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AfD - Karnevalsverein oder Heilsbringer?

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Wir reden hier von derselben Truppe, der bewusst sein sollte, dass die Schiene "wir machen Politik bzw Rhetorik für die Wähler der rechten Partei, dann kommen diese zu uns" fahren, obwohl wieder und wieder gezeigt wurde, dass der Plan nicht aufgeht, weil Leute das rechte Original wählen? Ich glaubs halt nicht.
Naja...vermutlich haben sie nicht haufenweise AfD-Wähler gewonnen, aber 900k Nichtwähler und mehr von der FDP (der man auch immer wieder die "rechte Rhetorik" vorgeworfen hat) abgegraben. Ausgerechnet der Union nach vielen Wahlsiegen vorzuwerfen das ihr Plan nicht aufgeht, ist schon ein irgendwie witziger Take.

Stattdessen muss man wohl eher so abgedroschene Phrasen wie "wer nicht wählen geht, wählt rechts" überdenken.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Wir reden hier von derselben Truppe, der bewusst sein sollte, dass die Schiene "wir machen Politik bzw Rhetorik für die Wähler der rechten Partei, dann kommen diese zu uns" fahren, obwohl wieder und wieder gezeigt wurde, dass der Plan nicht aufgeht, weil Leute das rechte Original wählen? Ich glaubs halt nicht.

Aber gut, man wirds sehen

Ich glaube nicht, dass das eine Masche ist. In der Union gibt es nach meiner Einschätzung wirklich viele Leute, die glauben dass das wirklich ein wichtiges Thema ist und man damit politisch punkten kann.

Meine Theorie ist schon länger, dass die Tragödie der Union aktuell ist, wie viele ihrer Politiker genuin glauben die Union könnte viel beliebter sein, wenn man nur "CDU pur" machen könnte und keine "Rücksicht" auf die SPD nehmen müsste. Deshalb sprechen die "wechselnden Mehrheiten" zu diesen Leuten auch wie die green goblin Maske zu Norman Osborne: Die mentale Theorie dieser Leute scheint ernsthaft zu sein, man müsste einfach nur CDU-Gesetze machen, dann läuft es automatisch besser weil die Politik der CDU so gut und richtig ist und die CDU wird zwangsläufig beliebter weil es dem Land besser geht. Das schließt dann natürlich allerdings auch aus, ernsthaft mit der AfD zusammenzuarbeiten, weil in der Realität natürlich schnell klar würde, dass die AfD nicht einfach aus purer Nächstenliebe "CDU pur" mitmacht, sondern was für ihr Entgegenkommen fordern würde.
 
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"Es wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein“, erwiderte Bas auf Springers Frage, warum die Bundesregierung angesichts der Haushaltslage nicht bei der Einwanderung in die Sozialsysteme spare.

"Wir haben einen Fachkräftemangel in diesem Land, der durch viele Unternehmen auch gedeckt wird."

hachja, vielleicht schafft die afd auch noch 30% bis zur nächsten bundestagswahl.

ansonsten ist nicht gesteuerte migration erstmal weitere wohnraumverknappung und für die unternehmen ein hebel um gehälter zu drücken. das wir im pflege- und gesundheitswesen derartige lücken haben, liegt zum anderen einfach an den beschissenen rahmenbedingungen, wo die leute verheizt werden. und das lassen eben nur die mit sich machen, die entweder mit herzblut dabei sind oder keine andere wahl haben bzw. es eine signifikante verbesserung zu ihren heimatländern darstellt, verschweigen dann aber auch gerne, dass genau die dort dann auch fehlen.

und die spd wundert sich, dass sie gerade der fdp nachfolgt.
 
