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#ichbinhannah Jobsituation an der Uni

GeckoVOD

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Habe übrigens auch das Gejaule über Bachelor/Master nie so ganz nachvollziehen können.

Der Grundgedanke ein einheitliches und qualitätsgesichertes Modell zu haben ist ja nicht verkehrt. Mittlerweile scheint es auch gut zu klappen. Allerdings war die Einführung teilweise wirklich bitter, insbesondere in Bayern: Der Schrott kam fast zeitgleich mit der Gymnasienreform. Hat zu großem Chaos und Unmut geführt. Noch dazu hat keiner im außeruniversitären Bereich kapiert, was dieser Bachelor auf einmal ist.

Was mich zudem stört, ist wieder der Fokus auf den schnellen Arbeitsmarkteintritt. Ich weiß nicht was man sich erwartet hat, aber wirklich qualifzierte Bachelor mit der Biographie Schule -> Uni -> Markt findest du kaum. Die verlieren gegen jeden halbwegs passablen Fachwirt/Techniker/Meister sehr deutlich, da diese betriebliches Know-How haben. Tatsächlich stechen auch schon 0815-Fachkräfte durch Erfahrung diesen Personenkreis. Es ist wie eine Ausbildung mit Extraschritten, weniger Geld und mehr Konkurrenz der Absolventen.
Ich weiß nicht was da erwartet wurde. Die Kammern, in deren unendlichen Weisheit, haben jetzt nachgelegt und betiteln die Aufstiegsweiterbildungen mit BA-Zertifikaten als Marketinggag, obwohl allen Beteiligten klar sein müsste, dass das keine ordentliche Uni-Ausbildung ist. Die Grundlage dafür bildet der erfundene DQR. Ergo wird der Wahn geschürt, man wäre nur was wert, wenn man Akademiker ist.
Unterm Strich fühlt sich diese Reform primär nach etwas an, das man halt 'der Wirtschaft' verkaufen wollte, statt tatsächlich höhere Bildung als Grundlage für Innovation zu schaffen. Universitäre Bildung sollte nicht rein auf die Bedarfe der Wirtschaft geplant werden, dafür gibt's doch die Erwachsenenbildung der Kammern.
 
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Na ja, du hast jetzt einfach den ersten Teil des Satzes weggelassen, der dazu ja was gesagt hat: Ich halte das für Leute, die später nicht wissenschaftlich tätig werden wollen, für begrenzt sinnvoll. Ist sicher nicht identisch von Fach zu Fach, aber ich sehe einfach wenig Grund, Leuten eine Urkunde auszustellen, die im wesentlichen nur "kann selbstständig forschen" aussagt, die dann quasi mit Erhalt der Urkunde vollständig aufhören das zu machen.

Ich habe den ersten Teil des Satzes weggelassen weil meine Aussage völlig unabhängig davon ist ob man danach wissenschaftlich tätig werden will oder nicht. Der Doktorand lernt das trotzdem auch wenn er danach in die Wirtschaft oder sonst wohin geht. Das ist ein Vorteil für den Doktorand wie ich jetzt schon mehrfach gesagt habe.
Dass du jetzt eine Promotion auf eine Urkunde "kann selbstständig forschen" reduziert ist einfach ungültig. Eine Promotion ist weit mehr als nur eine Urkunde am Ende. Genau wie ein Studium wesentlich mehr als nur eine Urkunde am Ende ist.

Wie auch schon mehrfach gesagt gehe ich natürlich von einer sinnvollen Promotion aus, nicht irgendeinen bullshit der völlig unwichtig und nicht an abgeschrieben unterscheidbar ist.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Ich habe den ersten Teil des Satzes weggelassen weil meine Aussage völlig unabhängig davon ist ob man danach wissenschaftlich tätig werden will oder nicht. Der Doktorand lernt das trotzdem auch wenn er danach in die Wirtschaft oder sonst wohin geht. Das ist ein Vorteil für den Doktorand wie ich jetzt schon mehrfach gesagt habe.

Ich verstehe schon, dass du das so siehst. Ich sehe den Vorteil aber wenn überhaupt beim Doktoranden, weniger bei der Gesellschaft die diese Stelle finanziert, deshalb würde ich ihn nicht durch zusätzliche Stellen fördern.

Dass du jetzt eine Promotion auf eine Urkunde "kann selbstständig forschen" reduziert ist einfach ungültig. Eine Promotion ist weit mehr als nur eine Urkunde am Ende. Genau wie ein Studium wesentlich mehr als nur eine Urkunde am Ende ist.

Wie auch schon mehrfach gesagt gehe ich natürlich von einer sinnvollen Promotion aus, nicht irgendeinen bullshit der völlig unwichtig und nicht an abgeschrieben unterscheidbar ist.

Ich behaupte nicht, dass es nur eine Urkunde ist. Geht auch aus meinen vorherigen Posts deutlich hervor. Forschung ist ein Skill wie jeder andere, den man dadurch erwirbt, dass man sie macht. Die Promotion bescheinigt dir (oder soll dir bescheinigen), dass es ein Skill ist, den du erworben hast. Aber genau wie ich keine Marinekadetten in einem Land ausbilden würde, das landlocked ist, würde ich auch nicht allzu viele Forscher ausbilden, die später keine Forschung mehr betreiben. Selbst wenn die Marineausbildung dir vielleicht anderweitige wichtige Skills beibringt. Das lässt sich alles leichter haben.
 
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[…] und vermutlich braucht es bis auf wenige Ausnahmen gar keine externe Doktoranden. […]
Ich würde das gar nicht beschränken. Sie kosten ja fast nichts und forschen ja im Idealfall auch ein wenig. Wichtiger dürfte da sein, dass man die Giffeys und Karl-Theodors dieser Welt da frühzeitig rauskegelt.
Das ist schon auch ein Problem für die ernsthaften Disziplinen, es macht es einfach sehr unattraktiv in der Forschung und Lehre zu bleiben wenn man sich dann für schlechtes Gehalt von befristeter Stelle zu befristeter Stelle hangeln soll.
Dann sind die wirklich guten Leute eben weg. In der Industrie oder an Unis im Ausland.
Es ist imho zu bedenken, dass "sehr gute Leute" nicht gleichbedeutend mit "gute Forscher" und/oder "gute Dozenten" ist. Ich habe einige Kollegen die wirklich gute und kreative Forscher sind, aber nicht zur Potte gekommen sind. Einige sind superpräzise und penibel und sicherlich gut in dem was sie tun, aber unglaublich unkreativ … und einige wiederum sind nicht wirklich die besten, können aber unheimlich gut Dinge vermitteln. Forscher sollten diejenigen werden die von allem ein Mindestmaß mitbringen. Idealerweise können sie alles super.

