Das Rauschen der Digitalkameras kommt dadurch zustande, dass die Signale, die am Sensor eingehen, verstärkt werden müssen. Der Grad der Verstärkung wirkt sich auf die Lichtempfindlichkeit der Kamera aus (zB. ISO 100 etc.). Höhere Werte dieser Norm erlauben kürzere Belichtungszeiten oder kleinere Blenden, verursachen aber grundsätzlich auch mehr Rauschen.
Der Grund, warum billige Kameras besonders rauschen ist unter anderem, dass die Optik schlechter ist. Genauer gesagt bildet sie weniger Licht ab. In Folge dessen muss bei einer billigen Kamera das Signal also mehr verstärkt werden, als bei einer hochwertigen Kamera um schließlich den gleichen Grad an Lichtempfindlichkeit zu erreichen.
Darüberhinaus spielt auch die Größe des Sensors, genauer gesagt die relative Auflösung) eine entscheidene Rolle.
Ein kleinerer Sensor mit bspw. 5 Megapixel hat eine höhere relative Auflösung (gemessen in dpi oder ppi) als ein 5 MP Sensor größerer Dimension. Die Pixel einer Kamera mit größerem Sensor sind also größer und können somit auch mehr Licht aufnehmen. Dementsprechend ist die notwenige Verstärkund der Signale geringer. Billigkameras mit vielen Megapixel sind eigentlich generell schlecht. Für 1600*1200 genügen aber auch 2 MP! 6 MP entsprechen 3000*2000 Pixel - das braucht man für Schnappschüsse absolut nicht.
Nicht zuletzt ist auch die Weite des Objektivs (Blende) sehr wichtig. Durch ein 20mm Loch (nicht zu verwechseln mit Brennweite!) passt eben nicht soviel Licht wie durch ein 50mm Loch.
Wenn man all diese Faktoren nun berücksichtigt stellt man fest:
- Die Kamera hat eine kleine Blende
- Der Sensor der Kamera ist klein, obwohl die absolute Auflösung der Kamera ist groß ist
- Die Qualität der Optik ist bescheiden
- Die Umgebung ist ohnehin schlecht beleuchtet
Es gilt der Grundsatz: Wo kein Licht ist, kann man auch nichts fotografieren.
Nichtsdestotrotz gibt es Möglichkeiten bessere Ergebnisse zu erzielen.
Um mit einer Billigkamera ein besseres Bild von einer Lichtschwachen Umgebung machen zu können,
muss diese auf einem Stativ stehen.
Dies erlaubt eine längere Belichtungszeit. Ohne Stativ kann man bei höheren Belichtungszeiten aber wegen der unruhigen Hand nicht arbeiten. Allein schon durch den minimalen Druck beim Auslösen der Kamera ist die Bewegung derart stark, dass Bewegungsunschärfe unvermeidlich wird.
Wenn man jetzt länger belichtet bei niedriger Lichtempfindlichkeit erhält man bessere Ergebnisse.
Nachteil dieses Verfahrens ist nur eben, dass man ein Stativ benötigt und außerdem Probleme bekommt, wenn sich das Motiv bewegt. Bei Landschaften also ist das kein Problem, sobald aber Personen oder bewegte Gegenstände durchs Bild laufen, wird das natürlich nichts mehr.
Generell muss man aber einfach sagen, dass man von Billigkameras keine guten Aufnahmen bei Dunkelheit erwarten darf.
Letztendlich ist aber auch zu bedenken, dass Rauschen immer eine relative Angelegenheit ist. Rauschfreie Bilder gibt es nicht, da kann die Kamera noch so teuer sein. Auch bei analogen Kameras gibt es Rauschen, die Ursachen sind ähnlich. Statt Pixelgröße und Verstärkung am Sensor ist da der Film entscheidend, der durch seine Korngröße die bestmögliche Qualität vorgibt.
Der Effekt des Rauschens wird also bei steigender Preisklasse nur immer geringfügiger. Wie störend das Rauschen letztendlich ist muss der Betrachter beurteilen.
Eine digitale Spiegelreflexkamera für 800 Euro würde zwar bessere Ergebnisse liefern, aber bei einer Aufnahme dieser Kulisse ohne Stativ würde man das Rauschen bei höheren Auflösungen noch erkennen können, auch wenn dann vermutlich niemand mehr behaupten würde, dass es richtig stört.
Im Direktvergleich einer Billigkompaktkamera mit einer D-SLR für ca. 800 Euro kann man ganz grob sagen, dass letztere bei ISO 1600 so stark rauscht, wie eine A 520 bei ISO 50.
Die meisten billigen Kompaktkameras kommen trotzdem mit ISO Werten bis 400 daher. Diese sind jedoch völlig unbrauchbar. Auf dem Papier bescheinigt das für den Laien eine gute Leistung, aber viel entscheidender ist letztendlich die Qualität.
Wer sich eine Kamera kaufen will sollte daher niemals allein aufgrund von Datenblättern entscheiden. Diese können bei Kameras für 150 Euro nahezu identisch sein mit deinen einer Kamera für 1500 Euro. Viel besser ist es, wenn man sich einfach Gallerien mit Testbildern sucht die direkt von der Kamera stammen (also mit unveränderter Auflösung und Kompression). Dann sieht man fast schon auf den ersten Blick woran man ist.
Natürlich darf man sich nicht von gezinkten Testbildern der Hersteller täuschen lassen. Wenn hinter der Kamera ein Blitzsystem für 5000 Euro steht und das Testmotiv speziell ausgewählt wurde, liefert eine Kamera für 50 Euro auch überragende Bilder.
Für einen schnellen Überblick eignet sich diese Seite:
http://www.digitalkamera.de
Insbesondere die weiterführenden Links in den Datenblättern der Kameras sind oft sehr hilfreich. Dort gibt es nämlich spezielle Testbilder, die auch einem Laien eine recht gute Bewertung der Qualität erlauben.
Rauschen, Schärfe, Auflösung, Farbechtheit etc. lässt sich dort sehr gut erkennen. Eine Anleitung wie diese Bilder zu 'lesen' sind, ist auch dabei. Zur A520 gibt es ein solches Bild leider nicht, aber um zu verdeutlichen was ich meine hier den Link zu dem Testbild einer D-SLR (meine):
http://www.digitalkamera.de/Testbilder/default.asp?ShowTyp=1023
Für sehr gute und Umfangreiche Reviews würde ich dir folgende englischsprachige Seite empfehlen:
http://www.dpreview.com
Die Ausführlichen Tests gehen wirklich auf jedes Detail ein und alles ist durch Beispielbilder bestens belegt. Dazu gibt es noch größere Gallerien die mit der entsprechenden Kamera gemacht wurden. Leider ist ein etwas fortgeschrittenes Verständnis der Kameratechnik erforderlich um die Einzelheiten verstehen zu können, aber notfalls sprechen auch die Bilder für sich.
Speziel der Testbericht zur PS A520 als Beispiel (unten den Next-Button nicht übersehen, es sind 10 Seiten!):
http://www.dpreview.com/reviews/canona520
Um sich einen Überblick über die Fotografie und ihre Technik zu verschaffen ist der Wikipediaeintrag mit seinen vertiefenden Links geeignet:
http://de.wikipedia.org/wiki/Digitalfotografie
Insbesondere erscheint mir diese Übersicht für Laien sehr gut (habe sie nicht geprüft, nur überflogen):
http://www.jr-x.de/digitalfotografie/fototechnik/
Vertiefend für leicht Fortgeschrittene ist auch diese Seite gut:
http://www.striewisch-fotodesign.de/lehrgang/lehrg.htm