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Diskriminierung & sozialer Wohnungsbau

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überraschung, strukturelle diskriminierung auf dem wohnungsmarkt und das bei einer rein städtischen gesellschaft, die dumm genug ist, so etwas nicht mündlich und im hinterzimmer zu klären. bestimmt ein absoluter einzelfall und keinesfalls anderswo vorfindbar. auch ließe sich das wunderbar leicht immer und immer wieder auf den arbeitsmarkt und bewerbungsrunden oder auf das bildungssystem im allgemeinen übertragen aka schlechtere benotung bei identischer leistung.

interessant auch, dass dieselben konservativen heinos, die sonst lautstark gegen quoten brüllen und so tun als würde bei ihnen ausschließlich die qualifikation zählen, hier tendenziell keine probleme sehen und allen ernstes so tun, als würde es in unserer gesellschaft nicht einen maximalen unterschied machen, ob man stefan müller heißt oder ogumon n'dahando.

mich macht es auch wütend, dass gegen diese gewaltig stinkende nummer nichts unternommen wird. quoten sind eine krankheit und für mich nicht mal übergangsweise akzeptabel, aber wo bleiben endlich anonymisierte bewerbungsverfahren? warum ist es so schwierig, da mal etwas in gang zu setzen und betriebe, lehranstalten oder wohnungsgesellschaften in die pflicht zu nehmen, soweit möglich? zum bewerbungsgespräch eingeladen zu werden scheint mir doch eine andere nummer zu sein als mit deutlich erhöhter chance im abfalleimer zu landen.

wo sind also all die verfechter von anonymisierten verfahren? welche partei kann ich dafür wählen? grüne und linke scheinen da eher im akademikergummibärhausen gefangen zu sein und setzen sich lieber für die belange der vorständin ein. das macht mich eigentlich fast noch wütender als die bande von erzkonservativen bauern da draußen, auf deren zustimmung und unterstützung ich vermutlich auch in 100 jahren nicht bauen könnte.
 
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Mit Verweis auf Zeugenaussagen und interne schriftliche Anweisungen hieß es in dem Bericht, dass die Brebau spezielle Notizen über Wohnungsinteressierte erstellen lasse. Demnach soll von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vermerkt werden, ob Bewerber schwarz sind, ein Kopftuch tragen, westlich integriert sind und wie die Deutschkenntnisse sind. Als Kriterium geführt werde laut »buten un binnen« auch eine »Nähe zur deutschen Kultur«.
Sind das relevante Informationen um Aussagen über die Mieter zu machen? Meiner Erfahrung nach ja. Daher kann ich verstehen, dass man das macht. Es kommt im Kern darauf zurück, ob durch das gemessene ein Sachgrund vorliegt oder nicht, denn nur sachgrundlose Andersbehandlung ist typischerweise verboten. Das die im Zitat genannten Dinge die Wahrscheinlichkeit eines unangenehmeren Mieters (auch wie sich das Verhältnis zu anderen Mietern im selben/umliegenden Gebäuden entwickelt) erhöhen halte ich für plausibel und sehe diese Art der Betrachtung als zu eindimensional an.
 
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überraschung, strukturelle diskriminierung auf dem wohnungsmarkt und das bei einer rein städtischen gesellschaft, die dumm genug ist, so etwas nicht mündlich und im hinterzimmer zu klären.

Mich würde das Motiv interessieren - ging es wirklich darum Ausländer abzuweisen, oder ging es darum krasse Konzentrationen bestimmter Ethnien in einem Block o.Ä. zu verhindern, also das, was Dänemark zum Beispiel seit Neuestem macht. Letzteres ist nämlich absolut richtig und wichtig, allein schon aus eigener Erfahrung. Wenn man neu in ein Land kommt und in das Viertel zu ziehen, wo alle Landsleute wohnen, ist es das Schlimmste was man sich und seinen Kindern in Sachen Integration antun kann.

quoten sind eine krankheit und für mich nicht mal übergangsweise akzeptabel, aber wo bleiben endlich anonymisierte bewerbungsverfahren? warum ist es so schwierig, da mal etwas in gang zu setzen und betriebe, lehranstalten oder wohnungsgesellschaften in die pflicht zu nehmen, soweit möglich? zum bewerbungsgespräch eingeladen zu werden scheint mir doch eine andere nummer zu sein als mit deutlich erhöhter chance im abfalleimer zu landen.

Anonymisierte Verfahren für Wohnungssuche? Schlägt das erstnhaft jemand vor? Wie weit soll die Anonymisierung denn gehen? Nur der Name ohne Nennung oder darf dann auch nicht der Beruf o.Ä. genannt werden? Bei staatlichen Wohnungen können wir drüber reden, aber ich hab letztens dieselbe Forderung für WG-Zimmer gelesen, weil ausländische Studenten ja angeblich so häufig abgewiesen würden. Das ist dann doch rechtgehend absurd, ich hoffe darauf können wir uns einigen.
 
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Benrath

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. Das die im Zitat genannten Dinge die Wahrscheinlichkeit eines unangenehmeren Mieters (auch wie sich das Verhältnis zu anderen Mietern im selben/umliegenden Gebäuden entwickelt) erhöhen halte ich für plausibel und sehe diese Art der Betrachtung als zu eindimensional an.

Gratulation du hast verstanden was Diskriminierung ist und gleichzeitig doch nicht verstanden.
 
