• Liebe User mit web.de oder gmx.de E-Mail-Adressen: Bitte ändert eure Adressen, da wir nicht garantieren können das E-Mails vom Forum an euch ankommen. Genaueres dazu im Feedbackforum
  • Der Umzug ist erledigt, ihr könnt das Forum wie gewohnt nutzen.
    Eure Admins+Techniker

Internet Standards und Interoperabilität

Mitglied seit
02.09.2002
Beiträge
3.089
Reaktionen
3
Natürlich ist Kapitalismus geil, ohne hättest du weder Computer noch Internet.
Das Problem ist hier, dass das Internet ziemlich schlecht darin ist einen funktionierenden Markt zu bilden und anders als zB der Markt für frisches Gemüse fast immer Richtung Monopol strebt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benrath

Community-Forum
Mitglied seit
19.05.2003
Beiträge
17.452
Reaktionen
58
Naja wäre das nicht im Prinzip regulierbar, wenn man für mehr Standards oder Interoperabilität sorgen würde?
Man fühlt sich fast gezwungen Whats App zu nutzen, weil es einfach bereits alle nutzen.
Wieso kann man nicht dafür Sorgen das Whats App interoperable mit Threma oder anderen Messengern sein kann.
An der reinen Technik kann das wohl nicht scheitern?

Ich kann mich damals noch erinnern, dass es Chat clients gab in dem man gleichzeitig ICQ, AOL, und was weiß ich was es damals gab nutzen konnte.
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.044
Reaktionen
209
Das Problem ist hier, dass das Internet ziemlich schlecht darin ist einen funktionierenden Markt zu bilden und anders als zB der Markt für frisches Gemüse fast immer Richtung Monopol strebt.

Ja und auch das ist nichts Neues, es gab schon lange vor dem Internet Winner Takes it All Märkte und die müssen nicht zwingend schlecht für das Gemeinwohl sein. Auch Wettbewerb UM den Markt statt IM Markt kann funktionierender Wettbewerb sein.
 
Mitglied seit
02.09.2002
Beiträge
3.089
Reaktionen
3
Naja wäre das nicht im Prinzip regulierbar, wenn man für mehr Standards oder Interoperabilität sorgen würde?
Ja.

Man fühlt sich fast gezwungen Whats App zu nutzen, weil es einfach bereits alle nutzen.
Wieso kann man nicht dafür Sorgen das Whats App interoperable mit Threma oder anderen Messengern sein kann.
An der reinen Technik kann das wohl nicht scheitern?

Ich kann mich damals noch erinnern, dass es Chat clients gab in dem man gleichzeitig ICQ, AOL, und was weiß ich was es damals gab nutzen konnte.
Es ist noch zynischer: WhatsApp nutzt im Hintergrund XMPP, einen offenen Instant-Messenger-standard, den es seit Jahrzehnten gibt. (Evtl sagt dir "Jabber" was?) Dafür gibt es drölfzig Clients die du alle benutzen könntest - wenn WhatsApp das wollte. Wollen sie natürlich nicht.
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.044
Reaktionen
209
Warum sollten sie auch? Es gibt keine Pflicht den Wettbewerb seiner Konkurrenten zu fördern - Ausnahme Essential Facility . Das müsste aber doch bisschen begründet werden, warum ein Messenger jetzt ne Essential Facility sein soll.
 
Mitglied seit
02.09.2002
Beiträge
3.089
Reaktionen
3
Ja und auch das ist nichts Neues, es gab schon lange vor dem Internet Winner Takes it All Märkte und die müssen nicht zwingend schlecht für das Gemeinwohl sein. Auch Wettbewerb UM den Markt statt IM Markt kann funktionierender Wettbewerb sein.
Alles richtig, nur aus "müssen nicht zwingend" folgt nicht, dass sie es nicht sind.
Ansonsten darfst du gerne am Beispiel WhatsApp den Nutzen für das Gemeinwohl veranschaulichen.

