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Arbeit aus moralischen gruenden ablehnen

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Auf arbeit haben wir einen neuen kunden, einen defense contractor (neusprech fuer waffenhersteller). ich habe starke bedenken an einem projekt fuer diesen kunden zu arbeiten da ich doch pazifist bin und alles was krieg ist und damit einhergeht ablehne. dies ging bisher soweit das ich ein paar tage im militaergefaengnis verbracht habe als ich mich weigerte zur musterung zu gehen. :ugly:

Ich stehe nun vor der frage wie erklaere ich dies meinem chef und sollten arbeiter das recht haben auftraege aus moralischen gruenden abzulehnen?
 
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naja, wo soll man da dann die grenze ziehen? ich würde zb auch keine aufträge für nestle machen wollen, jemand anderes hätte wahrscheinlich bei weiteren unternehmen starke bedenken. eigentlich eine gute idee, aber ich wüsste grade nicht, wie das in der praxis umsetzbar wäre
 
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fuer mich liegt die grenze bei waffen oder systemen die menschenleben gefaehrend koennen. das zweite hab ich einfach durch meine stelle ausgeschlossen, das erste ist nun ein thema da dieser kunde gewonnen wurde.
 
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und weshalb sollte man kein recht haben es abzulehnen an sollchen auftraegen zu arbeiten?
 
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De facto hat der Arbeitnehmer ein Recht und eine Möglichkeit dies zu tun: Kündigungsrecht.
Ohne das Arbeitsverhältnis (ausreichend schnell) zu beenden wirst Du wohl auf Goodwill angewiesen sein.
 
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ob du das recht dazu hast wird wohl im Arbeitsvertrag stehen, als Freelancer hast du natürlich das Recht dazu.
 
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De facto hat der Arbeitnehmer ein Recht und eine Möglichkeit dies zu tun: Kündigungsrecht.
Ohne das Arbeitsverhältnis (ausreichend schnell) zu beenden wirst Du wohl auf Goodwill angewiesen sein.
natuerlich ist kuendigen immer eine loesung, werde natuerlich erst ein gespraech suchen. jedoch sollte man die situation generel betrachten, darf ein arbeiter grenzen haben wo er nein sagt. abgesehen davon wenn es um arbeitssicherheit geht?
 

parats'

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Naja, solange es rechtlich nicht verboten ist Waffen herzustellen, sehe ich da keinen Spielraum.
Es ist am Ende genau so ein Geschäftsfeld wie der LEH, Pharma o.ä.. So blöd es dann halt ist.
 
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Defence ist ein riesiger Bereich. Der Großteil von dem was in Deutschland gemacht wird ist moralisch völlig unbedenklich. Manche Sachen aber leider auch nicht. Deine persönliche Grenze: Waffe=böse ist natürlich schon ziemlich eng, aber vielleicht stellt sich ja heraus, dass deine Arbeit im Zusammenhang mit Schutz oder anderen Dingen steht, mit denen Du leben kannst.

Wenn Du magst, schreib mir ne PM an was Du arbeiten sollst und ich schätze das für Dich ein.
 
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Defence ist ein riesiger Bereich. Der Großteil von dem was in Deutschland gemacht wird ist moralisch völlig unbedenklich. Manche Sachen aber leider auch nicht. Deine persönliche Grenze: Waffe=böse ist natürlich schon ziemlich eng, aber vielleicht stellt sich ja heraus, dass deine Arbeit im Zusammenhang mit Schutz oder anderen Dingen steht, mit denen Du leben kannst.

Wenn Du magst, schreib mir ne PM an was Du arbeiten sollst und ich schätze das für Dich ein.
bei der polizei kann ich es noch verstehen und akzeptieren, alles was mit krieg zutun hat ist ein absolutes nogo.
 
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Ich denke es macht keinen Sinn ihm erklären zu wollen, warum Rüstungsproduktion im Westen vielleicht nicht ganz so schlecht ist.

Sollte es rechtlich möglich sein, aus moralischen Gründen die Arbeit abzulehnen? Nein. Warum? Weil es viel zu subjektiv ist. Die Grenze kann nur dort verlaufen, wo gegen Gesetze oder Vorschriften verstoßen wird. Vielleicht noch, wenn gegen Menschenrechte verstoßen wird (wobei das streng genommen ja unter ersteres fällt).

