Arbeitszeitreduktion

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Das wird sich sicherlich durchsetzen. Ganz bestimmt sogar. Vielleicht in Verbindung mit der Rente mit 89.
 

parats'

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Wenn es nach Precht geht, übernehmen doch bald Maschinen die ganze Arbeit und die Menschen können alle in Teilzeit gehen. :ugly:
 
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Warum findet man heute eigentlich so wenig über die wichtigen geschichtlichen deutschen Ereignisse in der Presse?
Progromnacht?
Mauerfall?

Wird beides nur sehr wenig behandelt finde ich.
 
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Warum findet man heute eigentlich so wenig über die wichtigen geschichtlichen deutschen Ereignisse in der Presse?
Progromnacht?
Mauerfall?

Wird beides nur sehr wenig behandelt finde ich.
ich würd vermuten es generiert wenig clicks/aufmerksamkeit. mir fällt zu den themen auch kein teaser ein, der mich interessieren würde. alles schon mal gesagt :P
 
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Das wird sich sicherlich durchsetzen. Ganz bestimmt sogar. Vielleicht in Verbindung mit der Rente mit 89.
lel, so viele dumme Meinungen bei den Jusos. Das ist ähnlich wie "keine militärische Führungsrolle für Deutschland weil ganz böse Hitler".
Man will einfach an nichts schuld sein und nirgendwo ein Risiko eingehen und alles sozialisieren. Bitte keine Eigenverantwortung, der Staat löst alle Probleme und "die Reichen" bezahlen das alles mit einer Vermögenssteuer.
Ich möchte die SPD eigentlich echt gerne mögen, weil CDU/CSU und FDP keine Option sind, und die Grünen auch genügend Klöpse bauen. Aber so … lol.

Ernsthaft, wer glaubt denn bitte, dass:
- man mit 25h in jedem Beruf die Produktivität von 40h erreicht. Das mag in gewissen Grenzen bei Bürojobs funktionieren wenn man aufhört die halbe Zeit rumzupimmeln. Aber in Produktionsjobs ist da deutlich weniger Luft.
- Menschen mit über 50 Mio Vermögen tatsächlich 50% Vermögenssteuer zahlen würden. Ich weiß genau, dass ich persönlich in dem Fall recht unmittelbar in die Schweiz oder sonstwohin ziehen würde. Und ich habe genügend Phantasie zu vermuten, dass es Menschen mit so viel Geld auch ohne einen Umzug schaffen würden sich der Besteuerung zu entziehen.
- irgendwer Deutschland noch ernstnimmt wenn wir ganz viel von Moral reden, aber nicht bereit sind ein Militär zu haben was mehr als eine Brunnenbohrbrigade ist.
 
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Auch bei Bürojobs gilt das halt auch nur für einen Teil:
  1. Leute mit sehr wenig Stressresistenz, die nach 4h Arbeit am Tag deutlich Produktivität verlieren
  2. Leute, die bei 8h am Tag eben 4h+ rumpimmeln, das aber proportional weniger tun würden, wenn die Arbeitszeit kürzer ist (doubtful, oder?)
Aber bei vielen Leuten gilt halt auch im Bürojob mehr Zeitinvest = mehr Output & schnellere Lernkurve.

Dazu auch von John Carmack:
"I find these “shorter work weeks are just as effective” articles to be nonsense, at least for knowledge workers with some tactical discretion. I can imagine productivity at an assembly line job having a peak such that overworking grinds someone down to the point that they become a liability, but people that claim working nine hours in a day instead of eight gives no (or negative) additional benefit are either being disingenuous or just have terrible work habits. Even in menial jobs, it is sort of insulting – “Hey you, working three jobs to feed your family! Half of the time you are working is actually of negative value so you don’t deserve to be paid for it!”

If you only have seven good hours a day in you, does that mean the rest of the day that you spend with your family, reading, exercising at the gym, or whatever other virtuous activity you would be spending your time on, are all done poorly? No, it just means that focusing on a single thing for an extended period of time is challenging.

Whatever the grand strategy for success is, it gets broken down into lots of smaller tasks. When you hit a wall on one task, you could say “that’s it, I’m done for the day” and head home, or you could switch over to something else that has a different rhythm and get more accomplished. Even when you are clearly not at your peak, there is always plenty to do that doesn’t require your best, and it would actually be a waste to spend your best time on it. You can also “go to the gym” for your work by studying, exploring, and experimenting, spending more hours in service to the goal.

I think most people excited by these articles are confusing not being aligned with their job’s goals with questions of effectiveness. If you don’t want to work, and don’t really care about your work, less hours for the same pay sounds great! If you personally care about what you are doing, you don’t stop at 40 hours a week because you think it is optimal for the work, but rather because you are balancing it against something else that you find equally important. Which is fine.

Given two equally talented people, the one that pursues a goal obsessively, for well over 40 hours a week, is going to achieve more. They might be less happy and healthy, but I’m not even sure about that. Obsession can be rather fulfilling, although probably not across an entire lifetime.

