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zimms

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Es gab keinen Shitstorm, weil sie das Buch schon vorher aus Angst vor einem Shitstorm zurückgezogen haben?

Meh, der Autor von dem Artikel scheint genauso ein Ziel zu verfolgen wie die Bild, nur halt in die andere Richtung. Seh da jetzt keine große Erkenntnis.
 
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Oh No Bild is lying to us.

No one ever saw that coming
Verstehe den Post nicht. Das Problem ist doch nicht, dass es einen Shitstorm gegeben hätte. Das Problem ist genau dieser vorauseilende Gehorsam gegenüber einer vermeintlichen Korrektheit, die eigentlich überhaupt keiner will, bis auf eine laute kleine Minderheit. Der "Skandal" besteht also nicht darin, dass irgendwer einen Shitstorm gestartet hätte, sondern dass ein Verlag ein bereits produziertes Buch aus Angst davor zurückzieht.
 
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Na und das ist halt eine unbelegte Verschwörungstheorie. Kannst du natürlich so glauben, aber es wird schwierig, wenn man Leuten (Firmen) ihre eigenen Aussagen nicht mehr glaubt. Im Artikel ist doch gut dargelegt, dass es im Vorfeld vereinzelte aber substantielle Kritik gab, keinen Shitstorm. Darauf darf ein Unternehmen selbstverständlich reagieren und muss dir oder anderen, denen das nicht gefällt, keine Rechenschaft ablegen. Genauso kann ich sagen, dass in Zukunft Verlage von ihrer freien Entscheidung, ein Buch nicht zu verlegen, aus Angst vor dem anti-woken Shitstorm Abstand nehmen werden. Adieu, Freiheit!
 
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Na und das ist halt eine unbelegte Verschwörungstheorie.
Da trägst Du jetzt aber n bisschen dick auf. Wer soll sich mit wem verschworen haben? Es ist einfach nur eine logische Schlussfolgerung. Warum sollte sonst ein Verlag den Aufwand betreiben ein Buch zu produzieren und zu drucken, nur um es dann nicht in den Verkehr zu bringen?

Im Artikel ist doch gut dargelegt, dass es im Vorfeld vereinzelte aber substantielle Kritik gab, keinen Shitstorm.

Wie soll diese Kritik substantiell sein, wenn sie auf einer Schwachsinnstheorie wie Cultural Appropriation basiert oder ähnlichem Idpol Unfug basiert?

Im Übrigen machst Du doch genau das gleiche, wie die vermeintlichen Rechten. Niemand sagt, dass es dem Verlag verboten wäre. Er wird nur für eine dumme Entscheidung kritisiert, das ist ebenfalls jedermanns Recht, so wie es das Recht des Verlages ist aus dummen Gründen auf Einnahmen zu verzichten.
 
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Verstehe den Post nicht. Das Problem ist doch nicht, dass es einen Shitstorm gegeben hätte. Das Problem ist genau dieser vorauseilende Gehorsam gegenüber einer vermeintlichen Korrektheit, die eigentlich überhaupt keiner will, bis auf eine laute kleine Minderheit. Der "Skandal" besteht also nicht darin, dass irgendwer einen Shitstorm gestartet hätte, sondern dass ein Verlag ein bereits produziertes Buch aus Angst davor zurückzieht.
was ist da denn die logik? es ist also ok einfach die ganze debatte mit lügen zu überschütten um einen shitstorm zu verhindern den es nie gegeben hat? übertrag das mal auf ein thema was ernster ist als ein winnetou kinderbuch.
 
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Nach eigenen Aussagen hat der Ravensburger Verlag sachliche Kritik ihrer Community ernst genommen und einen Fehler eingesehen. Nur passt das wohl nicht in das Weltbild (und das Geschäftsmodell) einiger Medien.