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Na, wir machen uns mal wieder nicht angreifbar? Erklär mal
 

Benrath

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Wenn du allein über äußerliche und unveränderliche Merkmale wie Hautfarbe entscheidest, ob du jemanden als Mieter nimmst, diskriminierst du. Da hilft auch dein Feigenblatt mit der Zusammensetzung der Gesamten Mieterschaft wenig.

Gerade für den städtischen Anbieter, no go.
 
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Anonymisierte Verfahren für Wohnungssuche? Schlägt das erstnhaft jemand vor? Wie weit soll die Anonymisierung denn gehen? Nur der Name ohne Nennung oder darf dann auch nicht der Beruf o.Ä. genannt werden? Bei staatlichen Wohnungen können wir drüber reden, aber ich hab letztens dieselbe Forderung für WG-Zimmer gelesen, weil ausländische Studenten ja angeblich so häufig abgewiesen würden. Das ist dann doch rechtgehend absurd, ich hoffe darauf können wir uns einigen.
Der feuchte Technokratentraum wäre imo, dass jede Wohnung öffentlich ausgeschrieben werden muss und dann eine externe Stelle unter allen geeigneten Bewerbern auslost, wer die Wohnung kriegt, wobei Eignung sich streng danach richtet, ob die finanzielle Leistungsfähigkeit plausibel ist (Einkommen, Schulden, eventuelle Mietrückstände u.ä.). Dazu könnte man noch eine Priorisierung anhand der effizienten Wohnraumnutzung vornehmen, z.B. dass bei großen Wohnungen Mehr-Personen-Hausstände grundsätzlich bevorzugt werden gegenüber Singles.

Wahrscheinlich würde sowas zu Ausweichmechanismen führen und einen Schattenmarkt motivieren. Das heißt für mich aber nicht, dass man sowas nicht machen sollte. Wir verzichten auch nicht auf Steuern und Abgaben, nur weil es Schwarzarbeit gibt.
Wenigstens bei öffentlich gefördertem Wohnraum würde ich so ein System lieber gestern als morgen implementiert sehen.
 
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Wenn du allein über äußerliche und unveränderliche Merkmale wie Hautfarbe entscheidest, ob du jemanden als Mieter nimmst, diskriminierst du. Da hilft auch dein Feigenblatt mit der Zusammensetzung der Gesamten Mieterschaft wenig.

Gerade für den städtischen Anbieter, no go.
Und warum ist das ein no go? Es ist doch ein perfektes Mittel um Ghettoisierung zu verhindern und Parallelgesellschaften aufzusprengen, noch bevor sie entstehen. Das geographische Zusammenrotten nach ethnischer Ordnung ist eines der größten Integrationsprobleme in diesem Land und zwar schon seit den 90ern. Es gibt hier Russenviertel, Türkenviertel, Araberviertel usw. usf. und am Ende sind alle total überrascht, dass Menschen, die in Viertel aufwachsen, in denen sie 0 Berührungspunkte mit Deutschen haben und kaum Deutsch sprechen müssen, schlecht integriert sind.

Der feuchte Technokratentraum wäre imo, dass jede Wohnung öffentlich ausgeschrieben werden muss und dann eine externe Stelle unter allen geeigneten Bewerbern auslost, wer die Wohnung kriegt, wobei Eignung sich streng danach richtet, ob die finanzielle Leistungsfähigkeit plausibel ist (Einkommen, Schulden, eventuelle Mietrückstände u.ä.). Dazu könnte man noch eine Priorisierung anhand der effizienten Wohnraumnutzung vornehmen, z.B. dass bei großen Wohnungen Mehr-Personen-Hausstände grundsätzlich bevorzugt werden gegenüber Singles.

Hätte ich nichts gegen, hört sich gut an. Aber der o.g. Faktor muss mE berücksichtigt werden, daher ist die Ethnie eben doch wichtig - aber natürlich nicht in jedem Stadtteil. Ich sag mal Hamburg Eppendorf oder so droht jetzt nicht unbedingt die Ghettoisierung. Also wenn man den Parameter noch ergänzt und so dafür sorgt, dass es pro Viertel maximal x% von Ethnie y gibt, dann wäre das Modell perfekt.
 

Gustavo

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Sind das relevante Informationen um Aussagen über die Mieter zu machen? Meiner Erfahrung nach ja.

Kommt halt an, wo für dich "relevant" anfängt. Wenn jeder Mittelwertunterschied, egal wie klein, zwischen zwei Gruppen schon "relevant" ist, stimmt das wohl, aber mit der Argumentation kann man jede Form von Diskriminierung rechtfertigen. Jeder tausendste Schwarze klaut, aber nur jeder Fünftausendste Weiße? Ich lasse keine Schwarzen mehr in meinen Laden.



Und warum ist das ein no go?

Weil du in der Regel kein Instrument hast, das auf der anderen Seite Ghettoisierung verhindert. Wenn du keine Ghettos willst, reicht es ja nicht, dass du verhinderst dass in manchen Stadtvierteln nur Ausländer wohnen. Du musst auch irgendwie garantieren, dass in den Stadtvierteln, in denen bisher wenige Ausländer wohnen, mehr Ausländer hinziehen, sonst geht die Rechnung schon rein mathematisch nicht auf.
 
