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RCG 2021 (10k$+ Turnier)

GeckoVOD

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Am vergangenen Samstag, den 05. Juni startete die Qualifikation für die Russian Cyber Games 2021 (RCG 2021) - Zeit für ein Topic für das größte Premierturnier der internationalen Szene.

Quelle: https://tl.net/forum/bw-tournaments/568809-russian-cyber-games-2021

Hintergrund

Neben broodwar.de und netwars.pl dürfte reps.ru die älteste Brood War Seite sein, die tatsächlich noch aktiv Turniere veranstaltet. Seit Jahrzehnten sind dort die Russen, Ukrainer, Kasachen und andere Spieler des Ostblocks zu Hause. Vor StarCraft II versteckte sich diese Seite eher im Schatten, denn wer des Russischen nicht mächtig ist, konnte dort nur schwer an den Diskussionen teilnehmen. Dennoch, die Seite muss sich nicht verstecken: Es finden sich Massen an lustigen Geschichten, eine riesige Replay-Datenbank und unfassbar nostalgische VODs zu diversen Turnieren. Leider erreichten uns die Inhalte der Russen nur über Umwege, als Crosspost auf TL.net oder GG.net. Auch dann nur, wenn man Glück hatte. Um es kurz zu halten: Ohne die osteuropäische Szene hätten wir kein ICCup und nach der Beta auch kein Defiler.ru mit deren Turnieren. Die Produktivität der Szene war immens und scheint trotz eher niedriger Userzahlen mehr zur Szene beizusteuern, als der restliche europäische und (nord)amerikanische Raum; ausgenommen Polen, die dank ZZZero seit Jahren mit der BSL ein einzigartiges Turnierformat erstellten.

Strippenzieher hinter den meisten reps.ru-Projekten ist Kirill "RUS_Brain" Patyrykin. Obwohl dieser auch auf TL.net kein unbekanntes Gesicht ist, kannten ihn wohl die wenigsten vor etwa 2012. Brain, selbst ein beachtlicher Zerg Spieler, beteiligte sich durch Artikel und auf TL.net meist durch Troll-Posts (für jene, die sich erinnern: SCVS are BIG), wenn es um den BW-Bereich geht. Russischer als Brain zu sein geht wohl kaum, er erfüllt nur zu gern jedes Klischee: Schwarzer Humor, harte Antworten und keinerlei Zuckerguß in kritischen Fragen. So unterschätzt man seine Schaffenskraft: Sehr viele Turniere, unter anderem auch zwei Editionen des BWCL King of Kings, wurden durch sein Geld zumindest co-finanziert.
Am bekanntesten dürfte Brains Projekt "esport.fund" sein. In diesen zahlt der Russe mehrere (zehn)tausend Dollar pro Jahr ein. Jeder "eSport"-Organisator kann sich bewerben, um Gelder aus dem Fund zu bekommen. Die Auflagen sind relativ gering, hauptsache der Wettbewerb wird gestärkt. Vorerfahrung ist ein Bonus, aber es geht auch ohne.​

Durch Brains Postings auf TL.net, die für viele der dort eher zartbesaiteten Seelen eher gewöhnungsbedürftig sind, kam es immer wieder zu kleineren Eklats. Beispielsweise wurde Brain beschuldigt, er würde Spieler bestechen aus Clans auszutreten, da er diese ja finanzierte. Der Diskurs löste sich letztlich zwar in Luft auf, aber Brain schien die Rolle als Mafiaboss zu gefallen. Also gründete er 2019 den "Corrupted Cup" - ein Turnier, das er finanzierte und dessen Finale offline in Moskau stattfinden sollten. Hierfür gab es weltweite Qualifier und ein Startgeld von 5.000$, mit dem Versprechen, es würde wiederholt werden, wenn die Community das Preisgeld verdoppelt.
Also strengten wir uns an möglichst viel Geld in den Topf zu bekommen. Ich persönlich, da es ja ein "corrupted cup" war, verkaufte einfach die EU Qualifierspots an die Höchstbietenden. Mit etwas Anstrengung erreichten wir dann tatsächlich mehr als 10.000$ und es gab eine Neuauflage.

Brain entschied sich das ganze Event doch professioneller zu gestalten und startete die ersten "offiziellen" Russian Cyber Games 2020 mit einem Preisgeld von 7.500 Dollar - mit der gleichen Wette. Werden diese verdoppelt, so finden auch die RCG 2021 statt. Und wieder schaffte es die Community: Jetzt sehen wir uns vor der Herausforderung 10.000 Dollar zu sammeln.


Format

16 Spieler können, bzw. konnten sich für die RCG 2021 qualifizieren. Möglich war dies über folgende Wege:

- RCG 2020 Gewinner bekam ein Invite: Dewalt
- die BSL 11 Top3 bekamen ein Invite: Bonyth, Terror, Oya
- die BSL 12 Top3 bekamen in Invite: Dandy, Ultra, Sziky (hier war eigtl. trutaCz qualifiziert, dieser kann aber nicht teilnehmen)
- 2 Spots via open Qualifier für die ehemaligen Sowjetstaaten: Casper, g0rynich (NotForU)
- 2 Spots via open Qualifier für Amerika: BoA, Gosudark
- 4 spots via open Qualifier für Europa (+ Russland): MadiNho, Julia, spx, kogeT
- 1 spot via open Qualifier für die Welt: TBA

Am 26. und 27. Juni werden dann vier Gruppen a vier Spieler ausgespielt. Die Top2 erreichen dann ein Knock Out Turnier. Dieses findet offline in Wladiwostok statt. Datum: 14. und 15. August.

Der Preispool beträgt aktuell 10,012$ (Stand 8. Juni).