Edit:
Dazu kommt, dass sich auch der "Kampf UM den Markt" sehr in Grenzen hält.
Mobile Payment zB ist noch kein (großer?) Markt in D, könnte aber in absehbarer Zeit einer werden. Wollen wir wetten, dass Google und Apple mittels Android und iOS sich den Markt teilen werden oder siehst du das anders?
 
Zuletzt bearbeitet:

Benrath

Community-Forum
Mitglied seit
19.05.2003
Beiträge
17.452
Reaktionen
58
Richtig Jabber, den meinte ich.

Ich seh das hier auch nicht als essential facility sondern als klare Marktmacht bzw. als Hilfe für den Endkunden.
Es würde Whats App nichts kosten und der Kunde würde wieder eine echt Wahl erhalten.

Das würde tatsächlich für Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Clients sorgen und nicht nur der Wettbewerb wer die größte Community hat.
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.044
Reaktionen
209
Richtig Jabber, den meinte ich.

Ich seh das hier auch nicht als essential facility sondern als klare Marktmacht bzw. als Hilfe für den Endkunden.
Es würde Whats App nichts kosten und der Kunde würde wieder eine echt Wahl erhalten.

Das würde tatsächlich für Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Clients sorgen und nicht nur der Wettbewerb wer die größte Community hat.

Ja klar, das wäre sicher so. Aber es hat ja einen bestimmten Grund, dass eigentlich fast alle Wettbewerbsbehörden der Welt nicht Marktmacht an sich sanktionieren und eben auch marktmächtige Unternehmen nicht zwingen die Wettbewerber direkt zu unterstützen. Es ist eben auch ein wichtiges Incentive gerade für Techfirmen ihre Position auch nutzen zu können, bevor sie vom next big thing abgelöst werden.

Alles richtig, nur aus "müssen nicht zwingend" folgt nicht, dass sie es nicht sind.
Ansonsten darfst du gerne am Beispiel WhatsApp den Nutzen für das Gemeinwohl veranschaulichen.

Edit:
Dazu kommt, dass sich auch der "Kampf UM den Markt" sehr in Grenzen hält.
Mobile Payment zB ist noch kein (großer?) Markt in D, könnte aber in absehbarer Zeit einer werden. Wollen wir wetten, dass Google und Apple mittels Android und iOS sich den Markt teilen werden oder siehst du das anders?

Profitierst du nicht von WhatsApp? Kriegst du kein sehr gut funktionierendes Programm ohne monetäres Entgelt? Bist du dir sicher, dass du das auch bekommen würdest, wenn jedes Unternehmen, das eine solche App entwickelt fürchten muss seine Marktposition sofort zugunsten weniger fähiger Wettbewerber aufgeben/gefährden zu müssen, sobald sie eine marktbeherrschende Stellung erreichen?

Zum mobile Payment: Das kann sehr gut sein, aber warum ist das ein Problem? Da hast du doch zwei Wettbewerber auf Augenhöhe.
 

Benrath

Community-Forum
Mitglied seit
19.05.2003
Beiträge
17.452
Reaktionen
58
Ich glaub der teil der kreativen Schöpfung und Innovation hält sich bei what's app in Grenzen. Aktuell ist eher die Frage wie ein Konkurrenten sich da je am Tag etablieren möchte. Natürlich zahlt man nicht aktiv für what's app, aber die Bestrebungen waren da und sobald das los geht sähe ich schon eine Ausnutzung der Marktmacht. Selbst ohne Zahlung ist nicht wirklich transparent wie die Daten monetarisiert werden und mir fehlt als kleiner Endkunde die Möglichkeit das zu prüfen noch steht mir eine Möglichkeit offen eine alternative zu nutzen die ähnlich viele Nutzer erreicht, obwohl es technisch anscheinend ohne weiteres möglich ist.

Niemand verlangt dass what's app anderen beim programmieren der Anbietern hilft sondern einfach nur ihre App öffnet damit man Nachrichten schicken kann.

