• Liebe User, bitte beachtet folgendes Thema: Was im Forum passiert, bleibt im Forum! Danke!
  • Hallo Gemeinde! Das Problem leidet zurzeit unter technischen Problemen. Wir sind da dran, aber das Zeitkontingent ist begrenzt. In der Zwischenzeit dürfte den meisten aufgefallen sein, dass das Erstellen von Posts funktioniert, auch wenn das Forum erstmal eine Fehlermeldung wirft. Um unseren Löschaufwand zu minimieren, bitten wir euch darum, nicht mehrmals auf 'Post Reply' zu klicken, da das zur Mehrfachposts führt. Grußworte.

Nachrichten, Randnotizen und Kurioses v4

Mitglied seit
25.09.2014
Beiträge
5.374
Reaktionen
1.506
Sehe ich tatsächlich anders. Für mich ist die Doppelmoral schon das primäre Problem. Nicht so sehr weil ich Leihmutterschaft jetzt so schrecklich finde, aber es zerstört halt tatsächlich Vertrauen bei Leuten, wenn sie das Gefühl haben Politiker müssten sich nicht an die Regeln halten, die für einen selbst gelten. Ist natürlich nicht wirklich fair dass der Eindruck entsteht, wenn sich die allermeisten Politiker schon dran halten nur so Leute wie Spahn, der jetzt sowieso nicht akut unter Moralverdacht stand, nicht, aber man muss halt mit dem Wahlvolk arbeiten das man hat. Überall dort, wo Leuten sowas scheißegal ist, kriegst du so Leute wie Trump oder AfD-Dullis, die ihre halbe Fußballmannschaft als Minijobber im Abgeordnetenbüro beschäftigen.
So wars nicht gemeint. Ich meinte schon auch die Doppelmoral dahinter, aber der Widerspruch, an dem ich Anstoß nehme, ist nicht "bei uns verboten, Politiker machts trotzdem auf Umweg übers Ausland, weil er kann", sondern "Politiker tritt für Verbot ein und macht es dann trotzdem".

Ich hätte keinerlei Probleme damit, wenn ein progressiver Politiker, der gegen ein Verbot ist, sowas tun würde.

Ich würde im Übrigen selbst Jens Spahn nicht unterstellen, dass er so ignorant und egozentrisch ist, dass er das Verbot selbst jetzt noch befürwortet. Für mich deutet es also eher darauf hin, dass seine vorherige Position von einem Mangel an Empathie mit den Betroffenen geprägt war. Wenn er diesen Makel jetzt durch seine eigene Betroffenheit überwunden hat, dann ist das imo grundsätzlich zu begrüßen.
Voraussetzung dafür, ihm das nicht negativ auszulegen, wäre dann gewesen, dass er erst aktiv seine politische Haltung ändert, bevor er für sich selbst andere Tatsachen schafft.
 
Zuletzt bearbeitet:

Gustavo

Doppelspitze 2019
Mitglied seit
22.03.2004
Beiträge
7.377
Reaktionen
2.863
So wars nicht gemeint. Ich meinte schon auch die Doppelmoral dahinter, aber der Widerspruch, an dem ich Anstoß nehme, ist nicht "bei uns verboten, Politiker machts trotzdem auf Umweg übers Ausland, weil er kann", sondern "Politiker tritt für Verbot ein und macht es dann trotzdem".

Ich hätte keinerlei Probleme damit, wenn ein progressiver Politiker, der gegen ein Verbot ist, sowas tun würde.

Ich würde im Übrigen selbst Jens Spahn nicht unterstellen, dass er so ignorant und egozentrisch ist, dass er das Verbot selbst jetzt noch befürwortet. Für mich deutet es also eher darauf hin, dass seine vorherige Position von einem Mangel an Empathie mit den Betroffenen geprägt war. Wenn er diesen Makel jetzt durch seine eigene Betroffenheit überwunden hat, dann ist das imo grundsätzlich zu begrüßen.
Voraussetzung dafür, ihm das nicht negativ auszulegen, wäre dann gewesen, dass er erst aktiv seine politische Haltung ändert, bevor er für sich selbst andere Tatsachen schafft.

