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Work From Anyhwere

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Hallo Freunde,

in meiner Firma (Bereich Softwareentwicklung, seit jeher global verteilte Entwicklung) ist seit März Home-Office verordnet. Da das ganze überraschend gut geklappt hat, hat jetzt der Vorstand entschieden, dass wir ja auch permanent remote arbeiten können und hat angefangen die Mietverträge für die Büros weltweit zu kündigen.

Komplett remote soll das trotzdem nicht ablaufen müssen, jeder Mitarbeiter / Standort soll z.B. ein gewisses monatliches Budget bekommen, um Kosten für das Home-Office zu kompensieren, und für das man sich beispielsweise einmal die Woche / Monat für das Team einen Konferenzraum in einem Hotel mieten kann falls ein Treffen nötig ist.

Ich war bis jetzt auf der Suche nach einem Einfamilienhaus und hatte meinen Suchradius auf ~45 Minuten Pendelweg eingegrenzt. Da dieser Filter jetzt praktisch wegfallen kann, ergeben sich ja ganz neue Möglichkeiten.

Aber mal angenommen, es wäre für euch möglich komplett Remote zu arbeiten, würdet ihr dann bleiben wo ihr gerade seid? Würdet ihr Deutschland verlassen wollen und vom Strand in einer Urlaubsregion arbeiten wollen?
Das hängt natürlich auch von der familiären Situation ab, mit Frau und Kind wird man nicht direkt alle Brücken abreißen können, aber als Single würde ich wohl nicht dauerhaft in meiner Stadt bleiben.
 
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Ich würde wohl in einen gut angebundenen ländlichen Raum mit einigermaßen guter Infrastruktur rundum ziehen. Schöne Natur vor der Haustür und fix in einer größeren Stadt wäre für mich n gutes Mittelding.
Ich hab mal ein Jahr in Treuchtlingen gewohnt. An sich gibts dort alles an wichtigen Dingen vor Ort, jedoch was mal ausgehen und Co. angeht quasi nichts. Allerdings ist man in 45min in Nürnberg und in 80min in München.
Würde wohl so eine Lösung bevorzugen. Wenn es vom Geld her egal ist wohl eher sogar südlichen Rand von München mit Nähe zu den Bergen. Als Normalverdiener ist das aber mittlerweile unfassbar teuer geworden, gerade wenn man dann noch ne S-Bahn Anbindung in die Stadt möchte.

Umland von Berlin (wo ich aktuell wohne) käme für mich aber nie in Frage. Tote Hose und hässliche Landschaft (ich hasse Kiefern) sind mir da die Nähe zur Großstadt einfach nicht wert.

Bzgl. Ausland könnte ich mir dann ne Lösung a la 6 Monate im Sommer in Deutschland, 6 Monate im Winter in Griechenland/Spanien gut vorstellen. Wobei das dann auch immer zwecks Mieten und Co. schwierig ist :deliver:
 
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Aber mal angenommen, es wäre für euch möglich komplett Remote zu arbeiten, würdet ihr dann bleiben wo ihr gerade seid?
Definitiv Nein. :D
Ich hatte letztens eine Woche Urlaub und da die ursprünglichen Pläne der Pandemie zum Opfer gefallen waren, hatte ich mich dann kurzfristig entschlossen meine Eltern zu besuchen, die etwas weiter draussen wohnen.
Als der Urlaub zuende war bin ich dann einfach nicht zurück in meine Stadtwohnung sondern hab mir für 100€ noch nen zweiten Monitor gekauft und von da aus gearbeitet. Ging super.

Würdet ihr Deutschland verlassen wollen und vom Strand in einer Urlaubsregion arbeiten wollen?
Das habe ich tatsächlich schon überlegt. Portugal hatte ich im Auge. Die Frage ist wandert man dann gleich aus oder ist man quasi Dauerurlauber?
 

parats'

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Ich arbeite seit Jahren viel von zu Hause und auch zu unüblichen Zeiten. Durch die Vertrauensarbeitszeit hat das schon eine erhebliche Qualität, die ich nicht mehr missen möchte.
Aus Deutschland raus dürfte ich leider nicht, aber ein Auslandsjahr mit "work and travel" auf einer 2/3 Konstellation funktioniert hier nach Absprache eigentlich immer.
 
