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Breaking Bad

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ich fand, dass die ganze erste staffel eher einen dark comedy aspekt hatte, der mir nicht besonders gut gefallen hat. erst mit gustavo (der so peinlich schlecht spanisch spricht) wurde die serie für mich wirklich geil.
ich fand die erste staffel hatte für mich züge der handschrift der coens, das war für mich auch der grund warum ich recht schnell hooked war, insgesamt hatte die serie durchaus ihre hänger und schwankte in der qualität, aber mmn ist sie trotzdem eine der besten drama serien aller zeiten, auch wenn der hype teilweise übertrieben war.

das ende mit der letzten got staffel zu vergelichen ist mmn allerdings n witz, got ist grade auf dem niveau von vikings oder so nem scheiss.
 
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Vikings wurd wieder bissl besser nachm total absturz in iirc Staffel 3 :p.

Fand BB gut (8/10 oder sowas) nicht weniger. War halt öfters einfach etwas öde und obs dann superdupergeil gefilmt ist, ist mir egal. Fand aber iirc gerade die frühen folgen cool. Empfehle es jedem zum schauen, aber der ganze Hype war übertrieben.
 
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pinko

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Am schwächsten fand ich rückblickend die 2. Staffel. Die hing dramaturgisch doch recht durch. Das filmische Niveau der Serie fand ich wirklich überragend. Es kommt selten vor bei mir, dass ich mir beim Schauen denke "Wow, diese Einstellung sieht aus wie ein Gemälde." Überhaupt fand ich es grandios, wie mit Perspektiven und Farben gearbeitet wird. Auch die Musik war erste Sahne. (11/10 für den Heisenberg-Song :rofl2:)

Die größten dramaturgischen Fehler wurden mMn aber doch in S5 begangen. Die Nazis waren einfach lazy writing. Mit denen wurden schlicht zu viele Fliegen (höhöhö) erschlagen. Die letzten drei Folgen waren mMn trotzdem grandios, allen voran "Ozymandias".

(Lauter Wortwiederholungsfehler hier. hier. hier.)
 
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wie zur hölle kann man den start zäh finden, nach 3-4 episoden mit der leiche die sich durchs haus ätzt denkt man sich doch jedes mal "ok, wie zur hölle soll das noch krasser werden?".

die ersten beiden folgen sind schon ein bisschen schwierig, aber wenn man ganz grob weiß, wohin die reise geht, MUSS man einfach weiter gucken. verstehe diese leute btw auch nicht, aber gut, das sind einige wenige kostverächter, die noch in ganz anderer hinsicht komisch sind :ugly:
 
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Die (grandiose) Fliegen folge haben sie übrigens absichtlich als filler gedreht, weil zur erstausstrahlung zeitgleich das Lost finale lief (war damals wohl ne große sache) und man annahm, das die einschaltquoten deswegen sowieso schlecht sind und so die leute plot technisch nicht viel verpasst haben die die folge nicht gesehen haben.


Die güte einer Serie offenbart sich übrigens beim zweiten mal sehen und da muss ich sagen, dass sich bei Breaking Bad manche längen wirklich bemerkbar machen wenn man schon weiss wo die reise hin geht sind viele folgen einfach boring as fuck. Da ist the Wire weiterhin unerreicht.
 

Gelöschtes Mitglied 683020

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Bei mir hat sich weniger die Fliegenfolge ins Gedächtnis gebrannt, als dieses ewig langes Fremdschamfrühstück mit Jesse, Walther und dessen Frau. Das war wirklich gefühlt acht Stunden lang.
 

deleted_24196

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ich hab mir die ersten beiden folgen angetan und danach entrüstet aufgehört... ich komm mit der serie gar nicht klar! irgendwie total langweilig, öde, die charaktere nerven direkt nach 2 minuten, nichts für mich! ;)

So, knapp 9 Jahre später muss ich meinen Post dann revidieren: geile Serie!
Habe vor knapp 3 Wochen angefangen und bin gestern mit Staffel 5 fertig geworden. Waren 5 gute Staffeln, hie und da gab es natürlich ein paar lahme Szenen oder Folgen, im Großen und Ganzen ist BB jedoch eine sehr sehr geile Serie. Aber auch im zweiten Anlaufe hatte ich meine Probleme mit den ersten Folgen, keine Ahnung warum und wieso, jedenfalls brauchte es ein paar Folgen um auf den BB-Train aufzuspringen.
 
