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Ich berate ausschließlich zur Unternehmens- und Vermögensnachfolge. Ich berate Unternehmer und vermögende Privatpersonen bei allen Aspekten der Nachfolge und in Vermögensangelegenheiten. D.h. Schwerpunkte liegen im Gesellschaftsrecht / Erbrecht / Steuerrecht.

:)
Gut zu wissen. Meine Eltern haben Schotter, die Eltern meiner Frau haben Schotter. Und die sind alle schon in den 70ern. ;)

Ab wieviel "Vermögen" ist man denn als Kunde für euch interessant? Paar Hunderttausend? Millionenbereich? Oder nur richtig dicke Fische mit mindestens zwei bis dreistelligem Mio. Bereich? Nur so rein zur Info, wünsche meinen Eltern/Schwiegereltern natürlich nur das Beste und mögen sie 120 Jahre alt werden!
 

TheGreatEisen

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Es gibt keine feste Grenze. Das Beratungsspektrum passt sich schlicht den Gegebenheiten an.

Bei Familiendynastien im Mrd. - Bereich bis 100 Mio. ist der Aufwand einfach gigantisch. Allein den Status quo zu erfassen, Genogramme zu erstellen, die Vermögensstruktur zu ermitteln und die erbrechtlichen Simulationen (ich simuliere den Tod eines jeden Familienmitgliedes und berechne die Liquiditätsabflüsse (sei es durch Pflichtteilsansprüche oder durch Erbschaftsteuer) durchzuspielen, kann gut und gerne einige zehntausend Euro Honorar kosten. Und da ist noch nichts strukturiert. Die eigentliche Arbeit geht erst danach los. Diese liegt regelmäßig in Anpassung der gesellschaftsrechtlichen Strukturen, d.h. Optimierung der Gesellschaftsverträge, Durchführung von Güterstandsschaukeln, Erbverträge mit Pflichtteilsverzichten usw. Das sind Mandante, die über Jahre laufen und die ein Anwalt oftmals gar nicht sauber steuern kann.

Bei mittleren Vermögen (so 5 - 50 Mio.) wird dasselbe Programm gefahren, aber in abgespecktem Umfang. Da gibt es oft "nur" 2-3 Gesellschaften (und nicht verschachtelte Konzerne), die man im Auge behalten muss.

Ein paar Hunderttausend heißt ja normalerweise, dass das Vermögen sich rein auf Privatvermögen beschränkt (Immobilien, Barvermögen usw.). Das ist weniger komplex, hier geht es eher um Optimierung von Freibeträgen, Strukturierung des Vermögens und Gestaltung eines tragfähigen Testaments/Erbvertrags. Das mache ich auch hin und wieder, ich setze auch gerne Pflichtteilsansprüche durch (einfach, um auch hin und wieder das Gericht von innen zu sehen).
 
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Hochinteressant deine Einblicke.

Wie sind die mittleren Vermögen (5-50 Mio) denn in der Regel verteilt? Stark privat diversifiziert + 1-2 Gesellschaften oder aber setzt die ein oder andere Familie auf komplett ein Pferd?
 

TheGreatEisen

SC2-Turniersieger 2019
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Das hängt von der Architektur des Familienunternehmens ab.

