Imkern - Mit den Bienen durchs Jahr 2021

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Kurios - ich hatte letztens noch etwas schrieben wollen. Habe angefangen, aber dann hat mein PC die Biege gemacht (er ist heruntergefahren und die Inhalte waren gelöscht...). Nun auf ein Neues!

Meinen bienen geht es hoffentlich gut! Ich habe diese "eingefüttert" und es sollte soweit alles in Ordnung sein. Das letzte Mal habe ich Ende September, Mitte Oktober reingeschaut. Das sollte man auch spätestens gemacht haben. Denn dann gehen die Temperaturen so langsam in den Keller und die Arbeiten sollten eingestellt werden. Das hat folgende Gründe:
1. Die Störungen versetzen die Bienen in Unruhe. Unruhe heißt weiterer Honigverzehr, um Wärme herzustellen (für die Wintertraube zur Temperaturaufrechterhaltung der Bienen/der möglichen Brut).
2. Unrihe könnte auch größeren Honigverzehr bedueten, so dass sie nicht so viel für den Winter haben und so das Bienenvolk stirbt.
3. Man hat soweit alles vorbereitet, dass die Bienen auch ohne Einblicke durch den Winter kommen.

Eigentlich braucht man nur noch einmal in diesem Jahr die Beuten öffnen. Dabei geht es nicht um die Übersicht, wie es den Bienen geht, sondern nur darum, eine Behandlung mit Oxalsäure vorzunehmen. Diese wird auf in die Bienengassen geträufelt, um die Varoen, falls es noch welche gibt, zu eliminieren. Leider ist die Oxalsäure nicht in die Brutwaben gehend (durch den Wachs) und somit werden nur Milben getötet, die auf den Bienen sitzen. Die Oxalsäure sollte auch nicht auf blinden Verdacht eingesetzt werden. Die Schadschwelle von Milben auf den Bienen sollte immer im Auge behalten werden. Dazu ist die Windel ein geeignetes Mittel (Schieber mit Öl und Haushaltstuch). Abschließend noch die INfo, dass es dieses Jahr sein muss, weil im Gesetz steht, dass die Bienen nicht in dem Jahr behandelt werden dürfen in dem auch Honig geschleudert wird (also immer nach dem Ernten is zum Jahresende).

Meine Bienenvölker haben sich auf 4 reduziert. Dies war ja schon im längeren letzten Post von mir ein Thema. Diese Anzahl hat sich aufrecht erhalten, mich aber doch ein wenig betrübt. Ich habe nun endlich mit dem Bienensachverständigen mich austauschen können. Seine Hypothese ist, dass in diesem Jahr das Wetter schlecht war. Ole, dachte ich mir, dass ist ja nichts neues. Nun seine Argumentationskette:
a) Das Wetter war mies
b) Dadurch konnte zwar manchmal die Königin ausfliegen (ein Volk hatte eine begattete Königin), aber nicht jede Königin.
c) Die Königinnen können nur in einer gewissen Zeit nach dem Schlupf begattet werden. Dieses Zeitfenster haben anscheinend die Königinnen verpasst. Das Fenster beginnt ein paar Tage (ein-zwei Wochen) nach dem Schlupf und dauert ebenso nur ein paar Tage an, in der die Königin begattet werden kann.
d) Die Königinnen legten also unbegattete Eier, eher Drohnen. Das Volk wollte das nicht und ich auch nicht. Das Volk hat entweder die Königin behalten oder hops genommen. Ich wollte es nicht, da ich keine neuen Königinnenzelle oder nur Drohnen gesehen habe. Also löste ich sie auf.

Schade Schokolade mit den Bienen dieses Jahr. Ich hoffe, es geht nicht noch ein Volk über Winter ein, aber das sehe ich dann wohl erst gegen Ende Februar, wenn ich das erste mal wieder reinschaue.
 
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Das ist die Notfütterung. Möglich, aber nicht toll, da dass dann wieder Bienen von der Traube abzieht.
Deswegen vor dem Einwintern das Gewicht überprüfen (mit Kofferwaage zum Beispiel).
 
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Ganz dumme Frage: könnte man nicht einfach eine Temperaturregelung einbauen die die Stöcke auf einer bestimmten Temperatur hält, um den Energiebedarf der Bienen zu reduzieren?
 