Du kannst dich aber natürlich politisch dafür einsetzen, die Rüstungsindustrie für illegal zu erklären.
Oder eben kündigen, wenn es einem das wert ist.
 
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Ich denke es macht keinen Sinn ihm erklären zu wollen, warum Rüstungsproduktion im Westen vielleicht nicht ganz so schlecht ist.
ich sehe da absolut keinen unterschied zwischen ost/west nord/sued was auch immer. am ende sind alle ruestungsindustrieren fuer leid und tod verantwortlich.
Oder eben kündigen, wenn es einem das wert ist.
dies wird zu 100% der fall sein falls ich nicht zu einem anderen projekt versetzt werde
 
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Ich denke es macht keinen Sinn ihm erklären zu wollen, warum Rüstungsproduktion im Westen vielleicht nicht ganz so schlecht ist.

Das ist auch nicht meine Absicht, ich werde hier keine Moralpredigt halten.

Es gibt allerdings sehr viele Produkte im Defence-Bereich, an denen man auch als Pazifist ohne Gewissensbisse arbeiten kann, weil sie z.B. nur dem Schutz dienen.
 
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Hast du da mal ein Beispiel? Denn auch ein besserer Schutz kann natürlich genutzt werden, um einen Angriff zu unterstützen.
 
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Hast du da mal ein Beispiel? Denn auch ein besserer Schutz kann natürlich genutzt werden, um einen Angriff zu unterstützen.
Das Problem mit der Abgrenzung geht mMn sogar noch viel weiter.
Ein Beispiel: Ich entwickle ein bahnbrechendes Verfahren für tiefe Bohrungen in Metall. Super Sache weil man damit uU eine neue umweltfreundliche Kraftwerkstechnologie pusht. Dass jemand auf die Idee kommt, damit Kanonenrohre zu bohren dürfte aber nicht weit her sein...
 
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Das Problem mit der Abgrenzung geht mMn sogar noch viel weiter.
Ein Beispiel: Ich entwickle ein bahnbrechendes Verfahren für tiefe Bohrungen in Metall. Super Sache weil man damit uU eine neue umweltfreundliche Kraftwerkstechnologie pusht. Dass jemand auf die Idee kommt, damit Kanonenrohre zu bohren dürfte aber nicht weit her sein...
bestes beispiel ist doch die kernfusion, eigentlich ne super sache, um energie zu gewinnen, was draus wurde, ist dann weniger cool. ist extrem schwierig abzugrenzen, am ende wird es wohl wirklich auf kündigen oder nicht hinauslaufen
 
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Hast du da mal ein Beispiel? Denn auch ein besserer Schutz kann natürlich genutzt werden, um einen Angriff zu unterstützen.
Bin ja nicht vom Fach, aber Schutzwesten und Pengpeng können auch von Personenschützern getragen werden, die deine Lieblingsschlagersängerin schützen.
 
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Hast du da mal ein Beispiel? Denn auch ein besserer Schutz kann natürlich genutzt werden, um einen Angriff zu unterstützen.
Klassiker: Minenschutz, ballistische Westen etc.
Natürlich kann man argumentieren, damit ermöglicht man auch, dass Soldaten in gefährlicher Umgebung eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit haben und somit einen größeren Aktionsradius haben.
Wenn man es allerdings so eng auslegt, dann dient am Ende selbst Trinkwasser der Unterstützung des Krieges.

Meine Einstellung ist da eher pragmatisch: Niemand will wohl an Bomben, oder Waffen arbeiten die er ein paar Monate später im Fernsehen bei einem Massaker irgendwo in Afrika in Action sieht.
Bei Schutz-, Kommunikation-, Aufklärung, Versorgung usw. sind die Probleme allerdings schon viel kleiner und nur überzeugte Pazifisten haben mit sowas in der Regel ein Problem.
 
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Hmm aus meiner Perspektive nachvollziehen kann ich es nicht, ich berate auch relativ viele Rüstungshersteller aus den USA und Deutschland und finde gerade diese Mandanten sehr wichtig. Ich habe aber Pazifismus noch nie verstanden und halte es nicht für eine gerade konsequente oder logisch nachvollziehbare Haltung. Womit ich vielleicht mehr Probleme hätte wären Tabakhersteller, aber auch das würde ich natürlich machen, weil es letztendlich jedem freisteht mit seinem Körper zu machen, was er will.