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gut, dass du dir doch noch einen ruck gegeben hast :)
ist alles in allem betrachtet für mich die am besten gemachte serie.

die ganzen hänger waren beim ersten schauen für mich nicht wirklich störend,
erst als ich ein paar jahre später nochmal 'durchgescrollt' habe, ist mir aufgefallen,
dass es da szenen gibt, in denen 5min lang GAR NICHTS passiert.

war beim zweiten anschauen wirklich etwas zuviel des guten.

Die (grandiose) Fliegen folge haben sie übrigens absichtlich als filler gedreht
wasn die fliegenfolge?! kann grad gar nichts damit anfangen.

11/10 für den Heisenberg-Song
ist das der hier? der ist wirklich gude, "DLZ" von TV On The Radio.
(deren schlagzeuger oso übrigens durch methkonsum gestorben ist)
 
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Würde die Fliegen Folge bei jedem Rewatch skippen

"Fly" was produced as a result of the series' considerable budgetary restrictions and being unable to afford the $25,000–$35,000 needed to move the production trucks to a new location.

Series creator Vince Gilligan remarked: "We were hopelessly over budget ... And we needed to come up with what is called a bottle episode, set in one location."
 
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Fand die Fliegenfolge gut, den erst hier wie ich finde wurde dem Zuschauer klar was fürn Arbeitscrack Heisen doch war. Natürlich wusste man schon was ern ChemieNerd war aber ers hier nahm das son Charekterlichen Freak FForm an. Man könnte jetzt auch meinen "uh uh uh fanbase Schöngeschwafel" aber letztendlich (wieder-)erkennt jeder die Folge, beim low budget.

kriegt nicht jeder hin.
 
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Ich fand die Folge damals auch nicht schlecht, iirc wurde ich gut Unterhalten.
 
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War halt ne Fillerfolge, nicht scheisse und nicht gut. Was mich damals akut getriggert hat waren die prätentiösen Mongos die die Folge aufgrund ihrer beeindruckenden Anspielungen an das hinterindische Kino der 50er Jahre als Höhepunkt der Serie bezeichneten. Film"experten" sind sehr schlecht.
 
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ich hatte irgendwo aufgeschnappt dass das ne "warnung" der drehbuchautoren war, da soweit ich mich erinnere in der zeit auch die streiks der amerikanischen drehbuchautoren lag. fand ich plausibel. aber lustig, dass es im endeffekt einfach ne geldsache war, wobei ich nicht nachvollziehen kann, wie in der dritten staffel überhaupt noch irgendein budgetproblem bestehen konnte. die serie war doch schon zu der zeit ein absoluter kracher
 
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Zeitgleich zur ausstrahlung der folge lief auch das Lost Finale, soll angeblich auch ein grund für die folge gewesen sein, zumindest wurde das seinerzeit auf diversen serien "news" portalen so geschrieben.
 
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Im Vergleich zum Lost Finale war die Fliegenfolge richtig gut.
 
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Ich fand die Atmosphäre der Fliegenfolge damals sensationell, weil man ständig das Gefühl hatte, dass Walter Jessie erzählt, was mit seiner Freundin passiert ist.
Dachte, sie hätten das mit Absicht so gemacht, zwei Charaktere für relativ lange Zeit auf engstem Raum mit einem Geheimnis, welches der andere auf keinen Fall erfahren darf weil es die Beziehung mit Sicherheit komplett zerbrechen lassen würde.

Dann fehlte halt die Kohle, auch gut. :8[:
 
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Ich fand die Atmosphäre der Fliegenfolge damals sensationell, weil man ständig das Gefühl hatte, dass Walter Jessie erzählt, was mit seiner Freundin passiert ist.
Dachte, sie hätten das mit Absicht so gemacht, zwei Charaktere für relativ lange Zeit auf engstem Raum mit einem Geheimnis, welches der andere auf keinen Fall erfahren darf weil es die Beziehung mit Sicherheit komplett zerbrechen lassen würde.

