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Russland mal wieder

zoiX

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Was für ein wunderbarer Grund, die EU-Mittel für Ungarn um 40 Mio. und den Gegenwert von neun kg Gold zu kürzen.
 

Scorn4

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Ukrainian Foreign Minister Andrii Sybiha has accused Hungarian authorities of taking hostage seven employees of Ukraine's state savings bank, Oschadbank.
"Today in Budapest, Hungarian authorities took seven Ukrainian citizens hostage. The reasons are still unknown, as well as their current well-being."
The employees were in two cars carrying $80m (£60m) worth of cash between Austria and Ukraine.
"We are talking about Hungary taking hostages and stealing money"
 

Scorn4

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Es wird von mehreren Stellen eine russische Sommeroffensive erwartet.
Im letzten Jahr brachte das wenige dramatische Frontverschiebungen. Die Kämpfe um Pokrovsk, Myrnohrad and Huliaipole (noch nicht ganz, die Kämpfe laufen noch) zogen sich bis in dieses Jahr hinein, bis Russland die Städte - oder deren Ruinen - beanspruchen konnte. Kupiansk ging nach seiner Einnahme direkt wieder verloren.
Das ISW vermutet, dass die Sommeroffensive wahrscheinlich begonnen hat. Lächerlich schon, dass sowas nicht offensichtlich ist und man Qualifier wie "likely" benutzen muss.

Schaue ich mir die Karte an, könnten dieses Jahr wohl einige Städte und Siedlungen fallen.
Im Südosten ist Zalichne von 3 Seiten bedroht und wäre nach der vollständigen Einnahme von Huliaipole das nächste logische Ziel. Das wäre dann ein Brückenkopf über den Fluss Haichul, um dann Ternuvate von Süden her zu bedrohen. Ob Russland die Kraft hat, das innerhalb eines Sommers durchzuziehen, ist allerdings fraglich. Zudem hat die Ukraine Russland vor Ternuvate wieder zurückgeworfen.
In Donetzk habe ich keine Hoffnung für Rodynske. Hier hat Russland im letzten Jahr seine vergleichsweise großen Geländegewinne verzeichnet. Dobropillia liegt hier aktuell ~5km vor den russischen Stellungen. Irgendwo zwischen Dobropillia und Konstiantynivka vermute ich einen kommenden russischen Durchbruch, der diese beiden Ziele von der Flanke bedrohen soll. Konstiantynivka selbst hat ist schon seit längerer Zeit ein russisches Ziel und seit Ende Oktober finden Kämpfe im südlichen Teil der Stadt statt. Gut möglich, dass hier mit steigendem Druck die Stadt selbst in diesem Jahr fällt.
Lyman wird von Norden und Osten her bedroht, die russischen Stellungen sind ~1km vor der Stadt. Auch diese Schlacht läuft schon länger und kann womöglich in den nächsten 6 Monaten fallen, zusammen mit einigen nördlichen Siedlungen.
Wie es mit Kupiansk ausgeht, dürfte spannend sein und einiges über der weiteren Kriegsverlauf verraten. Putin hatte schon die vollständige Einnahme der Stadt verkündet, aber die Ukraine schwenkt dort aktuell ihre Fahne. Wenn Russland dieses Jahr die Stadt nicht zurückerobert, verliert Russland den Krieg. Nicht weil Kupiansk so entscheidend ist, sondern weil Russland für so ein Scheitern absolut marode sein muss.

Soweit meine Sicht der Dinge. Wilde und unvorhergeshene Ereignisse können passieren. Trump und/oder Putin könnten plötzlich sterben. Meuterien wie von Wagner, Offensiven oder plötzlich Einbrüche in die Front sind möglich. Und wer weiß, wie sich der Iran-Konflikt auwirkt. Die Ukraine kann in den Golfstaaten mit seiner Drohnen-Expertise ordentlich Geld scheffeln, aber das Kapitel hat wohl gerade erst begonnen.
 
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Soweit meine Sicht der Dinge. Wilde und unvorhergeshene Ereignisse können passieren. Trump und/oder Putin könnten plötzlich sterben. Meuterien wie von Wagner, Offensiven oder plötzlich Einbrüche in die Front sind möglich. Und wer weiß, wie sich der Iran-Konflikt auwirkt. Die Ukraine kann in den Golfstaaten mit seiner Drohnen-Expertise ordentlich Geld scheffeln, aber das Kapitel hat wohl gerade erst begonnen.
Gilt das mit dem Gel scheffeln nicht auch für Russland? Habe gehört, die sind über die aktuelle Ölpreissituation ganz glücklich.
 

Scorn4

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Wie gesagt, das Kapitel Iran beginnt gerade erst.
Und im Weißen haus sitzen nichrt gerade Strategen.
Man darf da haarsträubende Entscheidungen mit extremen Konsequenzen erwarten.
 
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Siehst Du auch ein Risiko für Ukraine? Irgendwas weltbewegendes, dass die doch noch den Krieg verlieren?
 