Wenn es hier um Email ginge würdest auch nicht sagen dass es OK ist dass der erste Markt beherrschende Anbieter entschieden hätte dass er keine Emails von andereb Providern akzeptiert
 

parats'

Tippspielmeister 2012, Tippspielmeister 2019
Mitglied seit
21.05.2003
Beiträge
15.745
Reaktionen
145
Ort
Hamburg
Alles richtig, nur aus "müssen nicht zwingend" folgt nicht, dass sie es nicht sind.
Ansonsten darfst du gerne am Beispiel WhatsApp den Nutzen für das Gemeinwohl veranschaulichen.

Edit:
Dazu kommt, dass sich auch der "Kampf UM den Markt" sehr in Grenzen hält.
Mobile Payment zB ist noch kein (großer?) Markt in D, könnte aber in absehbarer Zeit einer werden. Wollen wir wetten, dass Google und Apple mittels Android und iOS sich den Markt teilen werden oder siehst du das anders?

Wobei Apple und Google nur einen Teil der Wertschöpfungskette abbilden können. Du brauchst noch mindestens zwei bzw drei weitere Firmen im mobilen Bezahlprozess und da sind offene Standards ideal, da ein schneller Wechsel der Anbieter möglich wird.
 
Mitglied seit
25.12.2005
Beiträge
3.261
Reaktionen
2
Profitierst du nicht von WhatsApp? Kriegst du kein sehr gut funktionierendes Programm ohne monetäres Entgelt? Bist du dir sicher, dass du das auch bekommen würdest, wenn jedes Unternehmen, das eine solche App entwickelt fürchten muss seine Marktposition sofort zugunsten weniger fähiger Wettbewerber aufgeben/gefährden zu müssen, sobald sie eine marktbeherrschende Stellung erreichen?

Ich würde sogar garantieren wollen, dass man genau das gleiche Angebot weiterhin bekommt.
Statt indirekter und/oder versteckter Werbung dann halt mit offensichtlicher Werbung. Die Idee, dass WhatsApp komplett marktbeherrschend sein muss kommt ja erst dadurch zustande, dass Facebook lächerlichst viel Geld dafür ausgegeben hat.
Angenommen Messenger wäre wirklich ein komplett offener Markt basierend auf einem kompatiblen Standard (alleine deshalb wird das schon nix, aber anderes Thema) hätte man halt die Wahl, ob man mit seinen Daten bezahlen, Werbung sehen oder für die App selber ein paar Kröten raushauen will.
 

Shihatsu

Administrator
Mitglied seit
26.09.2001
Beiträge
29.975
Reaktionen
1.228
Das sind ja völlig unkapitalistische, quasi anarchiste Gedanken die du da hast! Offene Standards. Schnittstellen zum zusammenarbeiten. Transparenz beim Geschäftsmodell. Hört sich nach völliger Utopie an.


*hust* Fediverse *hust*
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.044
Reaktionen
209
Ich würde sogar garantieren wollen, dass man genau das gleiche Angebot weiterhin bekommt.
Statt indirekter und/oder versteckter Werbung dann halt mit offensichtlicher Werbung. Die Idee, dass WhatsApp komplett marktbeherrschend sein muss kommt ja erst dadurch zustande, dass Facebook lächerlichst viel Geld dafür ausgegeben hat.
Angenommen Messenger wäre wirklich ein komplett offener Markt basierend auf einem kompatiblen Standard (alleine deshalb wird das schon nix, aber anderes Thema) hätte man halt die Wahl, ob man mit seinen Daten bezahlen, Werbung sehen oder für die App selber ein paar Kröten raushauen will.

Ja und wer soll den Standard entwickeln, von dem er aber bitte nicht profitieren können soll, sondern schön allen kostenlos zur Verfügung stellen?

Ich glaub der teil der kreativen Schöpfung und Innovation hält sich bei what's app in Grenzen. Aktuell ist eher die Frage wie ein Konkurrenten sich da je am Tag etablieren möchte. Natürlich zahlt man nicht aktiv für what's app, aber die Bestrebungen waren da und sobald das los geht sähe ich schon eine Ausnutzung der Marktmacht. Selbst ohne Zahlung ist nicht wirklich transparent wie die Daten monetarisiert werden und mir fehlt als kleiner Endkunde die Möglichkeit das zu prüfen noch steht mir eine Möglichkeit offen eine alternative zu nutzen die ähnlich viele Nutzer erreicht, obwohl es technisch anscheinend ohne weiteres möglich ist.