Dann fehlte halt die Kohle, auch gut. :8[:

Das war glaube ich trotzdem schon auch die intention der folge. Und die fliege nur die metapher für walts gewissensbisse.
 
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Kumpels wollten mich damals zum Breaking Bad schauen animieren. Erste Folge wo ich reingeschaut habe: The Fly. Hab dann ne Weile lang weiterhin kein BB geschaut ~~
 

pinko

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Warum schaust als erstes eine Folge, die mitten in der Serie steht? :stupid:
 
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War in ner WG. Mitbewohner schauten unten im Kinozimmer BB und weils mich nicht interessiert hat, war ich in meinem Zimmer oben am Zocken. Dann eines Abends überreden lassen auch mal ne Folge mitzuschauen und das war dann eben The Fly. Kollegen so: "WTF?! Sonst ist das echt geil!" Ich so: "Thanks but no thanks."
 
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Natüüürlich hab ichs in der Zwischenzeit geschaut und gefeiert C:

Aber Better Call Saul S04 hab ich noch offen O_O
 
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Jo, bei better call saul bin ich in die 4. staffel auch noch nicht so richtig rein gekommen, die ersten 3 folgen sind quasi nur fliege ---> boring.
 
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Mal wieder eine Serie, die ich zu meiner Schande erst viel zu spät gesehen habe. Es war 2016 und die erste Show, die ich auf Netflix geschaut habe. In den letzten beiden Wochen habe ich mir BB zum zweiten mal reingezogen. Die erste Folge noch auf Netflix, da war dann in einigen Szenen die Bildqualität erstaunlich schlecht, weswegen ich es mir direkt mal auf BluRay besorgt habe - wo die Qualität dann kein bisschen anders war. :ugly: Keine Ahnung ob das nun für Netflix oder gegen die BR spricht. :deliver:

Egal.

Bombastisch. Gigantisch. Atemberaubend. Unbeschreiblich. Es gibt mMn nicht genug Superlative um die Serie zu beschreiben. Dabei fängt die Show relativ gemütlich an, macht aber schon in der ersten Staffel unmissverständlich klar wohin die Reise gehen wird. Zum Ende hin steigert sich die Qualität fast durchgängig und in den letzten acht Folgen dreht Breaking Bad dann so unvorstellbar auf wie wohl keine Serie vor ihr und auch seither nicht mehr. Und vor allem gelingt ihr, was viele andere grandios verkackt haben: Ein Ende, das man wohl mindestens als rund und angemessen empfinden kann. Ich persönlich war auch gestern Abend wieder total geflasht und bin es auch heute noch, obwohl ich ja schon wusste wie es endet. Hanks Tod ist einfach einer der krassesten Momente von allem was ich im TV je gesehen habe - zusammen mit etlichen anderen BB-Szenen, insbesondere der Tod von dem Kind. Die Serie ist einfach konsequent kompromisslos mit ihren Charakteren und auch mit dem Zuschauer. Und genau das macht mE ihre Qualität aus. Und dann eben diese ikonische letzte Szene mit exakt dem richtigen Soundtrack darunter. Die melancholisch-rührselige Endzeitstimmung fängt einen einfach vollständig ein. Hier fühlt man, dass einer am Ende seines Weges angekommen ist.

Und obwohl ich WW am Ende, anders als zwischendurch, nicht mehr gehasst habe, habe ich kein Mitleid mit seinem Schicksal. Auch wenn man seine Handlungen und ihre innere Logik menschlich nachvollziehen kann, so ist nicht zu leugnen dass Walter sehr, sehr früh Alternativen zur Auswahl hatte: Schon in der dritten Folge könnte er das Angebot von Elliot und Gretchen annehmen, seine Behandlung zu bezahlen. Man versteht als Zuschauer zwar, dass ihm diese Option persönlich unangenehm ist, aber Fakt ist nunmal, dass er sich hier - und auch später immer wieder - bewusst für das Drogengeschäft, und alles was damit zusammenhängt, entscheidet. Er weiß genau, was er tut. Sein Schicksal ist keine reine Verkettung unglücklicher Umstände, wenngleich auch das immer wieder reinspielt, sondern vor allem das Ergebnis seiner eigenen bewussten Entscheidungen, durch die er sich sukzessive vom überqualifizierten Lehrer zum größenwahnsinnigen Bastard entwickelt, der gedanklich komplett von der Realität abgekoppelt ist und auf alles scheißt außer seine eigene Gier. Alleine wie er ernsthaft meint er könne mit dem Nazi da noch Hanks Leben rausverhandeln und selbst danach immer noch der Wahnvorstellung anhängt, es gebe einen Ausweg, der nicht in den Knast oder ins Grab führt. What. the. fuck. :eagle:

