Jup. Ich meine, die einzige Verbesserung in der Ausbildung (bzw heißt jetzt glaub eben Weiterbildung) ist, dass die klinische Tätigkeit vergütet werden muss. Ist aber eben auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Ich kann da jetzt etwas völlig falsch verstanden haben, aber ich glaube, da war schon mehr gutes dabei. Grundsätzlich war der Pfad früher ja, dass man einen Beruf hatte, mit dem man eine Approbation erlangen konnte. Neben Psychologie Master (obviously) auch Pädagogik, Erziehungswissenschaften, HeIlPrAkTiKeR und glaube theoretisch auch Ergotherapie mit entsprechendem Lebenslauf. Danach ging der Weg über ein externes (zugelassenes) Institut mit einer Fachrichtung (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Psychoanalytik und neu Systemtherapie*). Dort war Theorie und nebenher die Praxis in Form von Tätigkeit mit Supervision mit X Behandlungsstunden und Y Fälllen. Wenn X, Y und Theorie fertig waren, dann hat man schriftliche und mündliche Prüfung (mit Vorstellung mindestens zweier Fälle).
Für Psychologen war das insofern scheiße, weil die im Master (iirc) diese PiA-Zeit hatten, also ein Pflichtpraktikum, das wirklich horrend entlohnt war. Danach kam das gleiche in Grün für die Praxisfälle noch einmal, da war die Entlohnung theoretisch höher, wurde aber über das Institut abgerechnet. Die haben da schon X€ abgezweigt, davon ab geht noch Raummiete + Supervision. Da du die Stunden irgendwie voll kriegen musst, ist eine Vollzeitstelle als Psychologe mit TVöD E13 maximal auf 50% denkbar, realistisch aber sogar eher 25%.
WENN ich es richtig verstehe, so entfällt sowohl die scheiße entlohnte PiA-Zeit und die Fälle, sowie der Prüfungsmurks mit den Insitutionen, weil man direkt nach dem Studium die Approbationsprüfung ablegen könnte. Das ist schon deutlich besser. Dem entgegen steht wohl, dass die Plätze so gering sind und der Leistungsdruck wirklich krass ist - und auch die Praktika nicht ganz so easy zu bekommen sind, es muss ja irgendwie alles zusammenpassen.
*Die Fachrichtung bestimmt iirc auch etwas die Kosten, weil die Therapiedauern von Verhaltenstherapie eher gering sind (und man schneller auf Stunden kommt), aber für andere Formen steigen (Tiefenpsychologie so mittig) und Psychoanalyse dann so richtig teuer wird; teils weil die Nachfrage den Preis an den Instituten steuert, teils weil die Opportunitätskosten steigen, weil es NOCH LÄNGER dauert die Stunden zu kriegen. Das alleine war schon scheiße für den Patienten, denn nicht jeder kann mit Verhaltenstherapie, ich persönlich finde das eher Augenwischerei - aber es gibt fast nur noch VT-Praxen und so gut wie keine TP und noch viel, viel weniger PA. Weil es sich keiner ans Bein binden will und Psychoanalytiker generell sehr verschrobene Menschen sind.
Aber die Spahns dieser Welt hat es ja nie interessiert (der wollte u.a. einen Stundenschlüssel, nach dem zB alle, auch schwere, Depressionen mit 20h Therapie erledigt sein sollen. Komplett realitätsfern)
Auch hier eher Laienwissen, ich bilde mir ein die 20 Stunden (eher 10) waren die normale Freigabe für die Diagnostik als erste ambulante Therapieform. Längere Freigaben basieren auf der Diagnose und da werden i.d.R. schon die 80 Einheiten durchgewunken. Ist aber relativ, 20 Einheiten sind schon fast ein Jahr, wenn man da einen wöchentlichen Ryhtmus mit Ferien und Urlaub eindenkt. Das persönlich finde ich nichtmal so schlimm. Schlimmer finde ich den Kampf mit Kostenübernahme, der von der Krankenkasse abhängt, oder diesem random Prüfsystem für Anträge, wo Schlammschlachten wegen Kleinigkeiten ausgetragen werden können. Kannte Fälle, da haben irgendwelche Psychoanalytiker-Kautze wegen Formulierungen im Kontext der Rechtschreibung gleich die gesamte Diagnose in Frage gezogen, hatte was von Gedichtinterpretation.