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William Easterly vs Jeffrey Sachs - Entwicklungspolitik

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lol wer hat zufällig gerade 2 stunden zeit?

Kernpunkte dürfen gerne bereitgestellt werden
 
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Eine nicht-objektivistische Ausführung deiner Antwort wäre hilfreich.

Natürlich sollte man staatliche Hilfe stoppen.

Spenden der NGO's wären also ok?
Die Frage ist, ob staatliche Hilfe einfach ineffektiv oder kontraproduktiv ist.
 
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Armen Menschen helfen? Jawoll!

Ist Entwicklungshilfe dafür ein geeignetes Instrument? kA

Sachs argumentierte früher, dass die Armen in einem "vicious cycle" festhängen: wenig Kapital --> geringe Produktivität --> Kapital muss aufgebraucht werden, um zu überleben --> noch geringere Produktivität. Jo, und da brauchen sie zunächst schlichtweg Kohle um da raus zu kommen, sprich sie müssen Kapital aufbauen und das kommt am besten von uns

Bin kein Experte auf dem Gebiet, aber es spricht leider einiges dagegen, dass Entwicklungshilfe diese Aufgabe erfüllen kann:

- Korrupte Regierungen
- Sozio-kulturelle Disposition (politisch-unkorrekt ausgedrückt: Arme Afrikaner sind faul, neigen zu Alkohol etc.)
- Äußere Katastrophen: Kriege, extreme Dürren, HIV

Ich würde aber zumind. einen Raum für folgende Formen der Entwicklungshilfe sehen:

- Bekämpfung von Krankheiten durch Impfungen und sexuelle Aufklärung: Dies ist entscheidend, eines der Probleme Afrikas ist das die junge Bev. zu einem substanziellem Teil an HIV verreckt, dass entsprechende Humankapital also verloren geht. Dieser Schritt kostet nicht viel und verbessert die Lebensbedingung vieler Menschen. Man könnte sich manchmal schämen, wenn man bedenkt, dass bestimmte Impfungen, die vielen Menschen das Leben retten könnten, nur wenige Cent kosten, in Afrika aber nicht zur Verfügung stehen.

- In gefestigten Societies Kleinkredite

Kritisch, aber evtl sinnvoll:

- Schulen
- Kleinere Infrastrukturprojekte
 

Gelöschtes Mitglied 160054

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Childerish lies mal "Das Ende der Armut" von Sachs, da geht er auf alle deine Einwände ein.
 
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Schon gelesen und für interessant befunden. Tolle Diskussion wenn wir uns nur mit "schau dies, lies jenes" unterhalten...
 

Clawg

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@Childerich:
Was konkrete Projekte betrifft, sollte man die mit der größten Effektivität wählen. Das wären beispielsweise Mikronährstoffe (z.B. Vitamine). Wenn man Tabletten verteilt stört das deren Wirtschaft nicht und die Leute haben ein besseres Immunsystem gegen diverse Krankheiten.
Bei den Tabletten müsste man nur aufpassen, dass nicht irgendwelche genozidfreudige Personen Gift reinmischen oder lediglich Placebos produziert werden.
 
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Du willst den Leuten systematisch Vitamintabletten geben? Denkst du dir das selber aus oder wird sowas tatsächlich diskutiert?

Für das Geld lieber: Impfungen
 

Clawg

Guest
Du willst den Leuten systematisch Vitamintabletten geben? Denkst du dir das selber aus oder wird sowas tatsächlich diskutiert?
Ich lese viel.

According to the numbers, the biggest problem facing the world isn't global warming or terrorism. It's malnutrition in the developing world, and it can be sharply reduced for as little as $60 million a year, by supplying basic micronutrients for 112 million kids who lack essential vitamins. According to the Copenhagen Consensus's figures, that $60 million would pay back more than $1 billion in benefits — better health, fewer deaths, more worker productivity.
A Cost-Effective Way to Save the World?


How to Get the Biggest Bang for 10 Billion Bucks

Für das Geld lieber: Impfungen
lol, nein.
 
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Was spricht gegen Impfungen? Zur Rettung eines statistischen Lebens genügen 10 Cent.

Dein Vorschlag hört sich nun btw gar nicht mehr so abwegig an wie auf den ersten Blick.
 
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Haben Impfungen nicht grundsätzlich starke Nebenwirkungen? Bei geschwächten Immunsystem garnicht auszudenken was passiert.
 
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Impfungen sind wahre Killer. Sie wurden nur erfunden um die Menschheit auszurotten (oder Chips zu implementieren)!
 
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Ja, und in 20 Jahren mutieren alle Impfstoffe und ganz Afrika ist dann eine riesige Zombie-Armee für die Pharma-Konzerne!
 
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Impfungen mal von der wirtschaftlichen Seite gesehen: Eigentlich würde es sich ja für die Pharmakonzerne lohnen, billigste Impfungen an arme Länder zu verteilen, da die Grenzkosten ~0 sind. Das Problem ist, dass diese Produkte früher oder später den Weg zurück in die Industrienationen finden und die dortigen Preise unterbieten. Pharmakonzerne sind weder blöd noch selbstlos.
 
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die vorhandene Staatliche Hilfe ist kurzfristig bestimmt nicht ineffektiv für die Armen, aber kontraproduktiv für die Wirtschaft und darum langfristig möglicherweise auch ineffektiv für die Armen.