Auch wenn Walter White ganz am Ende doch noch zur Reue findet ist und bleibt er ein krankes Schwein, das nicht nur sein eigenes Leben ruiniert hat, sondern auch das seiner gesamten Familie und etlicher anderer.

Mein Lieblingscharakter war auch diesmal in der Gesamtschau wieder Hank. Am Anfang ist er mir ein wenig zu proletenhaft und wenn ich sehe wie scheiße er seine Frau behandelt während sie in pflegt würde ich ihm am liebsten ein paar in die Fresse hauen, aber er ist mMn der wahre Held in dieser Geschichte. Bis in den Tod absolut integer vertritt der das Gesetz und lässt sich auch im Angesicht eines feindlichen Pistolenlaufs nicht eine Sekunde kompromittieren. :cool: ASAC Schrader ruhe in Frieden!
Anonsten waren natürlich Saul Goodman und auch Mike dicke Sympathieträger :top2: Auch wenn ich keinem von beiden im echten Leben begegnen möchte, insbesondere nicht letzterem. Aber ich mag diese abgebrühte Art einfach total.

Immer wieder nervig sind hingegen die Weiber. Alta, fick die Mudda! Mit Chemieskillz wie WW hätte ich die Tussen schon vor Jahren vergiftet. Ich werde auch nie verstehen was ein Kerl wie Hank mit so einer wie Marie macht. Wobei sie im Laufe der Zeit doch erträglicher wird und Sympathiepunkte bei mir sammelt. Skyler hingegen wird zwischenzeitlich deutlich nerviger, was sich aber zum Schluss hin wieder etwas legt.

Jesse... ist vielleicht der tragischste Charakter. Anders als WW ist er tatsächlich mehr von den Umständen (bzw. eben Walter) getrieben und weniger weil er sich bewusst entscheidet. Anders als sein Partner bewahrt er eigentlich einen ganz guten Realitätssinn und er ist es ja auch immer weider, der Walter zum Aufhören drängt. Leider ist er oft ein wenig dum. Also in jeder Beziehung ein guter Antipode zu Heisenberg. Jedoch: Auch er ist ganz sicher kein Unschuldslamm und hätte den Knast redlich verdient.

Fazit: drölf von zehn Punkten. Srsly. Die Show ist übermenschlich.
 
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pinko

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Kann man so stehenlassen, großartige Serie.
Skyler ist zwar oft nervig, aber ein total interessanter Charakter. Sie wird ja von Walter erst systematisch belogen, dann misshandelt und schließlich in die ganze Scheiße hineingezogen. Entscheidend ist aber, dass sie am Ende eben doch mitmacht. Sie hätte immer zur Polizei gehen können. Aber letztlich ist sie eben auch schwach, gierig und feige. Marie ist der einzige Hauptcharakter, der mMn etwas oberflächlich ausgearbeitet ist. Ihr hätte etwas mehr Tiefe gutgetan, so ist sie oft wirklich nur die kleptomanische Tante von nebenan.
 
