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Afghanistan

pinko

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das hätte ich gerne genauer erklärt. wenn man es nicht komplett oberflächlich betrachtet, wiederholt sich geschichte nicht, weshalb ich dem punkt so erstmal nicht zustimmen würde
Wiederholen wird sich Geschichte sicher nicht, aber es gibt gewisse Muster, bei denen man mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon sprechen kann, dass sie fortdauern werden. China ist in seiner Geschichte davon geprägt, dass sich zunächst über Jahrtausende immer wieder Dynastien herausgebildet haben, die den Rest unterworfen haben. Das hielt dann gerne mal für ein paar 100 Jahre, bis es wieder zersprengt wurde.

Ethnisch ist China relativ homogen (afaik 90% Han), Minderheiten werden derzeit unterdrückt und z.T. sogar ermordet. Bekanntestes Beispiel ist die Sache mit den Uiguren. Tibet darf man auch nicht vergessen. Nur weil atm aufgrund der Parteidiktatur die Diversität im Land unterdrückt wird, heißt das ja nicht, dass sie verschwunden ist. Auch wenn man sagen muss, dass die chin. Regierung das schon eindrucksvoll macht. Die Verbindung aus Wohlstand und Knute ist sehr erfolgreich.

Die zweite Ebene ist die politische. Hier ist die Lage verzwickter. Ein direkter Vergleich zu den dynastischen Strukturen des "Mittelalters" verbietet sich, das wäre ca. so, als würdest du in Dtl. davon reden, Bayern und die Wittelsbacher kongruent sind. Der Sieg der Kommunisten hat zunächst mal Stabilität gebracht, wenngleich sie blutig war und ist. Einheit ist oberstes Diktat. Die ethnische Ebene ist historisch gesehen eng mit der politischen verknüpft ("Mandate of heaven" - viele der historischen Zerwürfnisse in China basierten darauf, dass verschiedene Dynastien für sich beanspruchten, "legitim" die Vormachtstellung zu besitzen, dies gilt v.a. für die Han, die für sich das Primat beanspruchten.) Interessant ist diesbezüglich, dass die letzten 300 Jahre des imperialen Chinas nicht von den Han dominiert wurden. Das spielte beim Wandel zur Republik durchaus eine Rolle.

Aber es stimmt schon, Mutmaßungen über die Zukunft bringen uns nicht weiter. Davon auszugehen, dass die aktuelle Diktatur in Stein gemeißelt ist, ist aber mMn nicht, das wäre naiv. Sobald der ewige Aufschwung abklingt, wird es lauter im Land werden.

Das verstehe ich nicht so recht. Warum zeigt die Geschichte das? In den letzten 5000 Jahren hat China wesentlich mehr fickdominiert, als dass es dominiert wurde. Wenn überhaupt ist die Reinstallation der chinesischen Dominanz sowas wie die Rückkehr des "Urzustandes" (doofes Wort, aber mir fällt grad kein besseres ein).
Das meinte ich ja. China ist der Chef. Kein anderes Land hat eine so tief reichende kulturelle Geschichte, auch wenn Japan z.B. nah dran ist. Man hat ja durchaus mal versucht, China ans Bein zu pinkeln (z.B. bei den Opiumkriegen), aber das wurde dann schnell wieder aufgegeben, weil es sinnlos war. Die meiste Zeit waren die Chinesen eh mit sich selbst beschäftigt (s.o.), da waren die Mongolen fleißiger. :deliver:


Um mal den Bogen zurück zu Afghanistan zu schlagen:
Ich kenne mich mit dem Land viel zu wenig aus, hat jmd. von euch nen Literaturtipp? Bitte nicht Scholl-Latour. :ugly:
 
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Ich kann mich kaum daran erinnern, wie die gesamte Presse jemals so einhellig mit der Regierung ins Gericht gegangen ist. Bin gespannt, was davon an politischer Verantwortung hängen bleibt.

Gibt es eigentlich Infos darüber, wie man gedenkt die Ortskräfte und andere Leute jetzt noch rauszuholen? Es war wohl irgendwie von 10.000 die Rede, aber wie soll das jetzt noch gehen? Ich gehe mal davon aus, dass es nur noch die schaffen werden, die entweder schon am Flughafen in Sicherheit sind oder es irgendwie auf eigene Faust schaffen sich ins Ausland durchzuschlagen.
 

[fN]Leichnam

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Veteran, der sich jetzt um die Evakuierung von Ortskräften aus Kabul bemüht in einem kurzen ZDF-Interview. Da läuft es einem kalt den Rücken runter.
 
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parats'

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pinko hat zu viel Europa Universalis 4 gespielt und hält sich deshalb für den promovierten Historiker. Fakt. :troll:
 
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Ruttig: Das wird schon sehr lange von Partnern und auch ehemaligen Partnern dieser Afghanen öffentlich kritisiert, aber die Bundesregierung hat immer wieder verzögert, hat Versprechungen gemacht, Dinge zu prüfen, die nie eingehalten wurden - das schließt auch die Bundeskanzlerin ein, die zum Beispiel über Charterflüge gesprochen hat. Während die Bundesregierung es bis noch vor wenigen Tagen für möglich hielt, Charterflüge nach Kabul zu schicken, um abgelehnte Asylbewerber abzuschieben, wollte sie die andere Maßnahme nicht ergreifen. Das ist ein riesiger Skandal. Dafür sollten sich Politiker verantworten müssen.
Sich verantworten müssen, sagt der. :rofl2: In Merkels Regierung. :rofl2: :rofl2:
 
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Offen gestanden bin ich ganz akut der Meinung, dass unsere Scheißregierung geschlossen rücktrittsreif ist. Das kollektive Versagen so vieler Ministerien auf einmal bei einem noch nicht mal übermäßig komplexen Problem ist doch beispiellos in der Nachkriegsgeschichte.
 
