• Liebe User, bitte beachtet folgendes Thema: Was im Forum passiert, bleibt im Forum! Danke!
  • Hallo Gemeinde! Das Problem leidet zurzeit unter technischen Problemen. Wir sind da dran, aber das Zeitkontingent ist begrenzt. In der Zwischenzeit dürfte den meisten aufgefallen sein, dass das Erstellen von Posts funktioniert, auch wenn das Forum erstmal eine Fehlermeldung wirft. Um unseren Löschaufwand zu minimieren, bitten wir euch darum, nicht mehrmals auf 'Post Reply' zu klicken, da das zur Mehrfachposts führt. Grußworte.

US President 2024

Mitglied seit
09.02.2021
Beiträge
3.324
Reaktionen
3.087
Das ist wohl an vielen von uns vorbei gegangen:
Pete Hegseth hat vom Generalstabschef der Armee verlangt, vier Generalsanwärter von den Beförderungslisten zu streichen, weil Donlad Trump nicht mit Schwarzen und Frauen zusammen gesehen werden will. Der Generalstabschef hat NEIN gesagt und wurde gefeuert. Mitten in einem Krieg gegen den Iran.

1776060312337.png

und merz sieht sich das alles an und denkt: yes!
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
Mitglied seit
22.03.2004
Beiträge
7.289
Reaktionen
2.819
Fairerweise muss man sagen dass "Christentum so interpretieren, wie es einem selbst am besten passt" in den USA ca. 400 Jahre Tradition hat. :deliver:
 

Scorn4

Servitor
Mitglied seit
13.02.2003
Beiträge
6.144
Reaktionen
1.010
Ort
Münster
Zuletzt bearbeitet:

Gustavo

Doppelspitze 2019
Mitglied seit
22.03.2004
Beiträge
7.289
Reaktionen
2.819
Das erinnert mich daran, dass ich vorgestern bei Lanz gesehen habe, wie die ehemalige Amerika-Korrespondentin vom Handelsblatt bei Lanz war. Die Frau hat gerade zusammen mit einer anderen Amerika-Korrespondentin ein Buch über US-Politik geschrieben, ist deshalb jetzt wieder in Deutschland und wird von Talkshow zu Talkshow durchgereicht, wobei ihre Hauptthese zu sein schien dass hinter Trumps Wahnsinn ja eigentlich doch System stecken würde. Bei Lanz hat sie dann eingestanden, dass sie sich das aktuelle Handeln Trumps dann allerdings doch nicht mehr so richtig erklären könne. Wir leben echt in der dümmsten Timeline.

Hier noch ein Kolumnist (diesmal beim Spiegel), der auch immer auffallend wohlwollend (für deutsche Verhältnisse) über Trump berichtet hat, dem jetzt auffällt dass Trump wohl gerade just in diesen Tagen durchgeknallt sein muss: https://www.spiegel.de/ausland/dona...olumne-a-44218447-359c-4442-89c5-e566a1f6a959

Man müsste die gesammelten US-Korrespondenten der deutschen Medien mal im Clockwork Orange-Stil in so einen Stuhl setzen und sie zwingen, die Simpsons-Folge von Anfang bis Ende zu schauen, in der Homer für die Gewerkschaft über den dental plan verhandelt.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
Mitglied seit
22.03.2004
Beiträge
7.289
Reaktionen
2.819
In Virginia wurde gestern abgestimmt, ob die Demokraten dort ihren Gerrymander durchsetzen dürfen, der den Staat wohl bei der nächsten Wahl von 6-5 für die Demokraten in 10-1 für die Demokraten (Sitze im Unterhaus) dreht. Knappes Ergebnis (wie es in einem politisch ziemlich kompetitiven Staat wie Virginia zu erwarten war), aber der Vorschlag der Demokraten hat sich mit 51-49 durchgesetzt.

So weit, so gut. Wenn ich allerdings in meinen X-Feed schaue sehe ich tatsächlich hauptsächlich Republikaner, die sich beklagen, wie ungerecht und heuchlerisch die Demokraten sind. Was dort völlig unerwähnt gelassen wird ist die Tatsache, dass die Republikaner überhaupt erst damit angefangen haben, mitten in der Dekade die Wahlkreise neu zuzuschneiden und dass sie bisher (ohne Virginia) dadurch bei gleichem Ergebnis wie bei der Wahl 2024 alleine 3-4 Sitze dazugewonnen hätten. Was ihnen nicht passt ist nicht, dass das generell unfair ist, sondern dass die Demokraten sich mit den gleichen Mitteln wehren. Mir ist ehrlich gesagt ziemlich unklar, wie man mit so einem politischen Gegner umgehen kann.
 

Shihatsu

Administrator
Mitglied seit
26.09.2001
Beiträge
50.028
Reaktionen
10.405
Aber es ist ja auch nichts neues für Populisten. Bekannt von AfD, dem komischen Typen aus argentinien, Reps, etc pp - gerne auch in Tateinheit mit dem Opfersyndrom.
 