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Die Temperatur regelt auch die Legeleistung der Königin. Je wärmer es ist, desto mehr legt sie. Bei zu hoher Temperatur legt die Königin sogar den Winter durch (anstatt die normale Legepause einzulegen). Das kostet die Bienen nicht nur Honig für die höhere Temperatur (höhere Temperatur mit Eier als ohne) sondern auch den Pollen, den sie haben. Würden das Volk die Bienenanzahl halten wollen ( oder wachsen wollen) brauchen sie Pollen, den sie nicht haben. Im übrigen kostet die Bienen es mehr Kraft zu brüten als nur den Stock auf abgesenkten Temperatur zu halten. Somit würden die Winterbienen schneller sterben.

Abschließend gibt es noch zu schreiben: solch eine Vorrichtung zum Heißen des Stockes gibt es: die Bienensauna. Damit sollte die Varroamilbe dezimiert werden. Mir ist kein Effekt bekannt (=es gibt keinen).

P.S.: dumme Fragen gibt es hier nicht!
 
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Soho,

mein letzter (inhaltsbezogener) Post in diesem Jahr zu meinen Bienen und den dazugehörigen Arbeiten - und nicht der letzte hier. Ich muss wohl noch bis zum März des kommenden Jahre liefern. Erst dann ist ja auch das Jahr rum.

Ich war heute das letzte Mal in diesem Jahr. Meine Bienen waren seit dem 20.9 niht mehr angefasst worden. Diese Ruhe brauchen sie, damit die weiteren Arbeiten nicht zu sehr nerven, sie aufregen und somit zu viel Futter verbrauchen. Meine aktuelle Arbeit war recht einfach: Es war die Winterbehandlung, die gemacht werden musste. Die Winterbehandlung ist eigentlich ein wenig schwierig. Ich habe sie trotzdem heute gemacht und mir die Bienen nicht genauer angeschaut. Das lag auch am Bauern, bei dem ich die Bienen stehen habe. Das nervt mich, wwarum wird vielleicht bei den beiden Bildern klar:
photo_2021-12-30_15-45-00 (2).jpg

Das ist der eine Bereich. Ihr seht es sofort: Die Bienen sind von hinter´n sehr eingebaut. Ich habe mich wirklich geärgert, da er wohl incht drüber nachgedacht hat und nix zu mir sagte.
Das passt evtl auch zur aktuellen Situation. Er hat meinen Honig dieses Jahr nicht genommen. Ich war ihm zu teuer. Das verwundert mich, da er nun seit knapp 2 Jahren selbst Biolandbauer ist und er eigentlich - so dachte ich zumindest - 1. Angebot und Nachfrage einschätzen kann (ich habe dieses Jahr ja wenig Honig geerntet. Mein Leid habe ich hier schon genug geklagt). 2. Inflation auch bei ihm angekommen sein sollte (Ich habe das erste mal seit 2 Jahren meinen Preis erhöht. Nun kostete das 500g Glas ihn 5,8€ mehr, also ungefähr 15%. Ich denke, dass es OK ist, da er pro Glas bis jetzt ungefähr 2 € Gewinn machte. Leider wollte er auch nicht verhandeln sondern lehnte sofort ab. Dass nun Honig aus Bayern oder aus dem Süddeutschen Raum steht, finde ich echt drüber). 3. Es für ihn ja auch ein gute Zugquelle ist und die Eier- und Milchkunden sicherlich auch gerne Honig von mir mitgenommen haben, da es auf seinem Hof steht.

Die anderen Bienen standen etwas ab und so sihet es aktuell aus:
photo_2021-12-30_15-45-00.jpg
Dort sind meine Bienen schon etwas abseits, aber kein Drama. Nur nasse Füße habe ich bekommen.

Nun zu meinen Arbeiten und Erkenntnisse:
1. Die Bienen hinten sind erfroren. Alle Bienen sind tot. Diese waren oben unter dem Deckel alle starr und bewegten sich nicht. Das ist schade, aber ist halt so. Ich trauere nicht mehr, wenn ein Volk eingeht. Insbesondere bei diesem, weil ich den Verdacht hatte, dass das Volk keine legende Königin besaß.
2. Die Bienenvölker vor dem Container sind soweit in Ordnung bis gut.
3. Das linke Volk (Mitte) war etwas schwächlig, aber noch in Ordnung. Dieseshat ungefähr 4 Wabengassen belegt. Flugbetrieb gab es so gut wie gar nicht (vereinzelte Bienen flogen herum).
4. Das blaue und weiße Volk waren gut in Schuss. Ungefähr 6 Wabengassen pro Volk wurden belegt. Das ist gut.