Hmm kommt glaube ich drauf an was du mit "befürworten" meinst. Wenn ich raten müsste, ob Jens Spahn eine aufrichtige innere Überzeugung hat, dass Leihmutterschaft aus welchen Gründen auch immer gesetzlich in Deutschland nicht erlaubt sein sollte, würde ich mit Sicherheit auf nein tippen. Ich vermute allerdings auch, dass er die nie wirklich hatte. Mir kam Spahn immer vor als wäre er ideologisch bei einer säkularen, marktliberaleren konservativen Partei wie den Tories oder den amerikanischen Republikanern besser aufgehoben als in der Union. Dass er eine *ernsthafte* christliche Überzeugung hat, die seine politische Meinung in dem Fall entscheidend beeinflusst, kaufe ich ihm jedenfalls nicht ab.

Ich glaube allerdings auch: In einer hypothetischen Welt, in der Spahn korrekt einschätzt, dass ihm diese Leihmuttergeschichte um die Ohren fliegt, er aber aus irgendwelchen Gründen sicher sein könnte dass es nicht rauskommt wenn er es selbst nicht an die große Glocke hängt, würde Spahn exakt das machen was du ihm nicht unterstellen willst. Das ist genau die Art Opportunismus, die seine ganze Karriere prägt.

Dass Merz ihm jetzt keinerlei Rückhalt gibt, liegt nahe, weil er selbst schon mal Opfer davon war, als Spahn überraschend mit Laschet als Team gegen Merz kandidiert hat, obwohl Laschet sicher die liberalere Option war. Ich glaube allerdings auch, dass Spahns Karriere sich davon relativ schnell erholen wird. Fällt mir nicht schwer mir vorzustellen, wie er genau denselben Kram sagt, den ich jetzt auch schon ein paar Mal von Journalisten gehört habe: Wie er sich "für die Familie" oder "für den Kinderwunsch" entschieden hat, als wäre der Kinderwunsch das Problem an sich. Bin mir relativ sicher über diese Geschichte reden alle in ein paar Jahren so, wie wir heute über die "Bonusmeilen"-Affäre reden, über die anno dazumal Özdemir gestolpert ist: Gar nicht oder wenn, dann nur mit "könnt ihr euch vorstellen, dass Özdemir mal ..."
 

parats'

Tippspielmeister 2012, Tippspielmeister 2019
Mitglied seit
21.05.2003
Beiträge
20.424
Reaktionen
1.813
Ort
St. Gallen
Vielleicht haben wir ja demnächst die erste lesbische Bundeskanzlerin und den ersten schwulen Vizekanzler. :troll:
 
Mitglied seit
09.02.2021
Beiträge
3.556
Reaktionen
3.362

über neue euro noten design kann abgestimmt werden.

die mit den vögeln sehen wirklich sehr gut aus.

1784867211236.png

1784867230624.png
 
Mitglied seit
11.09.2002
Beiträge
5.097
Reaktionen
463

über neue euro noten design kann abgestimmt werden.

die mit den vögeln sehen wirklich sehr gut aus.

Anhang anzeigen 15917

Anhang anzeigen 15918
Ich finde Design H sehr gelungen - die mit den Menschen sind meist... ich weiß nicht. Also lieber die Vögel als Menschen.

H > D > F > Rest
 
Mitglied seit
30.06.2007
Beiträge
7.789
Reaktionen
1.715
B, H und F finde ich cool. B und H sehen einfach aus wie Euroscheine ohne unnötigen Schnickschnack, aber nicht so hingerotzt wie z.B. A. Außerdem finde ich die Vögel besser als die Köppe (auch wenn Beethoven auf dem Zehner natürlich ein krasser Sieger ist).
F ist cool. Mal was Anderes.
Wenn's die Köppe sein müssen, ist E auch in Ordnung, sehen auch aus wie echtes Geld.

Hochkant find ich scheiße.
 

haschischtasche

Ährenpenis
Mitglied seit
28.09.2002
Beiträge
39.276
Reaktionen
8.385
Ich verstehe nicht, wieso bei den Vögelscheinen die meisten Rückseiten mit irgendwelchen kackhässlichen Industriestaatenprunkbauten vollgeschissen sind, anstatt, keine Ahnung, vielleicht mal 'ne Burg im Grünen oder das Hermannsdenkmal oder so. Also irgendwas von der Natur aus der 98% der Fläche in der EU besteht?