Das ist ja mal wirklich Blödsinn. Erstmal steht das in dem statement von Ravensburger nicht (zumindest nicht in den im Artikel zitierten Teilen), da steht etwas von 'vielen negativen Rückmeldungen' und von verletzten Gefühlen. Von sachlich steht da nichts. Und von vereinzelter aber substantieller Kritik auch nicht. Was da genannt wird impliziert eher das Gegenteil.
Davon abgesehen wäre eine solche Aussage von Ravensburger für die Bewertung sowieso ähnlich wertvoll wie die Aussage vom ÖR vor kurzem dass die Mitarbeiter in Einzelverhörengesprächen sich nicht getrauten haben zu sagen nicht gesagt haben es gäbe ein Klima der Angst. Natürlich wird ein Verlag der aus Angst vor einem hysterischem shitstorm ein Buch zurückzieht das nicht als Grund nennen. Wenn er sich das trauen würde könnte er ja auch gleich das Buch veröffentlichen.
 
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was ist da denn die logik? es ist also ok einfach die ganze debatte mit lügen zu überschütten um einen shitstorm zu verhindern den es nie gegeben hat? übertrag das mal auf ein thema was ernster ist als ein winnetou kinderbuch.
Ne der Punkt ist, dass das was der Verlag als "sachliche Kritik" deklariert, offensichtlich identitäterer Schwachsinn ist. Das ist so wie zu sagen, die Veranstalter, die die weißen Musiker wegen ihrer Dreadlocks ausschließen, hätten auf "sachliche Kritik" reagiert. Der Veranstalter hat dazu natürlich das Recht, aber ebenso haben alle anderen das Recht das zu kritisieren. Das ist halt keine sachliche Kritik, sondern Blödsinn und nichts anderes haben all die Diskussionsteilnehmer gesagt. Winnetou ist nicht Rassistisch und Dreadlocks sind keine Cultural Appropriation und selbst wenn sie es wären (man kann so einen Unsinn ja definieren, wie man will), dann ist Cultural Appropriation halt super und sollte gefördert werden.
 
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jo, da bin ich ja voll bei dir, hab auch keine sympathien für so einen identitätspolitischen quatsch, aber die reaktion darauf fand ich bedenklicher. alleine was da an "seriösen" politikern mit aufgesprungen ist und völligen unsinn erzählt haben.
ist bei so einem randnotizen thema ärgerlich, die mechanik übertragen auf ein ernstes thema ist da schon kritischer.
 

[fN]Leichnam

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Die haben sich auch selbst als Verlag damit einen Bärendienst erwiesen. Wie soll denn jetzt noch jemand deren Arbeit ernst nehmen, wenn die sich offensichtlich in einem verlegerischen Blindflug befinden und auf zugerufene Kommandos von außen die Richtung ändern?
Jetzt wo sie von beiden Seiten auf den Deckel gekriegt haben, fragen sie sich wahrscheinlich, was sie denn nur in ihrer Duckmäuserrolle falsch gemacht haben.

Wo ziehen wir hier denn die Grenze, wenn so ein verlegerisches Verhalten die Runde macht?
Bevor wir den Winnetou absägen, hätten wir doch eigentlich guten Grund mal ein paar rechte Verlage komplett dicht zu machen, nicht wahr? Vielleicht spielen die ja auch das Selbsterkenntnisspiel mit und wenn nicht, müssen wir nachhelfen.
 
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jo, da bin ich ja voll bei dir, hab auch keine sympathien für so einen identitätspolitischen quatsch, aber die reaktion darauf fand ich bedenklicher. alleine was da an "seriösen" politikern mit aufgesprungen ist und völligen unsinn erzählt haben.
ist bei so einem randnotizen thema ärgerlich, die mechanik übertragen auf ein ernstes thema ist da schon kritischer.
Klar, die Reaktionen waren isoliert betrachtet dem Anlass nicht angemessen. Aber für mich zeigt es, dass das Thema einfach mittlerweile so ein Reizthema geworden ist und so viele Menschen in der Mehrheit davon genervt sind, dass viele eben überreagieren. Das ist wie in einer kaputten Beziehung, bei der einen der Partner über Jahre so sehr genervt hat, dass man ihn am liebsten erwürgen würde, weil er falsch atmet. Daraus sollte man aber nicht den Schluss ziehen mE die Nervensägen auch noch weiter zu verteidigen, sondern eben die Lehre ziehen in Zukunft weniger auf "verletzte Gefühle" und anderen Quatsch zu reagieren und die Krakeler einfach mehr zu ignorieren.

