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Nach 8 Monaten auf meinem sehr performanten Desktop-PC und zwischenzeitlich 3 Monaten auch auf meinem 1.6-GHz-Pentium M-Notebook wechsele ich zurück auf Windows XP. Ich habe Vista wirklich eine Chance gegeben.
Vista, ich habe vorerst fertig mit dir. Schade um die 150€ für die Ultimate-Version.
- Ich habe einen Core 2 Duo auf E6800-Niveau, 2GB RAM, eine schnelle Festplatte (Samsung HD501LJ). Die Geschwindigkeit von Vista ist ungefähr so wie bei einem Win XP mit einem Athlon XP1800+ mit 512MB RAM. Auch das Starten und Beenden von Windows ist bei Vista viel langsamer als bei XP.
- Logitech schafft es nicht, vernünftige Treiber für Vista zu entwickeln (MX3100 Desktop-Set, Fusion Webcam).
- Creative hat es bisher für meine Audigy 2 ebenso wenig geschafft, und ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass sie da noch was nachreichen.
- Sony Ericsson schafft es nicht ihre Sync-Software vernünftig vista-lauffähig zu machen (und da ich ein Symbian-SE-Telefon habe, gibt es auch keine Alternativsoftware).
- HP wird keinen vernünftigen Treiber mehr für meinen Business-Scanner 8300C rausbringen, der automatische Dokumenteneinzug ist damit unbenutzbar unter Vista.
- Die Software von meinem Terratec DVB-T-/Kabel-Hybrid-USB-Stick läuft unter Vista noch langsamer als unter XP und stürzt öfter ab.
- Das Media Center von Vista kommt mit meinem Stick auch nicht klar, obwohl er eigentlich voll kompatibel sein sollte.
- Ich kann meinen USB-Cardreader nicht vom System abmelden (es passiert einfach gar nichts, auch keine Fehlermeldung beim Befehl zum Abmelden), aber wenn ich ihn so abziehe und wieder dranstecke kommt jedes Mal die Meldung, dass die eingelegte Karte ge-checkdisk-ed werden müsse. Bzw. bei einem Neustart wird die Überprüfung ebenfalls gestartet.
- Größere Dateioperationen (Kopieren, löschen von Dateien usw.) brauchen unter Vista spürbar und messbar länger als unter XP.
- Die Netzwerkverwaltung ist unter Vista richtig, richtig schlimm geworden. Die Einstellungen sind auf noch mehr unterschiedliche Dialoge aufgeteilt worden, die sich teilweise gegenseitig behindern. Die Zusammenarbeit mit anderen Betriebssystemen (XP!) ist reine Glückssache, vor allem bei passwortgeschützten Freigaben.
- Ich habe bisher keine Software, die ausschließlich unter Vista läuft oder besser unter Vista läuft, und so schnell wird das auch nicht passieren.
- Meine Festplatten fahren trotz Inaktivität unter Vista ca. einmal pro Stunde hoch nur um sich nach 3-10 Sekunden wieder abzuschalten. Das passiert auch direkt nach der Vista-Installation, wenn noch gar keine Fremdsoftware installiert ist. XP macht das auch, aber nicht so häufig. Die Festplatte, auf dem die Systempartition ist, schaltet sich unter Vista gar nicht ab bei mir.
- Die Glas-Effekte sehen prinzipiell ganz nett aus, leider sind sie aus Usability-Sicht eine Katastrophe, weil man nicht auf einen Blick die genauen Abmessungen eines Fensters erkennt, und vor allem welches Fenster gerade aktiv ist (besonders wichtig beim Kopieren/Verschieben in mehreren verschiedenen Ordnern per Tastatur). Sie bieten also keinen Mehrwert ggü. XP
- Generell nimmt das neue Explorer-Design zu viel unnötigen Platz weg, vor allem wenn man wie ich nicht auf die Menüleiste verzichten kann. Ich habe eine Auflösung von 1680x1050, und manchmal habe ich das Gefühl, dass ich weniger Platz auf dem Schirm habe als unter XP damals bei 1280x1024. Vor allem in der Höhe wird Platz en masse verschwendet.