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Hätte ich nichts gegen, hört sich gut an. Aber der o.g. Faktor muss mE berücksichtigt werden, daher ist die Ethnie eben doch wichtig - aber natürlich nicht in jedem Stadtteil. Ich sag mal Hamburg Eppendorf oder so droht jetzt nicht unbedingt die Ghettoisierung.
Da hätte ich nichts gegen. Das ließe sich technisch ja easy verbinden, indem man die Loschance anhand des sozialen Status' senkt oder erhöht, umgekehrt dazu, was im betreffenden Viertel gerade vorherrscht. ;)
Das Problem wird sein, dass der Spielraum praktisch begrenzt ist, weil sich viele Migranten in teuren Gegenden schlicht keine Wohnung leisten können. Wenn du sie gleichzeitig aus den günstigen Migrantenvierteln raushalten willst, werden sie dadurch de facto wohnungslos.
Jetzt kann man sich natürlich auf den Standpunkt stellen, dass sie halt nach Brandenburg oder Sachsen aufs Dorf ziehen sollen. Ob das der Integration bspw. am Arbeitsmarkt jetzt wirklich förderlich ist, wage ich zu bezweifeln.

Langfristig lässt sich nur dagegen halten, indem man bspw. sozialen Wohnungsbau gleichmäßig über die Stadt verteilt. Warum nicht mal ein paar Villen in Zehlendorf und Dahlem aufkaufen und da Mehrfamilienhäuser aufstellen? :deliver:
 
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parats'

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Der feuchte Technokratentraum wäre imo, dass jede Wohnung öffentlich ausgeschrieben werden muss und dann eine externe Stelle unter allen geeigneten Bewerbern auslost, wer die Wohnung kriegt, wobei Eignung sich streng danach richtet, ob die finanzielle Leistungsfähigkeit plausibel ist (Einkommen, Schulden, eventuelle Mietrückstände u.ä.). Dazu könnte man noch eine Priorisierung anhand der effizienten Wohnraumnutzung vornehmen, z.B. dass bei großen Wohnungen Mehr-Personen-Hausstände grundsätzlich bevorzugt werden gegenüber Singles.
Sofern Wohnungen in öffentlicher und nicht privater Hand liegen, y not?
Die Genossenschaften hier in Hamburg machen das schon so, da wird auch ziemlich genau geschaut an wen die Wohnung gegeben wird.
Ob man das noch, wie von Heator angemerkt, an die Ethnie koppeln muss ist ein anderes Thema.
Wenn man einen guten Drittelmix im Wohnungsbestand hat, dann mischt sich das eigentlich schon gut durch.
 

GeckoVOD

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Und warum ist das ein no go? Es ist doch ein perfektes Mittel um Ghettoisierung zu verhindern und Parallelgesellschaften aufzusprengen, noch bevor sie entstehen.
Ich sehe deine Vermutung, aber es ist nur eine. Als Stadt hast du real nicht jede Wohnung unter deiner Kontrolle, sondern maximal eine Häuserzeile. Das Außenrum kannst du nicht oder nur wenig beeinflussen. Sich großartige Gedanken über Gentrifizierung zu machen geht da eher weniger auf, da du die ankommenden Mieteranfragen nur bedingt lenken kannst. Durch die Bank allgemein Mieter aufgrund zugeschriebener oder äußerlicher Merkmale allgemein ablehnen ist diskriminierend. Dein Vorschlag in etwas durchdachter wäre eher Prozentteile zu lenken, indem man Alternativen anbietet - mit wohl eher fraglicher Erfolgsquote.
 
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Wenn du keine Ghettos willst, reicht es ja nicht, dass du verhinderst dass in manchen Stadtvierteln nur Ausländer wohnen. Du musst auch irgendwie garantieren, dass in den Stadtvierteln, in denen bisher wenige Ausländer wohnen, mehr Ausländer hinziehen, sonst geht die Rechnung schon rein mathematisch nicht auf.

Ja klar, die Menschen müssen ja irgendwo wohnen. Ich bin deshalb ja auch für sozialen Wohnungsbau in allen Stadtvierteln, damit es eben nicht zu dieser Ghettoisierung kommt. Wobei sozialer Wohnungsbau jetzt nicht nur "Hartz 4" Wohnungen meint, sondern eben von der Stadt gebaute Wohnungen, die zu staatlich garantierten Preisen vermietet werden, so wie hier in Hamburg von der SAGA und co.

Durch die Bank allgemein Mieter aufgrund zugeschriebener oder äußerlicher Merkmale allgemein ablehnen ist diskriminierend. Dein Vorschlag in etwas durchdachter wäre eher Prozentteile zu lenken, indem man Alternativen anbietet - mit wohl eher fraglicher Erfolgsquote.

Das war ja genau mein Vorschlag, siehe vorletzten Post. Und natürlich geht es nur in Wohnungen, die der Stadt gehören. Das können aber durchaus viele sein, wenn die Stadt aktive Wohnungspolitik betreibt, siehe das Musterbeispiel Wien. Ich wüsste jetzt nicht, wieso die Erfolgsquote fraglich sein soll, wenn man es hinkriegt, dass in einerm Viertel nicht mehr als meinetwegen 10% einer Ethnie wohnen und das kombiniert mit anderen soziokulturellen Parametern (es ist natürlich auch niemandem geholfen, wenn dann in einem Viertel nur Türken, Russen, Araber, Afrikaner usw. zusammen wohnen aber alle Hartz4 beziehen), dann kann man dass mE schon ganz gut steuern.
 