PS: Nur ein anderes Beispiel, ebenso kleinlich, aber weil ich es gerade bei nem Kumpel gesehen habe. Blizzard hat bei WotLK Classic die Unterscheidung bei der Charaktererstellung "Male und Female" ersetzt durch "Körpertyp" (der halt weiblich oder männlich ist). Was denkt man denn, warum ein Unternehmen sowas macht? Weil es denkt, dass es ein irgendwie sinnvolles Feature wäre oder weil die Devs der Überzeugung sind, dass Männer und Frauen beleidigende Begriffe wären, oder weil man vorauseilenden Gehorsam gegenüber einem Shitstorm von Verrückten hat?

Jeder einzelne dieser Vorfälle ist für sich genommen mickrig, aber in der Summe ist die Mehrheit der Menschen so genervt davon, dass sie irgendwann auf alles aus dieser Richtung allergisch reagieren. Damit erweist man eben auch tatsächlichen Problemen der Gleichstellung einen Bärendienst, so wie Aggrofeministinnen, die hysterisch rumschreien, der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen einen Bärendienst erweisen.
 
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zimms

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Na und das ist halt eine unbelegte Verschwörungstheorie. [...]
Ach, es braucht auf beiden Seiten keine Verschwörungstheorie bzw ist das schon ein sehr geladenes Wort für ein sehr wahrscheinliches Szenario. Hier mal ein Beispiel:

Der Verlag macht vor der Veröffentlichung ein bisschen Marktforschung, hat vielleicht auch externe Probeleser im Haus. Ein paar Rückmeldungen waren wahrscheinlich von der Sorte "Hm, naja... Indianer. Also ich weiß nicht, ob man das heute noch so sagen darf." Der Verleger bekommt Bammel, man will ja nicht in die rechte Ecke gestellt werden. Die paar Euro die so ein Begleitbuch reinholt sind ihm das Risiko nicht wert - Buch wird zurückgezogen. Aus der Marketingabteilung kommt noch der Hinweis, dass man es noch zu einem Win vermarkten kann, wenn man sagt man hats nicht veröffentlicht, weil einem das Themer voll wichtig ist und so. And everybody clapped.
 
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weiß gar nicht mehr in welchem Topic wir das hatten
Die Probleme beginnen laut Report jedoch schon vor Ausbildungsbeginn. Mehr als sieben von zehn Auszubildenden (72,2 Prozent) gaben an, dass ihnen die Angebote der Berufsorientierung in den Schulen kaum bei der Berufsentscheidung geholfen haben. Und auch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit haben nur sechs von zehn Auszubildenden als hilfreich empfunden.
schon recht bittere Zahlen :(
 
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Da trägst Du jetzt aber n bisschen dick auf. Wer soll sich mit wem verschworen haben? Es ist einfach nur eine logische Schlussfolgerung. Warum sollte sonst ein Verlag den Aufwand betreiben ein Buch zu produzieren und zu drucken, nur um es dann nicht in den Verkehr zu bringen?
Ne logisch ist es offensichtlich nicht. Wieso sollte ein Verlag aufgrund eines _potentiellen_ Shitstorms seine Meinung ändern, wenn er es offensichtlich aufgrund eines _faktischen_ Shitstorms nicht getan hat? Ergibt so überhaupt keinen Sinn. Und die Antwort auf deine Frage steht in der Erklärung von Ravensburger. Jeder darf natürlich noch seine eigene Meinung dazu vertreten. Meine wäre z.B., dass Ravensburger zusätzlich davon ausgeht, unter seinen Kunden so bessere Publicity zu erzielen.
Ich vermute, dass viele der Kritiker im Vorfeld tatsächlich zu ihrem Kundenkreis zählen, während Menschen wie du wahrscheinlich schon länger kein Buch mehr bei Ravensburger gekauft haben. Wissen tun wir es beide nicht, aber versuch mit deine Erklärung nicht als "logische Schlussfolgerung" zu verkaufen.