Caster: Wohl Artosis, international noch einige mehr (Spanisch, koreanisch und russisch).


Spieler

1. Dewalt

Dewalt kannte vor der Beta eigentlich kaum jemand. Selbst 2010 bis 2011 war der junge Protoss aus dem östlichen Russland eher noch "gut, aber nicht gut genug", er erreichte einen hohen B- Rang auf ICCup, teilweise auch B. In den kleineren Turnieren auf Defiler schaffte er es häufiger in das Viertelfinale, wurde aber deutlich von der damaligen Topriege besiegt. Erst ab ca. 2012 erreichte der Protoss neue Höhen, vor allem da er mehr und mehr in der koreanischen Szene trainierte - und zwar bis zum Umfallen. Sein schon immer starkes Mirror PvP und sein solides PvT erreichten wirkliche Klasse. Die Achillesverse, das PvZ, war damals für die meisten Protoss ein riesiges Problem. Kurz vor der Beta wurde die Build 3 Base Spire into 5 Hatch Hydra populär und irgendwie sogar gelöst. Dann entwickelten die Koreaner diese Build weiter und es gab keine einfache Lösung: Protoss musste schon wirklich makellos spielen, besonders auf den neuen Maps. Gerade für Foreigner war das hart, da die Build einfacher für Zerg lernbar war, Vorbilder und Quellen gab es genug. Für Protoss gab es dann eher Bisu und wenige Protoss, die wiederum selbst eine Kontrolle hatten, die nicht so einfach zu kopieren war.
Dewalt löste als einer der ersten, wenn nicht sogar im Zeitfenster von 2012 diese Aufgabe als erstes. Sein Spiel zeichnete sich durch passive Agression aus: Langsames expandieren, kontrollieren der Map mit Corsairs. Dann wiederholt Drops überall und ein Ausbrauch mit unfassbar starker Kontrolle. Dieses Spiel zieht sich wie ein roter Faden durch seine Karriere. Egal welches Match Up, Dewalt cheesed so gut wie nie, scheut das späte Spiel nicht und arbeitet mit hoher Disziplin an seiner Kontrolle.

Das zahlt sich aus: Dewalt gehört mit weitem Abstand zu den besten Foreignern, es gibt nur ganz, ganz wenige, die ihn in langer Distanz schlagen können.

2. Bonyth

Die aktuelle Spitze ist eindeutig... Protoss. Bonyth dürfte knapp vor Dewalt der stärkste Spieler sein, zumindest auf dem Papier. Er hält viele BSL-Titel und gewann auch die RCG 2019, bzw. den Corrupted Cup ohne großartige Probleme. Es gibt einfach aktuell kaum jemanden, der so konstant so gut spielt.
Dabei ist Bonyth kein Unbekannter: Bereits vor der Beta dürfte er zu den stärkeren Polen gehört haben. Dass er nicht auffiel ist vor allem dem starken Land geschuldet, damals war die Topriege ein Draco und selbst schwächere Spieler wie g0sia oder Dreiven waren schon unerreichbar gut. Hinzu kam, dass Bonyth sehr, sehr lange inaktiv war und kaum spielte. Um so überraschender ist sein kurzer und schmerzloser Aufstieg zum Ruhm vor wenigen Jahren. Zunächst sah es aus, als ob es ein typischer Oldschooler wäre: Niedrige APM, gutes Spielgefühl, viele Upsets, aber Scheitern, sobald die APM-Monster um's Eck kommen. Doch dann verfeinerte Bonyth sein Spiel und er wurde quasi über Nacht für Foreigner fast unbezwingbar. Schon früh packt er die Micro-Keule aus, die er besser als jeder andere beherrscht. Sei es Reaver, Dragoner oder Berserker, der Einsatz ist hart und bricht schon vielen das Genick. Am schlimmsten traf es damals den spanischen Topspieler eOnzErG, seines Zeichens eher der ewige Zweite. Er dachte er wäre jetzt an der Reihe über das internationale Geschick zu herrschen, dann bügelte ihn der Pole einfach weg - eOn ragte und nannte ihn "the snake" und talentlos. Nunja.
In letzter Zeit bricht Bonyth ab und an ein, vor allem sein PvZ ist sehr, sehr wackelig. Im direkten Vergleich mit Dewalt ist der Russe deutlich besser gegen Zerg, dafür ist der Pole im Mirror doch einen guten Ticken besser - vor allem, wenn es um das pure Verständnis geht. Seine Einbrüche, so meine Vermutung, erklären sich durch sein RL: wenige Tage nach seinem Sieg in Moskau 2019 wurde er Vater.

3. TerrOr

Auch Terror ist kein unbekannter Spieler, zumindest nicht in Südamerika. Schon vor der Beta vertrat er als Terraner Peru in Nation Wars, allerdings nur im B-Team. Nach der Beta startete Terror als eher inaktiver Spieler immer wieder in kleineren Turnieren und erreichte, gemessen an seiner Inaktivität, ziemlich gute Positionen. Seit wenigen Jahren spielt er konstanter, wahrscheinlich weil auch mit stetigerem Training. Und das zeigt sich: Früher scheiterte er an den Makro-Monstern, mittlerweile ist er DAS Makromonster. Er zieht seinen Stil durch und ist immer in der internationalen Spitze zu finden.
Seine Schwächen sind vor allem im Early Game zu finden. Obwohl der Peruaner ein extrem gutes Verständnis hat, versaut er ab und an die richtigen Schlüsse zu ziehen und hinkt dann länger hinterher. Das kostete ihn viele Titel, besonders wenn er gegen ultra aggressive Spieler wie eOnzErG antrat. Bereits zu Ende der zweiten Gruppenphase der RCG 2019 zeigte sich das im TieBreak mit kogeT und eOn: Zwar rang er kogeT wieder und wieder nieder, versandete dann aber wegen fraglicher Opening Choices gegen eOn. Nach etwa vier Stunden schaffte er dann den einen Sieg und zog weiter.
Dennoch: Vor wenigen Wochen schaffte er es die BSL zu gewinnen und dürfte mit hohem Selbstvertrauen in das Turnier starten. Allerdings: Auch Terror wurde vor kurzem Vater.

