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Nachrichten, Randnotizen und Kurioses v4

Shihatsu

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PCs zerstören nicht Hemisphäre in gigantischem Ausmass. Zu Zeit der Dampfmaschinen hatte man keine Ahnung.
Wasserverbrauch und massiver Gasturbineneinsatz zu einer Zeit wo es Mutter Natur eh schon verdammt beschissen geht (Vögelsterben, Insektensterben, Hitzewellen anyone?) scheinen mir ne verdammt blöde Idee. Aber hey, wegen Grift und Hype und "INVOTATION MOTHERFUCKER" ists ja nicht so schlimm... Ich habe Angst um meine Kinder.
 
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Am Ende wird das doch eh wieder ne Totgeburt...die EU hat sich schon einige Mal vorgenommen bei irgendwelchen Computertechnologien konkurrenzfähig zu werden...ist das auch nur 1x passiert?
 
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PCs zerstören nicht Hemisphäre in gigantischem Ausmass. Zu Zeit der Dampfmaschinen hatte man keine Ahnung.
Wasserverbrauch und massiver Gasturbineneinsatz zu einer Zeit wo es Mutter Natur eh schon verdammt beschissen geht (Vögelsterben, Insektensterben, Hitzewellen anyone?) scheinen mir ne verdammt blöde Idee. Aber hey, wegen Grift und Hype und "INVOTATION MOTHERFUCKER" ists ja nicht so schlimm... Ich habe Angst um meine Kinder.

Alles wahr.
Problem ist, ausser in Europa, scheint das alles keine Sau so richtig zu interessieren. Was ja nichts neues ist, wir lassen ja auch lieber andere Staaten ihr Land umbuddeln damit wir nett Rohstoffe bekommen.

Bin auch kein grosser Fan von AI bzw. davon dass Sie grösstenteils für hirnrissigen Schabernack, automatisierte Überwachung/Filter, schlechte Memes u.s.w. verwendet wird.
 
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PCs zerstören nicht Hemisphäre in gigantischem Ausmass. Zu Zeit der Dampfmaschinen hatte man keine Ahnung.
Wasserverbrauch und massiver Gasturbineneinsatz zu einer Zeit wo es Mutter Natur eh schon verdammt beschissen geht (Vögelsterben, Insektensterben, Hitzewellen anyone?) scheinen mir ne verdammt blöde Idee. Aber hey, wegen Grift und Hype und "INVOTATION MOTHERFUCKER" ists ja nicht so schlimm... Ich habe Angst um meine Kinder.
Auf welchen Zahlen basiert denn diese Angst?
 

Shihatsu

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Zum Vögelsterben war erst heute ein Bericht im Spiegel, Zahlen merk ich mir bei sowas nicht. Wenn du vom Bienen- und Insektensterben noch nichts gehört hast - freu dich über deine Unwissenheit. Wie warm ists bei dir gerade?
Ganz ehrlich, da fass ich mir an den Kopf...
 
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Den Zusammenhang zwischen Vogel- und Bienensterben und KI sehe ich noch nicht. Aber Wasser- und Energievebrauch lassen sich ja ganz gut beziffern: Welche Schätzungen hältst du da für realistisch auf die marignale Nutzung runtergerechnet (z.B. pro Millionen Output-Tokens)?
 

Scorn4

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Den Zusammenhang zwischen Vogel- und Bienensterben und KI sehe ich noch nicht. Aber Wasser- und Energievebrauch lassen sich ja ganz gut beziffern: Welche Schätzungen hältst du da für realistisch auf die marignale Nutzung runtergerechnet (z.B. pro Millionen Output-Tokens)?
KI-Zentren sind schlecht für die Umwelt. Trinkwasser wurde hier schon mehrmals angeführt. Außerdem generieren sie enorme Hitze und wirken so als Mini-Klimawandel auf die unmittelbare Umgebung.
Und das für was jetzt genau? Lustige Videos oder Fake-Nudes von der Praktikantin?
 