This particular article does touch on a goal that isn’t usually explicitly stated: it would make the world “less unequal” if everyone was prevented from working longer hours. Yes, it would, but I am deeply appalled at the thought of trading away individual freedom of action and additional value in the world for that goal."

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"I think most people excited by these articles are confusing not being aligned with their job’s goals with questions of effectiveness. If you don’t want to work, and don’t really care about your work, less hours for the same pay sounds great! If you personally care about what you are doing, you don’t stop at 40 hours a week because you think it is optimal for the work, but rather because you are balancing it against something else that you find equally important. Which is fine.

Given two equally talented people, the one that pursues a goal obsessively, for well over 40 hours a week, is going to achieve more. They might be less happy and healthy, but I’m not even sure about that. Obsession can be rather fulfilling, although probably not across an entire lifetime."
Das ist das money quote. Wenn man sich mit seinem Job identifiziert und die Zeit nicht als "Arbeitsleid" empfindet, dann schaut man selten auf die Stunden, sondern höchstens auf die Balance zwischen Privatleben und Job. Diese ganze Diskussion hängt sehr eng mit dem Entfremdungsbegriff zusammen, da bin ich ganz d'accord mit den Marxisten. Aber gleichzeitig gibt es in einer Gesellschaft welche Güterzugriff nach Leistung verteilt dann auch Ungleichheit. Da darf man dann wählen zwischen Selbstverwirklichungstrip und Ungleichheit, und die unangenehme Wahrheit ist für die meisten Menschen eben, dass ihre Arbeitskraft ersetzbar ist, und sie nicht ein tolles Leben ohne Anstrengung haben können.
Wenn wir hier beschließen, dass wir im Regelfall nur noch 20h/Woche arbeiten wollen, dann werden wir in 10-20 Jahren sehen, dass wir vielleicht eine ganz tolle work-life-balance haben, aber gleichzeitig im relativen Wohlstand (per capita) gegenüber der Weltspitze deutlich zurückgefallen sein werden, weil Länder in denen das doppelte gearbeitet wird, am Ende eben mehr Wohlstand (per Capita) haben werden. Da hilft auch ganz viel Technik nicht, weil die auch im Ausland zur Verfügung stehen wird.
 
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Exakt.
Und ich verstehe ja den Wunsch, weniger arbeiten zu wollen, wenn der Job ungeil ist.
Es ist aber wohlfeil, das als Büroarbeiter zu fordern & dabei zu behaupten, dass das für die Produktivät sogar gut sei.
Denn erstens ist das eben oft falsch, und zweitens ignoriert es die Leute mit den wirklich toughen Jobs, bei denen halt Zeit extrem stark mit Output korreliert. Ob Erzieher, Pfleger, Maurer, Paketzusteller etc.pp.
 

Benrath

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Mei also die Reduktion von 40 auf 25h hat bestimmt Folgen auf die Gesamtproduktivität, aber ob die Reduktion um 2-3 Stunden so schlimm ist.. Als ob jeder ständig am Effizienzoptimum die 10+ Stunden am Tag rackert. Ich würdet doch gar nicht merken, ob ihr mit ein paar Stunden weniger effizienter arbeitet oder in der Mehrzeit mehr Fehler macht oder einfach nur Bullshit.

Diese love your work mantra ist imho auch Bullshit. Ich mag meine Arbeit. Trotzdem fühlt sich das Mantra mehr als Rechtfertigung von zu viel Arbeit an und im akademischen Bereich wird es noch als Ausrede genutzt wenig zu zahlen, weil man doch seiner Passion folgt.
 
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Du hast insofern nicht unrecht, dass jeder bestimmt ein Bisschen Bummelei über den Tag verteilt hat, welche man nur sehr schwer wegbekommt, gerade weil man eben nicht 100% der Zeit top konzentriert sein kann. Genau das bedeutet aber auch, dass man diese 2-3 Stunden oder mehr nur dann einspart, wenn man den Rest der Zeit konzentrierter arbeitet … was eben schwer ist.
Ich glaube genau deswegen nicht daran, dass so eine Regelung riesige Auswirkungen hätte.
Und gerade in Produktionsjobs kannst Du das ziemlich vergessen. Dann braucht man für die gleiche Leistung an Kinderbetreuung eben 1,6x so viele Menschen in "Vollzeitbeschäftigung". Zu denken, dass das keine Auswirkung auf den Gesamtwohlstand hätte hielte ich für eine echt steile These.

Du hast auch nicht Unrecht damit, dass mein Argument häufig von Menschen kommt die gerne viel Arbeiten und/oder mit ihrer Arbeit verheiratet sind (siehe John Carmack). Das ist sicher nicht der Maßstab den man an alle anlegen sollte, weil es durchaus beschissene Jobs gibt, die kaum jemand gerne macht. Allerdings ist es ebensowenig sinnvoll so zu tun, als ob man folgenlos einfach die 3h-Woche bei vollem Lohnausgleich einführen könnte.