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Scorn4

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Wir haben einen Fachkräftemangel. Die Babyboomer und folgende haben zu wenig Kinder in die Welt gesetzt und werden deswegen nicht ersetzt. Da fehlt es dann an allen Ecken und Enden.
Mit dem Gesundheitswesen hast du zwar Recht, da schließe ich mich dir gern an.
Den Fachkräftemangel haben aber auch bei Handwerkern, Kindergärtnern, Metzgern, Gärtnern, eigentlich überall.
Und wenn wir den Bedarf nicht intern abdecken können, brauchen wir Migration. Zu uns ins Land hinein.
Davon kann auch wildes Fuchteln in Richtung AfD oder die AfD selbst nichts ändern.
 
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Und wenn wir den Bedarf nicht intern abdecken können, brauchen wir Migration. Zu uns ins Land hinein.
Klingt ja in der Theorie ja ganz nett...nur haben wir bisher Migration und Fachkräftemangel. Der Fachkräftemangel löst sich halt nicht von allein nur durch mehr Leute. Denn sicher hatten die Menschen in Deutschland weniger Kinder, aber es gab noch Kinder...nur haben wir denen halt allen gesagt, dass die gefälligst zu studieren haben.

Bisher sehe ich auch keinen Grund anzunehmen, dass wir auch in 10 Jahren einfach weiter Fachkräftemangel haben, ob nun mit Migration oder nicht.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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hachja, vielleicht schafft die afd auch noch 30% bis zur nächsten bundestagswahl.

ansonsten ist nicht gesteuerte migration erstmal weitere wohnraumverknappung und für die unternehmen ein hebel um gehälter zu drücken. das wir im pflege- und gesundheitswesen derartige lücken haben, liegt zum anderen einfach an den beschissenen rahmenbedingungen, wo die leute verheizt werden. und das lassen eben nur die mit sich machen, die entweder mit herzblut dabei sind oder keine andere wahl haben bzw. es eine signifikante verbesserung zu ihren heimatländern darstellt, verschweigen dann aber auch gerne, dass genau die dort dann auch fehlen.

und die spd wundert sich, dass sie gerade der fdp nachfolgt.

Das ist wirklich kein kluger Satz und ich bin ehrlich gesagt auch immer mehr der Meinung, dass Bas einfach überfordert mit ihrer Aufgabe ist und man in der SPD vielleicht schlicht besser nicht übertriebenes Gewicht auf Sachen wie "Arbeiter-Vita" legen sollte*. Aber das mit der AfD in Verbindung zu bringen ist doch auch wirklich fragwürdig: Wir haben jahrelang nix anderes gehört als "die Zahlen müssen runter", immer in Verbindung mit der AfD und jetzt sind die Zahlen runter (eigentlich gehen sie seit dem letzten Ampel-Jahr ungebrochen abwärts) und an den Werten der AfD hat sich nix geändert. Glaube es wird Zeit einzusehen dass es so einfach schlicht nicht ist und dass die Probleme der AfD-Wähler tiefer liegen als ein paar belegte Turnhallen.




*ich erinnere nur daran, dass sie Arbeitsministerin und Parteivorsitzende geworden ist, weil sie Bundestagspräsidentin war (ein Amt in dem man sehr wenig falsch machen kann, wenn man nicht gerade Julia Klöckner ist), was sie wiederum geworden ist weil die SPD irgendeine Frau brauchte und Bas da gut passte weil sie als eine der wenigen in der SPD eine solche "Arbeitervita" zu bieten hatte, was halt leider alles noch kein Zeichen für einen talentierter Politiker ist
 
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Wir haben jahrelang nix anderes gehört als "die Zahlen müssen runter", immer in Verbindung mit der AfD und jetzt sind die Zahlen runter (eigentlich gehen sie seit dem letzten Ampel-Jahr ungebrochen abwärts) und an den Werten der AfD hat sich nix geändert. Glaube es wird Zeit einzusehen dass es so einfach schlicht nicht ist und dass die Probleme der AfD-Wähler tiefer liegen als ein paar belegte Turnhallen.
Naja in den letzten Jahren ist die Realität für viele Menschen das links und rechts von ihnen Leute gekündigt werden (oder eben man selbst), da ist es nicht erstaunlich, dass die Leute aktuell nicht anfangen in Jubelstürme auszubrechen.