Was aber zum Beispiel gerade in der VWL (correct me Gustl if I'm wrong) sehr sehr verbreitet der Fall ist (nicht die absolute Mehrheit vielleicht, aber sehr häufig) ist, dass technisch sehr gute Leute ohne einen Funken Kreativität auf die Lehrstühle und in die Journals kommen. Einerseits funktioniert das System insofern, dass man es mit sehr guten und sehr kreativen Beiträgen nach oben schaffen kann. Andererseits kann man es leider auch viel zu gut mit mäßiger Masse oder unkreativer Klasse schaffen :/
Imo ist das Studium zu viel zu einem esoterischen Misch aus Life-Style und irrführender Bildungspropaganda geworden. Studium sollte in erster Linie zur Forschung und mit wenigen Ausnahmen hochkomplexen Tätigkeiten führen. Da darf man dann auch sieben, statt hunderte zweckfreier BWL-Bachelors auf die Welt loszulassen.
Klares Jein. Studieren ist auch charakterbildend … wenn die Studiengänge richtig gestaltet werden. Menschen dazu auszubilden ihren eigenen Kopf nicht nur als Hutständer zu benutzen ist unglaublich wichtig. Ich stimme deswegen Heat darin zu, dass der Zweck der Uni auf keinen Fall das Ausbilden für die Wirtschaft sein sollte, allerdings würde ich es anders ausdrücken … es soll selbständig und reflektiert denkende Menschen hervorbringen, die es auch schaffen über die Grenzen ihrer Disziplin hinwegzusehen, kritikfähig sind und sich intrinsisch zu irgendetwas außer Konsum motivieren können.
Allerdings glaube ich auch nicht wirklich, dass die zusätzliche Qualifikation, die man sich über das Anfertigen einer Promotion abholt, jetzt allzu hoch ist, solange wir von Betätigungen in der Wirtschaft reden. Außer natürlich wir reden dann auch von einem Graduate School Konzept, d.h. nochmal gesonderte Kurse etc.
Die Fähigkeiten aus dem Studium sind bei so unglaublich vielen Fächern so unglaublich irrelevant für tatsächliche Tätigkeiten. Die eher abstrakten Skills aus der Promotionszeit sind da mE für mich eher Gold wert. Alles aus meinem VWL-Studium was ich jetzt gebrauchen kann sind etwas überspitzt: Mathe, Programmieren und Statistik.
Ja, und dort liegt das Problem. Eine Reform des Ausbildungssystems mit mehr Druck wäre eine deutlich bessere Investition als das Supporten von Schmalspur-Studiengängen. Die Effekte gehen weiter, auch wenn der Aufhänger dieses Themas halt wieder das Gedönse irgendwelcher Maras und Neles mit Malen & Klatschen irgendwo in Berlin sind.
Auf der Gegenseite, in den Kammern, wird ja auch schon Scheiße als "akademischer Abschluss" verkauft. Der Blödsinn muss aufhören, das duale System war stark und lässt sich sicher wieder stärken. Bringt 'der Wirtschaft' mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mehr.
Mehr Druck … jein. Studenten sollten zügiger in den Studiengang oder die Ausbildungsrichtung kommen die zu ihnen passt anstatt jahrzehntelang mit ein paar Restscheinen irgendwo herumzugammeln.
Studenten brauchen einerseits die lockere Leine und andererseits etwas was sie wirklich interessiert. Dann ist die intrinsische Motivation schon fast von alleine da. Dazu brauchst Du allerdings auch Menschen die bis zum Studienbeginn eine gewisse Erziehung und Ausbildung als Basis mitbekommen haben. Idealerweise wird das auch irgendwie von Berufsschulen und Fachhochschulen geleistet.

Gerade weil ich mittlerweile auch genügend Menschen kennengelernt habe die irgendeinen Abschluss von privaten FHs gemacht haben … FOM, iubh, International bla of blub und wie sie alle heißen … das studieren alleine macht niemanden zum besseren Menschen. Gerade diese superspezialisierten Schmalspur-Studiengänge sind Krebs. Keine Sau braucht sie und das meiste könnte man auch in den alten Studiengängen mit etwas Freiheit bei den Wahlbereichen/Nebenfächern gut umsetzen.