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Sofern Wohnungen in öffentlicher und nicht privater Hand liegen, y not?
Die Genossenschaften hier in Hamburg machen das schon so, da wird auch ziemlich genau geschaut an wen die Wohnung gegeben wird.
Ob man das noch, wie von Heator angemerkt, an die Ethnie koppeln muss ist ein anderes Thema.
Wenn man einen guten Drittelmix im Wohnungsbestand hat, dann mischt sich das eigentlich schon gut durch.
Warum sollte das bei Wohnungen in privater Hand nicht gehen? Ich unterstelle in diesem Gedankenexperiment, dass man politischen Widerstand überwinden kann.
 

parats'

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Mich würde das Motiv interessieren - ging es wirklich darum Ausländer abzuweisen, oder ging es darum krasse Konzentrationen bestimmter Ethnien in einem Block o.Ä. zu verhindern, also das, was Dänemark zum Beispiel seit Neuestem macht. Letzteres ist nämlich absolut richtig und wichtig, allein schon aus eigener Erfahrung. Wenn man neu in ein Land kommt und in das Viertel zu ziehen, wo alle Landsleute wohnen, ist es das Schlimmste was man sich und seinen Kindern in Sachen Integration antun kann.
nur eben, dass es hier nicht um eine durchmischung ging, sondern menschen schlicht nicht für die wohnung in frage kamen, sobald sie in eine der kategorien landeten.

was anonymisierung betrifft bei wohnungbewerbungen: sie waren nie ein allheilmittel und werden es auch nie sein, aber die chance auf ein persönliches gespräch mit dem vermieter oder mit dem künftigen arbeitgeber bzw. eine persönliche besichtigung und vorstellung ist tausend mal mehr wert, als jede sprachänderung oder umbenennung einer straße es jemals sein könnte. davon bin ich überzeugt. wenn das mal in die köpfe unserer idpol warrior ginge, wäre schon einiges gewonnen :(
 
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Warum sollte das bei Wohnungen in privater Hand nicht gehen? Ich unterstelle in diesem Gedankenexperiment, dass man politischen Widerstand überwinden kann.
Naja weil das ein ganz anderes Paar Schuhe ist. Du sprichst ja nun davon Menschen vorzuschreiben, was sie mit ihrem Privateigentum zu tun ahben und mit wem sie Verträge abzuschließen haben. Das sind massive Eingriffe in direkt eine ganze Reihe von Grundrechten, vom Eigentumsrecht bis zum Recht auf Privatautonomie und dem Recht der freien Berufsausübung. Das fliegt nicht.

nur eben, dass es hier nicht um eine durchmischung ging, sondern menschen schlicht nicht für die wohnung in frage kamen, sobald sie in eine der kategorien landeten.

Ja genau und meine Frage war deshalb: warum? Also aus stumpfem Ausländerhass oder ging es darum die Durchmischung sicherzustellen. Das war mir aus deinen Ausführungen und dem Artikel nicht so ganz klar.
 

Benrath

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Ich würde es dabei belassen oder jemand findet den dazu passenden Thread oder schlägt mir einen Threadtitel vor.
 
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Naja weil das ein ganz anderes Paar Schuhe ist. Du sprichst ja nun davon Menschen vorzuschreiben, was sie mit ihrem Privateigentum zu tun ahben und mit wem sie Verträge abzuschließen haben. Das sind massive Eingriffe in direkt eine ganze Reihe von Grundrechten, vom Eigentumsrecht bis zum Recht auf Privatautonomie und dem Recht der freien Berufsausübung. Das fliegt nicht.
Es ist afaik geltende Rechtsprechung des BVerfG, dass Wohnen ein Bereich von so großer sozialer Bedeutung ist, dass starke Eingriffe in das Eigentum grundsätzlich gerechtfertigt sein können.
Ich persönlich würde sogar so weit gehen, dass jede Wohnung einen Teil hat, an dem es überhaupt kein legitimes Eigentum geben kann, denn Raum kann man nicht herstellen, insbesondere kann man begehrten Wohnraum nicht allein herstellen, wohl aber davon profitieren.
Insbesondere entstehen dem Vermieter bei diesem Eingriff kaum substantielle Nachteile - ja, er kann sich nicht nach Gut(sherren)dünken aussuchen, wer bei ihm einzieht. Aber der Standardfall ist, dass er in seiner Wohnung investiert hat und eine gewisse Miete einnehmen möchte. Das ist von der konkreten Wahl des Mieters völlig unberührt. Eingriffe in die Miethöhe sind nach unserem Recht ja auch in Ordnung, obwohl sie das Kernanliegen des Vermieters regelmäßig viel stärker tangieren.

Imo wäre so eine Regelung letztlich nur eine konsequente Umsetzung des AGG, die sich ohne derartige Eingriffe niemals kontrollieren lassen wird - wie soll irgendein Mieter jemals wissen, dass er diskriminiert wurde?
 