4. Oya

Oya gehört mit Dewalt zu den jüngeren Spielern in der Liste. Er ist ein eher unbekannter Spieler und erst seit etwa drei Jahren auf einem Niveau, das mit "Elite" bezeichnet werden kann. Vor zwei Jahren war er in Moskau einer der Underdogs, obwohl er sich in den EU-Qualifiern wirklich dominant zeigte. Sein Stil ist ähnlich Bonyths, wenngleich etwas mehr durch "freestyle" und strategisches Chaos gezeichnet. Sehr effektives und durchdachtes Chaos mit sehenswerten Mikro-Einlagen. Im Vergleich zu den anderen drei fehlt Oya vor allem die Erfahrung. Theoretisch hat er Chancen, praktisch wird es aber wirklich, wirklich hart werden.

5. Dandy

Dandy, der sehr häufig mit seinem Landsmann Handy verwechselt wird, gehört auch schon sehr lange zu den "Monstern" der internationalen Szene. Ähnlich wie TerrOr setzt Dandy auf langes Spiel, hohe APM und gute Kontrolle. DAndy ist die typische Blechwalze der Terraner, der selbst gegen Koreaner in der Ladder teils unglaubliche Ergebnisse erzielt. In zwei aufeinanderfolgenden Laddersaisons war er ca. 200 MMR Punkte über dem Rest der internationalen Szene. Leider ist er aber auch recht berechenbar, was ihn zu einem sehr großen Ziel macht. Er gewinnt hier und da sehr überzeugend, denn er ist immer DIE Messlatte für das Turnier, wenn er denn spielt. Schlägt man Dandy, kann man gewinnen. Und das ist wirklich nicht einfach. Insgesamt ist er deutlich näher am führenden Trio Dewalt, Terror und Bonyth als alle anderen Spieler - aber doch noch etwas entfernt. Spürbar entfernt.

6. Sziky

Sziky ist ein ganz, ganz großes Fragezeichen. Mittlerweile gehört er zu den "Oldschoolern" im Turnier. Schon vor der Beta war er Mitglied der besten Teams und spielte gegen Größen wie Draco, White-Ra und Mondragon in den großen Arenen. Man kennt seinen Nick aus der ELS-Reihe, allerdings nicht aus den späten Stadien. Als die Beta den Rest der internationalen Szene über nach dezimierte blieb der Ungar am Ball. Und gewann. Und gewann. Und gewann. Es gab niemanden, der ihn wirklich konstant besiegen konnte - außer dem südkoreanischen Semi-Pro Scan. Drei endlos lange Jahre ging jedes Turnier an Sziky oder an Scan, jeder sonstige Gewinn war eher Zufall.
Und dann war Sziky weg. Und kam erst vor knapp einem Jahr wieder, allerdings etwas weniger aktiv und deutlich unter seinem Niveau von 2010 - 2013. Er hatte harte Probleme neue Maps zu lernen und mit den neuen Strategien Schritt zu halten.
Zur Erklärung: Vergleicht man den ungarischen Zerg 2010 - 2013 mit einem guten Spieler, so muss man schon Mondragon selbst heranziehen. Der Stil war unverwechselbar ähnlich: Frühe Agression mit Lingen, konstanter Harass und Verzögerung von Expansionen des Gegners und am Ende die Makrokeule, bis der Gegner am Sauron erstickt. Gepaart wurde das ganze mit fast perfekter Defiler- und Mutaliskenkontrolle.
Jedoch änderten sich viele Timings in dem halben Jahrzehnt, die erst gelernt werden mussten - und die nun populäre Openings im PvZ (one Gate Expand). Und auch die Kontrolle selbst muss geübt werden.
Scheinbar nähert sich Sziky wieder seiner krassesten Form an, wenngleich noch vieles fehlt. Erreicht er seine alte Höhe ist der Pokal für ihn tatsächlich greifbar.

7. Ultra

Ultra, ein chileanischer Terraner, ist ein bekanntes Gesicht. Ich kenne ihn, im Sinne von: Diesen Namen lese ich seit Jahrzehnten immer wieder. Ich sehe auch, dass er viel erreicht, aber nie wirklich in die tiefen Turnierphasen einttaucht. Ich kann wirklich nicht viel zu ihm sagen, außer: er ist gut, sehr gut sogar, aber mit vielen Ecken und kannten. Er wird einiges reißen können, aber sicherlich nicht den Titel. Selbst die Top8 wären ein großer Erfolg.


8. Casper

Casper aka GRIMEBOSS ist ein Unikat und irgendwie auch Symbol für die russische Szene. Plakativer, platter und stereotypischer alle Attribute dieses Landes seit jeher zu vereinen wird schwierig. Er ist ein fleischgewordenes Leningrad-Video.
Zunächst: Spielerisch ist er ein Dandy-light. Er spielt lange Spiele, Standard-Strategien und das sehr gut. Typisch eben: Russland hat keinen Terraner, also wird ein Monster aus dem Permafrost aufgetaut. Russland ohne Terraner ist wie ein Fisch ohne Fahrrad. Aber, Casper ist nicht unbesiegbar. Er ist halt... gut. Mehr nicht. Tatsächlich spielt er teilweise so stumpf und schlampig, dass er von den tatsächlich starken Spielern meist völlig eingestampft wird. Dennoch schafft es Casper seit zwei Jahren in aller regelmäßigkeit mindestens einen deutlich stärkeren Spieler zu vernichten. Wie das geht? Weiß keiner.