Nehmen wir das "Wiesbadener Modell", das früher sehr beliebt war. Strikte Trennung zwischen Privat- und Betriebsvermögen. D.h. ein Ehepartner hatte 100 % der Gesellschaftsanteile des Betriebsunternehmens. Die Gesellschaft war rein operativ tätig, d.h. bei Handelsunternehmen vollgestopft mit Umlaufvermögen. Das Anlagevermögen, d.h. sämtliche betriebliche Immobilien, war dagegen 100 % Privateigentum des anderen Ehepartners, der diese Immobilien an die GmbH vermietete und mit idR völlig überhöhten Miet-/Pachtzinsen die Liquidität absaugte, so dass in der GmbH kaum ausschüttbare Gewinne entstanden. Vorteil ist hier, dass der wertvolle Grundbesitz nicht zur Haftungsmasse zählt und nach Ablauf der Spekulationsfrist kein Veräußerungsgewinn versteuert werden muss. Nachteil ist, dass der Ehepartner mit den Immobilien extrem hohe Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt, die voll der Einkommensteuer unterworfen werden. Steuerlich betrachtet oftmals eine Katastrophe. Einer meiner Mandanten ist genau dieses Modell gefahren und hat sich so ein Vermögen von 15 Mio. aufgebaut. Um die Einkommensteuer zu drücken, hat er immer wieder umgeschichtet und investiert. Sein Vermögen besteht aus Grundstücken, darunter 2 Immobilien, die an Supermarktketten verpachtet sind. 2 Mio. in der Schweiz, die inzwischen "nacherklärt" wurden und weiß gewaschen sind. 2 Mio. Barvermögen. Hintergrund für das in der Schweiz angehäufte Vermögen von Unternehmern ist die Regierungsverantwortung der SPD in den 70er Jahren. Im Süden dachten einige, dass die Russen kommen und jeder Unternehmer bis zum Metzgermeister begann, Geld in die Schweiz zu schaffen. Der Sohn führt das Unternehmen weiter, ist aber im Wege der Erbfolge auf die Betriebsgrundstücke (6 Mio.) angewiesen.

Andere Familie, andere Konstruktion. Fast das gesamte Vermögen (ca. 25 Mio.) steckt hier in der GmbH. Weil man ungern Steuern zahlt, wurden die Gewinne in den letzten Jahren immer nur thesauriert. Privatvermögen wurde kaum aufgebaut, die GmbH ist vollgepumpt mit Rücklagen und Gewinnvorträgen. Jetzt kommt die Erbschaftsteuer, die zwar Betriebsvermögen verschont, aber keine Gnade mit Unternehmen hat, die mit Finanzmitteln zugeschissen sind. D.h. jetzt muss man Wege finden, die Kohle möglichst steuerschonend raus zu bekommen.

Dritter Fall, reiche Adlige, Immobilienvermögen ca. 50 Mio. (alles 1a vermietete Immobilien, das "Traumerbe") Traut ihren 4 Kindern nicht. Die geben doch eh alles gleich aus. Wir schmieden einen eisernen Ring um ihr Vermögen. Dazu gründet man eine Stiftung & Co. KG, die Stiftung hat keine Gesellschafter und lebt ewig, in die Satzung wird in Stein gemeißelt, was die Adlige sich alles so vorstellt. In die KG kommen die Immobilien, dann verschenkt / vererbt sie je 1/4 an den KG-Anteilen auf ihre Kinder. Die können keinen Pflichtteil ziehen, weil sie ihren gesetzlichen Erbteil erhalten, sind also an die Scheiße gebunden, die wir ihnen vorsetzen. Über die Stiftung werden Ausschüttungen geregelt. Verkauft werden kann die KG-Beteiligung erst nach 30 Jahren. "Ewig" ist also immer relativ.

Nur mal 3 Fälle aus der Praxis :)
 
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Das klingt ja echt spannend, danke für die Einblicke.
Gibt es auch ein "optimales" oder "bestes" Modell? Welches würdest du empfehlen? Ziel ist es möglichst viel zu behalten, privat wie gewerblich.
Berätst du auch in Sachen M&A? Betreust du auch Unternehmensveräußerungen?
 

TheGreatEisen

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In ideales Modell gibt es nicht, alles ist letzten Endes maßgeschneidert. Trends gibt es schon, z.B. sind Stiftungslösungen aktuell schwer im kommen, viele glauben, die Stiftung sei ein Steuersparmodell (was sie idR nicht ist).

Große Vermögen verpackt man aber gerne in vermögensverwaltende Personengesellschaften, das bietet zahlreiche Vorteile.

M&A berate ich nicht, auch keine share- oder asset deals, dafür gibt es Spezialisten.
 
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