Scorn4

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Siehst Du auch ein Risiko für Ukraine? Irgendwas weltbewegendes, dass die doch noch den Krieg verlieren?
Ein erstarkendes Russland aufgrund des bereits erwähnten Iran-Kriegs ist definitiv ein Risiko.
"Wenn ihr aufhört, der Ukraine zu helfen, hören wir auf, Iran zu helfen", z.B.
Beide Seiten arbeiten an neuen Möglichkeiten, mit der sich stets wandelnden Realität auf dem Schlachtfeld zu arrangieren. Da kann Russland - zumindest vorübergehend - die Oberhand gewinnen.
Russland könnte bis an die Grenze vom Donetsk-Oblast pushen und dort stehen bleiben, bis sich die Ukraine auf einen wie auch immer nachteiligen Deal auf Grundlage von Frontlinien einlässt.
Trump könnte die Seiten wechseln und Russland unterstützen. Ist ja nicht so, als würde er die Ukraine aus Überzeugung oder mild lächelnd unterstützen.
War mein Eingangspost zuviel Russland-Doom? Es ging um mögliche russische Eroberungen im Zuge der kommenden oder bereits laufenden Frühlings-/Sommeroffensive.
 
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Erstmal abwarten ob und wie diese Offensive stattfinden und aussehen wird. In den letzten Tagen gab es so gut wie keine russischen Fortschritte, im Gegenteil die Ukraine konnte in den letzten Wochen kleinere Geländegewinne vermelden. Hängt alles wohl immer noch mit der Starlink-Unterbindung bei den Russen zusammen.
Es ist halt die Frage was Russland bei der verbesserten Wetterlage wird reinwerfen können. Gutes Wetter bedeutet immer auch optimale Aufklärung via Drohnen. Da würde es bei der Todeszone bleiben - jeder einzelne Soldat, der sich im Freien bewegt ist potentiell gefährdet sofort mit ner FPV rausgenommen zu werden.
 

Scorn4

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Die Ukraine greift mit ihren Drohnen die Gegend um St. Petersburg an, eine Reihe von Zielen, die an die 1000km nördlich der Ukraine liegen.
Wenn die Drohnen nicht aus Russland selbst gestartet wurden (LKWs, etc), heißt das, dass die Drohnen unbelästigt durch die oblaste Bryansk, Smolensk, Pskov bis Leningrad (der Oblast heißt immernoch so) geflogen sind; vorausgesetzt, niemand war so töricht, die Lufthoheit von Weißrussland zu verletzten
 

GeckoVOD

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Grundsätzlich sehr gut, kann mir das jemand in Perspektive setzen, ohne dafür 45+ Minuten-Videos zu verlinken?

Heißt das, Russland kann sogar mittelfristig kaum ein kaputtgeschossenes Stückchen Land halten, bricht da was ein, oder ist das letztendlich nur eine Schwankung in einem Stellungskrieg?
 

Scorn4

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Seit 2022 ist Russland nahezu konstant in der Offensive an allen Frontabschnitten.
Der Erfolg ist mäßig.
Das kann Russland so nicht weiter machen.
Vielleicht konzentrieren die ihre Angriffe - und geben der Ukraine woanders die Initative?
Perspektiven hängen von schwierigen Entscheidungen ab, die jmd in der russichen Führung dringend treffen muss.
 
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Grundsätzlich sehr gut, kann mir das jemand in Perspektive setzen, ohne dafür 45+ Minuten-Videos zu verlinken?

Heißt das, Russland kann sogar mittelfristig kaum ein kaputtgeschossenes Stückchen Land halten, bricht da was ein, oder ist das letztendlich nur eine Schwankung in einem Stellungskrieg?
Meine These ist, dass Ukraine gerade eine Stufe weiter ist im Drohnenkrieg. Den Russen wurde Starlink abgeschaltet und sie haben kein vergleichbares anderes System und die Ukrainer setzen vermehrt Bodenroboter ein. Gibt erste Berichte, dass sie ganze Stellungen ohne Menschen einnehmen und Videos wie sich russische Soldaten Robotern ergeben.

Ob das eine Schwankung ist oder eine Kehrtwende, hängt davon ab, ob Russland zeitnah technologisch nachziehen kann. Bisher war das immer so, aber hier sehen wir einen Paradigmenwechsel. Dieser geht auch weit über diesen Krieg hinaus, sondern hat Auswirkungen historischen Ausmasses. Wenn künftig Roboter gegen Roboter kämpfen, ändert das sämtliche Kriegslogiken und leider senkt es auch massiv die Eintrittsschwelle.
 
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+1, es hat viel mit der Drohnen zu tun.

1. Die Ukrainer sind im Moment besser daran, eine tiefere Kill Zone zu haben. Das macht es für die Russen schwerer als vorher, sich auch 10-20km hinter der zero line zu bewegen, um Truppen und Güter zu transportieren.

2. Einen indirekten Faktor spielen dabei auch die Long Range Strikes, da die Russen ihre limitierte Anti-Air auch weit im Hinterland an Raffinerien etc stationieren müssen.

3. Die russische Kommunikation und Koordination ist auch nach wie vor geschwächt durch das Abschalten von Starlink im Februar, aber auch durch das Sperren von Telegram durch die Russen selbst.

4. Ukrainer haben, auch durch Lieferungen von entsprechender Munition, wieder bessere Möglichkeiten, den russischen Einsatz von Gleitbomben zu limitieren.

Ein unbekannter Faktor ist Moral. Die ist natürlich auch vorher nicht gigantisch hoch. Aber die horrenden Verluste und schlechte Stimmung unter den russischen Bloggern wird die Effektivität der Truppen an der Front zumindest nicht verbessert haben.

Zusätzlich, wenn wir mit 2023 vergleichen, wo die Ukrainer ihre besten Truppen für kostspielige größere Offensiven eingesetzt haben, sind jetzt die ukrainischen Eliteeinheiten wohl eine effektivere "Frontfeuerwehr", ob defensiv oder für limitierte Gegenstöße wie Kupiansk.
 
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