Wie soll diese Kritik substantiell sein, wenn sie auf einer Schwachsinnstheorie wie Cultural Appropriation basiert oder ähnlichem Idpol Unfug basiert?

Im Übrigen machst Du doch genau das gleiche, wie die vermeintlichen Rechten. Niemand sagt, dass es dem Verlag verboten wäre. Er wird nur für eine dumme Entscheidung kritisiert, das ist ebenfalls jedermanns Recht, so wie es das Recht des Verlages ist aus dummen Gründen auf Einnahmen zu verzichten.
Die Kritik hat doch nichts mit Cultural Appropriation zu tun? Offenbar bist auch auf den Anti-Shitstorm reingefallen. Die Kritik richtet sich an die Darstellung der Cowboys und Indigenen im Buch, die offensichtlich nicht zutreffend und stereotypisierend sind. Da hilft auch der Verweis auf die Tradition von Karl May nichts, wenn Karl May halt einfach Schund geschrieben hat.
Und zum zweiten Punkt: Jeder darf den Verlag kritisieren, aber was ich mache ist dein Argument tatsächlich substantiell anwenden. Shitstorms wie dieser hier können gefährlich für demokratische Prozesse sein, weil eine richtige Faktenlage für Entscheidungen ein elementarer Bestandteil sind. Und dieser Anti-woke Shitstorm hat dieses Prinzip im Rahmen einer Empörungsdiktatur über den Haufen geworfen.
Als Vergleich: Jeder darf die Corona Politik des Bundes kritisieren, aber dieser Shitstorm war auf dem Niveau der Protestmärsche der Wutbürger.
 
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Die Kritik richtet sich an die Darstellung der Cowboys und Indigenen im Buch, die offensichtlich nicht zutreffend und stereotypisierend sind.
Ja das ist doch gerade das Alberne. Die Romane haben mit der Realität nichts zu tun und erheben auch diesen Anspruch nicht. Das ist ca. so wie sich darüber aufzuregen, dass die Deutschen in „Surf Nazis Attack“ nicht realitätsnah dargestellt werden.
 
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Ja das ist doch gerade das Alberne. Die Romane haben mit der Realität nichts zu tun und erheben auch diesen Anspruch nicht. Das ist ca. so wie sich darüber aufzuregen, dass die Deutschen in „Surf Nazis Attack“ nicht realitätsnah dargestellt werden.
Iron Sky hingegen historisch absolut fehlerfrei
 

[fN]Leichnam

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Hat sich da eigentlich auch nur ein tatsächlich betroffener Indigener (um das schwierige I-Wort zu vermeiden) drüber aufgeregt oder kann das sein, dass denen das am Arsch vorbei geht und wir es hier mit Leuten zu tun haben, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, ungefragt eine Kultur beschützen und verteidigen zu wollen, mit der sie nicht das Geringste zu tun haben und die ihres Schutzes weder bedarf noch darum gebeten hat?
Übrigens befindet sich im Karl May-Museum in Radebeul eine der größten Sammlungen Europas von Kulturgütern der indigenen Völker Nordamerikas. Die Kuratoren unterhalten beste Beziehungen zu Indigenen. Dass die es waren, die auf Ravensburger zugegangen waren, wäre mir neu und würde mich sowohl überraschen als auch enttäuschen.
 