Shihatsu

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Den Zusammenhang zwischen Vogel- und Bienensterben und KI sehe ich noch nicht. Aber Wasser- und Energievebrauch lassen sich ja ganz gut beziffern: Welche Schätzungen hältst du da für realistisch auf die marignale Nutzung runtergerechnet (z.B. pro Millionen Output-Tokens)?
Du erwartest jetzt dazu allen ernstes eine Kosten-Nutzen-Rechnung? Von mir? You havent been paying attention - Hemisphärenvernichtung ist nicht in Nutzen aufzuwerten. Allein das Ansinnen erachte ich als komplett die Realität verdrängend.
KI ist nicht alternativlos. Die gesunde Umwelt schon. Irgendwelche Forschung zu Kipppunkten scheint dir unbekannt. Such dir am besten selber deine Zahlen...
 
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Den Zusammenhang zwischen Vogel- und Bienensterben und KI sehe ich noch nicht. Aber Wasser- und Energievebrauch lassen sich ja ganz gut beziffern: Welche Schätzungen hältst du da für realistisch auf die marignale Nutzung runtergerechnet (z.B. pro Millionen Output-Tokens)?
Nach heutigem Stand liegt der globale Stromverbrauch von Rechenzentren demnach bei 415 TWh, was rund 1,5 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs entspricht. In den kommenden fünf Jahren dürfte sich der Energieverbrauch von Datacenters allerdings mehr als verdoppeln: Gemäss der Prognose der IEA steigt der Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 auf 945 Terawattstunden (TWh), was in etwa dem gesamten heutigen Stromverbrauch Japans entspricht.
Ein einzelnes, auf KI getrimmtes Rechenzentrum kann gemäss der IEA aktuell und im Schnitt so viel Strom verbrauchen wie 100’000 Haushalte. Besonders grosse, derzeit im Bau befindliche KI-Datacenters, könnten 20-mal so viel verbrauchen.

Ein Rechenzentrum was so viel Strom verbraucht wie Berlin klingt auf jeden Fall nach ner guten Idee :mond:

und das Problem ist ja, dass bisher das Motto ist "einfach mal bauen" anstatt eben vorher Rechnungen anzustellen, was es denn konkret verbraucht. DeNn WiR mÜsSeN jA eRsTeR sEiN
 
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Da geht es um Datacenter insgesamt, wovon AI (noch, wird sich aber bald ändern) die Minderheit ausmacht. Und ja, es ist sogar eine ganz großartige Idee Datacenter zu bauen, die mehr Strom als Berlin verbrauchen, weil du sonst nämlich keine größeren Models trainieren kannst.

Die größe des Ausbaus muss man natürlich in Relation zur Größe des Nutzens sehen. Über den kann man zweifellos geteilter Meinung sein, aber dass viele Unternehmen ihren Mitarbeitenr grad Millionen pro Jahr für Tokens spendieren, damit die lustige Videos und Fake-Nudes erstellen könnne, halte ich persönlich für eher unplausibel.

Du erwartest jetzt dazu allen ernstes eine Kosten-Nutzen-Rechnung? Von mir? You havent been paying attention - Hemisphärenvernichtung ist nicht in Nutzen aufzuwerten. Allein das Ansinnen erachte ich als komplett die Realität verdrängend.
KI ist nicht alternativlos. Die gesunde Umwelt schon. Irgendwelche Forschung zu Kipppunkten scheint dir unbekannt. Such dir am besten selber deine Zahlen...
Ich erwarte von dir aus Erfahrung überhaupt nichts. Aber belustigend ist durchaus, wie du mit einem big fat nothingburger wie "AI verbraucht böse viel Wasser" einsteigst und dich dann über sterbende Bienen zu "Hemisphärenvernichtung" steigerst.
 
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Shihatsu

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Na wenn dich das belustigt ist ja alles klar, danke fürs ad hominem.
 