Mitglied seit
09.02.2021
Beiträge
3.324
Reaktionen
3.087

Gustavo

Doppelspitze 2019
Mitglied seit
22.03.2004
Beiträge
7.289
Reaktionen
2.819
Aber es ist ja auch nichts neues für Populisten. Bekannt von AfD, dem komischen Typen aus argentinien, Reps, etc pp - gerne auch in Tateinheit mit dem Opfersyndrom.

Das stimmt, ich finde es aber trotzdem beunruhigend. Erstens, weil es da immer noch ein Spektrum gibt: Die Republikanische Partei ist durchgeknallt seit ich Denken kann, aber vor 20 Jahren hätte ich mir noch nicht vorstellen können, dass Leute mehr oder weniger offen sagen dass es unterschiedliche Regeln geben muss, einen Satz für uns und einen für den einzigen anderen Konkurrenten. Damals hat man zumindest versucht plausible Lügen zu erzählen, warum man im Kern unfaire Mittel anwendet, heute sehe ich ehrlich gesagt nicht mehr den Versuch das irgendwie rational zu begründen. Das Einzige, was ich heute noch lese, ist "wenn wir es nicht mit ihnen machen werden sie es mit uns machen".
Und zweitens weil die ganzen anderen Populisten einfach extern besser eingehegt sind als Trump: Ein Orban hätte sicher nicht beim Staatsumbau dort aufgehört, wo Ungarn 2026 stand, wenn er absolut freie Bahn gehabt hätte. Weil ihm aber die EU dann doch Mittel und Wege hatte, Orban zu sanktionieren wenn er zu sehr überdreht, gab es dort Grenzen. In Argentinien wird der IWF zwangsläufig einen großen Einfluss behalten, solange Argentinien so exorbitant verschuldet ist und sich kaum irgendwo sonst noch Geld leihen kann (zumindest ohne horrende Zinsen). Ein externes Korrektiv gibt es gegenüber den USA einfach nicht, wir müssen uns aktuell alle darauf verlassen dass die Gesellschaft genug Kräfte zur Selbstregulation hat.

Und was uns allen richtig Sorgen machen sollte sind die Zweitrundeneffekte: Okay, sagen wir (was ich glaube) dass Trumps Versuche in Schimpf und Schande enden und die Republikanische Partei vom Hof gejagt wird (so weit das Wahlsystem der USA überhaupt machbar ist). Werden die Demokraten überhaupt die Kraft aufbringen, danach das politische System wieder in Ordnung zu bringen? Irgendwelche nennenswerten Reformen erreichen, die sie attraktiv genug machen dass die Republikaner nicht vier Jahre später wieder als gangbare Alternative erscheinen? Ich bin leider ehrlich gesagt skeptisch. Und leider war in den letzten 30+ Jahren der Trend immer, dass die Republikaner jedes Mal, nachdem sie eine Wahl verloren hatten, statt sich in die Mitte zu bewegen weiter ins rechtpopulistische, stellenweie verschwörungstheoretische Gebiet begeben haben. Kann gut sein dass jede Reparatur hin zu einem halbwegs fairen System für die nächste republikanische Administration wie ein Staatsstreich aussieht.
 
Mitglied seit
12.07.2003
Beiträge
1.776
Reaktionen
67
Mal ne ernstgemeinte Frage @Gustavo :
Ich meine mich zu erinnern, dass du noch vor einigen Monaten in deinen Posts davon gesprochen hast, dass Trump gar nicht so viel kaputt machen könne, dass es in den USA immer noch genügend Institutionen gibt, die Trump Paroli bieten etc.
Kurzum: ich hatte es so aufgefasst, als dass deiner Meinung nach Trump die USA nicht dauerhaft nach seinem Willen umformen könne.

Deine letzten Posts klingen jetzt doch deutlich pessimistischer in Bezug auf die Kräfteverhältnisse innerhalb der USA.

Was hat in den letzten Monaten deine Meinung geändert? Oder interpretiere ich das falsch?

(Ich frage aus Neugier, da ich demnächst vorübergehend in die USA ziehen werde.)
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
Mitglied seit
22.03.2004
Beiträge
7.289
Reaktionen
2.819
Mal ne ernstgemeinte Frage @Gustavo :
Ich meine mich zu erinnern, dass du noch vor einigen Monaten in deinen Posts davon gesprochen hast, dass Trump gar nicht so viel kaputt machen könne, dass es in den USA immer noch genügend Institutionen gibt, die Trump Paroli bieten etc.
Kurzum: ich hatte es so aufgefasst, als dass deiner Meinung nach Trump die USA nicht dauerhaft nach seinem Willen umformen könne.