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Shihatsu

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Hat sich da eigentlich auch nur ein tatsächlich betroffener Indigener (um das schwierige I-Wort zu vermeiden) drüber aufgeregt oder kann das sein, dass denen das am Arsch vorbei geht und wir es hier mit Leuten zu tun haben, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, ungefragt eine Kultur beschützen und verteidigen zu wollen, mit der sie nicht das Geringste zu tun haben und die ihres Schutzes weder bedarf noch darum gebeten hat?
Übrigens befindet sich im Karl May-Museum in Radebeul eine der größten Sammlungen Europas von Kulturgütern der indigenen Völker Nordamerikas. Die Kuratoren unterhalten beste Beziehungen zu Indigenen. Dass die es waren, die auf Ravensburger zugegangen waren, wäre mir neu und würde mich sowohl überraschen als auch enttäuschen.
Ich sprach mit einer Bekannten darüber (die hat wirklich jeden Tick in a Box: Bi, zur Hälfte rot, zur Hälfte mixed, sieht dabei aus wie eine Weiße und wird dementsprechend auch von "ihren Leuten" angefeindet, Behindert weil Veteran, ...) und die hat mich ausgelacht. Also nicht mich als Person, sondern mich als Deutschen. Die kennt Karl May und mag sein Werk, und versteht dieses ganze Thema überhaupt nicht mehr. Sie setzt sich aber auch nicht mehr für LGBblaein weil die toxisch alles nieder machen das anderer Meinung ist.
 
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Hat sich da eigentlich auch nur ein tatsächlich betroffener Indigener (um das schwierige I-Wort zu vermeiden) drüber aufgeregt oder kann das sein, dass denen das am Arsch vorbei geht und wir es hier mit Leuten zu tun haben, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, ungefragt eine Kultur beschützen und verteidigen zu wollen, mit der sie nicht das Geringste zu tun haben und die ihres Schutzes weder bedarf noch darum gebeten hat?
Übrigens befindet sich im Karl May-Museum in Radebeul eine der größten Sammlungen Europas von Kulturgütern der indigenen Völker Nordamerikas. Die Kuratoren unterhalten beste Beziehungen zu Indigenen. Dass die es waren, die auf Ravensburger zugegangen waren, wäre mir neu und würde mich sowohl überraschen als auch enttäuschen.
am ende des artikels sind doch beispiele von indianern die sich beschweren.
hier zb:

zu dem museum

bisschen arrogant mit so stammtischgerede die kritik einfach wegzubügeln. man muss ja nicht alles "canceln", aber bei kritik sich einfach die ohren zuhalten ist jetzt auch keine lösung. gibt hier ja auch logischerweise quasi keine ureinwohner die sich beschweren können, macht es doch nicht besser.
 
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Verstehe den Post nicht. Das Problem ist doch nicht, dass es einen Shitstorm gegeben hätte. Das Problem ist genau dieser vorauseilende Gehorsam gegenüber einer vermeintlichen Korrektheit, die eigentlich überhaupt keiner will, bis auf eine laute kleine Minderheit. Der "Skandal" besteht also nicht darin, dass irgendwer einen Shitstorm gestartet hätte, sondern dass ein Verlag ein bereits produziertes Buch aus Angst davor zurückzieht.
Es geht nicht um ein bereits produziertes Buch. Es geht auch nicht um Karl May. Es geht um einen neuen Kinderfilm, der quasi ein Prequel zur Old-Shatterhand-Reihe im Karl-May-Universum darstellt, ohne selbst Karl-May-Material zu sein. Dazu hat der Ravensburger-Verlag ein Begleitbuch geplant, sich das dann aber von sich aus anders überlegt. Skandal wohl kaum.
Und dann kam der Shitstorm, weil das Thema zu einem Karl-May-Ban aufgebauscht wurde.
 