Am besten: Casper ist ein Troll und zwar ein richtiger. Er teilte sich an den RCG 2019 mit eOn ein Zimmer, weswegen eOn auch so rumweinte. Casper raucht den ganzen Abend im Zimmer. Was kann man sich denken. Seitdem ist Casper der ultimative Endboss für eOn. Und eOn nimmt nicht mehr an offline-Events von Brain, bzw. allen Events von Brain teil. Wobei das auch mehr Gründe hat, jeder einzelne davon ist so lächerlich und amüsant wie diese kleine Anekdote.

Casper versucht auch ständig sich in Turniere einzuschleichen, mittels abuse. Dabei ist er aber so strohdumm, dass es schon an ein Wunder grenzt, dass Casper nicht einen Bestechungsversuch von sich selbst reportet. Es ist tatsächlich so schlecht, dass er beim Verscheißen versagt, weil er nicht so ganz rafft, wie das Bescheißen funktionieren würde. Deswegen entgeht er seit gut zwei Jahren ständig irgendwelchen Bans. Zu blöd zum cheaten.


9. und 10.: Gosudark und Boa


Im letzten Topic wurden die aktiven Spieler gefragt, warum NA immer mit "Huso" in Verbindung gebracht werden. Beispiel #1: Artosis echauffiert sich über das Setzsystem der RCG 2021, NA hätte es so hart, jetzt müssten sie auch noch mit Südamerika um die zwei Qualifier streiten. Dabei ist doch NA (sprich: USA) das beste Land vong der 1 Welt. Nein.
Es gibt sehr wenige Spieler, die eine Chance hätten mit den obigen Namen mitzuhalten. Hinzugehört: DragOn, ein kanadischer (!) Race-Picker, der ein sehr gutes Spielgefühl hat. Der ist aber nur hier und da aktiv und musste letztes Jahr fast zur Teilnahme gezwungen werden. Dann gibt es eigentlich noch Nyoken, der schon immer sehr gut war, aber immer nie gut genug. Es gäbe noch eine längere Liste an zwar "sehr guten" Spielern, aber im Vergleich zur europäischen/russischen/südamerikanischen Liste... nunja.
Nun: Ultra. Die Amerikaner rund um Artosis (inkl. Hacker-TT1) regten sich über die Qualifier so sehr auf TL.net auf, dass sie sich gar nicht erst anmeldeten. Sie sagten halt sie seien besser.​

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Der einzige Amerikaner, der sich durchsetzte, war BoA. Von diesem hört man hier und dort etwas, typisch Ami. Entweder total überzeichnet, glaubt man den Gerüchten, so hat BoA schon das Turnier und alle BSLs gewonnen. Tatsache ist, dass BoA ähnlich wie OyA mit vielen Cheeses von Anfang an aggressives Protoss betreibt. DAs funktioniert auch gut. Tatsache ist aber auch, dass BoA aber eben gerade längere Spiele bei weitem nicht gut genug beherrscht, um wirklich zu dominieren.
Gut ist: BoA ist sehenswert. Schlecht ist: Ein DragOn wäre sehenswerter gewesen.

Gosudark, peruanischer Protoss, gehört seit Ewigkeiten zu der Riege, die beharrlich hinter der Elite steht. Und damit meine ich schon seit Jahrzehnten. Haushaltsübliche Spieler klatscht er an die Wand. Aber: zur Elite gehört er nicht. Schade eigentlich, Talent und Können hat er.


11. MadiNho

Mad spielt schon seit Ewigkeiten, allerdings seit Ewigkeiten 2n2. Er gehört zu den ganz wenigen, die in beiden Formaten, 1n1 und 2n2, zu der Elite gehören - irgendwie zumindest. Er kann random, spielt aber in Einzelturniere Terraner. Und das gehörig gut, der Junge hat da was drauf: Gerade im TvT schlägt er auf dem Papier deutlich bessere Spieler, auch Zerg zieht er häufiger den Teppich unter den Füßen weg. Trotzdem, seine Achillesverse sind die Protoss. Jeder PRotoss in diesem Turnier ist Mad deutlich überlegen.

12. Julia

Julia ist kein Neuling: Den Polen kennt man als Kinslayer schon seit Jahrzehnten. Er spielt "innovativ" und geht schlau mit Zerg um: Viele Drops, viel aggressives Spiel, viele Cheeses, kein Standard. Und hier liegt das Problem, die meisten Spieler in diesem Turnier sind grundsolide und haben alles gesehen, Julia inklusive. Julias Stil ist bekannt, daher kann man sich sehr gut auf ihn einstellen, die Varianz fehlt völlig. Man muss nur defensiv bleiben und Julia tötet sich von selbst.
Dabei ist Julia sehr unterhaltsam, weil er dauernd alles und jeden flamed. Ein Teil von mir möchte ihn offline sehen, wenn er dann, je nachdem, die Leute trifft, die er seit Jahren aufs übelste beschimpft. Julia ist popcorn vom feinsten.