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ist imho bereits gut belegt: datacenters haben für die betreffenden regionen null nutzwert (kaum jobs, kaum steuern), aber einen immensen ressourcenverbrauch (energie, wasser, fläche, abwärme).
 
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Ist auch eher belustigend wenn jemand "ein großes Modell trainieren" für etwas inhärent gutes/wichtiges hält
 

Shihatsu

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Unlustig ist stattdessen, das die großen AI-Slop-User ihre Mitarbeiter dazu "motivieren" möglichst viele Tokens zu verbrauchen, damit sie behaupten können der Invest habe sich gelohnt - so Fakt bei Amazon und Meta, bei anderen bisher nur vermutet. Aber hey, das ist natürlich alles kein Problem weil Insektensterben ja nichts damit zu tun hat.
Btw, anekdotische Frage: Könnt ihr euch noch an früher erinnern? So an Autofahrten im Sommer vor 30 Jahren? Wenn ich damals vom Studium nach Hause (30km) bin und Abends zurück hatte ich ne wunderbare schwarze Kruste auf der Windschutzscheibe...
 
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Ja, aber das dürfte eher an Pestiziden u.ä. liegen, was jetzt nichts direkt mit Datacentern zu tun hat?
Der Sprung von Datacentern zu Insektensterben erschliesst sich mir nicht so ganz.
 

Shihatsu

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Das hat doch mit den KI-Rechenzentren gar nichts zu tun, das habt ihr verbunden. Schau dir den Post dazu genau an:
Wasserverbrauch und massiver Gasturbineneinsatz zu einer Zeit wo es Mutter Natur eh schon verdammt beschissen geht (Vögelsterben, Insektensterben, Hitzewellen anyone?) scheinen mir ne verdammt blöde Idee.
Das war ON TOP.
 
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Unlustig ist stattdessen, das die großen AI-Slop-User ihre Mitarbeiter dazu "motivieren" möglichst viele Tokens zu verbrauchen, damit sie behaupten können der Invest habe sich gelohnt - so Fakt bei Amazon und Meta, bei anderen bisher nur vermutet.
Die Tage gab es doch News das zB Uber jetzt in 4 Monaten durch sein Jahresbudget an Token gerauscht ist (natürlich u.a. weil Management wieder schön Highscores/Incentives eingeführt hat) und die sogar selbst die Frage in den Raum stellen, ob sie denn damit eigentlich wirklich was gewonnen haben.
 
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Sowas wird sehr oft vorkommen und ergibt ja auch Sinn: Was der Einsatz von AI in welchem Bereich genau bringt, kann man schlecht vorher eyeballen, weil letztlich alle noch in einer großen Experimentierphase stecken. Für große Tech-Konzerne ist es aber deutlich billiger Cash zu verbrennen als technisch abgehängt zu werden, weil sie die Einführung von AI verschlafen.

Und es macht für die Nutzung von einen großen Unterschied, ob man sich permanent einschränkt oder ein abundance mindset hat. Das merk ich an mir selbst: An den meisten Monaten würde ich wahrscheinlich mit zwei Subs zu je 20 Euro schon hinkommen, aber um frei zu arbeiten, ohne mir ständig nen Kopf zu machen, sind 100 + 20 deutlich angenehmer.


ist imho bereits gut belegt: datacenters haben für die betreffenden regionen null nutzwert (kaum jobs, kaum steuern), aber einen immensen ressourcenverbrauch (energie, wasser, fläche, abwärme).
Schon klar, genauso wie AKWs, Windparks, Bahngleise und Kläranlagen für die unmittelbaren Anwohner einen Nachteil bedeuten. Das ist doch kein singuläres Phänomen, sondern relativ typisch für Infrastruktur. Ich würd hier dahre dieselben Maßstäbe anlegen wie sonts auch: Auf den globalen Nutzen schauen und versuchen lokale Nachteile zu begrenzen und, wenn das nicht geht, auszugleichen.