Ich hoffe, dass die Völker gut durch den Winter kommen. Bis jetzt war ja nur kurz richtig kalt (was ein Volk kostete), ich denke, dass ich genug gefüttert hatte. Bei allen Völkern gab es genügend Futter (ungefähr 22 kg). Also waren bisher die Volksstärken ausreichend. Da es ja noch erst richtig kalt werden kann (also Januar und Februar), kann vielleicht das erste der drei noch sterben. Ich drücke die Daumen!

Ich habe die Völker aber nicht nur kurz geöffnet, um den aktuellen Status festzustellen. Das könnte man auch indirekt mit einem Stethoskop machen (kurz gegenklopfen und dann hören. Die Bienen brausen in der Wintertraube kurz auf und man hört dies gut. Wenn nichts zu hören ist, ist das Volk leider tot). Ich habe die WInterbehandlung mit Oxalsäure durchgeführt. Oxalsäure ist eine natürlich im Honig und Wachs vorkommende Säure, die den Bienen sicherlich schaden kann, aber auch den Milben. Dieses Mitte ist ein Kontaktgift. Es wird von oben in die Wabengassen geträufelt. Die KOnzentration beträgt 3,5%. Man vermischt die Oxalsäure noch mit Zucker, damit die Bienen die Säure aufnehmen und besser verteilen. Die Milben sterben daran sofort. Leider nicht - wie bei der Ameisensäure - durch die Deckel der verschlossenen Brutwaben. Aus diesem Grunde sollte man Oxalsäure nur nutzen, wenn die Bienen brutfrei sind. Brutfreiheit ist in diesem Jahr evtl möglich, da es schon ein wenig kalt gewesen war (ein paar Tage doch schon ordentlich kalt mit ungefähr -5°C und darunter über mehrere Nächte). Die Brutfreiheit habe ich nicht überprüft, das ist für mich aber nebensächlich. Es geht mir primär um die Milbenreduktion. Es ginge auch fertige MIttel (Oxuvar) oder Milchsäure (wird auf die Bienen besprüht). Milchsäure nutze ich nicht, da die Waben einzeln gezogen werden müssen und man alle Bienen erwischen muss. Dieses ist mir insbesondere bei niedrigeren Außetemperaturen nicht geheuer (Störung, Honigverbrauch, Bienentod durch Abflug bei niedrigen Außentemperaturen). Oxuvar habe ich noch nicht ausprobiert, mir reicht aber das Anmixen der Lösung, denn das geht schnell.
Abschließend noch eine wichtige Sache für die IMker in Deutschland: Oxalsäure ist ein Medikament, so dass ich dieses nur noch bis zum Jahresende verwenden darf (nur nach der Honigernte bis zum Jahresende darf man gegen die Milben behandeln, sonst dürfte ich den Honig nicht verkaufen). Des Weiteren bin ich dazu verpflichtet, die Medikamentengabe auch notieren muss. Wenn mich jemand ansprechen würde, zum Beispiel der Veterinärmediziner der Kreises, muss ich dazu auskunft geben, was ich wann verwende/verabreiche.

Sodele, das wars für dieses Jahr. Falls es noch Fragen gibt, nur rein damit!
 
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Das sieht krass aus. Würde der Biene in soweit nachkommen, dass du der natürlichen Behausung der Bienen Nähe kommst. Dort wird den Bienen auch nur ein Rohr zur Verfügung stehen.
Ich sehe es aus mehreren Gründen als nicht gut an (meine Meinung!):
1. Es gibt nur eine kleine Verbindung zwischen Brut- und Honigbereich. Dadurch kann das Verdunstungswasser nicht so leicht raus. (Sieht man auch im Video)
2. Dadurch kann der Honig nicht ausreichend trocknen und du hast dadurch Pilze in deinem Honig (da der Wassergehalt zu hoch ist). Da ist die Frage der Verkehrsfähigkeit im Raum.
3. Ich bin skeptisch mit Lebensmittelverträglichkeit der Flasche. Bei alles Kunststoffflaschen steht drauf, dass man es von UV-STRAHLUNG schützen sollte, da sie sonst die Weichmacher abgeben. Als Imker denke ich, dass man Honig als Naturprodukt verkaufen sollte, das nichts als nur Honig intus hat.
4. Wie sieht es im Winter aus? Sterben dann alle, da sie die Temperatur nicht halten können?