Niemand verlangt dass what's app anderen beim programmieren der Anbietern hilft sondern einfach nur ihre App öffnet damit man Nachrichten schicken kann.

Wenn es hier um Email ginge würdest auch nicht sagen dass es OK ist dass der erste Markt beherrschende Anbieter entschieden hätte dass er keine Emails von andereb Providern akzeptiert

Wie gesagt, zum einen ist es nunmal die freie Entscheidung des Herstellers wie genau er sein Produkt designed und wem er es öffnet oder nicht. Da können wir uns doch erstmal drauf einigen, oder?

Du sagst jetzt, dass wenn ein Produkt eine gewisse Marktbeherrschungsschwelle erreicht, dass man ihm ggf. Verhalten aufgeben kann und muss, die man einem nicht marktbeherrschenden Unternehmen nicht aufzwängen würde (Schnittstellenöffnung). Da gehe ich auch mit, das ist im Grunde auch seit jeher das Prinzip er kartellrechtlichen Missbrauchsaufsicht. Ein Marktbeherrscher trägt Verantwortung für den verbleibenden Restwettbewerb.

Aber es hat doch rein gar nichts mit "Ausnutzen von Marktmacht" zu tun, wenn man sein Geschäftsmodell monetarisiert. Die Transparenz hinsichtlich der Datenverwertung ist ebenfalls ein völlig anderes Feld, das ist eine Frage des Datenschutzes und nur am Rande des Wettbewerbs.

Der Knackpunkt ist: die Geschichte des Internets ist voll von vorübergehenden Monopolen, die dann plötzlich und unerwartet abgelöst wurden. Vor 20 Jahren hat jeder ICQ genutzt, dann war ICQ plötzlich weg. Myspace wurde von Studivz beerdigt und Studivz dann von Facebook. Es sind eben winner takes it all Märkte, die von Netzwerkeffekten getrieben sind. Niemand braucht 2 soziale Netzwerke, 2 Messenger usw. deshalb setzt sich eben eines irgendwann durch. Die Frage ist: wenn es bisher also ganz ok geklappt hat, warum sollte es in Zukunft nicht klappen und wir uns gezwungen sehen, noch mehr zu regulieren, wenn die Regulierungsdichte jetzt schon ein Problem ist?

Ich find WA im Übrigen gar nicht so alternativlos, ich hab auch Kontakte die kein WA nutzen, dann schreibt man eben ne iMsg oder SMS, die sind doch mittlerweile ebenfalls alle kostenlos. Ich wäre mir nicht mal Sicher, dass man den Markt für Messenger so eng abgrenzen muss, dass WA letztlich Marktbeherrscher ist. Ich würde Messenger als durchaus mit den o.g. Diensten substuierbar ansehen, sodass WA vermutlich nicht mal auf einen besonders hohen Marktanteil käme.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
17.10.2006
Beiträge
5.338
Reaktionen
29
Ort
Köln
Ja und wer soll den Standard entwickeln, von dem er aber bitte nicht profitieren können soll, sondern schön allen kostenlos zur Verfügung stellen?
Ja mei, jetzt stellst du dich aber dümmer an als du bist. Oftmals ist die Kapitalismuskritik hier echt übertrieben, aber du musst dann immer ins gegensätzliche extrem ausschwenken.

Zu der Frage: Standards, bzw. Schnittstellen, die öffentlich bedient werden sollen, können Open Source sein oder auch von der Gesellschaft bzw. vom Staat definiert. Es gibt z.B. für alle Geräte auf der Autobahn eine definierte Schnittstelle namens TLS; jeder, der Geschäfte in dem Bereich machen möchte, muss die Vorgaben erfüllen. Das heißt jede Firma, die da anbieten möchte, muss diese Schnittstelle für sich programmiert haben. Das zahlt auch jede Firma freiwillig aus eigener Tasche, damit sie anschließend Geld verdienen kann.