Natürlich hätte ich auch nur einen Krümel an Glauben daran, dass die AfD Trump irgendwie "in den Griff" kriegen würde, aber genauso wenig würden sich diese Probleme mit ein mehr Migranten lösen. Aber damit die AfD % runter gehen, müsste es den Leuten auch mal wieder besser gehen und der durchschnittliche Bürger hat halt weder letztes noch dieses Jahr irgendwie großartig Grund zur Freude.
 
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Wir haben einen Fachkräftemangel.

unser binnenmarkt ist unterentwickelt, unsere exportorientierung fällt uns (obwohl seit jahren bekannt und angekündigt) auf die füsse. fachkräftemangel ziemlich oft: für die kohle und die arbeitsbedinungen wills keiner machen. ansonsten finde ichs derzeit faszinierend, wie über jahrzehnte erkämpfte arbeitnehmerrechte derzeit unter zutun und beklatschen der spd ausgehöhlt werden, während der dreck landein landaus medial flankiert wird und die firmenbosse die gleiche leier überall ablassen können.

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ich erspar euch die klicks, tl;dr

die deutschen sind faul, teilzeit und elternzeit ist bullshit, 8h pro tag sowieso total woke und dann diese ansprüche mit gehältern. der inder hingegen hat noch biss, der will noch malochen. das gefällt martin herrenknecht. mit einem privatvermögen von knapp einer milliarde euro.

das wir mehr teilzeit haben, weil beide partner arbeiten gehen und kinder- wie pflege von angehörigen schultern, wird gerne übersehen. kindergärten je nach bundesland und wohnort (stuttgart, zwischen 780 und 1200 EUR/monat je nach betreuungsmodell) erheblicher kostenfaktor. wohnraum brutaler kostenfaktor. gehaltssteigerungen versus inflation und produktivitätssteigerungen laufen seit jahren davon und auseinander: die produktivitätssteigerungen laufen vollständig in den export und in die tasche der großaktionäre und inhaberfamilien wie den porsches, quants, schwarz, merks, würths & co.. einseitige besteuerung von lohn versus vermögen und kapitalerträgen. die afd hat dafür nicht eine einzige antwort, ganz im gegenteil. ist aber trotzdem sammelbecken für diesen wulst, den unsere derzeitige regierung sogar noch befeuert und so strohfeuer zündet wie "es findet keine migration in unsere sozialsysteme statt." was soll dieser scheiss satz überhaupt bedeuten? was zum fick ey.
 
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Gustavo

Doppelspitze 2019
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gehaltssteigerungen versus inflation und produktivitätssteigerungen laufen seit jahren davon und auseinander: die produktivitätssteigerungen laufen vollständig in den export und in die tasche der großaktionäre und inhaberfamilien wie den porsches, quants, schwarz, merks, würths & co..

Ich finds immer wieder faszinierend, wie weit weg die deutsche Debatte zu "was muss Deutschland tun?" von der internationalen Debatte weg ist. Seit einem Jahrzehnt plus sagen alle das Gleiche: (1) Es wäre gut wenn Deutschland mehr Verantwortung für die europäische Verteidigung übernehmen würde und (2) Deutschland muss weg von seinen riesigen Exportüberschüssen. Es hat den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine UND Trump gebraucht, bis man (1) erkannt hat und mir scheint bei (2) gibt es überhaupt keinen Fortschritt. In einer Zeit, in der überall in der entwickelten Welt die Industriequote sinkt, macht man in Deutschland noch Pläne wie man sie *steigern* kann. Da das wohl nicht dadurch gelingen wird dass jeder bundesdeutsche Haushalt sich seine eigene kleine Tunnelbohrmaschine in den Vorgarten stellt heißt das dass man bewusst ein Problem noch verschlimmern will, das die halbe Welt seit Ewigkeiten kritisiert.