Stattdessen besser das Hochaus drauf in dessen hochpolierten Fenstern der entsprechende Vogel am öftesten sein Ableben findet. :stupid:
 

parats'

Tippspielmeister 2012, Tippspielmeister 2019
Mitglied seit
21.05.2003
Beiträge
20.424
Reaktionen
1.813
Ort
St. Gallen

Gustavo

Doppelspitze 2019
Mitglied seit
22.03.2004
Beiträge
7.377
Reaktionen
2.863
Mittlerweile leider eine Meldung, die keinerlei Schockwirkung mehr entfaltet. :bored:


Na ja, in Anbetracht der Tatsache dass ich alleine bei ARD, ZDF und Phoenix heute sechs (!) Sondersendungen zu dem Thema sehe ist da wohl schon noch einiges an Schockwirkung.
 

parats'

Tippspielmeister 2012, Tippspielmeister 2019
Mitglied seit
21.05.2003
Beiträge
20.424
Reaktionen
1.813
Ort
St. Gallen
Na ja, in Anbetracht der Tatsache dass ich alleine bei ARD, ZDF und Phoenix heute sechs (!) Sondersendungen zu dem Thema sehe ist da wohl schon noch einiges an Schockwirkung.
Ich meinte weniger medial*, sondern eher der erste Impuls. Ich erinnere mich noch an bspw. Nizza oder auch den Breitscheidplatz. Das nimmt man auf und es erzeugt etwas bedrückendes in einem selbst. Mittlerweile lese ich sowas und bin an einem Punkt der Normalität, obwohl es das nie sein sollte.

Dazu schwingt ne Menge Unverständnis mit, gerade wenn ich mir den Link von @Wintermute durchlese.

* Medial ist da mMn ganz schön Druck auf dem Kessel und für tendenziöse Medien ist sowas leider eine Goldgrube.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
17.10.2006
Beiträge
6.999
Reaktionen
1.308
Ort
Köln
Was genau außerhalb von ex-post Betrachtung ist denn da objektiv schief gelaufen?
Wenn ich den Artikel so lese, dann war der Junge bekannt und in einem System von Strafe, Beratung und Entradikalisierung eingespannt. So, wie ich das in einem Fall, in dem sich ein junger Mensch radikalisiert, erwarten würde. Klar, der Anschlag hätte nicht stattgefunden, wenn die Strafe nicht auf Bewährung wäre und er im Knast sitzen würde. Aber das macht die Entscheidung zur Bewährungsstrafe nicht automatisch falsch; ohne detailliertere Kenntnisse ist es doch schwer, was dazu zu sagen.

Auch der Anschlag an sich: Die Strecke war gut gesichert, aber was 400m abseits passiert ist nie im Leben ganzheitlich zu schützen. Und das Mittel des Anschlags, einen Transporter mieten, gibt den Behörden wohl auch nicht genug Evidenz für imminente Anschlagspläne, um präventiv zu verhaften. Letztlich ist das ein tragischer Fall und ohne weitere Details zu wissen ist mir unklar, wie man sowas garantiert verhindern können sollte.
 
Mitglied seit
25.09.2014
Beiträge
5.374
Reaktionen
1.506
Der Vorfall macht mich durchaus auch betroffen. Wir kennen mehrere Leute, die beim CSD waren, wenn auch glücklicherweise nicht in unmittelbarer zeitlicher und örtlicher Nähe des Anschlags.
Aber die Aufschreieritis, die das Ganze produziert, lässt mich dann doch mit dem Kopf schütteln: "Wie konnte ein polizeibekannter Islamist offenbar einen Angriff in Berlin verüben?"
Seriously? Stand jetzt kann wohl niemand von außen beurteilen, ob da objektiv auch ex ante Fehler gemacht wurden. Aber dieser Reflex: Hätte man ihn noch eingesperrt!
Ja was dann? Der wäre dann nach zwei oder drei Jahren Haft als geläuterter, resozialisierter Bürger zurückgekehrt? Keine Gefahr mehr für die Gesellschaft?
Oder läuft die Forderung doch darauf hinaus, dass wir für jeden einzelnen Gefährder ein Team zur 24-Stunden-Überwachung abstellen sollen?
Und zu welchem Zeitpunkt genau verhaften die ihn dann? Wenn er einen Lieferwagen anmietet, wenn er einsteigt? Wenn er damit in die Nähe des Tiergartens fährt, wo gefeiert wird?