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Skyler ist zwar oft nervig, aber ein total interessanter Charakter. Sie wird ja von Walter erst systematisch belogen, dann misshandelt und schließlich in die ganze Scheiße hineingezogen. Entscheidend ist aber, dass sie am Ende eben doch mitmacht. Sie hätte immer zur Polizei gehen können. Aber letztlich ist sie eben auch schwach, gierig und feige. Marie ist der einzige Hauptcharakter, der mMn etwas oberflächlich ausgearbeitet ist. Ihr hätte etwas mehr Tiefe gutgetan, so ist sie oft wirklich nur die kleptomanische Tante von nebenan.
Ich fand beide Charaktere keineswegs schlecht. Schreiberlinge und Schauspielerinnen machen ihren Job hier nicht schlechter als woanders in der Serie. Ihre Reaktion auf den ganzen psychischen Stress ist ja auch total authentisch dargestellt. Nur nervte die Hysterie mich halt trotzdem. Dass sie nicht zur Polizei geht und mitmacht kann man bei ihr halt auch am ehesten noch mit externem Druck erklären bzw. mit dem ehrlichen Bedürfnis ihre Kinder zu schützen. Sie hofft, dass die Geschichte nicht auffliegt bis Walt stirbt und Junior nie erfährt was passiert ist.

Bei Marie fand ich es eigentlich gerade interessant, dass auf ihre Macken nicht so wirklich eingegangen wird. Sie scheint das ja zu machen um von Hank Aufmerksamkeit zu bekommen bzw. den Stress zu kompensieren oder was auch immer. So richtig stellen tut sie sich dem Problem aber nicht und Hank ist da ja auch absolut der letzte Typ, der ein verständnisvolles, einfühlsames Gespräch suchen würde. Im Gegenteil ist er diesbezüglich genauso gestrickt und kann - nicht einmal sich selbst gegenüber - eingestehen, dass er selbst längst nicht so hart ihm nehmen ist wie er es nach außen gerne darstellt.

Die belügen sich halt auch selbst, so wie es echte Menschen öfters mal tun.
 
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Ist 'ne Weile her dass ich's geschaut habe, aber insgesamt fand ich "Skyler - kompetente Frau vom Drogenbaron" weitaus interessanter als die anfängliche "Skyler - ich verdien mir was mit E-Bay Auktionen dazu". Vermutlich weil sie am Anfang einfach wie ein Klotz um Walters Hals wirkte. Und damit meine ich nicht nur in Bezug auf seine Verbrecher-Karriere (bei der wir als Zuschauer natürlich aufgrund des Framings erstmal mitfiebern), sondern auch wegen dem lieblosen Geburtstagssex, der dämlichen Intervention die wirkt, als wäre sie ein Tipp aus einem Hausfrauenmagazin gewesen, und eben auch ihrer scheinbaren Inkompetenz bzgl. Berufstätigkeit und Geldverdienen. In dem Moment, in dem sie zeigt, dass sie durchaus berufliche Kompetenzen besitzt, war sie mir direkt tausend mal sympathischer. "I fucked Ted" hab ich hier hingegen (anders als anscheinend viele andere) angesichts der Umstände nie wirklich übel genommen.

Am Ende sind beide wohl Opfer einer Kultur, die ich selber nur schwer nachvollziehen kann. Walter schlägt mehrfach aus "männlichem" Stolz Chancen auf ein besseres Leben in den Wind. Aus dieser Perspektive ergibt es natürlich Sinn, dass Skyler scheinbar unnötigerweise eine Stay-at-Home-Mom ist (gehört sich halt so). Hinzu kommt das amerikanische Gesundheitssystem und die Drogenpolitik, fertig ist die perfekte Mischung. Tolle Serie.
 
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The Wire würde ich in Puncto soziologische Gesellschaftsbetrachtung noch besser bewerten. Ich muss aber auch zugeben, dass BB wahrscheinlich das bessere Unterhaltungsfernsehen ist, vor allem wenn es um wiederholtes Ansehen geht. The Wire hat (zumindest in meiner Erinnerung) ein paar zähere Phasen, und manchmal wird es auch seinem ultrarealistischem Anspruch nicht gerecht (Mouzone, Hamsterdam, Season 5). Dennoch eine klasse Serie, die jeder mal geschaut haben sollte. Ich gebe mir ab und zu die Youtube-Compilations and amüsier mich darüber, wie die (vermutlich überwiegend weiße, wohlbehütete) Comment-Sektion auf einmal in tiefsten Gangster-Slang verfällt :ugly:.
 
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The Wire hab ich ehrlich gesagt noch nie geschaut, aber scheint gut zu sein. Danke für den Tipp! :top:
 
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