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Würde wohl bleiben wo ich bin. Hab ne super Anbindung an die Autobahn und die Öffis, bin aber trotzdem vom Großstadttrubel (FFM) entfernt, obwohl ich dort auch arbeite.
Allerdings muss ich auch grundsätzlich sagen, dass bei mir Homeoffice auf lange Sicht gesehen nicht das wahre ist. Seit März arbeite ich auch überwiegend zu Hause und bin schon froh, dass ich immer wieder mal ins Büro fahren "darf".
Sobald sich die Lage irgendwann mal wieder ein wenig beruhigt hat, werde ich war auch mehr als zuvor von zu Hause arbeiten, mein Schwerpunkt wird aber definitiv wieder das Büro sein.
 
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letztens irgendwo gesehen süditalien an irgendeiner beach/bay ein idyllisches Dorf man nen Tiny Haus für 1euro kaufen kann. lediglich 15k müsse man selber laut gemeinde in die reperatur reinstecken / sanierung was hier mindestens 10x fache kostet. was hält hier einen eigentlich noch? Die rente? Die Alterspflege (hust hust Gesundheitssystem)? Das tolle Großstadtklima? Volle Straßen? Die Südländische Dolce Vita Style (kannst ja nicht mal mehr über die Straße gehe ohne dabei gleich 3 Gesetzte dabei gebrochen zu haben)? Wenn ich die möglichkeit hätte wäre ich sofort weg. Alle anderen Dinge die da einem fehlen würden könnte man locker zeitlich arrangieren. Da sich sich dann die Neuen Möglichkeiten gut überdecken würden mit den alten Hindernissen.
 
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Allerdings muss ich auch grundsätzlich sagen, dass bei mir Homeoffice auf lange Sicht gesehen nicht das wahre ist. Seit März arbeite ich auch überwiegend zu Hause und bin schon froh, dass ich immer wieder mal ins Büro fahren "darf".
Warum?
 

Benrath

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Eventuell mag er seine Kollegen? Ständig home office ist mir auch too much. Bin froh, wenn man die Möglichkeit hat, aber finds auch ok 2-3 Tage die Woche ins Büro zu kommen. Dann kann man auch zu Meetings etc.

Eventuell würde ich mir schon ne andere Stadt aussuchen, aber an sich ist es mir nicht mehr so wichtig wie früher. Klar Köln wäre dann nicer als Bonn, aber was solls.
 
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Wie Benrath schon sagte, fehlen mir hauptsächlich die sozialen Kontakte auf der Arbeit. Natürlich mag ich auch net jeden Kollegen / Kollegin, aber mit dem großteil komme ich schon sehr gut klar und telefonieren ersetzt das persönliche Gespräch für mich jedenfalls nicht.
Auch die Video- oder Telefonkonferenzen sind mir auf Dauer einfach zu nervig. Es hat sich natürlich deutlich gebessert zum Anfang, wo jeder noch reinquatschte usw. aber auch hier bleibt ein Termin vor Ort definitv sehr viel angenehmer.
Ein entscheidender Faktor ist bei mir jedoch auch, dass ich einfach nicht mehr so schnell abschalte. So hab ich mich nach der Arbeit in den Zug gesetzt, Musik eingestöpselt und hatte dann Feierabend. Seitdem ich überwiegend im Homeoffice bin brauche ich relativ lang bis ich mal im "Entspannungsmodus" bin, was wahrscheinlich aber auch einfach daran liegt, dass man sich ja jederzeit wieder einloggen könnte um doch noch was nachzuschauen
 

Gelöschtes Mitglied 683837

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Generell würde ich nicht umziehen wollen, habe hier Freundeskreis, Familie und bin auch sehr mit der Gegend zufrieden. Also wozu?

Urlaub und Arbeit würde ich auch nie wirklich verknüpfen wollen, durch Home Office vermischen sich Privatssphäre und Arbeit sowieso schnell, wenn man nicht aufpasst. Dennoch finde ich remote work schon relativ nice, wenn es in Dosen eingesetzt und v.a. von allen akzeptiert wird: Ohne Vertrauen und Kommunikation geht bei dem Thema nichts.
 
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Aber mal angenommen, es wäre für euch möglich komplett Remote zu arbeiten, würdet ihr dann bleiben wo ihr gerade seid?
Würdet ihr Deutschland verlassen wollen und vom Strand in einer Urlaubsregion arbeiten wollen?