Genauso könntest du also in dem Bereich der Instant Messenger eine Schnittstelle vorgeben, die Monetarisierungmodelle sind dann trotzdem noch vorhanden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.044
Reaktionen
209
Ja mei, jetzt stellst du dich aber dümmer an als du bist. Oftmals ist die Kapitalismuskritik hier echt übertrieben, aber du musst dann immer ins gegensätzliche extrem ausschwenken.

Zu der Frage: Standards, bzw. Schnittstellen, die öffentlich bedient werden sollen, können Open Source sein oder auch von der Gesellschaft bzw. vom Staat definiert. Es gibt z.B. für alle Geräte auf der Autobahn eine definierte Schnittstelle namens TLS; jeder, der Geschäfte in dem Bereich machen möchte, muss die Vorgaben erfüllen. Das heißt jede Firma, die da anbieten möchte, muss diese Schnittstelle für sich programmiert haben. Das zahlt auch jede Firma freiwillig aus eigener Tasche, damit sie anschließend Geld verdienen kann.

Genauso könntest du also in dem Bereich der Instant Messenger eine Schnittstelle vorgeben, die Monetarisierungmodelle sind dann trotzdem noch vorhanden.

Na du hast das Problem doch im mittleren Absatz schon genannt. Monetarisierung bei entgeltlosen Modellen funktioniert über Scales, d.h. wenn du nicht einen sehr großen Teil des Marktes abdeckst, kannst du quasi nicht über Daten oder Werbung hinreichend monetarisieren. Auch ein Grund, warum diese Märkte zur Monopolbildung tendieren. Das ist eben auch der große Unterschied zu TLS und deshalb würde das auch niemand freiwillig zahlen.

Ich find auch gerade der Messengermarkt ist ein denkbar schlechtes Beispiel, weil es so dort so viele Alternativen gibt. Telegramm, Wechat, Viber usw. usf. Es ist echt nicht so, dass WA eine bspw. mit dem früheren Windows Fall oder auch nur mit Android vergleichbare Position hätte.

wearesocial.png


statistik-messenger-apps-top-by-country-en-stand-2019-09-1024x576.png


Das ist jetzt echt alles andere als ein weltweites Monopol auf irgendwas.

Wenn man eine Sache an dem ganzen Gerüst kritisch sehen muss, dann ist das mE die Fusion mit FB. Die hätte so nie freigegeben werden dürfen, was aber zumindest für Deutschland und die EU schlicht an einer Gesetzeslücke lag (das Fusionskontrollrecht orientiert sich bei den Aufgreifschwellen an den Umsätzen der beteiligten Unternehmen. Das Target WA hatte aber 0 Umsätze und ist damit unter die Kontrollschwellen gerutscht), die man erkannt hat und in Deutschland zumindest gestopft (haben wird, wenn das Parlament wieder normal arbeitet).
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
25.12.2005
Beiträge
3.261
Reaktionen
2
Natürlich wird niemand zugrundegehen weil er nicht mit allen Messengern alle anderen erreichen kann. Es geht einfach darum, dass die "natürliche Entwicklung" in eine sehr ungünstige Richtung für die Verbraucher geht und welche Möglichkeiten da Abhilfe schaffen würden.

Mobilfunk ist da ein schönes Beispiel, da gab es jahrelang schwachsinnige "x cent ins gleiche Netz und X*10000 Euro für alle anderen Netze" Tarife. Die Konzerne setzen sich bei den Standards jetzt aber seit Jahren zusammen, entwickeln die Technik weiter und dann wird die Nutzung verkauft.
Bei Messengern hat man nichtmal theoretisch die Möglichkeit, zu Sondertarifen nachrichten zu anderen Messengern zu schicken. Da könnte man durchaus auch einen offenen Standard wählen und dann die Entwicklung über "industrieinterne" Kooperationen laufen lassen.
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.044
Reaktionen
209
Bei Messengern hat man nichtmal theoretisch die Möglichkeit, zu Sondertarifen nachrichten zu anderen Messengern zu schicken. Da könnte man durchaus auch einen offenen Standard wählen und dann die Entwicklung über "industrieinterne" Kooperationen laufen lassen.