Für manche Berufe gibt es da sicher Potential, aber das ist mE begrenzt und eher zwischen 30 und 40h/Woche, als zwischen 20-30h. Am Ende ist es vermutlich ohnehin mehr vom Persönlichkeitstyp abhängig.

Ich hielte es da eher sinnvoll möglichst viel Arbeit zu automatisieren, weil damit fast 100% der Arbeitszeit gespart wird. (Wartung der Maschinen usw. kostet halt, aber sonst… )
 

parats'

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Die 40h Woche galt vor nicht mal 100j auch noch als De-Industrialisierung.
 
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Ist halt auch gar kein Problem, wenn die Produktivität sinkt. Muss man einfach nur mehr von den Reichen und Unternehmen abschöpfen und unter der Bevölkerung verteilen. Es ist mehr als genug Wohlstand da.
 

Benrath

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Hatten wir dazu nicht schonmal ein Thema??

Also Schule und Kita sind tatsächlich gute Beispiele wo die Reduktion schwierig ist. Kita noch am meisten, weil die afaik tatsächlich kaum Büroarbeit haben. Auf dem Bau z.B. wer weiß. Was ich gerade so mitbekomme, wäre es auch mal gut, wenn zwischendurch einer mehr mitdenkt bevor was gemacht wird und teilweise ist da auch Luft nach oben wer gerade was macht.

Hatte auch gesagt, dass eine Reduktion von 40 auf 25 Konsequenzen hätte.
 

parats'

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Hatte auch gesagt, dass eine Reduktion von 40 auf 25 Konsequenzen hätte.
Direkt von 40 auf 25 wird das wohl auch kaum einer bestreiten. Aber die Erwerbsbevölkerung hat auch mal 48h gearbeitet und die Reduktion hat auch nicht dazu geführt, dass wir wieder in Lehmhütten wohnen. Gestaffelt über einen mittleren Zeitraum von vielleicht 20j könnte das aber schon vorstellbar sein. Einige Jobs wären schon heute sicherlich in Teilen durch Maschinen zu ersetzen, aber menschliche Arbeitskraft kostet halt noch nicht genug.
Bei Berufen im Bereich der Pflege/Betreuung wird es in der Tat schwer, zumindest sehe ich dort kein Potenzial, was wir als Gesellschaft annehmen würden.
Die Forderung an sich ist utopisch, aber wenn man sich mal die Metallindustrie anschaut, wo 35h standard sind, dann ist der nächste Schritt auf 32 oder gar 30 nicht mehr so abwegig.
 

GeckoVOD

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[...] Aber gleichzeitig gibt es in einer Gesellschaft welche Güterzugriff nach Leistung verteilt dann auch Ungleichheit. Da darf man dann wählen zwischen Selbstverwirklichungstrip und Ungleichheit, und die unangenehme Wahrheit ist für die meisten Menschen eben, dass ihre Arbeitskraft ersetzbar ist, und sie nicht ein tolles Leben ohne Anstrengung haben können.
[...]
Ich denke mal, dass das den meisten klar ist. Wenn aber 10-20h/Woche mehr Arbeit sich nicht entsprechend im gestiegenen Wohlstand niederschlägt, dann wird die Work/Life-Balance interessanter. Sehe die Diskussion gar nichtmal relevant für die Produktion, die sind sowieso schon gut mit der 35h-Woche unterwegs und werden (meine Sicht) schon wahnsinnig gut bezahlt mit ziemlich guten Arbeitsbedingungen (mimimi Schicht Band vs. Schicht auf Station in der Pflege).
In der Pflege / Handwerk schon eher, da spielt neben Entlohnung auch die Arbeitsbedingung eine Rolle. Weniger Kohle, dafür mehr von meiner eigenen Gesundheit klingt für mich nach einem guten Deal.
 
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Das ist das money quote. Wenn man sich mit seinem Job identifiziert und die Zeit nicht als "Arbeitsleid" empfindet, dann schaut man selten auf die Stunden, sondern höchstens auf die Balance zwischen Privatleben und Job.
Solange man nicht fürs Playstation zocken und Kiffen bezahlt wird, gibt es so einen Job aber nicht. Ist ja schön für manche, wenn sie ernsthaft an Arbeit irgend einen Spaß haben, aber für viele ist Arbeit halt einfach nur nervig bzw. für die gebildeten das kleinste Übel unter vielen. Zahle mir mein Gehalt morgen
ohne Arbeit und ich schwöre und garantiere dir, dass ich nie wieder auch nur eine Minute etwas „sinnvolles“ tun werde. Diese Anspruchshaltung setzt mE Menschen viel zu sehr unter Druck, weil sie glauben, dass es so einen Job geben muss und dass sie iwas falsch machen, wenn sie in ihrer Arbeit nicht die „Erfüllung“ finden. Dabei sind nur die wenigsten oder zumindest nicht die meisten Menschen dafür zu begeistern das Feld zu bestellen oder irgendwas in einen PC zu tippen, wenn sie stattdessen rumhängen könnten.
 

parats'

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Das muss natürlich jeder für sich beantworten, aber mir macht meine tägliche Arbeit Spaß. Das geht sicherlich damit einher, in was für einem Arbeitsumfeld du dich bewegst. Aber sinnloses rumhängen würde mir auf Dauer auf den nerv gehen.
 