Ja, würde genau da bleiben wo wir sind. Jedenfalls was die Region betrifft und weniger was die Wohnung/das Haus angeht. Aus dem einfachen Grund, dass unsere beginnenden Selbstständigkeit und die Familie unseren Wohnort bestimmt und weniger meine Erwerbstätigkeit. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, irgendwann in Zukunft einem Erwerb bei einer weiter entfernten Firma nachzugehen. Aber nur unter der Bedingung von möglicher Remote-Arbeit.
Unsere Region ist quasi eine Urlaubsregion, insbesondere für meine Hobbys müsste ich noch ein schönes Stück weiter in die Alpen ziehen um für die Freizeitgestaltung deutlich bessere Möglichkeiten zu haben. Und damit verbunden wären dann wohl massive Abstriche was das restliche Leben angeht, wenn es in der gleichen Lebenskostenkategorie weitergehen soll.

Ich arbeite seit Jahren viel von zu Hause und auch zu unüblichen Zeiten. Durch die Vertrauensarbeitszeit hat das schon eine erhebliche Qualität, die ich nicht mehr missen möchte.

Das Stichwort Konfidenzarbeitszeit löst bei mir immer einen gewisse Schutzreflex aus. Ich arbeite selber mit Arbeitszeiterfassung und kann Überzeit kompensieren oder auszahlen lassen. Damit bin ich aber unter meinen Ausbildungskollegen eher in der Minderheit (Maschineningenieur). Ich habe aber den Eindruck, dass das zusätzliche Einkommen die Mehrarbeit nicht zu kompensieren vermag. Besonders wenn in projektorientiertem Umfeld gearbeitet wird. Wenn ich sehe wie sich bei mir die Überzeit zu Spitzenzeiten anhäuft, kann ich mir fast nicht vorstellen diese Zeit mit Vertrauensarbeitszeit gut "verkaufen" zu können. Wie läuft das bei Euch? Laufen alle Projekte so geordnet, dass sich keine solchen Spitzen bilden? Organisiert man sich einfach besser als wenn man die Zeit einfach aufschreiben kann?
Da ich jetzt schon gleitende und ziemlich flexible Arbeitszeiten habe bin ich vielleicht aber in einer zu bequemen Situation...

Wie Benrath schon sagte, fehlen mir hauptsächlich die sozialen Kontakte auf der Arbeit.
...
Ein entscheidender Faktor ist bei mir jedoch auch, dass ich einfach nicht mehr so schnell abschalte. So hab ich mich nach der Arbeit in den Zug gesetzt, Musik eingestöpselt und hatte dann Feierabend. Seitdem ich überwiegend im Homeoffice bin brauche ich relativ lang bis ich mal im "Entspannungsmodus" bin, was wahrscheinlich aber auch einfach daran liegt, dass man sich ja jederzeit wieder einloggen könnte um doch noch was nachzuschauen
Soziale Kontakte kann ich sehr gut verstehen, würde mich auch fehlen. Beim Abschalten habe ich trotz Arbeitsweg manchmal Mühe. Ich bin aber auch der Meinung, dass einen manchmal die Arbeitsprobleme auch daheim etwas begleiten dürfen. Die krasse Arbeit/Freizeitteilung entspricht nicht unbedingt meinem Naturell. Aber ist natürlich brutal von der jeweiligen Arbeit/den Aufgaben abhängig.
 
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würde in meinem umfeld hier bleiben wollen, freunde+sport und ein teil meiner familie ist nicht weit entfernt. würde aber >90% remote mit kusshand nehmen :top2: brauche niemanden um mich rum, besprechungen funktionieren virtuell wunderbar, man kann nachmittags mit frau und kind spazieren gehen und macht dann abends noch ein bisschen was, könnte ich mir kaum besser vorstellen. hatte bis vor 3 wochen knapp 2,5 monate homeoffice und empfand es als unglaublich geile zeit, die gerne wiederkommen kann (deswegen sehe ich corona auch als gar nicht soo tragisch ;) )
 

parats'