Vieles ist da sicher auch durch die Verschärfung des Gefühls, dass nur ein Studienabschluss ein glückliches Leben garantiert, entstanden. Nun kann jeder für ~10k seinen wertlosen Bachelor of Arts haben. Problem solved. /sarkasmus
Habe übrigens auch das Gejaule über Bachelor/Master nie so ganz nachvollziehen können. Das einzige, was mir am alten Diplom-System pauschal besser deucht ist, dass man mWn in aller Regel zwei Nebenfächer hatte. Ein bisschen weniger Monokultur und mehr Blick über den Tellerrand würde ich mir schon wünschen. Bereue es rückblickend auch, meine Studienzeit nicht für mehr Einblicke in andere Fächer genutzt zu haben. Vielleicht kann ich das ja mal nachholen wenn die Pandemie vorbei ist.
Ob es schlechter oder besser ist als die Diplom-Prüfungsordnungen liegt wirklich sehr an der Umsetzung der einzelnen Uni bzw. Studiengänge. Systemakkreditierungen sind auf alle Fälle ein ziemlicher Haufen Aufwand … und was da an System bei rauskommt ist am Ende auch nicht zwingend gut.
Was Du ansprichst ist die HF+NF+NF Regelung die es bei vielen wenn nicht den meisten Magisterstudiengängen gab. Das war nicht wirklich besser als Profilierungsbereiche/Nebenfächer im BA/MA-System. Das hat dann solche Leute hervorgebracht wie man sie in der Politik von heute durchaus auch findet: Magister Literaturwissenschaft mit den Nebenfächern BWL und Öffentliches Recht. Das sind dann die die sich als "Ich habe Literaturwissenschaften, Wirtschaft und Jura studiert" vorstellen. Und tatsächlich waren es in den Nebenfächern bis zum Abschluss vielleicht je 3-4 Veranstaltungen … und somit ein ziemlicher Witz (etwa ein Viertel eines Vordiploms … vielleicht mit etwas gutem Willen ein Zehntel eines Gesamtstudiums.).
Es ist sinnvoller so wie es Gustavo schrieb … dass man alle dazu bringt über den Tellerrand auf einige andere Disziplinen zu schauen. In Norwegen gibt es Ansätze davon, nämlich das sogenannte "Examen Philosophicum" im ersten Semester. Leider eher gehasst von den meisten … dort lernt man einiges über Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte. imho ein sehr guter Ansatz.
Das Misverhältnis gibt es. Das wird aber nicht dadurch gelöst, dass man für diese Menschen langfriste Vollzeitstellen schafft, die anscheinend keiner möchte, sondern dass man verhindert, dass Sie so lange an der Uni hängen bis es gar nicht mehr geht. Das ist der unfaire Teil, nicht dass es nicht genug Stellen an der Uni an sich gibt.
Wie weiter oben schon geschrieben: Als Student/Azubi muss man schnell an den Punkt kommen an dem man merkt ob ein Studien- oder Ausbildungsgang zu einem passt. Und dann muss man den Menschen möglichst gute und effiziente Möglichkeiten geben in eine andere Laufbahn zu wechseln, damit sie ihre Lebenszeit nicht damit verballern sich durch etwas durchzuquälen was sie eigentlich nicht wollen … nur um es fertigzustellen.
Leider befördern sehr viele Bachelor/Master-Studienordnungen genau dieses Verhalten indem sie mit Punktesystemen nie wirklichen Druck aufbauen bevor es zu spät ist. Das ist auch der Grund warum ich ganz klar pro 3-Versuchsregelung plus Härtefallregelung bin und gegen Maluspunktesysteme. Letztere ermöglichen es zu häufig, dass die Leute an einem sehr wichtigen Schein oder Themengebiet jahrelang herumlaborieren weil sie es einfach nicht können … anstatt den Studiengang zu wechseln. In VWL sehr gerne Statistik/Ökonmetrie … da habe ich dann Leute erlebt die im 16. Semester VWL BSc sind und eigentlich seit zig Jahren bis auf Bachelorarbeit und 2 Statistikscheine fertig. Die arbeiten schon lange Vollzeit und schleppen den Kram mit sich rum … es hält sie in ihrem Leben auf und macht sie nicht glücklicher. Durch einen frühen Wechsel in irgendeinen anderen Studiengang dagegen wären sie vermutlich glücklicher geworden.
Was mich zudem stört, ist wieder der Fokus auf den schnellen Arbeitsmarkteintritt. Ich weiß nicht was man sich erwartet hat, aber wirklich qualifzierte Bachelor mit der Biographie Schule -> Uni -> Markt findest du kaum. Die verlieren gegen jeden halbwegs passablen Fachwirt/Techniker/Meister sehr deutlich, da diese betriebliches Know-How haben. Tatsächlich stechen auch schon 0815-Fachkräfte durch Erfahrung diesen Personenkreis. Es ist wie eine Ausbildung mit Extraschritten, weniger Geld und mehr Konkurrenz der Absolventen.
Ich weiß nicht was da erwartet wurde. Die Kammern, in deren unendlichen Weisheit, haben jetzt nachgelegt und betiteln die Aufstiegsweiterbildungen mit BA-Zertifikaten als Marketinggag, obwohl allen Beteiligten klar sein müsste, dass das keine ordentliche Uni-Ausbildung ist. Die Grundlage dafür bildet der erfundene DQR. Ergo wird der Wahn geschürt, man wäre nur was wert, wenn man Akademiker ist.
Unterm Strich fühlt sich diese Reform primär nach etwas an, das man halt 'der Wirtschaft' verkaufen wollte, statt tatsächlich höhere Bildung als Grundlage für Innovation zu schaffen. Universitäre Bildung sollte nicht rein auf die Bedarfe der Wirtschaft geplant werden, dafür gibt's doch die Erwachsenenbildung der Kammern.
Raute. Siehe auch was ich oben schrieb.
Allerdings muss man auch sehen, dass ein Fachwirt/Techniker/Meister ab einem gewissen Abstraktions- und Strukturierungsgrad dann wieder raus ist. Zwar gibt es da auch wirklich super Leute (und krasse Graupen unter denen die ein Studium abschließen), aber je anspruchsvoller es dann wird, desto mehr spürt man dann den Vorsprung der Leute die ein fachbezogenes Studium abgeschlossen haben und die notwendigen 2-3 Jahre Arbeitserfahrung akkumulieren konnten. Es wäre ja auch schlimm wenn das Aussieben und die Ausbildung an der Uni keinerlei Vorteil hätte.
Ich habe den ersten Teil des Satzes weggelassen weil meine Aussage völlig unabhängig davon ist ob man danach wissenschaftlich tätig werden will oder nicht. Der Doktorand lernt das trotzdem auch wenn er danach in die Wirtschaft oder sonst wohin geht. Das ist ein Vorteil für den Doktorand wie ich jetzt schon mehrfach gesagt habe.
Dass du jetzt eine Promotion auf eine Urkunde "kann selbstständig forschen" reduziert ist einfach ungültig. Eine Promotion ist weit mehr als nur eine Urkunde am Ende. Genau wie ein Studium wesentlich mehr als nur eine Urkunde am Ende ist.
Hm. Also meiner Erfahrung nach ist eine Dissertation nicht immer nützlich. Es kommt wirklich sehr darauf an in welcher Branche und in welcher Funktion Du unterwegs bist. Juristen profitieren davon, Unternehmensberater, Ärzte, Ingenieure … aber irgendwo in einer mittleren Position ohne Führungsverantwortung und ohne Repräsentation nach außen? Da kann eine Dissertation sogar ein Hindernis sein weil man schnell in die "arroganter Weltfremdling aus dem Elfenbeinturm"-Schublade gesteckt wird.
 
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Es ist sinnvoller so wie es Gustavo schrieb … dass man alle dazu bringt über den Tellerrand auf einige andere Disziplinen zu schauen. In Norwegen gibt es Ansätze davon, nämlich das sogenannte "Examen Philosophicum" im ersten Semester. Leider eher gehasst von den meisten … dort lernt man einiges über Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte. imho ein sehr guter Ansatz.
Hier hätte ich mal 2 Fragen. Es gibt ja diese Anhängsel am Abschluss...Bachelor of Arts, of Science etc.
1) Denkt ihr es macht aktuell generell einen Unterschied wie viel man über "Wissenschaft / Forschung" lernt...also das man wirklich sagen kann, das im of Science-Studiengang dann tatsächlich mehr bei den Studenten in der Richtung ankommt?
2) Unabhängig vom Status quo, würdet ihr solche Inhalte zu Themen wie Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte dann gerne "nur" im of Science Studium sehen wollen oder in jedem Studium?

Als das Bachelorsystem eingeführt wurde, dachte ich mal das es da wirklich um entsprechende Spezialisierungen gehen sollte (mal davon ab das "Arts" da etwas seltsam klingt). Wenn ich aber bisher mit Studenten/Absolventen geredet hab, hatte ich nie das Gefühl, dass der Unterschied soo krass ist.
 

GeckoVOD

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Mehr Druck … jein. Studenten sollten zügiger in den Studiengang oder die Ausbildungsrichtung kommen die zu ihnen passt anstatt jahrzehntelang mit ein paar Restscheinen irgendwo herumzugammeln.
Wohl wieder unklar formuliert: Ich stimme dir bei allem zu. Der Druck bezieht sich auf die Reform des Ausbildungssystems, das Wort war nicht zufällig gewählt*. Das hat primär also gar nichts mit Hochschulen zu tun, sondern damit, die Alternative der dualen Ausbildung wieder lukrativ zu machen und mit sinnführenderen Inhalten zu verbinden.