13. spx

Und nun der krasse Gegensatz: spx. Spx gehört zu dem Typ Mensch, der irgendwie mit allen kann. Freundlich, zuvorkommend, intelligent. So ähnlich ist sein Spielstil: Seit Jahrzehnten (!) ist er im Topfeld Russlands ein gesetzter und bekannter Name. Er spielte für das A-Team Russlands vor der Beta und gewann hier, auf dieser Seite, unter anderem das ein- oder andere BW4Ever Turnier. Aber man sieht ihm die Belastung des Alters an, er kann bei weitem nicht die Leistung abrufen, für die er bekannt war. Aber er ist ein übler Veteran offline: Dort herrscht er, dort kann er mit Stress umgehen und dort gewinnt er auch gegen viel bessere Spieler. Dem Terraner merkt man sein Wissen an, er kombiniert schnell, findet die Lösung und schlägt hart und fest zu, wenn er die Option hat. Nur fehlt ihm die Übung und die hohe APM, die Leute wie TerrOr oder Dandy auszeichnen.
Ich drücke ihm jedenfalls die Daumen.

14. g0rynich

g0rynich, besser als NotForU, sollte man als alter Hase kennen, denn er war ein prominentes Gesicht im russischen Kader. Zeitweise sogar das stärkste, das der Ostblock so zu bieten hatte: Sein Zerg war legendär und man sieht noch heute die Züge, die ihn so stark machten. Auch er hat tiefes Wissen, das er schnell und effizient anwenden kann. Im direkten Vergleich, ähnlich wie bei spx, sieht man häufig plötzlich Siege gegen die "jungen Wilden" - denn sieht er eine Lücke, killt er sie einfach. Wo die Neuen denken, sie wären sicher, sieht er einfach Muster, die er kennt. Aber auch bei ihm gilt: Für Brood War braucht es auf dem Niveau Zeit. Zeit die er nicht hat. Daher: Unklar, wie viel er schaffen kann.

15. kogeT

kogeT ist neben Sziky und NotForU wohl der bekannteste Oldschooler. Vor der Beta spielte er für Polen A als Zerg und trug seinen Teil für die Legende des Landes bei. Er war häufig in den ganz großen Turnieren vorn mit dabei und räumte auch hier und dort einige Spieler aus dem Weg. Und dann war er, wie viele, einfach verschollen.
Er tauchte vor einigen Jahren wieder auf und wechselte seine Main zu Terra. Zunächst mit mäßigem Erfolg: Zwar war ein A- auf ICCup kein Problem, aber darüber hinaus war es schwer Fuß zu fassen. Dennoch, es zeigt sich seine Erfahrung und seine Intelligenz. Während viele alten Hasen mit dem Interface zu kämpfen haben, macht er die Not zu einer Tugend und wirft eine "neue" Build mal eben aus dem Fenster, wenn er direkt punkten kann. Und das mit sehr großem Erfolg. Immer wieder killt er auch die Topfavoriten im direkten Vergleich. Es braucht häufiger einen TerrOr oder einen Bonyth, damit er Ruhe gibt. kogeT analysiert bereits im Vorfeld und beim Obsen die Stärken und Schwächen seiner Gegner - einen größeren Fanaten sucht man lange. Denn seine Analyse weitet er auf das Meta und neue Maps aus, was ihn in meinen Augen sehr sympathisch macht. Endlose Stunden fließen in die Aufbereitung seiner Ergebnisse ein, die er dann der Öffentlichkeit, vor allem Castern, Neulingen, Mapmakern und Organisatoren in vollendeter Form präsentiert. Solche Leute braucht die Szene.
Ob er allerdings wieder den Sprung unter die Top 8 schafft? Unklar.


16.?

Der World Qualifier fehlt noch, daher ist unklar, wer den letzten Platz einnimmt. Fakt ist: eOn will nicht und trutaCz kann (aus persönlichen Gründen) nicht. Damit sind schon die zwei Stärksten weg. Nun, mal schauen.


Mein persönliches Powerranking:

1. Bonyth
2. Dewalt
3. TerrOr
4. Dandy (mit etwas Abstand zu 3)
5. Oya
6. Sziky
7. koget
8. Notforu / g0rynich
9. spx
10. BoA
11. Casper
12. MadiNho
13. Ultra
14. Gosudark
15. TBA
16. Julia​
 
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Vielen Dank für den interessanten Post! Das Eintauchen in die Szene macht damit auch als Teilzeitfan richtig Spass!
 

Asel

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Leider keine deutschen Vertreter dabei und es gibt atm auch niemanden, der sich für eine RCG qualifizieren könnte.

Hoffe dass Ret am World Qualifier teilnimmt. Ohne ernstzunehmenden Terraner dürfte er das locker packen. Seine Motivation hält allerdings immer nur so 1-2 Wochen :8[:
 

Celetuiw

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Leider keine deutschen Vertreter dabei und es gibt atm auch niemanden, der sich für eine RCG qualifizieren könnte.

Hoffe dass Ret am World Qualifier teilnimmt. Ohne ernstzunehmenden Terraner dürfte er das locker packen. Seine Motivation hält allerdings immer nur so 1-2 Wochen :8[:

Das würd mich freuen wenn Ret es packt. Ein Spieler mit dem Nostalgiefaktor tut dem Turnier sicher gut. Ret kann auch immernoch sehr stark spielen und würde zur top 16 gehören. Naja wenn er über längere zeiträume konsequent aktiv wäre.

Aus deutscher Sicht sehr schade, jo. Von den Spielern, die sich zuletzt qualifieren konnten oder knapp gescheitert sind (bakuryu, cryoc, klauso) ist eigentlich keiner aktiv genug. Der aktiven zweiten reihe (hier kenne ich nur die red spieler, die von ash kenn ich nicht) fehlt deutlich noch was, da wir hier schon in den niedrigeren A ranks unterwegs sind.