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Das Stichwort Konfidenzarbeitszeit löst bei mir immer einen gewisse Schutzreflex aus. Ich arbeite selber mit Arbeitszeiterfassung und kann Überzeit kompensieren oder auszahlen lassen. Damit bin ich aber unter meinen Ausbildungskollegen eher in der Minderheit (Maschineningenieur). Ich habe aber den Eindruck, dass das zusätzliche Einkommen die Mehrarbeit nicht zu kompensieren vermag. Besonders wenn in projektorientiertem Umfeld gearbeitet wird. Wenn ich sehe wie sich bei mir die Überzeit zu Spitzenzeiten anhäuft, kann ich mir fast nicht vorstellen diese Zeit mit Vertrauensarbeitszeit gut "verkaufen" zu können. Wie läuft das bei Euch? Laufen alle Projekte so geordnet, dass sich keine solchen Spitzen bilden? Organisiert man sich einfach besser als wenn man die Zeit einfach aufschreiben kann?
Da ich jetzt schon gleitende und ziemlich flexible Arbeitszeiten habe bin ich vielleicht aber in einer zu bequemen Situation...

Prinzipiell arbeite ich mehr als in meinem Vertrag steht, das ganze wird auch nirgends aufgeschrieben oder erfasst.
Was es für mich so interessant macht, ist die Tatsache, dass ich relativ problemlos meine Arbeitszeiten entkoppeln kann und so bspw. 2x4h pro Tag arbeite, also bspw. von 08-12 und von 20-24. Die Zeit dazwischen ist mit Familie ein massiver Qualitätsgewinn, da ich mit meinen Kindern trotz Vollzeitstelle genügend Zeit habe. Es kommt natürlich etwas auf die Arbeitsstelle an, aber ich selbst kann eigentlich alle Projektspitzen innerhalb der Woche ausgleichen.
 
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würde in meinem umfeld hier bleiben wollen, freunde+sport und ein teil meiner familie ist nicht weit entfernt. würde aber >90% remote mit kusshand nehmen :top2: brauche niemanden um mich rum, besprechungen funktionieren virtuell wunderbar, man kann nachmittags mit frau und kind spazieren gehen und macht dann abends noch ein bisschen was, könnte ich mir kaum besser vorstellen. hatte bis vor 3 wochen knapp 2,5 monate homeoffice und empfand es als unglaublich geile zeit, die gerne wiederkommen kann (deswegen sehe ich corona auch als gar nicht soo tragisch ;) )

Jenes! Ich war (sonst IT-Beratung, nur unterwegs), die letzten 3 Monate komplett zu Hause. Termine und Projekte liefen wie gewohnt weiter. Ein Präsenztermin musste sein. Sollte es sich wieder auf vorsinnflutliche 5-4-3 zurückstellen, werde ich mir eine neue Stelle suchen, wo ich einen Großteil remote arbeiten kann. Büro-/Präsenzzeiten braucht echt niemand. Freunde & Family sind für mich immer klar > Kollegen, auch wenn da ein paar coole Leute bei sind.
 
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Mal eine andere Perspektive: Ich finde Chef-Sein echt schwer ohne "täglichen" Kontakt. Klar, gibt es die Leute, um die man sich noch nie sorgen machen musste mit intrinsischer Motivation, die nochmal 5% Performance draufhauen. Aber es gibt auch die, die eh schon nur das Minimum gemacht haben oder die einfach in irgendeiner Weise (technisch, psychisch, persönlich) Unterstützung brauchen. Die fallen aktuell einfach durchs Raster. Auch geht so langsam der Zusammenhalt / die Abstimmung flöten. Die persönlichen Meetings oder mal ein Bier nach dem Feierabend sind einfach nicht durch Skype zu ersetzen. Basierend darauf ist auch eine Führungskraft aus dem Home-Office nach der Pandemie glaube ich nur zu einem kleinem Prozentsatz sinnvoll. Ich werde versuchen von 0% vor der Pandemie auf ca 20% mich einzupendeln.

PS: Ja, ich weiß, dass es auch komplett Remote schon immer geht - das sind aber in der Regel die Fälle, wo es anders nicht geht / man die Leute nicht vor Ort bekommt.
 