Was ich aber nie machen würde ist Strafrecht, daher kann ich dein Problem zumindest aus der Perspektive nachvollziehen. Straftäter sind für mich ab einer gewissen Schwelle Abschaum (so ab gefährliche Körperverletzung) und ich möchte mit diesen Menschen niemals etwas zu tun haben und erst recht nicht ihre Interessen auf irgend eine Weise vertreten, auch wenn mir natürlich bewusst ist und ich es auch sehr gut finde, dass es Menschen gibt, die diesen Job übernehmen-

PS:
bei der polizei kann ich es noch verstehen und akzeptieren, alles was mit krieg zutun hat ist ein absolutes nogo.
Gut, dass das die Amis damals anders gesehen haben und die Udssr mit bösen bösen Waffen beliefert haben, damit die einen bösen bösen Krieg machen können, sonst wären meine Großeltern wohl ausgelöscht worden. Aber, wie gesagt, Pazifismus ist für mich so unbegreiflich, da brauchen wir vermutlich gar nicht erst einsteigen (und ich habe absichtlich auf die adjektive verzichtet, die beschreiben was ich eigentlich von dieser Geisteshaltung denke, damit nichts gelöscht werden muss).

Bei Schutz-, Kommunikation-, Aufklärung, Versorgung usw. sind die Probleme allerdings schon viel kleiner und nur überzeugte Pazifisten haben mit sowas in der Regel ein Problem.

Die Übergänge sind natürlich auch fließend. EIn gepanzerter Transporter kann Verletzte aus Gefahrengebieten bergen oder halt Soldaten an die Front bringen.
 
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am ende ist da jeder mensch anders und man zieht unterschiedliche konsequenzen aus sollchen situationen
Gut, dass das die Amis damals anders gesehen haben und die Udssr mit bösen bösen Waffen beliefert haben, damit die einen bösen bösen Krieg machen können, sonst wären meine Großeltern wohl ausgelöscht worden.
gut das man als pazifist den beginn des zweiten weltkrieg befuerwortet nur nicht die waffenlieferung an die ussr :raul:
 

Gustavo

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Finde deine Einstellung auch ein bisschen rigide. Ich kenne mehrere Leute, die mittlerweile bei US-Waffenherstellern arbeiten und das ist keineswegs alles Teufelszeug.
 
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Kannst ja einfach fragen, ob du es vermeiden kannst, auf das Projekt zu kommen. Glaube grundsätzlich sollte jeder Chef die Bedenken verstehen. Ob das dann klappt hängt von eurer Struktur, Größe, Auftragslage ab.

Denke wenn es irgend geht, würde es möglich gemacht für gute, zuverlässige ITler -- die kann man ja nicht so easy ersetzen.
 
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Kannst ja einfach fragen, ob du es vermeiden kannst, auf das Projekt zu kommen. Glaube grundsätzlich sollte jeder Chef die Bedenken verstehen. Ob das dann klappt hängt von eurer Struktur, Größe, Auftragslage ab.

Denke wenn es irgend geht, würde es möglich gemacht für gute, zuverlässige ITler -- die kann man ja nicht so easy ersetzen.
natuerlich habe ich das thema in der firma angesprochen es liegt nun beim chef. jedoch ist es halt abgesehen davon eine interessante frage.
 
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am ende ist da jeder mensch anders und man zieht unterschiedliche konsequenzen aus sollchen situationen

gut das man als pazifist den beginn des zweiten weltkrieg befuerwortet nur nicht die waffenlieferung an die ussr :raul:
Können gern nen eigenen Thread dazu machen und ich versuche wirklich die Position zu verstehen, aber es ist für mich halt so unlogisch. Natürlich befürwortet keiner die Naziinvasion, aber deshalb sind NAzis halt Nazis, sie machen böse Nazisachen. Und da es böse Nazis/Menschen/Regierungen gibt, gab und immer geben wird, ist es mE maximal dum sich wehrlos zu machen. Aber wie gesagt, wenn Interesse besteht, gern eigener Thread.

Ich kann dir jedenfalls aus meiner Erfahrung mit Rüstungskonzernen bestätigen, dass wie Gustavo und Mackia sagen nicht alles Teufelszeug ist. Die Transportmaschinen der BW transportieren jedenfalls deutlich mehr Katastrophenhilfe und andere humanitäre Güter als Soldaten in Kampfgebiete.
 