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Mei also die Reduktion von 40 auf 25h hat bestimmt Folgen auf die Gesamtproduktivität, aber ob die Reduktion um 2-3 Stunden so schlimm ist.. Als ob jeder ständig am Effizienzoptimum die 10+ Stunden am Tag rackert. Ich würdet doch gar nicht merken, ob ihr mit ein paar Stunden weniger effizienter arbeitet oder in der Mehrzeit mehr Fehler macht oder einfach nur Bullshit.
@Bootdiskette hat das schon gesagt, aber ich finde das so einen wichtigen Punkt:
Nur weil jemand von 8h 2-3h bummelt heißt das ja nicht, dass er die 5h dann super produktiv am Stück arbeiten würde.
Manche vielleicht ja, manche werden aber prozentual genausoviel bummeln.

Deswegen ist selbst bei Bürojobs davon auszugehen, dass der Output deutlich sinken würde.

Und Bürojobs sind ja nicht das Kernproblem. Die haben auch heute meist solide Bezahlung & Arbeitsbedingungen & oft Option auf Home Office.
Das Problem ist, dass es eben viele Jobs gibt, in denen Output quasi linear an der Arbeitszeit hängt.
Diese love your work mantra ist imho auch Bullshit. Ich mag meine Arbeit. Trotzdem fühlt sich das Mantra mehr als Rechtfertigung von zu viel Arbeit an und im akademischen Bereich wird es noch als Ausrede genutzt wenig zu zahlen, weil man doch seiner Passion folgt.
Ja, die Ausrede ist schlecht.
Ich würde die schlechte Bezahlung im akademischen Bereich eher rechtfertigen mit:
  1. Ist Teil der Ausbildung (bspw Promotion)
  2. Die Wertschöpfung ist oft gering (d.h. der Staat müsste höhere Bezahlung subventionieren mit unklarer Begründung, weil er das ja bei anderen Geringverdienern nicht tut)
  3. Es ist ein freies Land, man kann auch was anderes machen
(Gilt natürlich nicht für alle Bereiche. Gibt sicher auch Ausbeutung in Bereichen mit viel Output und Drittmitteln. Aber oft kommen die Klagen ja nicht aus diesen Bereichen.)

Ich denke mal, dass das den meisten klar ist. Wenn aber 10-20h/Woche mehr Arbeit sich nicht entsprechend im gestiegenen Wohlstand niederschlägt, dann wird die Work/Life-Balance interessanter. Sehe die Diskussion gar nichtmal relevant für die Produktion, die sind sowieso schon gut mit der 35h-Woche unterwegs und werden (meine Sicht) schon wahnsinnig gut bezahlt mit ziemlich guten Arbeitsbedingungen (mimimi Schicht Band vs. Schicht auf Station in der Pflege).
In der Pflege / Handwerk schon eher, da spielt neben Entlohnung auch die Arbeitsbedingung eine Rolle. Weniger Kohle, dafür mehr von meiner eigenen Gesundheit klingt für mich nach einem guten Deal.
Ich finde ja auch gut, dass es immer mehr Flexibilität gibt, und die Option, dass Leute in Teilzeit arbeiten.
Damit haben ja schon heute viele die Option, nur 25h zu arbeiten. Manche machen das auch, anderen ist das Mehr-Geld wichtiger.
Und auch Handwerker: Viele davon entscheiden sich sogar, neben dem Job noch Wochenendprojekte durchzuziehen für mehr Geld.

Es ist einfach sehr individuell.
Manche mögen ihre Arbeit, andere nicht.
Manche priorisieren Geld, andere Zeit.
Bei manchen ist Output sehr proportional zur Arbeitszeit, bei anderen nicht.
 
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...
und die SPD möchte das Problem lösen, indem alle Zeit UND Geld bekommen. Ominöse Superreiche und die gierigen Unternehmen bezahlen das.
So einfach ist es :deliver:
 

GeckoVOD

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Es ist einfach sehr individuell.
[...]
Manche priorisieren Geld, andere Zeit.
Ja, das ist es, weswegen die Diskussion schwierig ist. Imo steckt hinter der Arbeitszeit bei vielen der schwammig formulierte Einwand, man hätte gerne mehr soziale Lohngerechtigkeit, den ich absolut gerechtfertigt finde. Unter'm Strich sehe ich die Lösung aber nicht darin flächendeckend eine geringere Arbeitszeit vorschreiben zu wollen, geht am Ziel vorbei. Die Frage ist eher, was mein Arbeitsentgeld ermöglicht. Wenn das wenig ist, dann arbeite ich halt auch weniger, es ist ja nicht so, als ob 1.5-Gehälter noch das ermöglichen, das früheren Generationen möglich war.
Konkret, an deinem Beispiel, kenne ich das von vielen Handwerkern auch. Genauer hingesehen machen die das vor allem, um eigene Immobilien aufzuwerten oder überhaupt bauen zu können, ergibt ja auch Sinn. Und dafür gibt es eben nur einen kurzen Zeitrahmen im Kontext des chronologischen Lebensalters, in dem Zusatzarbeit leistbar ist - hier bedenken, dass das Zusatzgeld schon eine Art Absicherung für den sehr wahscheinlich frühen Berufsaustritt ist. Mir ist zumindest kaum ein Handwerker bekannt, der das mit 50+ noch praktiziert oder praktizieren könnte.
 