Ist auch eher belustigend wenn jemand "ein großes Modell trainieren" für etwas inhärent gutes/wichtiges hält
Warum ist es lustig, dass ich leistungsfähige AI gut finde? :eagle:
 
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Warum ist es lustig, dass ich leistungsfähige AI gut finde? :eagle:
Es ist lustig, dass du so tust als wenn das Ergebnis ausschließlich positiv sein kann. Du kannst halt auch trainieren und DLSS 5 rauskriegen und selbst wenn ich jetzt was halbwegs positives annehmen will. Wenn "morgen" jemand in Europa ein Modell trainiert hat, dass mehr oder weniger das gleiche macht wie Claude und eben an irgendeiner Ecke vielleicht bisschen besser und woanders bisschen schlechter ist, seh ich immer noch nicht den Gewinn des großen Investments nur damit man dann ein "europäisches Claude" hat
 
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Naja, meine These wäre: AI entwickelt sich in den nächsten Jahren zu einem Teil der kritischen Infrastruktur. Da wollen wir genau so wenig wie in anderen Bereichen nur ein wohlregulierter Absatzmarkt sein. Was das genau bedeutet, darüber lässt sich trefflich streiten. Ich würd mich da weniger an einzelnen Fragen ("brauchts ein europäisches Claude?") aufhängen, sondern den ganzen Stack in den Blick nehmen: Infrastruktur, Talent-Pool, institutionelles Know-How, Kapital usw. - in der Breite sowie in der Spitze.
Insgesamt besteht da einiger Nachholbedarf oder anders ausgedrückt: Europa bleibt weit unter seinen Möglichkeiten.
 
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Ich würd mich da weniger an einzelnen Fragen ("brauchts ein europäisches Claude?") aufhängen, sondern den ganzen Stack in den Blick nehmen: Infrastruktur, Talent-Pool, institutionelles Know-How, Kapital usw. - in der Breite sowie in der Spitze.
Was genau soll besser daran sein, wenn das Datacenter hier in Europa steht statt sonst irgendwo?
Die meisten von den Dingern beschäftigen nur ein paar Dutzend Mitarbeiter und wer weiß ob die nach ein paar Jahren Know-how ansammeln sich nicht doch woanders hin verpissen, weil da mehr Geld geboten wird...das Kapital wird in der Regel in den Händen von ein paar wenigen landen, die wir dann mal wieder kaum besteuert kriegen.
Ich les immer noch nichts wahnsinnig erstrebenswertes.
 
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Ist ansich keine News mehr, färbt mich koloriert. Lobbyistin tut Lobbyisten-Dinge.
 

Gustavo

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Kein Tag ohne Reichehighlight

Schon wieder olle Kamellen. Der neueste Aufreger ist, dass sie sich im Interview darüber beklagt dass Deutschland "Ersparnisse exportiert" (während sie gleichzeitig eine "Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit" fordert) statt im Inland zu investieren weil sie sich offensichtlich einfachste VWL-Grundlagen wie die accounting identity "Leistungsbilanzüberschuss = Kapitalbilanzdefizit" nicht versteht. :mond:
 
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dazu wohl ein alter tweet von ihm:
media_HJV9YdxWYAcxVhK.jpg

:ugly:

Na, aber das passt. Wahrscheinlich ist links für ihn jetzt eh = Antisemitismus, meiner Erinnerung nach war der ständig am Israel verteidigen
 
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Gott ist das grauenhaft
Bin gespannt wie Presse und Parteilandschaft + Wähler darauf reagieren. Gibt ja nicht wenige die Knast in Deutschland wie Urlaub ansehen (also am Stammtisch) - die werden sowas bestimmt noch feiern... Und auch von ner AFD könnte ich mir durchaus sowas vorstellen wie "Sind ja eh alle Ausländer dort, die brauchen das so". Vielleicht nicht offiziell aber inoffiziell,...
 