Studieren soll man immer noch können, gerne auch wieder etwas länger: Mehr Druck als beim Rumgammel-Diplom mit 13+ Semestern sollte sein, weniger Druck als Bulimie-Bachelor aber auch. Klar bildet es alles Charakter, spreche ich auch nicht ab und ist gut so. Perfekt wäre es natürlich, wenn es keiner mehr an Unis schafft, der ethnozentrischen Buchstabentanz studieren kann, nur weil die Eltern das querfinanzieren und sich das Balg dadurch "selbst verwirklichen kann". Aber auch das ist im Großen und Ganzen eigentlich wurst.

Generell fände ich die Idee interessant vor einem Studium ein Jahr Bundesfreiwilligendienst als Pflicht zu setzen, jeweils sechs Monate in zwei unterschiedlichen Branchen. Könnte helfen nochmal diverse Fehlentscheidungen früh zu korrigieren, oder mal auf komplette Alternativen (bspw. Pflege) aufmerksam zu machen.

Allerdings muss man auch sehen, dass ein Fachwirt/Techniker/Meister ab einem gewissen Abstraktions- und Strukturierungsgrad dann wieder raus ist.
Auch hier: Ich beziehe mich explizit auf diese Schmalspurstudiengänge privater Ich-kauf-meinen-Abschluss-Unis, sowie die Mehrheit der reinen Bachelor-Studenten, die vorher nur im Bildungssystem waren**. Mir ist kein Unternehmen bekannt, das einen deutlichen Mehrwert von diesen Personen bekommt: Solche Leute ersetzen real eher Fachkräfte, nichtmal die Fachwirte. Klar steigen die Leute dann nach 2-5 Jahren perspektivisch meist eine Ebene auf, aber hätte ich immer Azubis, wäre das für mich als Betrieb dennoch einfacher und führt nicht über den Umweg betriebliches Wissen nachschulen zu müssen und ich hätte die Leute früher.
Wenn ich wirklich Spezialisten brauche, schaue ich mich eher nach Masterabsolventen um. Oder halt nach Bachelorabsolventen, die vorher schon aus dem Ausbildungssystem kamen, denn die können das theoretische Wissen zielgerichteter und effektiver einsetzen. Oder technische Betriebswirte, das ist ja nochmal ein anderes Level der außeruniversitären Bildung. Ist auch der gängige Standard, den ich so in der Wirtschaft erlebte.

*mir wurde mal vom ESF Bayern erklärt, es gäbe das Wort "Hochschulausbildungsgang". Falls das tatsächlich so ist, dann sorry.
** Auf Praktika kann man da gepflegt scheißen, es sei denn diese werden durch Vitamin-B vermittelt. Genug Einblick vermitteln die jedenfalls nicht.
 
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Es ist sinnvoller so wie es Gustavo schrieb … dass man alle dazu bringt über den Tellerrand auf einige andere Disziplinen zu schauen. In Norwegen gibt es Ansätze davon, nämlich das sogenannte "Examen Philosophicum" im ersten Semester. Leider eher gehasst von den meisten … dort lernt man einiges über Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte. imho ein sehr guter Ansatz.
Das ist auch etwas, was mir gerade im VWL-Studium ganz massiv negativ aufgefallen ist: Wissenschaftstheorie und -geschichte inexistent. Genau wie Wirtschaftsgeschichte. Wir hatten iirc einen ganz kurzen WA-Kurs, wo einem mal drei Stunden erklärt wurde, wie man richtig zitiert, das wars und das ist einfach ein Witz. Im Politikstudium gab es wenigstens im ersten Semester einen gescheiten WA-Kurs und dann zur Bachelorarbeit nochmal was ähnliches. Aber wirklich Wissenschaftstheorie hat man da auch nicht gemacht oder nur in Ansätzen.


Sorry, aber das ist ein depperter Propagandaspruch, der (meiner Erfahrung nach) von meist extrem links stehenden Eumeln gebracht wird, die ihre Zeit auch gerne damit verbringen, uns zu erklären, dass bei Uniwahlen darüber entschieden wird ob Deutschland faschistisch wird oder nicht und bei Demos gegen Studiengebühren "smash capitalism" an die Wände schmieren, aber dann doof aus der Wäsche gucken wenn man sie fragt ob sie denn Kapitalismus mal definieren können und was das jetzt mit Studiengebühren zu tun hat.

(Wenn es überhaupt so weit links stehende Eumel sind. Oft hat man da auch den Eindruck, dass es einfach irgendwelche verwöhnten Trottel sind, die nicht mal wirklich politisch sind, aber jetzt meinen, sie müssten mal richtig auf den Scheiß hauen weil man ja Student ist.)

Ich habe zwei Bachelorstudiengänge in acht Semestern absolviert und ich bin ganz sicher kein Einstein. Und ich kenne auch genug Leute, die ihren Bachelor in der Regelstudienzeit gemacht haben. Offensichtlich geht es also. Und selbst wenn nicht, dann ist die Regelstudienzeit eben, nun, die Regelstudienzeit. Wenn man länger braucht, hat das erstmal keinerlei Konsequenz. Irgendwann werden, je nach Bundesland, Langzeitstudiengebühren fällig. In meinem Land ist das nach sechs Semestern der Fall, d.h. man kann für den Bachelor mal eben ohne Probleme doppelt so lange brauchen wie vorgesehen. Und wenn die "plus sechs Semester" Regel auch für Masterstudiengänge gilt (was ich jetzt nicht explizit nachgeschaut habe), dann kann man für den Master sogar mehr als doppelt so lange brauchen.

Also keine Ahnung wo da immer der schröckliche Druck herkommen soll.
 

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Also keine Ahnung wo da immer der schröckliche Druck herkommen soll.
Bei der Einführung dieser Art der Abschlüsse war es handelsüblich, dass n+1 Studenten die Unis fluteten, während die alten Semster anwesend waren. Zusätzlich waren die Modulhandbücher willkürlich mit empfohlenen Inhalten und Zeitschienen befüllt, die scheinbar gewürfelt wurden. Dies führte zwar zu theoretischen Freiheitsgraden bei der Belegung, praktisch aber zu Zeitdruck möglichst viel auf einen Schlag abzufrühstücken - weil du nicht wusstest, ob es im nächsten Semster genügend freie Plätze pro Vorlesung / Seminar geben würde (in Bayern + 12 und 13te Klasse gleichzeitig als Erstsemster), oder die entsprechenden Veranstaltungen nur alle zwei Semester angeboten wurden. Ergo hat man sich Wissen reingefressen und rausgekotzt. Mag nun anders sein, war damals aber faktisch so.

Ändert immer noch nichts daran, dass die Tiefe der vermittelten Inhalte meist nicht sonderlich viel mehr bieten, als einen groben Überblick über die Disziplin. Von allem was sehen ist nicht das gleiche als tatsächlich mal etwas tiefer und, so bewahre, damit auch was praktisch Anfangen im Rahmen passenderer Lehrveranstaltungen.
 
