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Odyssee (2026)

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Gab ja einiges an Kritik (insbesondere im Internet) im Vorfeld des Films aufgrund angeblicher historischer Ungenauigkeiten und gewisser Casting-Entscheidungen. Da ich den Film mittlerweile gesehen hab meine Einschätzung:

  1. Casting: Das einzige, was mich irritiert hat, war der Asiate von Odysseus' Crew; die sollten zu der Zeit da glaub ich noch nicht gewesen sein. Gleichzeitig bin ich nicht geschichtsfest genug, um davon 100% überzeugt zu sein. Der Rest war imo voll okay. Eliot Page spielt nicht Achilleus, sondern Sinon, und das passt sehr gut. Die schwarze Helena mag der Beschreibung von Homer n Stück widersprechen, hat mich aber so gar nicht gestört. Anders als in Troja kam hier nämlich auch rüber, dass der Grund für den Krieg Politik und nicht Helena war. Insgesamt war das Casting schon recht divers, aber da wird viel zu viel Lärm drum gemacht. Cast war insgesamt sehr gut und in ihren Rollen überzeugend.
  2. Props: Angeblich waren die Schiffe und Rüstungen anachronistisch. Abgesehen davon, dass ich mich damit nicht genug auskenne, um das einzuschätzen, stört mich das an der Stelle so absolut null. Anachronismus ist ein Spektrum und es gab jetzt keine Autos oder Space Laser zu sehen. Und ob es z.B. geschwärzte Bronzerüstungen für Feldherren zu der Zeit nicht eventuell gegeben haben könnte, weiß keiner mit Sicherheit. Am Ende ist es die Verfilmung eines Mythos, eines Märchens, und nicht von real existierenden Personen. Also mich hat hier nichts aus der Immersion gerissen.
  3. Audiovisuell: Typisch Nolan gibt es hier absolut nichts zu meckern. Bilder waren eindrücklich und Sound Design hervorragend. Die Begegnungen mit dem Zyklopen, Circe oder den Laistrygonen waren märchenhaft-gruselig dargestellt und haben einen wirklich gebannt.
  4. Story: Der Haupt-Handlungsstrang mit Odysseus war richtig gut umgesetzt und passte zur Geschichte, wie ich sie kannte (vor 25 Jahren das Buch gelesen). Handlung und Atmosphäre wurden der Vorlage absolut gerecht. Was die Nebenhandlung mit Telemachus angeht: Da war grundsätzlich nichts verkehrt dran, aber ich hätte mir mehr Odyssee und weniger Ithaka gewünscht. Was daran lag, wie gut ersteres war und nicht daran, dass letzteres schlecht gemacht ist.

Ich hab schon länger keinen Blockbuster mehr gesehen und der hier hat mir sehr viel Freude gemacht. Nach Oppenheimer und Tenet, die ich beide eher schwächer fand, ist Nolan für mich damit zu alter Größe zurückgekehrt. Es ist kein Inception oder Interstellar, aber es reiht sich ein in gutes Blockbuster-Kino. Der beste "Swords-and-Sandals" Film seit langem und mit Abstand die beste Adaption des Stoffs (ich glaub ich hab fast alle gesehen). Rating 7.5-8/10.
 
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