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Joa eine Versorgung, die dem Bedarf eh schon nicht gerecht wird, nochmal mit dem Dampfhammer angehen. Das wirds richten.
 

Shihatsu

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Joa eine Versorgung, die dem Bedarf eh schon nicht gerecht wird, nochmal mit dem Dampfhammer angehen. Das wirds richten.
Joa, CDU Wähler alle so: YAY!
 
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Ein Bruchteil eines Prozents des GKV Budgets gespart, dafür riesige Folgekosten (die zukünftige Regierungen ausbaden)? Es geht aufwärts, Freunde
 
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Das ist aber gefühlt seit 10+ Jahren schon ein Dauerbrenner, man wartet eh lange auf einen Termin, aber es soll abgebaut werden, obwohl man meinen könnte das es doch mehr Therapeuten geben sollte nicht weniger.
 
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Ja sicher, mehr Kassensitze brauchts schon ewig, Therapeutenaus- und weiterbildung nach dem Studium werden auch nicht unterstützt...

Aber nun ist wie gesagt eher der gegenteilige Ansatz am Start - wir zerlegen einfach die Versorgung komplett.
Es ist halt komplett lächerlich, der Rotstift wird ganz unten angesetzt:

Die Honorarkürzung ist da schonmal ein schlechter Scherz, aber das Kernproblem ist die Budgetierung, auf Grund welcher - wenn ich es recht verstehe - mal eben 40% der Plätze für gesetzlich Versicherte rausfallen dürften. Das ist einfach abfuck, da darf man durchaus von einem Kollaps sprechen.

Schockt mich natürlich nicht, Spahn war meiner Erinnerung nach ja auch in der Richtung unterwegs, aber das ist halt faktenfremd, rechnet sich nicht auf Dauer und basiert imo 100pro auf boomerigem Merzdenken, dass psychisch Kranke ja eh kein richtiges Problem haben.
 
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Jo ich erinnere mich, als es noch hieß "teilweise muss man Monate warten, fürchterlich". Nun sind wir bei Jahren, die 80 Tage würden die Leute mit Kusshand nehmen.

Ähnlich mit der Kostenübernahme: da wieseln sich die Kassen afaik zunehmend raus, und die Hürden wurden höher. Schon geil alles.
Das mit der Ausbildung geht zumindest im Ansatz in die richtige Richtung... nur sind in der Praxis die KLIPP Masterplätze begrenzt, und wenn Du Deinen Bachelor nicht mit 1.0 durchgeballert hast, stehst Du erstmal dumm da (ich meine nämlich, dass der Bachelor bereits auf KLIPP ausgerichtet ist, und nicht polyvalent ist). Von der Weiterbildung mal gar nicht angefangen.

Das aktuelle Gesetz riecht für mich nach Spahnerbe, der war ja schon mit extrem zerstörerischen Plänen unterwegs.
 
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parats'

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Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass der Zustand im stationären Umfeld noch viel schlimmer ist. Das ganze System ist so dermaßen an der Grenze.
 

GeckoVOD

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Jo ich erinnere mich, als es noch hieß "teilweise muss man Monate warten, fürchterlich". Nun sind wir bei Jahren, die 80 Tage würden die Leute mit Kusshand nehmen.

Ähnlich mit der Kostenübernahme: da wieseln sich die Kassen afaik zunehmend raus, und die Hürden wurden höher. Schon geil alles.
Das mit der Ausbildung geht zumindest im Ansatz in die richtige Richtung... nur sind in der Praxis die KLIPP Masterplätze begrenzt, und wenn Du Deinen Bachelor nicht mit 1.0 durchgeballert hast, stehst Du erstmal dumm da (ich meine nämlich, dass der Bachelor bereits auf KLIPP ausgerichtet ist, und nicht polyvalent ist). Von der Weiterbildung mal gar nicht angefangen.