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Ist halt auch gar kein Problem, wenn die Produktivität sinkt. Muss man einfach nur mehr von den Reichen und Unternehmen abschöpfen und unter der Bevölkerung verteilen. Es ist mehr als genug Wohlstand da.
dann erzähl mal wie du die arbeitszeit zwischen personen umschichtest. du verwechselst hier gerade zeit und geld.

@Xantos2 Ich würde eher sagen, dass die Bezahlung in manchen Berufen (Forschung/Lehre) so gering ist, weil es massiv mit Selbstverwirklichungsmöglichkeiten verbundene Tätigkeiten sind. Die Produktivität ist gar nicht mal so schlecht in Deutschland, wenn auch immer noch nicht optimal.

@HeatoR dass es für die Mehrheit vermutlich genau so aussieht ist ja das wesentliche Argument gegen ein BGE. Nur heißt das eben nicht, dass es nicht auch viele Menschen gibt, die Dinge machen weil sie ihnen wichtig sind und/oder wertvoll erscheinen.

Am Ende steht es jedem frei einen Arbeitsvertrag mit 20h zu verhandeln. Ich hielte es nur für falsch 30h oder wasauchimmer als max zu setzen, denn ich identifiziere mich sehr mit meiner Arbeit und habe überhaupt kein Problem damit auch mal mehr als 40h zu machen. Ich möchte aber nicht auf ein Niveau mit Menschen gezwungen werden die weniger leistungsbereit sind. Ich habe nämlich Zeit meines Lebens immer wieder die Erfahrung gemacht, dass viele erst früh aufgehört haben zu arbeiten (also abends), um sich was zu gönnen (z.B. im Studium). Dann haben sie darüber gelacht, dass ich mit anderen noch weitergearbeitet habe. Dann haben sie darüber gejammert, dass sie sich nicht alles leisten können. Dann fanden sie es unfair, dass andere so gute Noten und mehr Chancen hatten. Und schließlich kam dann der Ruf nach Umverteilung auch für die die sich nicht angestrengt hatten … und es wurden Gründe konstruiert warum man zu dieser oder jener Sache auch anstrengungslos Zugang haben sollte.

Und genau dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Wer sich aktiv für oder gegen etwas entscheidet soll am Ende auch die Konsequenzen dafür tragen, anstatt so lange zu jammern bis er auf dem Rücken von leistungsbereiten Menschen ins Ziel trittbrettfährt "wEgEn dEr GeReChTiGkEiT". Ich hab einfach keine Lust mehr mit solchen Menschen solidarisch zu sein.
 
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Nur heißt das eben nicht, dass es nicht auch viele Menschen gibt, die Dinge machen weil sie ihnen wichtig sind und/oder wertvoll erscheinen.
das ist doch etwas völlig anderes, wenn man es mal aus dem reinen arbeitskontext löst.

bist du dir sicher, ob du auch wirklich exakt dann aufstehen willst, wenn andere es von dir verlangen? und zwar jahr für jahr für jahr für jahr? würdest du nicht lieber beliebig und 100% nach eigenem ermessen über deine zeit verfügen zu können, statt noch in der nachmittagsrunde am freitag um 17 uhr stundenlang nach einem kompromiss zu suchen? würdest du nicht lieber urlaub machen, wann immer es dir genehm ist und auch mal länger als nur 2 oder 3 wochen, weil du spontan lust darauf hast?

moderne arbeit ist mit drölfmillion pflichten verbunden, die jeder von uns gezwungenermaßen über sich ergehen lässt. diese sind ganz einfach schon per definition nicht positiv, vollkommen unabhängig davon, wieviel sinn du für dich oder sonstwen aus der art deiner arbeit oder sogar aus den früchten deiner arbeit ziehst.
 
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@wutvolta Ich würde eher sagen, dass die Bezahlung in manchen Berufen (Forschung/Lehre) so gering ist, weil es massiv mit Selbstverwirklichungsmöglichkeiten verbundene Tätigkeiten sind. Die Produktivität ist gar nicht mal so schlecht in Deutschland, wenn auch immer noch nicht optimal.

Äh... war das für mich oder wolltest Du eigentlich jemand anderes verlinken?
 
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hupsi. ja, hast recht. man sollte sich nicht am avatar orientieren.
 