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Wiederholen wird sich Geschichte sicher nicht, aber es gibt gewisse Muster, bei denen man mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon sprechen kann, dass sie fortdauern werden. China ist in seiner Geschichte davon geprägt, dass sich zunächst über Jahrtausende immer wieder Dynastien herausgebildet haben, die den Rest unterworfen haben. Das hielt dann gerne mal für ein paar 100 Jahre, bis es wieder zersprengt wurde.

Ethnisch ist China relativ homogen (afaik 90% Han), Minderheiten werden derzeit unterdrückt und z.T. sogar ermordet. Bekanntestes Beispiel ist die Sache mit den Uiguren. Tibet darf man auch nicht vergessen. Nur weil atm aufgrund der Parteidiktatur die Diversität im Land unterdrückt wird, heißt das ja nicht, dass sie verschwunden ist. Auch wenn man sagen muss, dass die chin. Regierung das schon eindrucksvoll macht. Die Verbindung aus Wohlstand und Knute ist sehr erfolgreich.

Die zweite Ebene ist die politische. Hier ist die Lage verzwickter. Ein direkter Vergleich zu den dynastischen Strukturen des "Mittelalters" verbietet sich, das wäre ca. so, als würdest du in Dtl. davon reden, Bayern und die Wittelsbacher kongruent sind. Der Sieg der Kommunisten hat zunächst mal Stabilität gebracht, wenngleich sie blutig war und ist. Einheit ist oberstes Diktat. Die ethnische Ebene ist historisch gesehen eng mit der politischen verknüpft ("Mandate of heaven" - viele der historischen Zerwürfnisse in China basierten darauf, dass verschiedene Dynastien für sich beanspruchten, "legitim" die Vormachtstellung zu besitzen, dies gilt v.a. für die Han, die für sich das Primat beanspruchten.) Interessant ist diesbezüglich, dass die letzten 300 Jahre des imperialen Chinas nicht von den Han dominiert wurden. Das spielte beim Wandel zur Republik durchaus eine Rolle.

Aber es stimmt schon, Mutmaßungen über die Zukunft bringen uns nicht weiter. Davon auszugehen, dass die aktuelle Diktatur in Stein gemeißelt ist, ist aber mMn nicht, das wäre naiv. Sobald der ewige Aufschwung abklingt, wird es lauter im Land werden.
das problem ist, dass diese "antiquierten" systeme in der vergangenheit nicht die (vor allem technischen) möglichkeiten hatten wie es sie heute gibt. überspitzt formuliert: damals konnten sich die bauern zusammenrotten und mit ihren mistgabeln den soldaten (und damit den machthabern) noch einigermaßen gefährlich werden, heute ist es vor allem in china dank vollüberwachung und der vorhandenen ausrüstung der polizei/des militärs nahezu unmöglich, solcherlei dinge anzuzetteln. auf anderen ebenen wird es dank der überwachung ebenfalls extrem schwierig (internet, öffentliche plätze, dazu kommt die überwachung quasi aller medien)


Ich kann mich kaum daran erinnern, wie die gesamte Presse jemals so einhellig mit der Regierung ins Gericht gegangen ist. Bin gespannt, was davon an politischer Verantwortung hängen bleibt.

Gibt es eigentlich Infos darüber, wie man gedenkt die Ortskräfte und andere Leute jetzt noch rauszuholen? Es war wohl irgendwie von 10.000 die Rede, aber wie soll das jetzt noch gehen? Ich gehe mal davon aus, dass es nur noch die schaffen werden, die entweder schon am Flughafen in Sicherheit sind oder es irgendwie auf eigene Faust schaffen sich ins Ausland durchzuschlagen.
soweit ich weiß, werde die ortskräfte bis auf sehr sehr wenige ausnahmen komplett zurückgelassen...."was hätten wir denn machen sollen" reloaded. bin da komplett bei sfjunky, das ist komplettes vollversagen auf mehreren ebenen und kein bisschen tragbar (was wird leider passieren: nichts)
 

parats'

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Offen gestanden bin ich ganz akut der Meinung, dass unsere Scheißregierung geschlossen rücktrittsreif ist. Das kollektive Versagen so vieler Ministerien auf einmal bei einem noch nicht mal übermäßig komplexen Problem ist doch beispiellos in der Nachkriegsgeschichte.
Dafür hat es jetzt dieses Event gebraucht, oder ist das nur der Tropfen?
Wird Zeit, dass Papa Laschet hier mal aufräumt. :deliver:
 

Gustavo

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Oh das ist ein Missverständnis, das behaupte ich nicht. Es hat natürlich einen negativen geostrategischen Impact, weil die Verlässlichkeit des Westens (mal wieder) beschädigt wird, weil China und andere in das Machtvakuum vorstoßen, weil Afghanistan tatsächlich mittelbar wieder zu einem Zentrum des islamistischen Terrors werden kann, wenn erstmal Gras über die Sache gewachsen ist usw.

Könnte sein, könnte aber auch nicht sein. Allerdings: Selbst wenn es so wäre, ist die Verhinderung dessen wohl nie im Leben des Preis wert, den die USA dafür bezahlen. Zumal Afghanistan auch letztes Mal nicht wirklich alleine dafür verantwortlich war, dass es ein "Zentrum des islamistischen Terrors" wurde, das passiert alles immer unter tatkräftiger Mithilfe Pakistans. Nach allem, was ich bisher so gelesen habe, scheint die Unterstützung von islamistischer Terroristen aktuell nicht sonderlich gut in das Konzept der Taliban zu passen, aber mir fehlt die Expertise, das zu beurteilen.