Goody Gentleman sind ja afaik auch sehr inaktiv? Also ich rechne leider dieses jahr auch 0 mit deutscher beteiligung.
 

fischei

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Cryoc und Baku hätten es packen können aber leider beide inaktiv =(
Ret hat vor kurzem noch aktiv gezockt aber denke jez auch wieder inaktiv und kein interesse
 

GeckoVOD

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Update:

Die World Qualifiers endeten gestern, wobei die Beteiligung relativ dünn war. Zu den stärkeren Spielern gehörten Ziggy (Polen, Terra), Ptak (Polen, Zerg), Nemu (Bulgarien, Random), Sneazel (Polen, Protoss), OctoberZerg (Nord Mazedonien, Zerg), Dreamer (Russland, Protoss), ZZZero (Polen, Zerg) und Babo (Chile, Zerg).
Vor ein paar Jahren wäre Sneazel der definitive Champion gewesen, da er zu Zeiten der ersten BSL ziemlich stark aufspielte. Allerdings spielte er dieses Mal random und eher halbherzig, daher ein frühes Aus. Auch Ptak und OctoberZerg gehörten vor der Beta bereits zu den Bekannten, v.a. letzterer wurde konstant aufgrund seines aggressiven Spiels von Idra gedisst. Theoretisch hätte auch ZZZero in Hochform sehr gute Chancen gehabt, wurde aber gestern geimpft und spielt weitaus weniger aktiv durch seine Orga-Rolle.

Letztlich setzte sich Babo durch. Den Chilenen kennt man weniger aus der großen Turnierwelt, eher aus der ICCup 2n2 Ladder. Dort gehörte er zu den erfolgreichsten Spielern, erreichte einen Olympic Rank. Hierzu einige Worte: 2n2 Rankings auf ICCup liesen sich schwer interpretieren, halbwegs aktive Spieler im 1n1 C Bereich erreichten dort relativ schnell B- oder sogar höhere Ränge. Dies hatte mit der Berechnung der Punkte zu tun, denn es war - halbwegs - einfach lange Punkte zu farmen. Hinzu kam, dass es nur wenige tatsächlich eingespielte Teams gab und die 2n2 Ladder ein Sammelbecken für Inaktive und Casuals war.
Ab den hohen blauen Rängen, ein gutes B beispielsweise, konnte man von guten Spielern reden. Selbst unter den A-Rängen fand man kaum noch Spieler, die im 1n1 nicht mindestens B- erreichen. So auch Babo, dieser dürfte, wenn mich die Erinnerung nicht täuscht, mindestens ein B+ geschafft haben.

Wie viele 2n2 Spieler ist Babo eher aggressiv unterwegs und versucht das Spiel relativ schnell zu beenden. Je länger ein Spiel dauert, desto mehr strategische Fehlentscheidungen schleichen sich ein. Taktisch versteht er das Spiel umso besser, weswegen er üblicherweise Schwächere im Early Game für kleine Lücken bestraft. Schafft er es früh mit einem Vorteil zu starten, lässt er sich diesen selten nehmen. Allerdings: Die besseren und etablierten Spieler kennen Babo und dessen Stil. Ihm kommen zwar die Zerg-lastigen Maps zu Gute (Tau Cross, Blue Storm), doch das dürfte nicht langen, ihn bis zur Top 8 zu tragen. Ab jetzt hängt viel vom Seeding ab, die größte Gefahr wird er gegen eher Inaktive und gegen andere Zerg - durch sein Micro und seine Erfahrung auf den alten Maps.

Das Turnier selbst produzierte wenige sehenswerte Spiele, meist nur etwas längere und zähe ZvZs. Allein einige von Ziggys Spielen, sowie Sneazels Cheeses waren unterhaltsamer. Gecastet wurde das ganze von ZZZero und Dreamer, nachdem beide aus dem Turnier flogen. Dennoch war das Niveau nicht schlecht, fast jeder angemeldete Spieler dürfte B oder besser sein. Die meisten der Teilnehmer wären in der BWCL wahrscheinlich, wenn der Eindruck nicht täuscht, in der Division A zu finden sein. Unverdient war der Sieg daher nicht. Warum sich kein einziger starker Spieler aus Nordamerika anmeldete ist unklar - hier wird anscheinend noch mehr auf das Heulen über Brain wertgelegt, als tatsächlich mal das System zu nutzen. Mal gucken wann und wo Artosis als nächstes heult, obwohl er sowieso einen Flug nach Wladiwostok bezahlt kriegt. Diese Gestalt...

In den nächsten Tagen wird RUS_Brain die Gruppen verkünden, die am 26. und 27. Juni ausgespielt werden. Die Gruppen sollten eigentlich schon feststehen, bzw. kursieren intern schon die entsprechenden Pläne. Da dies allerdings noch nicht offiziell ist, werde ich noch etwas mit dem nächsten Update warten.
 

Celetuiw

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Das wegbleiben der amis würde ich als eine art stillen boykott verstehen und es ist leider, man muss es so sagen, entwürdigend und gnadenlos dummes kindisches verhalten.

Während sich alle anderen spieler aus der “zweiten garnitur“ brav durch ihre qualifier spielen und es im world qualifier nochmal versuchen müssen einige amis
Meckern&Dodgen!
Wäre ja auch zu peinlich, wenn man sich erst produziert um dann im qualifier abzukacken!
Beruhigend ist nur das Brain keiner ist, der sich durch das ganze dumme Gelabber auch nur ansatzweise beindrucken lässt!
 

GeckoVOD

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Ab dem 26. Juni geht's los: Die Gruppenphase der RCG 2021 startet offiziell.