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Klassiker: Minenschutz, ballistische Westen etc.
Natürlich kann man argumentieren, damit ermöglicht man auch, dass Soldaten in gefährlicher Umgebung eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit haben und somit einen größeren Aktionsradius haben.
Wenn man es allerdings so eng auslegt, dann dient am Ende selbst Trinkwasser der Unterstützung des Krieges.

Meine Einstellung ist da eher pragmatisch: Niemand will wohl an Bomben, oder Waffen arbeiten die er ein paar Monate später im Fernsehen bei einem Massaker irgendwo in Afrika in Action sieht.
Bei Schutz-, Kommunikation-, Aufklärung, Versorgung usw. sind die Probleme allerdings schon viel kleiner und nur überzeugte Pazifisten haben mit sowas in der Regel ein Problem.
Naja, das ist ja im Grunde was ich meine: man kann im Grunde alles "gut" oder "schlecht" einsetzen. Wenn meine Soldaten dank Weste länger/öfter schießen können, hilft mir das in der Offensive extrem. Auf der anderen Seite: wenn ein Taliban überall Minen verteilt und ich diesen Taliban mit einer Pistole erschieße, verhindert das noch mehr Tote und Verletzte.

Ich ziehe die Grenze bei BC-Waffen, weil die in erster Linie Leid unter Zivilisten schaffen und dabei militärisch nur sehr eingeschränkt wirksam sind.

Und man sollte halt keine Rüstungsgüter an irgendwelche Drecksregime verkaufen. Da sehe ich aber eher die Politik in der Pflicht. Und ist auch immer ein zweischneidiges Schwert, da man Kontrolle abgibt, sobald man in bestimmte Regionen gar nichts mehr liefert.

Edit: stimme zu, ist eher was für einen eigenen Thread
 

pinko

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Bin zwar nicht Benrath, aber ihr könnt gern nen eigenen Thread dafür aufmachen.
 

parats'

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Was ich aber nie machen würde ist Strafrecht, daher kann ich dein Problem zumindest aus der Perspektive nachvollziehen. Straftäter sind für mich ab einer gewissen Schwelle Abschaum (so ab gefährliche Körperverletzung) und ich möchte mit diesen Menschen niemals etwas zu tun haben und erst recht nicht ihre Interessen auf irgend eine Weise vertreten, auch wenn mir natürlich bewusst ist und ich es auch sehr gut finde, dass es Menschen gibt, die diesen Job übernehmen-
Ich will das hier nicht derailen, aber ist der Übergang nicht irgendwie fließend?
Gibt es für dich einen Unterschied zwischen dem Drohnenpiloten und dem Straftäter für gefährliche Körperverletzung?
Es ist nichts persönliches, aber ich würde gerne verstehen, wo Du da die Grenze ziehst. Das eine ist durch den Staat unter Strafe gestellt und das andere ist irgendwie pseudo legitimiert durch die Deklaration des anderen als "der Feind".
Ich mein, am Ende sind es doch beides Taten bei denen Mittels einer Waffe einem dritten Schaden zugefügt wird.
 
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Ich will das hier nicht derailen, aber ist der Übergang nicht irgendwie fließend?
Gibt es für dich einen Unterschied zwischen dem Drohnenpiloten und dem Straftäter für gefährliche Körperverletzung?

Na klar, den größtmöglichen. Der eine führt eine rechtmäßige militärische Operation, die durch die demokratisch legitimierte Regierung eines Rechtsstaates befohlen wurde aus, der andere ist ein Verbrecher. Ist in etwa der Unterschied zwischen den Beamten die die Todesstrafe ausführen und dem Mörder. Also quasi himmelweit, so weit wie es gar nicht mehr geht.

Das eine ist durch den Staat unter Strafe gestellt und das andere ist irgendwie pseudo legitimiert durch die Deklaration des anderen als "der Feind".
Ich mein, am Ende sind es doch beides Taten bei denen Mittels einer Waffe einem dritten Schaden zugefügt wird.

Naja nur dass der eine in der Regel den Vorsatz hat Unschuldige zu töten und der andere den Vorsatz hat gefährliche Arschlöcher, die ich auch lieber tot als lebendig sehen will, von der Erde zu tilgen und Unschuldige höchstens unabsichtlich trifft. Das ist dann in etwa der moralische Unterschied zwischen einem Autounfall (mit oder ohne Fahrlässigkeit könnte man dann noch differenzieren) und einem kaltblütigen Mord.
 

parats'

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Na klar, den größtmöglichen. Der eine führt eine rechtmäßige militärische Operation, die durch die demokratisch legitimierte Regierung eines Rechtsstaates befohlen wurde aus, der andere ist ein Verbrecher. Ist in etwa der Unterschied zwischen den Beamten die die Todesstrafe ausführen und dem Mörder. Also quasi himmelweit, so weit wie es gar nicht mehr geht.
Also ist für dich die Tötung von Menschen auf Befehl der Regierung die nötige Legitimation und Abgrenzung, richtig?
 