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Ja das ist doch gerade das Alberne. Die Romane haben mit der Realität nichts zu tun und erheben auch diesen Anspruch nicht. Das ist ca. so wie sich darüber aufzuregen, dass die Deutschen in „Surf Nazis Attack“ nicht realitätsnah dargestellt werden.
Die Meinung darfst du haben, aber viele sehen das eben anders. Wie Scorn schon sagte geht es in der Debatte ja nicht darum, die alten Karl May Bücher zu verbieten sondern wie mit neuem Material im alten Stile Karl Mays umgegangen wird. Zu seiner Zeit mag das ja in Ordnung gewesen sein, aber man muss diese Stereotype doch nicht wie selbstverständlich weiter neu reproduzieren, nur weil das damals so gemacht wurde.
Und dann ist der Einwand, dass das ja nichts mit der Realität zu tun hat, imo ziemlich schwach. Die Geschichten sind ja eben nicht mit Iron Sky oder ("Surf Nazis must die") vergleichbar, weil sie nicht satirisch überzogen sind. Würden die Cowboys da auf Raptoren angeritten kommen, dann würden wir anders darüber reden. Sie erzeugen aber schon seit damals ein bestimmtes Bild, was sich über Cowboys und Indianer verfestigt hat.
Ich sehe gar kein Problem daran und empfinde es sogar als richtig, dass Ravensburger das Buch zurückgezogen hat. An nem Shitstorm hätte ich selbstverständlich aber nicht teilgenommen, wenn sie es doch rausgebracht hätten.
 
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Der Film hat in den ersten 2 Wochen Kino <70.000€ eingespielt laut Boxoffice Mojo und ähnlichen seiten. Der Film war also ein massiver flop noch bevor der angebliche shitstorm los ging, kann mir nicht vorstellen, dass das buch besser gelaufen ist. So kann man wenigstens noch massenhaft publicity abgreifen.
 
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Der Film hat in den ersten 2 Wochen Kino <70.000€ eingespielt laut Boxoffice Mojo und ähnlichen seiten. Der Film war also ein massiver flop noch bevor der angebliche shitstorm los ging, kann mir nicht vorstellen, dass das buch besser gelaufen ist. So kann man wenigstens noch massenhaft publicity abgreifen.
Das Buch ist nicht besser gelaufen, das Buch gibt es nicht und hat es nicht gegeben. Es war geplant, eins zu entwerfen, man hat sich anders entschieden. Das hatte da auch nicht mit Publicity zu tun. Das war kein Thema zu dem Zeitpunkt und wurde von Ravensburger auch nicht zum Thema gemacht. Es sei denn, Ravensburger hat die Bild für die Berichterstattung engagiert, aber -
 
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Ich sprach mit einer Bekannten darüber (die hat wirklich jeden Tick in a Box: Bi, zur Hälfte rot, zur Hälfte mixed, sieht dabei aus wie eine Weiße und wird dementsprechend auch von "ihren Leuten" angefeindet, Behindert weil Veteran, ...) und die hat mich ausgelacht. Also nicht mich als Person, sondern mich als Deutschen. Die kennt Karl May und mag sein Werk, und versteht dieses ganze Thema überhaupt nicht mehr. Sie setzt sich aber auch nicht mehr für LGBblaein weil die toxisch alles nieder machen das anderer Meinung ist.
Wegen ähnlicher Anekdoten und weil ich als links ausgerichteter die linke bubble einfach nicht ertrage, hab ich vor 'ner Weile meine socials genuket. Lebt sich echt besser ohne diesen Irrsinn. Bitter nur, dass es jetzt keine linke Bewegung mehr gibt, die dem aktuellen bullshit entgegensteuert -.-
 

Celetuiw

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Bitter nur, dass es jetzt keine linke Bewegung mehr gibt
Rautiert. Ich sage solchen Leuten auch, dass ihre Ansichten für mich nichts mit linker Haltung zu tun haben.
Diese Grundhaltung aufgrund von Äußerlichkeiten auszugrenzen, ist NICHT links und ich finde es gleich bekackt wie klassisch rechte Ausgrenzung.
 