GeckoVOD

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Ich würde es dabei belassen oder jemand findet den dazu passenden Thread oder schlägt mir einen Threadtitel vor.
Urbanistik
Gentrifizierung
sozialer Wohnungsbau
...
irgendwas, ist doch egal.
€: Wenn du movest, kannst du den hier gerne löschen
 
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GeckoVOD

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Ulm ist da wohl der Leuchtturm.
Ja klar, die Menschen müssen ja irgendwo wohnen. Ich bin deshalb ja auch für sozialen Wohnungsbau in allen Stadtvierteln, damit es eben nicht zu dieser Ghettoisierung kommt. Wobei sozialer Wohnungsbau jetzt nicht nur "Hartz 4" Wohnungen meint, sondern eben von der Stadt gebaute Wohnungen, die zu staatlich garantierten Preisen vermietet werden, so wie hier in Hamburg von der SAGA und co.



Das war ja genau mein Vorschlag, siehe vorletzten Post. Und natürlich geht es nur in Wohnungen, die der Stadt gehören. Das können aber durchaus viele sein, wenn die Stadt aktive Wohnungspolitik betreibt, siehe das Musterbeispiel Wien. Ich wüsste jetzt nicht, wieso die Erfolgsquote fraglich sein soll, wenn man es hinkriegt, dass in einerm Viertel nicht mehr als meinetwegen 10% einer Ethnie wohnen und das kombiniert mit anderen soziokulturellen Parametern (es ist natürlich auch niemandem geholfen, wenn dann in einem Viertel nur Türken, Russen, Araber, Afrikaner usw. zusammen wohnen aber alle Hartz4 beziehen), dann kann man dass mE schon ganz gut steuern.
Muss ich mir mal anschauen, bin selbst eher noch Laie in dem Thema, find's aber aus beruflichen Gründen gerade spannend, da meine Kunden häufig(er) aus dem sozialen Wohnungsbau kommen. Die meisten dieser verschreiben sich im Portfoliomanagement entsprechender strategischer Ziele.
Mal so rausgekotzt, die Haupthürde in der Praxis dieser Art von Wohnungsbau liegt dann halt im eigenen Budget. Der Bestand, egal wo, kostet ein Scheißgeld, v.a. in Hinblick auf die aktuellen Gesetze außenrum. Der 0815-Besitzer hat halt seine DIN-Normen und VDMA-Vorschriften zu erfüllen, das ist schon eine Latte an Begehungen, Reparaturen und Ausbesserungen um rechtlich "okay" dazustehen. Beim Rest kommen dann die Klötze BTHG-Neuerung (je nach Art, wen man da mischen will) und nun auch CO2-Bepreisung, die in die Strategie muss - sind ja Sonderausgaben. Aber wurst, sind hoffentlich erstmal einmalig, auch wenn es ein Batzen ist. Mit dem Rest müsstest du dann halt entsprechende Grundstücke kaufen, eventuell bebauen oder wohl teuer renovieren, um dann eine fragliche Rendite zu erzielen. Ist ja nicht so, als ob so ein Klotz mit 64 Wohnungen und einem Anteil von 20% Minderheit den typischen Yuppie anlockt, weil is ja so cool.
Denke mal bei Städten sieht es regional auch so aus, da spielt der Haushalt eine große Rolle. Vorschriften "von oben" fänd ich schon sinnvoll, aber irgendwie muss dann halt das Geld dafür folgen und auch gegen regionale Widerstände durchgepresst werden. Ist ja schon ein Rutenlauf eine KiTa oder ein Hospitz gegen den Willen des Viertels zu planen, da kommen dann plötzlich alle mit irgendwelchen Anliegen.
 
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Es ist afaik geltende Rechtsprechung des BVerfG, dass Wohnen ein Bereich von so großer sozialer Bedeutung ist, dass starke Eingriffe in das Eigentum grundsätzlich gerechtfertigt sein können.

Das BVerfG hat niemals gesagt, dass man deshalb Grundrechte völlig entkernen könnte. Die Sozialbindung des Eigentums ist ja keine Erfindung des BVerfG sondern steht im Gesetz. Sie führt aber auch nach BVerfG Rechtsprechung mit Nichten dazu, dass privater Wohnraum zur Verfügungsmasse von Sozialpolitik wird.

Ich persönlich würde sogar so weit gehen, dass jede Wohnung einen Teil hat, an dem es überhaupt kein legitimes Eigentum geben kann, denn Raum kann man nicht herstellen, insbesondere kann man begehrten Wohnraum nicht allein herstellen, wohl aber davon profitieren.

Wer kann denn schon irgendwas alleine herstellen? Du kannst auch ein Auto nicht alleine herstellen.

Insbesondere entstehen dem Vermieter bei diesem Eingriff kaum substantielle Nachteile - ja, er kann sich nicht nach Gut(sherren)dünken aussuchen, wer bei ihm einzieht.

Und das ist kein Nachteil? Stell dir vor du hast dir mühesam eine kleine Eigentumswohnung als Altersvorsorge zusammengespart und musst die jetzt an jeden dahergelaufenen Messi vermieten, der dir schon auf 10m Entfernung nach Schweiß und Alk riecht und du darfst den nicht ablehnen, weil der unter irgend eine Quote fällt?

Aber der Standardfall ist, dass er in seiner Wohnung investiert hat und eine gewisse Miete einnehmen möchte.

Der Standardfall ist bei nicht-Großvermietern eher, dass sie darauf hoffen mit der Miete die Kreditraten einigermaßen bezahlen zu können.

Das ist von der konkreten Wahl des Mieters völlig unberührt.
Ganz ganz falsch. Du brauchst nur einen einzigen Scheissmieter und deine ganzen Lebensersparnisse sind im Arsch und deine persönliche Hölle beginnt.