Wenn du dir nicht sicher bist, dann solltest du Beweise für die Theorie hinzuziehen. Letztendlich sind deine Sätze sehr verwirrend und wenn in der Form "bestimmt" spekulativ.
 
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Selbstverständlich bin ich mir nicht sicher, ich behaupte sogar, dass sich niemand in diesem Thema sicher ist. Aber es gibt plausible Gründe warum Entwicklungshilfe deren Wirtschaft schadet.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass die freie Zugabe von Gütern an potentielle Konsumenten gut für eine Wirtschaft ist. Kurzfristig gesehen lindert diese Hilfe aber den Hunger in der armen Bevölkerung, langfristig gesehen nicht, da die Wirtschaft gelähmt wird und eine dauerhafte Abhängigkeit entsteht.

Der kenianische Wirtschaftsexperte James Shikwati über die schädlichen Folgen der westlichen Entwicklungspolitik, korrupte Herrscher und aufgebauschte Horrormeldungen aus Afrika


SPIEGEL: Herr Shikwati, auf dem G-8-Gipfel von Gleneagles soll mehr Hilfe für Afrika beschlossen werden ...

Shikwati: ... um Himmels willen, hören Sie bloß auf damit.

SPIEGEL: Aufhören? Die westlichen Industrienationen haben sich vorgenommen, Hunger und Armut zu eliminieren.

Shikwati: Solche Vorsätze schaden unserem Kontinent schon seit 40 Jahren. Wenn die Industrienationen den Afrikanern wirklich helfen wollen, sollten sie endlich diese furchtbare Hilfe streichen. Jenen Ländern, welche die meiste Entwicklungshilfe kassiert haben, geht es am schlechtesten. Trotz der Milliarden, die geflossen sind, ist der Kontinent arm.
SPIEGEL: Können Sie uns dieses Paradox erklären?

Shikwati: Es werden riesige Bürokratien finanziert, Korruption und Selbstgefälligkeit gefördert, Afrikaner zu Bettlern erzogen und zur Unselbständigkeit. Zudem schwächt die Entwicklungshilfe überall die lokalen Märkte und den Unternehmergeist, den wir so dringend brauchen. Sie ist einer der Gründe für Afrikas Probleme, so absurd das klingen mag. Wenn sie abgeschafft würde, bekäme das der kleine Mann gar nicht mit. Nur die Funktionäre wären schockiert. Darum behaupten sie, die Welt ginge unter ohne diese Entwicklungshilfe.

SPIEGEL: Selbst in einem Land wie Kenia verhungern jedes Jahr Menschen. Denen muss doch geholfen werden.

Shikwati: Aber die Kenianer selbst müssen diesen Menschen helfen. Wenn in einer bestimmten Region Kenias eine Dürre herrscht, schreien unsere korrupten Politiker reflexartig nach mehr Hilfe. Dieser Ruf ereilt das Welternährungsprogramm der Uno - also eine riesige Behörde von Apparatschiks, die in der absurden Situation sind, sich zwar dem Kampf gegen den Hunger verschrieben zu haben, aber alle arbeitslos wären, würden sie diesen Hunger tatsächlich beseitigen. Sie nehmen naturgemäß die Bitte nach mehr Hilfe allzu bereitwillig auf, fordern nicht selten noch ein bisschen mehr, als es die jeweilige afrikanische Regierung getan hat, und leiten das Hilfeersuchen an ihre Zentrale weiter. Dann werden Tausende Tonnen Mais nach Afrika verschifft ...

SPIEGEL: ... der überwiegend von hochsubventionierten europäischen und amerikanischen Landwirten stammt ...

Shikwati: ... und dieser Mais landet irgendwann im Hafen von Mombasa. Ein Teil wandert oft direkt in die Hände skrupelloser Politiker, die ihn an ihren eigenen Stamm weiterleiten, um damit Wahlkampf zu machen. Ein anderer Teil kommt auf den Schwarzmarkt. Dort wird der Mais dann zu Dumpingpreisen verscherbelt. Ein einheimischer Bauer kann seine Hacke gleich aus der Hand legen, mit dem Uno-Welternährungsprogramm kann niemand mithalten. Und weil die Bauern unter diesem enormen Druck eingehen, hat Kenia auch keine Reserven, wenn nächstes Jahr tatsächlich eine Hungersnot entsteht - ein ganz simpler, aber folgenschwerer Kreislauf.

SPIEGEL: Täte das Welternährungsprogramm nichts, würden die Menschen verhungern.

Shikwati: Das glaube ich nicht. In diesem Fall müssten sich die Kenianer eben bequemen, Handelsbeziehungen zu Uganda oder Tansania aufzunehmen und die Nahrungsmittel dort einzukaufen. Dieser Handel ist lebensnotwendig für Afrika. Er würde uns zwingen, die Infrastruktur selbst zu verbessern und Grenzen, die übrigens die Europäer gezogen haben, wieder durchlässiger zu machen sowie Gesetze zu schaffen, die die Marktwirtschaft begünstigen.

SPIEGEL: Wäre Afrika überhaupt in der Lage, seine Probleme selbst zu lösen?

Shikwati: Natürlich. In kaum einem Land südlich der Sahara müsste tatsächlich gehungert werden. Zudem sind reichlich Bodenschätze

vorhanden: Öl, Gold, Diamanten. Afrika wird stets nur leidend dargestellt, dabei sind die meisten Zahlen maßlos übertrieben.
 
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