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Und dafür gibt es eben nur einen kurzen Zeitrahmen im Kontext des chronologischen Lebensalters, in dem Zusatzarbeit leistbar ist - hier bedenken, dass das Zusatzgeld schon eine Art Absicherung für den sehr wahscheinlich frühen Berufsaustritt ist. Mir ist zumindest kaum ein Handwerker bekannt, der das mit 50+ noch praktiziert oder praktizieren könnte.
Richtig. Bei Handwerkern hat das v.a. physische Gründe, aber natürlich auch der Umstand, dass junge Menschen oft noch keine Familie haben.

Diese Dynamik über die Lebenszeit existiert aber auch jenseits von Handwerkern.
Beispielsweise geht ja auch der Großteil der Consultants, die jung ihre 60h+ abreißen, später in normale Corporate Jobs mit 38-40h/Woche.
Weil man nicht zeitlebens, insb. nicht mit Kindern, soviel rackern möchte.

Da baut man sich dann eben als Handwerker mit Überstunden, als Entwickler mit leidenschaftlicher Weiterbildung außerhalb der Abreitszeit (eigene Projekte, Open Source), oder durch die vielen Stunden als Consultant oder Investmentbanker dann halt jeweils etwas für die Zukunft auf. Ob es der bessere CV, mehr Skills, gespartes Geld, oder das selbst gebaute Haus ist.

Um meinen inneren Boomer zu channeln: Dem entgegen steht die Erwartungshaltung vieler, mit 25 heute schon den Lifestyle ihrer Eltern zu leben, bei dem diese 45 waren. Also Reihenhäuschen, Jägerzaun, Hund, 35h-Woche. Und ignorieren dabei, dass auch die Eltern oft vorher mehr reingehauen haben. Und möchten dann am besten eben noch neue Wohlfahrtsverbesserungen wie eben die 25h-Woche.

Da wird halt die Quadratur des Kreises versucht:
  1. 25h Woche für alle ( = weniger Output / Arbeitnehmer)
  2. Deutlich bessere Bezahlung für Pflegekräfte, Erzieher etc. (= mehr Kosten)
  3. Höhere Sozialhilfe + bessere Renten (= mehr Kosten)
  4. Demographischer Wandel (= weniger Arbeitnehmer)
  5. Massive Investitionen in Klimawandel (= mehr Kosten)
Und die magische Lösung für alles ist "wir haben ja genug Reiche, die das bezahlen können".
Und ich bin ja sogar für bspw mehr Erbschafts- und Bodenwertsteuer. Nur muss man das dann auch erstmal umsetzen, bevor man das Geld, was man ach so leicht von "Reichen" beschaffen kann, drei mal ausgegeben hat.
 

GeckoVOD

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Und ignorieren dabei, dass auch die Eltern oft vorher mehr reingehauen haben.
Haben Sie das? Meine Großeltern würde ich bestätigen, aber meine Elterngeneration? Glaub ich nicht.
Würde persönlich auch nicht nur die Reichen besteuern, die Boomergeneration im Altenheim auf Mindeststandard sitzen lassen wäre auch eine Maßnahme. Lass die Leute fressen, was sie jahrelang verpennt und gewählt haben.
 
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Raute an Xantos posting, aber dieser Aussage hier stimme ich nicht zu:
Und ignorieren dabei, dass auch die Eltern oft vorher mehr reingehauen haben.
Die Greatest Generation, die natürlich auch die besten Soldaten der Welt waren, also unsere Großväter :deliver:
haben sicher mehr reingehauen, als wir.
Bei unseren Vätern ist die Aussage schon nicht mehr ganz so eindeutig, aber dafür hat ein sehr großer Teil der Frauen damals einfach gar nicht gearbeitet, was heute die absolute Ausnahme ist. Daher haben im Schnitt unsere Eltern wahrscheinlich nicht mehr reingehauen, als wir. Gustavo kann dazu sicher eine Studie herbeizaubern.
 
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Ach komm, unsere Generation ist einfach stinkfaul. Fängt überhaupt erst mit 30 an zu arbeiten, weil man ja studieren will und noch merkt, dass der erste Studiengang nicht die große Erfüllung bringt. Und dann maximal 40h, keine Überstunden, Samstagsarbeit völlig absurd und nach spätestens 5 Jahren wird das erste Sabbatical gemacht. Schön Elternzeit wird natürlich auch noch genommen.
Und wenn man dann überhaupt mal an der Arbeit ist, wird hauptsächlich in Meetings gechillt. In den zwei Stunden am Tag, die man dann tatsächlich mal im Büro arbeitet, werden die anstrengenden Aufgaben doch auch noch vom Computer erledigt.

Aber klar, die Gesellschaft steht ja kollektiv kurz vorm Burnout, alle richtig hart am malochen.
 