Auslosung

Im Vorfeld zu den RCG gab es diverse kleinere Debatten. Aufhänger für den Sturm im Wasserglas war Artosis' Entrüstung über die Qualifierstruktur. Wie bereits in diesem Topic angedeutet, war er damit unzufrieden, wie wenige der nordamerikanischen Spieler (sprich: Spieler aus den Staaten) Möglichkeiten bekämen sich zu qualifizieren. Angeblich sei das Ladder-Ranking für die BSL zu schwierig, da diese Spielergruppe immer gegen Koreaner antreten müsse, daher auch schlechter geranked seien. Außerdem stünden die Staaten in direktem Wettbewerb mit den (laggenden) Südamerikanern, da es nur zwei Spots für SA und NA gibt.
Diese Argumentation ist man von TL gewohnt, zumindest wenn es keine Invites für die Szene gibt, die bequeme Teilnahme garantieren.

Um genau diesen Rants die Luft zu nehmen, reagierte Brain. Zunächst stellte er klar, dass die Südamerikaner über 50 Spieler für deren Qualifier anmeldeten, die "richtigen" Amerikaner währenddessen aber nur sechs Seiten Heulerei auf TL einstellten und nicht spielten. Dennoch forderte er intern diverse Organisatoren rund um die RCG auf Ihre Gedanken zu Seedings für die Hauptphase zu teilen: Wie ordnet man die Spielstärke ein?

Geantwortet haben er selbst, die Mitglieder des esport.fund Komittees, sowie einige Community-Mitglieder, die Teile der Qualifier organisierten. Aus den Ergebnissen wurde ein Power-Rank erstellt, der gleichzeitig das Seeding darstellte. Die vier besten Spieler erhielten das höchste Seeding, dann folgte das nächste Quartett und so weiter. Bei der Ziehung der Gruppe wurde letztlich darauf geachtet, dass pro Gruppe jeweils nur ein Spieler pro Seeding-Klasse eingesetzt wurde. Zudem gab es die Limitierung, dass nur zwei Spieler pro Nation (Bspw. nur zwei Polen) pro Gruppe erlaubt waren.

Aus dem Seeding ergeben sich auch die ersten Begegnungen:

1: #1 Seed vs. #4 Seed
2: #2 Seed vs. #3 Seed

3: Gewinner 1 vs. Gewinner 2 -> Gewinner in die Ro8
4: Loser 1 vs. Loser 2 -> Verlierer scheidet aus

5: Loser 3 vs. Gewinner 4 -> Verlierer scheidet aus, Gewinner in die Ro8


Maps

Mit Fighting Spirit und Circuit Breaker kommen zwei komplette Standardmaps in das Repertoire. Grund hierfür ist wohl, dass man damit nichts falsch machen kann. Leider begleiten uns diese Maps gefühlt seit 2008 in jedem einzigen Turnier, was die Spannung auf diese Maps, zumindest bei mir, auf einen Minimalwert drückt.

Mit Neo Sylphid und Eclipse werden zwei sehr gut ausbalancierte und neue Maps aufgenommen. Das war sehr erfreulich.

Aber: Blue Storm, Match Point und Tau Cross sind auch dabei, es soll wohl auf eine "ausgewogene" Mischung zwischen alt und neu erzielt werden. Persönlich finde ich das eher grenzwertig, denn diese Maps sind irgendwo problematisch. Alle drei belohnen die mobilere Rasse deutlich mehr:
Blue Storm ist bekannt für ein ZvP-Bonus, den Mondragon während der ersten TSL-Ladderphase dermaßen ausnutzte, dass er ein Ladderrekord von 47-1 Spielen zeigte. Das Opening ist daher fast gezwungen passiv für die langsamere Rasse (P im PvZ, T im TvP) und die Strategien eigentlich vorgegeben. Hat mich persönlich echt genervt, aber ich hab ja auch 2010 aufgehört irgendwas zu tun.
Match Point hat das gleiche Problem in grün, nur mit etwas einfacherem Pathing.
Tau Cross ist eigentlich auch nur eine schlechtere Variante von Sylphid, auch hier sind passive Openings eigentlich der Standard. Durch die große Choke ist frühe Aggression sehr gefährlich und kann relativ einfach bestraft werden.

Bei den letzten drei Karten hätte ich mehr Mut begrüßt, gerne auch gegen den Willen der Spieler. Allerdings helfen die Karten unter Umständen den etwas schwächeren Zerg den ein- oder anderen Upset zu schaffen. Gleichzeitig machen diese drei Maps evtl. das Leben für die besten Terraner etwas schwieriger. Sollte man bedenken.


Gruppe A

1: (1) TerrOr, Terra, Peru vs. (4) Ultra, Terra, Chile
2: (2) g0rynich, Zerg, Russland vs. (3) BoA, Protoss, USA

1: Eine eigentlich klare Kiste, im TvT kommt es auf Wissen und Kontrolle an, beides hat TerrOr deutlich im Überfluss, während Ultra eher die zweite Geige spielt. TerrOr 2 - 0 Ultra

2: Sehr interessante Partie, denn g0rnyich (NotForU) ist eher inaktiv und BoA ein relatives Fragezeichen. BoA spielt gerne aggressiv, bereits zu Start des Spiels. Genau das könnte den Russen benachteiligen und mit einem Handicap spielen lassen, auf die 'neuen' Meta-Openings zu reagieren gehört nicht immer zu seinen besten Eigenschaften. BoA könnte diesen Vorteil nutzen, aber letztendlich muss er auch mit den Map-Choices des Russen leben, die überhaupt aggro-Openings extrem schwierig machen. Denke, vorsichtig: g0rynich 2 - 1 BoA

3: TerrOr vs. g0rynich
4: BoA vs. Ultra

Beides klare Partien für mich: TerrOr 2 - 0 g0rynich, BoA 2-0 Ultra

5: g0rynich vs. BoA

Gleiches nochmal: g0rynich 2 - 1 BoA


Gruppe B

1: (1) Dewalt, Protoss, Russland vs. (4) Babo, Zerg, Chile
2: (2) Sziky, Zerg, Ungarn vs. (3) Casper, Terra, Russland