Interessant ist es schon. Ich würde es aber nicht machen.
 
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Das sieht krass aus. Würde der Biene in soweit nachkommen, dass du der natürlichen Behausung der Bienen Nähe kommst. Dort wird den Bienen auch nur ein Rohr zur Verfügung stehen.
Ich sehe es aus mehreren Gründen als nicht gut an (meine Meinung!):
1. Es gibt nur eine kleine Verbindung zwischen Brut- und Honigbereich. Dadurch kann das Verdunstungswasser nicht so leicht raus. (Sieht man auch im Video)
2. Dadurch kann der Honig nicht ausreichend trocknen und du hast dadurch Pilze in deinem Honig (da der Wassergehalt zu hoch ist). Da ist die Frage der Verkehrsfähigkeit im Raum.
3. Ich bin skeptisch mit Lebensmittelverträglichkeit der Flasche. Bei alles Kunststoffflaschen steht drauf, dass man es von UV-STRAHLUNG schützen sollte, da sie sonst die Weichmacher abgeben. Als Imker denke ich, dass man Honig als Naturprodukt verkaufen sollte, das nichts als nur Honig intus hat.
4. Wie sieht es im Winter aus? Sterben dann alle, da sie die Temperatur nicht halten können?

Interessant ist es schon. Ich würde es aber nicht machen.
die punkte die du aufgelistet hast haben mich auch etwas gewundert, ausprobieren werde ich es nicht. wobei es schon toll ist zu sehen wie die bienen arbeiten
 
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Ich bin erfreut über weitere Interessierte.

Ich finde die Idee mit diesem Gebilde unter der Beute als interessant. Da sieht man mal, was man alles durch Fotos lernen kann. Das sind Steine, die man auch für die Einfahrt nutzen kann, um eine Nichtversiegelte Fläche zu nutzen. Wie hoch ist der Preis für so einen Stein?

Bei mir sind zwei Völker gut durch den Winter gekommen. Das dritte Volk st eingegangen, obwohl es vor knapp 4 Monaten noch 4 Wabengassen mit Bienen hatte. So ist das leider, man kann da nichts machen. Ich habe aber nicht richtig reingeschaut, das werde ich erst tun, wenn Ableger machen möchte. Es sieht wohl danach aus, dass ich das bald machen muss. Denn meine anderen Bienenvölker sind gut in Schuss. Das eine (links) ist besser dabei als das andere. Links hat schon ordentlich Brut (4 Rähmchen), das andere hat ein bisschen weniger. Ich bin guter Dinge, dass diese beiden Völker dieses Jahr wieder Honig abliefern werden.
photo_2022-04-23_11-09-11.jpg

photo_2022-04-23_11-09-13.jpg

Wie man sieht, habe ich schon Honigräume aufgesetzt. ich werde am Wochenende mal vorbeischauen und gucken müssen, wie
1. die Völker die Honigräume angenomen haben und
2. ob ich bald Ableger anlegen kann und die anderen Beuten vorbereiten muss.

Ich möchte gerne dieses Jahr neue Königinnen bekommen. Die Suche danach werde ich bald mitteilen.

Bis demnächst und auf weitere Informationen von @derduder .
 
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Ich finde die Idee mit diesem Gebilde unter der Beute als interessant. Da sieht man mal, was man alles durch Fotos lernen kann. Das sind Steine, die man auch für die Einfahrt nutzen kann, um eine Nichtversiegelte Fläche zu nutzen. Wie hoch ist der Preis für so einen Stein?
Das ist eins der Völker meines Bruders, ich habe nur die Urlaubsvertretung gemacht und ein paar dreiste neue Kweens gekillt. Das nennt sich wohl "Rasengitterstein", kostet 2€ im Baumarkt.
 
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