Wofür brauchst du denn die Möglichkeit, wenn du dir einfach kostenlos den anderen Messenger runterladen kannst und den eben auch nutzen, wenn es wichtig ist. Das ist ja der entscheidende Unterschied zu Mobilfunktarifen.
Mein Vater nutzt zB nur Telegramm, also habe ich für die Konversationen mit ihm Telegramm und für alle anderen WA. Das ist doch eine reine Bequemlichkeitsfrage und auch die ist sehr weit hergeholt, weil der "Aufwand" sich buchstäblich auf zwei mal Daumen bewegen beschränkt.
 
Mitglied seit
25.12.2005
Beiträge
3.261
Reaktionen
2
Da sind wir dann wieder beim leidigen Datenschutzthema.

Es ist einfach blöd, wenn man in irgendeiner Form mit dem "gewöhnlichen Deuschen" Kontakt haben will, nicht um die Whatsapp/Facebook Datensammlercombo herumkommt.
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.044
Reaktionen
209
Jo und dazu kann ich natürlich nur erwidern: wenn eine ausreichend große Nachfrage nach einer Messengerapp gegen Geldzahlung völlig ohne Datennutzung bestehen würde, dann wäre sie längst auf dem Markt. Diese Nachfrage gibt es aber schlicht nicht, bzw. ist sie nicht groß genug, damit sich die Entwicklung lohnt. Ihr müsst einfach mal einsehen, dass Datenschutz den Menschen praktisch nicht wichtig ist, jedenfalls nicht so wichtig, dass sie bereit wären dafür Geld zu zahlen, wenn sie stattdessen Sachen gratis für Daten bekommen können.
 

Benrath

Community-Forum
Mitglied seit
19.05.2003
Beiträge
17.452
Reaktionen
58
Jo und dazu kann ich natürlich nur erwidern: wenn eine ausreichend große Nachfrage nach einer Messengerapp gegen Geldzahlung völlig ohne Datennutzung bestehen würde, dann wäre sie längst auf dem Markt. Diese Nachfrage gibt es aber schlicht nicht, bzw. ist sie nicht groß genug, damit sich die Entwicklung lohnt. Ihr müsst einfach mal einsehen, dass Datenschutz den Menschen praktisch nicht wichtig ist, jedenfalls nicht so wichtig, dass sie bereit wären dafür Geld zu zahlen, wenn sie stattdessen Sachen gratis für Daten bekommen können.

Wie soll sich so eine App denn etablieren, wenn ich über diese App keinen Nutzer der anderen Messenger erreichen kann, weil die es blocken. Sie müssten doch nur die Schnittstelle offen legen, die in keiner weise Genius Programming ist. Du verteidigst gerade etwas, was bei allen anderen Kommunkationformen total hirnrissing wäre. SMS, Telefon etc. nur zwischen den Anbieter..

Deine Grafik ist die Krone. Die sieht nur bunt aus, weil du FB und WA trennst. Zwar sind das noch zwei unterschiedliche Apps, aber wahrscheinlich kommt da bald die Interoperabilität.
Die andere Graphik zu Nutzern ist nichtssagend.

An sich ist niemand in der Lage die Markstruktur im Messengerbereich zu bestimmen, weil wir gar nicht wissen wieviele Nachrichten da ausgetauscht werden.
 
Mitglied seit
25.12.2005
Beiträge
3.261
Reaktionen
2
Jo und dazu kann ich natürlich nur erwidern: wenn eine ausreichend große Nachfrage nach einer Messengerapp gegen Geldzahlung völlig ohne Datennutzung bestehen würde, dann wäre sie längst auf dem Markt. Diese Nachfrage gibt es aber schlicht nicht, bzw. ist sie nicht groß genug, damit sich die Entwicklung lohnt. Ihr müsst einfach mal einsehen, dass Datenschutz den Menschen praktisch nicht wichtig ist, jedenfalls nicht so wichtig, dass sie bereit wären dafür Geld zu zahlen, wenn sie stattdessen Sachen gratis für Daten bekommen können.

Völlig richtig, imho sollten politische Entscheidungen nicht nach dem basalen Pöbelwillen erfolgen (ohne das jetzt hier weiter diskutieren zu wollen).