Ich freue mich über jeden Anschlag, den die Polizeibehörden verhindern. Mir ist aber nicht klar, woraus sich der Anspruch ableitet, dass der Staat die Mittel haben müsse, um solche Anschläge zuverlässig zu verhindern. Letztlich gilt hier genau die selbe Abwägung zwischen persönlichen Freiheitsrechten und Schutz der Allgemeinheit: auch ein radikalisierter und bereits straffällig gewordener Gefährder büßt nicht automatisch seine Bürgerrechte ein. Und es ist auch völlig unrealistisch, durch Verschärfung von Gesetzen oder Aufstockung von polizeilichen Mitteln einen zuverlässigen Schutz vor solchen Vorfällen gewähren zu wollen.
 
Mitglied seit
19.11.2003
Beiträge
2.036
Reaktionen
110
ja, in der Realität kriegst du sowas nicht mit Sicherungsmaßnahmen abgedeckt. Wenn du noch mehr Aufwand reinsteckst fahren sie halt zum nächsten Bahnhofsplatz.

Allgemein gehört für mich persönlich das Thema zum Bereich unkalkulierte Risiken, wie dass mich ein besoffener umfährt. Ich werde meine Lebensweise dadurch nicht beeinflussen lassen und mich und mein Umfeld wird es höchstwahrscheinlich nie treffen. Daher ignoriere ich es und versuche es auch meinen Kindern so weiterzugeben. Terror lebt schließlich genau von dem Effekt, dass man es größer macht als es ist.

Gegenmaßnahmen sehe ich nur auf individueller Basis, dass man Verdächtige härter ran nimmt für das Wohl der großen Masse. Sicher mit dem Nachteil, dass man da öfters Unrecht tut / deren Rechte beschneidet. Wenn es da aber eine entsprechende Ausgangslage gibt (konkrete Terrorpläne, allgemeine Ablehnung der Demokratie oder Religionsfreiheit, ...), dann gehe ich da mit. Die Frage ist, was da sinnvolle Maßnahmen sind, die umsetzbar sind und die "Gefährder" nicht noch weiter ausgrenzen und unter Druck setzen und damit evtl. noch mehr Gegendruckt erzeugt. Was könnte man machen? Konto sperren, Reisefreiheit einschränken, Mietwagenzugang sperren, ...?
 
Mitglied seit
31.03.2001
Beiträge
27.507
Reaktionen
619
ja, in der Realität kriegst du sowas nicht mit Sicherungsmaßnahmen abgedeckt. Wenn du noch mehr Aufwand reinsteckst fahren sie halt zum nächsten Bahnhofsplatz.
Hatte gelesen, dass man eigentlich wohl dachte das man den ganzen Bereich dort mit entsprechenden Sperren abgesichert hätte und jede von den Sperren auch mit Personal besetzt gewesen sein soll (also in der Theorie). Da wird natürlich ggf noch interessant, ob man da irgendwann Details zu hört, wie denn das Fahrzeug da nun doch rein kommen konnte.
 