- In der Detailansicht im Explorer hat man glaube ich nur einen einzigen Pixel in der Höhe zwischen den Dateien und Ordnern. Wenn man etwas aus einem anderen Fenster per Drag und Drop rüberzieht, muss man höllisch aufpassen, dass man die Sachen nicht auf (=in) einen Unterordner zieht. Dass den Usability-Engineers sowas entgeht, ist erschreckend.
- Ich habe öfters mal Prozesse, die sich aufhängen und sich partout nicht beenden lassen, auch nicht per Kommandozeile, auch nicht als Admin - erst durch einen Neustart des gesamten Systems.
- Vista fährt nicht immer in den S1-Standby (sondern stürzt dann ab), auch nicht nach der Installation mehrerer Updates, die diese Probleme eigentlich beheben sollen (und die teilweise nichtmal im Windows-Update-Dialog angezeigt werden, sondern von denen man nur durch Heise & Co erfährt). Ein bestimmter Treiber oder eine BIOS-Einstellung ließ sich nicht als Schuldiger ausmachen.
- Die Vista-interne Suche ist noch bescheuerter zu konfigurieren als bei XP.
- Es gibt kein TweakUI für Vista, und ich habe auch noch keine Alternativ-Software gefunden, die annähernd ein Ersatz sein könnte (TweakVI ist imo Dreck).
- Firewire-p2p-LAN wurde bei Vista einfach abgeschafft. Unfassbar, aber wahr.
Das sind die Negativpunkte, die mir gerade zu Vista einfallen. Was spricht denn dafür, mit Vista zu arbeiten? - Die Navigation über die Adresszeile per Klick auf einen beliebigen übergeordneten Ordner ist komfortabel. Leider gibt's auch hier wieder Platzverschwendung en masse, sodass bei etwas längeren Ordnernamen oder tieferen Strukturen oder schmaleren Fenstern oft nur 1-2 Ebenen angezeigt werden, obwohl man problemlos das Doppelte unterbringen könnte.
- Die Größe der Miniaturansichten (für Fotos) lässt sich superschnell anpassen. Leider ist auch die größte Einstellung nicht groß genug um eine gute Einschätzung der Schärfe zuzulassen, und die Filmleiste wurde ja abgeschafft. Dafür kann die auch nicht mehr nerven; XP beschließt ja gerne mal, dass die Filmleiste jetzt die tollste Darstellung ist.
- Die Fotoverwaltung erspart mir Fremdsoftware, weil sie meinen Zwecken genügt.
- Langfristig wird wohl kein Weg an Vista vorbei führen. Allein schon für DX10-Spiele.
- Ich bin im Freundes- und Verwandtenkreis derjenige, der bei PC-Problemen gefragt wird. Da wird es immer wichtiger, dass ich mich mit Vista auskenne.
- Ich mag das neue Design der integrierten Spiele, und die neuen Spiele sind schon ziemlich cool (ich spiele Mahjong und Chess Titans). Dafür reagiert die Grafik selbst auf meiner Radeon X1950 Pro träge. Auf meinem 1.6GHz Pentium M im Notebook werden die integrierte GPU und die CPU voll ausgelastet bei Spider Solitaire, Mahjong & Co. Unglaublich schlecht programmiert.
- Die Tablet-PC-Funktionen sind nochmal stark verbessert worden unter Vista. Leider ist mein Tablet (wie gesagt 1.6 GHz; 1,5GB RAM) einfach nicht schnell genug für Vista.
- Paint, für mich das tollste ultraschnelle Grafikbearbeitungsprogramm, ist einige Nervigkeiten losgeworden (Zoomen lässt sich jetzt z.B. komfortabel). Andere uralte Bugs und Nervigkeiten sind immer noch nicht behoben (man kann die Leinwand nur rechts und unten vergrößern/verkleinern, nicht aber oben und links; man kann immer noch nicht die jpg-Kompressionsstufe auswählen oder einen besseren Resize-Algorithmus).
Vista, ich habe vorerst fertig mit dir. Schade um die 150€ für die Ultimate-Version.