Was sind denn für dich horrende Summen? Wie gesagt, wir sprechen hier von einem relativ niedrigschwelligen Einsatz, der ja nun nie von Deutschland allein geschultert wurde. Dazu mit Gegenrechnung zum contrafaktischen Szenario, das ebenso Kosten verursachen wird, ob nun die Aufnahme von mehr Flüchtlingen/Flüchtlingshilfe für Länder die welche aufnehmen wie die Türkei, oder sicherheitspolitische Folgekosten wegen einer weiter destabilisierten Region.


Na ja, ich rede jetzt natürlich nicht von Deutschland, denn Deutschland hat diesen Einsatz auch nicht nennenswert getragen, sondern eben die USA. Und die haben wie gesagt horrende Summen ausgegeben, ohne dafür wirklich einen Gegenwert zu bekommen. Die Kosten für Flüchtlinge aus Afghanistan sind dagegen Peanuts. Im Übrigen können Länder ja nun sehr einfach selbst entscheiden, wie hoch die Kosten für Flüchtlinge sind, einfach dadurch, wie viele sie aufnehmen und wie gut sie diese ausstatten wollen. Das erscheint mir kein sehr gutes Argument zu sein. Und ganz ehrlich: Ich habe neulich eine "Very Short Introduction" über Afghanistan gelesen; das Kernproblem dieses Landes ist schlicht und ergreifend, dass es da nichts von Wert gibt. Da gibt es nicht viel zu destabilisieren, weil diese Region für die Weltwirtschaft schlicht nicht von Belang ist.


Ach komm, als ob die Demokraten sonst nicht schnell genug Trumps "Deals" rückabwickeln konnten. Was hätte sie daran hindern sollen zu sagen "sorry, aber der Schwachkopf Trump hat hier wieder mal einen Schwachkopfdeal gemacht und wir ziehen den natürlich nicht durch".

Ich glaube du stellst dir das etwas einfacher vor, als es ist. Trump hat mit den Taliban vereinbart, bis wann die Truppen aus dem Land abgezogen werden (Mai 2021), was Biden dann noch etwas verlängert hat. Der einzige Grund, warum die USA überhaupt so lange mit so geringer Truppenstärke in Afghanistan bleiben konnten war die Tatsache, dass die Taliban die Füße still gehalten haben, in Erwartung dass die Amerikaner abziehen würden. Hätten sie jetzt ihr Wort gebrochen, wäre es eher früher als später auch wieder zu Angriffen durch die Taliban gekommen. Was die afghanische Armee zu leisten im Stande und gewillt ist, haben wir ja gerade gesehen. D.h. die Amerikaner hätten so oder so entweder abziehen müssen oder wieder mehr Truppen schicken. Zu Letzterem ist keine der beiden Parteien mehr bereit. Es war natürlich strategisch clever von Trump, den Abzug so zu verhandeln dass er ihn nicht selbst durchführen musste und jetzt Biden dafür die Prügel kassiert, aber das ist nicht einfach auf Trumps Mist gewachsen, das wollte durchaus eine breite Mehrheit in den USA so.


Ich würde nicht davon ausgehen, dass die US Regierung von Nichts wusste. Es gab Verhandlungen mit den Taliban, mit der Regierung und mE sogar mit Pakistan. Daran haben sich doch imho sogar Deutsche beteiligt. Ich habe natürlich keinerlei Beweise, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die völlige Kampflosigkeit der Armee keine spontane Reaktion war.


Vielleicht nicht von nichts, aber ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass DAS ist, wie die Amerikaner sich ihren Abzug vorgestellt haben, insofern glaube ich schon, dass da einiges an Fehleinschätzungen vorlag. Das Militär und das CIA sind zwar bekannt dafür, immer viel zu positive Lageeinschätzungen geliefert zu haben, aber die Vermutung lag immer nahe dass das einem Zweck folgt, der aber mit dem Truppenabzug (der sich ja bei den Amerikanern schon seit längeren zieht) weggefallen ist.


Oh ich hab kein Problem damit hier eine Million afghanischer Mädchen einzufliegen. So gar keins, her mit ihnen. Dasselbe mit Syrerinnen, Lybierinnen usw. usf. Solange sie die Testobomber zuhause lassen, dürfen alle fliehenden Frauen dieser Welt in Deutschland die Freiheit genießen. Frauen - wenn man sie aus dem schädlichen Einfluss ihrer patriarchalen Steinzeitmänner befreit - verursachen quasi gar keine Integrationsprobleme. Sie sind besser in der Schule, lernen schneller die Sprachen, sind insgesamt engagierter in Integrationsbemühungen (wie gesagt, solange ihre Arschlochmänner/Väter ihnen nicht das Leben schwer machen), begehen so gut wie nie Straftaten. Würden wir 1 Mio. Frauen aufnehmen, würde ich dir sofort glauben, dass die gesellschaftliche Gesamtbilanz positiv wäre.

Interessante Ansichten. Mal unabhängig davon, ob ich deine positiven Ansichten teile: Glaubst du nicht, dass du damit ein enormes Problem nur noch verschlimmern würdest? In Afghanistan haben jetzt schon viele junge Männer Probleme, eine Familie zu gründen, weil sie kein Einkommen haben, um eine Frau und Kinder zu ernähren. Wenn du jetzt auch noch den Pool der potenziell heiratbaren Frauen verkleinerst, glaubst du das liefe glimpflich ab?
 
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: Glaubst du nicht, dass du damit ein enormes Problem nur noch verschlimmern würdest? In Afghanistan haben jetzt schon viele junge Männer Probleme, eine Familie zu gründen, weil sie kein Einkommen haben, um eine Frau und Kinder zu ernähren. Wenn du jetzt auch noch den Pool der potenziell heiratbaren Frauen verkleinerst, glaubst du das liefe glimpflich ab?
Zunächst mal sind ja bisher vor allem junge Männer geflohen. D.h. bis da wieder Pari ist, dauert es eine Weile.