Mitglied seit
19.09.2001
Beiträge
17.105
Reaktionen
3.152
Naja der Elefant im Raum, besonders in Berlin ist halt, ka wie man es politisch korrekt ausdrückt - Gewalt von als mit muslimisch geprägtem Migrationshintergrund gelesenen Menschen :deliver: gegen queere Leute. Ich kanns nur anekdotisch berichten, aber aus dem weiteren Umfeld hab ich das über die Jahre immer wieder gehört, zusammen mit einem Unbehagen, das wirklich anzusprechen, weil es u.a. von Organisationen wohl Ablehnung des Themas wgn angeblichen Rassismus gibt. Hm tja puh. Natürlich spielt das den Rechten in die Hände, aber das kann nicht das Denken der Menschen bestimmen - denn wenns kein Problem gibt, denken sie sich welche aus. Die Schiene bringt nichts.
e: da gehts natürlich nicht (nur) um tatsächliche Islamisten, denn wie einige andere hier bereits kommentiert haben, da kann man kaum mehr machen, ohne unsere Grundwerte im Prinzip abzuschaffen, und das ist indiskutabel. Nur glaube ich, dass sich das Thema bei solchen Vorfällen eben entlädt.
Klar sind das Ergebnisse von Jahrzehnten verfehlter Politik, und es gibt keine einfachen oder schnellen Lösungen - aber ich seh einfach so verdammt wenig Diskussionsbereitschaft, was das Thema angeht. Wird komplett AfD und co überlassen, und sich (natürlich zu Recht) über Merz' Aussagen über Paschas und Stadtbild aufgeregt. Gleichzeitig muss ich dann an Mist wie diesen denken:

Statt dass man das Thema aufgreift und eben auch als Argument gegen die zunehemenden Kürzungen im sozialen Bereich ins Feld führt - lieber Ablenken und das alles unter rechtsextrem einordnen, um dann grob Richtung AfD zu zeigen. Tolle Wurst.

Von Internetkommentaren fang ich am besten gar nicht erst an, die Doppelmoral, wenn man mal die üblichen Faschopolterer ausklammert, geht mir nur noch auf den Sack.
 
Zuletzt bearbeitet:

Gustavo

Doppelspitze 2019
Mitglied seit
22.03.2004
Beiträge
7.377
Reaktionen
2.863
Der Vorfall macht mich durchaus auch betroffen. Wir kennen mehrere Leute, die beim CSD waren, wenn auch glücklicherweise nicht in unmittelbarer zeitlicher und örtlicher Nähe des Anschlags.
Aber die Aufschreieritis, die das Ganze produziert, lässt mich dann doch mit dem Kopf schütteln: "Wie konnte ein polizeibekannter Islamist offenbar einen Angriff in Berlin verüben?"
Seriously? Stand jetzt kann wohl niemand von außen beurteilen, ob da objektiv auch ex ante Fehler gemacht wurden. Aber dieser Reflex: Hätte man ihn noch eingesperrt!
Ja was dann? Der wäre dann nach zwei oder drei Jahren Haft als geläuterter, resozialisierter Bürger zurückgekehrt? Keine Gefahr mehr für die Gesellschaft?
Oder läuft die Forderung doch darauf hinaus, dass wir für jeden einzelnen Gefährder ein Team zur 24-Stunden-Überwachung abstellen sollen?
Und zu welchem Zeitpunkt genau verhaften die ihn dann? Wenn er einen Lieferwagen anmietet, wenn er einsteigt? Wenn er damit in die Nähe des Tiergartens fährt, wo gefeiert wird?

Ich freue mich über jeden Anschlag, den die Polizeibehörden verhindern. Mir ist aber nicht klar, woraus sich der Anspruch ableitet, dass der Staat die Mittel haben müsse, um solche Anschläge zuverlässig zu verhindern. Letztlich gilt hier genau die selbe Abwägung zwischen persönlichen Freiheitsrechten und Schutz der Allgemeinheit: auch ein radikalisierter und bereits straffällig gewordener Gefährder büßt nicht automatisch seine Bürgerrechte ein. Und es ist auch völlig unrealistisch, durch Verschärfung von Gesetzen oder Aufstockung von polizeilichen Mitteln einen zuverlässigen Schutz vor solchen Vorfällen gewähren zu wollen.

Was mich vor allem an der Debatte stört ist dass die ganzen einschlägigen Verdächtigen sich erst beklagen, dass alle wieder in die ritualisierten Muster verfallen, nur um dann nach härteren Strafen und mehr Überwachung zu rufen. In Berlin gibt es laut Verfassungsschutz 1000 Islamisten, die als potenziell gewalttätige Gefährder geführt werden. Soll die Polizei die jetzt alle rund um die Uhr überwachen?