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Ach komm, unsere Generation ist einfach stinkfaul. Fängt überhaupt erst mit 30 an zu arbeiten, weil man ja studieren will und noch merkt, dass der erste Studiengang nicht die große Erfüllung bringt. Und dann maximal 40h, keine Überstunden, Samstagsarbeit völlig absurd und nach spätestens 5 Jahren wird das erste Sabbatical gemacht. Schön Elternzeit wird natürlich auch noch genommen.
Und wenn man dann überhaupt mal an der Arbeit ist, wird hauptsächlich in Meetings gechillt. In den zwei Stunden am Tag, die man dann tatsächlich mal im Büro arbeitet, werden die anstrengenden Aufgaben doch auch noch vom Computer erledigt.
Ich fühle mich perfekt charakterisiert. Ich hab aber nur ne 30h Woche, lol Vollzeit. Und ich bin in den zwei Stunden natürlich so produktiv, dass ich vor zwei Monaten wieder eine Gehaltserhöhung erhalten habe. :troll:
 

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Ach komm, unsere Generation ist einfach stinkfaul. Fängt überhaupt erst mit 30 an zu arbeiten, weil man ja studieren will und noch merkt, dass der erste Studiengang nicht die große Erfüllung bringt. Und dann maximal 40h, keine Überstunden, Samstagsarbeit völlig absurd und nach spätestens 5 Jahren wird das erste Sabbatical gemacht. Schön Elternzeit wird natürlich auch noch genommen.
Und wenn man dann überhaupt mal an der Arbeit ist, wird hauptsächlich in Meetings gechillt. In den zwei Stunden am Tag, die man dann tatsächlich mal im Büro arbeitet, werden die anstrengenden Aufgaben doch auch noch vom Computer erledigt.

Aber klar, die Gesellschaft steht ja kollektiv kurz vorm Burnout, alle richtig hart am malochen.
Explodierer entdeckt.
 
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Haben Sie das? Meine Großeltern würde ich bestätigen, aber meine Elterngeneration? Glaub ich nicht.
Würde persönlich auch nicht nur die Reichen besteuern, die Boomergeneration im Altenheim auf Mindeststandard sitzen lassen wäre auch eine Maßnahme. Lass die Leute fressen, was sie jahrelang verpennt und gewählt haben.
Ich wollte damit nicht per se sagen, dass unsere Eltern mehr/härter gearbeitet haben.

Sondern dass es normal ist -IMO heute wie früher-, dass man sich im Leben etwas erarbeitet.

Dazu gehört zum Beispiel, mit 20 nicht das teuerste Gadget zu haben und mit 25 in keinem Reihenhaus zu leben, und vielleicht auch nicht mit 25 schon nur 30h Teilzeit zu arbeiten, um noch mehr Zeit für Hobbies zu haben.

Meine wilde Hypothese ist, dass eben viele auf den Lifestyle der Eltern HEUTE schauen und denken, sie hätten diesen Lifestyle schon jetzt mit 25-30 voll verdient.

Ich glaube auch nicht, dass alle jungen Menschen so sind. Aber dass es verbreiteter ist als früher, sehr jung schon eine hohe Anspruchshaltung zu haben.
 
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naja, "love your job" ist vielleicht ne spur zu dick. aber wenn du morgens zur arbeit gehst und ne fresse ziehst, läuft imho was falsch. hab freunde, die kotzen erstmal ins klo, wischen sich die restkotze vom mund, ziehen die krawatte gerade "auf ins gefecht", jeden verfickten morgen. begründung "wenn du mir nen job sagst, wo ich auch 8000 brutto verdiene, wechsle ich sofort".

ich leb da nach der maxime, wenn ich irgendwann im sterbebett liege, will ich nix bereuen, sondern sagen können, es war awesome. geld ist nur ein vehicle, anspruch und verdienst muss man halt ausbalancieren. verdiene jetzt deutlich weniger, hab aber einen absoluten traumjob (auch wenn ich schon wieder die treppe hochfalle und den goldstaub abbekomme, narf), hab viel zeit für family, hausbau, wald, ehrenamt: arbeite in summe also nicht weniger, nur mehr meinem naturell entsprechend, bin daher gesünder, leistungsfähiger, gibt keinen tag, auf den ich nicht absolut geil bock hab und mir sprichwörtlich die sonne aus dem arschloch scheint. und ich hatte phasen in meinem leben, da war das anders. da bin ich morgens aufgestanden, gemerkt, fuck, es ist nicht samstag und meine stimmung ist in den keller, weil sich armadas von jira tickets, meetings und calls in meinem kopf formiert haben inkl. "WAS ZUM FICK MACH ICH HIER".
 

Gustavo

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Meine wilde Hypothese ist, dass eben viele auf den Lifestyle der Eltern HEUTE schauen und denken, sie hätten diesen Lifestyle schon jetzt mit 25-30 voll verdient.

Ich glaube auch nicht, dass alle jungen Menschen so sind. Aber dass es verbreiteter ist als früher, sehr jung schon eine hohe Anspruchshaltung zu haben.

Na ja, was heißt verdient? In einer produktiveren Volkswirtschaft zu arbeiten als die eigenen Eltern sollte sich (ceteris paribus natürlich) schon im Lebensstandard niederschlagen. Die Erwerbstätigenquote von "jungen Leuten" ist insbesondere dank Frauen heute höher als die ihrer Eltern. Ich bin immer noch der Meinung, dass Aussagen so über einen Kamm geschoren wenig Sinn ergeben.
 