Dann finde ich es moralisch fragwürdig, die Frauen in Geiselhaft zu nehmen, damit ein paar weniger der jungen Männer dort ausrasten/militant werden.

Letztlich selbst utilitaristisch gesehen: Weniger Frauen, weniger Kinder. Das ist für Afghanistan langfristig gut.
 
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Letztlich selbst utilitaristisch gesehen: Weniger Frauen, weniger Kinder. Das ist für Afghanistan langfristig gut.
vor allem vor dem hintergrund, dass es in afghanistan (jemand schrieb es hier ja schon) einfach nichts gibt. je weniger menschen dort leben, desto besser (überspitzt formuliert), denn die leute dort werden sich verständlicherweise solange benachteiligt fühlen, bis a) das land dort genügend abwirft (wird nicht passieren) oder b) die zahl an menschen dort so weit gesunken ist, dass für alle einigermaßen genug da ist
 
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Wie kommt ihr bitte darauf, dass Afghanistan "nichts" hat? Da lagern Bodenschätze im Wert von über 3 Billionen Dollar. (Deutsche Billionen).

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parats'

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Vor allem das Lithium dürfte perspektivisch extrem wertvoll werden, vom angeblichen Uran gar nicht zu sprechen. Allerdings bringen die geilsten Bodenschätze der Welt nichts, wenn sie nicht gefördert oder auf dem Weltmarkt veräußert werden können (s. Venezuela).
Bei vielen herrscht im Kopf wohl die Gleichung Wüste/Gebirge = unbrauchbar.
 
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Ich kann mich kaum daran erinnern, wie die gesamte Presse jemals so einhellig mit der Regierung ins Gericht gegangen ist. Bin gespannt, was davon an politischer Verantwortung hängen bleibt.

Gibt es eigentlich Infos darüber, wie man gedenkt die Ortskräfte und andere Leute jetzt noch rauszuholen? Es war wohl irgendwie von 10.000 die Rede, aber wie soll das jetzt noch gehen? Ich gehe mal davon aus, dass es nur noch die schaffen werden, die entweder schon am Flughafen in Sicherheit sind oder es irgendwie auf eigene Faust schaffen sich ins Ausland durchzuschlagen.

Wahrscheinlich müssten da jetzt die Amis mit einem last man standing "Team" (ich sage mal 300 ^^) rein und den Flughafen gegen eine Übermacht halten bis alle ausgeflogen sind.
Ich predicte schon einen Oskar für die "This is Sparta (öhm Amerika)!" Szene
 
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Den Flughafen halten afaik 4000 amerikanische Soldaten - fragt sich allerdings wie lange, da die Amerikaner ihre Evakuierung wohl heute(?) fertig bekommen wollten. Das Problem dürfte eher sein, dass es für jemanden, der von den Taliban gesucht wird, schwer bis unmöglich sein dürfte den Flughafen zu betreten. Die Safe Houses, die es für deutsche Ortskräfte gab (natürlich nicht von der Bundesregierung, sondern irgendeiner NGO unterhalten), wurden afaik bereits geräumt. D.h. die Leute sind jetzt völlig auf sich gestellt. Man wird die vermutlich nicht mal mehr erreichen, geschweige denn sicher aus dem Land holen können.

Aufgrund der Wahl ist es zwar praktisch ohne Bedeutung, aber als symbolische Geste sollte man imo mindestens Maas und Seehofer den Rücktritt nahelegen.

[edit]
Maas hat es offenbar nicht mal geschafft die deutsche Botschaft rechtzeitig räumen zu lassen, so dass die Mitarbeiter nach einem Zwischenstopp in der US-Botschaft von den Amis per Hubschrauber geholt werden mussten.
 
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Vor allem das Lithium dürfte perspektivisch extrem wertvoll werden, vom angeblichen Uran gar nicht zu sprechen. Allerdings bringen die geilsten Bodenschätze der Welt nichts, wenn sie nicht gefördert oder auf dem Weltmarkt veräußert werden können (s. Venezuela).
Bei vielen herrscht im Kopf wohl die Gleichung Wüste/Gebirge = unbrauchbar.
Und selbst wenn die Bodenschätze verkloppt werden - so lange ein autoritäres Regime am Drücker sitzt, das sich nur die eigenen Taschen voll macht, wird es der Entwicklung des Landes auch nicht dienlich sein (resource curse)

Womöglich werden jetzt zur Rettung der Ortskräfte ordentlich Lösegeldsummen an die Taliban bezahlt
 
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Aber es wäre doch eigentlich ein guter Grund, den Afghanen das Land dauerhaft weg zunehmen. Im Grunde win-win.
 
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Dafür hat es jetzt dieses Event gebraucht, oder ist das nur der Tropfen?
Dass diese Regierung von der Chefin abwärts fast durchgängig aus Versagern besteht ist nichts neues. Unsere bisherigen Prachtexemplare Scheuer und Spahn haben aber wenigstens nur Milliarden Euro Steuergeld im eigenen Land verbraten. Das tut weh, ist aber verschmerzbar. Hier kostet die Unfähigkeit, den eigenen fetten Arsch zu bewegen und die offensichtlichsten und simpelsten Entscheidungen zu treffen, Menschenleben. Komplett vermeidbar. Mit Ansage. Wie man hier nicht im Strahl kotzen kann, dass gleich drei bzw. vier Ministerien (Äußeres, Inneres, Verteidigung) und das Kanzleramt es kollektiv zu 100% verkacken, ist mir schleierhaft.