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Na klar, den größtmöglichen. Der eine führt eine rechtmäßige militärische Operation, die durch die demokratisch legitimierte Regierung eines Rechtsstaates befohlen wurde aus, der andere ist ein Verbrecher. Ist in etwa der Unterschied zwischen den Beamten die die Todesstrafe ausführen und dem Mörder. Also quasi himmelweit, so weit wie es gar nicht mehr geht.



Naja nur dass der eine in der Regel den Vorsatz hat Unschuldige zu töten und der andere den Vorsatz hat gefährliche Arschlöcher, die ich auch lieber tot als lebendig sehen will, von der Erde zu tilgen und Unschuldige höchstens unabsichtlich trifft. Das ist dann in etwa der moralische Unterschied zwischen einem Autounfall (mit oder ohne Fahrlässigkeit könnte man dann noch differenzieren) und einem kaltblütigen Mord.
Wir gut, die Böse
Wir bringen Frieden, die bringen Tod und verderben
Krieg ist Frieden! Freiheit ist Sklaverei! Unwissenheit ist Stärke!

Das kennt man ja alles, am Schluss führt es nur zum leiden der Zivilbevölkerung und dem reicher werden der Reichen. Schade daß sich hier immer alle nur als die Anwälte, Feldherrn und Gewinner sehen. Nicht jedoch als die Leidtragenden
 
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Also ist für dich die Tötung von Menschen auf Befehl der Regierung die nötige Legitimation und Abgrenzung, richtig?
Ich kann ja verstehen, dass man mit dem Ergebnis von Drohnenschlägen nicht zufrieden ist und würde da auch bei so manchem sicher beipflichten. Aber glaubst du wirklich, dass da das Problem der entsprechende Drohnenpilot war? Der Befehl war vielleicht scheiße, aber das heißt ja noch lange nicht das dann der jeweilige Drohnenpilot das wirklich sinnvoll beurteilen kann, um dann ggf sinnigerweise sagen zu können "nö, das ist jetzt doof, mach ich nicht".
Die Kritik muss da wenn an einem ganz anderen Punkt ansetzen.
 
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Wir gut, die Böse
Ja, wir gut, die böse. Frauen in Müllsäche stecken, Schwule von Hochhäusern schmeissen, Menschen auf offener Straße steinigen, Musik und Kunst und co. verbieten, ja, das ist alles eindeutig böse und ich bin für diesen stumpfen Kulturrelativismus nicht zu haben.

Wir bringen Frieden, die bringen Tod und verderben
Krieg ist Frieden! Freiheit ist Sklaverei! Unwissenheit ist Stärke!

Das kennt man ja alles, am Schluss führt es nur zum leiden der Zivilbevölkerung und dem reicher werden der Reichen. Schade daß sich hier immer alle nur als die Anwälte, Feldherrn und Gewinner sehen. Nicht jedoch als die Leidtragenden

Naja das ist die argumentative Eindringtiefe, die man mit 14 bei dem Thema hat. Krieg ist nicht Frieden, aber manchmal gibt es ohne Krieg nunmal keinen Frieden. Das ist doch so sonnenklar, wie bei allen anderen Konflikten auch. Wenn einer mit Messer in dein haus kommt und deine Frau vergewaltigen will, hast du auch nicht viele Optionen außer weglaufen wie ein feiger Hund oder Gewalt anwenden.

Ich meine, um Gottes Willen, wie kann man bitte nach dem 2WK noch so einen Unsinn labern? Ich verstehs einfach nicht. Und ob ich persönlich der Gewinner oder Verliere wäre ist doch völlig scheissegal. Wenn es einen Hitler gibt, dann gibt es keinen anderen Weg als Krieg, völlig egal was mit mir da persönlich ist. Einzelschicksale und Einzelleben sind in globalen Fragen ohne Bedeutung.

Also ist für dich die Tötung von Menschen auf Befehl der Regierung die nötige Legitimation und Abgrenzung, richtig?