Und darüber hinaus sind die ja auch überhaupt nicht davon betroffen, wenn ein solcher Standard geschaffen würde. Jeder kann weiterhin die Gratisapps nutzen.
 

Shihatsu

Administrator
Mitglied seit
26.09.2001
Beiträge
29.975
Reaktionen
1.228
Föderation ist King bei Kommunikation. Es gibt keinen Grund warum man die Anbieter nicht dazu zwigen können sollte. Dieser Markt reguliert sich nicht von alleinek, er braucht dabei Hilfe. Die Standards und Schnittstellen dafür gibt es schon längst, und sie werden auch gerne von den Leuten die sie erdacht haben geteilt. Die FOSSler sind nämlich so Gutmenschenmässig drauf: Wir entwickeln die Standards, nehmt sie und macht was ihr wollt, wir basteln dazu Umsonst-Apps. Die könnt ihr gerne auch als Blaupause weiterverwenden.
Ich glaube aber nicht das der Gesetzgeber hier einschreiten wird. Garnicht mal aus Kartellrechtlichen Gründen, sondern aus Geheimdienstlichen. Verschlüsselte föderierte Kommunikation ist für die Regierungen dieser Welt der schwarze Mann - nichts fürchten sie im Moment ähnlich stark im Bereich Kommunikation.
 
Mitglied seit
02.09.2002
Beiträge
3.089
Reaktionen
3
Heator, ich lese lange genug hier im Comm, ich weiss dass du nicht so blöd bist wie du dich hier zT stellst.

Es würde Whats App nichts kosten und der Kunde würde wieder eine echt Wahl erhalten.

Das würde tatsächlich für Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Clients sorgen und nicht nur der Wettbewerb wer die größte Community hat.
Naja, in gewisser Weise wird es sie alles kosten.
Nimm mal das Beispiel Twitter. Wenn du Twitter für andere öffnen wolltest, würde sich eine Föderierung anbieten. Föderierung ist das, was du zB von Emails kennst: Also ich@meinserver.de kann dir@deinserver.de eine Nachricht schicken, indem ich mit meinem Server, mein Server mit deinem Server und dein Server mit dir kommuniziert.
Nun, sowas gibts schon und heisst Mastodon (Anschauungsbeispiel). Du bist dann halt nicht mehr @Benrath, sondern @Benrath@deinserver.de, bzw. wenn du vorher bei Twitter warst @Benrath@twitter.com
Laut Wiki lag der Jahresgewinn von Twitter 2017 bei 732.000.000 US-Dollar.
Der Hauptentwickler von Mastodon (Project: Contributors) verdient pro Jahr 71.844 US-Dollar.
Gut, für 330 Mio Nutzer müsste man wahrscheinlich etwas mehr Geld für Server ausgeben als Mastodon das aktuell tut. Trotzdem kann man dadurch abschätzen welchen Anteil die Technik am Wert manchen dieser Internetgiganten hat.
 
Mitglied seit
21.08.2010
Beiträge
6.077
Reaktionen
27
@themer: Man bräuchte halt die Vorgabe, dass ab einer bestimmten Schwelle der Verbreitung eine offene Schnittstelle angeboten werden muss, ähnlich PSD2. Dann könnte der Wettbewerb um die besten clients und die beste Infrastruktur stattfinden. Die Protokolle die genutzt wurden waren schon seit bw.de-Gedenken prinzipiell offene Protokolle die dann von Konzernen leicht verändert und als geschlossenes Ökosystem verkauft wurden.
Föderation ist zwar technisch die geilste Lösung, aber gleichzeitig diejenige mit der man kein Geld verdient, bzw. nur schwer. Das funktioniert schlecht mit Menschen im Allgemeinen. Die möchten nämlich gerne beschissen und betrogen werden wenn sie dafür was "gratis" und als "it just works" bekommen.
 