Diese scheiß Fotzerei in einfach nur jedem Bereich geht mir inzwischen sowas von auf den Sack. :mad: Verantwortlichkeit ist im deutschen Politikbetrieb allgemein und in der Bundesregierung und den Regierungsparteien in Besonderen mittlerweile ein komplettes Fremdwort geworden. Es grenzt ja schon regelrecht an ein Wunder, dass der dumme Schuljunge Heiko wenigstens im Nachhinein bemerkt hat, dass er es wohl ein wenig verschissen hat. Nicht dass daraus irgendeine Konsequenz folgen wird. Wozu auch? Andere bleiben auch trotz offensichtlichen Versagen jahrelang einfach auf ihrem Ministersesseln hocken ohne dass es jemals ir-gend-wen ernsthaft juckt. Am allerwenigsten Merkel, denn die hat die Methode ja schließlich perfektioniert. Der Gedanke, sie als Regierungschefin könnte für das, was in ihrer Regierung schief läuft, in irgendeiner Weise verantwortlich sein, ist mittlerweile in der deutschen Öffentlichkeit komplett fremdartig. Ihre Majestät selbst hat ja grundsätzlich auch nichts damit zu tun, was in ihrer eigenen Regierung passiert. Also warum sollte noch irgendein Minister jetzt so tun als ob er für seinen Geschäftsbereich jenseits des Tragens eines Titels verantwortlich wäre.

Me says: Die Opposition macht jetzt zwei Tage ein wenig Geschrei und das war es dann. Und selbstverständlich wird auch der Wähler die sich bietende Gelegenheit, dieser Methode an der Wahlurne eine ordentliche Abreibung zu verpassen, wieder verstreichen lassen. Weil wie du schon sagst steht ja jetzt der lachende Laschet in den Startlöchern. Der nächste "besonnene", "pragmatische" und "ideologiefreie" Verwalter des deutschen Erfolgskurses.

:kotz::kotz::kotz::kotz::kotz::kotz:


[edit]
Maas hat es offenbar nicht mal geschafft die deutsche Botschaft rechtzeitig räumen zu lassen, so dass die Mitarbeiter nach einem Zwischenstopp in der US-Botschaft von den Amis per Hubschrauber geholt werden mussten.
Einfach nur widerwärtig dieser Typ. Ekelhaftester Minister aller Zeiten.
 

parats'

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Und selbst wenn die Bodenschätze verkloppt werden - so lange ein autoritäres Regime am Drücker sitzt, das sich nur die eigenen Taschen voll macht, wird es der Entwicklung des Landes auch nicht dienlich sein (resource curse)

Womöglich werden jetzt zur Rettung der Ortskräfte ordentlich Lösegeldsummen an die Taliban bezahlt
Natürlich ist es ein Problem. Darum ging es hier aber nicht, denn scheinbar gehen Leute davon aus, dass Afghanistan außer Klatschmohn und Islamismus keinen Exportschlager hervorbringen könnte und das stimmt so eben nicht.
Das in dem Land sämtliches Geld in allen Etagen versickert ist denke ich bekannt, das war vor dem Afghanistaneinsatz so und auch während der US Besatzung und eingesetzten Regierung.

SFJunky Dein Unmut ist nicht unbegründet. Christian Lindner würde es besser machen. Alles. Immer. Setze ein Zeichen bei der kommenden BTW und entscheide dich für den liberalen Weg und die unsichtbare Hand des Marktes.

:troll:
 
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AKK bitte gleich mit. Am besten einfach alle. Bis auf Hubertus Heil, der macht nen guten Job.
Und die Bildungstante auch gleich mit. Müller macht eigentlich auch einen okayen Job. Ansonsten tatsächlich durchgehend Versager.
Natürlich ist es ein Problem. Darum ging es hier aber nicht, denn scheinbar gehen Leute davon aus, dass Afghanistan außer Klatschmohn und Islamismus keinen Exportschlager hervorbringen könnte und das stimmt so eben nicht.
[…]
Puh, erst wollte ich laut protestieren und "aber das Opium" rufen … aber ich hatte den Klatschmohn überlesen :deliver:
Einfach nur widerwärtig dieser Typ. Ekelhaftester Minister aller Zeiten.
Aber immer gut gekleidet und ein paar unverbindlich-staatstragend klingende Kalendersprüche auf den Lippen :trolololo: :8[:
 
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Dass diese Regierung von der Chefin abwärts fast durchgängig aus Versagern besteht ist nichts neues. Unsere bisherigen Prachtexemplare Scheuer und Spahn haben aber wenigstens nur Milliarden Euro Steuergeld im eigenen Land verbraten. Das tut weh, ist aber verschmerzbar. Hier kostet die Unfähigkeit, den eigenen fetten Arsch zu bewegen und die offensichtlichsten und simpelsten Entscheidungen zu treffen, Menschenleben. Komplett vermeidbar. Mit Ansage. Wie man hier nicht im Strahl kotzen kann, dass gleich drei bzw. vier Ministerien (Äußeres, Inneres, Verteidigung) und das Kanzleramt es kollektiv zu 100% verkacken, ist mir schleierhaft.

Diese scheiß Fotzerei in einfach nur jedem Bereich geht mir inzwischen sowas von auf den Sack. :mad: Verantwortlichkeit ist im deutschen Politikbetrieb allgemein und in der Bundesregierung und den Regierungsparteien in Besonderen mittlerweile ein komplettes Fremdwort geworden. Es grenzt ja schon regelrecht an ein Wunder, dass der dumme Schuljunge Heiko wenigstens im Nachhinein bemerkt hat, dass er es wohl ein wenig verschissen hat. Nicht dass daraus irgendeine Konsequenz folgen wird. Wozu auch? Andere bleiben auch trotz offensichtlichen Versagen jahrelang einfach auf ihrem Ministersesseln hocken ohne dass es jemals ir-gend-wen ernsthaft juckt. Am allerwenigsten Merkel, denn die hat die Methode ja schließlich perfektioniert. Der Gedanke, sie als Regierungschefin könnte für das, was in ihrer Regierung schief läuft, in irgendeiner Weise verantwortlich sein, ist mittlerweile in der deutschen Öffentlichkeit komplett fremdartig. Ihre Majestät selbst hat ja grundsätzlich auch nichts damit zu tun, was in ihrer eigenen Regierung passiert. Also warum sollte noch irgendein Minister jetzt so tun als ob er für seinen Geschäftsbereich jenseits des Tragens eines Titels verantwortlich wäre.