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Also bis auf Namensänderungen waren bei uns Diplom und BA/MA fast identisch in der Ausführung. Außer bei Laborpraktika und ein paar Spezialkursen gab es auch keine begrenzten Plätze. Die meisten Kurse konnte man auch easy ohne Vorlesung gut bestehen.
Das war übrigens etwas, was mich bei der Einführung wirklich genervt hat: es hieß mit Bologna würde man schön Standardisierung über ganz Europa herstellen und dann konnte man teilweise nicht mal im eigenen Bundesland problemfrei die Uni wechseln, weil irgendwelche Themen anders umgesetzt, angerechnet etc. wurden. Da habe ich mich schon gefragt, wie scheiße man etwas umsetzen kann.

"Wissen rein fressen und rauskotzen" war bei mir natürlich auch angesagt, ich würde aber tatsächlich sagen, dass das zu einem großen Teil auch Sinn eines Studiums ist. Ein bisschen Grundlagenwissen und dann vor allem "fachspezifische Methodenkompetenz". 90% der Absolventen müssen sich nach dem Studium ohnehin in komplett neue Fachgebiete einarbeiten. Die profitieren von oberflächlichen Breitenwissen imo mehr als von Spezialwissen. Ein Studium ist viel zu kurz, um auch nur einen Bruchteil der möglichen Fachgebiete adäquat tiefergehend anzubieten.
 
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Ich war in NRW zur Einführung im ersten Bachelor Jahrgang. Das war bei uns tatsächlich unglaublich beschissen mit viel Zeitdruck organisiert.
Zum Beispiel gabs bei uns eine laufende Zwangsanmeldung zu Prüfungen. D.h. wenn man im ersten Semester aus welchem Grund auch immer nicht alle Prüfungen bestanden oder mitgeschrieben hatte (nur ein Versuch pro Semester), saß man ggf. im nächsten Semester automatisch vor 10 oder 11 Klausuren, die man auch nur sehr eingeschränkt verschieben durfte, es sei denn die Klausuren lagen zeitgleich (was auch vorkam...). Dabei konnte es dann vorkommen, dass man Klausuren schreiben musste, während es die Vorlesung dazu in dem Semester gar nicht gab. Für relativ viele Leute hatte das zur Folge, dass sich schon im zweiten Semester ne nicht machbare Anzahl an Prüfungen angehäuft hatte und das immer mehr wurden. Mit Credit Points wusste auch keiner so richtig was anzufangen, sodass alle Fächer gnadenlos unterbewertet waren, um möglichst viele Fächer aus dem Diplom in den Bachelor zu retten. Hinzu kam, dass plötzlich für alles eine zusätzliche Klausur geschrieben werden musste. Dreitägige Einführungsveranstaltung für Erstsemester? Klausur zum Semesterende. Labortermine mit täglichen Berichten? Klausur am Semesterende. Bis hin zu Seminararbeiten, die dann noch ne zusätzliche Klausur am Ende hatten. Der Bachelor hatte mehr Klausuren als das alte Diplom. Weiteres Highlight: Man musste absolut alles aus den ersten 4 Semestern bestanden haben, um irgendwas aus dem 5. Semester belegen zu dürfen. Fehlten einem also 3CP nach dem 4. Semester, hätte man 1-2 Semester warten dürfen, bis die fehlende Klausur wieder angeboten wurde. Innerhalb der ersten 2-3 Jahre wurde das dann aber mit und mit deutlich verbessert, mittlerweile macht das schon länger ziemlich viel Sinn. Für Leute die nebenher arbeiten mussten war das damals aber schon ziemlich hart.
 
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Bei uns wurde jede Klausur einmal pro Semester angeboten. Das war aber schon im Diplom so. Ob man sich dazu anmeldet, war jedem selbst überlassen. Für Klausuren aus dem Hauptstudium musste man glaube 80% der CP des Grundstudiums erlangt haben.
Bei Laborpraktika mussten wir aber keine Klausur schreiben, sondern einen Bericht o.ä. abgeben.
Bei einem Kumpel (andere Uni und anderer Studiengang) war es so, dass die Klausuren "schieben" konnten. Das bedeutete, dass eine Klausur 2 Monate oder so später noch mal angeboten wurde. So etwas kannte ich bis dahin nicht. Ich weiß aber auch nicht, wie viele dieser Unterschiede auf die Uni und wie viele auf den Studiengang zurückzuführen sind.
Aber vielleicht ist da die "Standardisierung" mittlerweile ja wirklich weiter voran geschritten.
 
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Ne, es gibt bei uns auch immer noch die Variante, jede Klausur einmal pro Semester anzubieten oder die Variante, 2 Termine in dem Semester anzubieten, in dem die Vorlesung auch gehalten wird. Die Zwangsanmeldung war auch so ziemlich das erste, was zuerst abgeschwächt und dann ganz abgeschafft wurde. Die erste Änderung war, dass man sich unabhängig von der Prüfung mal für die eigentliche Vorlesung anmelden konnte, um Zugriff auf die Materialien zu bekommen. Ab dann hatte man 14 Tage Zeit, um sich zur Prüfung anzumelden. Hatte man das gemacht, wurde man jedes Semester automatisch neu angemeldet. Irgendwann bekam man dann 3(?) mal die Möglichkeit, eine angemeldete Klausur zu schieben. Und dann wurde die Zwangsanmeldung abgeschafft.
Für meinen ursprünglichen Studiengang (Maschinenbau) wurden dann immer wieder Fächer vernünftig dem Aufwand entsprechend mit CP versehen und andere in den Wahlpflichtbereich geschoben, um das Studium weniger zu überfrachten. Als ich den Studiengang gewechselt hatte, hatte ich ~75 CP, heute hätte ich ohne eine weitere Klausur in dem Fach geschrieben zu haben wohl fast 100. Irgendwann wurden dann auch andere Prüfungsformen als Klausuren anerkannt (z.B. Seminararbeiten oder Laborberichte), einfach weil es viel mehr Sinn machte.

Recht lustig war auch, dass damals niemand so richtig was mit fertigen Masterabsolventen anzufangen wusste. Da gabs dann BWL Doktoranden die in Holland in 5 Semestern einen Bachelor und in England in 9 Monaten einen Master "erworben" hatten und dann hier promovierten, weil die ja einen Master hatten, während wir gerade mit dem Bachelor zu experimentieren anfingen.
 
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Bei der Einführung dieser Art der Abschlüsse war es handelsüblich, dass n+1 Studenten die Unis fluteten, während die alten Semster anwesend waren. Zusätzlich waren die Modulhandbücher willkürlich mit empfohlenen Inhalten und Zeitschienen befüllt, die scheinbar gewürfelt wurden. Dies führte zwar zu theoretischen Freiheitsgraden bei der Belegung, praktisch aber zu Zeitdruck möglichst viel auf einen Schlag abzufrühstücken - weil du nicht wusstest, ob es im nächsten Semster genügend freie Plätze pro Vorlesung / Seminar geben würde (in Bayern + 12 und 13te Klasse gleichzeitig als Erstsemster), oder die entsprechenden Veranstaltungen nur alle zwei Semester angeboten wurden. Ergo hat man sich Wissen reingefressen und rausgekotzt. Mag nun anders sein, war damals aber faktisch so.