Mitglied seit
07.04.2003
Beiträge
21.044
Reaktionen
209
Warum auch sollte Apple eigene Technologien für Konkurrenten freigeben, wenn ihnen das keine Vorteile bringt? Ist Apple seit Neuestem ein Wohltätigkeitsverein? Nur mal so: Apple ist der underdog, sie haben nicht mal eine marktbeherrschende Stellung und einen Marktanteil von so etwa 27%. Android hingegen liegt bei stabil über 70%. Und jetzt soll der kleine Wettbewerber mit seiner eigenen Technik auch noch helfen den Marktbeherrscher Google noch attraktiver für Kunden zu machen? HÄ?
 

Benrath

Community-Forum
Mitglied seit
19.05.2003
Beiträge
17.452
Reaktionen
58
Gott wie ne alte Platte, die hängen geblieben ist. Hatte die Seite des Threads gerade nochmal gelesen und glaub du hättest einfach einen alten Post quoten können. Niemand will Apple zwingen etwas aktiv zu tun, sondern einfach nur darzulegen, wie man das System erreichen kann wie sonst auch bei Telefon und Email...

Wie soll sich so eine App denn etablieren, wenn ich über diese App keinen Nutzer der anderen Messenger erreichen kann, weil die es blocken. Sie müssten doch nur die Schnittstelle offen legen, die in keiner weise Genius Programming ist. Du verteidigst gerade etwas, was bei allen anderen Kommunkationformen total hirnrissing wäre. SMS, Telefon etc. nur zwischen den Anbieter..

auch hier von Technologie zu reden. Es geht um Textnachrichten, Anrufe und Videocalls. Das sind keine besonderen Technologien und es gibt wahrscheinlich drölf Standards.

Apple baut einfach nur sinnlose technische Barrieren auf, um sich abzuschotten. Das ist behindert egal, ob die marktbeherrschend sind oder nicht.
 

Shihatsu

Administrator
Mitglied seit
26.09.2001
Beiträge
29.975
Reaktionen
1.228
Och doch, mein Anspruch wäre schon das man sie dazu zwingt. Kommunikationsstandards einhalten oder keine Freigabe von der Regulierungsbehörde. Ziemlich einfache Geschichte.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
Mitglied seit
22.03.2004
Beiträge
2.430
Reaktionen
84
Warum auch sollte Apple eigene Technologien für Konkurrenten freigeben, wenn ihnen das keine Vorteile bringt? Ist Apple seit Neuestem ein Wohltätigkeitsverein? Nur mal so: Apple ist der underdog, sie haben nicht mal eine marktbeherrschende Stellung und einen Marktanteil von so etwa 27%. Android hingegen liegt bei stabil über 70%. Und jetzt soll der kleine Wettbewerber mit seiner eigenen Technik auch noch helfen den Marktbeherrscher Google noch attraktiver für Kunden zu machen? HÄ?

Normalerweise lese ich ja deine Gedanken zu Markt und Staat schon ganz gerne, aber das ist dann wieder so ein Ding, wo ich dich überhaupt nicht verstehe: Der freie Markt funktioniert imho ziemlich offensichtlich besser, wenn Apple seine Platform kompatibel für andere machen muss. Man erlaubt Apple, die Wahl des Verbrauchers künstlich einzuschränken, indem sie ihre Marktmacht nutzen, um ihre Platform attraktiver zu machen. Apple benutzt so einen großen Haufen Infrastruktur und R&D der Nationalstaaten, dass ich Null verstehe, warum die das zulassen sollten (zumal auf dem US-Markt die Marktanteile anders verteilt sind, da führt Apple sogar leicht 55/45). Wenn die Leute bei Apple mehr Telefone verkaufen wollen, müssen sie halt ein besseres Produkt als die Konkurrent zu einem attraktiveren Preis anbieten. Wenn es sich jetzt hier um etwas handelt, was Apple komplett selbstständig entwickelt hätte, wäre das eine Sache, aber es geht im wahrsten Sinne um einfachste Text-Kommunikation, die in verdammt ähnlicher Form seit 50 Jahren möglich ist. Hättest du Mobilfunk-Anbietern erlaubt, nur in das eigene Netzt telefonieren zu lassen, hätten wir heute immer noch exakt einen Anbieter und Null Wettbewerb.
 
Oben