Eingriffe in die Miethöhe sind nach unserem Recht ja auch in Ordnung, obwohl sie das Kernanliegen des Vermieters regelmäßig viel stärker tangieren.

Was etwas VÖLLIG anderes ist als dich zum Vertragsschluss mit jemandem zu zwingen.

Imo wäre so eine Regelung letztlich nur eine konsequente Umsetzung des AGG, die sich ohne derartige Eingriffe niemals kontrollieren lassen wird - wie soll irgendein Mieter jemals wissen, dass er diskriminiert wurde?

Wie soll ein Vermieter jemals beweisen, dass er nicht diskrminiert hat? Wenn das AGG auf private Näheverhältnisse übertragen wird, führt das zu völlig wahnsinnigen Ergebnissen - hast du das mal durchdacht? Das bedeutet, dass ein schwarzer Bewerber für die WG diese auf SE verklagen könnte, wenn sie einen weißen Bewerber annimmt statt ihm. Das ist doch völlig wahnsinnig, du kannst Leuten doch nicht vorschreiben mit wem sie leben sollen wtf.
 

GeckoVOD

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Und das ist kein Nachteil? Stell dir vor du hast dir mühesam eine kleine Eigentumswohnung als Altersvorsorge zusammengespart und musst die jetzt an jeden dahergelaufenen Messi vermieten, der dir schon auf 10m Entfernung nach Schweiß und Alk riecht und du darfst den nicht ablehnen, weil der unter irgend eine Quote fällt?
Was ist denn das bitte für ein Konstrukt, bitte mal realistisch bleiben. Entweder du hast die Wohnung in einer halbwegs begehrten Lage, da ergibt sich dann automatisch eine Auswahl an Mietern. Es geht in erster Linie um die Begründung, warum du jemand ablehnst. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage selbst bei einer anonyem Bewerbung (kein Foto, kein Name, kein Beruf, keine Schufa) kannst du schon wirklich krasse Fälle aussortieren, allein aufgrund des Schriftbilds und des Ausfüllens der minimalen Restangaben. Und selbst dann hast du noch Begehungen und Gespräche, die dir etwas Auswahl geben, nach denen du dich mit minimalem Rauswinden wehren kannst. Davon ab, Messis, Mietnomaden und andere Problemkartoffeln erkennt der deutsche Michel nicht zwangsweise, selbst wenn man ihn warnt.
 

Gustavo

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Wie soll ein Vermieter jemals beweisen, dass er nicht diskrminiert hat? Wenn das AGG auf private Näheverhältnisse übertragen wird, führt das zu völlig wahnsinnigen Ergebnissen - hast du das mal durchdacht? Das bedeutet, dass ein schwarzer Bewerber für die WG diese auf SE verklagen könnte, wenn sie einen weißen Bewerber annimmt statt ihm. Das ist doch völlig wahnsinnig, du kannst Leuten doch nicht vorschreiben mit wem sie leben sollen wtf.

In seinem Modell schreibst du ja auch niemandem vor mit wem du zu leben hast, du schreibst lediglich vor dass du dir die Person nicht aussuchen darfst, den Rest entscheidet das Los. Ich muss auch sagen dass ich, unabhängig ob das BVerfG das jetzt rechtsdogmatisch genauso sieht, deine Meinung für nicht sehr stringent und die Eingriffstiefe nicht für wahnsinnig hoch halte im Vergleich zu anderem, was erlaubt ist. Wäre ja ein Leichtes, eine Sonderabgabe von allen Vermietern zu verlangen, um etwaige Schäden an der Mietsubstanz durch asoziale Mieter bei dem kleinen Anteil an Vermietern zu lindern, bei denen sie als cluster Risiko anfallen.
Aber Fakt ist wohl auch: Es gibt in Deutschland nun mal mehr Asoziale als es Sozialwohnungen gibt und wir können die Sozialwohnungen ja nun mal schlecht nur auf Asoziale beschränken. Gleichzeitig wäre es als public policy eine Katastrophe wenn wir mehr Obdachlosigkeit zulassen würden, als wir durch Armutszuwanderung aus der EU plus hiesige Menschen mit psychischen Problemen/freier Entscheidung zur Obdachlosigkeit haben.
 
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Ich mache hier doch keine absoluten Aussagen, sondern lasse nur meinen Gedanken freien Lauf. Bei WGs würde ich das auch anders sehen, weil es eine viel persönlichere Entscheidung ist, mit wem man zusammenwohnt. Bei Großvermietern hätte ich hingegen überhaupt kein Problem damit. Jetzt gilt es sich zu überlegen, wie man die Fälle dazwischen sinnvoll abgrenzt.
Das Risiko, dass der Vermieter durch so eine Regelung nachhaltig geschädigt wird, scheint mir gering. Und du tust so, als gäbe es in so einem System keine Kontrolle mehr. Es geht lediglich darum, die Faktoren aus der Entscheidung herauszufiltern, die für eine effektive Kontrolle nicht nötig sind, aber durchaus Anlass zur Diskriminierung geben.
Wenn es allein um das finanzielle Risiko geht, dann soll der Staat halt als Bürge auftreten, damit die Vermieter dieses Landes weiterhin ruhig schlafen können.

[edit]
Was Gustavo sagt, unterschreibe ich zu 100%.
 