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Wegen ähnlicher Anekdoten und weil ich als links ausgerichteter die linke bubble einfach nicht ertrage, hab ich vor 'ner Weile meine socials genuket. Lebt sich echt besser ohne diesen Irrsinn. Bitter nur, dass es jetzt keine linke Bewegung mehr gibt, die dem aktuellen bullshit entgegensteuert -.-
na ganz so ist es ja nicht, da wird ja das kopfschütteln auch von links immer mehr.
waren sicher mal in der grundidee noble ziele, aber wenn an unis massenweise bücher nicht mehr gelesen werden dürfen läuft es einfach in eine ganz falsche richtung.
 
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na ganz so ist es ja nicht, da wird ja das kopfschütteln auch von links immer mehr.
waren sicher mal in der grundidee noble ziele, aber wenn an unis massenweise bücher nicht mehr gelesen werden dürfen läuft es einfach in eine ganz falsche richtung.
Sicher. Aber wenn man mal anguckt, wie sich die Partei die Linke hier selbst ins Abseits bugsiert hat. Gut, die waren auch schon vor längerer Zeit ein Sammelbecken für Deppen wie antideutsche etc. Causa Wagenknecht ist auch bei weitem nicht so schwarz/weiß wie Partei und Medien gerne hätten (auch wenn sie für mich persönlich durch die Anti-Impfscheiße und Putinnähe ziemlich raus is). Für die Partei ist der Klassenkampf eben auch zu schmuddelig geworden. Ich hatte vor...shit das muss am Anfang der Pandemie gewesen sein, ein cooles Gespräch mit einer Trans*person und einer NB, und da hieß es von denen sinngemäß (hab den Wortlaut nicht mehr parat): die Partei verliert sich in "woke"n Kleinkämpfen - klar, man kann anerkennen, dass obdachlose trans* Menschen, am besten noch mit Migrationshintergrund, besonders schwer von allen Formen von Gewalt und Diskriminierung betroffen sind. Aber wenn man sich stattdessen um die *Grundfrage* kümmert, nämlich die der Obachlosigkeit, dann schließt das diese winzige Minderheit mit ein und holt gleichzeitig einfach mal den Durchschnittsbürger ab.

Gah, ich reg mich schon wieder auf.
 
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Ich lese diesen Artikel mit einiger Skepsis, aber finde es dann doch interessant, dass hier so mancher eine Lanze ausgerechnet für die Geisteswissenschaft brechen möchte. Viel Liebe bekommt sie sonst nicht. Genauso wie jedem Frauenfussball am Arsch vorbeigeht, bis jemand mitspielen möchte, der früher mal ein Mann war. Dann wird fleißig auf dem Keyboard getippt.
 
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passt ja gut hier rein, elke von den ärzten war ja auch so ein thema in den letzten tagen.
spielen es schon seit jahren nicht mehr, aber für ein bild thema reicht es immer.
 
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Der Radiosender Antenne Bayern, an dem die „Bild“-Mutter Springer beteiligt ist, hat von dem Lied „Lasse redn“, das diese Zeilen enthält, damals eine gekürzte Version erstellt, in dem ausgerechnet die Kritik an der „Bild“ herausgeschnitten wurde. Mit Zensur habe dies aber auf keinen Fall etwas zu tun, erklärte der Sender damals dem „Bildblog“. Auch der Manager der Ärzte reagierte: „Die Entfernung dieser Kernzeilen des Textes sieht die Band als eine sinnentstellende Verstümmelung des Songs an.“

Wie geil ist das denn? :rofl2: Sich dauernd über angebliche Zensur beschweren und dann selber die Instanz sein, die tatsächlich zensiert.
 

Celetuiw

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Gut, dass mal jmd in einem Artikel exemplarisch aufzeigt, wieviel Bullshit und Clickbait Artikel zu dem Thema generiert werden.

Schmankerl, dass die BILD sich so ein Dreck ausdenken muss, die Ärzte geben der BILD ja kategorisch keine Interviews. :rofl:
 
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