Das aktuelle Gesetz riecht für mich nach Spahnerbe, der war ja schon mit extrem zerstörerischen Plänen unterwegs.
Meine Nahfeldempirie: Der Weg zur Approbation war schon immer etwas bescheuert, wenn man da mit normalen Kosten/Nutzen-Überlegungen herangeht, steinig ist da gar kein Ausdruck. Alle mir bekannten Therapeuten hatten erstmal Schulden aus dem Studium (Bafög oder Kredit), unter anderem auch weil die notwendigen Praktika teilweise mit Stundenlöhnen jenseits von gut und böse entlohnt wurden (ca. Netto 1,56€ pro Stunde wars bei meiner Frau). Danach führt der Weg zwangsweise über Teilzeit, jahrelang, weil man die Erfahrung braucht, das ganze natürlich in der Hoffnung, man findet in wohnnöhe die nötige Praxis mit einer entsprechenden Fachrichtung. Supervision und Raummiete zahlt man selbst, entlohnt wird man auch nur deutlich geringer. Glaube auch da war der Stundenlohn nur 3-5€, wenn mal alles außenrum abzieht. Die Ausbildung in einem Institut, ohne Fahrt- und Übernachtungskosten, waren dann nochmal ca. 20.000€. Bafög kann man deswegen aber auch nicht ohne weiteres stunden, weil man ist ja fertig. Die Prüfungen selbst schienen auch extrem willkürlich zu sein, speziell die mündlichen. Und dann ist man irgendwann fertig und man sieht a) die Wartelisten für einen Kassensitze und b) die Kosten des selbigen, ohne überhaupt eine Einrichtung für die Praxis zu haben, oder von den Instituten auf die notwendige Bürokratie vorbereitet zu sein. Mind you, das in einer Zeit der Familiengründung, die ja selbst auch Kosten verursacht.

Hinzu kommt die, zumindest in Bayern, absolut nutzfreie Kammer mit Beiträgen und Weiterbildungspflicht, deren Kurse schon entweder teuer oder sehr zeitintensiv sind. Also grundsätzlich ist die Kammer schon eine gute Idee, aber die Praxis mal wieder...

Als ich hörte, dass das jetzt alles mit Studiengängen möglich sei, dachte ich erst wirklich, dass da Hoffnung bestünde. Aber dann sieht man wie es gedeckelt ist und wie schwer der Pfad ist UND dass dann noch deine Quelle von oben kommt. Ich weiß ehrlich nicht, wer sich das noch freiwillig geben soll, reich wird man davon nicht wirklich. In meiner Dystopie laufen wir auf eine extreme Zweiklassengesellschaft der USA zu, in der sich die Bonzen mit ihren Luxusproblemen einkaufen, der Rest dafür lange in die Röhre schaut.

Bei dem Zeitpunkt muss man auch mit Anlauf diversen Leuten so richtig ins Hirn geschissen haben. Es ist ja nicht so, als wäre nicht seit den späten 1890ern bekannt (Emile Durkheim - Selbstmord für Interessierte), was ökonomisch schwere Zeiten mit Selbstmordraten und psychologischen Krankheiten anstellen. Jetzt gerade fangen erst die Corona Spätfolgen an, bei den Verwerfungen Ukraine & globale Krise sind wir noch gar nicht. Als AfD kann es nicht besser laufen, wird schon nicht lange dauern, bis der nächste systembekannte Amokläufer völlig unerwartet einschlägt, weil das System nur noch erkennen, aber nicht behandeln kann.
 