Wenn die Regierung die eines demokratischen Rechtsstaates ist, dann richtig.
 

parats'

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Ich kann ja verstehen, dass man mit dem Ergebnis von Drohnenschlägen nicht zufrieden ist und würde da auch bei so manchem sicher beipflichten. Aber glaubst du wirklich, dass da das Problem der entsprechende Drohnenpilot war? Der Befehl war vielleicht scheiße, aber das heißt ja noch lange nicht das dann der jeweilige Drohnenpilot das wirklich sinnvoll beurteilen kann, um dann ggf sinnigerweise sagen zu können "nö, das ist jetzt doof, mach ich nicht".
Die Kritik muss da wenn an einem ganz anderen Punkt ansetzen.
Nein, das glaube ich auch nicht. Der Drohnenpilot führt einfach nur seine Befehle aus, aber das Resultat bleibt doch das gleiche -> Menschen werden gezielt getötet.
Fälle wie bei Collateral Murder sind zum Glück absolute Einzelfälle bei der Masse an Einsätzen und sowas steht zurecht unter Strafe.

Ich frage mich nur immer, welche Art der Legitimierung nötig ist, um der Tötung von Menschen eine Absolution zu erteilen.
Wenn die Regierung die eines demokratischen Rechtsstaates ist, dann richtig.
Danke für die Antwort. Wir werden da wohl immer unterschiedliche Ansichten haben, was auch nicht schlimm ist. :)
 
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Ich frage mich nur immer, welche Art der Legitimierung nötig ist, um der Tötung von Menschen eine Absolution zu erteilen.
Die Frage hat dir heator doch schon erklärt.

Ja, wir gut, die böse. Frauen in Müllsäche stecken, Schwule von Hochhäusern schmeissen, Menschen auf offener Straße steinigen, Musik und Kunst und co. verbieten, ja, das ist alles eindeutig böse und ich bin für diesen stumpfen Kulturrelativismus nicht zu haben.



Naja das ist die argumentative Eindringtiefe, die man mit 14 bei dem Thema hat. Krieg ist nicht Frieden, aber manchmal gibt es ohne Krieg nunmal keinen Frieden. Ich meine, um Gottes Willen, wie kann man bitte nach dem 2WK noch so einen Unsinn labern? Ich verstehs einfach nicht. Und ob ich persönlich der Gewinner oder Verliere wäre ist doch völlig scheissegal. Wenn es einen Hitler gibt, dann gibt es keinen anderen Weg als Krieg, völlig egal was mit mir da persönlich ist.
Wie kann man nach dem ersten und zweiten Weltkrieg überhaupt noch kriege gutheißen?
Wenn die Regierung die eines demokratischen Rechtsstaates ist, dann richtig.
Ich bin froh das die die du da angreift dafür stimmen konnten
 
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Np. Ich muss vielleicht nochmal präzisieren, dass ich das Recht auf Befehlsverweigerung bei offensichtlich rechtswidrigen Befehlen davon ausnehme. Also wenn der Befehl lautet "erschiess diese Kindergartenkinder", dann ist der Befehl sicher nicht legitim. Das gebietet unsere Verfassung aber zum Glück auch.
Wie kann man nach dem ersten und zweiten Weltkrieg überhaupt noch kriege gutheißen?

Weil man es sich nicht aussuchen kann??? Oder wie hätten die Untermenschen Hitlers Feldzug verhindern sollen? Sich selbst ausrotten und den Lebensraum freigeben? Werd mal konkret bitte und flüchte dich nicht in diese Nena Fantasiescheisse "warum haben sich nicht alle Menschen lieb?" ist die Denkweise eines 6 Jährigen (also kein Front, genau das hat mich mein Neffe letztens gefragt. Nur bist du halt kein Grundschulkind, du müsstest doch wissen WAS Menschen sind).

Ich bin froh das die die du da angreift dafür stimmen konnten

Oh sorry, hätten wir ne Volksabstimmung im Reich durchführen lassen sollen, bevor man Deutschland geschlagen hat? Again...bro ey :wall:


Jetzt mal verdammt nochmal konkret: du bist Polen 39, Hitler überfällt aus dem Nichts dein Land. Was machst du mit deinem Pazifismuszeug? Dich selbst erschiessen, weglaufen wie eine kleine Memme und deine Familie, Freunde, Frau und Kinder im Stich lassen und im Wald verstecken. Asylantrag für die UdssR? WAS?
 
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