Me says: Die Opposition macht jetzt zwei Tage ein wenig Geschrei und das war es dann. Und selbstverständlich wird auch der Wähler die sich bietende Gelegenheit, dieser Methode an der Wahlurne eine ordentliche Abreibung zu verpassen, wieder verstreichen lassen. Weil wie du schon sagst steht ja jetzt der lachende Laschet in den Startlöchern. Der nächste "besonnene", "pragmatische" und "ideologiefreie" Verwalter des deutschen Erfolgskurses.

:kotz::kotz::kotz::kotz::kotz::kotz:



Einfach nur widerwärtig dieser Typ. Ekelhaftester Minister aller Zeiten.
Platinraute. Wie man es offensichtlich einfach nicht hinbekommen hat einfachste völlig risikobefreite Vorkehrungen zu treffen. Meine Fresse.
 

parats'

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Heute gab es auch die erste Medienschalte der Taliban. Kein Opium mehr, Mädchen/Frauen dürfen in die Schule/studieren und komplette Amnestie. Mal sehen wie lange sowas hält.

 
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Na dann kann man ja froh sein, dass die Taliban endlich Recht, Ordnung und Freiheit einführen.
Auf jeden Fall gibt es jetzt keinen Grund mehr irgendwelche Flüchtlinge aufzunehmen :eagle:
 
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naja, was macht afghanistan denn mit den ganzen rohstoffen? selber verarbeiten und für die eigene bevölkerung verwenden? muss ja, denn großartig exportieren tun sie sie ja nicht. wenn das alles so einfach zugänglich wäre, würde das land ja komplett erblühen und in geld schwimmen, an investitionswilligen partnern wird es wohl nicht mangeln. opium, trockenfrüchte und teppiche, ja gut...nicht mal im wert von einer mrd. $, tendenz fallend. sagen wir es so: das land kann (aktuell) nicht genug bieten für die anzahl an menschen dort
 
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Dass diese Regierung von der Chefin abwärts fast durchgängig aus Versagern besteht ist nichts neues. Unsere bisherigen Prachtexemplare Scheuer und Spahn haben aber wenigstens nur Milliarden Euro Steuergeld im eigenen Land verbraten. Das tut weh, ist aber verschmerzbar. Hier kostet die Unfähigkeit, den eigenen fetten Arsch zu bewegen und die offensichtlichsten und simpelsten Entscheidungen zu treffen, Menschenleben. Komplett vermeidbar. Mit Ansage. Wie man hier nicht im Strahl kotzen kann, dass gleich drei bzw. vier Ministerien (Äußeres, Inneres, Verteidigung) und das Kanzleramt es kollektiv zu 100% verkacken, ist mir schleierhaft.

Diese scheiß Fotzerei in einfach nur jedem Bereich geht mir inzwischen sowas von auf den Sack. :mad: Verantwortlichkeit ist im deutschen Politikbetrieb allgemein und in der Bundesregierung und den Regierungsparteien in Besonderen mittlerweile ein komplettes Fremdwort geworden. Es grenzt ja schon regelrecht an ein Wunder, dass der dumme Schuljunge Heiko wenigstens im Nachhinein bemerkt hat, dass er es wohl ein wenig verschissen hat. Nicht dass daraus irgendeine Konsequenz folgen wird. Wozu auch? Andere bleiben auch trotz offensichtlichen Versagen jahrelang einfach auf ihrem Ministersesseln hocken ohne dass es jemals ir-gend-wen ernsthaft juckt. Am allerwenigsten Merkel, denn die hat die Methode ja schließlich perfektioniert. Der Gedanke, sie als Regierungschefin könnte für das, was in ihrer Regierung schief läuft, in irgendeiner Weise verantwortlich sein, ist mittlerweile in der deutschen Öffentlichkeit komplett fremdartig. Ihre Majestät selbst hat ja grundsätzlich auch nichts damit zu tun, was in ihrer eigenen Regierung passiert. Also warum sollte noch irgendein Minister jetzt so tun als ob er für seinen Geschäftsbereich jenseits des Tragens eines Titels verantwortlich wäre.

Me says: Die Opposition macht jetzt zwei Tage ein wenig Geschrei und das war es dann. Und selbstverständlich wird auch der Wähler die sich bietende Gelegenheit, dieser Methode an der Wahlurne eine ordentliche Abreibung zu verpassen, wieder verstreichen lassen. Weil wie du schon sagst steht ja jetzt der lachende Laschet in den Startlöchern. Der nächste "besonnene", "pragmatische" und "ideologiefreie" Verwalter des deutschen Erfolgskurses.

:kotz::kotz::kotz::kotz::kotz::kotz:



Einfach nur widerwärtig dieser Typ. Ekelhaftester Minister aller Zeiten.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Grünen im Juni per Bundestagsbeschluss erreichen wollten, dass alle Ortskräfte sofort in Sicherheit gebracht werden. Der Antrag wurde mit stimmen der Kolition und der AfD abgelehnt. :troll:

Die Bundesregierung will sich in Gesprächen mit Taliban-Vertretern um Ausreisemöglichkeiten für einheimische Ortskräfte in Afghanistan bemühen. Der deutsche Botschafter in Kabul, Markus Potzel, sei in die katarische Hauptstadt Doha gereist, wo US-Vertreter mit Taliban-Repräsentanten im Gespräch sind, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Dienstagabend in Berlin
Das scharfe Schwert der Diplomatie ist gewetzt. Auf Deutschland ist eben doch Verlass. :deliver:
 
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Ethnisch ist China relativ homogen (afaik 90% Han), Minderheiten werden derzeit unterdrückt und z.T. sogar ermordet. Bekanntestes Beispiel ist die Sache mit den Uiguren. Tibet darf man auch nicht vergessen.
Zwei Minderheiten werden unterdrückt von über 50 oder so. Macht es nicht besser, aber in China werden Minderheiten nicht einfach unterdrückt. Das passiert "nur" mit Minderheiten, die nicht ins System passen.
Nicht, dass das jetzt irgendwie toll oder entschuldbar wäre.
 