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Richtig, die Produktivität steigt. Aber nicht so massiv, dass man von 40 auf 25 Stunden könnte.

Weiterhin werden die nächsten Jahrzehnte potentiell schwierig, weil uns durch den demografischen Wandel viele Arbeitsstunden verloren gehen, und das weitere Produktivitätswachstum nicht garantiert ist, da durch Klimawandel Energie auch nachhaltig deutlich teurer werden könnte.

Und Digitalisierung wird in Deutschland ja geradezu behindert. Verwaltungsjobs uä wären DER Bereich, wo nochmal ein deutliches Wachstum der Produktivität möglich wäre ohne neue Technologien. Ob Deutschland diese Chance nutzt ist nicht klar.

Dazu: Ja, wenn sich jemand für sich persönlich den Zuwachs an Produktivität in freier Zeit auszahlen möchte, habe ich nichts dagegen. Dafür gibt es bspw Teilzeit.

Die politische Forderung will aber mehr als das. Weniger Arbeit, mehr Freizeit, mehr soziale Wohltaten, massive Investitionen in die Energiewende, viel bessere Bezahlung von vielen Berufen etc -- im Gesamtpaket ist das halt nicht machbar.
 
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naja, "love your job" ist vielleicht ne spur zu dick. aber wenn du morgens zur arbeit gehst und ne fresse ziehst, läuft imho was falsch. hab freunde, die kotzen erstmal ins klo, wischen sich die restkotze vom mund, ziehen die krawatte gerade "auf ins gefecht", jeden verfickten morgen. begründung "wenn du mir nen job sagst, wo ich auch 8000 brutto verdiene, wechsle ich sofort".

ich leb da nach der maxime, wenn ich irgendwann im sterbebett liege, will ich nix bereuen, sondern sagen können, es war awesome. geld ist nur ein vehicle, anspruch und verdienst muss man halt ausbalancieren. verdiene jetzt deutlich weniger, hab aber einen absoluten traumjob (auch wenn ich schon wieder die treppe hochfalle und den goldstaub abbekomme, narf), hab viel zeit für family, hausbau, wald, ehrenamt: arbeite in summe also nicht weniger, nur mehr meinem naturell entsprechend, bin daher gesünder, leistungsfähiger, gibt keinen tag, auf den ich nicht absolut geil bock hab und mir sprichwörtlich die sonne aus dem arschloch scheint. und ich hatte phasen in meinem leben, da war das anders. da bin ich morgens aufgestanden, gemerkt, fuck, es ist nicht samstag und meine stimmung ist in den keller, weil sich armadas von jira tickets, meetings und calls in meinem kopf formiert haben inkl. "WAS ZUM FICK MACH ICH HIER".

Meine Überzeugung ist, dass es Menschen gibt, die Border Collies sind und Menschen, die Golden Retriever sind. Du scheinst mir ein Border Collie zu sein, bedeutet, dass dich die richtige Form von Auslastung und Arbeit glücklich macht und Du im Gegensatz ohne Beschäftigung vermutlich unglücklich wirst. Solche Leute gibt es, ich hatte mal nen Freund, der hat sich in den Semesterferien immer beschwert, dass ihm nach zwei Wochen langweilig würde. Der war auch noch nie länger als 10-14 Tage im Urlaub, weil er länger nicht "aushält".

Und dann gibt es Leute wie mich, Golden Retriever. Es gibt keine, absolut keine Tätigkeit oder Beschäftigung, die mich so glücklich machen würde, wie gar nichts zu tun. Einfach auf der Couch liegen. Playse, Netflix, Handy. Gelegentlich eingetauscht gegen same same am Strand. Könnte ich monatelang machen, vielleicht auch jahrelang, vermutlich sogar für immer - das hab ich aber noch nie probiert. Jede Form von Aufgabe oder Pflicht nervt mich tierisch. Ich mache natürlich trotzdem Dinge, sogar anstrengende Dinge, aber nur, weil ich halt nicht in der Hartzerbude, sondern in der schönen City Wohnung vor dem OLED rumhängen will und dabei bei Wolt gutes Fressen bestellen. Aber jede Form von Job, Tätigkeit oder Verpflichtung sind für mich verschiedene Abstufungen von Scheisse. Meine jetzige Scheisse ist die Scheisse, die bei geringster Ankotzung am meisten Kohle abwirft. Aber es ist immer noch Scheisse und ich würde natürlich jederzeit vorziehen gar nichts zu machen :deliver:
So Dinge wie Verein oder Ehrenamt, lol shoot me now pls.
 
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Leute, die "in ihrer Arbeit aufgehen" sind vor allem welche, die keine Hobbies haben (außer Joggen gehen wegen "Ausgleich") und sich nicht mit sich selbst beschäftigen können.
Sind dann auch die gleichen, die im Urlaub ganz unbedingt irgendwohin verreisen müssen, brauchen halt Ablenkung von sich selbst.
 
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