Original geschrieben von Krassni Kulak
Der Sozialismus verteilt die Güter eines Landes unter der Bevölkerung. Wenn ein Land allerdings zum Zeitpunkt der Einführung des Sozialismus arm ist, wie Russland, Kuba, China, Nordkorea, Vietnam, Laos und eigentlich jedes andere "sozialistische" Land es waren, dann wird natürlich nur die Armut gleich verteilt. Deshalb herrscht(e) in real existierenden sozialistischen Ländern immer relative Armut.
Wenn die Bevölkerung arm ist, dann muss sie mit lächerlicher Propaganda oder drakonischen Strafen, mit Umerziehung und Folter bei "Laune" gehalten werden. Ihre Normen müssen gewaltsam mit den Normen der Herrschenden auf einen Nenner gebracht werden (soziale Integration uswusf). Doch Werte und Normen innerhalb der Bevölkerung, die für den Sozialismus unablässig sind, sogenannte postmaterialistische Werte, können sich erst entwickeln, wenn materielle Bedürfnisse befriedigt sind. Deshalb können sich solche Werte in einer armen Gesellschaft nicht entwickeln, deshalb können instutionalisierte und internalisierte Normen nicht übereinstimmen, deshalb kann es keine stabile Gesellschaft geben, deshalb können in materiell armen Gesellschaften keine sozialistischen Systeme von Dauer und Erfolg gekrönt sein.
Das Hauptprobelm des real existierenden Sozialismus ist, dass er immer in Konkurrenz zum Kapitalismus steht. Es wird von vielen Leuten angenommen, dass sich Gesellschaften entweder in eine kapiatlistische Demokratie oder in einen totalitären Sozialismus verwandeln. Das ist aber falsch. Der Sozialismus kann ohne die Errungenschaften des Kapitalismus, den vom ihm geschaffenen Wohlstand einer breiten Schicht, nicht existieren. Eben weil die Bevölkerung in einem armen Land noch keine postmaterialistischen Werte verinnerlichen konnte, die erst mit steigendem Wohlstand kommen, den nur ( und wirklich nur! ) der Kapitalismus schaffen kann, konnte die Sowjetunion nur scheitern. Wir sind auch noch nicht an dem Punkt, an dem genug materieller Wohlstand geschaffen wurde, damit sich postmaterielle Werte im Großteil der Bevölkerung festgesetzt haben, wie man ja sieht. Aber irgendwann kommt der Punkt, ganz sicher. Sehen übrigens auch einige konservative Ökonomen so, zB Joseph Schumpeter. Ich empfehle hierfür das Buch Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie von ihm, falls irgendwer von euch mal gewillt sein sollte über seinen festgefahrenen Tellerrand hinauszublicken. Aber die Auseinandersetzung mit Ideen, die die eigenen ins wanken bringen könnte, kann man wohl nicht erwarten.