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Ja genau und meine Frage war deshalb: warum? Also aus stumpfem Ausländerhass oder ging es darum die Durchmischung sicherzustellen. Das war mir aus deinen Ausführungen und dem Artikel nicht so ganz klar.
Es ist dort ja auch der entsprechende Bericht verlinkt...und der klingt nun wirklich nicht danach, dass die versucht haben auf eine gewisse Verteilung hinzusteuern
 
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Ja mit einer Sozialabgabe von Großvermietern aus denen Kleinvermieter entschädigt werden bzw. staatliche Bürgschaften könnte ich gut leben. Dass aber Kleinvermieter stets mit einem Bein im Ruin stehen, ist kein Hirngespinnst @ Gecko, sondern absoluter Alltag in deutschen Amtsgerichten und als Vermieter stehst du in unserem Mietrecht halt sehr schlecht dar. Du hast kaum eine Chance Asoziale aus der WOhnung zu bekommen.

Auf einem anderen Blatt steht, ob das den Wohnungsbau nun fördert oder eher behindert. Ich vermute eher ersteres, warum sollte ich so ein hohes Risiko eingehen und Wohnungen zum Vermieten bauen/kaufen, wenn ich mir nicht mal meinen Vertragspartner aussuchen darf?
 

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Ja mit einer Sozialabgabe von Großvermietern aus denen Kleinvermieter entschädigt werden bzw. staatliche Bürgschaften könnte ich gut leben. Dass aber Kleinvermieter stets mit einem Bein im Ruin stehen, ist kein Hirngespinnst @ Gecko, sondern absoluter Alltag in deutschen Amtsgerichten und als Vermieter stehst du in unserem Mietrecht halt sehr schlecht dar. Du hast kaum eine Chance Asoziale aus der WOhnung zu bekommen.

Auf einem anderen Blatt steht, ob das den Wohnungsbau nun fördert oder eher behindert. Ich vermute eher ersteres, warum sollte ich so ein hohes Risiko eingehen und Wohnungen zum Vermieten bauen/kaufen, wenn ich mir nicht mal meinen Vertragspartner aussuchen darf?
Dann beenden wir das halt hier, es ist im Rahmen der Diskussion ein Scheingefecht. Ich weiß was du meinst, aber ehrlich, die Art von Kleinvermieter ist auch aus einem Grund Kleinvermieter und hat die Probleme, die sie haben. Für's Gesamtbild spielen die aber eher keine Rolle, können vma. 'wirtschaften' wie sie wollen.
Krasser sind dann halt Konzerne, die den Markt wirklich prägen. Fände hier eine Wahl eventuell sinnvoll: Wenn ich so einen Klotz mit 100+ WE aufziehen kann, dann müssen halt x% davon eine Quote irgendeiner Art erfüllen (vma. mit Förderung entsprechend Regionalsatz), die ich regional bestimme. Egal ob Hartz, GGW, Migrant oder Flüchtling. Wenn das nicht geht, dann halt eine fortlaufende Abgabe in Höhe, die dem Wohnraum (Lage) tatsächlich entspricht, damit es schmerzt und ich entsprechende Alternativen im gleichen Quartier (nicht Viertel) finanziere. Ähnliche saftige Abgaben wären auch sinnvoll für Wohnbaulücken, auf deren Grundstückswert spekuliert wird.
 
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Ich weiß was du meinst, aber ehrlich, die Art von Kleinvermieter ist auch aus einem Grund Kleinvermieter und hat die Probleme, die sie haben. Für's Gesamtbild spielen die aber eher keine Rolle, können vma. 'wirtschaften' wie sie wollen.

Wovon redest Du? In Deutschland werden die meisten Wohnungen von Kleinvermietern vermietet. Ich glaube du hast da ein ganz komisches Bild aus der PResse vor Augen nach dem die meisten Wohnungen von irgendwelchen Konzernen vermietet werden. Das stimmt nicht.

Krasser sind dann halt Konzerne, die den Markt wirklich prägen.

Again, ich glaub du hast eine falsche Vorstellung davon, wer in Deutschland vermietet.

Die meisten Wohnungen in Deutschland werden nicht von Wohnungsunternehmen, sondern von Privatleuten vermietet. Und anders als viele Mieter vermuten, ist das Vermietungsgeschäft keine Goldgrube – im Gegenteil: Wegen der vielen Auflagen ist es zuletzt finanziell immer unattraktiver geworden.

 
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Zum Topic: um die Wohnungssuche hat sich bei uns meine Freundin gekümmert. Nahbereichsempirie zählt nicht, aber ihr deutscher Name hat es uns meine ich leicht gemacht. Da hatte ich in der Vergangenheit andere Erfahrungen; keine war unangenehm, aber es gab mehr absagen. Könnte natürlich auch Zufall sein.
 