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Meine Nahfeldempirie: Der Weg zur Approbation war schon immer etwas bescheuert, wenn man da mit normalen Kosten/Nutzen-Überlegungen herangeht, steinig ist da gar kein Ausdruck. Alle mir bekannten Therapeuten hatten erstmal Schulden aus dem Studium (Bafög oder Kredit), unter anderem auch weil die notwendigen Praktika teilweise mit Stundenlöhnen jenseits von gut und böse entlohnt wurden (ca. Netto 1,56€ pro Stunde wars bei meiner Frau). Danach führt der Weg zwangsweise über Teilzeit, jahrelang, weil man die Erfahrung braucht, das ganze natürlich in der Hoffnung, man findet in wohnnöhe die nötige Praxis mit einer entsprechenden Fachrichtung. Supervision und Raummiete zahlt man selbst, entlohnt wird man auch nur deutlich geringer. Glaube auch da war der Stundenlohn nur 3-5€, wenn mal alles außenrum abzieht. Die Ausbildung in einem Institut, ohne Fahrt- und Übernachtungskosten, waren dann nochmal ca. 20.000€. Bafög kann man deswegen aber auch nicht ohne weiteres stunden, weil man ist ja fertig. Die Prüfungen selbst schienen auch extrem willkürlich zu sein, speziell die mündlichen. Und dann ist man irgendwann fertig und man sieht a) die Wartelisten für einen Kassensitze und b) die Kosten des selbigen, ohne überhaupt eine Einrichtung für die Praxis zu haben, oder von den Instituten auf die notwendige Bürokratie vorbereitet zu sein. Mind you, das in einer Zeit der Familiengründung, die ja selbst auch Kosten verursacht.
Jup. Ich meine, die einzige Verbesserung in der Ausbildung (bzw heißt jetzt glaub eben Weiterbildung) ist, dass die klinische Tätigkeit vergütet werden muss. Ist aber eben auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

In meiner Dystopie laufen wir auf eine extreme Zweiklassengesellschaft der USA zu, in der sich die Bonzen mit ihren Luxusproblemen einkaufen, der Rest dafür lange in die Röhre schaut.
Absolut. Wenn das mit der Budgetierung durchgeht, sind wir im Prinzip schon da.

Bei dem Zeitpunkt muss man auch mit Anlauf diversen Leuten so richtig ins Hirn geschissen haben. Es ist ja nicht so, als wäre nicht seit den späten 1890ern bekannt (Emile Durkheim - Selbstmord für Interessierte), was ökonomisch schwere Zeiten mit Selbstmordraten und psychologischen Krankheiten anstellen. Jetzt gerade fangen erst die Corona Spätfolgen an, bei den Verwerfungen Ukraine & globale Krise sind wir noch gar nicht. Als AfD kann es nicht besser laufen, wird schon nicht lange dauern, bis der nächste systembekannte Amokläufer völlig unerwartet einschlägt, weil das System nur noch erkennen, aber nicht behandeln kann.
Ja wie gesagt, es ergibt hinten und vorne keinen Sinn, weil den Verantwortlichen Belege vorliegen, dass die Folgekosten für nicht zeitig ambulant behandelte psychische Leiden x-fach höher sind, durch Arbeitsunfähigkeit, stationäre Behandlung, Berentung, etc etc. Und wie oben erwähnt, es ist so ein winziger Faktor im Gesamtkostenbild der GKV, dass es auch mit dem polemischen Gepolter von wegen das Gesundheitssystem sei zu teuer nicht zu rechtfertigen ist (erinnert son bisschen an die Bürgergeldmilliarden von Merz).

Aber die Spahns dieser Welt hat es ja nie interessiert (der wollte u.a. einen Stundenschlüssel, nach dem zB alle, auch schwere, Depressionen mit 20h Therapie erledigt sein sollen. Komplett realitätsfern)
 