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Prinzipiell arbeite ich mehr als in meinem Vertrag steht, das ganze wird auch nirgends aufgeschrieben oder erfasst.
Was es für mich so interessant macht, ist die Tatsache, dass ich relativ problemlos meine Arbeitszeiten entkoppeln kann und so bspw. 2x4h pro Tag arbeite, also bspw. von 08-12 und von 20-24. Die Zeit dazwischen ist mit Familie ein massiver Qualitätsgewinn, da ich mit meinen Kindern trotz Vollzeitstelle genügend Zeit habe. Es kommt natürlich etwas auf die Arbeitsstelle an, aber ich selbst kann eigentlich alle Projektspitzen innerhalb der Woche ausgleichen.

Jo, kann Deinen Punkt gut verstehen. Ich arbeite mit einem ähnlichen Ziel (Zeit für Familie und Nebenbeschäftigung flexibel halten) und freue mich, dass es bei Dir auch mit Konfidenzarbeitszeit funktioniert! In meinem Umfeld sehe ich leider, dass es oft nicht klappt und meine Methode bewährt sich bisher. Zeitweise klotze ich rücksichtslos ran, arbeite sicher nicht im Topjob für meine Ausbildung, wenn ich aber Zeit für meine Familie brauche, fordere ich das ziemlich konsequent ein. Dabei hat sich das Überzeitkonto als effektives Brecheisen erwiesen.

Mal eine andere Perspektive: Ich finde Chef-Sein echt schwer ohne "täglichen" Kontakt. Klar, gibt es die Leute, um die man sich noch nie sorgen machen musste mit intrinsischer Motivation, die nochmal 5% Performance draufhauen. Aber es gibt auch die, die eh schon nur das Minimum gemacht haben oder die einfach in irgendeiner Weise (technisch, psychisch, persönlich) Unterstützung brauchen. Die fallen aktuell einfach durchs Raster. Auch geht so langsam der Zusammenhalt / die Abstimmung flöten. Die persönlichen Meetings oder mal ein Bier nach dem Feierabend sind einfach nicht durch Skype zu ersetzen. Basierend darauf ist auch eine Führungskraft aus dem Home-Office nach der Pandemie glaube ich nur zu einem kleinem Prozentsatz sinnvoll. Ich werde versuchen von 0% vor der Pandemie auf ca 20% mich einzupendeln.

PS: Ja, ich weiß, dass es auch komplett Remote schon immer geht - das sind aber in der Regel die Fälle, wo es anders nicht geht / man die Leute nicht vor Ort bekommt.

Interessante Perspektive der meiner Meinung nach wirklich eher zuwenig Gewicht beigemessen wird.
Dass sich Führung nur selten mit intrinsisch motivierten Performern beschäftigt, ist mMn ortsunabhängig. Beim Rest des Teams ist es bestimmt schwieriger. Welche Massnahmen bewähren sich bei Dir, welche funktionieren nicht?
Ich bin der Meinung, dass ein schöner Teil der aktuellen "Home-Office-Funktioniert"-Strömung (die ich durchaus begrüsse!) stark von vorher geformten Teams und der aktuellen "Besonderen Lage" profitiert. Jedes Teammitglied reisst sich etwas mehr zusammen als im Alltagstrott. "Weiche" Führungsaspekte (Teamstimmung erfühlen, Teamrollen erkennen, Frustpotentiale ausmerzen) sind Face-to-Face brutal viel einfacher als über Skype und können wohl kaum gänzlich damit ersetzt werden. Bei Leuten die man kennt, könnte das auf längere Frist funktionieren, solange zwischendurch ein Abgleich im RL stattfindet.

Ein Punkt, der mir im Arbeitsalltag (als Fachidiot ohne Führungsaufgabe) positiv auffällt und sich eventuell als Führungsinstrument eignet; Seit eigentlich immer gebe ich mir Mühe, vor Besprechungen die Sachlage und die Fragestellung sauber darzulegen. Ich mache das in Dokumentform (PDF eines Officedokuments) und verteile das an die Beteiligten mit der Bitte, sich die Dokumente anzusehen. Häufig war dies ein Anstoss zur Kritik (1. Frage: "Hast Du wirklich Zeit so eine Doku zusammenzustellen?") und Ignoranz (2 bis n-te Frage wäre eigentlich beantwortet, wenn man das Dokument auch nur überflogen hätte). Während der "Telearbeit" werden die Dokumente tatsächlich gelesen und die Projektbesprechungen sind viel ärmer an Leerlauf als im Büroalltag.
Als Leitsätze formuliert: Bereite Dich auf Besprechungen vor (4+ Leute am Tisch ist ein teures Unterfangen!)! Ordne Deine Gedanken und stelle sie dar! (Zur Kontrolle und Kommunikation) Read the f* documents!
Ich glaube, so gibt man auch denen Leute vermehrt eine Struktur, die sich zwischen den regelmässigen Besprechungen im Betrieb auf aktive Führung durch den Chef verlassen...
 