Ich finde es ermüdend, immer denselben impotenten Blödsinn zu hören. "Wegsperren"? Okay, selbst wenn die Staatsanwaltschaft die geforderte Haftstrafe zu 100% bekommen hätte wäre der Typ ein Jahr später aus dem Gefängnis gekommen. "Massenveranstaltungen besser sichern?" Nach allem was wir wissen WAR der CSD gesichert, aber ab einer gewissen Größe wird bei einem Event auch jede Zugangsmöglichkeit auch zu einem Ziel und die kann man denklogisch nicht alle absperren. "Automiete untersagen"? Okay, aber wenn jemand wirklich bereits den Tatentschluss hat, sich in ein Auto zu setzen und Leute damit zu überfahren, der wird es auch schaffen an ein Auto zu kommen (hatte Anis Amri ja sogar mit einem Sattelschlepper geschafft). Jede Form von "Wir brauchen keine Jugendstrafen/mehr Abschiebungen/Ausbürgerungen für Doppelstaatler"? Wir werfen also mal eben unser komplettes System über den Haufen? Wir wissen doch alle, dass das nicht passieren wird und diejenigen, die sich ehrlich machen, wissen auch genau dass das nicht wünschenswert wäre, sonst würde diese Forderungen nicht hauptsächlich dann kommen, wenn es mal wieder ein irregeleiteter Muselman ist, der da am Werk war.




Klar sind das Ergebnisse von Jahrzehnten verfehlter Politik, und es gibt keine einfachen oder schnellen Lösungen - aber ich seh einfach so verdammt wenig Diskussionsbereitschaft, was das Thema angeht. Wird komplett AfD und co überlassen, und sich (natürlich zu Recht) über Merz' Aussagen über Paschas und Stadtbild aufgeregt. Gleichzeitig muss ich dann an Mist wie diesen denken:

Statt dass man das Thema aufgreift und eben auch als Argument gegen die zunehemenden Kürzungen im sozialen Bereich ins Feld führt - lieber Ablenken und das alles unter rechtsextrem einordnen, um dann grob Richtung AfD zu zeigen. Tolle Wurst.

Von Internetkommentaren fang ich am besten gar nicht erst an, die Doppelmoral, wenn man mal die üblichen Faschopolterer ausklammert, geht mir nur noch auf den Sack.

Sorry, aber es ist doch offensichtlich dass die Frau eine ziemlich offensichtliche Lügnerin und Fabulistin ist. Wenn du dir mal einen Auftritt von ihr irgendwo angeschaut hast merkst du schnell, dass die Frau keinen echten Bezug zur Realität hat. Ich will nicht sagen dass es in ihrem Bereich nicht Probleme gibt, aber diese bizarren Übertreibungen die sie da verbreitet helfen garantiert niemandem.
 
Mitglied seit
19.09.2001
Beiträge
17.105
Reaktionen
3.152
Was mich vor allem an der Debatte stört ist dass die ganzen einschlägigen Verdächtigen sich erst beklagen, dass alle wieder in die ritualisierten Muster verfallen, nur um dann nach härteren Strafen und mehr Überwachung zu rufen. In Berlin gibt es laut Verfassungsschutz 1000 Islamisten, die als potenziell gewalttätige Gefährder geführt werden. Soll die Polizei die jetzt alle rund um die Uhr überwachen?

Ich finde es ermüdend, immer denselben impotenten Blödsinn zu hören. "Wegsperren"? Okay, selbst wenn die Staatsanwaltschaft die geforderte Haftstrafe zu 100% bekommen hätte wäre der Typ ein Jahr später aus dem Gefängnis gekommen. "Massenveranstaltungen besser sichern?" Nach allem was wir wissen WAR der CSD gesichert, aber ab einer gewissen Größe wird bei einem Event auch jede Zugangsmöglichkeit auch zu einem Ziel und die kann man denklogisch nicht alle absperren. "Automiete untersagen"? Okay, aber wenn jemand wirklich bereits den Tatentschluss hat, sich in ein Auto zu setzen und Leute damit zu überfahren, der wird es auch schaffen an ein Auto zu kommen (hatte Anis Amri ja sogar mit einem Sattelschlepper geschafft). Jede Form von "Wir brauchen keine Jugendstrafen/mehr Abschiebungen/Ausbürgerungen für Doppelstaatler"? Wir werfen also mal eben unser komplettes System über den Haufen? Wir wissen doch alle, dass das nicht passieren wird und diejenigen, die sich ehrlich machen, wissen auch genau dass das nicht wünschenswert wäre, sonst würde diese Forderungen nicht hauptsächlich dann kommen, wenn es mal wieder ein irregeleiteter Muselman ist, der da am Werk war.
Jo und dann so tolle Kommentare wie "gute Polizeiarbeit" und "danke an alle beteiligten Polizisten" als es hieß, dass der Kerl erschossen wurde. Schon kranke Fantasien am Start. Wundert dann auch nicht, dass Palantir und Chatkontrolle keine Aufreger mehr sind.