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.Dass aber Kleinvermieter stets mit einem Bein im Ruin stehen, ist kein Hirngespinnst @ Gecko, sondern absoluter Alltag in deutschen Amtsgerichten und als Vermieter stehst du in unserem Mietrecht halt sehr schlecht dar. Du hast kaum eine Chance Asoziale aus der WOhnung zu bekommen.
Naja. Vor dem Amtsgericht landen logischerweise gerade die Streitfälle. Die müsste man ins Verhältnis zu allen Mietverhältnissen setzen. Gibt sicher irgendwo Zahlen dazu.
Grundsätzlich habe ich allerdings überhaupt kein Problem damit, dass man was für Vermieter tut, die an Asoziale geraten.
Der Staat und die Gesellschaft haben ein Interesse daran, dass auch asoziale Mieter nicht auf der Straße landen. Wenn ein soziales Mietrecht das verhindert, ist es imo nur fair, dass man einzelne Vermieter, die dadurch benachteiligt sind, entschädigt.
Am Ende leiden sonst nämlich auch die braven Mieter, die mit den problematischen gewisse oberflächliche Merkmale teilen, weil die Vermieter sich doppelt und dreifach absichern. Das ist auch nicht im Interesse der Allgemeinheit.
 

GeckoVOD

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Wovon redest Du? In Deutschland werden die meisten Wohnungen von Kleinvermietern vermietet. Ich glaube du hast da ein ganz komisches Bild aus der PResse vor Augen nach dem die meisten Wohnungen von irgendwelchen Konzernen vermietet werden. Das stimmt nicht.



Again, ich glaub du hast eine falsche Vorstellung davon, wer in Deutschland vermietet.




Edit: In netter, sorry für den gereitzten Ton.

Ja, deine Statistiken waren mir bewusst, eventuell reden wir aneinander vorbei: der "kleine" Privatvermieter ist mir, wie ich schrieb, egal, weil er nicht der relevante Teil des Bildes ist. Es würde nicht schaden, wenn du deine Quellen a) nicht als ersten Google-Treffer droppst, b) wenn, dann schon ganz und im Detail liest und c) nicht aus der Brille des Anwalts für Mieterrecht im Kleinstbereich urteilst.

Dein Link beschreibt im Nebensatz die (aus meiner Sicht) relevante Information Privatmieter seien in Städten unterbesetzt. Sprich: das platte Land ist erstmal egal, wodurch schon einige dieser Personen wegfallen. Weiterhin sollte man auch die Zahlen qualitativ näher betrachten, wie z.B. hier durch Mikrozensusdaten: https://www.gdw.de/media/2020/07/2019-12-09-anbieterstruktur-wohnungsmarkt.pdf

Der Privatvermieter wird sehr selten mehr als 10-20 Wohneinheiten kontrollieren, sondern eher Einfamilienhäuser, Einzelwohnungen oder kleine Hochbauten / Reihenhäuser besitzen. Die sind aber nicht das alleinige ausschlaggebende Element, wenn aus urbanistischer Sicht gentrifiziert werden soll, sondern eine Facette des Bilds.

Wie ich schon zugab, ich sehe es aktuell selbst aus der Brille von sozialen Trägern, meist noch fokussiert auf kirchlichen Hintergrund (oder ehemaliger kirchlicher Hintergrund). Das mag verzerren.

Fakt ist, dass größere Konzerne und Portfolioverwalter das Bild in Problemvierteln schnell direkt oder wichtiger, indirekt, prägen, da:

- diese meist ganze Areale anlegen, sprich: mehr als nur eine Häuserzeile, sondern Wohnungskomplexe (egal ob Hochbauten, Reihenhäuser oder Appartmentcluster). Diese werden dann entsprechend saniert und mit Infrastruktur (Parkhäuser, Grünflächen) versehen, die einfach das Wunschklientel für entsprechende Rendite reinholen. Sollte soweit klar sein. Ergo ergibt sich weniger Möglichkeit für den Stadtbau in so einer Pseudo-Community einfach gegenzusteuern, weil die Fläche weg ist.
- es gibt auch außerhalb der Wohnungswirtschaft genügend Investoren, die sich Bauflächen sichern ohne Interesse diese kurz- oder mittelfristig zu nutzen. Das schafft Wohnbaulücken und macht den Einkauf der Restflächen schwierig und teuer.

Beide Effekte treffen häufig(er) aufeinander und es entsteht ein Quartier oder ein Viertel, das eben eine Homogenität des eher gehobenen sozialökonosichen Mieterklientels anlockt. Parallel entwerten solche Investments schnell andere Quartiere, in denen es beide Effekte nicht oder kaum gibt - und so entsteht der Nährboden für ein 'Problemviertel', weil es weniger attraktiv ist.

Das ergibt zwei Schwierigkeiten, wenn man klassisch an das Problem gibt:
- Invest in die guten Viertel sind teuer, wenn man sozialen Wohnraum schaffen will, besonders da geförderter Wohnraum so gut wie keine Rendite abwirft
- Invest in die schlechten Viertel machbar sind, du aber dort eigentlich die Besserverdiener hinlocken möchtest, die aber da nicht mehr hinwollen

Daher meine Forderung gerade diese Lückenbesetzer hart zu bestrafen, weil passender Wohnraum einfach eine knappe Ressource ist, die allerdings schon mehr als nur "irgendwo" öffentliches Gut darstellt und
die Betreiber kommerzieller Vermietung eine Verpflichtung aufzudrücken

Nochmal: Was die privaten außenrum machen ist mir egal, jeder Eingriff dort ist deutlich komplizierter und erfolgt mit Interssensabwägung. Deren "Rechte" würde ich eher bei der Mitsprache bei der Errichtung von Zweckgebäuden in der Nachbarschaft reduzieren: Konkret was formaljuristische Begehren gegen KiTas, Kindergärten, Hospitze und ähnlichem angeht. Das ist einfach unnötig.
 
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