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Deutschlands Gesellschaft in Zukunft

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Ich will hier mal über Deutschlands Gesellschaft in Zukunft diskutieren.

Auf Arbeit, im Bekanntenkreis, in den Nachrichten überwiegt gefühlt immer das Negative, es gibt eventuell einen Bias und schlechte Nachrichten verkaufen sich halt auch besser.

Deswegen will ich das mal hier im Forum diskutieren mit relativ Fremden, wie ihr das so seht.

Ich für mich habe keine Geldprobleme mit einem recht durchschnittlichen Job. Ist allerdings natürlich auch mit leidiger Vollzeitarbeit erkauft, wodurch Freizeit sich in Grenzen hält.

Und damit komme ich locker zurecht. Keine besonders teuren Ausgaben, natürlich auch keine Kinder.

Bin ich da schon privilegiert? Ich glaube, in Deutschland jammern die meisten Leute viel rum, weil das nie schaden kann und oft Vorteile bringt, wenn man sich laut bemerkbar macht.

Was mir auffällt ist, dass die Zahl der Asozialen und das Ausmaß an Aggressivität stark zugenommen hat. So empfinde ich es zumindest. Und das macht mir am meisten Sorgen.

Viele Leute sind gefühlt einfach NPCs, denen alles egal ist.

Ich gehe nur noch sehr ungern in Supermärkte. Wenn es ein wenig voller wird, gibt es anscheinend keine Regeln mehr, alle laufen wild durcheinander.

Das gilt leider für alle Orte, wo man mit Menschen mehr oder weniger auf Tuchfühlung gehen muss, aber die meisten kann man ziemlich gut meiden, bis auf Supermärkte mehr oder weniger, da kommt man mit der Gesellschaft halt in Berührung.


Diese ganze Geldsache - das ist für mich ausgemacht. Dass Deutschland ärmer wird und andere Länder sich mehr vom globalen Kuchen holen, ist für mich schon seit langem klar. Ich habe damit auch kein Problem. Wenn man hier einen durchschnittlichen, erträglichen (also kein Gesundheitswesen, Einzelhandel etc. 🙄) Job hat und aufs Geld ein wenig guckt, wird man auch noch klarkommen, wenn alles 20-30% teurer wird - mit sparen ist dann natürlich nicht mehr viel.

Wie gesagt, das treibt mich weniger um als gefühlt die Spaltung der Gesellschaft und großen Parallelgesellschaften, mit denen ich mich nicht identifizieren kann - Reiche, Rentner, Arbeitslose. Und damit einhergend schlicht und einfach gesagt ein immer größerer Narzissmus, Egoismus, Abstumpfung und Aggressivität, die ich meine zu beobachten.

Jetzt mal die Frage an euch: ist das etwas, wo ich mich ein wenig reinsteigere, oder seht ihr das auch so? Wie seht ihr die Zukunft der Gesellschaft hier? Lebt ihr noch gut und gerne hier, wenn ihr das direkte Umfeld mal ausklammert? Haltet ihr das für ein Deutschlandspezifisches Problem?
 
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Also erstmal vorneweg ich denke die meisten dieser Sachen wird es nahezu überall auf der Welt geben (oder sagen wir mal in den G7 oder so), bei dem ein oder anderen geht die Entwicklung in Deutschland vielleicht schneller und an anderen Ecken langsamer und ich geh mal bewusst primär auf die breite Masse ein, es wird natürlich auch weiter einen Anteil geben der in glücklicherer Position sein wird (auch wenn der Anteil tendentiell glaub ich schrumpft).

Ich denke für viele wird der Job immer stressiger werden, da einfach die Erwartungen immer mehr ins Unermessliche steigen, wie üblich wird natürlich mehr leisten nicht wirklich mit mehr Geld belohnt oder jedenfalls nicht auf einem nennenswerten Niveau. Wie weit die Jobs dann zum "Leben reichen" wird denk ich auch noch ein wenig davon abhängen wie die Geopolitik sich entwickelt, da kann ja viel oder wenig Einfluss herkommen, wenn wir alle Nase lang sowas wie Straße von Hormuz haben wird das natürlich schwieriger. Allgemein wird die durchschnittliche Zeit die man im selben Job beim selben Arbeitgeber macht denk ich weiter sinken, zum einen weil die Firmen ja immer wieder kurzfristig denken und dann "umstrukturieren", zum anderen weil es immer mehr vorkommen wird das sich der individuelle Arbeitsplatz in einen unerträglichen, lebensaussagenden Haufen Scheiße verwandelt und sich dann der Arbeitnehmer woanders umguckt.
Ich geh ja auch davon aus, dass wir irgendwann sowas wie eine französische Revolution wieder haben werden...aber ob das nun in 15 oder 50 Jahre passiert 🤷‍♂️

Asis und Agressivität wird auch weiter zunehmen, denn man findet immer irgendwen der einen bestätigt das man im Recht ist (und sei es nur weil man danach auf Social Media natürlich nur so halbgar wieder gegeben hat) und weil man ja von genügend anderen auch Asi behandelt wird, sinkt auch die Schwelle sich selbst mal "gehen zu lassen". Regeln sind sowieso nur was wo sich Trottel dran halten und so ^^.

Parallelgesellschaften...jo wir sind ja schon soweit, dass sich quasi in den Bubbles Sub-Bubbles bilden und wir kommen nicht auch nur einen Hauch näher, dass sich da irgendwas ändert.
 
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Keine Ahnung. Vielleicht habe ich da auch eine dumm-naive Vorstellung, dass Leute mehr zusammenhalten, wenn Gesellschaften ärmer werden, aber es geht eher in die andere Richtung.

Das Zusammenhalten bezieht sich dann wohl eher auf familiäre Verhältnisse (wenn überhaupt) und da sind Leute mit größeren Familien dann klar im Vorteil.

Ich hatte halt eher den Eindruck, dass Menschen in ärmeren Ländern generell happier sind als Deutsche, bin aber auch nicht weitgereist, um das wirklich zu beurteilen.

Also dass der Zustand einer Gesellschaft jetzt nicht unbedingt damit korreliert, wie reich eine Gesellschaft ist (solange sie nicht so arm ist, das es keine 4 Wände und nix mehr zu essen gibt).
 
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Naja in vielen von diesen Ländern geht es zumindest leicht Berg auf und die aktuelle Generation mag "mehr" (ob nun Materielles oder halt Bildung/Rechte/Freiheiten) haben als die ganzen Generationen davor, während wir in Zentraleuropa halt von der Spitze kamen und man sich jetzt eben an Träumen vergangener Generationen abmüht (wie dem alten Sparkasse-Spot "Mein Haus, mein Auto, mein Boot"), parallel dazu einem natürlich auch an jeder Ecke präsentiert wird was für Schnickschnack man sich denn theoretisch leisten könnte...bis hin zu Werbung die einem suggeriert Kredite aufzunehmen um schick Sushi essen zu gehen.
 
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