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Heute hatte ich zum ersten mal nach Monaten ein Bullshit-Meeting vor Ort, eingeladen hat natürlich die Personalabteilung in Zusammenarbeit mit ein paar anderen harten Verwaltungskriegern. Grund des Meetings: "dringende Themen und das weitere Vorgehen" besprechen. Im Endeffekt wurde die weitere Coronaregelung bei uns erläutert (die als PDF an der Einladung anhing), nochmal auf die Hygieneregeln hingewiesen (die als PDF an der Einladung anhingen) und die Fristen der jeweiligen Regelungen vorgestellt (die im PDF mit den Coronaregeln schon drinstanden) . Neue Infos gabs nicht wirklich. Ich habe das Gefühl, die können es ernsthaft nicht mehr abwarten, endlich wieder 8h+ pro Tag in ihrem Büro zu sitzen. Der Satz "Wir wissen, dass wir uns alle darauf freuen, endlich wieder mit unseren Kollegen im Büro arbeiten zu können" fiel tatsächlich.

Das beste: Aufgrund der Abstandsregeln halten die dieses Meeting jetzt jeden Tag mehrfach bis Ende nächster Woche ab, weil Videokonferenzen ja so unpersönlich sind und man will sich ja auch mal sehen. Nein, will ich nicht.
Mein Chef war heute direkt vor mir bei einem dieser Meetings und hat jetzt inoffiziell allen Mitarbeitern nahegelegt, sich vielleicht eine gute Ausrede einfallen zu lassen.

Homeoffice scheinen einige Leute als echte Strafe zu sehen. Lustigerweise scheint es da bei uns eine ziemlich exakte Aufteilung zwischen Verwaltung und technischem/wissenschaftlichem Personal zu geben. Die Verwaltung würde am liebsten alles was irgendwie möglich ist sofort wieder ins Büro verlegen, die andere Seite will nur das absolut nötigste vor Ort machen.
 
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parats'

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Ich glaube das liegt eher an der Ausstattung im HO. Mit eigenem Arbeitszimmer und entsprechenden Monitoren würde viele wohl eher daheim bleiben wollen, als mit dem Laptop am Küchentisch.
 
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Das könnte natürlich sein. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Informatiker sowieso ein halbwegs arbeitstaugliches Setup zuhause haben. Das dürfte bei Verwaltungsangestellten anders aussehen...
Die Frage ist dann trotzdem, warum es irgendwie erstrebenswert sein sollte, die Zeit im Büro wieder möglichst zu maximieren. Darauf läufts bei uns ja nun scheinbar irgendwann wieder hinaus.
 

Benrath

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Naja, wenn du nur nen Overhead Job hast anderen Leuten Regeln und Vorschriften beizubringen oder ähnliches machst wird deine Arbeit wohl mehr in Zeit vor Ort und meetings gemessen. Der Teil der Dienstleistung dieser Jobs fällt auf einmal komplett weg. Da würde ich auch wieder versuchen alle ins Büro zu bekommen und wieder Dienst nach Vorschrift machen bevor auffällt, dass sie keiner vermisst.
 
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Bei uns seit 4 Monaten alle im Homeoffice (Software/Beratung). Ich muss sagen - am Anfang fand ichs ja ganz geil, aber langsam habe ich das Gefühl ich setze Moos an. Ich rolle jeden Tag vom Bett in die Küche vor den PC und zurück. Klar, liegt auch ein wenig an mir, aber ich glaube ich brauche das 'ins Büro fahren' ein bischen für meine persönliche Struktur.
Außerdem geht auch irgendwie das Teamgefühl flöten. Jeder arbeitet nur so vor sich hin und Kontakt meistens nur 1on1. Derbe Witzchen reißen und zusammen kickern oder sowas kommt einfach nicht mehr vor. Es haben in der Zeit auch 2 Leute gekündigt die zentraler Teil des Teams waren, aber Abschied konnten wir nicht feiern... irgendwie unbedfriedigend.
 
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