Deine letzten Posts klingen jetzt doch deutlich pessimistischer in Bezug auf die Kräfteverhältnisse innerhalb der USA.

Was hat in den letzten Monaten deine Meinung geändert? Oder interpretiere ich das falsch?


Nee, da hat sich nichts geändert. Ich bin eher noch optimistischer geworden, was die kurze Frist angeht, weil Trumps Politik tatsächlich noch katastrophaler ist als man erwarten würde; alleine dass er ohne erkennbaren Grund direkt zwei der drei zentralen Wahlversprechen ("keine dummen Kriege" und "Lebenshaltungskosten runter") pulverisiert ist frappierend dämlich.

Aber: Letztendlich ist Trump für mich eher ein Symptom des Durchdrehens der republikanischen Partei. Dieser Abstieg hat nicht mit Trump begonnen, auch wenn Trump natürlich eine krasse Artikulation ist und mittlerweile die ganze Welt wegen ihm auf die US-Politik schaut wie andere Leute auf den Super Bowl (oder wahrscheinlich eher Wrestlemania) und er muss nicht mit Trump enden. Meine große Sorge bzgl. der US-Politik ist nicht unbedingt Trump, sondern dass Trump eben nicht der absolute Tiefpunkt der republikanischen Partei ist, sondern nur ein (zugegebenermaßen etwas bizarrer) Wegmarker hin auf dem Weg zu einer Partei, die überhaupt keine demokratischen Grundprinzipien mehr anerkennt.

Seit ich die Partei beobachte sehe ich, dass sie sich von Jahr zu Jahr weiter wegbewegt von halbwegs vernünftiger Politik. Die populistische Bauernfängerei, den die letzte Generation genutzt hat, um damit ihre eigenen politischen Ziele durchzusetzen, wurden mit der Zeit immer das, was die nächste Generation an Politikern und Parteifunktionären tatsächlich glaubt. Angefangen bei Goldwater (der gescheitert ist) über Reagan (der das conservative movement in der Bundespolitik verankert hat), Newt Gingrichs Politik im Kongress, die Tea Party bis jetzt zu Trump. Ich habe natürlich keine Glaskugel und kein Trend hält ewig; vielleicht ist Trump wirklich der Tiefpunkt oder die Republikanische Partei ist gerade dabei tatsächlich ihr Image so sehr zu ruinieren, dass sie ohne wieder zumindest etwas in die Mitte zu rücken nicht mehr konkurrenzfähig ist auf Bundesebene. Aber wenn das nicht der Fall ist steht da eine Generation in den Startlöchern, die in den letzten 10 Jahren mit Trump politisiert wurde, die gefährlich nahe dran ist, demokratische Spielregeln gar nicht mehr zu akzeptieren und die in einer kompletten Fantasiewelt lebt. Wenn es in derselben Geschwindigkeit bergab geht dann sind vielleicht in nicht SO ferner Zukunft tatsächlich nicht mehr genug Menschen in der republikanischen Partei bereit, eine Wahlniederlage noch zu akzeptieren. Und dass die Amerikaner das bereits absehen können, bevor sie solche Leute in Regierungsverantwortung wählen, sehe ich überhaupt nicht.
 

Scorn4

Servitor
Mitglied seit
13.02.2003
Beiträge
6.144
Reaktionen
1.010
Ort
Münster
Tucker hat Trump schon damals gehasst, für dum, falsch und böse befunden
Das jetzt ist bloß Opportunismus
 
Mitglied seit
02.06.2004
Beiträge
4.224
Reaktionen
245
Man munkelt, Tucker will Peter Thiels persönlichen Androiden JD Vance als Präsidenten.
 

Shihatsu

Administrator
Mitglied seit
26.09.2001
Beiträge
50.028
Reaktionen
10.405
Huom, ja, schon.
Aber zwischen Tucker und MTG ist halt noch nen Unterschied - er übernimmt (wenigstens in Worten) Verantwortung.
Aber ja, niedriges Niveau...
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
Mitglied seit
22.03.2004
Beiträge
7.289
Reaktionen
2.819
Man munkelt, Tucker will Peter Thiels persönlichen Androiden JD Vance als Präsidenten.

Voraussagen und Zukunft und so, aber wenn die Republikaner so weitermachen wie bisher bin ich nicht sicher ob es überhaupt einen Unterschied macht, wen sie bei der Präsidentschaftswahl aufstellen.

Ironischerweise hat Trump in der ersten Amtszeit von einer ziemlich guten wirtschaftlichen Lage profitiert, zu der er selbst wenig beigetragen hat. In der zweiten Amtszeit hält sich die amerikanische Volkswirtschaft trotz seiner extrem unsinnigen Wirtschaftspolitik objektiv vergleichsweise gut, aber die Wähler sehen die Lage als dramatisch schlechter, als sie tatsächlich heute ist. So richtig weiß afaik aktuell niemand, warum.
 
Oben