Naja in den letzten Jahren ist die Realität für viele Menschen das links und rechts von ihnen Leute gekündigt werden (oder eben man selbst), da ist es nicht erstaunlich, dass die Leute aktuell nicht anfangen in Jubelstürme auszubrechen.

Natürlich hätte ich auch nur einen Krümel an Glauben daran, dass die AfD Trump irgendwie "in den Griff" kriegen würde, aber genauso wenig würden sich diese Probleme mit ein mehr Migranten lösen. Aber damit die AfD % runter gehen, müsste es den Leuten auch mal wieder besser gehen und der durchschnittliche Bürger hat halt weder letztes noch dieses Jahr irgendwie großartig Grund zur Freude.


Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Das sind schon die Dinge an die ich dachte.

Die Aussage, die man häufiger hört als jede andere, wenn man AfD-Wähler fragt was denn an "Flüchtlingen" so schlimm ist, ist sowas wie "die kriegen alles und für uns ist nix mehr da". Das stimmt natürlich nicht, weil die Leute einfach haufenweise Dinge für selbstverständlich halten, weil sie einem erst auffallen wenn sie nicht mehr da sind*. Was aber schon stimmt ist dass der Staat nicht die Ressourcen hat, den status quo dieser Leute nochmal deutlich zu verbessern, teilweise weil dafür einfach kein Geld da ist und teilweise weil der Staat halt bestimmte Sachen auch nicht so einfach anordnen kann weil wir halt nicht in einer Autokratie leben. Also arbeitet man halt daran, den "die kriegen alles"-Eindruck aufzulösen (der natürlich so auch nicht stimmt), anstatt eine ehrliche Diskussion zu führen was ein Staat alles leisten kann und was nicht. Was ich bloß nicht verstehe ist wie viele Leute weiterhin verwundert darüber sind, dass Ersteres nix bringt.





*ironischerweise könnten die meisten Flüchtlinge ihnen ein Lied davon singen
 

Scorn4

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unser binnenmarkt ist unterentwickelt, unsere exportorientierung fällt uns (obwohl seit jahren bekannt und angekündigt) auf die füsse. fachkräftemangel ziemlich oft: für die kohle und die arbeitsbedinungen wills keiner machen.
Das hört sich ja so an, als wäre wohl genug Arbeitskraft da, nur die träge Masse hat keinen Bock auf Arbeit.
Das ist aber nicht so.
Die 6,x% Arbeitslosen sind nicht wegen überzogenene Gehaltsvorstellungen arbeitslos.
 
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Das hört sich ja so an, als wäre wohl genug Arbeitskraft da, nur die träge Masse hat keinen Bock auf Arbeit.
Das ist aber nicht so.
Die 6,x% Arbeitslosen sind nicht wegen überzogenene Gehaltsvorstellungen arbeitslos.
Glaube kaum das die 6% Arbeitslösen zufällig alles die Sorten von Fachkräften sind wo "Mangel" besteht. Wenn jemand grad seinen 08/15 Computerarbeitsplatz in Berlin verloren hat, wird der sich halt nicht nächsten Monat als Pflegefachkraft in einer Kleinstadt in Niedersachsen oder als Handwerker auf dem Dort in Bayern bewerben.
 

Scorn4

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Glaube kaum das die 6% Arbeitslösen zufällig alles die Sorten von Fachkräften sind wo "Mangel" besteht. Wenn jemand grad seinen 08/15 Computerarbeitsplatz in Berlin verloren hat, wird der sich halt nicht nächsten Monat als Pflegefachkraft in einer Kleinstadt in Niedersachsen oder als Handwerker auf dem Dort in Bayern bewerben.
Und deswegen brauchen wir Migranten, die sich anstelle des Computerspezialisten aus Berlin im nächsten Monat als Pflegefachkraft Kleinstadt in Niedersachsen oder als Handwerker auf dem Dort in Bayern bewerben :deliver:
Schön, dass wir dann doch einer Meinung sind.
 
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