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AfD - Karnevalsverein oder Heilsbringer?

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Wieso "steigt" man eigentlich aus der AfD aus? Wieso "verlässt" man sie nicht lediglich? Kann mir nicht vorstellen, dass das Parteiverlassen so schwer sein soll wie bei einer Sekte oder Gang.
 
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Darauf kommt er auch zu sprechen, auch im Zusammenhang mit der Frage warum er als Mitglied mit gemäßigten Positionen erst relativ spät ausgestiegen ist.
Ist ein Konflikt aus inneren und äußeren Anfeindungen, die ihn recht lange in der Partei gehalten haben. Äußere Anfeindungen ist klar (relativ breite gesellschaftliche Ablehnung + gewaltbereite Linksradikale und Antifa, die ihn persönlich angegangen haben und auch körperlich übergriffig wurden), innere Anfeindungen von den Flügel-Radikalen, die ihn als "Merkel Kuschler", "Flüchtlingsfreund" und "Halben" bezeichnet haben, der die Ideale der Partei verrate weil er die extremen Positionen nicht mittragen wollte. Wenn da jemand austritt, wird auch nochmal kräftig nachgetreten + versucht die Glaubwürdigkeit und Integrität der Person zu demontieren.
Also ja, der Vergleich mit einer Sekte ist nicht ganz so unpassend und der Ausstieg sehr schwierig, wenn man keine gesellschaftsfähigen sozialen Netze außerhalb aufrecht erhalten hat, in die man zurückkehren kann. Hinzu kommt, dass es Überwindung kostet, jahrelanges Engagement und Parteiarbeit über den Haufen zu werfen / sein eigenes Scheitern einzugestehen.
Noch ein passender Timecode zum Thema "Sekte":
 
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Danke für die Ausführung. Jetzt hätte ich gerne im Vergleich gewusst wie das bei anderen Parteien abläuft. Das da intern mitunter auch nicht nett miteinander umgegangen wird hatte ich schon mehrfach gehört.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Typ hat automatisierte "Anfragen" von Bürgern an Parteipolitiker geschickt, die faktisch inkorrekte Informationen enthielten mit der Bitte, sich dazu zu äußern. Ergebnis:

afd.png

Wer hätte es ahnen können: Bei der AfD ist es um ein Vielfaches so wahrscheinlich, dass ihre Politiker Fake News nicht korrigieren, wenn sie sich zu den Bedenken der Bürger äußern.
 

pinko

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Meinungen zur Causa Meuthen hier? War ja abzusehen, dass er irgendwann hinschmeißen wird. Schon faszinierend, wie die AfD nach und nach ihre Vorsitzenden frisst. Wobei Meuthen natürlich damals auch seinen Teil zu dieser "Kultur" beigetragen hat. Im Gegensatz zu Weidel, Chrupalla oder gar Bernd war Meuthen sicher noch "nett", allerdings sah ich in ihm immer so ne Art Wolf im Schafspelz. Extrem eloquent, aalglatt und v.a. nicht so unfassbar dünnhäutig wie Weidel.

Da die Partei ja sich ihrer Stammwählerschaft bis auf Weiteres relativ sicher sein kann, denke ich, dass sie in den nächsten vier Jahren noch weiter nach rechts rücken wird. Meuthen musste ja u.a. auch deswegen aufhören, weil er es gewagt hatte, eine Annäherung an die "Altparteien" in Kauf zu nehmen, um evtl. koalitionsfähig zu werden.
 
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Ist doch nur noch eine Frage der Zeit, bis Bernd Höcke oder jemand, der ähnlich drauf ist, Parteichef wird. Schaden dürfte ihnen das nicht. Es gibt seit Jahrzehnten Umfragen, dass ca. 10% der Deutschen ein geschlossenes rechtsradikales Weltbild haben und diese Leute wird die AfD halt save abholen.
 
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Schade, so wird die AfD halt weiter als Protestpartei bei 10-14% rumdümpeln, anstatt aus der CDU Schwäche einen großen Nutzen zu ziehen und zu einem politischem Schwergewicht zu werden
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Schade, so wird die AfD halt weiter als Protestpartei bei 10-14% rumdümpeln, anstatt aus der CDU Schwäche einen großen Nutzen zu ziehen und zu einem politischem Schwergewicht zu werden

Erscheint mir wie pures Wunschdenken. Auf mehreren Ebenen:
- Gibt Null Anhaltspunkte zu glauben, dass Meuthen irgendwie erfolgreich darin war, die Partei mehr auf seine Linie einzuschwören. Maximal hat er den Rechtsdrift ein wenig verlangsamt, da ging es bei Lucke und Petry noch etwas schneller.
- Selbst wenn Meuthen der starke Mann der AfD geworden wäre, gibt es einfach weniger als Null Anhaltspunkte, dass sein Kurs politisch erfolgreich wäre. Meuthen ist wirtschaftlich deutlich liberaler als die FDP eingestellt, wer soll dafür in Deutschland bitte die Zielgruppe sein? Gerade im Osten, wo die Partei ja halbwegs erfolgreich ist, wünschen sie sich nun wirklich keinen kleineren Sozialstaat.
 
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Mein Posting war vielleicht missverständlich ausgedrückt.
Ich meinte damit weder, dass die AfD in der bisherigen Aufstellung auf dem Weg zum politischen Schwergewicht war, noch dass Meuthen es aus eigener Kraft hätte schaffen können. Trotzdem habe ich bisher noch eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür gesehen.
Nun da Meuthen abgesägt wurde, hat nach meiner Einschätzung das Rechtsaußen-Lager endgültig gesiegt und somit halte ich es nun für ausgeschlossen, dass die Partei doch noch richtig groß wird.
 
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Seit wann brauchen Rechtsaußen-Parteien denn integres Personal um groß zu werden? Die FPÖ hat ihre besten Zeiten mit Jörg Haider und HC Strache erlebt und ich wüsste nicht, was dagegen spricht, dass die AfD einen ähnlichen Weg geht, zumindest in Ostdeutschland.
 

Shihatsu

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Ich glaube nicht das es noch irgendeine Partei schaffen wird "groß" zu werden - die Zeit der "großen Volksparteien" scheint mir vorbei.
 
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Ich hatte vor einer ganzen Weile einen Podcast zur Machtfrage in der AfD gehört. Ist dann jetzt wohl entschieden.
Meuthen und seine Homies wären wohl die einzigen gewesen die die Partei noch ans "normale" Spektrum (lel, Spektrum, aber normal) anschlussfähig hätten machen können.

Jetzt wird es halt so ein crazy Crackpot Ding. Eigentlich das Beste was passieren konnte, weil sich jetzt rechts der Mitte die CDU und die AfD finden dürfen und die CDU so eine Möglichkeit hat ein eigenes Profil in Abgrenzung zu "rechtsradikal/extremistisch as fuck" zu entwickeln.

Musste ja innerlich grinsen als ich hörte, dass die CDU grad unter 20% in Umfragen steht. So verdient.

Das Traurige ist nur, dass es dann in 4 Jahren immer noch eine AfD geben könnte/dürfte die >5% bekommt.
 

Gustavo

Doppelspitze 2019
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Musste ja innerlich grinsen als ich hörte, dass die CDU grad unter 20% in Umfragen steht. So verdient.

Das Traurige ist nur, dass es dann in 4 Jahren immer noch eine AfD geben könnte/dürfte die >5% bekommt.


Das Interessante an der AfD ist ja eigentlich, dass sie eine Mitte-Rechts-Regierung quasi unmöglich macht. Die Chance, dass Union-FDP alleine nochmal in absehbarer Zeit eine Mehrheit zustande bringen, dürfte extrem marginal sein. Wird interessant zu sehen, ob die Union sich in der Opposition tatsächlich zu einer Programmpartei entwickelt oder ob sie im Zweifelsfall wieder denselben Deal nehmen würde, den sie unter Merkel hatte, dauerhaft Regierungspartei aber ohne echte Chance konservative Wünsche umzusetzen (so sie denn nicht schon der status quo sind). Könnte mir vorstellen, dass das auf Dauer noch ein echtes Problem für das politische System Deutschlands werden könnte, sollte die Union sich nicht mehr mit dem status "Natürliche Kanzlerpartei ohne harte programmatische Kanten" zufrieden geben. Aber wird man sehen müssen, genau dasselbe dachte man bei den letzten beiden Oppositionsauszeiten der Union auch und letztendlich löste es sich dann in der Regierung doch schnell in Wohlgefallen auf, siehe die nie vollzogene "geistig-moralische Wende" respektive das Programm vom Leipziger Parteitag 2003, das ebenfalls nach Wahl Merkels mit schlechter als erwartetem Ergebnis direkt im Abfall verschwand.
 
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Jo, das ist insofern auch interessant, als dass es ja eine prinzipiell konservative strukturelle Mehrheit in Deutschland gibt. Nur wählen die nicht alle Union oder FDP, sondern eben auch viel SPD, Linke und Grüne, weil sie mit dem was ihnen von der Union als "konservativ" angeboten wird nicht zufrieden sind.
Selbst schuld würde ich sagen.
 
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