GeckoVOD

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Jup. Ich meine, die einzige Verbesserung in der Ausbildung (bzw heißt jetzt glaub eben Weiterbildung) ist, dass die klinische Tätigkeit vergütet werden muss. Ist aber eben auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Ich kann da jetzt etwas völlig falsch verstanden haben, aber ich glaube, da war schon mehr gutes dabei. Grundsätzlich war der Pfad früher ja, dass man einen Beruf hatte, mit dem man eine Approbation erlangen konnte. Neben Psychologie Master (obviously) auch Pädagogik, Erziehungswissenschaften, HeIlPrAkTiKeR und glaube theoretisch auch Ergotherapie mit entsprechendem Lebenslauf. Danach ging der Weg über ein externes (zugelassenes) Institut mit einer Fachrichtung (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Psychoanalytik und neu Systemtherapie*). Dort war Theorie und nebenher die Praxis in Form von Tätigkeit mit Supervision mit X Behandlungsstunden und Y Fälllen. Wenn X, Y und Theorie fertig waren, dann hat man schriftliche und mündliche Prüfung (mit Vorstellung mindestens zweier Fälle).

Für Psychologen war das insofern scheiße, weil die im Master (iirc) diese PiA-Zeit hatten, also ein Pflichtpraktikum, das wirklich horrend entlohnt war. Danach kam das gleiche in Grün für die Praxisfälle noch einmal, da war die Entlohnung theoretisch höher, wurde aber über das Institut abgerechnet. Die haben da schon X€ abgezweigt, davon ab geht noch Raummiete + Supervision. Da du die Stunden irgendwie voll kriegen musst, ist eine Vollzeitstelle als Psychologe mit TVöD E13 maximal auf 50% denkbar, realistisch aber sogar eher 25%.

WENN ich es richtig verstehe, so entfällt sowohl die scheiße entlohnte PiA-Zeit und die Fälle, sowie der Prüfungsmurks mit den Insitutionen, weil man direkt nach dem Studium die Approbationsprüfung ablegen könnte. Das ist schon deutlich besser. Dem entgegen steht wohl, dass die Plätze so gering sind und der Leistungsdruck wirklich krass ist - und auch die Praktika nicht ganz so easy zu bekommen sind, es muss ja irgendwie alles zusammenpassen.

*Die Fachrichtung bestimmt iirc auch etwas die Kosten, weil die Therapiedauern von Verhaltenstherapie eher gering sind (und man schneller auf Stunden kommt), aber für andere Formen steigen (Tiefenpsychologie so mittig) und Psychoanalyse dann so richtig teuer wird; teils weil die Nachfrage den Preis an den Instituten steuert, teils weil die Opportunitätskosten steigen, weil es NOCH LÄNGER dauert die Stunden zu kriegen. Das alleine war schon scheiße für den Patienten, denn nicht jeder kann mit Verhaltenstherapie, ich persönlich finde das eher Augenwischerei - aber es gibt fast nur noch VT-Praxen und so gut wie keine TP und noch viel, viel weniger PA. Weil es sich keiner ans Bein binden will und Psychoanalytiker generell sehr verschrobene Menschen sind.

Aber die Spahns dieser Welt hat es ja nie interessiert (der wollte u.a. einen Stundenschlüssel, nach dem zB alle, auch schwere, Depressionen mit 20h Therapie erledigt sein sollen. Komplett realitätsfern)
Auch hier eher Laienwissen, ich bilde mir ein die 20 Stunden (eher 10) waren die normale Freigabe für die Diagnostik als erste ambulante Therapieform. Längere Freigaben basieren auf der Diagnose und da werden i.d.R. schon die 80 Einheiten durchgewunken. Ist aber relativ, 20 Einheiten sind schon fast ein Jahr, wenn man da einen wöchentlichen Ryhtmus mit Ferien und Urlaub eindenkt. Das persönlich finde ich nichtmal so schlimm. Schlimmer finde ich den Kampf mit Kostenübernahme, der von der Krankenkasse abhängt, oder diesem random Prüfsystem für Anträge, wo Schlammschlachten wegen Kleinigkeiten ausgetragen werden können. Kannte Fälle, da haben irgendwelche Psychoanalytiker-Kautze wegen Formulierungen im Kontext der Rechtschreibung gleich die gesamte Diagnose in Frage gezogen, hatte was von Gedichtinterpretation.
 
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