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Naja das "Problem" der Tibeter ist weniger die Systemangepasstheit sondern eher das in ihrem Gebiet die zwei längsten und wichtigsten Flüsse Chinas entspringen. Wenn der Dalai Lama und seine lustigen Hutträger irgendwo an der Grenze zu Russland rumgammeln und ihren Wiedergeburtsblödsinn praktizieren würden wäre das der chinesischen Regierung wahrscheinlich scheißegal. Peking hat den Tibetern ja auch nicht aus lauter Herzensgüte eine gigantische Bahnlinie in den Permafrost nach Lhasa gebaut sondern da werden in naher Zukunft eine Menge Soldaten und Kriegsgebiet hochrollen um den Indern und Pakis ordentlich eine aufs Maul zu geben. Ist ja schließlich alles chinesisches Wasser weil irgendeine chinesische Prinzessin da 756 v.Chr. mal ihre Perlenekette verloren hat oder so.
 
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An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Grünen im Juni per Bundestagsbeschluss erreichen wollten, dass alle Ortskräfte sofort in Sicherheit gebracht werden. Der Antrag wurde mit stimmen der Kolition und der AfD abgelehnt. :troll:

Na, da bin ich ja wieder mal froh, dass nicht die schlimmen linksgrünen Gutmenschen an der Macht sind, die ja jeden Ausländer nach Deutschland holen wollen, sondern die nüchtern agierende Physikerin Merkel, die das alles wohlüberlegt, pragmatisch und unideologisch macht - zusammen mit ihrem weise ausgesuchten Expertenteam.

Das scharfe Schwert der Diplomatie ist gewetzt. Auf Deutschland ist eben doch Verlass. :deliver:
Wie wäre es mit einem guten alten Austausch? Die kriegen unsere Bundesregierung und wir die Ortskräfte? Was im Kalten Krieg gut war, muss jetzt nicht schlecht sein.

Interview mit einem Vorstand vom Patenschaftsnetzwerk afghanische Ortskräfte (sagt im Wesentlich das, was der Kollege im ZDF-Interview weiter oben sagt): https://www.nzz.ch/international/pe...-die-traegheit-der-bundesregierung-ld.1640902

Und hier noch was zum Thema "lalala, das konnten wir doch nicht wissen": https://www.nzz.ch/international/we...all-afghanistans-nicht-ueberrascht-ld.1640894
 
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Von Dr. Lale Akgün auf Facebook ein guter Kommentar zu den Implikationen der Machtergreifung der Taliban, auch auf Deutschland:

"Alle reden vom misslungenen Afghanistaneinsatz, den Sieg der Taliban und über die kurzfristigen Folgen. Das ist gut und richtig. Allerdings sollte man auch jetzt schon mal einen Blick auf die langfristigen Folgen richten. Der Frage nachgehen, was der Erfolg der Taliban langfristig bedeutet. Auch für uns in Deutschland.
Ich denke da vor allem an den Steinzeit-Islam der Taliban und ihr Weltbild.

Folgende Punkte sollten wir festhalten:

1. Die Taliban haben eine extreme Auslegung des Islam, aber diese Auslegung ist immer noch innerhalb der Grenzen des Islam.

2. Es gibt genügend islamische Gruppierungen, die sich durchaus mit der Islamauslegung der Taliban arrangieren können. Es gibt genügend Länder, die den politischen Islam zur Staatsform erhoben haben und die wohl seit Jahren Kontakte zu den Taliban haben. Wenn ich mir auf bestimmten türkischen Sendern die Diskussionen ansehe, wo die Islamauslegung der Taliban als "überhaupt nicht schlimm" dargestellt und Afghanistan unter den Taliban als eine Art Idylle beschreiben wird, dann weiß ich, wo die Reise hingehen soll. Erdogan will angeblich in Afghanistan vermitteln? Zwischen wen bitte?

3. All diese Gruppierungen haben auch Dependancen in Europa, und natürlich auch in Deutschland. Der Erfolg der Taliban wird diese Gruppierungen in ihrem Selbstverständnis stärken und ermutigen. Jetzt schon leiden liberale Muslime, Säkulare und Atheisten aus Ländern mit islamischer Regierungsform unter dem Druck der Fundamentalisten. Ich spreche von Deutschland. Und sie haben Angst. Was passiert, wenn diese Fundis durch die Akzeptanz der Taliban Morgenluft wittern?
Aus den Ausführungen wird auch klar, der Steinzeit-Islam der Taliban wird nicht mit den geflüchteten Afghanen zu uns kommen. Da sind ganz andere Netzwerke, über die Islamisten sich weltweit verbinden. Und der Erfolg des einen, ebnet dem anderen den Weg.

4. Es wird im Moment immer wieder darüber diskutiert, ob man mit eigenen Wertevorstellungen andere Länder beglücken kann. Das scheint nicht der Fall zu sein, wenn man sich die Entwicklungen bei diesen Beglückungsversuchen anschaut. Aber es sollte doch möglich sein, im eigenen Land an diesen Werten festzuhalten.
Können wir uns darauf einigen, dass diese Werte die Allgemeinen, in der UN-Menschenrechtserklärung definierten Menschenrechte von 1948 sind? Und nicht die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam von 1990, die alle Menschenrechte unter Schariavorbehalt stellt!