1: Muss man nicht diskutieren, sehe nicht, wie Dewalt das Match nicht gewinnt. Dewalt 2 - 0 Babo.
2: Sziky wird das wahrscheinlich sehr klar gewinnen. Je nach Tagesform wird Casper allerdings das Spiel lange gestalten. Sziky 2 - 0 Casper

3: Dewalt vs. Sziky
4: Casper vs. Babo

3: Das werden sehenswerte Spiele, denn Sziky ist wieder recht aktiv und mit einem MMR von 2400 in der groben Nähe seiner alten Form. Vor allem die eher zerglastigen Altmaps spielen dem Ungarn in die Hände. Dennoch, unterm Strich spielt Dewalt aktuell einfach eine Klasse höher und hat einen Spielstil, der Szikys Sauron gut Kontra gibt. Dewalt 2 - 1 Sziky

4: Casper vs. Babo müsste mit der Benny-Hill-Theme unterlegt sein. Ultra-Aggro aus Südamerika gegen den verplanten Dauerkiffer aus Russland. Nichts ist möglich, alles ist erlaubt. Denke mal, in der Theorie: Casper 2 - 1 Babo

5: Sziky vs. Casper
Gewinnt Sziky, allerdings könnten die Spiele mit etwas Glück sehenswert sein. Sziky 2 - 0 Casper


Gruppe C

1: (1) Bonyth, Protoss, Polen vs. (4) MadinHo, Terra, Norwegen
2: (2) Oya, Protoss, Schweden vs. (3) spx, Terra, Russland

Für mich persönlich die Gruppe des Todes, denn keiner der Spieler ist schlecht oder übermäßig inaktiv. Im ersten Spiel hat Bonyth definitiv die Nase weit vorn, obwohl MaD zwar sehr gut mit dieser Klasse Protoss umgehen kann. MaD wird, je nach Opening, die Spiele ziemlich lang machen können, aber ultimativ ist Bonyth zu stark: Bonyth 2 - 0 MaD

Oya vs spx wird höchst interessant. Dem Russen traue ich generell alles zu und dem Schweden fehlt die Erfahrung. Auf dem Papier muss Oya die Kiste eigentlich gewinnen, er ist in jeder Facette eigentlich überlegen: Aktuelles Meta, Micro und Macro. Aber spx hat die Erfahrung und kennt die Maps auswendig. Schwierig, sehr schwierig: Oya 2 - 1 spx

3: Bonyth vs. Oya
4: Mad vs. spx

Das Mirror müsste der Pole gewinnen. Allerdings wird auch das sehr sehenswert, da beide Spieler in etwa den gleichen, aggressiven Stil haben. Bonyth 2-0 / 2-1 Oya
Das zweite Mirror ist wieder ein großes Fragezeichen. Da auch MaD nicht mit perfektem Makro glänzt, sehe ich den Russen dann doch weiter vorn: Spx 2 - 0 MaD

5: spx vs. Oya
DA in diesem Spiel der Druck steigt, könnte spx durch sein Alter tatsächlich einen Bonus erhalten. Nur langt der? Oya 2 - 1 spx


Gruppe D

1: (1) Dandy, Terra, Peru vs. (4) Julia, Zerg, Poland
2: (2) kogeT, Terra, Polen vs. (3) Gosudark, Protoss, Peru

1: Dandy spielt einfach stark und abgrundtief solide, allerdings sehr vorhersehbar. Julia spielt wankelmütig und mit kreativen Openings. Je länger die Spiele dauern, desto weniger Chancen hat er gegen jeden anderen Spieler der RCG. Mit viel, viel Glück könnte Julia tatsächlich Dandy zweimal in Folge überraschen, v.a. da es der Map Pool hergibt. Allerdings: Unwahrscheinlich. Dandy 2 - 0 Julia

2: Ich hoffe kogeT spielt weiterhin Terra, er probiert in letzter Zeit wieder Zerg. Egal wie, er hat mächtig viel Erfahrung und feilt bereits jetzt auf dem Stream an seinen Openings pro Map. Gosudark scheint in letzter Zeit auch sehr aktiv zu spielen und nutzt hierfür das krasse Netzwerk der Peruaner. Trainingspartner hat er also genug, leider nur wenige auf seinem Niveau. Denke kogeT müsste die Partei deutlich gewinnen: kogeT 2 - 0 Gosudark

3: Dandy vs. kogeT
Dandy hat die besseren Mechanics, kogeT das bessere Spielverständnis und die höhere Varianz. Schwierig, sehr schwierig. Da ich Polenfanboy bin: kogeT 2 - 1 Dandy

4: Julia vs. Gosudark
Auch ziemlich schwierig, die beiden bewegen sich fast auf Augenhöhe. Denke aber Gosudark spielt solider, vor allem unter STress: Gosudark 2 - 1 Julia

5: Dandy vs. Gosudark

Diese beiden spielten vor nicht allzulanger Zeit ein Show Match auf der neuen Streamingplattform "Trovo". Ich war positiv von Gosudark überrascht, da dieser tatsächlich gut Kontra geben konnte. Letztlich war der Stand zwar 6-3 für Dandy, jedoch spiegelte das Ergenbis nicht die tatsächlichen Spiele wieder. Trotzdem: Dandy 2 - 1 Gosudark.


TL;DR

Gruppe A/B: 26.06 ab 15:00 CEST
Gruppe D/C: 27.06 ab 15:00 CEST

Caster: Artosis (bleh)
Stream: ZZZero (Yey <3 )
 

Asel

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Berlin
Blue Storm beste TvP Map EU West. Wird hoffentlich für immer als zeitloser Klassiker gespielt :D
 
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