Sorry, aber es ist doch offensichtlich dass die Frau eine ziemlich offensichtliche Lügnerin und Fabulistin ist. Wenn du dir mal einen Auftritt von ihr irgendwo angeschaut hast merkst du schnell, dass die Frau keinen echten Bezug zur Realität hat. Ich will nicht sagen dass es in ihrem Bereich nicht Probleme gibt, aber diese bizarren Übertreibungen die sie da verbreitet helfen garantiert niemandem.

Hab mir bisher keine Auftritte von ihr angesehen, kann ich nichts zu sagen, und Kritiken über ihr Buch zB fand ich durch die Bank eher schwach, so á la "sie berichtet über problematische Konstellation - es sind ja aber nicht alle so -> Rassismus". Sowas ist mir dann auch zu dünn tbh. Was jetzt in dem verlinkten Artikel erfunden und gelogen ist, kannst Du mir aber gerne darlegen - ähnliche Kommentare hab ich nämlich auch von einem Ex-SPD'ler gehört (wenn auch nicht so zugespitzt wie "zweites Kandahar" natürlich bzw. auch nicht auf bestimmte Personen bezogen).

e: hatten wir diesen Dialog evtl schonmal, als der Artikel erschien 🤔
 
Zuletzt bearbeitet:

Gustavo

Doppelspitze 2019
Mitglied seit
22.03.2004
Beiträge
7.377
Reaktionen
2.863
Hab mir bisher keine Auftritte von ihr angesehen, kann ich nichts zu sagen, und Kritiken über ihr Buch zB fand ich durch die Bank eher schwach, so á la "sie berichtet über problematische Konstellation - es sind ja aber nicht alle so -> Rassismus". Sowas ist mir dann auch zu dünn tbh. Was jetzt in dem verlinkten Artikel erfunden und gelogen ist, kannst Du mir aber gerne darlegen - ähnliche Kommentare hab ich nämlich auch von einem Ex-SPD'ler gehört (wenn auch nicht so zugespitzt wie "zweites Kandahar" natürlich bzw. auch nicht auf bestimmte Personen bezogen).

e: hatten wir diesen Dialog evtl schonmal, als der Artikel erschien 🤔

Wir hatten diesen Dialog in der Tat schon mal, als der Spiegel-Artikel erschienen ist und du wirst nicht glauben was sie seither nicht gemacht hat: Ganz recht, irgendeinen ihrer Vorwürfe konkret zu belegen. :mond:

Im Ernst: Das ist intellektuell so unehrlich, dass sich die Balken biegen. Die Frau wirft einfach alles wild durcheinander: Islam, Islamismus, Clans, Muslimbruderschaft, Salafismus, je nachdem wie es ihr gerade passt. Dass sie Hikel (den ich übrigens auch für einen guten Mann halte/hielt) gut findet, dem sie ihren Job verdankt, geschenkt. Aber wenn man mit "Islamisten unterwandern" die Berliner SPD kommt muss man das mit mehr substantiieren als auf Nachfrage "Raed Saleh hat noch nie was über Clans und die Muslimbruderschaft gesagt". Kommt es aber halt nicht. Stattdessen so Peinlichkeiten wie bei der Lanz-Sendung, wo sie ihr ein Bild von einer Demonstration einblenden und sie sinngemäß sagt "man denkt das kann doch gar nicht Deutschland sein, ist es aber" und es ist halt einfach in Jordanien aufgenommen. :ugly:


Ich bin übrigens nicht der Einzige, dem das auffällt: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1201367.islam-in-deutschland-guener-balcı-stimmungsmache-ohne-belege.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben