Kleines Feedback zum Teufel Boomster, kleiner Vergleich zum BOSE Soundlink III den ich schon habe und dem B&O A2 den ich auch mal getestet hatte (Sind ja alle in der 230-280€ Preisklasse):
Bestellt über die Teufel Webseite, Gutschein für 'ne Gratis Ledertasche die sonst 50€ kostet war dabei, gern mitgenommen.
Lieferung und Verpackung 1A, gibts absolut nichts zu meckern.
Zuerst zur mitgelieferten Gratis-Tasche (BoomBag): Ist maßgeschneidert für das Gerät, lässt alle Bedienelemente und Anschlüsse frei, wirkt robust genug für den Außeneinsatz und bietet 'nen Verstellbaren Tragegurt. Des Weiteren hat Teufel das Design recht clever gelöst, der Boomster wird von vorn in die Tasche geschoben und nicht von oben, diese Lösung ermöglicht es, wenn man das Gerät aufstellt die Frontklappe zu öffnen und unter runterzuklappen, so dass der dämpfende Effekt der natürlicherweise auftritt wenn man einen Lautsprecher in eine Tasche packt, zum Großteil verschwindet. Zusätzlich sind die Maße der Tasche genau so, dass das Gerät fest drin sitzt, man aber dennoch genug Platz dahinter hat um Klinkenkabel, USB-Kabel und das Handy welches als Soundquelle dienen soll, mit rein zu stecken. Ob sie 50€ Wert ist, kA, aber praktisch ist sie allemal. Der Gratisgutschein wirkt für mich im Nachhinein also echt als Kaufargument.
Zum Boomster: Verarbeitung ist ebenfalls sehr gut, alle Spaltmaße sind top, Oberflächen sehen alle sehr hochwertig aus. Material wirkt nicht ganz so wertig wie das des BOSE aber immer noch auf hohem Niveau. Die Alu- und Kunststoffabdeckungen fühlen sich etwas weicher/dünner und nicht ganz so griffig an, jedoch immer noch deutlich über dem Level von 0815 Mediamarkt Geräten. Der Griff ist massives Alu, leider für große Hände etwas klein geraten, wer Bauarbeiterpfoten hat könnte Probleme mit den Fingern kriegen.
Der Akku war bei Lieferung halb geladen, so dass man direkt loslegen kann (ist bei der Konkurrenz aber auch so, bzw. war das bei dem B&O und dem BOSE die ich getestet hatte ebenfalls so). Positiv beim Akku: Der ist easy wechselbar und steckt hinten im Batteriefach. Ergo wenn der mal nach ein paar Jahren von der Kapazität her im Sack ist, kann man sich 'nen neuen bestellen oder das Gerät auch mit ganz normalen Batterien/Akkus betreiben. Vorbildlich! Beim B&O A2 und beim BOSE Soundlink III sind die Akkus fest verbaut und wenn die hin sind, bleibt nur noch der Betrieb am Kabel. Oder zum Hersteller schicken und teuer tauschen lassen, falls die das überhaupt machen...
Alle Anschlussmöglichkeiten (Klinke/Bluetooth) funktionierten völlig problemlos und sofort. Die NFC Technik ist sehr bequem (bieten der Soundlink III und der A2 nicht!), nachdem ein Smartphone einmal gepaired und gespeichert ist (der Teufel speichert bis zu 6 BT Geräte als Soundquellen), muss man bei späteren Verbindungen nur auf den BT-Knopf drücken und das Handy an den Teufel halten, die Erkennung und Verbindung läuft dann automatisch. BT Soundqualität auch wirklich gut, der Teufel unterstützt BT4.0 und diesen AptX Standard, machen die beiden Konkurrenten imho auch nicht.
Zum Klang: Zuerst mein absolutes Ausschlusskriterium getestet und positiv überrascht worden - der Boomster hat im Ruhezustand (Lautstärke hoch aber ohne Soundquelle) ein wirklich sehr geringes Grundrauschen. Definitiv auf dem Niveau des Soundlink III und deutlich geringer als der A2 von B&O.
Der Klang ist in allen Bereichen minimal besser als der des Soundlink III, was jetzt auch nicht wirklich verwundert bei einem Gerät was doppelt so viel wiegt (2,6kg vs 1,3kg) und locker 3x so viel Volumen zum Arbeiten hat. Höhen und Mitten hört man besser raus, wobei man auch sagen muss, dass der Soundlink III BOSE-Typisch eher basslastig ist. Wer das mag wird beim Teufel den Subwoofer immer auf max. stehen haben (wie ich). Dann liefert er noch etwas druckvollere Bässe und zeichnet die Höhen gleichzeitig klarer, ohne so schneidend zu wirken wie der B&O A2 der auf dem Gebiet ja echt gut, für meinen Geschmack zu gut, war.
Von der Maximallautstärke war ich etwas enttäuscht, tatsächlich ist der Boomster nur unwesentlich lauter als der Soundlink III obwohl er easy 3x so groß ist. Dass er auf Grund seiner Größe etwas besser in den Raum strahlt, macht das teilweise wett, aber wer wirklich den "dicken" Sound für 'ne größere Party sucht, wird wohl zum Boomster XL greifen müssen. Ich hab den Boomster in folgenden Umgebungen getestet und für mich wird er reichen:
- möbliertes Wohnzimmer ca. 50m²: Klang und Lautstärke völlig ausreichend, ersetzt keine HiFi-Anlage aber für den Alltag absolut okay. 1/3 Lautstärke reicht easy aus.
- Trainingsraum ca. 50m²: Auch völlig ausreichend um 'ne Trainingssession musikalisch zu untermalen. 1/2 Lautstärke erfüllt ihren Zweck.
- Turnhalle (Handballfeld): Auf maximaler Lautstärke gerade so ausreichend um 'ne Sportveranstaltung zu beschallen, man kann sich dann gerade noch so ohne größere Anstrengung unterhalten. Für 'ne 100 Mann Discofete in einem ähnlich großen Raum reichts aber nicht. Profitiert in einer Halle aber ziemlich von der guten Akustik des Raumes.
- Garten ca. 1000m²: Also ab 20m Entfernung wirds dann schon recht dünn im Freien. Ich denke so bis 80% der Lautstärke dürfte man im Sommer keine Probleme mit den Nachbarn bekommen. Um 'ne Grillfeier mit 10-20 Personen auf der Gartenterrasse zu beschallen reicht er definitiv aus. Wirds mehr oder braucht man zwischendurch wirklich heftigen Pegel für irgendwelche Fetenhits, sollte man über den großen Bruder XL nachdenken.
Schwachstellen:
- Das eingebaute Radio ist ein Gimmick und muss auch als solches betrachtet werden. Notlösung um überhaupt Musik zu dudeln falls man keine externe Soundquelle hat. Hat nur 'nen automatischen Suchlauf und weder'ne Frequenzanzeige noch die Möglichkeit, fein nachzustellen. Selbst starke Sender rauschen hörbar (bin da aber auch sehr empfindlich), zumindest beim Betrieb in Innenräumen. Die drei Senderspeicherplätze reichen auch völlig, mehr als 5 Sender hab ich eh nicht reinbekommen und davon auch nur 3 in 'ner Qualität die ich als hörbar ansehen würde. Die 60cm Wurfantenne reicht da halt einfach nicht aus, wer Bock hat kann die ja manuell verlängern für 'nen besseren Empfang. Der Teufel hat hinten ein kleines Fach wo man die zusammengerollt verstauen kann, so das sie nicht stört wenn man sie nicht braucht.
- Die Bedienelemente sind alle Spritzwassergeschützt und arbeiten mit einer Art Touch-Technik (ohne Druckpunkt). Ich hab recht zierliche Finger und hatte schon einige Fehlklicks, Dachdecker und Gerüstbauer Könnten so ihre Probleme bekommen wirklich nur den Punkt zu treffen den sie wollen. Die LED Beleuchtung der Bedienelemente ist imho dämlich gelöst, da die im Betrieb nur in verschiedenen Intensitäten von Schwach bis Stark leuchten. Im Innenraum ist das alles problemlos erkennbar, bei Sonnenlicht im Freien kaum noch. Zusätzlich gibts keinen Stummschalter, man muss also für den Fall dass man kurz Ruhe haben will, die Lautstärke entweder mit 10x klicken runterregeln oder das Gerät komplett aus- und später wieder anschalten.
- Der integrierte USB-Port lässt sich nur zum Laden von Handy oder Tablet benutzen (der Teufel kann also als Powerbank genutzt werden, was ganz praktisch ist wenn man das Handy eh als Musikquelle nutzt). Warum man dann bei einem Gerät der 250+ € Klasse keine Platine mit einbaut die auch 'nen USBStick als Medienquelle nutzen könnte, erschließt sich mir nicht. Das kostet doch in der Herstellung fast nichts und wäre definitiv noch 'nen Zwanni Aufpreis wert.
- Der Subwoofer und generell die maximale Lautstärke erscheint für ein Gerät dieser Größe recht gering. Also für Schreibtisch/Bad/Küche würde ich definitiv lieber den BOSE/B&O nehmen (sofern man kein UKW Radio braucht), weil die sich in unmittelbarer Nähe genauso gut anhören. Bass ist beim Teufel definitiv da und hörbar, aber um wirklich Tiefbass "fühlen" zu können ist er zu schwach. Da liefern die beiden Konkurrenzprodukte fast ähnliche Ergebnisse (nicht ganz) bei besserer Mobilität bzw. geringerem Platzverbrauch.
- Ladeanzeige für den Akku. editiert: Anfangs fand ich überhaupt keine Anzeige darüber ober Akku langsam leer wird oder beim Laden ob er voll geladen ist. Hab dann mal das Handbuch gewälzt und anscheinend soll man das über die LED-Beleuchtung der An/Aus Taste erkennen. Die blinkt wenn der Akku schwach ist bzw. wenn das Netzteil angeschlossen ist blinkt sie während des Ladens und hört auf zu blinken wenn der Akku voll ist. Zusammen mit dem oben genannte Punkt der recht schlechten erkennbarkeit der LEDs bei hoher Umgebungshelligkeit ist das echt schwer zu sehen. Da find ich die Lösung mit der farbigen LED am BOSE SL III deutlich besser.
Fazit:
Ich kann das Ding empfehlen für Urlaub, Camping, Garten, Sport. Wer auf das UKW-Radio verzichten kann und nicht ganz so viel Bass braucht kann hier aber auch den A2 nehmen, der ist viel leichter und viel kleiner.
Nicht nehmen würd ich ihn für Schreibtisch, Bad, Küche. Ist einfach zu groß dafür und ein BOSE SLIII macht den Job genauso gut, bei dezenterer Optik und weniger Platzverbrauch. UKW-Empfang in Gebäuden ist eh recht mies, da täte es ein Küchenradio mit DAB Tuner oder WLAN-Radio besser.