das halbe Internet leergekauft und möchte demnächst (Montag vielleicht) Met ansetzen. Des Weiteren habe ich morgen vor, ein Wachstuch herzustellen. Abschließend denke ich über Honigseife nach. Mal schauen.

Eine Ergänzung zum Infobrief, den ich immer wieder empfehle:
Es geht um die aktuelle Wetterlage (dazu habe ich oben etwas zu meiner Situation geschrieben) und Völkervermehrung. Ich habe die neuen Völker des letzten Jahres schon beschrieben und dazu geschwärmt (begeistert berichtet). Also werde ich diese für die Völkervermehrung nehmen. Damit man sich sowas merken kann, wie die Völker in einem Jahr (oder auch längerfristig) sich entwickeln und verhalten, sollte man meiner Meinung nach immer (!) eine Dokumentation durchführen. Die sogenannte Stockkarte. Dazu gibt es etliche Möglichkeiten (analog aber auch digital). Ich führe dies analog, da ich vor Ort besser mit STift und Papier zurechtkomme, anstatt das Telefon zu nemen und es im dümmsten Fall mit Propolis zuzukleistern.
Ich habe diese Stockkarte, wobei man auch andere verwenden kann. An diese habe ich mich gewöhnt.
stockkarte2.jpg


Bei meinen Bienen, würde ich aktuell das rechte Volk (das neue, mit dem anderen neuen allein stehend) als sehr gut ansehen. Die Königin macht ein schönes Brutnest (schon kubisch und auch ohne große Lücken zwischen den jeweiligen Waben). Des Weiterne legt sie gut. Die Bienen sind sanftmütig/haben einen guten Wabensitz (sie fliegen nicht sofort einen an, wenn man die Beute öffnet/ein Rähmchen zieht).
 
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Heute mal Wachstücher hergestellt. War eine nicht so pralle Sache, da ich es wohl nicht optimal gemacht habe. Ich das Wachstuch mit dem Bügeleisen hergestellt. Demnächst wird es im Backofen passieren.

Aber sie sind fertig und gefallen mir gut. Riechen auch schön nach Wachs - wie es sein soll. Ich habe drei verschiedene Stoffe gekauft (Bio-Qualität) und diese zerschnitten. Die Größe ist 48*35cm (1x), 24*35 (1x) und 2 mal 24*17cm.

Hier noch ein Bild.photo_2021-05-02_21-02-27.jpg
 
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