Ändert immer noch nichts daran, dass die Tiefe der vermittelten Inhalte meist nicht sonderlich viel mehr bieten, als einen groben Überblick über die Disziplin. Von allem was sehen ist nicht das gleiche als tatsächlich mal etwas tiefer und, so bewahre, damit auch was praktisch Anfangen im Rahmen passenderer Lehrveranstaltungen.
Das klingt eher nach dummer Umsetzung durch Uni/Fakultät als nach einem systemischen Problem. Genau wie der doppelte Abiturjahrgang halt mal einfach nichts mit der Bologna-Reform zu tun hat. Ich war damals auch in einem der ersten Bachelor-Jahrgänge. Ob das Modulhandbuch so durchdacht war, sei mal dahingestellt, aber als Erstsemester habe ich das einfach mal hingenommen und "abgearbeitet". Das jetzt mit der Studienorganisation in abgeschafften Studiengängen zu vergleichen und dann zu schimpfen wie schlecht ich es vermeintlich habe, ist mir offen gestanden nicht in den Sinn gekommen.


Ich war in NRW zur Einführung im ersten Bachelor Jahrgang. Das war bei uns tatsächlich unglaublich beschissen mit viel Zeitdruck organisiert.
Zum Beispiel gabs bei uns eine laufende Zwangsanmeldung zu Prüfungen. D.h. wenn man im ersten Semester aus welchem Grund auch immer nicht alle Prüfungen bestanden oder mitgeschrieben hatte (nur ein Versuch pro Semester), saß man ggf. im nächsten Semester automatisch vor 10 oder 11 Klausuren, die man auch nur sehr eingeschränkt verschieben durfte, es sei denn die Klausuren lagen zeitgleich (was auch vorkam...). Dabei konnte es dann vorkommen, dass man Klausuren schreiben musste, während es die Vorlesung dazu in dem Semester gar nicht gab. Für relativ viele Leute hatte das zur Folge, dass sich schon im zweiten Semester ne nicht machbare Anzahl an Prüfungen angehäuft hatte und das immer mehr wurden. Mit Credit Points wusste auch keiner so richtig was anzufangen, sodass alle Fächer gnadenlos unterbewertet waren, um möglichst viele Fächer aus dem Diplom in den Bachelor zu retten. Hinzu kam, dass plötzlich für alles eine zusätzliche Klausur geschrieben werden musste. Dreitägige Einführungsveranstaltung für Erstsemester? Klausur zum Semesterende. Labortermine mit täglichen Berichten? Klausur am Semesterende. Bis hin zu Seminararbeiten, die dann noch ne zusätzliche Klausur am Ende hatten. Der Bachelor hatte mehr Klausuren als das alte Diplom. Weiteres Highlight: Man musste absolut alles aus den ersten 4 Semestern bestanden haben, um irgendwas aus dem 5. Semester belegen zu dürfen. Fehlten einem also 3CP nach dem 4. Semester, hätte man 1-2 Semester warten dürfen, bis die fehlende Klausur wieder angeboten wurde. Innerhalb der ersten 2-3 Jahre wurde das dann aber mit und mit deutlich verbessert, mittlerweile macht das schon länger ziemlich viel Sinn. Für Leute die nebenher arbeiten mussten war das damals aber schon ziemlich hart.
Das ist einfach nur hirntote Umsetzung durch die Uni bzw. Fakultät, hat aber mit dem System Bachelor/Master an sich nichts zu tun.
 
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Sag ich ja, anfangs konnte man die Punkte von Gecko an vielen Unis wohl durchaus kritisieren.
Die Ursachen dafür waren imho:

1. Plötzlich gibts für alles Noten. Die unbenoteten Scheine gibts nicht mehr, also müssen irgendwelche "fairen" Prüfungen zur Notenbestimmung her.
2. Geld. Bei uns war das ein absoluter Massenstudiengang (1400 Erstsemester waren wir glaube ich, manche Fächer wurden jedes Jahr studiengangsübergreifend von bis zu 2500 Studenten gehört). Bekommt man sein Fach als Prof da als Pflichtfach in den Bachelor integriert, bedeutet das jede Menge Geld und Mitarbeiterstellen. Also versucht jeder, seine Module verpflichtend ins neue Modulhandbuch zu bringen, gerade bei Grundlagen. Hinzu kommt, dass damals gleichzeitig Studiengebühren eingeführt wurden, von denen jeder gerne möglichst viel abhaben wollte. Dann hat das 6CP Fach halt 3CP, wenns dafür in den Studienplan passt. An den Anforderungen ändert sich natürlich nix.
3. Ego. Jeder hält sein Fach für besonders wichtig und keiner will da zurückstecken.
4. Mangelndes Interesse an Lehre. Es war teilweise extrem offensichtlich, dass (wenige) Professoren überhaupt keine Ahnung vom Aufwand ihres Fachs haben und mit der Lehre, den Klausuren und co. überhaupt nichts zu tun hatten, außer ihren Namen draufzuschreiben. Armin Laschet hat bei uns mal Noten wortwörtlich ausgewürfelt.

Heute sind die Studiengänge ausnahmslos deutlich ausgereifter. Solche Umsetzungen wie am Anfang gibts heute nicht mehr.
 

GeckoVOD

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Das jetzt mit der Studienorganisation in abgeschafften Studiengängen zu vergleichen und dann zu schimpfen wie schlecht ich es vermeintlich habe, ist mir offen gestanden nicht in den Sinn gekommen.
Mein Jetzt-Stand, der mir selbst und sonstig unterkam: Ein Bachelor mag ein "Breitenwissen" haben, das allerdings auf die Arbeitspraxis zu 95% nicht anwendbar ist. Hinzu kommt, dass die Methodenkenntnisse auch nicht sonderlich ausgeprägt sind, als das sie einen Mehrwert schaffen, den ich nicht schon durch betriebliche Zugehörigkeit und außerakademische Bildung einfacher und kürzer kriege. Ich verstehe nicht, warum das alte System so viel schlechter war, wenn das neue im Endeffekt auf ähnlich lange Studienzeiten rausläuft und erst den 'fertigen' Akademiker liefern. Den Experten, der verkauft wurde, liefert das System jedenfalls nicht.
 