Anscheinend sind die europäische Demokratie und die europäische Lebensform keine Exportschlager! Aber sei es drum! Für mich sind sie die Grundlage einer freien Lebensgestaltung. Gerade als Frau. "Kein Fußbreit dem Faschismus" heißt auch: kein Fußbreit dem Islamofaschismus!"
 

GeckoVOD

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Gustavo

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Na, da bin ich ja wieder mal froh, dass nicht die schlimmen linksgrünen Gutmenschen an der Macht sind, die ja jeden Ausländer nach Deutschland holen wollen, sondern die nüchtern agierende Physikerin Merkel, die das alles wohlüberlegt, pragmatisch und unideologisch macht - zusammen mit ihrem weise ausgesuchten Expertenteam.


Wie wäre es mit einem guten alten Austausch? Die kriegen unsere Bundesregierung und wir die Ortskräfte? Was im Kalten Krieg gut war, muss jetzt nicht schlecht sein.

Nachdem ich jetzt Zeit hatte, mir einen Überblick zu verschaffen, was da eigentlich gelaufen ist respektive läuft würde ich übrigens dann auch sagen, die Zeit von "Heiko Maas, Außenminister" dürfte dann doch jetzt ablaufen. Dafür wäre eine Renaissance der "Heiko Maas, Produktionshelfer"-Epoche angezeigt. AKK direkt mit, Ford-Werk steht ja in ihrer Heimat.

@Xantos2: Das ist ja alles gut und schön, aber wer in Deutschland genau will "Islamofaschismus" nochmal? Kannst du mal darstellen, wie das in Deutschland zu einer nennenswerten politischen Kraft werden soll?
 
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Du implizierst da, dass man dem Fasschismus nur dann etwas entgegensetze sollte, wenn die Machtübernahme gerade realisitsch erscheint.

Das ist ja zum Glück nicht so. Bei Rechtsradikalismus und Rassismus haben wir ja auch den Konsens, dass man dem überall entgegen treten muss. Weil eben das Problem nicht erst durch die Machtübernahme einer faschistischen Partei entsteht, sondern im Alltag durch die Übergriffe.

Als Illustration, was für mich bereits nicht toleriert gehört, zitiere ich mal Ahmad Mansour aus einem aktuellen aktuellen ZDF-Interview:
"Wenn ich heute meine Tochter vom Schwimmunterricht fernthalten will, wenn ich entschieden will, wen sie heiratet, dann kann ich das in Deutschland problemlos weiter betreiben. Das darf nicht passieren."

So ist es -- und dafür muss man was tun. Da man nicht in den Kopf blicken kann, und auch nicht in die Wohnung, braucht man halt andere Maßnahmen.

Anfangen könnte man bei Maßnahmen, die beim Kampf gegen Rassismus erprobt sind, bspw.:
  • Einfache, klare Messages, prominent vertreten. Bspw. UEFA No Racism etc.
  • Teil der politischen Bildung. Die Tochter muss in der Schule erfahren, dass sie ein gleichberechtigtes Individuum ist & ihre eigenen Entscheidungen treffen kann, auch wenn ihre Familie dagegen ist.
  • Aussteigerprogramme für Ex-Muslime, insb. Frauen.
  • Wenn Nachweise vorliegen, dass in bestimmten Moscheen gehetzt wird, entsprechend dichtmachen. Dafür kann man Informanten Geld für Videos anbieten.
  • ...
 
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Vielleicht kann man diese 264. Intergrationsdiskussion direkt mal in den Flüchtlingsthread verlagern. Hier geht es um Afghanistan. Danke.

€: Zwei interessante Artikel zum Wirtschaftsimperium der Taliban:



Tenor: Sanktionen werden wohl wenig bis nichts bewirken, weil die Burschen eine Vielzahl an eigenen Einnahmequellen haben, die dem Zugriff durch westliche Behörden entzogen sind. Muss mal bisschen Recherche starten, was es genau mit der Unterstützung anderer Länder, insbesondere Pakistan, auf sich hat.
 
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Nachdem ich jetzt Zeit hatte, mir einen Überblick zu verschaffen, was da eigentlich gelaufen ist respektive läuft würde ich übrigens dann auch sagen, die Zeit von "Heiko Maas, Außenminister" dürfte dann doch jetzt ablaufen. Dafür wäre eine Renaissance der "Heiko Maas, Produktionshelfer"-Epoche angezeigt. AKK direkt mit, Ford-Werk steht ja in ihrer Heimat.
Was mich mal wieder flasht gerade auch bei Maas' billigen Ausreden ist die völlige Ignoranz gegenüber Wahrscheinlichkeiten. Es verlangt ja niemand, dass er in die Zukunft sehen kann, aber einen Plan zu machen, der für Ereignisse mit P>0 nicht einfach "ups" vorsieht, wäre doch nicht zu viel verlangt gewesen.
Die brennende Frage ist ja, welche überwältigenden Vorteile es gebracht hat, die Ortskräfte nicht vor oder mit dem Abzug der Truppen rauszubringen. Selbst mit viel Phantasie fällt mir da kaum was ein. Die Nachteile der Alternative sehen wir jetzt.
 
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Die Ortskräfte waren vielleicht nie dafür vorgesehen, mit rausgeholt zu werden, damit man nicht noch mehr Wähler an die AFD verliert.
 
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Naja, ich denke, man wollte einen großen Teil davon schon rausholen, hat aber gehofft, dass das eher tröpfelnd und unterm Radar geht. Mal eben zu verkünden, dass man jetzt 10-20.000 Leute aus Afghanistan einfliegt, war einem im Wahljahr wohl zu heiß.
 
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