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Das liefert der Bachelorstudiengang auch nicht. Ich wüsste auch nicht, dass er das mal leisten sollte. Der liefert eben das von dir genannte Breitenwissen, ohne tiefgehende Spezialisierung aus dem Master. Und für viele Tätigkeiten reicht das eben vollkommen aus. Dass in Deutschland nahezu jeder Informatiker einen Master bräuchte, sehe ich nun wirklich nicht. Als Bachelor liegt man da mit einer breiteren theoretischen Bildung aber ggf. fehlender Praxis im Vergleich zum FIAE/FISI aber keiner tiefgreifenden Spezialisierung des Masters eben genau in der Mitte.
Am ehesten würde ich den Bachelor mit dem alten FH Diplom vergleichen - je nachdem ob man ihn an einer Uni oder einer FH macht dann eben mit einer Verschiebung des Schwerpunkts zwischen Theorie und Praxis.
 
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Verstehe jetzt auch den Vergleich Bachelor <-> Diplom nicht. Das Pendant zum Diplom ist doch der Master und es wurde afaik auch nie was anderes behauptet. :confused:
 
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Naja, zumindest am Anfang hieß es, der Bachelor wäre der Abschluss um in der Wirtschaft zu arbeiten und der Master wäre für diejenigen, die in die Forschung gehen wollten. Wohingegen das Diplom für beides galt, also zumindest für das Arbeiten in der Wirtschaft sollte der Bachelor gleichwertig zum Diplom sein.
Ob das immer noch so transportiert wird, keine Ahnung.
 
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Für mich galt ungefähr:
- Vordiplom 120 CP
- Hauptstudium inkl. Diplomarbeit: 180 CP

Für die meisten Bachelorstudiengänge gilt: 180 CP (inklusive Abschlussarbeit)
Für die meisten Masterstudiengänge gilt: 120 CP (inklusive Abschlussarbeit)
Für die Kombination Bachelor + Master gilt üblicherweise: 300 CP

Es gibt einige Fächer in denen die Kombination durch 210 CP im Bachelor plus 90 CP im Master zustandekommt. Zusätzlich gibt es einige nichtkonsekutive Masterstudiengänge die 90 oder teilweise auch nur 60 CP haben.

Interessanterweise wurde für Deutschland festgelegt, dass es keine grundständigen Masterstudiengänge geben darf die direkt zum Master führen. Meines Erachtens ein Fehler weil es durchaus Fächer gibt bei denen das nicht ganz verkehrt ist. Norwegen hat solche Studiengänge z.B.

Wer mit egal welchem Bachelorabschluss in irgendeinem kaufmännischen/verwaltungsorientierten nicht-technischen Berufsbild landet ist ohnehin immer am gleichen Punkt: Das akademische Wissen bereitet nur begrenzt auf das Berufsleben vor. Ein Bachelor BWL mag da dann ein paar Vorteile gegenüber dem Germanisten haben, aber am Ende zählen dann Dinge wie Lernbereitschaft und Auffassungsgabe.

Ich finde daher das angelsächsische System in dem der Bachelor häufig mehr auf abstrakte Fähigkeiten denn auf konkrete Wissensvermittlung zielt durchaus nicht verkehrt. Allerdings verträgt sich das nicht so ganz mit dem deutschen System und hat auch den Nachteil, dass man sich (afaik) dort auch recht leicht um die wirklich schwierigen Dinge herumdrücken kann wenn man denn will … wobei das auch stark daran hängt wo man ist.

In Kiel wurden die Bachelorstudiengänge BWL und VWL mäßig gut eingeführt. Man hat die Wahlbereiche stark eingeschränkt, die Namen der Fächer gleich belassen und die Inhalte ausgedünnt. So war der BSc nach Anzahl der Scheine dem Diplom sehr ähnlich, allerdings waren an allen Ecken und Enden die Fächer um die interessanten und schwierigen Teile gekürzt worden, für welche es dann keine richtigen Entsprechungen mehr in den Wahlbereichen bzw. Masterstudiengängen gab. Entsprechend waren viele BSc-Studis dann der Meinung, dass ihr Abschluss ja dem Diplom äquivalent wäre … naja.

Gleichzeitig wurde den Studis so häufig vorgebetet wie hart sie es haben und wie wenig Zeit sie haben bis sie es selbst geglaubt haben. Obwohl die Arbeitslast nicht großartig anders war als zuvor. Es war nur mehr Panik.

Was ich allerdings am schlimmsten fand war, dass bei der Bemessung der Schwierigkeitsgrade in den Kommissionen immer das Argument kam "das können wir da nicht drinlassen, das sind nur Bachelor-Studenten, das muss einfacher" und gleichzeitig "hier muss mehr Anspruch rein, das darf nicht so primitiv sein, das sind doch Master-Studenten!"
… ganz als ob man mit dem Verwaltungsakt des Studiengangwechsels plötzlich zu einem anderen Mensch würde. So wurde eine künstliche Stufe zwischen Bachelor und Master eingezogen die es vorher nicht gab. Meines Erachtens ein Fehler, denn sowohl den guten als auch den schlechten Studenten tat es nicht gut, dass sie nicht gefordert wurden. Nach dem Wechsel in den Master war dann der Schock riesig wenn sie plötzlich vollkommen unbekannte mathematische Vorgehensweisen anwenden sollten und zusätzlich von ihnen erwartet wurde, dass sie sich diese selbst aneignen würden … sie waren ja jetzt Masterstudenten.

Meine Idealvorstellung wäre, dass man die Studenten ab Semester 1 so sehr fordert, dass es jemand ohne viel Talent aber mit viel Fleiß noch akzeptabel durch den Bachelor schaffen kann. So gewöhnen sie sich schnell daran, dass sie gefordert werden und dass sich hartes Arbeiten auch loht … haben aber gleichzeitig auch Aha-Erlebnisse wenn sie etwas lernen. Dagegen habe Ich es nie erlebt, dass man aus Menschen das Maximum herausholt indem man sie wenig fordert und das dann so langsam aufbaut, dass sie bei einem plötzlichen Sprung im Schwierigkeitsgrad völlig fertig mit den Nerven sind und aufgeben weil sie niemand darauf vorbereitet hat.
 

Benrath

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Ich versteh eigentlich nicht warum die Diskussion jetzt so zu Bachelor/Master vs. Diplom abschweift. Hier geht darum dass man langfriste Jobs für irgendwelche an der Uni hängen gebliebene Leute schaffen soll
 
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Sorry, mir war irgendwie danach …

Lass es mich in die richtige Richtung umbiegen:
Mit BA/MA hätte man auch regelmäßig das Promotionsstudium nach einem sehr guten Bachelor einführen können (mit Zwischenstation Forschungsmaster). Wurde aber verpasst und ist immer noch die absolute Ausnahme.

- Karliczek ist eine Fehlbesetzung
- Das WissZeitVG ist Symptombekämpfung
- Dieser Trend zu volle Stellen und längere Befristungen sorgt in manchen Fächern für absurde Wohlstandsinseln
- Der schon lange anhaltende Trend zu Drittmittelgeilheit macht nichts besser … denn es ist eine Illusion, dass da irgendwas mit Wettbewerb zu tun hat. Ein großer Teil der ganzen Drittmittelforschung ist einfach nur Mist den keiner braucht oder schlecht kaschierte Wirtschaftsförderung.

mE braucht es eine bessere Grundfinanzierung aber gleichzeitig eine bessere Auslese derjenigen die dann diese Mittel bekommen. Es gibt zumindest in der Generation die in den nächsten minus unendlich bis +10 Jahren so langsam weg ist so viele Professoren die, auch aufgrund der Anreizstruktur, nach der Berufung nichts mehr gerissen haben. Und zwar weder in der Lehre noch in der Forschung … und ich kann sie irgendwie verstehen: Der Weg war undankbar beschissen, ob man ordentliche Forschung oder gar keine Forschung gemacht hat machte keinen Unterschied und gute Lehre war genauso viel Wert wie ein Einsatz in der Lehre der gerade gut genug war, um nicht zu viel Studentenbeschwerden zu provozieren. Entsprechend passierte nix und es wurden die eigenen Hobbythemen mehr schlecht als recht kultiviert. Qualität? Egal. Solange man nicht irgendwo richtig toll bekannt war, hat es sich ohnehin nicht gelohnt.
 
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Ich nehme einfach die zwei erstbesten Dinge die mir zu ihrem Wirken und ihrer Kompetenz einfallen ohne allzu lange nachzudenken:
  • Eine Person als Minister(in) für Forschung und Wissenschaft einzusetzen die nie geforscht hat und es auch nicht versteht weil sie den Uni-Betrieb nicht kennt … hat es schwer die Probleme und Eigenheiten ihres Themengebiets wirklich zu verstehen. Es ist so ähnlich wie eine Justizministerin die nicht Jura studiert hat: Prinzipiell möglich, aber durchaus mit Stolpersteinen ausgestattet.
  • Die Vergabesache bei der das große Projekt zur Batterieforschung ganz zufällig in der Nähe ihres Wahlkreises gelandet ist und nicht an einer der Unis die dafür irgendwie ausgewiesene Experten hatten … tja, das hatte schon was von Scheuer'schen bzw. Pofalla'schen Dimensionen der Inkompetenz.
Man könnte da recht lange weitermachen…
Sie hat sich echt nicht mit Ruhm bekleckert. Gegen sie wirkt Anette Schavan rückblickend geradezu visionär und präsidial trotz aberkannter Dissertation. Kenne keinen der irgendwas von Forschung versteht und die als gute Wahl für den Posten sieht … okay habe jetzt doch noch den Wikipedia-Artikel angeschaut. Der "Kritik"-Teil ist länger als der Rest des Artikels :rofl2:
 

Gustavo

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Ich nehme einfach die zwei erstbesten Dinge die mir zu ihrem Wirken und ihrer Kompetenz einfallen ohne allzu lange nachzudenken:
  • Eine Person als Minister(in) für Forschung und Wissenschaft einzusetzen die nie geforscht hat und es auch nicht versteht weil sie den Uni-Betrieb nicht kennt … hat es schwer die Probleme und Eigenheiten ihres Themengebiets wirklich zu verstehen. Es ist so ähnlich wie eine Justizministerin die nicht Jura studiert hat: Prinzipiell möglich, aber durchaus mit Stolpersteinen ausgestattet.

Da bin ich btw nicht so sicher. Klar, jedes System tendiert dazu, in sich abgeschlossen zu sein, deshalb findet man es immer erst mal gut, wenn ein Exponent der eigenen Fraktion den Ministerposten hat. Aber ich habe tatsächlich schon mal die Abschriften von Interviews mit ehemaligen Bundesministern gelesen, die im Rahmen von Forschungsarbeiten entstanden sind, wo ich ehrlich gesagt den Eindruck hatte, a priori macht es erst mal wenig Unterschied ob die jetzt Ahnung haben oder nicht, weil das sowieso ALLES die Ministerialbürokratie macht und die am Ende nur abzeichnen. Bei Karliczek kam es mir vor, dass sie einen schweren Einstieg hatte, eben weil sie ziemlich klar nicht nach Kompetenz besetzt wurde, sondern weil man eben eine CDU-Frau aus NRW brauchte und im Nachhinein hat sich dann bestätigt, dass ihr Amt gerade keine großen Wellen schlägt. Aber ob es da jetzt den ganz großen Unterschied zu etwa Wanka gibt, die selbst Professorin, Rektorin und Landesministerin für Wissenschaft in ZWEI unterschiedlichen Bundesländern war, daran habe ich immer noch so ein bisschen meine Zweifel.
 
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Aber ich habe tatsächlich schon mal die Abschriften von Interviews mit ehemaligen Bundesministern gelesen, die im Rahmen von Forschungsarbeiten entstanden sind, wo ich ehrlich gesagt den Eindruck hatte, a priori macht es erst mal wenig Unterschied ob die jetzt Ahnung haben oder nicht, weil das sowieso ALLES die Ministerialbürokratie macht und die am Ende nur abzeichnen.
Details/Beispiele pls.
 
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@Gustavo ja klar … die Freiheitsgrade und Einflussmöglichkeiten einer Ministerin sind schon beschränkt, aber auch nicht null. Wenn ich mir durchschaue was ihr Oeuvre ist, dann finde ich trotzdem bei größtmöglichem Wohlwollen wirklich nur Murks. Strategisch, operativ … nichts. Denn am Ende werden die Bürokraten halt auch von politischen Beamten/Staatssekretären beurteilt. Ich sehe wie schnell in "der Wirtschaft" Unsinn passiert weil Entscheider nicht zuhören und/oder Recht behalten wollen/müssen. Einige meiner Freunde aus der Diss-Zeit sind mittlerweile in den Rektoratsstäben verschiedener Unis in DE (okay, 2 :ugly:) … und auch da passiert jede Menge Unsinn weil irgendwelche Entscheider dum sind. Ähnlich wie im BMF wo ich auch eine kenne und sich mir jedesmal die Fußnägel kräuseln wenn ich einige der Stories höre.
Nur weil die Fachleute prinzipiell schlau sind heißt das leider nicht, dass man sie diese Leistung auch auf die Straße bringen lässt. Management matters … leider.
 
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Dopo olé

Hier noch ein Kommentar aus dem Spiegel:

Finde den Schluss ganz treffend. Bei Karliczek hat man immer wieder das Gefühl, dass ihre Vita sie mit einer gewissen Elfenbeinturmverachtung ausgestattet hat. Diese "Einzig die Praxis zählt"-Arroganz von Praktikern die gerne von Menschen mit mediokren oder gar keinen Studienabschlüssen vertreten wird, um sich selbst besser zu fühlen und die abstrakte Welt der Forscher abzuwerten. Kein Deut besser als die Akademiker die in der "wer nicht mindestens einen PhD hat ist kein Mensch"-Sphäre oder der "lol Praxis"-Sphäre schweben.
Beide Typen Mensch kotzen mich an.
 
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